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Wehrdienst verweigern ?

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Michael Steiger

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May 24, 1991, 2:34:48 PM5/24/91
to

OFFENER BRIEF DER WEHRPFLICHTFLUECHIGEN IN BERLIN
---------------------------------------------------

Mit Inkrafttreten der staatlichen Einheit Deutschlands und dem Rueckzug
der Alliierten hat Berlin/W. seinen millitaerischen Sonderstatus verloren.

Die Bundeswehr und das Bundesamt fuer Zivildienst sind dabei, so schnell
und effektiv wie moeglich die Voraussetzungen dafuer zu schaffen, auch in
Berlin die allgemeine Wehrpflicht umzusetzen.
Ausserdem nutzen sie ihre neuen Moeglichkeiten fuer einen Rachefeldzug
gegen die Gruppe der 50.000 sogenannten "Wehr- u. Zivildienstfluechtigen",
d.h. der Personen, die sich in den letzten Jahren durch Umzug nach Berlin
der Wehrueberwachung entzogen haben und juenger als 32 Jahre alt sind.
Rund 14.000 illegale Anhoerungsverfahren sind eingeleitet worden.
Die Kreiswehrersatzaemter ausserhalb Berlins sind nicht fuer die
Einberufungsverfahren von Wehrpflichtfluechtigen zustaendig.
Inzwischen sind die Kreiswehrersatzaemter Berlins arbeitsfaehig und haben
ihre Taetigkeit aufgenommen. Betroffen sind vorwiegend aeltere Jahrgaenge,
die, kurz bevor sie das Wehrpflichtigenalter ueberschreiten, einberufen
werden sollen.

Die Politische Lage:
--------------------
Die KSZE-Gipfelkonferenz in Paris hat den Kalten Krieg und die Teilung
Europas fuer beendet erklaert und umfangreiche Abruestungsmassnamen
beschlossen oder geplant. Innerhalb Europas gieb es keine sich drohend
gegenueberstehende Militaerbloecke mehr, mit der Folge, dass es auf dem
gesamten Kontinent zu viele Waffenarsenale und zu viele Soldaten giebt.

In Diesem Zusammenhang hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, ihre
Sollstaerke von ca. 500.000 auf 370.000 Soldaten zu verringern.
Zugleich hat sich ihr Rekrutierungsbereich erheblich vergroessert. All
das stellt die Bundeswehr vor organisatorische Probleme, so dass sich die
Frage nach dem Sinn der allgemeinen Wehrpflicht geradezu aufdraengt.
Die juengsten politischen Entwicklungen haben sowohl die Bundeswehr als
auch die allgemeine Wehrpflicht in die schwerste Legitimationskriese seit
ihrem Bestehen gestuerzt.

Was also soll in diesem Kontex die Jagd auf die Wehrpflichtfluechtigen in
Berlin ?
Es wirkt wie ein staatspolitischer Amoklauf, wenn trotz internationaler
Entspannung die letzte Fluchtburg der Kriegsdienstverweigerer zerstoert
wird und rund 500.000 Betroffene in die Illegalitaet getrieben werden
sollen.

Unsere konkrete Lage:
---------------------
Wir wollen an dieser Stelle veranschaulichen, dass der abfaellige Begriff
der "Drueckebergerei" fuer unseren Umzug nach Berlin voellig verfehlt ist:
Viele von uns sind nach mehreren, oft unter demuetigenden Bedingungen
durchgefuerten "Gewissenspruefungen" nach Berlin gegangen, manche trotz
schwebender Verfahren, andere nach endgueltiger, rechtskraeftiger
Ablehnung.

Wenn die Wehrpflichtbehoerden jetzt anfangen, die sog. "Wehrgerechtigkeit"
rein formal "durchzupeitschen", wiederspricht das in eklatanter Weise dem
Gleichheitsgebot:

1.) Bezueglich der Altersobergrenze werden gegenwaertig drei
unterschiedliche Reglungen gleichzeitig Praktiziert: Einberufen
wird je nachdem bis zum 25., 28. oder 32. Lebensjahr, wobei diese
letzte Obergrenze erst vor wenigen Jahren rueckwirkend eingefuehrt
wurde und nur bei uns "Wehr- bzw. Zivildienstfluechtigen" Anwendung
findet.

2.) Noch nie hat ein Staat alle zur Wehrpflicht herangezogen, stets
wurden Ausnahmen fuer Privilegierte oder Sonderfaelle gewaehrt.
Die einzige Moeglichkeit, Wehrgerechtigkeit herzustellen, besteht
in der Abschaffung der Wehrpflicht fuer alle.

Unsere Forderungen:
-------------------
Bei der gegenwaertigen aussen- und innenpolitischen Situation giebt es
fuer die Vorgehensweise der Behoerden keine Rechtfertigung. Das westliche
und oestliche Ausland blickt nicht nur voller Freude auf das wieder
zusammengewachsene Deutschland. Es war nicht reiner Zufall, dass sich die
Siegermaechte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges darauf verstaendigten,
gerade Berlin frei von deutschem Militaer und deutscher Wehrpflicht zu
halten.

- Wir fordern alle PolitikerInnen auf, ueber die Parteigrenzen hinweg,
ihren politischen und persoenlichen Einfluss dafuer einzusetzen, dass
die Jagd auf die Wehrpflichtfluechtigen in Berlin sofort eingestellt
wird.

- Wir fordern die Unverzuegliche Einstellung der Versendung neuer
" Anhoerungen " und die Zurueckname der schon zugestellten
Einberufungsverfahren.

- Wir fordern eine Volksbefragung ueber die Abschaffung der Wehrpflicht!

Wir appellieren an die Bevoelkerung, sich in dieser Situation mit uns
solidarisch zu erklaehren.
Fuer viele von uns wird die Zeit knapp, weil wir bereits
Einberufungsbescheide erhalten haben. Wir als Betroffene werden uns mit
den uns zur Verfuegung stehenden Mitteln zur Wehr setzen, um nicht Opfer
einer Entwicklung zu werden, die als eine "Friedliche Revolution"
begonnen hat.


Mit Uns gegen Wehrpflicht e.V., Kampagnenbuero, Badensche Str. 29,
1000 Berlin 31, Tel. (030) 862 13 31, in Zusammenarbeit mit der
Kuenstlergruppe "DER RISS", V.i.S.d.P.: Boris Born, Stephan Rauer,
Michael Seidler, Postlagerkarte 077600 C, Postamt 1000 Berlin 44.


Spenden:
--------
Stefan Woerthmueller, Spendenkonto gegen "Wehrpflicht", Post-giroamt
Berlin BLZ 100 100 10, Konto: 4118 50- 102, Stichwort Offener Brief

-------------------------------------------------------------------------
-------------------------------------------------------------------------
--
Michael Steiger ...!unido!fub!unlisys!akki!ms
An der Wildbahn 41 oder
1000 Berlin 27 m...@akki.UUCP
Tel: 431 98 89

Andreas Bewersdorff

unread,
May 25, 1991, 5:48:16 AM5/25/91
to
Hallo !

In <29...@akki.UUCP>, Michael Steiger writes:
() OFFENER BRIEF DER WEHRPFLICHTFLUECHIGEN IN BERLIN

Diesen Brief hat es bei uns vor ein paar Tagen schonmal lokal in bln.general
gegeben. Dort hatte ich darauf geantwortet, eine Entgegnung bekommen und
auf diese Entgegnung geantwortet. Um die Sache abzukuerzen werde ich gleich
alle drei Followups hier posten ...

mfG Andreas

--
| USODA | who will | ATARI PC TOS | Andreas Bewersdorff, an...@akb.in-berlin.de
| NNOGT | find the | AX TT | a...@opal.cs.tu-berlin.de, an...@netmbx.uucp
| ULITA | missing | AMIGA XT SUN | D-(W)1000 Berlin 12, Germany, Europe, Terra
| SMAXR | computer | AT |--------------------------------------------
| APCHI | ???????? | UNIX TI DOS | solutions: 6 correct, 4 to next puzzle ...

Andreas Bewersdorff

unread,
May 25, 1991, 5:52:02 AM5/25/91
to
Hallo !

In <29...@akki.UUCP>, Michael Steiger writes:

() Mit Inkrafttreten der staatlichen Einheit Deutschlands und dem Rueckzug
() der Alliierten hat Berlin/W. seinen millitaerischen Sonderstatus verloren.
() Die Bundeswehr und das Bundesamt fuer Zivildienst sind dabei, so schnell
() und effektiv wie moeglich die Voraussetzungen dafuer zu schaffen, auch in
() Berlin die allgemeine Wehrpflicht umzusetzen.
^^^^^^
Westberlin !
In Ostberlin hat es auch bisher schon (illegalerweise) eine Wehrpflicht gegeben.

() ... Rachefeldzug ...
() ... Jagd auf die Wehrpflichtfluechtigen ...
() ... staatspolitischer Amoklauf ...
() ... die letzte Fluchtburg der Kriegsdienstverweigerer ...
() ... rund 500.000 Betroffene in die Illegalitaet getrieben ...

Bei einer sachlichen Diskussion mache ich gerne mit. Aber bitte sachlich
und ohne Uebertreibungen. Man koennte bei solchen Schlagworten fast denken,
dass es in Deutschland keine Moeglichkeiten gaebe, den Wehrdienst (nicht
Kriegsdienst; wenn es einen Krieg gibt, dann ist jeder davon betroffen)
zu verweigern. Ausserdem moechte ich bezweifeln, dass von den ca. 2.2 Mio.
Einwohnern von Westberlin (oder auch von den 3.3 Mio. insgesamt) so viele
betroffen sind. Frauen, Kinder und aeltere Leute fallen weg, sowie alle
ueber 32 Jahre und auch alle 'Nichtfluechtigen' ueber 25/28 Jahre.

Wenn es bisher einen Sonderstatus gegeben hat, dann haben die Leute bisher
Glueck gehabt, aber die Aenderung des Status kann nicht bewirken, dass
ploetzlich im Nachhinein bestimmte Sachen illegal werden. Entweder war es
legal, dann ist es auch jetzt legal; oder es war illegal und konnte bloss
nicht verfolgt werden, dann ist es jetzt auch nicht 'illegaler' als vorher.

() Wir wollen an dieser Stelle veranschaulichen, dass der abfaellige Begriff
() der "Drueckebergerei" fuer unseren Umzug nach Berlin voellig verfehlt ist:
() Viele von uns sind nach mehreren, oft unter demuetigenden Bedingungen
() durchgefuerten "Gewissenspruefungen" nach Berlin gegangen, manche trotz
() schwebender Verfahren, andere nach endgueltiger, rechtskraeftiger
() Ablehnung.

Und wo bleibt nun die 'Veranschaulichung' ? Gerade das, was Du hier schreibst
(dass viele Leute trotz schwebender Verfahren oder endgueltiger Ablehnung nach
Berlin verbotenerweise 'umgezogen' sind), hoert sich nach Drueckebergerei an !

() 1.) Bezueglich der Altersobergrenze werden gegenwaertig drei
() unterschiedliche Reglungen gleichzeitig Praktiziert: Einberufen
() wird je nachdem bis zum 25., 28. oder 32. Lebensjahr, wobei diese
() letzte Obergrenze erst vor wenigen Jahren rueckwirkend eingefuehrt
() wurde und nur bei uns "Wehr- bzw. Zivildienstfluechtigen" Anwendung
() findet.

Also wurde die Altersgrenze nicht extra heraufgesetzt, weil man wusste, dass
man dadurch jetzt auch die Berliner erwischen kann, sondern weil fuer 'Wehr-
fluechtlinge' ganz allgemein ein hoeheres Hoechstalter gehoert als im Normal-
fall.

