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MP leicht gemacht

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Anonymous

unread,
Apr 28, 1997, 3:00:00 AM4/28/97
to

Millisekunden-Pyrotechnik leicht gemacht.

Vorwort: Die Pyrotechnik ist ein weites Feld voll faszinierender Effekte
und Moeglichkeiten , dieser Beitrag soll sich mit jenem Teil der
Pyrotechnik befassen , bei dem es darum geht durch die schlagartige , in
sehr kurzer Zeit ablaufende , chemische Umsetzung bestimmter Stoffe oder
Stoffgemische , ueberaus eindrucksvolle optische und akustische Effekte zu
erzielen . Wir wollen ausdruecklich darauf hinweisen das dieser Beitrag
ausschliesslich der Information und der Erweiterung des Wissens dienen soll
, wir warnen ausdruecklich davor die hier vorgestellten Vorgehensweisen
nachzuvollziehen , da derartiges Tun in den meisten Laendern , mit
Sicherheit aber am Hochsicherheitsstandort Deutschland , verboten sein kann
/ ist . Zudem sind alle! Stoffe die sich fuer Zwecke der
Millisekunden-Pyrotechnik eignen mehr oder weniger empfindlich /
leistungsfaehig / gefaehrlich , so das unsachgemaesser Umgang damit leicht
! zu schwersten Verletzungen fuehren kann . So keep your Fingers !!!


Einleitung: Zuerst einige Worte zu den grundsaetzlichen Ablaeufen in den
fuer unsere Zwecke geeigneten Substanzen . Um die erwuenschten Effekte wie
greller Lichtblitz und lauter Explosionsknall zu erzielen , benoetigt man
Stoffe die zu sehr schnellen chemischen Reaktionen in der Lage sind . Zwar
kann man solche Effekte auch erzielen indem man langsam reagierende Stoffe
( wie Schiesspulver ) in massiven Gefaessen , wie Metallrohren oder
Gasflaschen zur Entzuendung bringt so das der sich aufbauende Druck das
Gefaess schliesslich zerreisst , aber derartige Aktivitaeten sind viel zu
Gefaehrlich und zwar nicht nur fuer den Anwender sondern auch fuer die
Umgebung . Die Gefaehrlichkeit von herumfliegenden Metallsplittern wird
leider regelmaessig unterschaetzt , wie allgemein die meisten Unfaelle von
Hobbypyrotechnikern auf den geradezu haarstraeubenden Umgang mit befuellten
Metallbehaeltern wie haemmern , biegen , loeten etc zurueckzufuehren
sind. Wir wollen ohne diese Dinge auskommen. Die fuer uns interessanten
Stoffe sind solche bei denen sich die chemischen Reaktionen deutlich
schneller als die Schallgeschwindigkeit fortpflanzen , ueblicherweise in
einem Rahmen von ca 1500 m/sec bis ueber 9000 m/sec. Ausserdem soll ihre
Anwendung ohne groessere Verdaemmung/Einschluss moeglich sein. Diese Stoffe
lassen sich grundsaetzlich in zwei Gruppen einordnen , solchen die sich
schon durch Schlag , Reibung , Funken oder Flamme zur Explosion bringen
lassen den sog. Initialsprengstoffen , im Englischen primary Explosives
genannt und solchen die in der Regel der durch einen Initialsprengstoff
ausgeloesten Stosswelle beduerfen um zur Explosion zu gelangen . Diese
Stoffe werden im Englischen secondary Explosives genannt. Die
Energiefreisetzung durch diese Stoffe geschieht dadurch das ein an sich
instabiles Molekuel z.B. durch Flamme oder Stosswelle zum Zerbrechen
gebracht wird und die zur Herstellung der Substanz oder ihrer Vorlaeufer
aufgewendete Energie die in Form von Bindungsenergie in der Substanz
gespeichert ist , wieder frei wird ( Zu dieser Gruppe gehoeren
Initialsprengstoffe wie das weit verbreitete Bleiazid oder so gefaehrliche
Exoten wie das auch nicht unbekannte Stickstofftrijodid) und / oder das in
einem Stoff oder Stoffgemisch Sauerstoff vorhanden ist , der nach dem
Zerbrechen der Molekuelbindung mit freigewordenen Sauerstoff liebenden
Stoffen wie Kohlenstoff oder Wasserstoff reagiert wobei ebenfalls Energie
frei wird.

