Internet-Sicherheit: Die sieben Todsuenden beim Surfen

4 views
Skip to first unread message

hewe

unread,
Feb 9, 2010, 2:18:08 AM2/9/10
to Senioren-Internet Rödermark
Es gibt eine Vielzahl von Gefahren im Internet. Doch wenn Sie ein paar
elementare Regeln beachten, ist es nicht weiter schwer, Fallstricken
aus dem Weg zu gehen.

Gefahren lauern überall – man muss sie rechtzeitig erkennen. Das gilt
für berüchtigte Ecken in Großstädten genauso wie für das Internet.
Während Ihnen auf dem Wochenendtrip Ihr Reiseführer rät, was Sie
besser tun und was Sie besser lassen sollten, ist das im Netz nicht so
einfach. Einige Abzock-Sites tarnen sich hinter einem Routenplaner,
und gar nicht so selten kommt ein Trojaner erst dadurch auf den PC,
weil Sie einer Site vertraut haben, die vor einer Sicherheitslücke
warnt. Auch wer umsichtig und von Sicherheits-Software geschützt duchs
Internet surft, kann sich Probleme einhandeln. Und es gibt
Situationen, in denen Sie nur geringe Chancen haben, unbeschadet
davonzukommen. Wir stellen Ihnen sieben gravierende Fehler vor, die
Sie im Internet machen können, und geben den einen oder anderen Tipp,
wie Sie sie vermeiden. Denn wenn Sie eine dieser Todsünden begehen,
haben Sie mehr als Ärger am Hals.

Meiden Sie Sites, die Sie mit Werbung, fiktiven Gefahrenmeldungen und
Täuschungsmanövern bombardieren.

1. Todsünde: Sie surfen auf Sites mit aggressiver Werbung
Manche Websites erschlagen einen geradezu mit animierter Werbung, kaum
dass die Internet-Seite aufgerufen ist. Viele Fenster öffnen sich, ein
Pop-up für Gratis-SMS hier, ein Sex-Banner dort, Abstimmungen und
Rankings drängen sich vor, und die gesuchte Information ist kaum zu
finden. Auf solchen Sites müssen Sie besondere Vorsicht walten lassen.
Ganz schnell klickt man hier einmal daneben – und ruft im schlimmsten
Fall eine Site mit Schad-Software auf. Eine tückische Variante sind
Links, die als gelb unterlegte Hinweise im Fenster der aufgerufenen
Site wie Fehlermeldungen des Browsers aussehen. Die Einblendungen
wollen Ihnen weismachen, dass sie Systemhinweise Ihres PCs sind.
Tatsächlich würden Sie auch hier eine Werbeseite aufrufen.

Tipp: Führen Sie – zunächst ohne zu klicken – die Maus auf eine solche
Meldung, und sehen Sie in der Fußzeile des Browsers nach. Hier
erscheint die URL der Seite, die aufgerufen werden würde. Anhand
dieser Information können Sie leichter entscheiden, ob Sie dorthin
geführt werden wollen.

Achtung: Gefährlich sind Sites, die den Unterschied zwischen Werbung
und gesuchten Inhalten verschleiern wollen – so etwa auf www.kino.to:
Abgesehen davon, dass beim Aufrufen der Site eine fingierte
Virenwarnung aufpoppt und beim Abspielen eines Films der zuvor
beschriebene gelb unterlegte Hinweis als vorgetäuschte Warnung
erscheint, werden Ihnen Software-Player vorgeschlagen. Ein Klick auf
die entsprehenden Buttons, die meist nicht als Werbung erkennbar sind,
führt zu einer Bezahl-Site, auf der Sie die Abspiel-Software
herunterladen können – und nebenbei ein Abo mit 60 Euro Jahresbeitrag
abschließen (www.99downloads.de).

2. Todsünde: Sie nutzen Downloadlinks von zwielichtigen Sites
Es scheint einfach zu sein: Datei anklicken und herunterladen – per
Filesharing-System oder per Direkt-Download. Doch es kommt vor, dass
statt der kostenlosen Freischaltmöglichkeit für Bezahl-Software ein
Trojaner auf der Festplatte landet. Wir haben das mit einem Key-
Generator für eine teure Grafik-Software ausprobiert: Von den zehn
Dateien, die wir fanden, waren nur drei virenfrei. Und nur eine hätte
die Grafik-Software (illegal) freigeschaltet. Schädlingsquote: 90
Prozent!

