Streuobstwiese 2.0.
Wie macht man eine Streuobstwiese fit für den Klimawandel?
Im letzten Jahr hat die Oberlausitz-Stiftung mit finanzieller Unterstützung des NABU und der Deutschen Postcode-Lotterie 10 Maßnahmen umgesetzt, um eine ihrer Streuobstwiesen fit für den Klimawandel zu machen.
Bereits jetzt gibt es in Ostritz (Ostsachsen) gegenüber früheren Jahrzehnten einen durchschnittlichen Temperaturanstieg um 1,9 Grad °C. Nach dem Regionalen Klimainformationssystem für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (REKIS) ist bis zum Jahr 2050 ein weiterer Temperaturanstieg von 2,5 Grad °C zu erwarten. Die Folge werden eine starke Zunahme von Hitzetagen sein, zunehmende Sommertrockenheit, stärkere Stürme, vermehrtes Auftreten von potentiellen Schaderregern und Krankheiten etc.
Folgende Maßnahmen wurden auf der 1,5 ha großen Streuobstwiese der Oberlausitz-Stiftung in Ostritz umgesetzt:
- Untersuchung der Nährstoffversorgung der Obstbäume durch Bodenanalyse und Blattsaftanalyse.
- Gezielte Nährstoffversorgung der Obstbäume mit organischem Dünger, Mineraldünger und Spurenelementen.
- Ausbringung von Mykorrhizen (Pilzen) in den Bereich der Feinwurzeln der Obstbäume zu deren besseren Nährstoffversorgung.
- Erhöhung der Biodiversität: Pflanzung von Ammenbäumen, Anlage von Stein- und Totholzhaufen etc.
- Erhöhung der Bestandsdichte durch zusätzliche Bepflanzung von Obstbäumen: 150 statt 100 Obstbäumen/ha
- Ergänzung vorhandener Hecken (zum Windschutz, Verdunstungsschutz etc.) durch klimaresiliente Heckensträucher (Felsenbirne, Wildapfel, Liguster, Elsbeere etc.)
- Anpflanzung klimaresilienter Obstsorten (starkwachsende, robuste Obstsorten, spät blühender Obstsorten, „Methusalemsorten“ wie „Roter Ziegler“)
- Direktsaat von Wildbirnen und Wildäpfeln
- Verwendung von neuen Birnenunterlagen (Virutherm) zum Erhalt von seltenen, alten Birnensorten (nach jetzigem Stand resistent gegen Birnenverfall)
- Behebung vorhandener Bodenverdichtung
Im Jahr 2026 erscheint eine Publikation, in der die 10 Maßnahmen näher erläutert werden. |