Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

So funktioniert der Gruene Punkt

3 views
Skip to first unread message

Angelo Schneider Betr.Prechelt

unread,
Jan 4, 1992, 11:22:04 AM1/4/92
to

Also:
Toepfer wollte/hat die Industrie ge/zw(i|u)ngen, ihren Muell selbst zu
ENTSORGEN. Der gruene Punkt hat NICHTS mit RECYCLING zu tun! Das wird
dem Verbraucher nur vorgegaukelt (GRUEN!!!). Das Duale System -- die Gesell-
schaft des ~ -- hat vor, eigene Muelltonnen aufzustellen. In diese sollen
alle VERPACKUNGEN mit dem GP. In fast allen Faellen werden (auf jeden Fall
in ALLEN Faelen waerend der naechsten paar JAHRE) diese Verpackungen nicht
RECYCELT! Sie wandern genauso auf dem Muell wie zuvor. Der einzige Unter-
schied ist, dass jetzt der Hersteller die Entsorgung auf der Halde zahlt.

Aeh, oh... nein... ich glaube der Kunde. Weil: GP == gut und gruen == gut
fuer die Umwelt == leider etwas teurer, siehe Umweltschutzpapier == ich will
nicht knausern, wenn es der Umwelt dient == Hersteller macht es noch teurer,
damit er auch mehr verdient == alle Produkte mit GP werden um mehr steigen,
als die eigentliche Entsorgung kostet. Alle verdienen mehr! Der Verbraucher
zahlt mehr! Die Umwelt geht noch schneller den Bach hinunter.

Fazit: Statt Muellgebuehren fuer die eigene Tonne zahlt man jetzt versteckte
Entsorgungsgebuehren.
Dem Kunden wird eingeredet sein Muell wuerde RECYCLED, WIE WILL MANN DENN
TATRAPACKS oder PAPPE/PLASTCK-Milchtueten RECYCELN? Man kann hoechstens
Parkbaenke daraus pressen!


angelo


--------------------------------------------------------------------------
* BOYKOTIERT DENN GRUENEN PUNKT
*** *** ang...@ira.uka.de | Angelo Schneider
******* Institut fuer Program- und | Edelsheimstr. 1
******* Datenstrukturen | D-7500 Karlsruh 1
******* Universitaet Karlsruhe TH | 0721-607840
** ** I found this opinion in "Spiegel"

Gerald Malitz

unread,
Jan 7, 1992, 1:09:17 PM1/7/92
to
In article <kmbnpc...@iraul1.ira.uka.de>, Angelo Schneider Betr.Prechelt writes:

> * BOYKOTIERT DENN GRUENEN PUNKT

So weit wuerde ich inzwischen auch fast gehen. Es ist derweil
aber auch nicht mehr ganz einfach, ihn zu meiden.

Fuer den gruenen Punkt wird kraeftig die Werbetrommel geruehrt. In
Braunschweig z. B. faehrt (mindestens) eine Strassenbahn fuer den
Gruenen Punkt. Das kann ja eigentlich nicht im Sinne des Erfinders
sein (vorausgesetzt er hatte den Umweltschutz im Sinn :-) :-( ), denn
jede Mark, die in die Werbung geht, ist fuer den Umweltschutz verloren.
(Alpia-Prinzip ;-) )

Ich habe bisher nur eine einzige Verpackung gesehen, auf die nicht
einfach nur der Punkt gebappt wurde. Die wurde allerdings nicht
kleiner, sondern groesser - um die bisherige Verpackung ohne GP kam
noch eine zweite mit Gruenem Punkt.

Summary: Besch***

Tschuess, Gerald.