() 2.) Noch nie hat ein Staat alle zur Wehrpflicht herangezogen, stets
() wurden Ausnahmen fuer Privilegierte oder Sonderfaelle gewaehrt.
() Die einzige Moeglichkeit, Wehrgerechtigkeit herzustellen, besteht
() in der Abschaffung der Wehrpflicht fuer alle.

OK, dann lass uns ueber Sinn oder Unsinn der Abschaffung sprechen. Aber eine
nicht hundertprozentige Wehrgerechtigtkeit ist kein Argument dafuer, gar keine
Wehrgerechtigkeit zu versuchen.

() Bei der gegenwaertigen aussen- und innenpolitischen Situation giebt es
() fuer die Vorgehensweise der Behoerden keine Rechtfertigung.

Doch : Solange es die Wehrpflicht gibt, kann/darf kein Verantwortlicher selb-
staendig entscheiden, willkuerlich und ohne gesetzliche Grundlage bestimmte
Gruppen nicht mehr einzuziehen. Man kann versuchen, dass die Gesetze geaendert
werden, aber man kann nicht fordern, dass die Verantwortlichen gegen die
Gesetze verstossen. Sonst koennte naemlich ein Verantwortlicher ploetzlich
auch die Verweigerung generell ablehnen und keine Pruefungen mehr zulassen.
Und DAS will wohl niemand, oder ?

Gegen Gesetze verstossen, wenn es zu Euren Gunsten ist: JA, aber wenn es
gegen Euch ist: NEIN ??? Irgendwie unlogisch ...

() Das westliche
() und oestliche Ausland blickt nicht nur voller Freude auf das wieder
() zusammengewachsene Deutschland. Es war nicht reiner Zufall, dass sich die
() Siegermaechte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges darauf verstaendigten,
() gerade Berlin frei von deutschem Militaer und deutscher Wehrpflicht zu
() halten.

Das hatte wohl wenig damit zu tun, ob Wehrdienstverweigerer die Moeglichkeit
haben sollten, sich nach Berlin abzusetzen. Du solltest dann mal die Argumente
nennen, die sie dafuer hatte und die Du jetzt anfuehren willst. Oder sind das
bloss Vermutungen ? Ausserdem haben sich sowieso nicht alle Siegermaechste
daran gehalten ...


Und jetzt noch kurz zu dem Teil, ueber den man sinnvoll diskutieren kann/soll :

() In Diesem Zusammenhang hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, ihre
() Sollstaerke von ca. 500.000 auf 370.000 Soldaten zu verringern.
() Zugleich hat sich ihr Rekrutierungsbereich erheblich vergroessert. All
() das stellt die Bundeswehr vor organisatorische Probleme, so dass sich die
() Frage nach dem Sinn der allgemeinen Wehrpflicht geradezu aufdraengt.
() Die juengsten politischen Entwicklungen haben sowohl die Bundeswehr als
() auch die allgemeine Wehrpflicht in die schwerste Legitimationskriese seit
() ihrem Bestehen gestuerzt.
() ...
() - Wir fordern eine Volksbefragung ueber die Abschaffung der Wehrpflicht!

zur Bundeswehr allgemein : Auch wenn keine Bundeswehr mehr noetig ist, um sich
gegen den 'boesen Osten' (Osteuropa) zu verteidigen, so ist doch noch nicht
gleich die ganze Welt friedlich. Man weiss z.B. heute nicht, wie die Entwick-
lung in der UdSSR weitergehen wird (ein Teil davon gehoert auch zu Europa :-)
Ausserdem ist es noetig, in irgendeiner Form bewaffnet zu bleiben, sei es als
Teil der Uno (wenn sie mal etwas zu sagen haette :-) sei es als gemeinsame
europaeische Streitkraefte. Und wenn die Bundeswehr aufgeloest werden sollte,
muessten etliche andere Dienste verstaerkt werden (z.B. fuer Sondertransporte
wie sie zur Zeit fuer die Kurden oder fuer Opfer von Naturkatastrophen durch-
gefuehrt werden).

zur Wehrpflicht : Ich halte es fuer besser, eine Wehrpflicht zu haben als nur
ein freiwilliges Militaer. Durch eine Wehrpflicht kann sichergestellt werden,
dass wirklich 'das Volk' vertreten ist und nicht bloss diejenigen, die gerne
'Rambo spielen' wollen sowie diejenigen, die wegen fehlender anderer Arbeit
froh sind, ueberhaupt einen Job zu haben und zu allem 'Ja und Amen' sagen.
In welcher Form man das durchfuehrt, bleibt dabei noch zu diskutieren, wenn
man mal genaue Angaben zu den Anzahlen benoetigter und altersmaessig verfueg-
barer Personen hat. Eine der Moeglichkeiten waere dann z.B. ein Losverfahren,
bei dem jeder zweite oder x-te ausgelost wird. Besser als eine Freiwilligen-
armee von Berufssoldaten, die dann einen eigenen 'Berufsstand zeitlebens'
bilden wuerden und unabhaengig von der Bevoelkerung waeren, ist es allemal ...

Andreas Bewersdorff

unread,
May 25, 1991, 6:13:38 AM5/25/91
to
[ Das folgende war eine Antwort auf mein Posting, auf das ich schon wieder ]
[ eine Antwort geschrieben habe. Deshalb reposte ich das hier, damit meine ]
[ Antwort nicht ohne Zusammenhang in sub.politik erscheint ... Andreas ]

From: woks...@mailgzrz.tu-berlin.de (Wolfgang Ksoll)
Newsgroups: bln.general
Message-ID: <6...@mailgzrz.tu-berlin.de>
Date: 20 May 91 14:54:07 GMT
Organization: Technical University of Berlin, Germany

In article <A0b5...@akb.in-berlin.de> lime.in-berlin.de!akb.in-berlin.de!anson writes:
>Hallo !
>
>In <29...@akki.UUCP>, Michael Steiger writes:
>() Mit Inkrafttreten der staatlichen Einheit Deutschlands und dem Rueckzug
>() der Alliierten hat Berlin/W. seinen millitaerischen Sonderstatus verloren.
>() Die Bundeswehr und das Bundesamt fuer Zivildienst sind dabei, so schnell
>() und effektiv wie moeglich die Voraussetzungen dafuer zu schaffen, auch in
>() Berlin die allgemeine Wehrpflicht umzusetzen.
> ^^^^^^
>Westberlin !
>In Ostberlin hat es auch bisher schon (illegalerweise) eine Wehrpflicht gegeben.

Ich finde es empoerend, dass sich nach 45-jaehriger Abstinenz westdeutsches
Militaer in Westberlin etabliert. In einer Zeit, in der die Ostgermanen eine
gewaltfreie Revolution hinlegen und sich von vielen Vormuendern befreien,
haben die Westgermanen nichts besseres zu tun, als Berlin aufzuruesten und
zu militarisieren.


>() ... Rachefeldzug ...
>() ... Jagd auf die Wehrpflichtfluechtigen ...
>() ... staatspolitischer Amoklauf ...
>() ... die letzte Fluchtburg der Kriegsdienstverweigerer ...
>() ... rund 500.000 Betroffene in die Illegalitaet getrieben ...
>
>Bei einer sachlichen Diskussion mache ich gerne mit. Aber bitte sachlich
>und ohne Uebertreibungen. Man koennte bei solchen Schlagworten fast denken,

...
Die Anzahl von 500.000 halte ich auch fuer uebertrieben, aber bei dem
Rest bin ich nicht der Meinung, dass es mehr als noetig unsachlich ist.
Ich bin auch der Meinung, dass da staaspolitische Unvernunft am Werk ist.
Wie jede andere Verwaltung auch sollte sich die Bundeswehrverwaltung am
Gebot der Verhaeltnismaessigkeit orientieren. Welchen Vorteil erwartet
man sich denn fuer die Landesverteidigung, wenn man unmotivierte alte
Saecke zur Bundeswehr heranzieht, wenn gleichzeitig Frischfleisch als
Kanonenfutter im Ueberschuss zur Verfuegung steht? Ich glaube auch, dass
da alte Rechnungen beglichen werden sollen. Warum gibt es nicht auch hier eine
Amnestie, wenn im Osten ueber Amnestien fuer ganz andere Delikte diskutiert
werden ?


...
>
>() Das westliche
>() und oestliche Ausland blickt nicht nur voller Freude auf das wieder
>() zusammengewachsene Deutschland. Es war nicht reiner Zufall, dass sich die
>() Siegermaechte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges darauf verstaendigten,
>() gerade Berlin frei von deutschem Militaer und deutscher Wehrpflicht zu
>() halten.
>
>Das hatte wohl wenig damit zu tun, ob Wehrdienstverweigerer die Moeglichkeit
>haben sollten, sich nach Berlin abzusetzen. Du solltest dann mal die Argumente
>nennen, die sie dafuer hatte und die Du jetzt anfuehren willst. Oder sind das
>bloss Vermutungen ? Ausserdem haben sich sowieso nicht alle Siegermaechste
>daran gehalten ...

Ich fuer meinen Teil moechte die Rote Armee nicht als Masstab meiner
Beurteilung heranziehen. Ausserdem ist mir "nicht alle" zu abstrakt. Die
Amerikaner, Franzosen und Englaender waren immer bedacht, in Westberlin
keine germanischen, militaristischen Bestrebungen aufkommen zu lassen, oder?


>
>
>Und jetzt noch kurz zu dem Teil, ueber den man sinnvoll diskutieren kann/soll :

Hast Du vorher Unsinn erzaehlt? ;-)

>
>() - Wir fordern eine Volksbefragung ueber die Abschaffung der Wehrpflicht!

Zustimmung.

>
>zur Bundeswehr allgemein : Auch wenn keine Bundeswehr mehr noetig ist, um sich
>gegen den 'boesen Osten' (Osteuropa) zu verteidigen, so ist doch noch nicht
>gleich die ganze Welt friedlich. Man weiss z.B. heute nicht, wie die Entwick-
>lung in der UdSSR weitergehen wird (ein Teil davon gehoert auch zu Europa :-)

Ah, da kommt sie wieder: Die Bedrohung aus dem Osten. Wahrscheinlich ist der
wirtschaftliche Niedergang in der Sowjetunion ein Taeuschungsmanoever der
Russen, um uns in Sicherheit zu wiegen, damit wir unvorbereitet sind wenn
die roten Horden hinter dem Ural wieder hervorkommen. Wahrscheinlich sind
die Versorgungsengpaesse im letzten Winter eine vom KGB gesteuerte Propaganda-
aktion. Na ja, wir Wessies muessen ja nicht unsere Ideologie aendern, wenn
die anderen Revolution machen ...

>Ausserdem ist es noetig, in irgendeiner Form bewaffnet zu bleiben, sei es als
>Teil der Uno (wenn sie mal etwas zu sagen haette :-) sei es als gemeinsame
>europaeische Streitkraefte. Und wenn die Bundeswehr aufgeloest werden sollte,
>muessten etliche andere Dienste verstaerkt werden (z.B. fuer Sondertransporte
>wie sie zur Zeit fuer die Kurden oder fuer Opfer von Naturkatastrophen durch-
>gefuehrt werden).

Fuer was um alles in der Welt, muessen mitten in Europa ueber 200000
germanische Infanteristen unter Waffen gehalten werden? In Californien
kommt auch keiner auf die Idee, den Kampf gegen die Oststaatler zu ueben.
Zur Verstaerkung der anderen Dienste: gerne.
Es ist wesentlich billiger, ein paar Dutzend Hercules oder andere Fracht-
flugzeuge fuer humanitaere Zwecke beizuhalten, als die ganze Toetungs-
maschinerie, die wir jetzt haben (Tornados, Leoparden, Nah- und Mittelstrecken-
raketen [ich glaube letztere lassen sich auch schwer umruesten fuer einen
positiven Zweck]).


