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Fachpraesentation als Klassenarbeitsersatz

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Timo

unread,
May 19, 2014, 5:48:14 AM5/19/14
to
F'up an schule.mathe.

Hallo,

ich bin in Baden Wᅵrttemberg Schᅵler an einem
mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium.

Jede/r Schᅵler/in der Klasse soll in Mathe vor der
Klasse eine Prᅵsentation zu einem bestimmten Thema
frei halten, die 45 Minuten dauert und benotet wird und
als Klassenarbeit zᅵhlt.

Ich soll etwas ᅵber lineare diophantische Gleichungen
erzᅵhlen. Weil das ein Thema ist, das gerne als
Einstieg in die Zahlentheorie genommen wird, wᅵhrend
wir aber laut Lehrplan in der ganzen restlichen Schulzeit
keine Zahlentheorie machen werden, sondern
Differentialrechnung, Wahrscheinlichkeitsrechnung,
Analysis und analytische Geometrie auf dem Plan stehen,
habe ich gefragt, obs vom Thema her nicht ein wenig
konkreter ginge bzw ob ich einen "Bogen spannen" soll
zwischen dem Thema "lineare diophantische Gleichungen"
und irgendwelchen der Themen aus dem Lehrplan.

Ausserdem wollte ich wissen
- zu welchem Termin ich die Prᅵsentation halten soll.
- zu welchem davorliegenden Termin ich meinen
Inhaltsentwurf, meine Vorstellungen zum Ablauf
und etwaige an die Klasse zu verteilende Handouts
zur vorherigen Begutachtung bei der Lehrerin
abgeben soll.

Zur Antwort bekam ich von der Lehrerin, die einzige Regel
sei, dass jede/r die Prᅵsentation spᅵtestens zwei Wochen
vor Schuljahresende gehalten haben solle. Inhaltsentwᅵrfe
oder dergleichen wolle sie vorher nicht haben, sondern sich
ᅵberraschen lassen. Termine setze sie nicht fest, ich
solle einfach sagen wenn ich so weit sei.

In Mathe musste ich noch nie einen Auftritt vor der Klasse
absolvieren der ᅵber kurz etwas Vorrechnen hinausging.

Meine Fragen an die Newsgroups sind nun:

- Ist das normal, dass Lehrer/innen gar nicht vorher wissen
wollen, was (fᅵr einen Mist?) jemand vor der Klasse
abzuliefern gedenkt und es offenbar auch nicht
wichtig finden, ob das Vortragsthema zum derzeit
im "normalen Unterricht" behandelten Stoff passt?
Immerhin geht da pro Prᅵsentation eine komplette
Unterrichtsstunde drauf und wenn bei zu vielen Schᅵlern
was schiefgeht, und sich das aufsummiert, kᅵnnte die
Zeit fᅵr den regulᅵren Lehrstoff knapp werden.

- Was sind eigentlich die Unterschiede zwischen einer
frei zu haltenden Prᅵsentation, einem frei zu haltenden
Vortrag und einem frei zu haltenden Referat?

Die Leute, die bisher ihren Auftritt hatten, haben alle
mit iPad und Beamer herumgespielt - ist das wichtig
fᅵr eine Prᅵsentation, dass man mit Gerᅵten
herumspielt, die das Klassenzimmer leuchtend bunt
machen? Mir persᅵnlich wᅵrde (farbige) Kreide, ein
Schwamm, Wasser, eine Tafel und ein langes Lineal
reichen. (Das hab ich sogar alles selber daheim.)
Dadurch, dass ich zum Schreiben immer die Tafel
kurz zu mir herunterziehen mᅵsste, kᅵme sogar etwas
Bewegung in die Sache...
Ich kᅵnnte auch auf alles verzichten und nur vortragen, mᅵsste
mich dann aber sehr auf das Vorstellungsvermᅵgen der
Zuhᅵrenden verlassen.
Aber ich kann auch kreativ sein und GNUPlot und LaTeX
anschmeissen und mit AMSMath, TiKz, dem AcroTeX-Bundle,
dem attachfil2-package, dem graphcx-package und der
beamer.cls eine Prᅵsentation im pdf-Format basteln
und auf meinen Raspberry-Pi kopieren und den dann an
den Pocket-Beamer von meinem Onkel anschliessen
(der wᅵrde ihn mir leihen) und kᅵnnte dann wᅵhrend
meiner Prᅵsentation so richtig kreatives Unterhaltungskino
machen...