--
// Gerald Malitz Nach dem Verschmutzungsgrad der Atmosphaere zu
\X/ Bolchentwete 4 urteilen, muessten wir in der zweiten Haelfte
3300 Braunschweig des zwanzigsten Jahrhunderts angekommen sein.
Voice: 0531 796832 Spock - Zurueck in die Gegenwart

Heinrich Seebauer

unread,
Jan 6, 1992, 7:51:37 AM1/6/92
to
In article <kmbnpc...@iraul1.ira.uka.de> ang...@i41s21.ira.uka.de (Angelo Schneider Betr.Prechelt) writes:

>Also:
> Toepfer wollte/hat die Industrie ge/zw(i|u)ngen, ihren Muell selbst zu
> ENTSORGEN. Der gruene Punkt hat NICHTS mit RECYCLING zu tun! Das wird
> dem Verbraucher nur vorgegaukelt (GRUEN!!!). Das Duale System -- die Gesell-
> schaft des ~ -- hat vor, eigene Muelltonnen aufzustellen. In diese sollen

> [...]

Wie verhaelt es sich denn jetzt eigentlich mit dem Recycling? Die RSAG
(Rhein-Sieg AbfallGesellschaft) verteilt jetzt (im Auftrage der Aktion
GRUENER PUNKT) gelbe Abfallsaecke und schreibt dazu:
"Recycling-Garantie fuer alle Produkte".

Kann man die Leute jetzt damit zum Recycling zwingen oder was?
Oder ist das einfach GELOGEN und folgenlos?

> * BOYKOTIERT DENN GRUENEN PUNKT

Klar, mann. Nur muss parallel dazu eine Informationskampagne laufen,
sonst wirft man uns (subjektiv zu recht) vor, dass wir gar nicht im
Sinne der Umwelt handeln. Aber zum anderen hat ein Boykott des G.P
noch andere Aspekte. Ich wuerde das ausdehnen und sagen: boykottiert
das gesamte etablierte Warenverteilsystem. Jetzt wird's naemlich
ernst mit dem Handeln. Und das heisst: baut ein alternatives
Versorgungsnetz auf.

Dies wird in der Tat notwendig, um nicht explosionsartig steigende
Entsorgungskosten (+ Umweltprobleme) ueber den Kaufpreis
mitzufinanzieren.

H.
--
/---S---\ Heinrich Seebauer
BARDE---Y-----BARDE Institut fuer Informatik Abteilung fuer Informatik IV
\---N---/ Roemerstr. 164, W-5300 Bonn 1, x228 / 550 223
\---C-/ dataflow - the better way

Matthias Urlichs

unread,
Jan 7, 1992, 3:21:27 PM1/7/92
to
In sub.umwelt, Artikel <SEEBAUER.9...@eos.informatik.uni-bonn.de>,
schreibt seeb...@eos.informatik.uni-bonn.de (Heinrich Seebauer):

< In article <kmbnpc...@iraul1.ira.uka.de> ang...@i41s21.ira.uka.de (Angelo Schneider Betr.Prechelt) writes:
<
< >Also:
< > Toepfer wollte/hat die Industrie ge/zw(i|u)ngen, ihren Muell selbst zu
< > ENTSORGEN. Der gruene Punkt hat NICHTS mit RECYCLING zu tun! Das wird
< > dem Verbraucher nur vorgegaukelt (GRUEN!!!). Das Duale System -- die Gesell-
< > schaft des ~ -- hat vor, eigene Muelltonnen aufzustellen. In diese sollen
< > [...]
<
< Wie verhaelt es sich denn jetzt eigentlich mit dem Recycling? Die RSAG
< (Rhein-Sieg AbfallGesellschaft) verteilt jetzt (im Auftrage der Aktion
< GRUENER PUNKT) gelbe Abfallsaecke und schreibt dazu:
< "Recycling-Garantie fuer alle Produkte".
<
< Kann man die Leute jetzt damit zum Recycling zwingen oder was?
< Oder ist das einfach GELOGEN und folgenlos?
<
Das ist sicher nicht gelogen, nur werden wiedermal massiv Tatsachen
verschwiegen.

