Gesagt getan:
Whiskydose (L=30,7cm), Loch in Boden gebohrt 1mm,
Faustformel d=0,037 *Wurzel(L), macht ca. 0,65mm
(gefunden bei http://www.die-lochkamera.de/)
Lochöffnung, also Alufolie über gebohrtes Loch,
Nadel mit 0,7mm Durchmesser, Piks
"Große" Öffnung mit Backpapier abgeklebt.
Test: Kerze wir sehr scharf, umgekehrt und seitenverkehrt abgebildet.
Meinung: Perfekt.....
Ergebnis: Note 4. Ausreichend
Begründung: zweiter innerer Zylinder zur Änderung der Bildweite fehlt
Reaktion: offener Mund, dumm guck bei Eltern, heulendes Kind
Telefonat mit der Lehrerin:
ohne Ergebnis. Sie bleibt dabei. Punkt.
<Sarkasmus>
und dazu der aktuelle Artikel über die Lehrerlein im Spiegel...
</Sarkasmus>
Fragen:
- Läßt sich der Bau einer Lochkamera überhaupt sinnvoll
bewerten? Wenn ja, welche Kriterien sollen hier gelten?
Physik? Ästhetik? Aufwand? Handwerker in der Familie?
- Was war hier eigentlich wichtig? Die Physik für einen 6.-Klässler
(d.h. Begeisterung für ein scharfes, umgekehrtes, seitenverkehtes
Bild mit einfachen Mitteln)?
- Warum nicht vorher konkrete Anforderung: ich WILL es auf diese
Art und Weise haben
Gruß Jörg
Am 11.11.2003 20:13 schrieb Joerg Upahl:
> Hausaufgabe für meinen Sohn
> Ph6 Gym (Orientierungsstufe, 1stündig), Optik, MVP
> "Baue eine Lochkamera, wenn du nicht weißt wie es
> geht schaue im Buch nach"
Wenn das wirklich alles war und vorher nicht darüber im Unterricht
gesprochen wurde, hat die Lehrerin meines Erachtens Mist gebaut.
> Gesagt getan:
>
> Whiskydose (L=30,7cm), Loch in Boden gebohrt 1mm,
> Faustformel d=0,037 *Wurzel(L), macht ca. 0,65mm
> (gefunden bei http://www.die-lochkamera.de/)
> Lochöffnung, also Alufolie über gebohrtes Loch,
> Nadel mit 0,7mm Durchmesser, Piks
> "Große" Öffnung mit Backpapier abgeklebt.
Hast Du das der Lehrerin auch so gesagt? Ich hätte mit dieser Anleitung
als Sechstklässler glaube ich nix anfangen koennen. Und für Dein Alter
ist eine Vier dafür doch eine faire Note
>
> Test: Kerze wir sehr scharf, umgekehrt und seitenverkehrt abgebildet.
> Meinung: Perfekt.....
>
> Ergebnis: Note 4. Ausreichend
> Begründung: zweiter innerer Zylinder zur Änderung der Bildweite fehlt
>
> Reaktion: offener Mund, dumm guck bei Eltern, heulendes Kind
>
> Telefonat mit der Lehrerin:
> ohne Ergebnis. Sie bleibt dabei. Punkt.
>
> <Sarkasmus>
> und dazu der aktuelle Artikel über die Lehrerlein im Spiegel...
> </Sarkasmus>
Spiegel Leser wissen mehr.
> Fragen:
> - Läßt sich der Bau einer Lochkamera überhaupt sinnvoll
> bewerten?
Ja.
Wenn ja, welche Kriterien sollen hier gelten?
> Physik?
Ja.
Ästhetik?
Mhm??
Aufwand?
Ja.
Handwerker in der Familie?
Nein.
Meine Vorschläge: Selbstentwickelt/-gemacht. Quälität der Abbildung.
Verständnis des Prinzips. Und nicht zuletzt Extras. Also z.B. die
Bildweitenänderung oder eine Zweilochlinse.
> - Was war hier eigentlich wichtig? Die Physik für einen 6.-Klässler
> (d.h. Begeisterung für ein scharfes, umgekehrtes, seitenverkehtes
> Bild mit einfachen Mitteln)?
Mit sicherheit gefragter als Deine Faustformel.
> - Warum nicht vorher konkrete Anforderung: ich WILL es auf diese
> Art und Weise haben
Um zu sehen wie die Kinder mit solch lockeren Aufgabenstellungen
selbstständig umgehen.
Ja ok, IHR habt ne funktionierende Kamera abgegeben. Diese einfachste
Bauart war der Lehrerin dann ja auch ausreichend.