- Falls ich zur Auflockerung irgendwelche Bildchen zeigen will,
die ich nicht selbst gebastelt habe, zB eine Karte, auf der man
sieht, wo das Alexandria lag, wo der Diophantos herkam,
oder irgendwas von Sun Tzu (in Zusammenhang mit
Rᅵtseln, bei denen man den "Chinesischen Restesatz"
braucht) oder irgendwas von Etienne Bᅵzout, oder ein Photo
von Carl Ludwig Siegel oder ein Bild von Ernst Kummer,
dann darf ich das ja wahrscheinlich nicht einfach so tun,
sondern brauche dazu die Erlaubnis des jeweiligen
Rechteinhabers. Wie geht man da am besten vor?
Oder wie sieht es aus, wenn man ein Buch aus der UB
mitnimmt - darf man das in der Klasse herumzeigen
oder verstᅵsst man damit gegen irgendwelche Urheberrechte?

- Diejenigen meiner "Kolleg/inn/en", die ihre Auftritte schon hatten,
waren etwas leger und von denen hat zB keine/r gesagt, wo sie/er
ihr/sein prᅵsentiertes Wissen her hat.

Wie gibt man in der frei gehaltenen Prᅵsentation bzw im frei
gehaltenen Vortrag die Quellen an, aus denen das Wissen
stammt?

Muss ich immer _just in dem Moment, zu dem ich eine Information
gebe_, dazusagen, wo ich selbst sie herhabe, oder wᅵrde es zB
ausreichen, _lediglich am Anfang des Vortrags ganz kurz einen
ᅵberblick_ zu geben, wie man seine folgenden Ausfᅵhrungen
untergliedert hat, welche Gedankengᅵnge in welchem "Abschnitt"
vorgestellt werden sollen und auf welche Quellen man fᅵr den
jeweiligen Abschnitt zurᅵckgegriffen hat?
Oder muss man da gar nicht dazusagen, wo man seine Informationen
her hat, wenn man zusᅵtzlich"Handouts" verteilt, in denen dann auch
die Quellenangaben drinstehen?

Freundliche Grᅵᅵe

Timo

Ernst Sauer

unread,
May 19, 2014, 7:06:54 AM5/19/14
to
Am 19.05.2014 11:48, schrieb Timo:
...

> Die Leute, die bisher ihren Auftritt hatten, haben alle
> mit iPad und Beamer herumgespielt - ist das wichtig
> fᅵr eine Prᅵsentation, dass man mit Gerᅵten
> herumspielt, die das Klassenzimmer leuchtend bunt
> machen?

Du kannst Dir die Frage stellen, ob Du nur einen
- ᅵberblick ᅵber ein Thema geben willst, oder
- ob die Zuhᅵrer etwas lernen und mitnehmen sollen.
Letzteres ist sicher zu bevorzugen.


> Mir persᅵnlich wᅵrde (farbige) Kreide, ein
> Schwamm, Wasser, eine Tafel und ein langes Lineal
> reichen. (Das hab ich sogar alles selber daheim.)
> Dadurch, dass ich zum Schreiben immer die Tafel
> kurz zu mir herunterziehen mᅵsste, kᅵme sogar etwas
> Bewegung in die Sache...

Das wᅵre in jeder Hinsicht die beste Methode, weil dann die
Zuhᅵrer eine Chance haben, etwas zu lernen.

Meine Ratschlᅵge:
Mach es so (auch so langsam), dass die meisten mitschreiben
und mitdenken kᅵnnen. Setze gezielt (aber sparsam) Farben ein
(keine grellen) und gestalte die Tafel so, dass am Ende ein
volles, schᅵnes und abgerundetes Tafelbild zu sehen ist.
Dann kannst Du zum Schluss noch einmal eine kurze
Zusammenfassung geben (das ist wichtig).
Es darf aber kein "Geferkele an der Tafel" entstehen, was an den
Hochschulen nicht selten der Fall ist.

Rede, schreibe und zeichne an der Tafel nicht zu schnell.
Stelle zwischendurch kurze Fragen, warte aber nicht zu lange
auf eine Antwort, bzw. gebe schnell eine pfiffige Hilfestellung
(vor allem wenn die Lehrperson die Frage auch nicht
beantworten kann :-) ).

Einen Beamer kannst Du auch an den Rand stellen um
mal das Inhaltsverzeichnis, ein Bild, eine Animation oder eine
Zwischenrechnung zu zeigen.
Damit zeigst Du dann auch, dass Du die Technik beherrschst.