>
>zur Wehrpflicht : Ich halte es fuer besser, eine Wehrpflicht zu haben als nur
>ein freiwilliges Militaer. Durch eine Wehrpflicht kann sichergestellt werden,
>dass wirklich 'das Volk' vertreten ist und nicht bloss diejenigen, die gerne
>'Rambo spielen' wollen sowie diejenigen, die wegen fehlender anderer Arbeit
>froh sind, ueberhaupt einen Job zu haben und zu allem 'Ja und Amen' sagen.
>In welcher Form man das durchfuehrt, bleibt dabei noch zu diskutieren, wenn
>man mal genaue Angaben zu den Anzahlen benoetigter und altersmaessig verfueg-
>barer Personen hat. Eine der Moeglichkeiten waere dann z.B. ein Losverfahren,
>bei dem jeder zweite oder x-te ausgelost wird. Besser als eine Freiwilligen-
>armee von Berufssoldaten, die dann einen eigenen 'Berufsstand zeitlebens'
>bilden wuerden und unabhaengig von der Bevoelkerung waeren, ist es allemal ...

Gut, Deine Stimme fuer die Wehrpflicht haben wir. Falls mich einer fragt,
werde ich dagegen stimmen. Ich glaube das Beispiel Golfkrieg hat gezeigt,
dass Berufarmeen sehr wohl in der Lage sind, militaerische Jobs auszufuehren.
In Vietnam sind die Amerikaner auch durch Einsatz von Wehrpflichtigen nicht
zu ihren Zielen gekommen.

Am Rande: Ich habe meiner Wehrpflicht genuege getan. Ich war 10 Jahre
beim Katastrophenschutz des Roten Kreuzes.
>
> mfG Andreas

Wolfgang Ksoll woks...@w104zrz.zrz.tu-berlin.de

--

Andreas Bewersdorff

unread,
May 25, 1991, 6:18:44 AM5/25/91
to
[ und hier mein Followup auf den Artikel von woks4000 (Wolfgang Ksoll) ]
[ den ich schonmal in bln.general gepostet hatte ... Andreas ]


Hallo !

In <6...@mailgzrz.tu-berlin.de>, Wolfgang Ksoll writes:
VV
() In article <A0b5...@akb.in-berlin.de> lime.in-berlin.de!akb.in-berlin.de!anson writes:
() V
() >In <29...@akki.UUCP>, Michael Steiger writes:
() >VV
() >()
wir schachteln :-)

() Ich finde es empoerend, dass sich nach 45-jaehriger Abstinenz westdeutsches
() Militaer in Westberlin etabliert. In einer Zeit, in der die Ostgermanen eine
() gewaltfreie Revolution hinlegen und sich von vielen Vormuendern befreien,
() haben die Westgermanen nichts besseres zu tun, als Berlin aufzuruesten und
() zu militarisieren.

Wenn Berlin jetzt offiziell ein vollkommen gleichberechtigter Teil Deutschlands
sein will, dann gelten dementsprechend auch (zumindest zunaechst) alle Gesetze,
die auch in der uebrigen Bundesrepublik gelten. Man kann zwar versuchen, diese
Gesetze zu aendern, aber eine 'Empoerung' ueber eine Gleichbehandlung ist wohl
uebertrieben.

Solche Worte wie 'Westgermanen', 'Ostgermanen', 'germanischer Militarismus'
hoeren sich zwar ganz lustig an, dienen aber nicht unbedingt einer sachlichen
Diskussion. Das ganze wirkt dann wie ein Gespraech ueber Asterix und Obelix :-)

() >() ... Rachefeldzug ...
() >() ... Jagd auf die Wehrpflichtfluechtigen ...
() >() ... staatspolitischer Amoklauf ...
() >() ... die letzte Fluchtburg der Kriegsdienstverweigerer ...
() >() ... rund 500.000 Betroffene in die Illegalitaet getrieben ...
() >
() >Bei einer sachlichen Diskussion mache ich gerne mit. Aber bitte sachlich
() >und ohne Uebertreibungen. Man koennte bei solchen Schlagworten fast denken,
() ...
() Die Anzahl von 500.000 halte ich auch fuer uebertrieben, aber bei dem
() Rest bin ich nicht der Meinung, dass es mehr als noetig unsachlich ist.
naja, zumindest ist es nicht konstruktiv ...
() Ich bin auch der Meinung, dass da staaspolitische Unvernunft am Werk ist.
() Wie jede andere Verwaltung auch sollte sich die Bundeswehrverwaltung am
() Gebot der Verhaeltnismaessigkeit orientieren. ...
() ... Warum gibt es nicht auch hier eine
() Amnestie, wenn im Osten ueber Amnestien fuer ganz andere Delikte diskutiert
() werden ?

OK, darueber koennte man reden. Hat schon mal jemand den Vorschlag gemacht ?
Bisher wurde (in Postings und Gespraechen) immer nur dagegen protestiert, dass
in Berlin jetzt auch die Wehrpflicht gilt, aber dies ist das erste Mal, dass
ich hoere/lese, dass die betroffenen nicht 'unschuldig verfolgt' werden ...
'Jagd' und 'Fluchtburg' ist destruktive Kritik, mit der man keine Verantwort-
lichen ueberzeugen kann. 'Amnestie' ist konstruktiv und koennte einen Kompromiss
bedeuten zwischen der Durchsetzung der Wehrpflicht in ganz Deutschland und der
'Bewaeltigung' des in den vergangenen Jahren eingetretenen Zustands.

() >() ... Es war nicht reiner Zufall, dass sich die
() >() Siegermaechte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges darauf verstaendigten,
() >() gerade Berlin frei von deutschem Militaer und deutscher Wehrpflicht zu
() >() halten.
() >
() >Das hatte wohl wenig damit zu tun, ob Wehrdienstverweigerer die Moeglichkeit
() >haben sollten, sich nach Berlin abzusetzen. Du solltest dann mal die Argumente
() >nennen, die sie dafuer hatte und die Du jetzt anfuehren willst. Oder sind das
() >bloss Vermutungen ? Ausserdem haben sich sowieso nicht alle Siegermaechste
() >daran gehalten ...
()
() Ich fuer meinen Teil moechte die Rote Armee nicht als Masstab meiner
() Beurteilung heranziehen.
Ich auch nicht :-)
() Ausserdem ist mir "nicht alle" zu abstrakt.

Genau das war mir die Formulierung von Michael auch :
'... nicht reiner Zufall, dass sich die Siegermaechte ...'
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^? ^^^!!!
Deshalb hatte ich die Ergaenzung ('drei' statt 'die') geschrieben und nach
Argumenten gefragt, weshalb es kein reiner Zufall war. Ich selber glaube dabei
natuerlich auch an keinen Zufall oder dass der entsprechende Absatz von alleine
aufs Papier gekommen ist :-) aber ich sehe dabei keinen Grund, der etwas mit
der aktuellen Diskussion zu tun hat. Ich vermute naemlich, dass die UdSSR es
vermeiden wollte, mitten in ihrer Besatzungszone deutsches Militaer zu haben.
Die Absichten der drei anderen Siegermaechte schreibst Du selber (siehe unten)
und spaeter konnten sie dann nicht gegen die Vertraege verstossen und ebenfalls
(west)deutsches Militaer in Berlin erlauben als in Ostberlin die Wehrpflicht
eingefuehrt wurde.

() Die Amerikaner, Franzosen und Englaender waren immer bedacht, in Westberlin
() keine germanischen, militaristischen Bestrebungen aufkommen zu lassen, oder?

Ja, 1945 ! Aber die heutige Bundeswehr halte ich weder fuer eine germanische
Einrichtung (die saufen vielleicht genauso, aber keinen Met :-) noch fuer eine
militaristische Einrichtung. (Fremdwoerterduden: Militarismus = Vorherrschen,
Ueberbetonung militaerischer Gesinnung; starker militaerischer Einfluss auf
die Politik) Deshalb sollte Michael erklaeren, was er meint ...

() >Und jetzt noch kurz zu dem Teil, ueber den man sinnvoll diskutieren kann/soll :
() Hast Du vorher Unsinn erzaehlt? ;-)

:-( Nein, aber auf die konstruktive Idee 'Amnestie' war ich nicht gekommen und
eine Diskussion ueber 'Jagd auf Fluchtburgen' halte ich nicht fuer sinnvoll.
Du etwa ? :-)

() >zur Bundeswehr allgemein : Auch wenn keine Bundeswehr mehr noetig ist, um sich
() >gegen den 'boesen Osten' (Osteuropa) zu verteidigen, so ist doch noch nicht
() >gleich die ganze Welt friedlich. Man weiss z.B. heute nicht, wie die Entwick-
() >lung in der UdSSR weitergehen wird (ein Teil davon gehoert auch zu Europa :-)
()
() Ah, da kommt sie wieder: Die Bedrohung aus dem Osten. Wahrscheinlich ist der
() wirtschaftliche Niedergang in der Sowjetunion ein Taeuschungsmanoever ...
() [ verfehlte Ironie geloescht ]

Die Wirtschaftskatastrophe halte ich natuerlich auch nicht fuer ein Taeuschungs-
manoever. Aber ich glaube ebensowenig, dass es *keinerlei* militaerische
Bedrohung aus dieser Richtung mehr geben *kann*. Man braucht sich dazu bloss
mal anzusehen, was in den drei baltischen Staaten los war als sie dort etwas
zuviel Demokratie und Selbstaendigkeit wollten. Da kam gleich wieder das
Militaer ! Das ist zwar keine akute Bedrohung fuer uns, aber ganz entwaffnen
sollte man sich selber (noch) nicht !!! Ausserdem kann sich mit jedem Wechsel
der fuehrenden Regierungspersoenlichkeiten sofort wieder alles aendern.
Gerade bei den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen ist dort leicht mal
ein Wechsel moeglich, wenn ein 'starker Mann' kommt, der verspricht, alle
Probleme zu loesen zu koennen.

() >Ausserdem ist es noetig, in irgendeiner Form bewaffnet zu bleiben, sei es als
() >Teil der Uno (wenn sie mal etwas zu sagen haette :-) sei es als gemeinsame
() >europaeische Streitkraefte. ...
()
() Fuer was um alles in der Welt, muessen mitten in Europa ueber 200000
() germanische Infanteristen unter Waffen gehalten werden? In Californien
() kommt auch keiner auf die Idee, den Kampf gegen die Oststaatler zu ueben.

Das ist wohl leicht daneben :-) Wenn Du schon einen Vergleich mit Californien
machen willst, dann ginge das nur, wenn niemand aus Californien zum Militaer
ginge. Und ich glaube nicht, dass es irgendeinen Staat in den USA gibt, aus
dem niemand kommt ... Ich habe naemlich nie behauptet, wir muessten eine Armee
in Berlin stehen haben, um gegen Ostdeutschland zu kaempfen (Deine Analogie ?!)
sondern im Gegenteil, dass es nur in einem europaweiten oder sogar weltweiten
Rahmen sein sollte. Dein Vergleich ist also kein Einwand dagegen, dass Einwohner
Deutschlands (incl. Berlin) zum Militaer gehen und/oder irgendwo stationiert
und eingesetzt werden.