Wir wollen nun zuerst einige Initialsprengstoffe vorstellen , wobei wir
unser Hauptaugenmerk auf einfache Herstellung sowie unkomplizierte ,
sichere Beschaffung der Ausgangssubstanzen richten wollen . Danach wollen
wir die Herstellung einiger fuer die Millisekunden-Pyrotechnik
ausserordentlich nuetzlicher Grundsubstanzen , naemlich Sauerstofftraegern
auf Chlorat bzw Perchloratbasis namentlich Kaliumchlorat bzw
Kaliumperchlorat beschaeftigen, die den grossen Vorteil haben , dass sie
bei vertretbarem Aufwand , sicher und in beliebiger Menge hergestellt
werden koennen und dem Pyrotechniker ein weites Feld von Moeglichkeiten
eroeffnen.

So , und jetzt zu den guten Sachen.

1) Acetonperoxid Engl. Tricycloacetonperoxid
Bruttoformel : C9H18C6
Bleiblockausbauchung : 250ccm/10g
Detonationsgeschwindigkeit : 5200 m/sec
Reibempfindlichkeit : 0,1 N
Stiftbelastung Explosion
Schlagempfindlichkeit : 0,3 Nm
Empfindlichkeit gegen Funken und
Flamme: Extrem Hoch

Benoetigte Ausgangssubstanzen: Quelle:

Aceton Baumaerkte

Wasserstoffperoxid / Wasserstoffsuperoxid Apotheken,
30% sollten es sein Baumaerkte,Zoohandlungen
(wird zur Reinigung von
Filtern verwendet)
Salzsaeuere / HCL oder Schwefelsaeuere /
H2SO4 Batteriesaeuere

Herstellung :

In einem Glasgefaess wird eine 1 zu 1 Mischung aus Aceton und
Wasserstoffperoxid hergestellt , die Menge sollte ca 0,1 L betragen .
Hierzu wird ein Teeloeffel voll Batteriesaeuere gegeben und das Ganze gut
umgeruehrt . Dann stellt man das Glas in den Kuehlschrank und wartet 24
Stunden . Es bilden sich weisse (Farblose) Kristalle in groesserer Menge
die abgefiltert werden koennen (Kaffeefilter) . Die Kristalle werden
getrocknet und dann kuehl gelagert. Die verbleibende Loesung kann durch
erneute Zugabe von Batteriesaeuere nochmals verwendet werden .

Anmerkungen :

Obwohl Acetonperoxid leicht herzustellen ist und auch einen recht
kraeftigen Sprengstoff darstellt hat es doch auch einige gravierende
Nachteile . Zum Einen ist die Lebensdauer begrenzt es bleibt vielleicht ,
kuehl gelagert , einige Monate verwendungsfaehig . Schlimmer ist jedoch
seine hohe Empfindlichkeit insbesondere gegenueber Funken und Flamme. Wird
Acetonperoxid offen liegend ( und nur dann !!! ) entzuendet , reagiert es
mit heftiger Verpuffung kaum das die Flamme auch nur in die Naehe der
Substanz gekommen ist . Dieses Bild aendert sich Schlagartig wenn
Acetonperoxid auch nur der geringsten Verdaemmung unterliegt , ein duenner
Wickel aus Alufolie oder Papier genuegt und die Substanz geht sofort in
Detonation ueber . Auch die Schlag und Reibempfindlichkeit sind sehr gross
, Acetonperoxid ist aehnlich schlagempfindlich wie Nitroglycerin !!! Zudem
sind Gefahren durch Statische Elektrizitaet zu befuerchten . Zwar scheint
es moeglich durch befeuchten mit Spiritus eine gewisse Phlegmatisierung zu
erreichen um dann mittels Initialzuendung eine groessere Menge der Substanz
zum Einsatz bringen zu koennen , aber wir wollen davon abraten solange
Alternativen zur Verfuegung stehen.


2) Hexamethylentriperoxiddiamin / HMTD Engl.
Hexamethylenetriperoxidediamine
Bruttoformel : C6H12N2O6
Bleiblockausbauchung : 330ccm
Detonationsgeschwindigkeit : 4500m/sec
Reibempfindlichkeit : ? / Hoch
Schlagempfindlichkeit : 0,6 Nm
Empfindlichkeit gegen Funken
und Flamme : Sehr Hoch.