> Gruß Jörg
Was mich eigentlich am meisten wundert: Warum verteilt die Lehrerin bei
solchen Aufgaben direkt Noten? Früher wurd das still und leise im roten
Buch notiert. Zumindest in der Sechsten.
Gruß christoph
> Wenn das wirklich alles war und vorher nicht
> darüber im Unterricht
> gesprochen wurde, hat die Lehrerin meines Erachtens Mist gebaut.
sehe ich vollständig so!
> Hast Du das der Lehrerin auch so gesagt?
Ja
> Ich hätte mit dieser Anleitung als Sechstklässler glaube
> ich nix anfangen koennen.
Sohn konnte die Zahlen basteltechnisch umsetzen.
> Und für Dein Alter ist eine Vier dafür doch eine faire Note
Schelm! Den laß ich dir mal ungestraft durchgehen.
>> Fragen:
>> - Läßt sich der Bau einer Lochkamera überhaupt sinnvoll
>> bewerten?
> Ja.
Je länger ich darüber nachdenke umso weniger mag ich das glauben.
Dann wären auch B-Noten für gute Kamerahaltung zulässig?
> Meine Vorschläge: Selbstentwickelt/-gemacht.
kaum zu kontrollieren
> Quälität der Abbildung.
Ja! Ja! Ja!
> Verständnis des Prinzips.
Ja! Ja! Ja!
> Und nicht zuletzt Extras. Also z.B. die
> Bildweitenänderung oder eine Zweilochlinse.
in Klasse 6? bei einer Wochenstunde? Wer soll denn hier
beschäftigt werden, die Eltern oder die Schüler?
Haben alle die gleichen Mittel zur Verfügung?
> Mit sicherheit gefragter als Deine Faustformel.
nana :-) wochenlanges Experimentieren war hier
wohl nicht angesagt.
>> - Warum nicht vorher konkrete Anforderung: ich WILL es auf diese
>> Art und Weise haben
> Um zu sehen wie die Kinder mit solch lockeren Aufgabenstellungen
> selbstständig umgehen.
locker... und fast selbstständig und mit anfangs noch sehr
großem Interesse, das ist nun dahin
Begriffen hat er nun Eines: eine der schärfsten Abbildungen
führt zu einer "scharfen" Note. So nach dem Motto "Deine Kamera
funktioniert ja ganz super. Aber das geht eigentlich nicht."
> Ja ok, IHR habt ne funktionierende Kamera abgegeben. Diese einfachste
> Bauart war der Lehrerin dann ja auch ausreichend.
Dann hätte sie wohl die Kriterien deutlich und nachvollziehbar
definieren müssen. Wir sind nicht beim Eiskunstlaufen.
Ich war dann mal so frei und habe mich bei einer Ph-Lehrerin
an selbiger Schule erkundigt. Ergebnis: man ist sich in der
Ph-Fachschaft dort absolut nicht einig. Diese Lehrerin bewertet
die L-Kamera z.B. gar nicht. Es wird spannend bei 5 Parallelklassen
in der 6. Klassenstufe. :-)
> Was mich eigentlich am meisten wundert: Warum verteilt die Lehrerin bei
> solchen Aufgaben direkt Noten? Früher wurd das still und leise im roten
> Buch notiert. Zumindest in der Sechsten.
Das wäre noch frecher! Ich will Schüler keiner Willkür ausgesetzt sehen!
Nachvollziehbare und gerechte Bewertungen sind auch eine Absicherung
für die Lehrerin, um nicht wildesten Spekulationen/Vorwerfungen freien
Lauf zu lassen. So ist die Angelegenheit für mich nicht abrechenbar und
nachvollziehbar.
Ein kurzer Nachtrag: soweit ich entsprechende Anleitungen zur Fotografie
mit L-Kameras nachvolziehen konnte, war KEINE mit flexiblen Bildweiten-
änderungen versehen. Meistens war es ein Quader in den sich seitlich
Fotopapier einschieben ließ.
Was hat unsere "Lehrerin" denn nun gewonnen? Oder vielmehr: was hat sie
verloren?
Gruß Jörg
Blöde Frage:
>Hausaufgabe für meinen Sohn
>Ph6 Gym (Orientierungsstufe, 1stündig), Optik, MVP
>"Baue eine Lochkamera, wenn du nicht weißt wie es
>geht schaue im Buch nach"
Was steht denn in dem BUCH???
Wenn ich eine Hausaufgabe aufgebe und mich dabei auf ein Buch beziehe auf das
ALLE Schüler Zugriff haben, dann kann ich auch faire und vergleichbare
Bewertungskriterien entwickeln.