Mach es auᅵerdem so, wie es Dir am meisten Spaᅵ macht,
trage den Stoff genau so vor, wie Du ihn Dir erarbeitet hast.
Das wirkt immer authentisch.

Powerpointprᅵsentationen sind (jedenfalls dort, wo es ums Lernen geht)
meistens der allergrᅵᅵte Mist, weil kein Mensch in so kurzer Zeit die
visuellen Eindrᅵcke verarbeiten kann.

> Ich kᅵnnte auch auf alles verzichten und nur vortragen, mᅵsste
> mich dann aber sehr auf das Vorstellungsvermᅵgen der
> Zuhᅵrenden verlassen.
> Aber ich kann auch kreativ sein und GNUPlot und LaTeX
> anschmeissen und mit AMSMath, TiKz, dem AcroTeX-Bundle,
> dem attachfil2-package, dem graphcx-package und der
> beamer.cls eine Prᅵsentation im pdf-Format basteln
> und auf meinen Raspberry-Pi kopieren und den dann an
> den Pocket-Beamer von meinem Onkel anschliessen
> (der wᅵrde ihn mir leihen) und kᅵnnte dann wᅵhrend
> meiner Prᅵsentation so richtig kreatives Unterhaltungskino
> machen...

Das ist alles andere als kreativ, es ist im Kern einfallslos.

>
> - Falls ich zur Auflockerung irgendwelche Bildchen zeigen will,
> die ich nicht selbst gebastelt habe, zB eine Karte, auf der man
> sieht, wo das Alexandria lag, wo der Diophantos herkam,
> oder irgendwas von Sun Tzu (in Zusammenhang mit
> Rᅵtseln, bei denen man den "Chinesischen Restesatz"
> braucht) oder irgendwas von Etienne Bᅵzout, oder ein Photo
> von Carl Ludwig Siegel oder ein Bild von Ernst Kummer,
> dann darf ich das ja wahrscheinlich nicht einfach so tun,
> sondern brauche dazu die Erlaubnis des jeweiligen
> Rechteinhabers. Wie geht man da am besten vor?
> Oder wie sieht es aus, wenn man ein Buch aus der UB
> mitnimmt - darf man das in der Klasse herumzeigen
> oder verstᅵsst man damit gegen irgendwelche Urheberrechte?

Nenne kurz die Quelle, das ist immer ein guter Stil.

...
>
> ... am Anfang des Vortrags ganz kurz einen
> ᅵberblick_ zu geben,...

so, oder ganz kurz dazwischen.

Mit Gruᅵ
E.S.

Helmut Richter

unread,
May 19, 2014, 8:42:34 AM5/19/14
to
On Mon, 19 May 2014, Timo wrote:

> Jede/r Schᅵler/in der Klasse soll in Mathe vor der Klasse eine Prᅵsentation
> zu einem bestimmten Thema frei halten, die 45 Minuten dauert und benotet
> wird und als Klassenarbeit zᅵhlt.

Bei *jedem* Vortrag, bei dem etwas erzᅵhlt wird, was die Zuhᅵrer noch nicht
wissen, ist die Gefahr grᅵᅵer, ihre Aufnahmefᅵhigkeit zu ᅵberschᅵtzen als sie
zu langweilen. Bis in den akademischen Bereich hinein findet man Vortrᅵge, bei
denen beim Hᅵrer nichts ankommt auᅵer "Mann, muss der gescheit sein, aber
folgen konnte ich nicht." Gut ist das nicht.

Ich erinnere mich heute noch, wie wir in der Schule den binomischen Lehrsatz
bewiesen bekamen, also dass die Binominalkoeffizienten mit dem Pascalschen
Dreieck beschrieben werden kᅵnnen (keine Ahnung, ob ihr das schon hattet oder
noch bekommen werdet; ist hier auch egal). Ich erinnere mich, dass das eine
volle Schulstunde gedauert hat, und dass alle Schᅵler, auch die mit mehr
Durchblick, am Ende den Eindruck hatten, dass es schwierig war. Heute wᅵsste
ich nicht, womit ich da eine ganze Stunde fᅵllen kᅵnnte, soo schrecklich
aufwendig ist der Beweis doch gar nicht. Aber inzwischen weiᅵ ich, wie wenig
man gerade in Mathematik versteht, wenn etwas neu ist, auch wenn es
*eigentlich* ganz einfach ist. ᅵberlege genau, wieviel du bringst, und das
bringe langsam und vor allem ohne Sprᅵnge, die davon kommen, dass du die
einfachen Zwischenschritte siehst: deine Zuhᅵrer kᅵnnen sie nicht sehen, weil
sie deine Vorbereitung nicht im Kopf haben. Also alles erzᅵhlen, und wenns zu
lang wird, *deutlich* weglassen (z.B. "hier fehlt [...], aber das wᅵrde jetzt
zu lange dauern").