Benoetigte Ausgangssubstanzen: Quelle :

Wasserstoffperoxid 10% Apotheken ,
( Hoeherprozentiges mit Wasser verduennen ) Baumaerkte

Zitronensaeuere kristallin ( Fest ) Apotheken (zum Entkalken)

Hexamethylentetramin / Hexamin * Keine Angst vor
grossen Worten , diese Substanz ist unter ihrem Handelsnamen weit bekannter
es handelt sich um Trockenspiritus oder Esbit ! Sollte in Spielzeuglaeden
oder Campinggeschaeften zu bekommen sein.

Herstellung :

Eine Plasitkschale oder ein aehnliches Gefaess wird mit Wasser gefuellt ,
in der Mitte wird ein Glasgefaess plaziert , das Ganze wird solange ins
Eisfach oder die Kuehltruhe gestellt bis alles Wasser zu Eis geworden ist
. Nun wird eine Menge Wasserstoffperoxid in das Glasgefaess gefuellt , die
5,25 Teilen ( Gewichtsanteile ) entspricht z.B. 105g . Das Peroxid
abkuehlen lassen und in der Zwischenzeit 1 Teil z.B. 20g gepulvertes
Hexamin bereitstellen , das Hexamin in das Wasserstoffperoxid schuetten und
umruehren bis es sich aufgeloest hat. Die Loesung im Eisfach abkuehlen
lassen bis sie deutlich kaelter als 5 Grad Celsius geworden ist. Nun 2
Teile z.B. 40g Zitronensaeuere langsam in die Loesung einruehren . Nach
einer weiteren halben Stunde im Eisfach entfernt man das Glas aus dem Eis
und laesst es fuer 24 Stunden stehen . Ein Deckel sollte das Glas
verschliessen . Nach einem Tag hat sich an der Oberflaeche eine
schaumartige Schicht gebildet die mittels Kaffeefilter abgefiltert und der
Filterinhalt durch uebergiessen mit klarem Wasser gereinigt werden sollte .
Die weissen Kristalle trocknen und kuehl lagern.

Anmerkungen :

Obwohl die Einschraenkungen die fuer Acetonperoxid gelten auch auf HMTD
zutreffen ,wenn auch in etwas geringerem Masse , die Ausbeute nicht so
gross ist , und die Substanz durch hoehere Temperaturen ( groesser 60 C )
schnell unwirksam wird , sollte HMTD dem Acetonperoxid aufgrund seiner
etwas geringeren Empfindlichkeit doch vorgezogen werden . Zudem sind fuer
die Herstellung wirksamer Zuendkapseln keine grossen Mengen noetig.

3) Bleiazid Engl. Lead azide
Bruttoformel : Pb(N3)2
Bleiblockausbauchung : 110 ccm
Detonationsgeschwindigkeit : 5180 m/sec bei 4g
pro ccm
Reibempfindlichkeit : 0,1 - 1 N Stiftbelastung
Explosion
Schlagempfindlichkeit : 3 - 6,5 Nm
Empfindlichkeit gegen Funken und Flamme :
Maessig

Benoetigte Ausgangssubstanzen : Quelle :

Bleinitrat Chemiehandel , Ausland


Natriumazid Chemiehandel , Ausland ,
Gasgeneratoren alter Airbags
Dextrin Chemiehandel

Herstellung :

In zwei Glasgefaesse werden gleiche Mengen warmen Wassers gefuellt , im
ersten Glas wird 1 Teil Natriumazid geloest im Zweiten 2 Teile Bleinitrat .
Wenn vorhanden gibt man 1 bis 2 % Dextrin hinzu um das Wachstum grosser
Kristalle zu vermeiden . Die beiden Loesungen werden zusammengeschuettet ,
fertig . Die Fluessigkeit nimmt sofort eine milchartige Farbe aus
gebildetem Bleiazid an ,das sich nach kurzer Zeit auf dem Boden des
Gefaesses ablagert . Die Fluessigkeit abschuetten und mehrmals durch Wasser
ersetzen . Aus Sicherheitsgruenden und weil Bleiazid sich an der Luft
langsam zersetzt wird es bis zur Verarbeitung unter Wasser gelagert .

