Größe von Schulklassen: Kaarst vs. Cleverstadt

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B. Schäpers

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Jun 30, 2011, 6:18:14 PM6/30/11
to Stakerseite
Hallo,

Als unsere Schulministerin Sylvia Löhrmann letztens in Kaarst zu
Besuch war erwähnte sie, dass Grundschulklassen in NRW im Schnitt ca.
23 Schüler haben. Da ging ein großes Raunen durch den Saal, weil wir
im Ortsteil Kaarst, wo viele Klassen bis zum letzten Stuhl besetzt
werden, eine ganz andere Erfahrung machen. Auch ich habe mich gefragt,
was bei uns falsch läuft, und habe mir daraufhin die folgende Theorie
überlegt:

Kaarst
Die Herangehensweise der Kaarster Stadtverwaltung ist bei der
aktuellen Neuplanung der Grundschullandschaft gut zu beobachten und
soll hier vereinfacht beschrieben werden: Man stellt zunächst fest,
dass es pro Jahr 210 neue Erstklässler im Ortsteil Kaarst gibt. Diese
Zahl teilt man dann durch 30, weil 30 die maximal erlaubte Anzahl von
Schülern pro Klasse ist. Als Ergebnis verkündet man dann, dass 7
Eingangsklassen benötigt werden und gründet die weitere Planung auf
dieser Zahl.

Dieses Verfahren ist für die Stadtverwaltung billig, weil man nur die
minimale Anzahl an Klassenräumen bereitstellen muss. Für unsere Kinder
hat dies allerdings den Nachteil, dass sie in sehr großen Klassen
unterrichtet werden.

Cleverstadt
Eine schlaue Stadtverwaltung rechnet in der obigen Situation meiner
Theorie nach anders: man teilt die Anzahl der Schüler (210) zunächst
auf drei Schulen auf und kommmt zu dem Ergebnis, dass auf jede Schule
70 Erstklässler entfallen. Für diese 70 werden dann pro Schule drei
Klassen à 23 oder 24 Schüler gebildet, man erhält also eine deutlich
angenehmere Klassenstärke. Die hierfür erforderlichen zusätzlichen
Lehrkräfte werden vermutlich vom Land gestellt; ich kann mir nicht
vorstellen, dass der Stadt hier Mehrkosten entstehen.

Allerdings muss Cleverstadt in diesem Fall natürlich zwei Klassenräume
mehr pro Jahrgangsstufe bereitstellen als Kaarst! Ausserdem
funktioniert das Modell "Cleverstadt" nur, wenn alle drei Schulen in
etwa gleich attraktiv gestaltet sind und ausgewogen über das
Stadtgebiet verteilt werden; nur so werden sich die Schüler von selbst
gleichmäßig auf die drei Schulen verteilen. Beim "Kaarster Modell"
scheint man sich hingegen bereits damit abgefunden zu haben, dass es
an einigen Grundschulen viel zu viele Anmeldungen gibt und Schüler
regelmääßig an andere Standorte abgewiesen werden.

Wie gesagt: das ganze ist bislang lediglich eine Theorie. Ich bin kein
Schulrechtsexperte und kenne die genauen Regelungen nicht. Vielleicht
ist ja der ein oder andere unter den Lesern, der sich mit diesem Thema
besser auskennt und kann meine Theorie ergänzen oder korrigieren.

Was ist Eure Meinung: Muss man sich mit dem Schulternzucken abfinden,
dass ich in den vergangenen Jahren regelmäßig im Schulausschuss
beobachtet habe, wenn die hohe Klassenstärke von Grundschülern zur
Sprache gekommen ist? Oder hat die Stadtverwaltung durch die Schaffung
vernünftiger Rahmenbedingungen nicht doch einen Einfluss auf diese
Größe?