> Ich soll etwas ᅵber lineare diophantische Gleichungen erzᅵhlen.

Schon wenn du zeigst, wie man zu ax + by + c = 0 (mit a, b, c, x, y alle
ganzzahlig) bei gegebenen a, b und c alle Lᅵsungen x und y findet und dabei
keinen Fall vergisst, wirst du vermutlich die ganze Stunde brauchen, so
einfach es im Grunde ist.

> Weil das ein Thema ist, das gerne als Einstieg in die Zahlentheorie genommen
> wird, wᅵhrend wir aber laut Lehrplan in der ganzen restlichen Schulzeit
> keine Zahlentheorie machen werden, sondern Differentialrechnung,
> Wahrscheinlichkeitsrechnung, Analysis und analytische Geometrie auf dem Plan
> stehen, habe ich gefragt, obs vom Thema her nicht ein wenig konkreter ginge
> bzw ob ich einen "Bogen spannen" soll zwischen dem Thema "lineare
> diophantische Gleichungen" und irgendwelchen der Themen aus dem Lehrplan.

Auᅵer zu analytischer Geometrie fᅵllt mir wenig ein.

Aber hier ist die Gefahr noch grᅵᅵer, dass du unverstᅵndlich wirst.
Querverbindungen zu etwas, was der Hᅵrer auch nicht kennt, wird er nicht
verstehen.

> Die Leute, die bisher ihren Auftritt hatten, haben alle mit iPad und
> Beamer herumgespielt - ist das wichtig fᅵr eine Prᅵsentation, dass man mit
> Gerᅵten herumspielt, die das Klassenzimmer leuchtend bunt machen? Mir
> persᅵnlich wᅵrde (farbige) Kreide, ein Schwamm, Wasser, eine Tafel und ein
> langes Lineal reichen. (Das hab ich sogar alles selber daheim.) Dadurch,
> dass ich zum Schreiben immer die Tafel kurz zu mir herunterziehen mᅵsste,
> kᅵme sogar etwas Bewegung in die Sache...

Und es nimmt Tempo raus. Bei der GAMM (Gesellschaft fᅵr Angewandte Mathematik
und Mechanik) waren jahrelang Folien auf den Tagungen verboten, weil man sie
schneller auflegen und abrᅵumen kann als man schreibt und wischt -- damit hat
der Hᅵrer keine Chance, den Inhalt zu erfassen.

Eine wirklich instruktive Zeichnung darf man natᅵrlich schon projizieren, wenn
man sie erklᅵrt. Es gibt aber *nichts* Selbsterklᅵrendes: keine Zeichnung,
keine Formel, keine Stichpunkte auf Folien. Alles kommt nur an, wenn man es in
vollstᅵndigen Sᅵtzen erklᅵrt.

> Ich kᅵnnte auch auf alles verzichten und nur vortragen, mᅵsste mich dann
> aber sehr auf das Vorstellungsvermᅵgen der Zuhᅵrenden verlassen.

Vorstellungsvermᅵgen braucht Zeit. Etwas, das man nur mit Vorstellungsvermᅵgen
versteht, braucht ein Bild dazu, das die Vorstellung umsetzt, aber das Bild
ersetzt natᅵrlich nicht die mᅵndliche Erklᅵrung.

> Aber ich kann auch kreativ sein und GNUPlot und LaTeX anschmeissen und mit
> AMSMath, TiKz, dem AcroTeX-Bundle, dem attachfil2-package, dem
> graphcx-package und der beamer.cls eine Prᅵsentation im pdf-Format basteln
> und auf meinen Raspberry-Pi kopieren und den dann an den Pocket-Beamer von
> meinem Onkel anschliessen (der wᅵrde ihn mir leihen) und kᅵnnte dann
> wᅵhrend meiner Prᅵsentation so richtig kreatives Unterhaltungskino
> machen...

Du willst nicht etwas vorfᅵhren wie einen Staubsauger, sondern willst deinen
Zuhᅵrern etwas erklᅵren. Also: Wenn eines dieser Dinge dem Zuhᅵrer hilft, das
zu verstehen, was du ohne diese Dinge zu sagen hast, setze es ein. Sonst nicht.