Anmerkungen :

Bleiazid ist der am meisten verbreitete Sprengstoff fuer die Herstellung
von Zuendkapseln ,auch fuer den Pyrotechniker ist es der Stoff der Wahl
wann immer moeglich . Leider ist es Heutzutage fuer Privatpersonen kaum
noch moeglich die noetigen Ausgangsstoffe zu beschaffen , da durch eine der
ueblichen Gesetzesverschaerfungen in Deutschland der Verkauf an Privatleute
untersagt wurde . Uebrigens mit der Begruendung , in Zukunft wirksam zu
verhindern , das Personen die in der Lage waeren einige hundert Gramm
irgendwelcher Chemikalien zu erwerben , Saddam Hussein oder Gadaffi eine
Giftgasfabrik aufbauen . Eine dermassen kompetente , von so hohem Vertrauen
in die Bevoelkerung gekennzeichnete Politik kann nur unser aller Zustimmung
finden . Darum auch dieser Beitrag !

Nachdem wir nun einige der zur Herstellung von Zuendkapseln , welche zur
Erziehlung jeder Form von professioneller Performance unabdingbar sind ,
geeigneten Substanzen beschrieben haben , kommen wir jetzt zu den Chloraten
. Diese bieten in vielen verschiedenen Mischungen und Konsistenzen von
pulverfoermig ueber plastisch bis fest vielfaeltige Moeglichkeiten . Das
Ziel der Uebung soll sein zu guter letzt die fuer unsere Zwecke ,aus
Gruenden der Funktionalitaet wie der Sicherheit , am Besten geeignete
Substanz naemlich Kaliumperchlorat / KClO4 zu erhalten . Der erste
Schritt dazu besteht in der Herstellung von Kaliumchlorat / KClO3 .
Natuerlich besteht die Moeglichkeit Kaliumchlorat genauso wie
Natriumchlorat / NaClO3 direkt fuer die Zwecke der
Millisekunden-Pyrotechnik zu verwenden , da aber Gemische auf Chloratbasis
chemisch nicht so stabil sind wie die Perchlorate , was die Lebensdauer
einschraenkt und die Empfindlichkeit groesser ist , sollte man den Aufwand
treiben und Kaliumperchlorat herstellen .
So , wie kommen wir jetzt im ersten Schritt zum Kaliumchlorat ? Hierzu
stehen uns zwei Wege zur Verfuegung.
1) Elektrolytische Gewinnung von Kaliumchlorat aus Kaliumchlorid / KCl

Benoetigt werden :

Netzteil ,Gleichspannung , wenn moegl. Einstellbar 0 - 20V Strom 5 - 10A
Heizstab mit Thermostat
Thermometer
Batteriesaeuere
Glasgefaess
Kaliumchromat / K2CrO4 : Eine Chemikalie die in der Fototechnik zum
kuenstlichen Altern von Fotos eingesetzt wird , sollte in einschlaegigen
Fachgeschaeften zu bekommen sein . Unterdrueckt nascierenden Wasserstoff an
der Kathode, der die Ausbeute verringern wuerde.
Kaliumchlorid : Ein Wald und Wiesensalz das zu Millionen Tonnen in
Kaligruben abgebaut wird , ein Grossteil der Abraumhalden besteht daraus .
Wird auch als Diaetsalz verwendet und sollte in jeder Apotheke zu bekommen
sein .
Elektroden :
Kathode : Material Kupferblech
Anode : Im Profibereich werden Edelmetallelektroden aus Gold oder Platin
verwendet , diese sind aber geradezu unbezahlbar . Zum Glueck ist jedoch
Kohlenstoff als Anodenmaterial auch geeignet . Allerdings sind Kohlestaebe
aus Batterien ungeeignet , da sie zu poroes sind und sich schnell aufloesen
, ebenso steht es mit Bleistiftminen die nicht aus reinem Graphit bestehen
. Die moderne Materialforschung hat uns jedoch ein gut geeignetes Material
beschert das aus dem Rennsport stammt , naemlich Kohlefasern . Die
Bestaendigkeit scheint hoch zu sein , nach einstuendiger Elektrolyse
zeigten sich keinerlei Zerfallserscheinungen obwohl die einzelnen Fasern
sehr duenn sind . Kohlefaserband ist in Modellbaugeschaeften nicht allzu
teuer zu bekommen , damit lassen sich Elektroden beliebiger Groesse
herstellen .

