Der Glaube an Maxwells Theorie (war: ... an die Quantenmechanik)

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Wolfgang G. G.

unread,
Jun 28, 2001, 1:32:55 PM6/28/01
to
Gregor Scholten in 9h7f8d$qc9$1...@a1-hrz.uni-duisburg.de :

> Insbesondere übersehe ich nicht den Unterschied, daß em. Strahlung
> existiert, instantane em. Wechselwirkungen hingegen nicht.

Dass es einen Unterschied zwischen STRAHLUNG (z.B. eines Lasers)
und WECHSELWIRKUNG (z.B. zwischen zwei Magneten) gibt, ist
offensichtlich.

Zur Widerholung (http://members.lol.li/twostone/a3.html):

"Der entscheidende Schritt [Fehler] war Maxwells Schluss von
der endlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer
Strahlung auf die gleiche endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit
aller e.m. Wirkungen. Dieser logisch-mathematisch unzulässige
Schluss ist analog zu folgendem:

Man berechnet die Geschwindigkeit von Oberflächenwellen
einer Flüssigkeit unter der Annahme der Inkompressibilität
und schliesst, die so berechnete Wellengeschwindigkeit sei
die Geschwindigkeit, mit der sich alle Störungen und
Bewegungen in der Flüssigkeit ausbreiten."

In http://groups.google.com/groups?oi=djq&ic=1&selm=an_531506436
finden sich Originalzitate von Heinrich Hertz, die nahelegen,
dass die "elektrostatische Kraft" sich im Experiment "mit
unendlicher Geschwindigkeit ausbreitet".

Ich behaupte nicht, es sei unmöglich, (sich mit c ausbreitende)
e.m. Strahlung aus dem Zusammenspiel der Maxwellschen Gleichungen
abzuleiten. Aber Coulomb's Gesetz gilt als Konsequenz der ersten
Maxwell-Gleichung alleine. Und eine Konsequenz die aus dem
Zusammenspiel mehrerer Gleichungen folgt, ist keine gültige
Konsequenz für jeder der Gleichungen alleine.

Es gibt schlichtwegs weder empirische noch logisch-mathematische
Indizien für den Irrglauben, elektrostatische und magnetische
Wechselwirkungen würden sich wie e.m. Strahlung ausbreiten.

> > - Der Dipol strahlt, unabhängig davon ob die Strahlung
> > irgendwo absorbiert wird oder nicht, dieselbe Energie ab.
> > - Eine Leiterschleife mit konstantem Gleichstrom verliert
> > keine Energie in Form von Fernwirkung/Strahlung, ausser
> > sie nähert sich oder entfernt sich (z.B.) von einer anderen
> > Leiterschleife, in der Strom induziert wird.
>
> und wo soll sich da ein Unterschied zwischen Strahlung und instantaner
> Wechselwirkung zeigen?

Ganz abgesehen von der Impulserhaltungsproblematik verliert
eine elektrisch geladene Kugel keine Energie durch Abstrahlung
virtueller Photonen. (Die Hypothese, die virtuellen Photonen
kehren immer wieder zur Kugel zurück, kann doch höchstens in
Form unverständlicher Mathematik ernst genommen werden.)

> Die Wechselwirkung zwischen den beiden Leiterschleifen ist nicht
> instantan. Man kann sie vielleicht in guter Näherung als instantan
> betrachten, wenn die beiden Leiterschleifen langsam genug bewegt sind,
> und das tut man auch, weil man damit leichter rechnen kann als mit
> der korrekten, retardierten Wechselwirkung. Aber es ist halt nur eine
> Näherung.

Die Einführung von RETARDIERUNG mit c (z.B. für Coulombs Gesetz)
ist eine reine Ad-hoc-Hypothese, die durch nichts ausser einem
Vorurteil gegen instantane Fernwirkungen gerechtfertigt werden
kann.

> > - Bei elektromagnetischer Strahlung herrscht Impulserhaltung
> > für Sender und Strahlung, und nicht für Sender und Empfänger.
>
> das kommt darauf an, welchen Prozeß man betrachtet.
> Für die Emission gilt Impulserhaltung für Sender und Strahlung.
> Für die Absorption gilt sie für Strahlung und Empfänger.
> Faßt man Emission und Absorption zu einem Prozeß zusammen, gilt sie für
> Sender und Empfänger:
>
> p(Sender, vor dem Senden) - p(Sender, nach dem Senden) = p(Empfänger,
> nach dem Empfangen) - p(Empfänger, vor dem Empfangen)

Das gilt höchstens in hier nicht relevanten Spezialfällen.