() >zur Wehrpflicht : Ich halte es fuer besser, eine Wehrpflicht zu haben als nur
() >ein freiwilliges Militaer. Durch eine Wehrpflicht kann sichergestellt werden,
() >dass wirklich 'das Volk' vertreten ist und nicht bloss diejenigen, die gerne
() >'Rambo spielen' wollen sowie diejenigen, die wegen fehlender anderer Arbeit
() >froh sind, ueberhaupt einen Job zu haben und zu allem 'Ja und Amen' sagen.
() >[...] Besser als eine Freiwilligen-
() >armee von Berufssoldaten, die dann einen eigenen 'Berufsstand zeitlebens'
() >bilden wuerden und unabhaengig von der Bevoelkerung waeren, ist es allemal ...
()
() Gut, Deine Stimme fuer die Wehrpflicht haben wir. Falls mich einer fragt,
() werde ich dagegen stimmen. Ich glaube das Beispiel Golfkrieg hat gezeigt,
() dass Berufarmeen sehr wohl in der Lage sind, militaerische Jobs auszufuehren.
() In Vietnam sind die Amerikaner auch durch Einsatz von Wehrpflichtigen nicht
() zu ihren Zielen gekommen.

Ich sehe bei einem Berufsheer von (Langzeit-)Freiwilligen die Gefahr, dass
so etwas in Militarismus (Definition siehe oben) ausarten kann. Es gibt in
anderen Laendern genug Beispiele fuer ein Militaer mit starkem Einfluss auf
Politik und Regierung, sowie etliche Militaerdiktaturen. Deutschland wuerde
durch ein Berufsheer nicht sofort eine Militaerdiktatur werden :-) aber man
sollte auch nicht freiwillig den ersten Schritt machen zu einem staerkeren
Einfluss des Militaers, z.B. auf die Politik, aber auch im allgemeinen. Die
zur Zeit fehlende Trennung von Militaer und 'restlicher Bevoelkerung' halte
ich fuer gut.

() Am Rande: Ich habe meiner Wehrpflicht genuege getan. Ich war 10 Jahre
() beim Katastrophenschutz des Roten Kreuzes.

Ich bin seit meiner Geburt Berliner und es gab deshalb keine Notwendigkeit,
mir detaillierte Gedanken zu Verweigerung und aehnlichem zu machen. Ich haette
sonst vielleicht eine aehnliche Arbeit als Alternative zum Militaer gesucht.

mfG Andreas

Axel Krueger

unread,
May 25, 1991, 4:02:34 PM5/25/91
to
m...@akki.UUCP (Michael Steiger) writes:


> OFFENER BRIEF DER WEHRPFLICHTFLUECHIGEN IN BERLIN
> ---------------------------------------------------

>In Diesem Zusammenhang hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, ihre


>Sollstaerke von ca. 500.000 auf 370.000 Soldaten zu verringern.

Ich habe neulich mal im Radio gehoert, das es 500'000 Leute gibt, die ein-
gezogen werden, aber nur 130'000 genommen werden koennen. Der Rest soll ein
Soziales Jahr absolvieren !!

Hmm, na dann mal abwarten, und den Briefkasten zuschweissen :-)

>Spenden:
>--------
> Stefan Woerthmueller, Spendenkonto gegen "Wehrpflicht", Post-giroamt
> Berlin BLZ 100 100 10, Konto: 4118 50- 102, Stichwort Offener Brief

Hier fehlt eindeutig meine Kontonummer !!

Wo ist dieser Text eigentlich her, sowas sollte man schreiben wenn man
so etwas posted !!

Gruss Axel
--
Name: Axel Krueger, W-1000 Berlin
E-Mail: akki!a...@unlisys.in-berlin.de ...!unido!fub!unlisys!akki!ak

+++ Lieber Golf spielen als Golf fahren +++

Holger Lubitz

unread,
May 26, 1991, 6:29:55 PM5/26/91
to
In article <29...@akki.UUCP> m...@akki.UUCP (Michael Steiger) writes:
>Die Bundeswehr und das Bundesamt fuer Zivildienst sind dabei, so schnell
>und effektiv wie moeglich die Voraussetzungen dafuer zu schaffen, auch in
>Berlin die allgemeine Wehrpflicht umzusetzen.

Was auch Zeit wurde. Waehrend hier im Bundesgebiet Totalverweigerer
in den Bau gegangen sind, haben einige andere rechtzeitig die Flucht nach
Berlin angetreten, um sich der Ableistung eines Dienstes, den das
Grundgesetz vorschreibt, zu entgehen.

>Rund 14.000 illegale Anhoerungsverfahren sind eingeleitet worden.

Warum illegal ? Bitte spezifizieren.

>Es wirkt wie ein staatspolitischer Amoklauf, wenn trotz internationaler
>Entspannung die letzte Fluchtburg der Kriegsdienstverweigerer zerstoert
>wird und rund 500.000 Betroffene in die Illegalitaet getrieben werden
>sollen.

Es wird niemand in die Illegalitaet getrieben. In Sonderfaellen, in denen
das Absetzen nach Berlin illegal war (Fahnenflucht), war es das schon
vor der deutschen Vereinigung. Es ist kein neuer Straftatbestand begruendet
worden. Ich kann in der Einziehung der Berlinfluechtlinge keinen
Amoklauf entdecken, sondern nur Ausfuehrung gesetzlicher Bestimmungen,
wie es nun mal die Aufgabe der Verwaltung ist.

>Wir wollen an dieser Stelle veranschaulichen, dass der abfaellige Begriff
>der "Drueckebergerei" fuer unseren Umzug nach Berlin voellig verfehlt ist:
>Viele von uns sind nach mehreren, oft unter demuetigenden Bedingungen
>durchgefuerten "Gewissenspruefungen" nach Berlin gegangen, manche trotz
>schwebender Verfahren, andere nach endgueltiger, rechtskraeftiger
>Ablehnung.

Wo blieb die Veranschaulichung ? Wenn die rechtlichen Moeglichkeiten
ausgeschoepft wurden und die Verweigerung dennoch abgelehnt wurde,
lag gewiss der Verdacht nahe, dass der Wehrdienst nicht aus Gewissens-,
sondern aus Bequemlichkeitsgruenden verweigert werden sollte.
Wer dann aus denselben Bequemlichkeitsgruenden nach Berlin fluechtete,
kann von mir kein Mitleid erwarten, wenn er nun anstatt mit 18 erst
mit 32 eingezogen wird.

Ich schliesse aus der Schilderung, dass ein sehr grosser Teil der
angesprochenen Gruppe bei einer Anerkennung nicht nach Berlin gefluechtet
waere. Und damit veranschaulichen die gegebenen Beispiele das genaue
Gegenteil.

>Wenn die Wehrpflichtbehoerden jetzt anfangen, die sog. "Wehrgerechtigkeit"
>rein formal "durchzupeitschen", wiederspricht das in eklatanter Weise dem
>Gleichheitsgebot:

Wie ich im folgenden darlegen werde, ist das nicht im entferntesten der
Fall:

>1.) Bezueglich der Altersobergrenze werden gegenwaertig drei
> unterschiedliche Reglungen gleichzeitig Praktiziert: Einberufen
> wird je nachdem bis zum 25., 28. oder 32. Lebensjahr, wobei diese
> letzte Obergrenze erst vor wenigen Jahren rueckwirkend eingefuehrt
> wurde und nur bei uns "Wehr- bzw. Zivildienstfluechtigen" Anwendung
> findet.

Bezogen auf das Geburtsjahr sind diese Regelungen einheitlich und somit
gerecht. Ich jammere ja auch nicht herum, dass ich leider nicht mehr zu den
besonders geburtenstarken Jahrgaengen gehoerte, von denen aus
Kapazitaetsgruenden mehr als ein Drittel, teilweise bald die Haelfte GAR
NICHT eingezogen wurde, weder zu Wehr- noch Zivildienst.

>2.) Noch nie hat ein Staat alle zur Wehrpflicht herangezogen, stets
> wurden Ausnahmen fuer Privilegierte oder Sonderfaelle gewaehrt.
> Die einzige Moeglichkeit, Wehrgerechtigkeit herzustellen, besteht
> in der Abschaffung der Wehrpflicht fuer alle.

Die einzige Moeglichkeit, Wehrgerechtigkeit im Nachhinein zu praktizieren,
ist Wehrpflicht gegebenenfalls auch in Haertefaellen durchzusetzen.
Warum soll es der Berlinfluechtling besser haben als derjenige, der
15 oder 20 Monate seines Lebens dem Dienst fuer Vater Staat opfern musste
und dafuer mit einem Hungerlohn bezahlt wurde, waehrend sein gleichaltes
Pedant in Berlin einen normalen Job hatte und normales Geld verdiente ?

Genaugenommen haben die Berlinfluechtlinge bereits den Vorteil, in den
Genuss der nur noch 12 bzw. 15monatigen Dienstpflicht zu kommen.

>- Wir fordern eine Volksbefragung ueber die Abschaffung der Wehrpflicht!

Gute Idee. Aber nicht rueckwirkend !

>Fuer viele von uns wird die Zeit knapp, weil wir bereits
>Einberufungsbescheide erhalten haben. Wir als Betroffene werden uns mit
>den uns zur Verfuegung stehenden Mitteln zur Wehr setzen, um nicht Opfer
>einer Entwicklung zu werden, die als eine "Friedliche Revolution"
>begonnen hat.

Hier wird niemand zum Opfer einer friedlichen Revolution, sondern bestenfalls
zum Opfer der eigenverantwortlich getroffenen Entscheidung, nach Berlin zu
fluechten.

> V.i.S.d.P.: Boris Born, Stephan Rauer,
> Michael Seidler, Postlagerkarte 077600 C, Postamt 1000 Berlin 44.

Duerfen Verantwortliche im Sinne des Presserechtes neuerdings auch schon
unter anonymen Postlagerkarten firmieren ?

>Michael Steiger ...!unido!fub!unlisys!akki!ms

Danke fuer das Posten dieses Flugblattes. Leitest Du auch die Reaktionen
aus dem Netz weiter ?

Holger

(Ach ja, falls es jemanden interessiert: V.i.S.d.P. fuer obiges
bin ich alleine. Vollstaendige Adresse siehe unten.)

--
Holger Lubitz, Kl. Drakenburger Str. 24, D-W-3070 Nienburg/Weser

Robert Rothe

unread,
May 26, 1991, 7:27:55 PM5/26/91
to
a...@akki.UUCP (Axel Krueger) writes:
>m...@akki.UUCP (Michael Steiger) writes:


>> OFFENER BRIEF DER WEHRPFLICHTFLUECHIGEN IN BERLIN

>>In Diesem Zusammenhang hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, ihre
>>Sollstaerke von ca. 500.000 auf 370.000 Soldaten zu verringern.

>Ich habe neulich mal im Radio gehoert, das es 500'000 Leute gibt, die ein-
>gezogen werden, aber nur 130'000 genommen werden koennen. Der Rest soll ein
>Soziales Jahr absolvieren !!

>Hmm, na dann mal abwarten, und den Briefkasten zuschweissen :-)

alternative:
selbstverstuemmelung, bein absaegen oder abbeizer in die augen oder so..

mfg,
robert.

--
Unlisys, Hohenzollerndamm 7, 1000 Berlin 31 --- Robert Rothe
unido!fub!unlisys!rot, r...@unlisys.in-berlin.de, 030 / 88 22 980

Michael Kallweitt

unread,
May 26, 1991, 1:25:42 PM5/26/91
to
In article <A0b5...@akb.in-berlin.de> an...@akb.in-berlin.de

(Andreas Bewersdorff) writes:
> dass es in Deutschland keine Moeglichkeiten gaebe, den Wehrdienst (nicht
> Kriegsdienst; wenn es einen Krieg gibt, dann ist jeder davon betroffen)
> zu verweigern. Ausserdem moechte ich bezweifeln, dass von den ca. 2.2 Mio.

Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland kein Recht, den WEHRdienst zu
verweigern. Grundlage des Rechts auf KRIEGSdienstverweigerung ist Art. 4
Abs. 3 GG:
"Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe
gezwungen werden. Das Naehere regelt ein Bundesgesetz."

