Ich wurde gebeten, diese Erklaerungen hier zu posten:
Offizielle Erklaerungen der PLO zum Putschversuch in der UdSSR
Zu einer neuerlichen Kampagne gegen die palaestinensische Befreiungs-
organisation fuehrten Zitate aus angeblichen offiziellen Erklaerungen
der PLO, die in einigen Zeitungen veroeffentlicht wurden. Zur Klarstel-
lung der Haltung der PLO dokumentieren wir an dieser Stelle die dies-
bezueglich von der palaestinensischen Nachrichtenagentur Wafa verbrei-
teten Erklaerungen.
Wafa-Erklaerung zu den Aeusserungen Yasi Abed Rabos
(Wafa, 21.8.91) Der Sprecher der PLO, Yasir Abed Rabo, erklaerte am
Dienstag (20.8.91) der franzoesischen Nachrichtenagentur AFP gegen-
ueber, dass die PLO hoffe, dass die Ereignisse in der Sowjetunion den
Friedensprozess im Nahen Osten nicht torpedieren. Woertlich sagte
Abed Rabo: " Die PLO verfolgt die Ereignisse in der Sowjetunion und
hofft, dass diese den gerechten Friedensprozess in der Region, der auf
den Prinzipien der internationalen Legitimitaet beruht und der Sicherung
der Rechte des palaestinensischen Volkes und seiner Vertretung dient,
nicht torpedieren." Er fuegte hinzu: " Die PLO hofft, dass die gegen-
waertigen Probleme in der Sowjetunion im Sinne der Interessen der
sowjetischen Voelker und im Sinne der Bewahrung der demokratischen
Erungenschaften und der Vermeidung der Gefahr einer tiefen Spaltung
geloest werden." Abed Rabo betonte ferner, dass "die Geruechte, die
einige Medien bezueglich der paelaestinensischen Haltung zur Absetzung
Gorbatschows verbreiteten, jeder Wahrheit entbehren." "Die PLO vertritt
die Auffassung, dass sich die Loesung der internen Probleme der Sowjet-
union auf demokratischer Basis positiv auf alle internationalen Probleme
auswirken wird, so auch auf den Friedensprozess, auf die Auswanderung,
auf die Staerkung der internationalen Legitimitaet und die Rolle der UNO."
Offizielle Erklaerung der PLO
Tunis, 21.8.91 (Wafa) "Die Vorgaenge in der Sowjetunion sind eine rein
interne Angelegenheit. Die PLO hofft auf eine schnelle Rueckkehr zur
Stabilitaet der Sowjetunion und auf die Gewaehrleistung der inneren
Sicherheit durch die Institutionen des Sowjetischen Staates und der
Voelker der Sowjetunion, da dies grosse Auswirkungen auf die internati-
onale Sicherheit und Stabilitaet hat und dem Friedensprozess im Nahen
Osten dienlich ist."
"Diese Haltung entspringt den traditionellen Prinzipien unserer Aussen-
politik und unserer Beziehungen zu Staaten und Voelkern, die auf gegen-
seitigen Respekt und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der
Staaten beruhen."
Quelle:
Informationsstelle Palaestina, Bonn
Gruss
Uta
--
......................... u...@palantir.north.de ............................
: uta wilms, muehlenweg 27, 2904 hatten 1, tel. 04481/7771 :
:..........................................................................:
DIE PLO IST WIEDER DER GROSSE VERLIERER
Ihre Parteinahme fuer die Moskauer Putschisten lastet schwer auf den
Palaestinensern.
(Von unserem Korrespondenten Schraga Har-Gil, Tel Aviv)
Die grossen Verlierer sind wieder einmal die Palaestinenser, mit Yassir
Arafat an der Spitze. Sie hatten nach dem Umsturz in Moskau bereits die
grosse Hoffnung, dass nun das neue Regime die alte Politik von Breschnew
wieder aufnehmen und voll auf die Palaestinenser setzen wird. Statt eine
regionale Friedenskonferenz zusammen mit den USA und der Sowjetunion
voranzutreiben, wuerden sie - so das Kalkuel von Arafats PLO - zu einer
internationalen Friedenskonferenz unter der Schirmherrschaft der UNO
zurueckkehren und alle Forderungen der Palaestinenser unterstuetzen.
Arafat wiederholte seinen Tritt in den politischen Fettnapf waehrend
des Golfkrieges, als er sich ostentativ an die Seite Saddam Husseins
gestellt hatte. Der PLO-Chef begruesste die neue Junta und behauptete,
bereits zwei Schreiben von ihr erhalten zu haben, wonach sie aus-
schliesslich die Palaestinenser unterstuetzen wolle.
Jassir Abed Rabu, der an der Spitze der Informationsabteilung der PLO
steht, versicherte stolz, dass das neue Regime sofort den Massenexodus
der Sowjetjuden nach Israel stoppen werde. Auch der "Aussenminister"
der PLO, Faruk Kadumi, erklaerte, dass nun die bevorstehende Friedens-
konferenz nicht nach den Direktiven Israels und der USA gefuehrt werden
koenne. Auch die Palaestinenser auf der Strasse verbargen ihre Freude
ueber den Sturz Gorbatschows nicht.
Am Donnerstag allerdings versuchte wenigstens die palaestinensische Presse
zurueckzudrehen. Die drei Zeitungen el-Kuds, an-Nahar und al-Fadschr
schrieben, dass es sich bei dem Umsturz um eine interne sowjetische
Angelegenheit gehandelt habe. Aber zu spaet - das Gesagte war nicht mehr
zurueckzunehmen. Nur ein einziger Fuehrer der Palaestinenser, Feisal
el-Husseini, hatte offen erklaert, dass der Umsturz in der Sowjetunion
die Weltordnung gefaerden und den Friedensprozess verhindern koenne. Doch
das war in der palaestinensischen Wueste.
[Rest ueber Irak, Libyen, Syrien geloescht]
=====================================================================
Anscheinend gibt es also wieder mal eine israelische Wahrheit, und eine
palaestinensische Wahrheit.
--
Helge Schuett
#include <std-disclaimer.h>