> Auslaender sind nicht krimineller
>
> Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefaelscht hast!
Diesen Satz kann ich nur unterstreichen.
[...]
> nahmen die Statistik genauer unter die Lupe. Dabei stiessen sie auf ein
> ganzes Buendel von Faktoren, die die Statistik verzerren -- mit der
> Folge, dass die Auslaenderkriminalitaet hoeher erscheint als sie
> tatsaechlich ist.
>
> ## Punkt eins: reine Auslaenderdelikte
>
> Ungefaehr ein Fuenftel aller Straftaten von Auslaendern betrifft
> Verstoesse gegen das Auslaenderrecht, z. B. Aufenthalt ohne gueltigen
> Pass oder ohne Aufenthaltserlaubnis. Das sind Taten, die ein Deutscher
> ueberhaupt nicht begehen kann. In einen fairen Vergleich darf man solche
> Delikte natuerlich nicht miteinbeziehen.
Trotzdem sind das IMHO Verstoesse gegen das deutsche Recht. Wieso darf man
die einfach weglassen? Straftat ist Straftat. Nur weil Deutsche diese nicht
begehen koennen (Deutsche sind in Deutschland keine Auslaender ( ;-) )), darf
man doch nicht sagen: 'Deutsche koennen das nicht, also wirds bei Auslaendern
gestrichen.'
>
> ## Punkt zwei: haeufigere Anzeige
>
> Gerade weil Auslaender als krimineller gelten, werden sie leichter
> verdaechtigt und von der Bevoelkerung schneller angezeigt -- selbst
> wegen blosser Bagatellen. Mancher Ladenbesitzer einigt sich mit einem
^^^^^^^ Das Wort ist entscheidend!
> deutschen Ladendieb guetlich, meldet jedoch Auslaender sofort der
> Polizei. Aehnlich verhaelt es sich bei kleinen Unterschlagungen am
> Arbeitsplatz.
*DAS* ist doch Klasse. Da will jemand Vorurteile abbauen und baut selber
welche auf! Du behauptest da kaltlaechelnd, dass ein Ladenbesitzer *NUR*
Auslaender anzeigt und sich mit den deutschen Ladendieben einigt!
Und warum haengen dann ueberall Schilder mit 'Jeder Ladendieb wird zur An-
zeige gebracht' und ueberhaupt: WIE EINIGT MAN SICH MIT EINEM LADENDIEB????
>
> Ein Vorurteil treibt die Statistik in die Hoehe, und anschliessend
> dient die Statistik zur Bestaetigung des Vorurteils: So werden
> Randgruppen kriminalisiert.
Ja. Aber das Vorurteil lautet: 'Ladenbesitzer behandeln deutsche Ladendiebe
anders als nicht-deutsche Ladendiebe'. Und das hast *DU* aufgestellt.
>
> ## Punkt drei: Dunkelfeld der Bevoelkerung
>
> Fuer die von Auslaendern begangenen Straftaten ist die auslaendische
> Wohnbevoelkerung verantwortlich, die Mitbuerger also, die in der
> Bundesrepublik polizeilich gemeldet sind. So wird gewoehnlich angenommen
> -- zu Unrecht. Denn immerhin ein Viertel dieser Straftaten geht auf das
> Konto von Leuten, die nie einen Meldezettel ausgefuellt haben: Soldaten
> auslaendischer Streitkraefte und ihre Familienmitglieder, Touristen,
> Durchreisende und Personen, die sich illegal in der Bundesrepublik
> aufhalten. Es geht nicht an, deren Taten der auslaendischen
> Wohnbevoelkerung in die Schuhe zu schieben.
#POLEMIK AN (WARNUNG: ENTHAELT SARKASTISCHES MATERIAL)
Zeilennummern gegen Quoting-Meinungsverdreher
v
1 Das ist doch genauso argumentiert wie: '1933 landeten die Nazis in grossen
2 Raumschiffen in Deutschland, uebernahmen die Macht und verschwanden 1945
3 wieder von der Bildflaeche'. Also: Der boese auslaendische Tourist
4 (Soldat, etc) kommt, begeht die Straftat, verschwindet wieder. Das ist doch
5 ein Dunstkreis, der IMHO ueberhaupt nicht statistisch erfasst werden kann.