Herstellung :

In einem Glasgefaess werden 20g Kaliumchlorid und 0,2g Kaliumchromat in
100 ml Wasser in der Waerme geloest . Man elektrolysiert bei ca 50 - 60 C
mit einer Stromdichte von 0,2A pro Quadratzentimeter beidseitiger
Elektrodenflaeche , bei 10 Quadratzentimetern also 4 A ( Spannung entspr.
Einstellen ). Zur Durchmischung und Aufrechterhaltung einer schwach saueren
Reaktion wird CO2 durch die Loesung geleitet ( Wahrscheinlich tun es auch
ein paar Tropfen Batteriesaeuere und umruehren ) . Nach 40 - 50
Amperestunde laesst man die Loesung erkalten wobei die Hauptmenge
KClO3ausfaellt . Fuer groessere Mengen sind die Dimensionen entsprechend zu
aendern.

2) Umsetzen von Natriumchlorat mit Kaliumchlorid zu Kaliumchlorat .

Benoetigt werden :
Natriumchlorat : Natriumchlorat ist der Hauptbestandteil des beliebten
Unkraut-Ex , ein Abfallprodukt der Chlor - Alkali Synthese das in grossen
Mengen in der Industrie anfaellt . Bedauerlicherweise scheint Unkraut - Ex
, vermutlich aufgrund der bundesdeutschen Sicherheits und / oder
Oekohysterie , aus dem Handel genommen worden zu sein . Im benachbarten
Ausland ist es jedoch quasi in jedem Supermarkt , in verschiedensten
Reinheitsgraden , in Frankreich bis zu 99% !!! zu bekommen.

Kaliumchlorid : Wie beschrieben.

Herstellung :

In einem Glas werden auf 0,1 L ca 105g Natriumchlorat geloest ( bei 20 C )
in einem zweiten auf 0,25 L ca 75g Kaliumchlorid . Die Mengenangaben sind
unkritisch und haengen auch von der Reinheit der Ausgangssubstanzen ab .
Beide Fluessigkeiten zusammenschuetten und im Kuehlschrank abkuehlen
lassen , das relativ schlecht loesliche Kaliumchlorat faellt dabei aus.

So , nachdem wir jetzt Kaliumchlorat herstellen koennen beschreibt der
naechste Schritt , den wir unbedingt empfehlen wollen , die Herstellung von
Kaliumperchlorat der wichtigsten pyrotechnischen Substanz fuer Blitz und
Knalleffekte ueberhaupt .

Benoetigt werden :

Netzteil , 0 - 20V / 5 -10 A
Glasgefaess
Schuessel
Batteriesaeuere
Elektroden :
Kathode : Kupferblech
Anode : Kohlefaserband
Kaliumchlorat / KClO3

Herstellung :

Als Elektrolyseloesung werden 12g KClO3 in 0,2 L Wasser geloest und mit
einigen Tropfen H2SO4 ( Batteriesaeuere ) angesaeuert . Um die Saettigung
aufrecht zu erhalten wird ein kleiner Leinenbeutel mit festem KClO3 in die
Loesung gehaengt . Als Elektroden dienen ein 10 Quadratzentimeter grosses
Stueck Kohlefaserband ( Anode ) und eine gleich grosse Kupferkathode die
sich in einem Abstand von ca 3cm gegenueberstehen . Man elektrolysiert bei
einer anodischen Stromdichte von ca 0,1 A pro Quadratzentimeter
beidseitiger Oberflaeche , also ca 2 A bei den gegebenen Dimensionen . Zur
Kuehlung stellt man das Elektrolysegefaess in Eis . Nach anfaenglicher O2 -
Entwicklung fallen bald KClO4 - Kristalle von der Anode herab . Nach 3
Stunden wird die Elektrolyse abgebrochen , der Kristallbrei bei moegl.
Tiefer Temperatur abgenutscht und aus heissem Wasser umkristallisiert.
(Danach abkuehlen lassen und abfiltrieren ) . Fuer groesser Mengen die
Dimensionierung entsprechend aendern .

Soweit so Gut . Jetzt haben wir die Moeglichkeit sowohl die noetigen
Initialsprengstoffe als auch einige gute Sauerstofftraeger herzustellen .
Bevor wir jetzt einige Gemische mit Kaliumperchlorat sowie die Herstellung
einer einfachen aber wirksamen Zuendkapsel besprechen , erst noch einige
Sicherheitstips zum Thema Chlorate .