Gruss,

B. Schäpers

Marcel Finger

unread,
Jul 1, 2011, 4:29:42 AM7/1/11
to stake...@googlegroups.com, franz-jose...@kaarst.de
Passend zum Thema und der aktuellen Situation habe ich gestern etwas sehr
interessantes erfahren:
Dazu 2 Informationen vorab:

1.
Der Stadtrat hat beschlossen, das es zukünftig nur noch 7
Grundschul-Klassenzüge geben soll.
Ziel der Verknappung ist die Schülerzahlen an der Grünstraße zu
stabilisieren. Es soll verhindert werden, dass die Katholische Grundschule
mit 3 Klassenzügen und Stakerseite mit 3 Klassenzügen (nun zukünftig nur
noch 2 Klassenzüge) so viele Schüler auf sich vereinen, dass an der
Grünstraße keine zweite Eingangsklasse gebildet werden kann.

2.
Die Verwaltung musste den Schüler-Spezialverkehr (Schulbus) neu
ausschreiben, was nun dazu führt, das nicht jeder der möchte in den Bus
einsteigen kann sondern nur noch die, die min. 2 km von der NÄCHSTGELEGENEN
Gemeinschaftsschule entfernt wohnen. Das bedeutet, dass alle die zur
Stakerseite gehen, aber in der Nähe der Grünstrasse wohnen zukünftig keine
Schulbusversorgung mehr haben. Die Verwaltung lehnt die Organisation des
Schulbus für die nun nicht mehr versorgten ab.

Gestern habe ich erfahren, dass jedoch Schüler, die sich für eine
Bekenntnisschule entscheiden und von DIESER 2 km entfernt wohnen durchaus
einen Anspruch auf einen Schulbus haben, unabhängig vom Standort der
nächstgelegenen Gemeinschaftsschule.

Was könnte das bei der derzeitigen Situation für die Anmeldezahlen an
Stakerseite (demnächst Bussardstraße), Katholischer Grundschule und
Grünstrasse bedeuten?

Nach meiner Einschätzung wird der Druck auf die Katholische Grundschule,
noch größer. Der Schulfrieden dort ist ungestört, anstatt sich mit der
Verwaltung eine aufwendige Auseinandersetzung zu liefern investieren die
Eltern ihre Zeit und Energie in das wohl der Schule. Wer auf einen Schulbus
angewiesen ist, bekommt dort einen (kostenlos).
An der KGS wird es zukünftig, immer maximal gefüllte Klassen geben. Es wir
selektiert werden müssen. Da es sich um eine Bekenntnisschule handelt ist
das Selektionskriterium vorgegeben.

Eltern die das Montessori-Konzept wählen melden Ihr Kind an der Grünstraße
an.

Der Rest muss an die Bussardstrasse.

Mir stellen sich folgende Fragen

1. Wie setzt sich der "Rest" zusammen
2. die Verwaltung/der Rat hat mit der Verknappung der Klassenzüge die
Grundlage dafür gelegt, dass Eltern Ihre Kinder an der Grünstraße anmelden
MÜSSEN, da sie an KGS und "Bussardstraße" abgewiesen werden. Was bedeutet
dies für den Schulfrieden an der Grünstraße?

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: stake...@googlegroups.com [mailto:stake...@googlegroups.com] Im
Auftrag von B. Schäpers
Gesendet: Freitag, 1. Juli 2011 00:18
An: Stakerseite
Betreff: [stakerseite 452] Größe von Schulklassen: Kaarst vs. Cleverstadt

Hallo,

Gruss,

B. Schäpers

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Stephan Bruns

unread,
Jul 1, 2011, 11:23:29 AM7/1/11
to stake...@googlegroups.com
Hallo zusammen,

ich kann mich da nur anschließen. In Celinas Klasse gibt es auch die maximal mögliche Anzahl von Schülern - dreißig! Bei dieser
Klassenstärke ist es den Lehrerinnen und Lehrern unmöglich, auf die schulisch notwendigen Bedürfnisse der Kinder einzugehen -
Lernschwache Kinder bleiben auf der Strecke. Abhilfe schaffen u.a. viele freiwillige Lesemütter, die auch meist das einmal wöchentlich
stattfindende "gesunde Frühstück" organisieren. Sie pendeln mal eben schnell zwischen Haushalt und fußläufig zu erreichender Schule
hin und her.

Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass dieses mit Geld nicht zu bezahlende Engagement der Eltern auch an dem Standort Bussardstraße
in dieser Art und Weise fortgeführt wird oder werden kann. Der Grund liegt auf der Hand: Die Entfernung - nicht "mal eben" rübergehen
und anschließend zurück an die Hausarbeit. Die Leidtragenden werden unsere Kinder sein!

Ich hoffe stark, dass die bereits gesammelten und die noch folgenden Unterschriften für den Erhalt des Standortes der GGS in der Stadtmitte die
Verantwortlichen noch einmal zum Nach- und Umdenken bewegen werden. So viele Bürger können sich doch nicht irren! Alles auf die reinen, kalkulierten und geschätzten Kosten und die damit - ich sage ausdrücklich - vermeintliche Einsparung zu reduzieren ist absolut falsch und äußerst kurzfristig gedacht.

Städtebauliche Veränderungen und Planungen sollten langfristig ausgelgt und kalkuliert sein. Sollte die Kaarster Stadtverwaltung jedoch an der vom Rat beschlossenen Verlegung festhalten, wird dies den Kaarster Bürgern, Steuerzahlern und Wählern noch lange Jahre im Gedächtnis bleiben, die nächste Erhöhung der Gebühren und Abgaben wird nicht lange auf sich warten lassen - die nächste Kommunalwahl aber auch nicht.

Viele Grüße
Stephan Bruns


Kaiser

unread,
Jul 1, 2011, 1:32:01 PM7/1/11
to stake...@googlegroups.com
Hallo,
mit den Klassengrößen und Lehrerzuweisungen verhält es sich in etwa so:
Lehrer " kommen" vom Schulamt, hier: Rhein-Kreis-Neuss, zuständig ist der
Schulrat Herr Mayer.
Das Land NRW, bzw., in dessen Folge das Schulamt, hat zu wenig ( tatsächlich
arbeitende )Lehrer, dort wird versucht, die Klassenstärken so groß wie nur
irgend möglich zu halten.
Hier kommen SchulleiterInnen ins Spiel: Die versuchen natürlich die
Klassenstärken klein zu halten, im Sinne der Kinder und der Kollegen und
wehren sich ( beim Schulamt durch Argumentation)gegen zu große Klassen.

Wenn eine Stadt natürlich den Rahmen künstlich so eng setzt, dass es gar
keine Räumlichkeiten für mehr und kleinere Klassen gibt, dann hat das
Schulamt leichtes Spiel und versorgt die Schulen mit weniger Lehrern. Wo
keine 23/24er Klassen, da kein weiterer Kollege notwendig....
Heißt in Folge, dass guter Unterricht immer schlechter möglich wird,
logisch.
Damit will ich sagen, dass es nicht nur um Geld geht, sondern um für alle
Kinder guten Unterricht, auch in Vertretungsfällen, und die Stadt macht es
sich nicht nur viel zu leicht, sondern schadet indirekt auch unseren
Kindern!!
Übrigens, Cleverstadt ist gar nicht so weit von hier, die Stadt
Korschenbroich fährt die kleine Grundschule im Ortsteil Pesch einzügig mit
kleinen Klassen als Verbundschule mit der Andreasschule in Korschenbroich
selbst. In Liedberg existiert seit Jahren eine Schule mit Mini-Klassen,
damit die Kinder ortsnah beschult werden können!!!
Und Korschenbroich ist auch CDU regiert!!!