Diese Bewertungskriterien sollten sich an den Schülerleistungen und nicht an
den finanziellen und basteltechnischen Gegebenheiten des Elternhauses
orientieren.
(Natürlich ist Dein Einsatz sehr sehr sehr lobenswert - und selten geworden
und natürlich ist eine kommentarlose vier für das Ergebnis eine pädagogische
"Meisterleistung".)
Bezogen auf die Aufgabenstellung kann man aber auch sagen:
Durchführung und Ergebnis = 2 (2+) (1-)
Einhaltung der Aufgabenstellung = 6 (ungenügend)
mfg
Dirk
In article <borcbn$7hr$08$1...@news.t-online.com>, meinv...@upahl.net
says...
> Hausaufgabe für meinen Sohn
> Ph6 Gym (Orientierungsstufe, 1stündig), Optik, MVP
> "Baue eine Lochkamera, wenn du nicht weißt wie es
> geht schaue im Buch nach"
>
Welches Buch wird denn benutzt, wie lange hatten die Kleinen für den Bau
Zeit?
So ist es ein sehr offener Auftrag, der eine Menge Spielraum lässt.
Nicht nur zum Bau, sondern auch zur Beurteilung des Ergebnisses.
> Gesagt getan:
>
> Whiskydose (L=30,7cm), Loch in Boden gebohrt 1mm,
> Faustformel d=0,037 *Wurzel(L), macht ca. 0,65mm
> (gefunden bei http://www.die-lochkamera.de/)
> Lochöffnung, also Alufolie über gebohrtes Loch,
> Nadel mit 0,7mm Durchmesser, Piks
> "Große" Öffnung mit Backpapier abgeklebt.
>
Den Zahlenwirrwar sollte man keinem Sechstklässler zumuten. Wenn du dir
Arbeitsblätter für das entsprechende Alter ansiehst, dann findest du
dort kaum Zahlen.
> Test: Kerze wir sehr scharf, umgekehrt und seitenverkehrt abgebildet.
> Meinung: Perfekt.....
>
Kann man geteilter Meinung drüber sein. Wenn ich Lochkameras bauen
lasse, dann ist der zweite Zylinder auch wichtig, da ich den im
Unterricht nutzen will. Ist aber sicher auch eine Frage, was dazu vorher
im Untericht zu gelaufen ist.
> Ergebnis: Note 4. Ausreichend
> Begründung: zweiter innerer Zylinder zur Änderung der Bildweite fehlt
>
Wie gesagt, wenn das vorher thematisiert wurde, ist es auf jeden Fall
notwendig.
> Reaktion: offener Mund, dumm guck bei Eltern, heulendes Kind
>
> Telefonat mit der Lehrerin:
> ohne Ergebnis. Sie bleibt dabei. Punkt.
>
Was hat die Lehrerin denn zu der geleisteten Hilfe gesagt? Hausaufgaben
zu bewerten, wo Eltern helfen ist natürlich nie einfach, aber mit 1
Stunde pro woche kaum anders zu machen.
> <Sarkasmus>
> und dazu der aktuelle Artikel über die Lehrerlein im Spiegel...
> </Sarkasmus>
>
Der Artikel war doch ok und stellt die Situation relativ gut dar.
> Fragen:
> - Läßt sich der Bau einer Lochkamera überhaupt sinnvoll
> bewerten? Wenn ja, welche Kriterien sollen hier gelten?
> Physik? Ästhetik? Aufwand? Handwerker in der Familie?
Handwerkliche Leistung ist auf jeden Fall wichtig, und hierbei ist es
besser wenn es offensichtlich ein Sechstklässler gebastelt hat, statt
ein richtig gutes Produkt zu bekommen.
Physik, ja auch wichtig. Vor allen Dingen die Änderung der Bildweite und
eventuell die Veränderung der Lochgrösse.
Aufwand und Ästhetik sind auch ok, da gerade die kleinen dadurch
motiviert werden.
> - Was war hier eigentlich wichtig? Die Physik für einen 6.-Klässler
> (d.h. Begeisterung für ein scharfes, umgekehrtes, seitenverkehtes
> Bild mit einfachen Mitteln)?
Na diese Begeisterung ist doch immer noch vorhanden. Nur die
Begeisterung für die Note nicht. Um die Note sinnvoll geben zu können
sollten die Kids aber vorher die Kriterien kennen. Frag da doch noch mal
nach.
> - Warum nicht vorher konkrete Anforderung: ich WILL es auf diese
> Art und Weise haben
>
Um eben auch allen Kindern ihren Zugang zu lassen, wobei etwas mehr
Anleitung hilfreich gewesen wäre.
Gruß
Peter