6 Denn ich kann ja nicht sagen, wieviele nicht-gemeldete Straftaten begehen,
7 weil ich nicht weiss, wieviele Leute nicht-gemeldet sind....
#POLEMIK AUS
>
> ## Punkt vier: soziale Situation
>
> Bestimmte Bevoelkerungsgruppen geraten haeufiger mit dem Gesetz in
> Konflikt als andere -- ganz unabhaengig von ihrer Staatsangehoerigkeit:
> Grossstadtbewohner, junge Maenner, Personen ohne Berufsausbildung und
> mit niedrigem Einkommen. Genau diese Gruppen sind aber bei der
> auslaendischen Bevoelkerung viel staerker vertreten als bei der
> deutschen. Darum ist es falsch, die Auslaender einfach mit der deutschen
> Gesamtbevoelkerung zu vergleichen. Statt dessen muesste man ihnen
> diejenigen Deutschen gegenueberstellen, die in einer aehnlichen sozialen
> Situation leben.
Es ist aber doch IMHO eine Tatsache, dass besonders viele junge Leute, Leute
ohne Fachausbildung etc aus dem Ausland nach Deutschland stroemen. Facharbeiter,
Akademiker etc. aus dem Ausland werden bei uns ja gebraucht (Stichwort: Fach-
arbeitermangel!). Das Problem sind doch gerade die ungelernten Kraefte, die
bei uns keine Chance haben, auf dem Arbeitsmarkt etc. unterzukommen. Also ist
doch der Anteil dieser jungen, ungelernten Auslaender an der Gesamtzahl der
Auslaender in Deutschland doch hoeher, als der Anteil der jungen, ungelernten
Deutschen an der Gesamtzahl der Deutschen in Deutschland.
Und wenn dann diese Bevoelkerungsgruppen mehr Straftaten begehen, so darf ich
IMHO doch nicht sagen, dass nur weil relativ gesehen mehr junge, ungelernte
Auslaender in Deutschland sind als Deutsche, ich diese absolute Zahl von
Auslaenderstraftaten runterrechnen muss.
>
> Das Fazit der Untersuchungen: Leider lassen sich nicht alle
> Verzerrungsfaktoren einfach aus der Statistik "herausrechnen", um doch
> noch zu vergleichbaren Zahlen zu kommen. Doch auch ohne voellig exakte
> Berechnungen steht fuer Prof. Walter fest: "Die These von der
> Hoeherbelastung kann im Ergebnis nicht belegt werden." Mit anderen Worten: Auslaender sind nicht krimineller.
Also ich habe viel eher das Gefuehl, das hier versucht wird, alle moeglichen
Verzerrungsfaktoren *REIN*zurechnen, damit man eben dies sagen kann. Ich
bin es einfach leid, immer Entschuldigungen suchen zu muessen, wieso z.B.
eben die Kriminalstatistik genau das aussagt was sie IMHO aussagt: Es gibt zu-
viel straffaellige Auslaender in Deutschland. Und wenn Du jetzt sagst, dass
dieser Satz rassistisch, nazistisch oder was fuer ein -istisch auch immer ist,
dann kann ich Dir nicht mehr helfen.
> Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefaelscht hast!
Also ich habe das Gefuehl, dass mit Deinen Thesen Du verdammt nahe am
Faelschen von Statistiken bist, sorry, aber meine Meinung.
Ciao
Henning
P.S.: Ich habe das Follow-Up nach sub.politik gesetzt, wo das IMHO hin-
gehoert.
--
-- Henning Schmiedehausen --- bar...@forge.erh.sub.org --- A 3000/25 --- __
My name is Jesus, I'm the leader of the band, got to set up my equip- __ ///
ment, if you boys can lend a hand - I.A. 1991 Catfish Rising \\\///
INT: hgsc...@immd4.uni-erlangen.de | Home of Barnard's Software Forge \XX/
Gut. Ein Punkt, wo sich alle einig sind.