Wer unter Berufung auf Art. 4 Abs. 3 GG den Kriegsdienst mit der Waffe
verweigert, muss Zivildienst leisten, um seine Wehrpflicht zu erfuellen.
Im sogenannten "Verteidigungsfall" sieht das Zivildienstgesetz eine
Einberufung zum unbefristeten Zivildienst vor. Abgesehen davon kann im
"V"-Fall jede/r zur Zwangsarbeit verpflichtet werden.

> Gesetze verstossen. Sonst koennte naemlich ein Verantwortlicher ploetzlich
> auch die Verweigerung generell ablehnen und keine Pruefungen mehr zulassen.

Das geht nicht, da das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein Grundrecht
ist, welches nach Art. 19 Abs. 2 GG nicht in seinem Wesensgehalt
angetastet werden darf.

> zur Bundeswehr allgemein : Auch wenn keine Bundeswehr mehr noetig ist, um sich
> gegen den 'boesen Osten' (Osteuropa) zu verteidigen, so ist doch noch nicht
> gleich die ganze Welt friedlich. Man weiss z.B. heute nicht, wie die Entwick-
> lung in der UdSSR weitergehen wird (ein Teil davon gehoert auch zu Europa :-)

Mann weiss auch nicht, wie die Entwicklung in West-Europa weitergehen
wird.

> Ausserdem ist es noetig, in irgendeiner Form bewaffnet zu bleiben, sei es als

Da sind aber einige Staaten schon anderer Meinung.

> zur Wehrpflicht : Ich halte es fuer besser, eine Wehrpflicht zu haben als nur
> ein freiwilliges Militaer. Durch eine Wehrpflicht kann sichergestellt werden,
> dass wirklich 'das Volk' vertreten ist und nicht bloss diejenigen, die gerne

Von wem und zu was werden "unsere Jungs" dann bei der Bundeswehr
erzogen? Lehren hauptberufliche Militaristen sie, Kritik zu ueben,
Eigeninitiative zu entwickeln? Wird ihnen gesagt, dass sie im Ernstfall
nicht auf Pappkameraden, sondern auf MENSCHEN schiessen? Wird ihnen
gezeigt, was die von ihnen bewachten Panzer, Flugzeuge, Raketen dort, wo
sie eingesetzt werden, anrichten?

WoA - fuer eine Welt ohne Armeen!

// Micha K.

--
Michael Kallweitt m...@mkist.ruhr.sub.org ...!watzman!horga!mkist!mk
"There never was a good war, or a bad peace." (Benjamin Franklin)

Jens Bernotat

unread,
May 28, 1991, 9:12:27 AM5/28/91
to
an...@akb.in-berlin.de (Andreas Bewersdorff) writes:
>[Richtiges]
>Westberlin !
>...Ostberlin...
>[weiteres Richtiges]

Wenn, dann doch bitte Berlin (West/Ost), oder allenfalls
West-Berlin/Ost-Berlin.

Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
Kleinigkeiten kommt es aber an; jetzt natuerlich nicht mehr so,
wie noch zu "DDR"-Zeiten...

MfG

yae...@opal.cs.tu-berlin.de (wo sonst)

Stefan Scholl

unread,
May 27, 1991, 11:28:17 AM5/27/91
to
In article <42...@unlisys.in-berlin.de>, Robert Rothe writes:

> a...@akki.UUCP (Axel Krueger) writes:
> >m...@akki.UUCP (Michael Steiger) writes:
> >> OFFENER BRIEF DER WEHRPFLICHTFLUECHIGEN IN BERLIN
> >>In Diesem Zusammenhang hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, ihre
> >>Sollstaerke von ca. 500.000 auf 370.000 Soldaten zu verringern.
> >Ich habe neulich mal im Radio gehoert, das es 500'000 Leute gibt, die ein-
> >gezogen werden, aber nur 130'000 genommen werden koennen. Der Rest soll ein
> >Soziales Jahr absolvieren !!
> >Hmm, na dann mal abwarten, und den Briefkasten zuschweissen :-)
> alternative:
> selbstverstuemmelung, bein absaegen oder abbeizer in die augen oder so..

Zahlt da die Krankenkasse? :-)


Servus,
Stesch

PS: Wollte eigentlich noch allgemeines ueber Berliner ablassen... naja..
--------
--
Stefan | SUBNet..: ste...@sks.ppc.sub.org || ..!smurf!ppcnet!sks!stesch
Scholl | MagicNet: SKS:STESCH (RN1-Node) || SMBX: HMS:STESCH
"Gehen Sie doch zur Konkurrenz!" - Blackpenny in "Hurra Deutschland"

Thomas Niewisch

unread,
May 27, 1991, 9:30:05 PM5/27/91
to
Ich bin Ex-Zivi und habe meine 20 Monate abgeleistet und habe eigendlich auch
schon vielzuviel ueber dieses Thema diskutiert .
ABER ( die gibbet immer die aber ... )
wenn unsere Bundesregierung schon laut ueber eine Aenderung der Zivildienst-
zeit nachdenkt dann muss ich das auch tun , und das auch laut !

Der Wunschgedanke einer Welt ohne Kriege , Armeen und Waffen ist genauso alt wie
er unerfuellbar ist . Solange es Menschen giebt die der Gewalt den Vorzug vor
dem Dialog geben stehen solche die Waffen absolut ablehnen auf verlorenen
Posten ( netter Kriegsterminus , oder ??? ).

Warum also nicht eine Berufsarmee ??? Anstaendige Bezahlung und befreiung von
einem gleichzeitig eingefuehrtem "sozialem" Pflichtjahr ( uebrigens sollte das
dann auch fuer Frauen gelten ) .

Aber ( :-) ) vieleicht ist auch das ja unerfuellbar ...

Thomas

Robert Rothe

unread,
May 28, 1991, 9:06:21 PM5/28/91
to
yae...@opal.cs.tu-berlin.de (Jens Bernotat) writes:

>Wenn, dann doch bitte Berlin (West/Ost), oder allenfalls
>West-Berlin/Ost-Berlin.

>Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
>Kleinigkeiten kommt es aber an; jetzt natuerlich nicht mehr so,
>wie noch zu "DDR"-Zeiten...

fehler, in deutschland selbst gibbs noch mehrere berlin's .
sogar mit 'nem kurfuerstendamm (irgendwo ganz weit im norden...)

Stefan Scholl

unread,
May 28, 1991, 9:38:18 AM5/28/91
to


Jetzt wuerde mich nur noch interessieren, ob DU schon beim Bund warst.


Servus,
Stesch

Andreas Bewersdorff

unread,
May 29, 1991, 5:02:18 PM5/29/91
to
Hallo !

() yae...@opal.cs.tu-berlin.de (Jens Bernotat) writes:
() >Wenn, dann doch bitte Berlin (West/Ost), oder allenfalls
() >West-Berlin/Ost-Berlin.
() >Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
() >Kleinigkeiten kommt es aber an; jetzt natuerlich nicht mehr so,
() >wie noch zu "DDR"-Zeiten...

Als Berliner habe ich schon immer darauf geachtet, dass ich beide
Haelften der Stadt gleich behandle, insbesondere, dass es kein
'Westberlin' im Gegensatz zu 'Berlin, Hauptstadt der DDR' gibt.

Wenn ich jetzt von 'Westberlin' oder 'Ostberlin' spreche, dann ist
das nichts anderes als die Unterscheidung zwischen den beiden Haelften,
die unterschiedliche politische Vergangenheiten und heute noch unter-
schiedliche Lebensbedingungen bieten und die z.B. verkehrs- und telefon-
maessig (siehe anderer Artikel von mir :-) noch relativ getrennt sind
und die geographisch im Westen und Osten liegen (man sagt ja auch
'Westdeutschland' und nicht 'Deutschland (West)', oder ?). Mir ist
dabei ein kurzes 'Xxxberlin' lieber als eine lange Umschreibung der
Art 'das ehemalige Xxxberlin', das 'Ex-Xxxberlin', 'die Xxxhaelfte
der Stadt' oder aehnliches. Heute hat das keine politische Bedeutung
mehr.

In <42...@unlisys.in-berlin.de>, Robert Rothe writes:
() fehler, in deutschland selbst gibbs noch mehrere berlin's .
() sogar mit 'nem kurfuerstendamm (irgendwo ganz weit im norden...)

Wir haben das 'kleine Berlin' vor ein paar Jahren mal besucht.
Dort gibt es wirklich einen *Kuh*-Damm :-) ca. 40 Meter lang,
nur festgetretene Erde und wird nur benutzt von ein paar Kuehen
zwischen Weide und Stall :-)
Vor ein paar Jahren waren beim Deutsch-Amerikanischen Voksfest
Vertreter aller Berlins, die es in Amerika gibt. Das kleinste hat
hoechstens ein paar Dutzend Einwohner und das groesste ist eine
richtige Stadt ...

mfG Andreas

ps : Durch die Vereinigung wohne ich jetzt im 'ehemaligen (West-)Berlin',
bei dem sich die Leute frueher gestritten haben, ob es ein Teil
von (West-)Deutschland ist, und das jetzt als 'Berlin' ein Teil
Ostdeutschlands ist. Aber ist dadurch jetzt auch das 'Ex-Westberlin'
ein Teil der 'Ex-DDR' ? :-) :-)

ps2: Wie man sieht, liesse sich eine ganze Newsgroup mit der Diskussion
um 'korrekte Namen' fuellen. Aber Wehr-/Kriegsdienstverweigerung,
Umwelt, OePNV, Infrastruktur, Telefon und sonstige Sachen sind wohl
wichtiger, oder ?

Hermann Behrens

unread,
May 29, 1991, 6:17:21 PM5/29/91
to
tho...@xenox.ruhr.sub.org (Thomas Niewisch) writes:

>Warum also nicht eine Berufsarmee ??? Anstaendige Bezahlung und befreiung von
>einem gleichzeitig eingefuehrtem "sozialem" Pflichtjahr ( uebrigens sollte das
>dann auch fuer Frauen gelten ) .

Ich bin gegen jede Art von Zwangsdienst. Ich moechte nicht gezwungen
werden, einen Dienst zu tun, der absolut ueberfluessig ist und mich
dann auch noch in Gewissenskonflikte bringt(auch Zivildienst ist
Kriegsdienst). Eine Demokratie sollte keinen Zwangsdienst haben, dies
widerspricht meiner Auffassung von Freiheit.

Es gibt zwar gewisse Pflichten, denen man sich unterordnen
muss(Steuern zahlen, Schule), diese schraenken aber mein Leben nicht
vergleichbar ein.

Hinzu kommt dann auch noch, dass eine umglaubliche Willkuer herrscht:
Ich studiere gerade im 2. Semester Informatik und bat das BAZ um
Rueckstelleung bis zur Beeendigung meines Studiums. Dies wurde
abgelehnt. EIn Bekannter im 4. Semseter wurde aber ohne Probleme unter
gleichen Voraussetzungen zurueckgestellt :-(

Ich halte zwar nicht viel von Amerika, aber in diesem Punkt habend ie
einen gewissen Freiheitsgrad erreicht.

ciao, Hermann Behrens
PS: Befand sich mal jemand in aehnlicher Lage wie ich(Unterbrechung
des Studiums) und kann mir vielleicht einen Tip geben? :-)
--
Hermann Behrens|Bremerstr. 323|2870 Delmenhorst|04221/71931(DATA)71932(VOICE)

Axel Krueger

unread,
May 29, 1991, 7:15:54 PM5/29/91
to
tho...@xenox.ruhr.sub.org (Thomas Niewisch) writes:

>Warum also nicht eine Berufsarmee ??? Anstaendige Bezahlung und befreiung von
>einem gleichzeitig eingefuehrtem "sozialem" Pflichtjahr ( uebrigens sollte das
>dann auch fuer Frauen gelten ) .