Never to do :

1) Mischen von Chloraten mit : Saeuerehaltigen Stoffen da die
Gefahr der Bildung extrem empfindlicher Substanzen
oder Selbstentzuendung droht .
: Schwefel ( kann saeuerehaltig sein)
: Phosphor (Gemisch ist extrem empfindlich )
: Ammoniumnitrat ( Durch Kontakt
gebildetes Ammoniumchlorat ist
selbstentzuendlich )

2) Jede Form von mechanischer Bearbeitung / Belastung da alle !!! Gemische
auf Chlorat bzw Perchloratbasis mehr oder weniger Schlag und
Reibempfindlich sind .


Nun einige Gemische :

1) Blitzlichtpulver :

Zutaten : Kaliumperchlorat 70 % ( Gewicht )
Aluminiumpulver 30 %
( Magnesium )
Das Aluminiumpulver sollte von feinpulveriger grauer Struktur sein wie es
fuer pyrotechnische Zwecke oder in der Bausteineindustrie zum Aufschaeumen
von Isoliersteinen verwendet wird . Die silbrige , fuer Metalliclacke
verwendete Version ist aufgrund der Oberflaechenbeschichtung der einzelnen
Partikel( Phlegmatisierung ) mit Fett weniger geeignet .

Herstellung :

Das feingepulverte Kaliumperchlorat ( z.B. in der Kaffeemuehle ) wird
zusammen mit dem Aluminiumpulver in ein Plastikgefaess gefuellt und durch
vorsichtiges schuetteln gut durchmischt . Fertig . Blitzlichtpulver wurde
wie der Name schon sagt in der Steinzeit der Fototechnik als Fotoblitz
benutzt . Heute findet es vielfaeltige Verwendung z.B. in Lichteffekten
fuer Diskotheken , in auslaendischen Kanonenschlaegen ( in der BRD
selbstverst. verboten ) in den beliebten Vogelschreck - Pyropatronen
( Sehr empfehlenswert , in der BRD selbstverst. verboten , im Ausland z. B.
Belgien preiswert verfuegbar ) sowie in den Uebungsgranaten der Bundeswehr
. Es laesst sich sowohl mit als auch ohne Initialzuendung verwenden , als
Schiesspulverersatz in handelsueblichen Kanonenschlaegen steigert es die
Leistung enorm , es ist allerdings darauf zu achten das das verfuegbare
Huelsenvolumen nur zu ca 30% befuellt wird , der restliche Raum muss leer
bleiben . Initialgezuendet bewirkt eine damit gefuellte
Streichholzschachtel , die mittels einer aufgelegten Zuendkapsel abgetan
wird , wahre Wunder. Vorsicht , das Gemisch ist relativ empfindlich .

2) Cheddite :

Zutaten : Kaliumperchlorat ( Kaliumchlorat ) 90 %
Vaseline 10 %

Herstellung : Die Vaseline wird in Waschbenzin aufgeloest und die Loesung
ueber das feingepulverte Kaliumperchlorat geschuettet , das Ganze
vorsichtig durchmischt . Das Benzin verdunsten lassen , fertig . Man
erhaelt ein leicht broeseliges marzipanartiges Produkt , das formbar ist .
Die Lebensdauer des Gemisches ist zumindest wenn Kaliumchlorat verwendet
wurde nicht sonderlich hoch , es sollte also nicht lange gelagert werden .
Zur Zuendung muss eine Zuendkapsel verwendet werden .

3) Cheddite + :

Zutaten : Kaliumperchlorat ( Kaliumchlorat ) 80 %
Vaseline 5 %
Aluminiumpulver 15 %

Herstellung : Siehe Oben .