>> ganzes Buendel von Faktoren, die die Statistik verzerren -- mit der
>> ## Punkt eins: reine Auslaenderdelikte
>> Ungefaehr ein Fuenftel aller Straftaten von Auslaendern betrifft
>> Verstoesse gegen das Auslaenderrecht, z. B. Aufenthalt ohne gueltigen
>> Pass oder ohne Aufenthaltserlaubnis. Das sind Taten, die ein Deutscher
>Trotzdem sind das IMHO Verstoesse gegen das deutsche Recht. Wieso darf man
>die einfach weglassen? Straftat ist Straftat. Nur weil Deutsche diese nicht
>begehen koennen (Deutsche sind in Deutschland keine Auslaender ( ;-) )), darf
>man doch nicht sagen: 'Deutsche koennen das nicht, also wirds bei Auslaendern
>gestrichen.'
Also, entweder lebst Du auf einem anderen Planeten, oder Du hast noch nicht
mitgekriegt, wozu das "Argument" der hoeheren Auslaenderkriminalitaet benutzt
wird, naemlich fuer Parolen wie "Die Auslaender sind viel krimineller" bzw.
"Das sind alles Kriminelle, immer'n Messer in der Tasche", "Ein anstaendiger
Deutscher kann nicht mehr auf die Strasse, da sind die kriminellen Auslaender"
usw. . Klar muss ein Auslaender seinen Pass verlaengern lassen (..dabei faellt
mir ein ..), und auch alles halbe Jahr seine Aufenthaltserlaubnis (.. ich
sollte mich auch mal von meiner drittletzten Wohnung ummelden, und auch das
Auto ..), aber ist das eine Bedrohung fuer irgendjemanden ausser dem/der
Auslaenderin selbst (Abschiebung)? Das geht aber in die Kriminalstatistik ein
(gleich als Vergehen, nicht als Ordnungswidrigkeit wie bei Deutschen), und die
darauf "Auslaender raus"-Parolen gruenden, fragen nicht nach (abgesehen, dass
die meisten von ihnen zu bloed fuer Prozentrechnung sind).
>> ## Punkt zwei: haeufigere Anzeige
>>
>> Gerade weil Auslaender als krimineller gelten, werden sie leichter
>> verdaechtigt und von der Bevoelkerung schneller angezeigt -- selbst
>> wegen blosser Bagatellen. Mancher Ladenbesitzer einigt sich mit einem
> ^^^^^^^ Das Wort ist entscheidend!
>> deutschen Ladendieb guetlich, meldet jedoch Auslaender sofort der
>> Polizei. Aehnlich verhaelt es sich bei kleinen Unterschlagungen am
>> Arbeitsplatz.
>
>*DAS* ist doch Klasse. Da will jemand Vorurteile abbauen und baut selber
>welche auf! Du behauptest da kaltlaechelnd, dass ein Ladenbesitzer *NUR*
>Auslaender anzeigt und sich mit den deutschen Ladendieben einigt!
>Und warum haengen dann ueberall Schilder mit 'Jeder Ladendieb wird zur An-
>zeige gebracht' und ueberhaupt: WIE EINIGT MAN SICH MIT EINEM LADENDIEB????
Irgendwann vorletztes Jahr wurde ein Ladendiebstahlsverdaechtiger sogar
von einem Ladenangestellten erwuergt, er hatte nichtmal was geklaut, nur
die Hose voll als Asylant. Ich hab selber schon erlebt, wie sich eine
aeltere Dame, die lange Finger gemacht hatte, aus der Situation rausquatschte
und -heulte. In frueheren finsteren Zeiten hab ich auch mal einen Ladendetektiv
totgelabert (peinlich!), so etwa: "war bloss zerstreut, das Buch hatte ich
nur durch Zufall unter der Jacke, an der Kasse haette ichs b e s t i m m t
(grosses Indianerehrenwort) vorgeholt, holen Sie doch die Polizei, Diebstahl
ist das erst hinter der Kasse, ausserdem ist es sowieso zu teuer - da, behal-
ten sie's, tschuess!". Stell Dir mal vor, ich waer ein Tuerke gewesen, kein
gutes Deutsch, null Ahnung von Jura etc., das haette geheissen Knast und
Abschiebung.