Um zu signalisieren, dass die angebotenen Programme legal und
schädlingsfrei sind, gehen immer mehr Sites dazu über, die Downloads
von ihren Anwendern bewerten zu lassen oder ein Trusted-Symbol an
vertrauenswürdige User zu vergeben, die Daten zum Download zur
Verfügung stellen. Aber auch hier ist Manipulation möglich.

Vorsicht bei Warnmeldungen: Gefährlich sind Sites wie http://adwarestriker.com
oder http://spystriker.com, die Ihnen vorgaukeln, Ihr PC hätte eine
Schwachstelle, und Ihnen als Sofortmaßnahme einen Patch oder eine
Sicherheits-Software aufdrängen. Tools, die Sie hier erhalten, sind
nicht nur kostenpflichtig, sondern bestenfalls nutzlos – im
schlechtesten Fall schädlich. Verlassen Sie sich grundsätzlich nur auf
Sicherheits-Tools, die seriöse Quellen Ihnen empfehlen.

Tipp: Dateien, bei denen Sie nicht sicher sind, ob sie gefährlichen
Code enthalten, können Sie zunächst innerhalb einer virtuellen
Umgebung (etwa eines Vmware-Systems) aufrufen. Schließen Sie aber an
ein solches virtuelles System keine externen Laufwerke (wie USB-Sticks
oder externe Festplatten) an, auf die Zugriffe gestattet wären.
Verzichten Sie außerdem auf freigegebene Netzlaufwerke und Ordner.

3. Todsünde: Sie geben persönliche Daten auf dubiosen Sites preis
Auf seriösen Sites ist nichts dagegen einzuwenden, persönliche Daten
anzugeben – diese dienen im besten Fall nur der Kundenbindung und
ermöglichen dem Anbieter eines Dienstes, Ihnen Zusatzinformationen
zukommen zu lassen. Prüfen Sie, in welcher Form Ihre Daten verwendet
werden. Selbst wenn in den AGB steht, dass nur "Partnerunternehmen"
sie nutzen dürfen, sollten Sie vorsichtig sein. Am sichersten ist es,
wenn das Unternehmen Ihre Daten nicht zu Werbe- oder
Kundenbindungszwecken nutzt oder dies nur in Zusammenhang mit Ihrem
konkreten Anliegen oder Auftrag tut. Unseriöse Web-Seiten, die etwa
bei ihren Download-Offerten ungeniert gegen das Urheberrecht
verstoßen, werden keine Skrupel haben, Nutzerdaten zu missbrauchen.
Sie müssen also davon ausgehen, dass Ihre Daten weitergegeben werden.

Tipp: Als Faustregel sollten Sie sich fragen, ob der Anbieter
überhaupt einen sinnvollen Grund hat, Ihre Adresse oder andere Daten
von Ihnen zu erfahren.

Besondere Vorsicht gilt bei Bankdaten: Noch zurückhaltender sollten
Sie mit Zahlungsinformationen wie Konto- und Kreditkartendaten sein.
Im Internet kursieren Listen mit Bankverbindungen und dazugehörigen
Namen. Mit den gestohlenen Daten melden sich Kriminelle bei
kostenpflichtigen Diensten an. Selbst wenn die Gebühr durch den
rechtmäßigen Kontobesitzer nach einigen Tagen zurückgebucht und der
erschlichene Account gelöscht wird, hatten die Betrüger für einige
Zeit die Möglichkeit, den Service kostenlos zu nutzen.

Es lohnt sich nicht, für Programme von dubiosen Download-Sites Geld
auszugeben.

4. Todsünde: Sie vertrauen Sites, die gegen geltendes Recht verstoßen
"Was tun bei einer Hausdurchsuchung?" ist der Titel eines populären E-
Books, das seit Jahren im Internet zirkuliert. Ratsamer ist es jedoch,
es gar nicht so weit kommen zu lassen. Und dazu gehört, sich von
Websites fern zu halten, deren Geschäftsmodell darauf basiert, gegen
geltendes Recht zu verstoßen – sei es in puncto Urheberrecht oder
durch Anleitungen zu illegalen Handlungen.

Die Gerichte lassen bei offensichtlich rechtswidrigen Sachverhalten
keinen rechtlichen Spielraum zu: Wird beispielsweise auf einer Website
mit Kreditkartendaten oder Zugangscodes zu Bezahl-Websites gehandelt,
dann ist das definitiv illegal – und Sie sollten keinesfalls auf
solche Angebote eingehen, selbst wenn hierbei kein Geld fließt. Anders
als bei weniger gravierenden Vergehen, bei denen manchmal keine Daten
herausgegeben werden, ist es den Behörden hier möglich, auf die
Internet-Provider zuzugehen und über die IP-Adressen die Daten von
Anwendern anzufordern. Die Vorratsdatenspeicherung wurde für solche
Ermittlungsverfahren geschaffen.