Viele Grüße
Martina Kaiser

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: stake...@googlegroups.com [mailto:stake...@googlegroups.com] Im
Auftrag von B. Schäpers
Gesendet: Freitag, 1. Juli 2011 00:18
An: Stakerseite
Betreff: [stakerseite 452] Größe von Schulklassen: Kaarst vs. Cleverstadt

Hallo,

Gruss,

B. Schäpers

--

Gaby Rogner

unread,
Jul 2, 2011, 10:59:04 AM7/2/11
to stake...@googlegroups.com
Im Rhein-Kreis Neuss gilt die empfohlene Richtgröße von 25 Schülern für Grundschulklasse. Durch die Schließung der Bussardstraße ist in Kaarst kurzerhand ein Zug weggefallen. Mehrfach hat die Arbeitsgemeinschaft der Kaarster Schulpflegschaften im Schulausschuss um Abhilfe gebeten. Mit dem Verweis darauf, dass in den anderen Ortsteilen nur kleine Klassenzüge vorhanden seien und die Plätze in Kaarst1 ja ausreichend seien, wurde die Einrichtung des weggefallenen Zugs an einer anderen Schule verweigert.

Gaby rogner
-------- Original-Nachricht --------
> Datum: Fri, 1 Jul 2011 10:29:42 +0200
> Von: "Marcel Finger" <finger...@finger-ms.de>
> An: stake...@googlegroups.com
> CC: franz-jose...@kaarst.de
> Betreff: AW: [stakerseite 453] Größe von Schulklassen: Kaarst vs. Cleverstadt

--
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Stephan Bruns

unread,
Jul 2, 2011, 3:55:48 PM7/2/11
to stake...@googlegroups.com
...bodenlose Frechheit! Und wenn wir uns die Planungen und im Rat aktuell beschlossenen Zügigkeiten der drei Grundschulen angucken, wird es auch in absehbarer Zukunft nicht besser. Aber alles, was unsere (nicht ganz alle, und die diejenigen wissen, dass wir sie nicht meinen) Kaarster Politiker entscheiden, ist ja nur zum Wohle unserer Kinder...lol. Es ist traurig, wie hier mit unserer Zukunft gespielt und verfahren wird.

Gruß
Stephan

oliver_u._ke...@t-online.de

unread,
Jul 2, 2011, 4:13:58 PM7/2/11
to stake...@googlegroups.com

Allerdings, sehe ich genauso!

 

Eigentlich müsste man das auch noch mal bekannter machen in Kaarst, was Siebenzügigkeit für die Grundschulkinder bedeutet, auch ganz unabhängig von der Grundschule. Leerer werden die Klassen daher sicher nicht! 

 

Gruß, Kerstin

 

 

-----Original-Nachricht-----
Subject: Aw: AW: [stakerseite 462] Größe von Schulklassen: Kaarst vs. Cleverstadt
Date: Sat, 02 Jul 2011 21:55:48 +0200
From: Stephan Bruns <stepha...@web.de>
To: stake...@googlegroups.com

...bodenlose Frechheit! Und wenn wir uns die Planungen und im Rat aktuell beschlossenen Zügigkeiten der drei Grundschulen angucken, wird es auch in absehbarer Zukunft nicht besser. Aber alles, was unsere (nicht ganz alle, und die diejenigen wissen, dass wir sie nicht meinen) Kaarster Politiker entscheiden, ist ja nur zum Wohle unserer Kinder...lol. Es ist traurig, wie hier mit unserer Zukunft gespielt und verfahren wird.

Gruß
Stephan

 

--

Stefanie Stenger

unread,
Jul 3, 2011, 4:27:16 AM7/3/11
to stake...@googlegroups.com
Das finde ich auch - ich glaube, dass das vielen nicht so deutlich bewußt ist - das betrifft ja alle Schulen, egal welcher Ausrichtung, in der weiteren Zukunft!
So viel dazu: "Kinder sind unser wichtigstes Gut und unsere Zukunft" und "Kaarst ist eine kindefreundliche Stadt" - so sicher nicht!!!

Gruß,

Stefanie
-------- Original-Nachricht --------
> Datum: Sat, 02 Jul 2011 22:13:58 +0200
> Von: "oliver_u._ke...@t-online.de" <oliver_u._ke...@t-online.de>
> An: stake...@googlegroups.com
> Betreff: Re: [stakerseite 462] Größe von Schulklassen: Kaarst vs. Cleverstadt

> https://sites.google.com/site/stakerseite/home [1]
>
> Links:
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> --
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