>Ja. Aber das Vorurteil lautet: 'Ladenbesitzer behandeln deutsche Ladendiebe
>anders als nicht-deutsche Ladendiebe'. Und das hast *DU* aufgestellt.
Falsch. Siehe obige Erfahrungen. Schlimmer noch in Doerfern. Nimm an, der
16-jaehrige Sohnemann vom Kegelbruder langt zu. Das gibt 'nen Anruf mit
Vorwuerfen schlimmstenfalls. Ist das aber sein Klassenkamerad Ahmet oder
Jose, dessen Vater in der Fabrik ein Dorf weiter arbeitet, sieht das
anders aus. Dafuer braucht es nicht mal Rassismus oder Auslaenderfeindlich-
keit.
Mit Dir als Zugereistem (ich unterstelle natuerlich nicht dass Du klaust,
bloss als Gedankenmodell) waere er genauso verfahren. Aber mit dem Sohn
seines Kegelbruders .. ?
>> ## Punkt drei: Dunkelfeld der Bevoelkerung
>>
>> Fuer die von Auslaendern begangenen Straftaten ist die auslaendische
>> Wohnbevoelkerung verantwortlich, die Mitbuerger also, die in der
>> Bundesrepublik polizeilich gemeldet sind. So wird gewoehnlich angenommen
>> -- zu Unrecht. Denn immerhin ein Viertel dieser Straftaten geht auf das
>> Konto von Leuten, die nie einen Meldezettel ausgefuellt haben: Soldaten
>> auslaendischer Streitkraefte und ihre Familienmitglieder, Touristen,
>> Durchreisende und Personen, die sich illegal in der Bundesrepublik
>> aufhalten. Es geht nicht an, deren Taten der auslaendischen
>> Wohnbevoelkerung in die Schuhe zu schieben.
>#POLEMIK AN (WARNUNG: ENTHAELT SARKASTISCHES MATERIAL)
Muell deleted ..
>#POLEMIK AUS
Sorry, aber etwas Nachhilfe in Mathe scheint noetig.
Ausgangsthese war (zu widerlegen) : Auslaenderkriminalitaet ( K(a) )
groesser Einheimischenkriminalitaet ( K(e) )
Deutsche Wohnbevoelkerung = D
Auslaendische Wohnbevoelkerung = A
Zahl der Straftaten von Deutschen = Kd
Zahl der Straftaten von Mitgliedern der Auslaendischen Wohnbev. = Kaw
Zahl der Straftaten aller anderen in Deutschland (not D and not A) = KT
(T fuer Turis)
These: K(a) > K(e)
K(e) = Kd / D
K(a) = Kaw + KT / A
Merkst Du allmaehlich, dass man da Aeppel und Birnen vergleicht? Genausogut
kannste die Straftaten der hier lebenden Auslaender mit dem Alter Schoenhubers
multiplizieren.
>> ## Punkt vier: soziale Situation
>>
>> Bestimmte Bevoelkerungsgruppen geraten haeufiger mit dem Gesetz in
>> Konflikt als andere -- ganz unabhaengig von ihrer Staatsangehoerigkeit:
...
>Es ist aber doch IMHO eine Tatsache, dass besonders viele junge Leute, Leute
>ohne Fachausbildung etc aus dem Ausland nach Deutschland stroemen. Facharbeiter,
>Akademiker etc. aus dem Ausland werden bei uns ja gebraucht (Stichwort: Fach-
>arbeitermangel!). Das Problem sind doch gerade die ungelernten Kraefte, die
>...
>Und wenn dann diese Bevoelkerungsgruppen mehr Straftaten begehen, so darf ich
>IMHO doch nicht sagen, dass nur weil relativ gesehen mehr junge, ungelernte
>Auslaender in Deutschland sind als Deutsche, ich diese absolute Zahl von
>Auslaenderstraftaten runterrechnen muss.