Berufsarmee ??? Normalerweise kann ich sagen, ich will den Job nicht,
dann nehm ich ihn nicht, aber wenn mich der Mensch da beim Kreisersatzwehramt
fragt ob ich bei denen was machen will, das faellt Weihnachten und Ostern
auf einen Tag !!

Und die Bezahlung, ja was bekommt so ein 'Berufsoldat' eigentlich. Er kann
ja nicht gross was ausgeben weil kein Hobby, kein Auto, kein nix kein garnix !
(ja ja, etwas ja noch ueberig, die Kneipe und die Frauen :-)

Also ich habe nun wirklich keine grosse Ahnung von der BW, aber vieleicht kann
und ja mal ein Verweigerer schreiben, was er so alles durchgemacht hat !?!

Still gestanden .... Gruss, Axel


--
Name: Axel Krueger, W-1000 Berlin

E-Mail: unlisys.in-berlin.de!akki!ak ...!unido!fub!unlisys!akki!ak

Axel Krueger

unread,
May 29, 1991, 7:28:31 PM5/29/91
to
yae...@opal.cs.tu-berlin.de (Jens Bernotat) writes:

>an...@akb.in-berlin.de (Andreas Bewersdorff) writes:
>>Westberlin !
>>...Ostberlin...

>Wenn, dann doch bitte Berlin (West/Ost), oder allenfalls
>West-Berlin/Ost-Berlin.

Na ja, ein '-' vergessen !!

>Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
>Kleinigkeiten kommt es aber an; jetzt natuerlich nicht mehr so,
>wie noch zu "DDR"-Zeiten...

Sehe ich foellig anders. Solange wie in Sachen Verkehrsverohrdung und
Pharagraph 218 nicht alles gleich ist, gibt es fuer mich noch die
Ossis, und die Wessis. Die Bewohner im Oestlichen Teil zahlen (noch)
20 Pfennig fuer ihre Verkehrsbefoerderung (BVB) und ich muss (NOCH)
2.70 DM bezahlen. Auch gibt es keine einheitliche Promille Grenze (gerade
fuer mich wichtig, weil Trunkenbold und Raser ;-) und und und ...

Und vergiss nicht, ein Berlin gibt es bei BAD SEGEBERG noch ein mal,
das sogar schonmal von unserem Herrn Diebgen bereist wurde. Der Ort
ist sogar aelter als Deine und meine Heimat :-)

Gruss Axel

Henning Schmiedehausen

unread,
Mar 1, 1992, 5:42:39 AM3/1/92
to
In article <637...@mkist.ruhr.sub.org>, Michael Kallweitt writes:

> In article <A0b5...@akb.in-berlin.de> an...@akb.in-berlin.de
> (Andreas Bewersdorff) writes:

[....]


>
> > Ausserdem ist es noetig, in irgendeiner Form bewaffnet zu bleiben, sei es als
>
> Da sind aber einige Staaten schon anderer Meinung.

So? Welche? Und liegen die auch mitten in Europa und sind wirtschaftliche
Grossmaechte? Wir koennen uns leider nicht wie Andorra oder die Schweiz
gebaerden....

Ciao
Henning
--
--------- Henning Schmiedehausen --- Manchmal muss es AMIGA sein --- __
A fatal attraction is holding me fast, how can I escape the irresis-__ ///
hgsc...@immd4.informatik.uni-erlangen.de | tible grasp? - PF \\\///
hen...@castle.erh.sub.org - My Home is my Castle - \XX/

Michael Kallweitt

unread,
May 29, 1991, 2:52:22 PM5/29/91
to
In article <1...@xenox.ruhr.sub.org> tho...@xenox.ruhr.sub.org

(Thomas Niewisch) writes:
> Ich bin Ex-Zivi und habe meine 20 Monate abgeleistet und habe eigendlich auch

> Warum also nicht eine Berufsarmee ??? Anstaendige Bezahlung und befreiung von

Du verlangst von anderen, dass sie bereit sind, auf einen entsprechenden
Befehl hin, Menschen zu toeten. Durch Deine Kriegsdienstverweigerung
hast Du erklaert, dass Du selbst hierzu nicht bereit bist. Wie kannst Du
dann von anderen etwas verlangen, an dem Du Dich selbst nicht beteiligen
wuerdest? Du selbst willst niemanden toeten, aber wenn andere das an
Deiner Stelle tun, hast Du nichts dagegen?

verstaendnislos,

Christian Bonkowski

unread,
May 31, 1991, 5:53:03 AM5/31/91
to
In article <1991May30.0...@nicedel.north.de>, ny...@nicedel.north.de (Hermann Behrens) writes:
|> Ich bin gegen jede Art von Zwangsdienst. Ich moechte nicht gezwungen
|> werden, einen Dienst zu tun, der absolut ueberfluessig ist und mich
|> dann auch noch in Gewissenskonflikte bringt(auch Zivildienst ist
|> Kriegsdienst). Eine Demokratie sollte keinen Zwangsdienst haben, dies
|> widerspricht meiner Auffassung von Freiheit.
|>
|> Es gibt zwar gewisse Pflichten, denen man sich unterordnen
|> muss(Steuern zahlen, Schule), diese schraenken aber mein Leben nicht
|> vergleichbar ein.

Vieleicht schraenken die dein Leben doch ein, wenn der Dienst abgeschaft
wird. (Was ist zum Beispiel ein Jahr Dienst, gegen 10/13 Jahre Schule.)

Was der Zivieldienst leistet in der Kranken- und Alterspflege ist
nicht zu verachten. Auf der einen Seite spart es viel Geld (Steuern die du
blechen muesstest), und auf der anderen Seite entsteht nicht so eine
grosse Trennung zwischen gesunden, jungen Menschen und anderen Leidenen.
Aber alle koennen so einen Job nicht machen. Manche koennen kein Blut
sehen, andere muessen sich uebergeben, wenn sie altere Menschen fuettern
muessen.
Deshalb bin ich der Meinung:
Einfuehrung des sozialen Jahr und Wehrdienst als Ersatzdienst
(fuer Schwaechlinge:-))

Christian

Matthias Theil

unread,
May 31, 1991, 9:55:59 AM5/31/91
to
r...@unlisys.in-berlin.de (Robert Rothe) writes:

> yae...@opal.cs.tu-berlin.de (Jens Bernotat) writes:
> ...


> >Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
> >Kleinigkeiten kommt es aber an; jetzt natuerlich nicht mehr so,
> >wie noch zu "DDR"-Zeiten...
>
> fehler, in deutschland selbst gibbs noch mehrere berlin's .
> sogar mit 'nem kurfuerstendamm (irgendwo ganz weit im norden...)

Fehler! Das sind alles keine Staedte! :-)


Matthias


--
Matthias Theil * Bundesplatz 12a * W-1000 Berlin 31 * BR Deutschland (FRG)
Internet : mth...@quink.in-berlin.de Bitnet: mtheil%net...@db0tui6.bitnet
Welche Muenze ist 2,50 DM wert ?
In Bayern das 2DM Stueck mit Franz-Josef Strauss drauf.

Michael Kallweitt

unread,
May 31, 1991, 5:48:14 AM5/31/91
to
In article <19361e4a...@sks.ppc.sub.org> ste...@sks.ppc.sub.org

(Stefan Scholl) writes:
> Jetzt wuerde mich nur noch interessieren, ob DU schon beim Bund warst.

Ich nehme an, Du willst wissen ob ich "Wehrdienst" geleistet habe.
Das muss ich verneinen. Dass dieser Staat seine jungen Buerger dazu
erzieht, Befehlen von "Vor-Gesetzten" zu gehorchen - wo sind die
"muendigen Buerger", die "aufrechten Demokraten"? - und in ihnen die
Bereitschaft weckt, Menschen zu toeten - waehrend gleichzeitig das
UNGEBORENE Leben sorgsam behuetet wird -, ist ein Skandal.

Im uebrigen arbeite ich ehrenamtlich in der Betreuung von Kriegsdienst-
verweigerern, wo ich feststellen konnte, dass sich in den letzten
Monaten doch eine ganze Reihe von Ex-Bundis Gedanken ueber dieses Thema
machen.

Gruss,

Olaf Klein

unread,
May 31, 1991, 6:28:30 PM5/31/91
to
ny...@nicedel.north.de (Hermann Behrens) writes:
>>Warum also nicht eine Berufsarmee ??? Anstaendige Bezahlung und befreiung von
>>einem gleichzeitig eingefuehrtem "sozialem" Pflichtjahr ( uebrigens sollte das
>>dann auch fuer Frauen gelten ) .
>Ich bin gegen jede Art von Zwangsdienst.
>Eine Demokratie sollte keinen Zwangsdienst haben, dies
>widerspricht meiner Auffassung von Freiheit.
Ea mag sein, dass DU gegen diesen Dienst bist, aber wenn du die Vorteile
einer Gesellschaft in Anspruch nimmst ( damit meine ich schon das Betreten
einer Strasse), dann musst du auch mit den nachteilen leben.

>Ich moechte nicht gezwungen werden, einen Dienst zu tun, der absolut
>ueberfluessig ist und mich dann auch noch in Gewissenskonflikte
>bringt(auch Zivildienst ist Kriegsdienst).
So ein Schwachsinn, ich habe selber Zivildienst geleistet und finde, dass
jeder der zum Bund geht, zu faul oder zu feige ist, zu vewrweigern,
aber Leute die total verweigern sind noch viel schlimmer!!!

>Es gibt zwar gewisse Pflichten, denen man sich unterordnen
>muss(Steuern zahlen, Schule), diese schraenken aber mein Leben nicht
>vergleichbar ein.

Dann wander doch aus...

>Ich halte zwar nicht viel von Amerika, aber in diesem Punkt habend ie
>einen gewissen Freiheitsgrad erreicht.

s.o.

Bis denn, Olaf

--
Olaf Klein,4630 Bochum okl...@smallo.ruhr.sub.org 2:241/5800.12

Michael Kallweitt

unread,
Jun 1, 1991, 5:17:56 AM6/1/91
to
In article <1aa4842f...@castle.erh.sub.org> hen...@castle.erh.sub.org
(Henning Schmiedehausen) writes:
> Date: 1 Mar 92 10:42:39 GMT

Oh, Du bist mir voraus :-)

> So? Welche? Und liegen die auch mitten in Europa und sind wirtschaftliche
> Grossmaechte? Wir koennen uns leider nicht wie Andorra oder die Schweiz
> gebaerden....

Die Schweiz hat keine Armee - sie ist eine ;-)
Als Beispiel nehme ich in diesem Zusammenhang gerne Costa Rica, das ja
nicht gerade in einer friedlichen Region liegt, und trotzdem ohne Armee
auskommt.

Gruss,

Robert Rothe

unread,
Jun 1, 1991, 6:42:41 AM6/1/91
to
mth...@quink.in-berlin.de (Matthias Theil) writes:

>r...@unlisys.in-berlin.de (Robert Rothe) writes:

>> yae...@opal.cs.tu-berlin.de (Jens Bernotat) writes:
>> ...
>> >Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
>> >Kleinigkeiten kommt es aber an; jetzt natuerlich nicht mehr so,
>> >wie noch zu "DDR"-Zeiten...
>>
>> fehler, in deutschland selbst gibbs noch mehrere berlin's .
>> sogar mit 'nem kurfuerstendamm (irgendwo ganz weit im norden...)

> Fehler! Das sind alles keine Staedte! :-)

das musste ich ja nun nich gleich verraten...
einwohnerzahl lag irgendwo zwischen 5 und 35 ;-).