Übrigens: Auch wenn Sie Mail-Mahnschreiben von Unternehmen erhalten:
Bei kleineren Vergehen wie einer Anmeldung mit falscher Identität
müssen Sie nicht damit rechnen, dass Ermittlungsbehörden Ihre Daten
beim Provider anfordern. Denn erstens bedarf es einer richterlichen
Anordnung, um die Identität zu ermitteln, die zu einer IP-Adresse
gehört, zum anderen muss hierfür ein "schwerwiegender Schaden"
entstanden sein. Eine einfache Anmeldung (etwa in einem Forum) reicht
hierfür nicht aus.

5. Todsünde: Sie nutzen leichtfertig Bezahldienste und
Treuhandservices
Im Zusammenhang mit Treuhanddiensten und Online-Bezahlverfahren gibt
es vor allem zwei Gefahren:
Der Datenschutz eines Bezahldienstes wird missbraucht: Sie bezahlen
etwa eine bei Ebay ersteigerte Ware über Western Union oder Moneygram.
Mit Hilfe einer Transaktionsnummer und eines vereinbarten Kennwortes
kann sich der Empfänger bei diesen Diensten das Geld unbürokratisch in
bar ausbezahlen lassen. Dabei wird seine Identität nicht dokumentiert.
Wenn Sie nun beispielsweise die Ware nicht erhalten, lässt sich nicht
verfolgen, an wen das Geld gegangen ist. Entsprechend betont etwa
Western Union, dass ihr Geldtransferdienst nicht für Geschäfte
zwischen Unbekannten vorgesehen und geeignet ist.

Der vorgeschlagene Dienst existiert nur kurzfristig oder nur zum
Schein: Wenn ein Geschäftspartner den Geldtransfer ausschließlich über
einen bestimmten Bezahldienst abwickeln will, sollten Sie misstrauisch
werden. Gerade bei teuren Waren kommt es vor, dass ein angeblicher
Kaufinteressent eine attraktive Summe bietet, die er über einen
bestimmten Treuhanddienst bezahlen will. Doch an Ihr Geld kommen Sie
nicht: Entweder ist der Dienst unerreichbar oder der Zugang (und damit
das Einziehen des Betrags) funktioniert nicht mehr. Es gibt
mittlerweile mehrere tausend obskure Online-Treuhanddienste.

Prüfen Sie deshalb immer als Erstes, ob der vorgeschlagene Dienst
bekannt und seriös ist oder ob es bereits in der Vergangenheit etliche
Beschwerden gab. Oft werden solche Geldtransfer-Unternehmen nämlich
einzig und allein zu Betrugszwecken gegründet und nach kurzer Zeit
wieder geschlossen. Eine tagesaktuelle Datenbank mit Screenshots zu
allen Diensten finden Sie bei escrow-fraud.

Tipp: Die Abwicklung über einen seriösen Treuhandservice kann gerade
bei hochwertigen Waren sinnvoll sein. Bei Ebay-Geschäften sollten Sie
bei hohen Beträgen unbedingt den Ebay-Treuhandservice nutzen.


6. Todsünde: Sie gehen auf allzu verlockende Angebote ein
Im Internet kann jeder alles schreiben und versprechen. Für Sie als
Kunde ist es später oft schwierig bis unmöglich, das Versprochene
einzufordern. Seien Sie daher nicht zu schnäppchenorientiert, und
verlassen Sie sich auf Ihren gesunden Menschenverstand. Vor allem,
wenn Sie finanziell in Vorleistung treten müssen, ist Misstrauen
angesagt. Dies gilt beispielsweise für Mobilfunkverträge, bei denen
Sie in mehreren Schritten oder zeitversetzt eine Kostenerstattung
erhalten sollen.

Der Anbieter verspricht bei Abschluss von zwei Verträgen über 24
Monate Laufzeit zum hochwertigen Mobilfunkgerät noch alle möglichen
Beigaben, etwa eine Spielekonsole, ein Notebook oder einen MP3-Player.
Unterm Strich sollen Ihnen keinerlei Zusatzkosten entstehen. Möglich
wird das durch die hohe Provision, die der Provider an den dubiosen
Händler zahlt und die dieser zur Begleichung der Grundgebühren sowie
für seine Kundengeschenke nutzt. Das kann ins Auge gehen – wenn der
Händler zahlungsunfähig wird.