Kommt drauf an, zu welchem Zweck. Wenn ich davon ausgehe, dass junge Leute
sich haeufiger in Kneipen kloppen als Rentnerinnen, und mehr junge Auslaen-
der als auslaendische Rentnerinnen hier sind, dann ist das Problem der
Kneipenschlaegereien ein Jugendproblem (ggfs. ein Alkproblem) und kein
Auslaenderproblem. Darum ging es hier. Ein Auslaenderproblem waere es
dann, wenn nachweisbar waere, das mehr Auslaender der gleichen Alters-
gruppe als Deutsche an Schlaegereien beteiligt waeren. Tatsaechlich ist
es uebrigens umgekehrt. Junge Auslaender der gleichen Altersgruppe und
Sozialschicht benehmen sich relativ besser als vergleichbare Deutsche.
Hauptgruende sind a) die staendige Drohung der Abschiebung bei Straffaellig-
keit und b) der geringer Konsum von Alkohol vor allem bei jungen Muslimen.
>Also ich habe viel eher das Gefuehl, das hier versucht wird, alle moeglichen
>Verzerrungsfaktoren *REIN*zurechnen, damit man eben dies sagen kann. Ich
>bin es einfach leid, immer Entschuldigungen suchen zu muessen, wieso z.B.
>eben die Kriminalstatistik genau das aussagt was sie IMHO aussagt: Es gibt zu-
>viel straffaellige Auslaender in Deutschland. Und wenn Du jetzt sagst, dass
>dieser Satz rassistisch, nazistisch oder was fuer ein -istisch auch immer ist,
>dann kann ich Dir nicht mehr helfen.
Nicht rassistisch, nazistisch, bloss etwas ignorant (entschuldige).
Wenn Du meinst, dass jede Straftat zu viel ist, ok, aber wir leben nicht im
Paradies. Die Kriminalstatistik sagt uebrigens fuer sich noch nichts aus,
denn sie ist die Zahl der zur Anzeige gekommenen Straftaten. Ein wie hoher
Anteil zur Verurteilung fuehrt (und nur das sind nach unserem Recht Kriminelle)
ist dabei nicht gesagt. Ich habe mindestens einmal gelesen, dass die Zahl der
mangels begruendetem Tatverdacht eingestellten Anzeigen gegen Auslaender
erheblich hoeher liegt als bei Deutschen (weil manche Leute da schneller mit
der Anzeige zur Hand sind).
>
>> Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefaelscht hast!
>Also ich habe das Gefuehl, dass mit Deinen Thesen Du verdammt nahe am
>Faelschen von Statistiken bist, sorry, aber meine Meinung.
Die Kriminalstatistik ist so ziemlich die wertloseste ueberhaupt. Es ist
nachweisbar, dass in einzelnen Faellen Polizeibeamte zur Erhoehung der
Anzeigen (ohne Ruecksicht auf Fundierung) angehalten wurden, weil sich die
Verantwortlichen von der "gestiegenen Kriminalitaet" neue Stellen erhofften.
>
> Ciao
> Henning
>P.S.: Ich habe das Follow-Up nach sub.politik gesetzt, wo das IMHO hin-
> gehoert.
Da gebe ich Dir recht.
regards, es
>In article <11...@complx.UUCP>, Johannes Kiehl writes:
~ >> ## Punkt eins: reine Auslaenderdelikte
>>
>> Ungefaehr ein Fuenftel aller Straftaten von Auslaendern betrifft
>> Verstoesse gegen das Auslaenderrecht, z. B. Aufenthalt ohne gueltigen
>> Pass oder ohne Aufenthaltserlaubnis. Das sind Taten, die ein Deutscher
>> ueberhaupt nicht begehen kann. In einen fairen Vergleich darf man solche
>> Delikte natuerlich nicht miteinbeziehen.