- Es wird nicht garantiert, dass die Materialien wieder zu gleichwertigen
Produkten werden (aus einer Blechdose mit Colaresten kannst du keine neue
Dose machen),
- Es wird nicht garantiert, dass die Sachen nicht ein paar Jahrzehnte auf
Halde lagern, bis das Sortieren und Aufarbeiten wirtschaftlich wird,
- Es wird nicht garantiert, dass fuer die Recyclerei keine neuen
Umweltsauereien gemacht werden (Flaschen mit Natronlauge ausspuelen, einen
Haufen Energie ver(sch)wenden, etc.),
- ausserdem ist das Auffuellen von Loechern im Boden, zB beim Strassenbau,
im Grenzfall auch eine Art des Recyclings. :-(

< > * BOYKOTIERT DEN GRUENEN PUNKT


< Ich wuerde das ausdehnen und sagen: boykottiert
< das gesamte etablierte Warenverteilsystem. Jetzt wird's naemlich
< ernst mit dem Handeln. Und das heisst: baut ein alternatives
< Versorgungsnetz auf.
<

Die Alternativen bauen sich von selber auf, sobald das Verpacken in
irgendwelchem Bloedsinn so teuer wird, dass es sich wieder lohnt, den Kram
im Laden von grossen auf kleinere Behaelter umzufuellen. Die duerfen dann der
Hersteller bzw. der Kunde bei sich zuhause saubermachen und fuer denselben
Zweck wiederverwenden.
Das geht nicht ohne Werbung. Wie bringen wir den Toepfer dazu, Werbung fuer
den schwachsinnigen gruenen Punkt zu verbieten ? Der Mann hat ja nicht mal
gemerkt, dass im ersten Entwurf seines schoenen Gesetzes auch "thermische
Verwertung" (Klartext: Muellverbrennung) als Art des Recycling aufgefuehrt
war... In letzter Konsequenz stimmt das zwar, aber sinnvoll ist sowas wohl
nicht.

Zum Glueck gehen inzwischen einige vernuenftige Gemeinden dazu ueber,
den organischen Abfall getrennt zu sammeln und zu kompostieren.
Der Rest ist entweder Wertstoff (Papier, Glas) oder gehoert ueber kurz oder
lang verboten. Meiner Meinung nach.

--
Matthias Urlichs -- url...@smurf.sub.org -- url...@smurf.ira.uka.de /(o\
Humboldtstrasse 7 -- 7500 Karlsruhe 1 -- Germany -- +49-721-9612521 \o)/

Walter Mecky

unread,
Jan 7, 1992, 8:52:09 PM1/7/92
to
In article <SEEBAUER.9...@eos.informatik.uni-bonn.de> seeb...@eos.informatik.uni-bonn.de (Heinrich Seebauer) writes:
< > * BOYKOTIERT DENN GRUENEN PUNKT
< Klar, mann. Nur muss parallel dazu eine Informationskampagne laufen,
< sonst wirft man uns (subjektiv zu recht) vor, dass wir gar nicht im
< Sinne der Umwelt handeln. Aber zum anderen hat ein Boykott des G.P
< noch andere Aspekte. Ich wuerde das ausdehnen und sagen: boykottiert
< das gesamte etablierte Warenverteilsystem. Jetzt wird's naemlich
< ernst mit dem Handeln. Und das heisst: baut ein alternatives
< Versorgungsnetz auf.

Das brauchen wir nicht aufzubauen: es ist schon vorhanden. Die Bio-/
Naturkost-Laeden (und vermutlich auch die Dritte-Welt-Laeden) bilden mit
ihrem Grosshandel und den Erzeugern ein komplettes Warenverteilsystem.

Da es hier um Verpackungen geht, will ich die Tatsache, dass es (nur) im
Bioladen umweltvertraeglich erzeugte Lebensmittel gibt, nicht vertiefen.
Nur ein Satz:

Der Bioladen ist fuer Lebensmittel das
was das Fahrrad fuer den Verkehr ist!

Die Grosshaendler und Hersteller dieser Branche bemuehen sich schon seit
einigen Jahren, Verpackungen zu minimieren (viel Frischwaren koennen
ohne Verpackung in den Einkaufkorb gelegt werden). Ein weiterer grosser
Teil sind Mehrwegverpackungen (Milch, Joghurt, Brotaufstrich), der Rest
ist oft wenigstens Pappe oder Glas und kein Kunststoff.

Das Ganze hat natuerlich seinen Preis, den leider kaum jemand bereit ist
zu zahlen. Und dies, obwohl wir heute - gemessen am Einkommen - sehr
viel weniger Geld fuer Lebensmittel ausgeben als je zuvor.

