Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Umgang mit Messgeräten

9 views
Skip to first unread message

B. Jennen

unread,
Dec 30, 2003, 11:00:33 AM12/30/03
to
Hallo,
kann mir jemand sagen, was ich falsch mache?
Ich hab zu Weihnachten ein Digital-Multimeter zum Messen von
Spannungen und Strömen bekommen. Um es auszuprobieren hab ich eine
stinknormale 25-Watt-Glühlampe hergenommen und wollte einfach mal
deren Widerstand messen.
Also zuerst gerechnet, was rauskommen müsste: P = U * I und U = R * I
(Ohmsches Gesetz) kombiniert ergibt P = U^2 / R bzw. R = U^2 / P.
Wenn ich die bekannten Werte einsetze erhalte ich
R = (230V)^2 / 25 Watt = 2 116 Ohm, das müsste ich also messen. Tu ich
aber nicht!
Wenn ich mit meinem Multimeter und dem meines Nachbarn messe, erhalte
ich die einen Zahlenwert, der bei jedem gewählten Messbereich um den
Faktor 10 zu niedrig ist und mit meinem errechneten Widerstandswert
bei weitem nicht übereinstimmt.
So sehe ich im Display den Messwert 165.5 (bei einem vorgewählten
Messbereich von 0 bis 200).
Ich kapier das nicht. Was mach ich falsch? Wie messe ich den
Widerstand der Glühbirne richtig? Das Messgerät ist nicht defekt.

Danke und Gruss
Brigitte

André Eckardt

unread,
Dec 30, 2003, 11:39:46 AM12/30/03
to
Hallo!

B. Jennen schrieb:

> Hallo,
> kann mir jemand sagen, was ich falsch mache?
> Ich hab zu Weihnachten ein Digital-Multimeter zum Messen von
> Spannungen und Strömen bekommen. Um es auszuprobieren hab ich eine
> stinknormale 25-Watt-Glühlampe hergenommen und wollte einfach mal
> deren Widerstand messen.

> [...]


> Wenn ich mit meinem Multimeter und dem meines Nachbarn messe, erhalte
> ich die einen Zahlenwert, der bei jedem gewählten Messbereich um den
> Faktor 10 zu niedrig ist und mit meinem errechneten Widerstandswert
> bei weitem nicht übereinstimmt.

Die Birne war doch sicher nicht an, oder?
Der Wolframdraht verhält sich da anders, als du das wohl erwartest:
Der Widerstand ist abhängig von Temperatur und damit in diesem Fall
abhängig von der Stromstärke / Spannung.
Schau mal z. B. hier:
http://iva.uni-ulm.de/PHYSIK/VORLESUNG/ELEHRE/node102.html

Guten Rutsch!
André

Gernot Zander

unread,
Dec 30, 2003, 2:55:32 PM12/30/03
to
Hi,

in schule.natwis André Eckardt <andre_i...@gmx.net> wrote:
> B. Jennen schrieb:

>> Ich hab zu Weihnachten ein Digital-Multimeter zum Messen von
>> Spannungen und Strömen bekommen. Um es auszuprobieren hab ich eine
>> stinknormale 25-Watt-Glühlampe hergenommen und wollte einfach mal
>> deren Widerstand messen.
>> [...]
>> Wenn ich mit meinem Multimeter und dem meines Nachbarn messe, erhalte
>> ich die einen Zahlenwert, der bei jedem gewählten Messbereich um den
>> Faktor 10 zu niedrig ist und mit meinem errechneten Widerstandswert
>> bei weitem nicht übereinstimmt.

> Der Widerstand ist abhängig von Temperatur und damit in diesem Fall

Jenau. Miss lieber ein Bügeleisen (das wird nicht so warm, dass
die Temperatur eine nennenswerte Rolle spielt), oder einen
Ölradiator oder sowas.
Hingegen bei Glühlampen, Trafos, Motoren oder gar Schaltnetzteilen,
also bei allem, das Spulen enthält oder über sagen wir mal 1000°
heiß wird, misst der Widerstands-Messbereich nur Mist.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*
Selbstgespräche gelingen besser, wenn man sich vorher ein bißchen
reinen Wein einschenkt.

Bodo Mysliwietz

unread,
Dec 30, 2003, 4:34:47 PM12/30/03
to
"B. Jennen" <b.je...@gmx.de> schrieb
>...Digital-Multimeter ...Um es auszuprobieren hab ich eine

> stinknormale 25-Watt-Glühlampe hergenommen und wollte einfach mal
> deren Widerstand messen.
[...]

> Wenn ich mit meinem Multimeter und dem meines Nachbarn messe, erhalte
> ich die einen Zahlenwert, der bei jedem gewählten Messbereich um den
> Faktor 10 zu niedrig ist und mit meinem errechneten Widerstandswert
> bei weitem nicht übereinstimmt.

Klar, Du hast etwas zu ideal gerechnet. Der elektrische Widerstand
des Wolframleiters steigt mit der Temperatur. Deine Berechnung
trifft also nur für die Betriebstemperatur ( größer 2000°C) und nicht
für Raumtemperatur zu.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
--------------------------------------------
http://www.cneweb.de/home/chemietechnik/

Andreas Rittershofer

unread,
Dec 30, 2003, 11:17:05 AM12/30/03
to
On 30 Dec 2003 08:00:33 -0800, b.je...@gmx.de (B. Jennen) wrote:


>Ich kapier das nicht. Was mach ich falsch? Wie messe ich den
>Widerstand der Glühbirne richtig? Das Messgerät ist nicht defekt.

Der Widerstand hängt stark von der Temperatur ab. Gemessen wird hier
offenbar die Lampe in kaltem Zustand - da ist der Widerstand viel
niedriger als in heißem Zustand.

Deshalb brennen ja auch Glühlampen häufig beim Einschalten durch: Die
Lampe ist noch kalt, der Widerstand daher klein, es fließt ein hoher
Einschaltstrom, den die Birne irgendwann nicht mehr verkraftet.

Daher haben bessere Dimmerpacks in der Beleuchtungstechnik eine
Lampenvorheizung, bei der die Birne von einem Strom durchflossen wird,
der zwar den Glühdraht vorheizt und damit seinen Widerstand erhöht,
die Lampe aber nicht (oder nicht nennenswert) leuchten lässt.


mfg ar

--
E-Learning mit dem LmTM-Server:
http://www.LmTM.de/

0 new messages