>Trotzdem sind das IMHO Verstoesse gegen das deutsche Recht. Wieso darf man
>die einfach weglassen? Straftat ist Straftat. Nur weil Deutsche diese nicht
{begehen koennen (Deutsche sind in Deutschland keine Auslaender ( ;-) )), darf
>man doch nicht sagen: 'Deutsche koennen das nicht, also wirds bei Auslaendern
>gestrichen.'
Wobei man allerdings beruecksichtigen muss, dass manche der
"Straftaten" im Sinne von Verstoessen gegen das Auslaenderrecht
auch von Leuten mit deutschem Pass begangen werden koennen, wo
es sich dann um Ordnungswidrigkeiten handelt - Dinge wie
Ummeldung nach Umzug und so. Solche Dinge werden von deutschen
Staatsbuergern kaum weniger schlampig gehandhabt.
>>
>> ## Punkt zwei: haeufigere Anzeige
>>
>> Gerade weil Auslaender als krimineller gelten, werden sie leichter
>> verdaechtigt und von der Bevoelkerung schneller angezeigt -- selbst
>> wegen blosser Bagatellen. Mancher Ladenbesitzer einigt sich mit einem
> ^^^^^^^ Das Wort ist entscheidend!
>> deutschen Ladendieb guetlich, meldet jedoch Auslaender sofort der
>> Polizei. Aehnlich verhaelt es sich bei kleinen Unterschlagungen am
>> Arbeitsplatz.
>*DAS* ist doch Klasse. Da will jemand Vorurteile abbauen und baut selber
>welche auf! Du behauptest da kaltlaechelnd, dass ein Ladenbesitzer *NUR*
>Auslaender anzeigt und sich mit den deutschen Ladendieben einigt!
>Und warum haengen dann ueberall Schilder mit 'Jeder Ladendieb wird zur An-
>zeige gebracht' und ueberhaupt: WIE EINIGT MAN SICH MIT EINEM LADENDIEB????
Hausverbot, Rueckgabe bzw. Bezahlung der gestohlenen Ware - von
Anzeige wird abgesehen. Schon ist die Sache ohne Polizei
geregelt. Inwiefern dass nun Praxis ist - null Ahnung. Ich kann
ja demnaechst mal ein Kaugummi klauen gehen.
Was nun die durchaus plausible, aber eben nicht durch
tatsaechliche Vorkommnisse belegbare Behauptung betrifft, in
einem Klima wachsender Auslaenderfeindlichkeit wird einem
Auslaender weniger verziehen als einem deutschen Mitbuerger,
so sollte man daran denken, dass kleine Betruegereien am
Arbeitgeber wie Telefonieren, Fotokopieren, Ausleihen bzw.
Nutzung von Werkzeug und -staetten zu privaten Zwecken usw.
gang und gebe sind. Innerhalb gewisser Grenzen kann jeder
Arbeitnehmer da Wohlwollen erwarten. Wenn der Chef oder ein
Kollege ihn nicht mag, koennen solche Dinge aber Anlass zur
Denunziation geben. Dazu braucht man kein Auslaender sein,
als Frau in eine von Maennern dominierte Berufswelt
einzusteigen, wie z.B. bei der Feuerwehr (ein Fall, von dem
ich kuerzlich erfuhr), schafft schon genuegend Feinde
("Kommt aus der Verwaltung." "Unsereiner muss nen Meister
machen, bevor er hier anfangen darf." "Kann die ueberhaupt
einen ne Leiter runtertragen." (Eignungstest hatte gezeigt,
sie kann)).
>>
>> ## Punkt drei: Dunkelfeld der Bevoelkerung
>>
>> Fuer die von Auslaendern begangenen Straftaten ist die auslaendische
>> Wohnbevoelkerung verantwortlich, die Mitbuerger also, die in der
>> Bundesrepublik polizeilich gemeldet sind. So wird gewoehnlich angenommen
>> -- zu Unrecht. Denn immerhin ein Viertel dieser Straftaten geht auf das
>> Konto von Leuten, die nie einen Meldezettel ausgefuellt haben: Soldaten
>> auslaendischer Streitkraefte und ihre Familienmitglieder, Touristen,
>> Durchreisende und Personen, die sich illegal in der Bundesrepublik
>> aufhalten. Es geht nicht an, deren Taten der auslaendischen
>> Wohnbevoelkerung in die Schuhe zu schieben.