Gravitation ist ein Musterbeispiel einer Wechselwirkung,
bei der alle Fakten und Überlegungen zeigen, dass der Impuls
der wechselwirkenden Objekte erhalten bleibt.

Eine Impulsänderung der Erde durch die Gravitation der Sonne
wird also immer durch eine entgegengesetzt gleich grosse
Impulsänderung der Sonne kompensiert.

Eine Impulsänderung der Erde durch den Strahlungsdruck der
Sonne jedoch hat keine (direkte) Rückwirkung auf die Sonne.

Ein Laserblitz von der Erde zur Sonne ändert den Impuls der
Sonne erst etwa 8 Minuten nach der Impulsänderung der Erde.
Es handelt sich somit um keine Wechselwirkung zwischen Erde
und Sonne, sondern um zwei klar unterscheidbare Wechsel-
wirkungen: Erde/Laserblitz und Laserblitz/Sonne.

Zudem lässt sich der Verlauf e.m. Strahlung nicht nur
verfolgen und unterbrechen, sondern sogar umleiten! Nichts
dergleichen ist jedoch bei echten Wechselwirkungen (z.B.
Magnetismus) möglich.

> > - Bei elekt(ostat)ischen und magnetischen Wechelwirkungen
> > herrscht Impulserhaltung für die wechselwirkenden Objekte,
> > und nicht für jeweils Objekt und "virtuelle" Strahlung.
>
> das stimmt nicht.

Denk nochmals unvoreingenommen darüber nach (und lies meine
im vorigen Posting referenzierten Beiträge).

> Zunächst einmal gibt es keine "virtuelle Strahlung" (hast wohl zuviel
> populärwissenschaftliche Literatur über virtuelle Photonen gelesen, das
> steht jede Menge Unfug drin, es empfiehlt sich immer, mit der Fachliteratur
> vorlieb zu nehmen).

Behauptest du etwa, REALE Photonen (wie von Einstein postuliert
und später empirisch bestätigt) könnten die riesigen Anziehungs-
kräfte zwischen Magneten erklären?

"In der Quantenelektrodynamik werden elektrostatische Kräfte
durch Austausch von Photonen erklärt. Die Eigenschaften
experimentell nachweisbarer Photonen rechtfertigen aber
keineswegs diese Verallgemeinerung. Reale Photonen haben
bestimmte Frequenz und Energie. Für Emission und Absorption
gelten Impuls- und Energieerhaltung. Ein Sender wird in die der
Photonenemission entgegengesetzte Richtung beschleunigt. Ein
Empfänger wird in die Richtung beschleunigt, in die sich die
Photonen bei Absorption bewegen. Durch Austausch realer Photonen
können sich Gegenstände höchstens voneinander wegbeschleunigen.
Elektrostatische Anziehung kann nicht einmal qualitativ erklärt
werden." (http://members.lol.li/twostone/a3.html)

> Was es hingegen wohl gibt, ist das em. Feld.
> Und bei jeder em. Wechselwirkung - also auch elektrostatisch und
> magnetisch - gilt Impulserhaltung zunächst einmal für Objekt und Feld.
> Vernachlässigt man die Retardierung der Wechselwirkung (nimmt also
> näherungsweise eine instantane Wechselwirkung an) oder nimmt die
> Wechselwirkung als zeitlich begrenzt an und betrachtet die Impuls der
> wechselwirkenden Objekte vor und nach der Wechselwirkung, dann erhält man
> Impulserhaltung für die beiden Objekte.

> > - Emission und Absorption realer Photonen führen nur zu sehr
> > kleinen Kräften bzw. Impulsänderungen.
> > - Die Kräfte bzw. Impulsänderungen elektrisch geladener oder
> > magnetischer Körper können riesengross werden.
>
> das hängt damit zusammen, daß für das Strahlungsfeld eine andere
> Dispersionsrelation gilt als für das Feld der Wechselwirkung.
> Ein Strahlungsphoton mit der Energie E hat den Impuls p=E/c.
> Das wechselwirkende (wohlgemerkt retardiert, nicht instantan) Feld hingegen
> kann auch bei kleinen Energieen E hohe Impulse p>>E/c übertragen.
> Das läßt sich problemlos aus den Maxwell-Gleichungen herleiten.

