Die Tür öffnete sich und vor mir stand meine Frau Kerstin in
Begleitung unserer Nachbarin. Ines sah, mit einem leichten Lächeln an
meinen Beinen hinab, die in einer weinroten Strumpfhose stecken. Mir
wurde abwechselnd heiß und kalt, aber das nutzte ja nun alles nichts
mehr. Ines fand zuerst ihre Sprache wieder und beruhigte mich damit,
daß Kerstin ihr schon gesagt hätte, daß ich gern Strickstrumpfhosen
tragen würde. Eigentlich würde es Zeit, mich endlich mal in
Strumpfhosen zu sehen. Da ihr Mann gerade nicht zu Hause sei, wollte
Ines mich bitten, ihr beim Aufhängen der Gardine zu helfen.
Selbstverständlich sagte ich gleich zu und ging auf ihren
ausdrücklichen Wunsch auch gleich in Pullover und Strumpfhose mit
hinüber ins Haus.
Das Aufhängen der Gardine war im Nu geschafft und Ines bot mir noch
eine Tasse Kaffee an. Mit dem Kaffee brachte sie auch einen
Fotoapparat mit und bat mich, ein Bild machen zu dürfen. Zuerst
sträubte ich mich gegen den Gedanken, mich auf einem Foto
wiederzufinden, gab aber schließlich doch ihrem Drängen nach.
Einige Tage später kam Ines zu uns herüber. Wir hatten gerade Besuch
von meinem Arbeitskollegen Michael und dessen Frau Ramona.
Nichtsdestoweniger brachte Ines das Gespräch auf die Fotos und Kerstin
schien direkt ihren Spaß daran zu haben, mich in Verlegenheit zu
bringen. Michael und Ramona zeigten sofort Interesse und betrachteten
die verschiedenen Bilder von mir in Strumpfhosen.
Auf das Drängen von Ramona hin blieb mir nichts anderes übrig, als mir
meine Hose, die ich zur Tarnung übergezogen hatte, auszuziehen. So
stand ich nun also in einer leuchtend grünen Strumpfhose im
Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Die Frauen verabredeten für
den nächsten Tag eine Fahrradtour und kamen überein, in kurzer Hose
und Strumpfhose zu fahren. Mich fragten sie, ob ich wohl den Mut
hätte, auch in einer solchen Aufmachung mitzufahren. Welcher Teufel
muß mich da geritten haben, zuzusagen ? Gesagt, getan.
Am nächsten Vormittag trafen sich morgens alle wieder bei uns, Ines,
Ramona und Kerstin trugen jeweils eine Strickstrumpfhose zu ihrem Mini
und Michael hatte eine kurze bunte Sommerhose angezogen. Kerstin
drängte darauf, daß ich unter meiner kurze blauen Jeanshose eine helle
Strumpfhose tragen sollte. Wir einigten uns schließlich auf eine beige
Strickstrumpfhose mit Zopfmuster. Los ging unsere Fahrt über Feldwege,
bis wir nach einer reichlichen Stunde langsam den Hunger zu spüren
begannen. Ines erinnerte sich an eine Gaststätte, die wir prompt als
unser weiteres Ziel wählten.
In der Zwischenzeit hatte ich vollkommen vergessen, daß meine Kleidung
nicht der sonst üblichen entsprach. Die Ernüchterung kam mir, als wir
die Gaststätte betraten und - offensichtlich durch meine Strumpfhose -
dort bei den wenigen Gästen Heiterkeit hervorriefen. Nach einiger Zeit
kamen wir mit zwei jungen Männern vom Nebentisch ins Gespräch und es
stellte sich heraus, das diese ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs
waren. Beide hatten kurze Hosen und Kniestrümpfe an und Ines versuchte
sie von der Zweckmäßigkeit einer Strumpfhose zu überzeugen. Während
Rolf der eigentliche Lästerer war, schienen die Argumente bei Uwe auf
fruchtbaren Boden zu fallen. Mit sieben Personen setzten wir unsere
Tour kurz darauf fort.
Bei der nächsten Rast überraschte uns Ramona mit der Feststellung, sie
werde in der nächsten größeren Ortschaft für Michael nach einer
geeigneten Strumpfhose Ausschau halten. Wir fanden eine
Strumpfboutique und selbstverständlich gingen alle mit hinein. Ramona
fragte gleich die Verkäuferin, ob sie ihr eine Strumpfhose für ihren
Mann anbieten könne. Natürlich gab es auch Herrenstrumpfhosen in blau
und grau, aber die waren Ramona zu trist. Andere Farben könne sie nur
als Damenstrumpfhosen anbieten, war daraufhin die Antwort und die
Verkäuferin legte gleich einige Strumpfhosen zurecht.
Ramona gefiel eine besonders leuchtende gelbe Strumpfhose, die Michael
anprobieren sollte. Nun wurde ihm die Sache doch ein wenig mulmig und
er suchte nach Ausflüchten. Inzwischen hatte Uwe eine blaue
Strumpfhose mit Blumenmustern am Knöchel entdeckt und bat die
Verkäuferin, die Umkleidekabine benutzen zu dürfen. Als Uwe nur in
Pulli und Strumpfhose bekleidet wieder hervorkam, legte auch Michael
seinen Protest zur Seite und zog die gelbe Strumpfhose an. Eine Frau
die in der Zwischenzeit die Boutique betreten hatte, benutzte unseren
Auftritt gleich, um ihren etwa 12-jährigen Sohn zu motivieren,
Strumpfhosen auch weiterhin zu tragen. Bis auf Rolf alle mit
bestrumpf(hos)ten Beinen ausgestattet, machten wir uns über die
Landstraße wieder auf den Weg nach Hause. Dort verabredeten wir uns
bis zum nächsten Abenteuer.