Axel Krueger

unread,
Jun 1, 1991, 3:18:15 PM6/1/91
to
mth...@quink.in-berlin.de (Matthias Theil) writes:
>r...@unlisys.in-berlin.de (Robert Rothe) writes:

>> yae...@opal.cs.tu-berlin.de (Jens Bernotat) writes:

>> >Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst.

>> fehler, in deutschland selbst gibbs noch mehrere berlin's .
>> sogar mit 'nem kurfuerstendamm (irgendwo ganz weit im norden...)

> Fehler! Das sind alles keine Staedte! :-)

Berlin ist auch nur ein Dorf, wenn da mittendurch eine Strasse geht wo
frueher Kuehe durchgelaufen sind .... man nennt sie wohl heute auch so ;-)

Gruss Axel
--
Name: Axel Krueger, W-1000 Berlin Mein Mail-Reflektor schickt eine Preis-
E-Mail: unlisys.in-berlin.de!akki!ak liste der Firma LOGIN, wenn man eine
..!unido!fub!unlisys!akki!ak Mail an lo...@akki.UUCP schickt.
! Lieber Golf spielen als Golf fahren ! !! Einfach mal ausprobieren !!

Andreas Bewersdorff

unread,
Jun 2, 1991, 12:45:18 PM6/2/91
to
Hallo !

() In article <1aa4842f...@castle.erh.sub.org> hen...@castle.erh.sub.org
() (Henning Schmiedehausen) writes:
() > So? Welche? Und liegen die auch mitten in Europa und sind wirtschaftliche
^^^^^^^^^^^^^^^^(1) ^^^^^^^^^^^^^^^
() > Grossmaechte? Wir koennen uns leider nicht wie Andorra oder die Schweiz
^^^^^^^^^^^^(2)
() > gebaerden....

In <440...@mkist.ruhr.sub.org>, Michael Kallweitt writes:
() Die Schweiz hat keine Armee - sie ist eine ;-)
() Als Beispiel nehme ich in diesem Zusammenhang gerne Costa Rica, das ja
() nicht gerade in einer friedlichen Region liegt, und trotzdem ohne Armee
() auskommt.

Costa Rica liegt weder in mitten in Europa (1) noch ist es eine wirtschaftliche
Grossmacht. Was meinst Du also mit 'in diesem Zusammenhang' ?

Ich wuerde Costa Rica von seiner Groesse und Bedeutung her eher als 'Andorra
in Amerika' bezeichnen ...

Hermann Behrens

unread,
Jun 1, 1991, 4:40:54 PM6/1/91
to
bo...@f3.gmd.dbp.de (Christian Bonkowski) writes:

>|> Es gibt zwar gewisse Pflichten, denen man sich unterordnen
>|> muss(Steuern zahlen, Schule), diese schraenken aber mein Leben nicht
>|> vergleichbar ein.

>Vieleicht schraenken die dein Leben doch ein, wenn der Dienst abgeschaft
>wird. (Was ist zum Beispiel ein Jahr Dienst, gegen 10/13 Jahre Schule.)

Ich kann Heute einen Sinn in der Schule erkennen :-) Ich bezweifle es
aber, dass ich einen Sinn darin sehen werde, 1 1/4 Jahre meines Lebens
'zu opfern', fuer einen Dienst, den ich ohne Interesse machen muss.
Ich moechte gerne studieren und nicht einen zweifelhaft guten Dienst
zu leisten(dazu gleich mehr).

>Was der Zivieldienst leistet in der Kranken- und Alterspflege ist
>nicht zu verachten. Auf der einen Seite spart es viel Geld (Steuern die du
>blechen muesstest), und auf der anderen Seite entsteht nicht so eine
>grosse Trennung zwischen gesunden, jungen Menschen und anderen
Leidenen.

Dazu muss gesagt werden, dass hier Zivis als absolut unqualifizierte
Abreitskraefte in wichtigen Stellen eingesetzt werden. Dies ist ein
Zeichen fuer die Unfaehigkeit dieses Staates/Systems, den kranken
Buergern eine gute medizinische Versorgung zu bieten. Ein Mensch hat
eine Behandlung durch qualifiziertes Personal verdient, welches auch
entsprechend bezahlt wird. Die Motivation der einzelnen Zivis duerfte
doch sehr gering sein. Ich habe jedenfalls keine Ambitionen. Ich
fuehle mich in meiner pers. Freiehit sehr stark eingeschraenkt!

>Deshalb bin ich der Meinung:
>Einfuehrung des sozialen Jahr und Wehrdienst als Ersatzdienst

Ich bin fuer Einfuehrung einer Gewissenspruefung fuer
Wehrdiesntleistende, fuer Abschaffung jedes Zwangsdienstes und fuer
angemessene Bezahlung bei gleicher Laenge. Hoert sich an, als waere
einer uebergeschnappt, aber wenn man sich das mal so durch den Kopf
gehen laesst, dann waere dies die einzige wirklich gerechte Loesung.

>Christian
ciao, Hermann Behrens
PS: Hat hier jemand eine Totalverweigerung hinter sich? Mich wuerde
mal interessieren,w ie das ablaeuft.

Hermann Behrens

unread,
Jun 2, 1991, 3:05:33 PM6/2/91
to
okl...@smallo.ruhr.sub.org (Olaf Klein) writes:

>>Ich bin gegen jede Art von Zwangsdienst.
>>Eine Demokratie sollte keinen Zwangsdienst haben, dies
>>widerspricht meiner Auffassung von Freiheit.

>Ea mag sein, dass DU gegen diesen Dienst bist, aber wenn du die Vorteile
>einer Gesellschaft in Anspruch nimmst ( damit meine ich schon das Betreten
>einer Strasse), dann musst du auch mit den nachteilen leben.

Diese Gesellschaft hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die
Vorteile gibt es aber nur, weil irgendwelche Menschen mal gegen die
Nachteile gekaempft haben! Nenne mir mal ein paar Vorteile, die nicht
erkaempft wurden. Nur wenn sich hier etwas 'bewegt', dann wird es
irgednwann mal ein Deutschland geben, mit dem man wirklich zufieden
sein kann.

>>Ich moechte nicht gezwungen werden, einen Dienst zu tun, der absolut
>>ueberfluessig ist und mich dann auch noch in Gewissenskonflikte
>>bringt(auch Zivildienst ist Kriegsdienst).
>So ein Schwachsinn, ich habe selber Zivildienst geleistet und finde, dass
>jeder der zum Bund geht, zu faul oder zu feige ist, zu vewrweigern,
>aber Leute die total verweigern sind noch viel schlimmer!!!

Vielleicht gibt es auch Menschen, die eine ganz andere Auffassung
haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Wehrdienstler gibt, die
sogar anstaendig argumentieren koennen und einen Sinn in der
Bundeswehr sehen. Und Totalverweigere sind eben die, die nicht zu faul
und zu feige sind, etwas gegen Ungerechtigkeit zu machen. Waeren sie
zu faul oder feige, dann waeren sie bei der Bundeswehr oder beim
Zivildienst haengen geblieben.

>>Es gibt zwar gewisse Pflichten, denen man sich unterordnen
>>muss(Steuern zahlen, Schule), diese schraenken aber mein Leben nicht
>>vergleichbar ein.

>Dann wander doch aus...

jaja :-) Das sagt man so schnell. Vielleicht sollte ich kurz
aufklaeren, dass ich mir dieses Land nicht bei meiner Geburt aussuchen
konnte. An irgendetwas ueberirdisches glaube ich als Atheist nicht :-)
Hatte ich mir mein Land aussuchen koennen, ann waere ich nach Schweden
gegangen(dazu muss ich sagen, dass mir dieses Land sehr interessants
cheint, obwohl ich noch nie da war). An dieses Land bindet mich
allerdings wirklich nicht viel, in anderen Laendern koennte ich wohl
besser leben(nehme ich mal an). Aber nun lebe ich nunmal hier, also
will ich das beste draus machen. Wuerden alle Menschen so wie Du
denken, dann wuerde sich ja nie etwas veraendern, weil man ja froh
sein darf, das man ueberhaupt leben darf!

>>Ich halte zwar nicht viel von Amerika, aber in diesem Punkt habend ie
>>einen gewissen Freiheitsgrad erreicht.
>s.o.

gut, dann wandere ich halt aus, es ist ja alles so einfach :-) Danke
fuer Deine hervorragende Argumentation :-)

>Bis denn, Olaf
ciao, Hermann Behrens

Heinz E. Guenther

unread,
Jun 2, 1991, 6:02:30 PM6/2/91
to
In <35...@opal.cs.tu-berlin.de>, Jens Bernotat writes:
>
>Wenn, dann doch bitte Berlin (West/Ost), oder allenfalls
>West-Berlin/Ost-Berlin.
>
>Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Falsch! Es gibt mehrere Berlin z.B. in USA.
>Kleinigkeiten kommt es aber an; jetzt natuerlich nicht mehr so,
>wie noch zu "DDR"-Zeiten...
>
--
---this is the end-----------------------------<h...@hegsys.nbg.sub.org

Michael Kallweitt

unread,
Jun 3, 1991, 11:48:22 AM6/3/91
to
In article <A0b6...@akb.in-berlin.de> an...@akb.in-berlin.de

(Andreas Bewersdorff) writes:
> Costa Rica liegt weder in mitten in Europa (1) noch ist es eine wirtschaftliche
> Grossmacht. Was meinst Du also mit 'in diesem Zusammenhang' ?

"in diesem Zusammenhang" bezieht sich darauf, dass es Staaten ohne Armee
gibt.

> Ich wuerde Costa Rica von seiner Groesse und Bedeutung her eher als 'Andorra
> in Amerika' bezeichnen ...

Wie begruendest Du das denn?

Gruss,

Thomas Liening

unread,
Jun 2, 1991, 4:47:42 PM6/2/91
to
Hallo,

ny...@nicedel.north.de (Hermann Behrens) writes:

>Hinzu kommt dann auch noch, dass eine umglaubliche Willkuer herrscht:
>Ich studiere gerade im 2. Semester Informatik und bat das BAZ um
>Rueckstelleung bis zur Beeendigung meines Studiums. Dies wurde
>abgelehnt. EIn Bekannter im 4. Semseter wurde aber ohne Probleme unter
>gleichen Voraussetzungen zurueckgestellt :-(

[...some lines deleted...]


>PS: Befand sich mal jemand in aehnlicher Lage wie ich(Unterbrechung
>des Studiums) und kann mir vielleicht einen Tip geben? :-)

*Das* wuerde mich allerdings auch sehr interessieren. Ich studiere
ebenfalls im 2. Semester Informatik, bin 22 Jahre alt und beabsichtige,
mich mit allen erforderlichen Mitteln gegen eine Einberufung zum Wehrdienst
zu wehren. Bis jetzt steht allerdings bei mir noch nicht mal die Musterung
ins Haus. Ich waere deswegen darueber hinaus daran interessiert zu er-
fahren, wann das insbesondere fuer die Jahrgaenge 1969 und 1970
aktuell wird.

Thomas Liening

--
-----------------------------------------------------------------------
Thomas Liening * Roennebergstrasse 14 * 1000 Berlin 41, Germany, Europe
Voice: +49 30 852 59 28 * Fax: +49 30 852 59 28 (call voice prior!)
UUCP: tl@chshost.{UUCP, in-berlin.de}

Ingo Kraupa

unread,
Jun 4, 1991, 6:16:55 PM6/4/91
to
In article <A0b6...@hegsys.nbg.sub.org> h...@hegsys.nbg.sub.org writes:
>>Es gibt nur *eine* Stadt, die Berlin heisst. Doch! Auf solche
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> Falsch! Es gibt mehrere Berlin z.B. in USA.

