In meinem 11er Bio-Grundkurs beginne ich in den nächsten Wochen mit der
Fotosynthese.
Zur Untersuchung des Einflusses von Aussenfaktoren (Licht, CO2, Temperatur)
habe ich den "Bläschen-Zähl-Versuch" mit Elodea (Wasserpest) ausgewählt und
auch schon mehrfach vorher ausprobiert.
Leider stellt sich nicht immer der gewünschte Erfolg ein.
Wer kann mir also helfen?
1. Wie sollte man die Pflanze vorbehandeln (im Dunkeln oder Hellen
aufbewahren, kalte oder warm, Mineralwasser zugeben)?
2. Wie lang sollte der abgeschnittene Spross am besten sein?
3. Sonstige Tipps von erfahrenen Biolehrern?
4. Was geschieht eigentlich in der Pflanze mit dem entstehenden
Sauerstoff in vivo? Elodea ist doch eine Wasserpflanze, die doch
eher wenig Licht mitbekommt?
5. In welchen Wasserregionen findet man die Wasserpest eigentlich?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Alexander
Ich würde sie einen Tag im dunklen aushungern, damit sie bei Licht
auch schön Fotosynthese macht.
Ich nehme Wasser mit Raumtemperatur. bei zu kaltem Wasser gibt es
häufig einen Kälteschock, von dem sie sich nicht mehr so recht
erholt.
Zum "Füttern" mit CO2 gebe ich dann etwas Natriumhydrogencarbonat
dazu.
>2. Wie lang sollte der abgeschnittene Spross am besten sein?
Ein paar (2 - 4) Zentimeter. Wir machen es als Projektionsversuch
mit einer Küvette und beschweren dann die Pflanze an den Blättern
mit einer Büroklammer, so dass der abgeschnittene Spross schön nach
oben zeigt.
>3. Sonstige Tipps von erfahrenen Biolehrern?
In die Küvette mehrere Sprosse geben, weil es eben nicht so doll
klappt. Bei 4 oder 5 Sprossen ist dann meistens einer dabei, bei dem
man brauchbare Ergebnisse sieht.
Die Elodea-Pflanzen aus der Zoohandlung sind meistens nicht gut
geeignet, da ihre Sprosse zu dicht sind, lieber draußen oder in
Teichen mal schauen. Die Pflanzen sollten auch recht frisch sein. Da
bei mir die entsprechende Stunde wegen Krankheit mal ausfiel,
standen meine Pflanzen dann fast eine Woche herum, bis ich sie
wieder einsetzte, und das klappte dann nicht mehr.
>4. Was geschieht eigentlich in der Pflanze mit dem entstehenden
>Sauerstoff in vivo? Elodea ist doch eine Wasserpflanze, die
doch
>eher wenig Licht mitbekommt?
Ich denke, dass sie ihn über die Blätter abgibt.
Viel Erfolg!
Martin
Alexander schrieb:
Hallo Alexander,
einen Tip kann ich zu Martins Ausführungen noch zufügen. Er betrifft die
Sichtbarmachung der Sauerstoffmenge.
Da sich Sauerstoff in Wasser zu einem bestimmten Anteil (temperaturabhängig wie
wir wissen) löst, ist es nicht so ganz sinnig, die Pflanze erst auszuhungern,
da die O2-Sättigung des Wassers erst Mal weg ist. Man muss dann eine Weile
warten/beleuchten, bis sich erst das Wasser mit O2 gesättigt hat und die ersten
Blasen wirklich aufsteigen.
So ein ähnliches Problem gibt es übrigens auch bei der Elektrolyse von Wasser
im Hoffmannschen Wasserzersetzer, falls den jemand kennt. Das Verhältnis von H2
zu O2 ist am Anfang nie 2:1 sondern viel höher.
Für eine Unterrichtsstunde kann man also sagen: Erst aushungern, dann kurz vor
der Vorführung vielleicht eine halbe Stunde oder so (ausprobieren!) beleuchten,
damit das Wasser mit O2 gesättigt ist, dann erst vorführen.
Gruß Christoph
Grüsse aus dem Münsterland
Alexander