Mit eklatanter Verletzung der Sorgfaltspflicht verlieren derzeit die
internationalen Presseagenturen stark an Vertrauen.Prominentestes
Beispiel ist die Berichterstattung zur Wahlkampagne des Referendums in
Kolumbien. Haben Recherchen vor Ort ergeben dass es sich bei dem
Referendum in erster Linie um Sparmassnahmen der Regierung mit starkem
Sozialleistungsabbau handelt und speziell der Bildungssektor zu leiden
hat so ist es nicht verwunderlich dass das Volk das Referendum
abgelehnt hat. AFP, AP associated press und die deutsche Presse
agentur DPA betitelten hingegen die Reform als "Referendum gegen
Korruption" und erwähnen den Sozialabbau mit keinem Wort. Die meisten
Zeitungen weltweit haben die Meldungen ohne weitere Überprüfung
gleichlautend übernommen. Das Kolumbianische Volk fiel aber nicht auf
die Regierungspropaganda herein und lehnte das Referednum ab, die
internationalen Presseagenturen tappten dafür in die Falle und
doppelten sogar nach indem sie meinten das Volk habe die Massnahmen
gegen Korruption abgelehnt. Die Agenturen wurden übrigens schriftlich
auf den Irrtum aufmerksam gemacht, Reaktionen blieben aber aus und
noch Wochen später wird das Referendum falsch betitelt.