>#POLEMIK AN (WARNUNG: ENTHAELT SARKASTISCHES MATERIAL)
>Zeilennummern gegen Quoting-Meinungsverdreher
>v
>1 Das ist doch genauso argumentiert wie: '1933 landeten die Nazis in grossen
>2 Raumschiffen in Deutschland, uebernahmen die Macht und verschwanden 1945
>3 wieder von der Bildflaeche'. Also: Der boese auslaendische Tourist
>4 (Soldat, etc) kommt, begeht die Straftat, verschwindet wieder. Das ist doch
>5 ein Dunstkreis, der IMHO ueberhaupt nicht statistisch erfasst werden kann.
>6 Denn ich kann ja nicht sagen, wieviele nicht-gemeldete Straftaten begehen,
>7 weil ich nicht weiss, wieviele Leute nicht-gemeldet sind....
>#POLEMIK AUS
Ich habe den Autor so verstanden, dass die Straftaten sehr wohl
zur Anzeige gebracht wurden, und sich eben herausstellte, dass
die Leute nicht in Deutschland sesshaft sind. Also wird ein Teil
der Auslaenderstraftaten von Hollaendern, Daenen, Franzosen,
Amerikanern etc. begangen. Weswegen nun keiner herkommt und
Hollaender scheel anguckt.
>>
>> ## Punkt vier: soziale Situation
>>
>> Bestimmte Bevoelkerungsgruppen geraten haeufiger mit dem Gesetz in
>> Konflikt als andere -- ganz unabhaengig von ihrer Staatsangehoerigkeit:
>> Grossstadtbewohner, junge Maenner, Personen ohne Berufsausbildung und
>> mit niedrigem Einkommen. Genau diese Gruppen sind aber bei der
>> auslaendischen Bevoelkerung viel staerker vertreten als bei der
>> deutschen. Darum ist es falsch, die Auslaender einfach mit der deutschen
>> Gesamtbevoelkerung zu vergleichen. Statt dessen muesste man ihnen
>> diejenigen Deutschen gegenueberstellen, die in einer aehnlichen sozialen
>> Situation leben.
>Es ist aber doch IMHO eine Tatsache, dass besonders viele junge Leute, Leute
>ohne Fachausbildung etc aus dem Ausland nach Deutschland stroemen. Facharbeiter,
>Akademiker etc. aus dem Ausland werden bei uns ja gebraucht (Stichwort: Fach-
>arbeitermangel!). Das Problem sind doch gerade die ungelernten Kraefte, die
>bei uns keine Chance haben, auf dem Arbeitsmarkt etc. unterzukommen. Also ist
>doch der Anteil dieser jungen, ungelernten Auslaender an der Gesamtzahl der
>Auslaender in Deutschland doch hoeher, als der Anteil der jungen, ungelernten
>Deutschen an der Gesamtzahl der Deutschen in Deutschland.
Ein Problem ist mit Sicherheit, erstmal als Auslaender eine
Arbeitserlaubnis zu bekommen. [ Nebenbemerkung: Hier erweist
sich Stammtischgerede (das ich in dieser Newsgroup keinem
vorwerfen will, dass man mich da nicht missversteht) als
besonders schizophren: einerseits sind Auslaender dumm und
faul, andererseits nehmen sie uns die Arbeitsplaetze weg. ]
Das mehr Auslaender auf Kosten der kommunalen Sozialhilfe leben
ist eine Konsequenz des Asylrechts: waehrend des Asylverfahrens
gibts keine Arbeitserlaubnis und verhungern lassen koennen wir
die ja auch nicht. Unter diesem Aspekt ist die Forderung
nach einem Einwanderungsgesetz zu sehen, dass durchaus geeignet
ist, Wirtschaftsfluechtlinge vom Missbrauch des Asylrechts
abzuhalten: bei entsprechendem Berufsnachweis gibts sofort
Visa und Arbeitserlaubnis, was dem Einwanderer sicherlich lieber
ist als ein langwieriges Asylverfahren ohne eigenes Einkommen.