Stimmt, da kam vor einiger Zeit mal etwas im Fernsehen, da war so ein Typ
in 'Ostberlin' in den Staaten, und hat mal rumgefragt, wer von den Einwohnern
mitgekriegt hat, dass es seit ein paar Monaten kein Ostberlin mehr gibt....
und das war glaub ich kein einziger der gecheckt hat was er wollte....

Ob das ne Stadt war weiss ich leider auch nicht.... gross war's jedenfalls
nicht grad.

Gruss Hugi
--
___ _, _______ _______
/ \ __(_)__ |One way\ .^... |End of | A cool Sun 3 is an oxymoron,
STOP! (Q.o) |traffic > |(o,o) | road | unless put in a refrigerator
\___/ ,-<`-')-' |_______/ `<`=')--^ |_______| .... ..- --. .. -... .- --..
| \~/ | \./ | Ingo Kraupa /\ Quittenweg 42
_|_ ./|_ _|_ _|\, _|_ 8510 Fuerth \/ 49+911+764074

Ingo Kraupa

unread,
Jun 4, 1991, 6:30:04 PM6/4/91
to
In article <1991Jun1.2...@nicedel.north.de> ny...@nicedel.north.de (Hermann Behrens) writes:
[..]

>Buergern eine gute medizinische Versorgung zu bieten. Ein Mensch hat
>eine Behandlung durch qualifiziertes Personal verdient, welches auch
>entsprechend bezahlt wird. Die Motivation der einzelnen Zivis duerfte
>doch sehr gering sein.

Meinst du? Ich finde, Motivation haengt ueberhaupt nicht von der Bezahlung
ab. Wenn ich etwas machen muss, was mich langweilt oder mir nicht gefaellt,
dann stinkt mir das egal wieviel ich dafuer bekomme. Dadurch dass der Zivil-
dienst eben ein Muss ist, spielt die Bezahlung keine Rolle - man kann naem-
lich nicht waehlen. Aus dem gleichen Grund fehlt oftmals die Motivation.

>Ich bin fuer Einfuehrung einer Gewissenspruefung fuer
>Wehrdiesntleistende, fuer Abschaffung jedes Zwangsdienstes und fuer
>angemessene Bezahlung bei gleicher Laenge.

Ist ja sowieso eine Frechheit, dieweil sogar im Grundgesetz steht, dass
der Ersatzdienst nicht laenger sein darf als der Wehrdienst.

Thomax Goettlich

unread,
Jun 4, 1991, 12:37:45 PM6/4/91
to
a...@akki.UUCP (Axel Krueger) writes:
>Berlin ist auch nur ein Dorf, wenn da mittendurch eine Strasse geht wo
>frueher Kuehe durchgelaufen sind .... man nennt sie wohl heute auch so ;-)
ein grosses dorf, denn die strasse ist ein damm!

Olaf Klein

unread,
Jun 5, 1991, 7:18:51 AM6/5/91
to
ro...@chshost.in-berlin.de (Thomas Liening) writes:

>>Hinzu kommt dann auch noch, dass eine umglaubliche Willkuer herrscht:
>>Ich studiere gerade im 2. Semester Informatik und bat das BAZ um
>>Rueckstelleung bis zur Beeendigung meines Studiums. Dies wurde
>>abgelehnt. EIn Bekannter im 4. Semseter wurde aber ohne Probleme unter
>>gleichen Voraussetzungen zurueckgestellt :-(

>*Das* wuerde mich allerdings auch sehr interessieren. [...]

Soweit ich weiss, kann man einberufen werden, solange man im ersten Drittel des
Studiums ist, meiner Meinung nach ist es aber sowieso am Besten den
Zivil/Kriegsdienst vor einem Studium abzuleisten, anstatt darauf zu hoffen,
dass man nach dem Studium nicht mehr gezogen wird...

Holger Lubitz

unread,
Jun 6, 1991, 3:13:40 PM6/6/91
to
In article <1991Jun4....@hugis.imp.com> hug...@hugis.imp.com (Ingo Kraupa) writes:
>Ist ja sowieso eine Frechheit, dieweil sogar im Grundgesetz steht, dass
>der Ersatzdienst nicht laenger sein darf als der Wehrdienst.

Bitte nicht wieder die Diskussion...

Kurz und knapp: Der Zivi ist mit seinen 15 Monaten fertig und durch und muss
keine Reserveuebungen befuerchten. Alleine die Sicherheit ist doch auch was
wert. Der Bundi spielt dagegen Lotterie: Hat er Glueck, muss er gar nicht
hin, hat er Pech, roedelt er jedes Jahr zwei Wochen, bis er 32 ist.
Und dann waere der Zivildienst sogar kuerzer gewesen...

Tschau,
Holger

--
Holger Lubitz, Kl. Drakenburger Str. 24, D-W-3070 Nienburg/Weser

Robert Hofer

unread,
Jun 7, 1991, 2:34:06 PM6/7/91
to
Wurde das Hoechstalter nicht von 28 auf 23 runtergesetzt ???

Also ein Bekannter von mir hat mit 25 einen Wisch bekommen,
dasz er nicht mehr zum Bund musz. (Das nur als Beispiel, das
mit 25 hab ich auch mal in den Nachrichten ca. vor einem 1/4 Jahr
gehoehrt.(

\Robert

Thomas Liening

unread,
Jun 5, 1991, 9:32:36 PM6/5/91
to
Hallo,

okl...@smallo.ruhr.sub.org (Olaf Klein) writes:

>Soweit ich weiss, kann man einberufen werden, solange man im ersten Drittel des
>Studiums ist, meiner Meinung nach ist es aber sowieso am Besten den
>Zivil/Kriegsdienst vor einem Studium abzuleisten, anstatt darauf zu hoffen,
>dass man nach dem Studium nicht mehr gezogen wird...

Tja, *das* war in meinem Falle allerdings ohnehin unmoeglich, selbst
wenn ich es gewollt haette -- zu dem Zeitpunkt, als ich zu studieren
begann, hatte die Wiedervereinigung gerade erst stattgefunden, und ich
bin Berliner ...
Das "Drittel" bezieht sich dann sicherlich auf die Regelstudienzeit,
denke ich -- in meinem Falle koennte ich also bis zum 3. oder 4. Semester
eingezogen werden. Wenn das tatsaechlich stimmt und in der naechsten
Zeit jetzt nichts dergleichen kommt, duerfte es allerdings schwierig
werden, mich einzuziehen: Noetigenfalls haenge ich noch einen weiteren
Studiengang hintendran :-)

mfG Thomas

Jens Bernotat

unread,
Jun 11, 1991, 6:45:05 AM6/11/91
to
ro...@chshost.in-berlin.de (Thomas Liening) writes:

>Hallo,

>ny...@nicedel.north.de (Hermann Behrens) writes:

>>Hinzu kommt dann auch noch, dass eine umglaubliche Willkuer herrscht:
>>Ich studiere gerade im 2. Semester Informatik und bat das BAZ um
>>Rueckstelleung bis zur Beeendigung meines Studiums. Dies wurde
>>abgelehnt. EIn Bekannter im 4. Semseter wurde aber ohne Probleme unter
>>gleichen Voraussetzungen zurueckgestellt :-(
>[...some lines deleted...]
>>PS: Befand sich mal jemand in aehnlicher Lage wie ich(Unterbrechung
>>des Studiums) und kann mir vielleicht einen Tip geben? :-)

>*Das* wuerde mich allerdings auch sehr interessieren. Ich studiere
>ebenfalls im 2. Semester Informatik, bin 22 Jahre alt und beabsichtige,
>mich mit allen erforderlichen Mitteln gegen eine Einberufung zum Wehrdienst
>zu wehren. Bis jetzt steht allerdings bei mir noch nicht mal die Musterung
>ins Haus. Ich waere deswegen darueber hinaus daran interessiert zu er-
>fahren, wann das insbesondere fuer die Jahrgaenge 1969 und 1970
>aktuell wird.

>Thomas Liening

Meines Wissens (4. Semester Informatik TU Berlin) wird man freigestellt,
wenn man mehr als ein Drittel der Regelstudienzeit (bei uns 10 Sem.) =
Foerderungshoechstdauer absolviert hat.

Allerdings koennen sie einen danach wohl ziehen.

MfG

yaentz


******************************************************************
Jens Bernotat yae...@opal.cs.tu-berlin.de
...!unido!tub!opal!yaentz
Barnhelmstr. 23e tubopal!yaentz
W-1000 Berlin 38 yaentz%op...@DBOTUI11.BITNET
yaentz%op...@DBOTUI11.EARN
******************************************************************
"Et quod temptabam scribere virus erat." - P. Ovidius Naso
*******************************************************************

Hermann Behrens

unread,
Jun 6, 1991, 7:11:49 PM6/6/91
to
okl...@smallo.ruhr.sub.org (Olaf Klein) writes:


>Soweit ich weiss, kann man einberufen werden, solange man im ersten Drittel des
>Studiums ist, meiner Meinung nach ist es aber sowieso am Besten den
>Zivil/Kriegsdienst vor einem Studium abzuleisten, anstatt darauf zu hoffen,
>dass man nach dem Studium nicht mehr gezogen wird...

Interessanterweise kenne ich einen Studenten, der im 4. Semster
Informatik ist. Ich frage mich, wieso sie den zurueckgestellt haben
und mich nicht. Ich war mir eigentlich ziemlichs icher, dass die mich
zurueckstellen. Ist sehr ungeweohnlich, dass die einen direkt aus dem
Studium ziehen ...

>Bis denn, Olaf
ciao, Hermann Behrens

PS: Und die Frechheit ueberhaupt: Nach der Musterung sagten mir die
Heinis vond er bundeswehr: 'Herr Behrens, wenn sie zur Bundeswehr
gehen wuerden, dann wuerde man sie sofort zurueckstellen' ... ich
haette nicht so frueh verweigern sollen :-(

Hermann Behrens

unread,
Jun 6, 1991, 7:08:20 PM6/6/91
to
hug...@hugis.imp.com (Ingo Kraupa) writes:

>>entsprechend bezahlt wird. Die Motivation der einzelnen Zivis duerfte
>>doch sehr gering sein.

>Meinst du? Ich finde, Motivation haengt ueberhaupt nicht von der Bezahlung
>ab. Wenn ich etwas machen muss, was mich langweilt oder mir nicht gefaellt,
>dann stinkt mir das egal wieviel ich dafuer bekomme. Dadurch dass der Zivil-
>dienst eben ein Muss ist, spielt die Bezahlung keine Rolle - man kann naem-
>lich nicht waehlen. Aus dem gleichen Grund fehlt oftmals die Motivation.

Du hast natuerlich Recht, es gibt Zivistellen, wo die Motivation
stimmt. Wenn ich mir allerdings vorstelle, jeden Tag ins Krankenhaus
fahren zu muessen, dort eine Arbeit zu leisten, die mich als Zivi
voellig ueberlastet(ich nehme einfach mal an, dass der Zivi dort
extrem gefordert wird, ich habe sogar letztens im Fernsehen gesehen,w
ie ein Zivi erzaehlte, er muesse sogar Spritzen setzen, obwohl dies ja
verboten sei ...), dann duerfte meine Motivation sehr gering sein. Die
Motivation bei der Bundeswehr ist hingegen wohl immer schlecht :-)


>>Ich bin fuer Einfuehrung einer Gewissenspruefung fuer
>>Wehrdiesntleistende, fuer Abschaffung jedes Zwangsdienstes und fuer
>>angemessene Bezahlung bei gleicher Laenge.

>Ist ja sowieso eine Frechheit, dieweil sogar im Grundgesetz steht, dass
>der Ersatzdienst nicht laenger sein darf als der Wehrdienst.

Weisst Du zufaellig, ob da schon einmal jemand versucht hat zu klagen?
Mich interessiert mal, wie die Richter da argumentieren ...

>Gruss Hugi
ciao, Hermann Behrens

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