Zum Schluss noch ein Vorschlag zur Herstellung einer brauchbaren
Zuendkapsel .In duennes aber stabiles Plastikroehrchen z.B. von einem
Filzstift wird in Stuecke von ca 2,5 cm Laenge geschnitten . Eine
Wunderkerze , die als Zuendschnur dient , wird an ihrem vorderen Ende mit
einem Wickel aus einem ca 5 mm breiten Papierstreifen versehen und zwar so
das das Ganze genau in das Roehrchen passt . Die ersten 3 mm der
Wunderkerze bleiben frei . Wickel und Wunderkerze werden mittels Kleber (
UHU - Hart oder ein anderer Kleber der eine stabile !!! Befestigung
garantiert ) verklebt , auch die Spitze der Wunderkerze wird mit Klebstoff
bedeckt . Nun die Konstruktion in das Roehrchen kleben und warten bis der
Kleber ganz durchgetrocknet ist . Jetzt wird das Roehrchen irgendwo
eingespannt , da es nicht empfehlenswert ist es beim Befuellen in der Hand
zu halten . Nun das Roehrchen sehr !!!vorsichtig mit HMTD fuellen , einen
kleinen Wattepfropf o.ae. aufsetzen und vorsichtig , unter Verwendung
eines Holz oder Plastikstaebchens feststopfen . Eine Schutzbrille sowie ein
Gehoehrschutz sollten unbedingt getragen werden . Dann das Roehrchen mit
Klebstoff versiegeln . Bewaehrt hat sich auch eine Konstruktion bei der das
Roehrchen nur zu etwa der Haelfte mit HMTD gefuellt wird . Dann wird ein
kleines Stueck Frischhaltefolie ausgeschnitten , worauf eine dem
Restvolumen entsprechende Menge Blitzlichtpulver geschuettet wird und das
zu einem Beutel gefaltet in das Roehrchen gestopft wird . Ebenfalls mit
Kleber versiegeln.
Thats it , viel Spass .

Nachwort : Wir sind uns sicher das ein Beitrag wie dieser bei allen
Sicherheitshysterikern und Restriktionsfetischisten Heulen und
Zaehneklappern ausloesen wird . Nichtsdestotrotz muessen wir auf dem
grundgesetzlich garantierten Recht auf Informationsfreiheit bestehen .
Niemand hat das Recht Irgentjemandem irgendwelches Wissen , ganz gleich aus
welche Grund , vorzuenthalten .

Die Autoren


Anonymous

unread,
Apr 28, 1997, 3:00:00 AM4/28/97
to

David Domjahn

unread,
Apr 29, 1997, 3:00:00 AM4/29/97
to

On 28 Apr 1997 22:31:55 +0200, nob...@REPLAY.COM (Anonymous) wrote:


[...]

> Nachwort : Wir sind uns sicher das ein Beitrag wie dieser bei allen
>Sicherheitshysterikern und Restriktionsfetischisten Heulen und
>Zaehneklappern ausloesen wird . Nichtsdestotrotz muessen wir auf dem
>grundgesetzlich garantierten Recht auf Informationsfreiheit bestehen .

... sind aber zu feige, mit unserem Namen zu dem zu stehen, was wir
schreiben.

>Niemand hat das Recht Irgentjemandem irgendwelches Wissen , ganz gleich aus
>welche Grund , vorzuenthalten .
>
> Die Autoren


Jaja, alles klar!
Und warum steht Ihr dann nicht mit Eurem Namen zu dem, was Ihr
schreibt???

David

------------------
David Domjahn
76229 Karlsruhe

EMail: d...@heros.inka.de
Fax: +49 721/9465888

Andreas Ortlieb

unread,
Apr 29, 1997, 3:00:00 AM4/29/97
to d...@ubd.de

[Posted and mailed]

In article <3365213...@news.rz.uni-karlsruhe.de>,
d...@ubd.de (David Domjahn) writes:
Hallo,

> On 28 Apr 1997 22:31:55 +0200, nob...@REPLAY.COM (Anonymous) wrote:

[..]


> ... sind aber zu feige, mit unserem Namen zu dem zu stehen, was wir
> schreiben.

Das zweigt doch nur wie tief man hier schon gesunken ist.



>>Niemand hat das Recht Irgentjemandem irgendwelches Wissen , ganz gleich aus
>>welche Grund , vorzuenthalten .
>>
>> Die Autoren

> Jaja, alles klar!

> Und warum steht Ihr dann nicht mit Eurem Namen zu dem, was Ihr
> schreibt???

Thema verfehlt. Was haben denn gute Informationen und soweit ich das
beurteilen kann waren sie gut, mit deiner rein privaten vorliebe fuer
Realnamen
zu tun?

> David
Cu
* Andreas


--

Internet : Eu...@pga.dinoco.de
a.or...@edina.xnc.com PGP key available upon request
Fax : +49 2561-91371-8743


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