Wenn man zur Verteidigung der geglaubten Theorien selbst die
fundamentalsten physikalischen Gesetze ausser Kraft setzen darf,
dann ist es natürlich kaum mehr möglich, Theorien zu widerlegen.

Ein reales Feld (oder ein reales Photon) der Energie E, das sich
mit v = c ausbreitet, hat die Masse m = E/c^2 und den Impuls
p = m*v = E/c. Für ein virtuelles Feld (bzw. Photon) soll aber
die Ad-hoc-Hyopothese p >> m*v gelten.

Die Frage, ob es sich bei elektromagnetischen Wechelwirkungen
um instantane Fernwirkungen handelt oder nicht, ist nicht nur
von grösster Bedeutung, sondern auch einfach (sowohl logisch-
mathematisch als auch empirisch) entscheidbar. Aber die
menschliche Psychologie ist so geartet, dass sie mögliche
Widerlegungen eines liebgewonnenen Glaubens instinktiv schon
im Keime erstickt.


Gruss,
Wolfgang

Meine vorigen Postings:
http://members.lol.li/twostone/google1.html#qm

Re: Instantanous propagation of the 'electrostatic force'?
http://groups.google.com/groups?oi=djq&ic=1&selm=an_535963467


Gregor Scholten

unread,
Jun 29, 2001, 1:21:51 PM6/29/01
to
"Wolfgang G. G." <z...@z.lol.li> wrote in
news:9hfppd$gt0$1...@newsreaderg1.core.theplanet.net:

>> Insbesondere übersehe ich nicht den Unterschied, daß em. Strahlung
>> existiert, instantane em. Wechselwirkungen hingegen nicht.
>
> Dass es einen Unterschied zwischen STRAHLUNG (z.B. eines Lasers)
> und WECHSELWIRKUNG (z.B. zwischen zwei Magneten) gibt, ist
> offensichtlich.

Hallo, bitte mal genau lesen:
ich sprach von der Nichtexistenz INSTANTANER Wechselwirkungen, nicht von
der Nichtexistenz von Wechselwirkungen.


> Zur Widerholung (http://members.lol.li/twostone/a3.html):
>
> "Der entscheidende Schritt [Fehler] war Maxwells Schluss von
> der endlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer
> Strahlung auf die gleiche endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit
> aller e.m. Wirkungen. Dieser logisch-mathematisch unzulässige
> Schluss

an diesem Schluß ist überhaupt nichts logisch-mathematisch unzulässiges
dran.
Im Gegenteil: dieser Schluß ist logisch notwendig.
Ein sich instantan ausbreitendes Feld könnte keine Wellen ausbilden.
Beispiel: Newtons Gravitationstheorie. Dort ist die Gravitation instantan,
und deswegen kann es dort keine Gravitationswellen geben.
Anderes Beispiel: die prä-maxwellsche Elektrizitätslehre. Dort breiten sich
elektrische Felder instantan aus, entsprechend gibt es dort keine
elektrischen oder elektromagnetischen Wellen.
Ein Feld, das Wellen ausbilden kann, muß notwendigerweise eine endliche
Ausbreitungsgeschwindigkeit haben, die gleich der
Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen ist.


> ist analog zu folgendem:
>
> Man berechnet die Geschwindigkeit von Oberflächenwellen
> einer Flüssigkeit unter der Annahme der Inkompressibilität
> und schliesst, die so berechnete Wellengeschwindigkeit sei
> die Geschwindigkeit, mit der sich alle Störungen und
> Bewegungen in der Flüssigkeit ausbreiten."

falsch.
Du bringst hier die Oberfläche einer Flüssigkeit mit ihrem Innenraum
durcheinander.
Störungen in der Flüssigkeit breiten sich mit der Schallgeschwindigkeit im
Innenraum der Flüssigkeit aus, d.h. mit der Geschwindigkeit, mit der sich
Innenraumwellen (NICHT zu verwechseln mit den Oberflächenwellen!!!)
ausbreiten.
Das ist experimentell erwiesen. Und dazu war Maxwells Überlegung analog.
Du machst den Fehler, Innenraumwellen mit Oberflächenwellen zu verwechseln,
die eine ganz andere (sehr viel kleinere) Geschwindigkeit haben.