Achtung Gutschein: Ein weiteres Beispiel für eine gewagte
Vorauszahlung sind Internet-Auktionen, bei denen Sie Gutscheine für
bestimmte Leistungen ersteigern, etwa für Wellness-Wochenenden,
Flugreisen oder Hotelaufenthalte. Bis Sie den Gutschein nutzen,
arbeiten die Unternehmen mit Ihrem Geld. Prüfen Sie vor Ihrem
Preisangebot die Seriosität des jeweiligen Unternehmens. Hat es, etwa
bei Ebay, bereits eine lange Liste von Bewertungen, oder ist es
relativ neu am Markt? Checken Sie den Leistungsumfang des Gebotenen
ganz genau. Wie hoch wäre der Normalpreis, und wie lange ist der
Gutschein gültig? Denn hier liegt die zweite Gefahr: Oft sind solche
Gutscheine an freie Kontingente gebunden und dienen zum Auffüllen in
weniger frequentierten Zeiten. Die Gutscheine lassen sich im
schlimmsten Fall gar nicht oder nicht zum gewünschten Termin einlösen.

7. Todsünde: Sie kaufen Dinge aus illegalen oder unautorisierten
Quellen

Auch die Verbraucherzentralen warnen immer wieder vor Abzockern.
Schnäppchenjäger finden bei Software-Download-Diensten wie http://zoomerart.net,
http://mainstoreonline.com oder http://cheapbestoemonline.net teure
Software zum Superbillig-Preis. Diese und ähnliche Händler begründen
die Fast-Geschenkt-Preise (bis zu 95 Prozent Rabatt) damit, dass sie
sich das Anfertigen des Datenträgers und der Dokumentation ersparen
und der Käufer die Software selbst downloaden muss. Angeblich sollen
die Angebote auch legal sein, da es sich bei den Programmen um
günstige Sammellizenzen, OEM-Lizenzen oder Palettenware aus Konkursen
und Massenware aus Versteigerungen handle.

In der Tat werden Sie keinen Support erwarten können, denn dieser
Vertriebsweg ist nicht von den Programmanbietern autorisiert. Zudem
handelt es sich bei dem Software-Angebot um OEM-Ausgaben von
Programmen, von denen es schon seit etlichen Versionen gar keine OEM-
Lizenzen mehr gibt, etwa Adobe Photoshop. Also ist auch nicht mit
Updates vom Hersteller zu rechnen. Hinzu kommt, dass sich bei den
englischen Versionen der Software meist keine deutschsprachige
Benutzerführung einstellen lässt. Und nicht zuletzt müssen Sie auf
diesen dubiosen Sites mit Kreditkarte bezahlen, ohne zu wissen, wie
dort mit sensiblen Daten umgegangen wird.

Grauzone bei ausländischen Downloadanbietern: Kompliziert ist die
rechtliche Lage bei Musik-Downloaddiensten wie www.justmusicstore.com,
www.goldenmp3.ru, www.mp3fiesta.com oder www.mp3sparks.com. Hier
streiten sich Juristen und Industrie, ob die im Ausland ansässigen
Dienste über das Recht verfügen, Musik an Kunden in Deutschland zu
verkaufen, und ob die hierfür nötigen Urheberrechtsabgaben korrekt
abgeführt werden.

Wer bei den Diensten Musik erwirbt, hat zwar die Dateien auf dem
Rechner, und diese werden in der Regel auch abspielbar sein. Aus Sicht
der Musikindustrie handelt es sich jedoch nicht um autorisierte und
legale Kopien. Alle vier Download-Anbieter berufen sich auf russisches
oder ukrainisches Recht und arbeiten daher international in einer
Grauzone. Manche Juristen gehen davon aus, dass der Kunde, ähnlich wie
er sich eine Ware aus einem anderen Land mitbringen kann, dies auch
bei Musikdateien tun kann und so von günstigeren Preisen im Ausland
profitiert.

Hinweis in eigener Sache: Um Sie vor einem versehentlichen Klick zu
schützen, haben wir die im Artikel genannten nicht sicheren Websites
nicht verlinkt.

Quelle: PC-Welt


Tipp: Lassen Sie besser die Finger von Angeboten, die eigentlich viel
zu günstig sind, um wahr zu sein.

Reply all
Reply to author
Forward
0 new messages