--
__o Walter Mecky
_ \<,_ wal...@rent-a-guru.de or ...uunet!unido!mikros!walter
(_)/ (_) Phone: +49 6152 40813

Hans-Ch. Eckert

unread,
Jan 8, 1992, 5:18:48 AM1/8/92
to
Moin.

Es wird immer perverser mit dem Gruenen Punkt: Da kam doch heute bei
der Getraenkelieferung fuer's i-Cafe ein Kasten Jever, bei dem die
Flaschen in Sixpacks abgepackt waren (was immer das auch soll, wenn man
einen ganzen Kasten nimmt). Auf der Pappe vom Traeger war der Gruene
Punkt und es sind Pfandflaschen. D.h. der Gruene Punkt bezieht sich
einzig und allein auf die Pappe vom Traeger !!!
So stand dann auch nebeneinander "Pfandflaschen -- Der Gruene Punkt" :-(

Gruss,
RIPLEY

--
Hans-Ch. Eckert, Regensburger Str.2, W1000 Berlin 30, Germany
rip...@nostromo.sub.org, ..!unlisys.in-berlin.de!nostromo!ripley
Also: rip...@opal.cs.tu-berlin.de, ...!fub!tubopal!ripley

Holger Stegemann

unread,
Jan 11, 1992, 9:33:52 AM1/11/92
to
url...@smurf.sub.org (Matthias Urlichs) writes:
>[Was ueber Toepfer] Der Mann hat ja nicht mal

>gemerkt, dass im ersten Entwurf seines schoenen Gesetzes auch "thermische
>Verwertung" (Klartext: Muellverbrennung) als Art des Recycling aufgefuehrt

Na, fuer so dumm halte ich den Herrn dann doch wieder nicht! :-))

Holger.

--
------- This mail was generated by Human Mail System. -------
O[C=:%-{/]> hol...@esfra.sub.org
Holger Stegemann 10001...@compuserve.com
Staedelstr. 8, W-6000 Frankfurt 70 Tel. 069 / 619047 (Voice)

Sebastian Mix

unread,
Jan 13, 1992, 1:48:37 PM1/13/92
to
hol...@esfra.sub.org (Holger Stegemann) writes:
>Na, fuer so dumm halte ich den Herrn dann doch wieder nicht! :-))
Yep. Eher unverschaemt. Aber es bewahrheitet sich nur, was (leider von nicht
sehr vielen Leuten) befuerchtet wurde (und sich aus den Abfallbeseitigungs-
Vorschriften der Kommunen und Kreisen (v.a. Bayern) schon lange herauslesen
liess):
Es sollen auf Teufelkommraus sovielwieirgendmoeglich Abfallverbrennungsanlagen
gebaut werden. Wer sich wundert, wieso (denn der Betrieb (in oeffentlicher oder
kommunaler Hand) duerfte vor allem aufgrund zu erwartender noch schaerferer
Umweltschutzbestimmungen kaum profitabel sein (vgl. AKW's)), der rufe sich in
sein Gedaechtnis, dass ihr Bau ganz ordentlich von der oeffentlichen Hand
(dem Steuerzahler) subventioniert (hoffe korrekt) (vgl. AKW's) und das zu
erwartende Gesamtvolumen der Investitionen (mindestens) im 3stelligen
Milliardenbereich liegen duerfte (vgl. AKW's). Da duerfte fuer viele
(Elektrobranche, Bauwirtschaft, Grossanlagenbau, Transportbranche, vgl. AKW's)
ein Schnaeppchen zu machen sein.
Die Frage, ob dass oek. sinnvoll, ja ueberhaupt oekonomisch sinnvoll ist
(ausser fuer o.g. Gruppen), bleibt da natuerlich auf der Strecke).

--
--------------------------------------------------------------------------------
Sebastian Mix, Eichhornstr.5-6 Apt.222, D-1000 Berlin 30, T: (030) 262 1811 /(a\
cha...@cs.tu-berlin.de | char...@w250zrz.zrz.tu-berlin.de (no NeXTmail) \p)/
--------------------------------------------------------------------------------

0 new messages