> Ich behaupte nicht, es sei unmöglich, (sich mit c ausbreitende)
> e.m. Strahlung aus dem Zusammenspiel der Maxwellschen Gleichungen
> abzuleiten. Aber Coulomb's Gesetz gilt als Konsequenz der ersten
> Maxwell-Gleichung alleine. Und eine Konsequenz die aus dem
> Zusammenspiel mehrerer Gleichungen folgt, ist keine gültige
> Konsequenz für jeder der Gleichungen alleine.

da gibt es nur einen Haken:
es gibt em. Wellen, die sich mit c ausbreiten.
Und die könnte es nicht geben, wenn nur die 1. Maxwell-Gleichung alleine
gültig wäre.
Die Existenz von em. Wellen kann nur durch die Gültigkeit auch der 3. und
4. Maxwell-Gleichung erklärt werden.
Daher müssen auch die gültig sein, und daraus folgt, daß sich em.
Wechselwirkungen jeglicher Art nur mit c ausbreiten können.


> Es gibt schlichtwegs weder empirische noch logisch-mathematische
> Indizien für den Irrglauben, elektrostatische und magnetische
> Wechselwirkungen würden sich wie e.m. Strahlung ausbreiten.

nein, für den Irrglauben nicht. Das folgt logisch zwingend daraus, daß es
kein Irrglaube ist, sondern eine Tatsache.
Und für diese Tatsache gibt es zahllose experimentelle wie auch logisch-
mathematische Indizien.


>> > - Der Dipol strahlt, unabhängig davon ob die Strahlung
>> > irgendwo absorbiert wird oder nicht, dieselbe Energie ab.
>> > - Eine Leiterschleife mit konstantem Gleichstrom verliert
>> > keine Energie in Form von Fernwirkung/Strahlung, ausser
>> > sie nähert sich oder entfernt sich (z.B.) von einer anderen
>> > Leiterschleife, in der Strom induziert wird.
>>
>> und wo soll sich da ein Unterschied zwischen Strahlung und instantaner
>> Wechselwirkung zeigen?
>
> Ganz abgesehen von der Impulserhaltungsproblematik verliert
> eine elektrisch geladene Kugel keine Energie durch Abstrahlung
> virtueller Photonen.

logischerweise nicht, da sie keine solche abstrahlt.
Eine "Abstrahlung" virtueller Photonen ist ein Märchen, das von der
populärwissenschaftlichen Literatur in die Welt gesetzt wurde und nicht
allzu ernst genommmen werden sollte.


> (Die Hypothese, die virtuellen Photonen
> kehren immer wieder zur Kugel zurück, kann doch höchstens in
> Form unverständlicher Mathematik ernst genommen werden.)

sein, sie kann überhaupt nicht ernst genommen werden.
Da sie ein rein populärwissenschaftliches Konstrukt ist, das mit der
Quantenelektrodynamik herzlich wenig zu tun hat.


>> Die Wechselwirkung zwischen den beiden Leiterschleifen ist nicht
>> instantan. Man kann sie vielleicht in guter Näherung als instantan
>> betrachten, wenn die beiden Leiterschleifen langsam genug bewegt sind,
>> und das tut man auch, weil man damit leichter rechnen kann als mit der
>> korrekten, retardierten Wechselwirkung. Aber es ist halt nur eine
>> Näherung.
>
> Die Einführung von RETARDIERUNG mit c (z.B. für Coulombs Gesetz)
> ist eine reine Ad-hoc-Hypothese,

falsch.
Sie folgt unvermeidlicherweise aus den Maxwell-Gleichungen.
Die wiederum eine Konsequenz aus der Tatsache sind, daß es em. Wellen gibt.


>> > - Bei elektromagnetischer Strahlung herrscht Impulserhaltung für
>> > Sender und Strahlung, und nicht für Sender und Empfänger.
>>
>> das kommt darauf an, welchen Prozeß man betrachtet.
>> Für die Emission gilt Impulserhaltung für Sender und Strahlung.
>> Für die Absorption gilt sie für Strahlung und Empfänger.
>> Faßt man Emission und Absorption zu einem Prozeß zusammen, gilt sie
>> für Sender und Empfänger:
>>
>> p(Sender, vor dem Senden) - p(Sender, nach dem Senden) = p(Empfänger,
>> nach dem Empfangen) - p(Empfänger, vor dem Empfangen)
>
> Das gilt höchstens in hier nicht relevanten Spezialfällen.

nein, es gilt immer.


