Ich haette eine Frage zur Umrechnung des Gehalts von z.B. Stickstoff als
Nitrat in einer Bodenauszugsloesung auf den Stickstoffgehalt einer
Flaeche.
I.e.:
100g getrockneter feinkoerniger Boden werden mit 100ml
Extraktionsloesung ausge-schuettelt.
5ml des Filtrats werden auf Nitrat hin untersucht.
Ein Messwert von z.B. 200mg/l , d.h. von 200ppm erhaelt man.
Diese 200ppm entsprechen ja wohl 200mg pro 100g Boden.
Nun das Problem:
Diese 200mg pro 100g Boden sollen einem Stickstoffgehalt von 200kg pro
ha ( = 2dz N pro ha = 200mg N pro Quadratdezimeter) entsprechen.
Heisst das nun, dass 100g Boden eine Flaeche von 1 Quadratdezimeter
einnimmt? Aber bei welcher Tiefe???
Vielen Dank fuer sachdienliche Hinweise!
--
Tschuess
Axel Franke
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privat: Kastanienring 23 ,37520 Osterode, Tel./Fax: 05522/73605, Email:
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berufl.: Robert-Koch-Schule, Berliner Str. 16, 38678
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NEIN!! S.u.
> Nun das Problem:
> Diese 200mg pro 100g Boden sollen einem Stickstoffgehalt von 200kg pro
> ha ( = 2dz N pro ha = 200mg N pro Quadratdezimeter) entsprechen.
>
> Heisst das nun, dass 100g Boden eine Flaeche von 1 Quadratdezimeter
> einnimmt? Aber bei welcher Tiefe???
ppm = parts (Nitrat) per million (Boden)
das gilt nicht pro ml Bodenlösung, denn würdest du mit 1000 ml
auswaschen, erhältst du nicht auch 200 mg, sondern nur 20 mg/l.
Zur Umrechnung gibt es einen Hektarfaktor: mg Nitrat/100g Boden * 45 =
kg Nitrat / ha
1 ppm entspricht 1mg Nitrat / kg Boden oder 0,1 mg / 100g; Daraus folgt:
ppm * 4,5 = kg/ha
Wenn es nicht allzu genau sein soll, kann man den Wassergehalt der Probe
vernachlässigen. Sie muß dann auch nicht getrocknet werden. Willst Du
den Wassergehalt einbeziehen, mußt Du die Probe wiegen, über dem
Bunsenbrenner ausglühen bis kein Dampf mehr aufsteigt und zurückwiegen.
Dann gilt:
ppm * (Schüttellösungsmenge [g] + Wassergehalt [g]) * 4,5
--------------------------------------------------------- = kg/ha
Trockenbodengewicht der Probe [g]
Der Umrechnungsfaktor ist offenbar empirisch ermittelt worden. Die
Einheit kg/ha ist naturwissenschaftlich nicht gebräuchlich, aber für den
Landwirt wichtig, weil sie ihm sagt, wieviel Kilogramm Dünger er auf die
Fläche bringen muß. Du kannst daher folgende Aussagen treffen:
* Der Stickstoffgehalt (als Nitrat) in der beprobten Schicht (z.B. 0-20
cm) beträgt 20ppm oder mg/kg Boden
* Dieser im Boden vorhandene Vorrat an Mineralstickstoff entspricht
einer (hypothetischen) Düngergabe von 90 kg Nitrat / ha (die sich dann
in der Tiefe des Bodens verteilt; eine Umrechnung von Fläche auf Volumen
oder umgekehrt ist daher direkt nicht möglich und auch nicht nötig)
Der Landwirt zieht daraus folgenden Schluß:
* Bei einem Stickstoffbedarf der Kultur von 200 kg/ha muß von der
Aussaat bis zur Ernte insgesamt 110 kg/ ha nachgedüngt werden.
Generell beprobt man die ganze pflanzenverfügbare Bodenschicht. Dazu
kann man Proben aus verschiedenen Tiefen mischen. Bei der Ermittlung des
Düngerbedarfs nach dieser Methode muß auch die Nachlieferung von
Nitratstickstoff aus organischer Substanz berücksichtigt werden, die nur
geschätzt werden kann.
Literatur:
VDLUFA-Mitteilungen Heft 2/1987
Scharpf, H.C. und J. Wehrmann (1986): Nitrat-Schnelltest- etwas für
Praktiker? DLG-Mitteilungen 17/1987
AID-Heft 1017/1987: Sachgerechte Stickstoffdüngung
Meine Quelle: Praktikumsskript des Instituts für Pflanzenernährung, Uni
Hannover
--
Gruß
Martin Gorissen
NEIN!! S.u.
kann man Proben aus verschiedenen Tiefen mischen (zusammen durch ein
Sieb reiben). Bei der Ermittlung des
Düngerbedarfs nach dieser Methode muß auch die Nachlieferung von
Nitratstickstoff aus organischer Substanz berücksichtigt werden, die nur
geschätzt werden kann.
Literatur:
VDLUFA-Mitteilungen Heft 2/1987
Scharpf, H.C. und J. Wehrmann (1986): Nitrat-Schnelltest- etwas für
Praktiker? DLG-Mitteilungen 17/1987
AID-Heft 1017/1987: Sachgerechte Stickstoffdüngung
Meine Quelle: Praktikumsskript des Instituts für Pflanzenernährung, Uni
Hannover
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Gruß
Martin Gorissen
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Gruß
Martin Gorissen