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Mogelpackung Greenpeace? [SPIEGEL usw.]

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Matthias Urlichs

unread,
Oct 1, 1991, 5:37:01 PM10/1/91
to
In sub.umwelt, Artikel <1991Oct1....@forwiss.uni-passau.de>,
schreibt me...@eniac.fmi.uni-passau.de (Martin Menke):
< In article <1991Sep27.1...@uni-paderborn.de> na...@uni-paderborn.de (Joerg Napp) writes:
<
< >Wir begreifen das Projekt auch als Herausfordeung an uns selbst.
< >Am Clean-tech-Fahrrad sind noch viele oekologische
< >Schwachstellen: PVC, verchromte Teile und Plastik. Viele Teile
< >sind nicht von heute auf morgen zu bekommen bzw. zu produzieren.
< >Fuer uns ist das jedoch kein Grund, nicht schon jetzt mit
< >Verbesserungen zu beginnen. Die Idee und der Ansatz allein sind
< >schon Forderungen genug an die Industrie, Alternativen
< >anzubieten.
<
< UND DER HORRENDE PREIS !!!!

Wenn sich ein groesserer Fahrradhersteller dazu bequemen wuerde, dasselbe zu
tun und seine Produkte nach oekologischen Richtlinien umzustellen, waere das
Resultat auch um einiges billiger. Das verbietet ja keiner.

Greenpeace ist schliesslich kein Fahrradhersteller. Die Leute wollen "nur"
demonstrieren, wie es besser zu machen sei, und mit dem Rad ist ihnen das im
Grossen ud Ganzen auch gelungen. Meiner Meinung nach.

< >Wie bei allen Sektionen ist auch die Struktur von Greenpeace
< >Deutschland klar hierarchisch. Das ist nichts
< >aussergewoehnliches. Wir sind bewusst nicht basisdemokratisch
< >aufgebaut.
<
< Aber weil es BEWUSST ist muss es nicht richtig sein!
<
Kennst du eine andere Organisation, die basisdemokratisch arbeitet?
Das Rote Kreuz vielleicht?

< >Ueber inhaltliche Schwerpunkte, Aktionen und die Verteilung der
< >Mittel wird - bevor die Geschaeftsfuehung etwas unterschreibt -
< >in internen Gremien im Konsens entschieden, so etwa bei der
< >woechtentlichen Konferenz der Kampagnenleiter.
<
< UNd die Foerderer wie ich, was haben die zu sagen?
< NICHTS

Ich halte das auch ueberhaupt nicht fuer sinnvoll.
Wenn du mitentscheiden willst, musst du eben mitarbeiten und mit
Verantwortung tragen, anstatt (um es ueberspitzt auszudruecken) das
Nachdenken durch das Kreuzchenmachen auf einem Stimmzettel zu ersetzen.

Frage am Rande: Ueber wen oder was moechtest du bei Greenpeace abstimmen ?

Und: In einer Demokratie besteht immer die Gefahr, dass die Gewaehlten ihre
Fahnen nach der aktuellen Stimmung der Waehler richten. (Siehe aktuelle
Politik. :-( ) Gerade beim Umweltschutz waere sowas toedlich.

PS: Das Thema gehoert meiner Meinung nach eher nach sub.politik.
--
Matthias Urlichs -- url...@smurf.sub.org -- url...@smurf.ira.uka.de /(o\
Humboldtstrasse 7 -- 7500 Karlsruhe 1 -- Germany -- +49-721-9612521 \o)/

Marit Hansen

unread,
Oct 5, 1991, 9:58:00 AM10/5/91
to
url...@smurf.sub.org (Matthias Urlichs) writes:

>In sub.umwelt, Artikel <1991Oct1....@forwiss.uni-passau.de>,
> schreibt me...@eniac.fmi.uni-passau.de (Martin Menke):
>< In article <1991Sep27.1...@uni-paderborn.de> na...@uni-paderborn.de (Joerg Napp) writes:
><
>< >Wie bei allen Sektionen ist auch die Struktur von Greenpeace
>< >Deutschland klar hierarchisch. Das ist nichts
>< >aussergewoehnliches. Wir sind bewusst nicht basisdemokratisch
>< >aufgebaut.
><
>< Aber weil es BEWUSST ist muss es nicht richtig sein!
><
>Kennst du eine andere Organisation, die basisdemokratisch arbeitet?
>Das Rote Kreuz vielleicht?

Es gibt sehr viele Organisationen, die "demokratischer"
arbeiten als Greenpeace, auch wenn - sogar im Umweltbereich -
die Basisdemokratie meist nicht angestrebt wird.

>< >Ueber inhaltliche Schwerpunkte, Aktionen und die Verteilung der
>< >Mittel wird - bevor die Geschaeftsfuehung etwas unterschreibt -
>< >in internen Gremien im Konsens entschieden, so etwa bei der
>< >woechtentlichen Konferenz der Kampagnenleiter.
><
>< UNd die Foerderer wie ich, was haben die zu sagen?
>< NICHTS

>Ich halte das auch ueberhaupt nicht fuer sinnvoll.
>Wenn du mitentscheiden willst, musst du eben mitarbeiten und mit
>Verantwortung tragen, anstatt (um es ueberspitzt auszudruecken) das
>Nachdenken durch das Kreuzchenmachen auf einem Stimmzettel zu ersetzen.

Ich finde es vollkommen richtig, dass die Leute entscheiden, die
mitarbeiten. Und das ist bei Greenpeace nicht der Fall.
Die Foerderer, ja, die wissen ja, dass sie nicht
mitentscheiden. Wollen die meisten auch gar nicht.
Aber dass die eigenen Kontaktgruppen, Greenteams und
Seniorengruppen von Greenpeace so gegaengelt werden, finde ich
sehr merkwuerdig.

Mir ist von der Kontaktgruppe Kaltenkirchen bekannt, dass die
dort erst Schulungen bei Greenpeace absolvieren mussten, bevor
sie die Greenpeace-T-Shirts verkaufen durten.

Bei verbandsuebergreifenden Umwelttreffen in Kiel sitzen die
Kieler Greenpeacer stumm dabei und zucken hoechstens bedauernd
mit den Schultern, wenn es darum geht, Stellung zu beziehen:
"Erst muessen wir in Hamburg fragen."

Das muss bestimmt nicht so extrem sein.
Greenpeace hat natuerlich gute Gruende fuer das zentrale
Kontrollieren: Der Name darf nicht beschmutzt werden.

Wenn die Aktiven sich das Gaengeln gefallen lassen, sollen sie.
Aber meiner Meinung nach ist fuer eine engagierte Umweltarbeit
vor Ort wichtig, selbst Entscheidungen zu treffen. Greenpeace
ist fuer mich der Gigant, der die ueberregionalen Presseseiten
fuellt und durchaus was bewirken kann, aber nichts fuer die
konkrete Umweltarbeit im kleinen.

Gruss,
Marit

--
Marit Hansen ma...@tpki.toppoint.de
2300 Kiel

"Ich kaufe mir dann lieber ein paar nette Buecher,
bei denen ihr einen Schreikrampf bekommt, wenn ihr sie seht."
- Ina Schiering, Anhaengerin der theoretischen Informatik

Marit Hansen ma...@tpki.toppoint.de
2300 Kiel

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