> Gravitation ist ein Musterbeispiel einer Wechselwirkung,
> bei der alle Fakten und Überlegungen zeigen, dass der Impuls
> der wechselwirkenden Objekte erhalten bleibt.

ja, bei Newton.
Da ist die Gravitation ja auch instantan.
Allerdings ist diese Theorie experimentell widerlegt.
Um dem Experiment gerecht zu werden, muß man zur ART übergehen, in der die
Gravitation retardiert ist und es Gravitationswellen gibt.


> Eine Impulsänderung der Erde durch die Gravitation der Sonne
> wird also immer durch eine entgegengesetzt gleich grosse
> Impulsänderung der Sonne kompensiert.

das ist falsch.
Die Newtonsche Gravitationstheorie führt zwar zu diesem Resultat, ist aber
experimentell widerlegt.
Jede Impulsänderung der Erde wird zunächst einmal nur durch die
Impulsänderung des Gravitationsfeldes kompensiert.
Ebenso jede Impulsänderung der Sonne ebenso.
Eine sofortige Kompensation der Änderung des Erdimpulses durch eine
Änderung des Sonnenimpulses erhält man erst näherungsweise, wenn man so
große Zeiten betrachtet, daß die Retardierung vernachlässigbar ist.


> Eine Impulsänderung der Erde durch den Strahlungsdruck der
> Sonne jedoch hat keine (direkte) Rückwirkung auf die Sonne.

und ebenso hat eine Impulsänderung der Erde durch die Wechselwirkung mit
dem Gravitationsfeld der Sonne keine direkte Rückwirkung auf die Sonne.


> Ein Laserblitz von der Erde zur Sonne ändert den Impuls der
> Sonne erst etwa 8 Minuten nach der Impulsänderung der Erde.
> Es handelt sich somit um keine Wechselwirkung zwischen Erde
> und Sonne, sondern um zwei klar unterscheidbare Wechsel-
> wirkungen: Erde/Laserblitz und Laserblitz/Sonne.

ja.
Und ebenso ist die em. Wechselwirkung zwischen zwei Ladungen genaugenommen
gar keine Wechselwirkung zwischen den beiden Ladungen, sondern eine
Wechselwirkung von jeder der beiden Ladungen mit dem em. Feld.


>> Zunächst einmal gibt es keine "virtuelle Strahlung" (hast wohl zuviel
>> populärwissenschaftliche Literatur über virtuelle Photonen gelesen,
>> das steht jede Menge Unfug drin, es empfiehlt sich immer, mit der
>> Fachliteratur vorlieb zu nehmen).
>
> Behauptest du etwa, REALE Photonen (wie von Einstein postuliert
> und später empirisch bestätigt) könnten die riesigen Anziehungs-
> kräfte zwischen Magneten erklären?

nein, ich behaupte, em. Felder könnten die riesigen Anziehungskräfte
erklären.
Felder, die den Maxwell-Gleichungen gehorchen.


> "In der Quantenelektrodynamik werden elektrostatische Kräfte
> durch Austausch von Photonen erklärt.

das steht zwar häufig so in der populärwissenschaftlichen Literatur, ist
aber falsch.
Erklärt werden sie durch em. Felder.
Wechselwirkungsprozesse dieser Felder können im Rahmen der Störungsrechnung
durch die Streumatrix beschrieben werden.
Die durch Feynman-Diagramme mit inneren Photonenlinien grafisch dargestellt
werden können.
Diese inneren Linien dürfen aber wohlgemerkt nicht so verstanden werden,
daß da tatsächlich Photonen herumfliegen würden.


> Die Eigenschaften
> experimentell nachweisbarer Photonen rechtfertigen aber
> keineswegs diese Verallgemeinerung.

welche Verallgemeinerung???
Es liegt da überhaupt keine Verallgemeinerung vor.
Die Streumatrix-Theorie beruht auf einer störungstheoretischen Behandlung
von Wechselwirkungsprozessen, da ist nirgendwo eine Verallgemeinerung.


> Reale Photonen haben
> bestimmte Frequenz und Energie. Für Emission und Absorption
> gelten Impuls- und Energieerhaltung. Ein Sender wird in die der
> Photonenemission entgegengesetzte Richtung beschleunigt. Ein
> Empfänger wird in die Richtung beschleunigt, in die sich die
> Photonen bei Absorption bewegen. Durch Austausch realer Photonen
> können sich Gegenstände höchstens voneinander wegbeschleunigen.

ja, das ist absolut richtig.
Und das illustriert einmal mehr, warum die Interpretation von inneren
Photonenlinien in Feynman-Diagrammen als tatsächlicher Austausch von
Photonen falsch ist.