Wie sich nun der Einwanderungsstrom nach Qualifikation
aufschluesselt, weiss ich nicht. Abenteuerer und Gluecksritter
sind sicher dabei. Aber durchaus auch qualifizierte Leute, die
'Boat People' aus Vietnam beispielsweise gehoerten fast alle
zur Intelligenz ihres Landes.
Auf jeden Fall sollte man eins bedenken, bevor man aus der
Kriminalstatistik auf einen "schlechteren Charakter" von
Auslaendern schliesst, denn das ist es doch letztendlich, was
sich beim Anblick solcher Statistiken in den Kopf von Otto
Normalverbraucher reinschleicht: ein Auslaender, gerade nach
Deutschland gekommen, fangt ganz unten an. Keine Arbeit
waehrend des Asylverfahrens, EInquartierung in
Fluechtlingsquartiere, Sprachprobleme. Nicht gerade die idealen
Vorraussetzungen fuer ein Leben in auch nur bescheidenem
Wohlstand. Wieviele Deutsche leben in vergleichbarer Armut ?
Und wieviele Straftaten begehen die, um ihren Geldbeutel etwas
ueppiger auszustatten ? Ob Auslaender oder Deutscher, die
Versuchung, auf illegale Weise zu erhalten, was auf legale Weise
nicht erreichbar ist, findet Opfer gleichermassen in beiden
Gruppen. Der Rest ist tatsaechlich nur Mathematik.
>Ich
>bin es einfach leid, immer Entschuldigungen suchen zu muessen, wieso z.B.
>eben die Kriminalstatistik genau das aussagt was sie IMHO aussagt: Es gibt zu-
>viel straffaellige Auslaender in Deutschland.
Kannst Du dann auch den Umkehrschluss unterschreiben, dass
Deutsche ehrlicher sind ? In meinem schon gar nicht mehr so
kurzen Leben bin ich bisher nur von deutschen Mitbuergern auf
unterschiedlichste Weise uebers Ohr gehauen worden (selten
genug, gottlob) - was, zugegeben, vieleicht auch daran liegen
kann, dass mir trotz aller Ueberfremdung immer noch sehr viel
mehr Deutsch begegnen als Auslaender.
Olaf Schlueter, Sandkuhle 4-6, 2300 Kiel 1, Germany, Toppoint Mailbox e.V.
sch...@oski.toppoint.de, ol...@tpki.toppoint.de
Da war sie, diese Frau, bei deren Anblick man auf die Knie fallen und
Gott dafuer danken moechte, dass man ein Mann ist.
> bar...@forge.erh.sub.org (Henning Schmiedehausen) writes:
>
> >Ich
> >bin es einfach leid, immer Entschuldigungen suchen zu muessen, wieso z.B.
> >eben die Kriminalstatistik genau das aussagt was sie IMHO aussagt: Es gibt zu-
> >viel straffaellige Auslaender in Deutschland.
>
> Kannst Du dann auch den Umkehrschluss unterschreiben, dass
> Deutsche ehrlicher sind ? In meinem schon gar nicht mehr so
> kurzen Leben bin ich bisher nur von deutschen Mitbuergern auf
> unterschiedlichste Weise uebers Ohr gehauen worden (selten
> genug, gottlob) - was, zugegeben, vieleicht auch daran liegen
> kann, dass mir trotz aller Ueberfremdung immer noch sehr viel
> mehr Deutsch begegnen als Auslaender.
Nein, kann ich und will ich auch nicht. Natuerlich gibt es rein in Zahlen
wesentlich mehr kriminelle Deutsche als Auslaender in Deutschland. Den
Umkehrschluss habe ich ja auch nie behauptet.
Und zum Thema: Uebers Ohr gehauen werden: Da denke ich immer sofort an
diese Buchclub-Werber in der Nuernberger Fussgaengerzone..... ==:-|
Ciao
Henning