> Elektrostatische Anziehung kann nicht einmal qualitativ erklärt
> werden." (http://members.lol.li/twostone/a3.html)

doch, klar kann sie.
Durch elektrische Felder.
Wenn man allerdings den Fehler macht, von der falschen Interpretation der
inneren Photonenlinien in den zugehörigen Feynman-Diagrammen als
tatsächlich hin- und herfliegende Photonen auszugehen, dann kann das schon
passieren, daß einem das nicht ersichtlich ist.


>> > - Emission und Absorption realer Photonen führen nur zu sehr
>> > kleinen Kräften bzw. Impulsänderungen.
>> > - Die Kräfte bzw. Impulsänderungen elektrisch geladener oder
>> > magnetischer Körper können riesengross werden.
>>
>> das hängt damit zusammen, daß für das Strahlungsfeld eine andere
>> Dispersionsrelation gilt als für das Feld der Wechselwirkung.
>> Ein Strahlungsphoton mit der Energie E hat den Impuls p=E/c.
>> Das wechselwirkende (wohlgemerkt retardiert, nicht instantan) Feld
>> hingegen kann auch bei kleinen Energieen E hohe Impulse p>>E/c
>> übertragen. Das läßt sich problemlos aus den Maxwell-Gleichungen
>> herleiten.
>
> Wenn man zur Verteidigung der geglaubten Theorien selbst die
> fundamentalsten physikalischen Gesetze ausser Kraft setzen darf,
> dann ist es natürlich kaum mehr möglich, Theorien zu widerlegen.

da werden aber überhaupt keine physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt.
Fundamentalste nicht, und andere auch nicht.


> Ein reales Feld (oder ein reales Photon)

hier muß zunächst einmal zwischen einem realen Feld und einem realen Photon
unterschiedenen werden.
Ein Photon ist ein angeregter Zustand eines asymptotisch freien Feldes,
d.h. eines Feldes in Abwesenheit von Ladungsträgern, mit denen das Feld
wechselwirken könnte.
Im Falle der Anwesenheit von Ladungsträgern ist das Feld nicht mehr
aymptotisch frei, und der Photonenbegriff ist nicht mehr anwendbar.
Was auch einer der Gründe dafür ist, daß innere Photonenlinien in Feynman-
Diagramme (die ja Felder beschreiben, die gerade nicht asymptotisch frei
sind) nicht als tatsächlich existierende Photonen aufgefaßt werden dürfen.


> der Energie E, das sich
> mit v = c ausbreitet, hat die Masse m = E/c^2 und den Impuls
> p = m*v = E/c.

das gilt nur für das asymptotisch freie Feld.
Ich darf daran erinnern, die Energiedichte U des em. Feldes ist gegeben
durch

U ~ E^2 + B^2

wobei E das elektrische und B das magnetische Feld ist, und die
Impulsdichte P durch

P ~ E x B

also das Vektorprodukt aus elektrischer und magnetischer Feldstärke.
Die Beziehung U = P*c ergibt sich nur für das asymptotisch freie Feld, also
für das Feld von em. Wellen.
Für das wechselwirkende Feld ergibt sich eine i.a. andere Beziehung.


> Für ein virtuelles Feld

es gibt kein virtuelles Feld.


> (bzw. Photon) soll aber
> die Ad-hoc-Hyopothese p >> m*v gelten.

das ist keine ad-hoc-Hypothese, sondern folgt aus den Beziehungen für die
Energie- und Impulsdichte des em. Feldes.



> Die Frage, ob es sich bei elektromagnetischen Wechelwirkungen
> um instantane Fernwirkungen handelt oder nicht, ist nicht nur
> von grösster Bedeutung, sondern auch einfach (sowohl logisch-
> mathematisch als auch empirisch) entscheidbar.

genau.
Und die Empirie zeigt: sie ist nicht instantan.


> Aber die
> menschliche Psychologie ist so geartet, dass sie mögliche
> Widerlegungen eines liebgewonnenen Glaubens instinktiv schon
> im Keime erstickt.

ach so, und weil du den Glauben so liebgewonnen hast, daß em.
Wechselwirkungen instantan seien, bist du nicht imstande, dich von diesem
Irrglauben zu lösen.
Tja, das ist dann halt dein Pech, da kann ich dir auch nicht weiterhelfen
;-)

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