> - Falls ich zur Auflockerung irgendwelche Bildchen zeigen will, die ich
> nicht selbst gebastelt habe, zB eine Karte, auf der man sieht, wo das
> Alexandria lag, wo der Diophantos herkam, oder irgendwas von Sun Tzu (in
> Zusammenhang mit Rᅵtseln, bei denen man den "Chinesischen Restesatz"
> braucht) oder irgendwas von Etienne Bᅵzout, oder ein Photo von Carl Ludwig
> Siegel oder ein Bild von Ernst Kummer, dann darf ich das ja wahrscheinlich
> nicht einfach so tun, sondern brauche dazu die Erlaubnis des jeweiligen
> Rechteinhabers. Wie geht man da am besten vor? Oder wie sieht es aus,
> wenn man ein Buch aus der UB mitnimmt - darf man das in der Klasse
> herumzeigen oder verstᅵsst man damit gegen irgendwelche Urheberrechte? -

Halte ich alles fᅵr unproblematisch. Es wird nichts vervielfᅵltigt oder
verᅵffentlicht. (Bin allerdings nicht rechtskundig.)

Wenn man Werke verwendet, zum Beispiel ein Bild an die Wand wirft, das man aus
einem Buch oder aus dem Internet hat, gehᅵrt es sich, dazuzusagen wo man es
her hat.

> Diejenigen meiner "Kolleg/inn/en", die ihre Auftritte schon hatten, waren
> etwas leger und von denen hat zB keine/r gesagt, wo sie/er ihr/sein
> prᅵsentiertes Wissen her hat. Wie gibt man in der frei gehaltenen
> Prᅵsentation bzw im frei gehaltenen Vortrag die Quellen an, aus denen das
> Wissen stammt? Muss ich immer _just in dem Moment, zu dem ich eine
> Information gebe_, dazusagen, wo ich selbst sie herhabe, oder wᅵrde es zB
> ausreichen, _lediglich am Anfang des Vortrags ganz kurz einen ᅵberblick_
> zu geben, wie man seine folgenden Ausfᅵhrungen untergliedert hat, welche
> Gedankengᅵnge in welchem "Abschnitt" vorgestellt werden sollen und auf
> welche Quellen man fᅵr den jeweiligen Abschnitt zurᅵckgegriffen hat?

Das Wissen, das du aus Werken anderer erworben hast, kannst du frei verwenden,
nur die Werke selbst nicht. Die schᅵpferische Leistung, dass der fremde Autor
*sein* Wissen zu einem Werk gemacht hat, darfst du nicht kopieren, sein Wissen
darfst du aber zum Besten geben, selbst wenn du es von ihm gelernt hast. (Bin
allerdings nicht rechtskundig.)

> Oder muss man da gar nicht dazusagen, wo man seine Informationen her hat,
> wenn man zusᅵtzlich "Handouts" verteilt, in denen dann auch die
> Quellenangaben drinstehen?

Das reicht auf jeden Fall. (Bin allerdings nicht rechtskundig.)

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
May 19, 2014, 9:15:46 AM5/19/14
to
On Mon, 19 May 2014, Helmut Richter wrote:

> Ich erinnere mich heute noch, wie wir in der Schule den binomischen Lehrsatz
> bewiesen bekamen, also dass die Binominalkoeffizienten mit dem Pascalschen
> Dreieck beschrieben werden kᅵnnen (keine Ahnung, ob ihr das schon hattet oder
> noch bekommen werdet; ist hier auch egal). Ich erinnere mich, dass das eine
> volle Schulstunde gedauert hat, und dass alle Schᅵler, auch die mit mehr
> Durchblick, am Ende den Eindruck hatten, dass es schwierig war. [...]

ᅵber denselben Lehrer -- eindeutig der beste von allen, die ich je hatte, quer
ᅵber alle Fᅵcher -- noch eine Anekdote:

> Eine wirklich instruktive Zeichnung darf man natᅵrlich schon projizieren, wenn
> man sie erklᅵrt. Es gibt aber *nichts* Selbsterklᅵrendes: keine Zeichnung,
> keine Formel, keine Stichpunkte auf Folien. Alles kommt nur an, wenn man es in
> vollstᅵndigen Sᅵtzen erklᅵrt.

Bei der Erklᅵrung der Dandelinschen Kugeln barucht man ja eine relativ
komplexe Zeichnung (siehe Wikipedia), die man kaum an der Tafel nach und nach
entwickeln kann, ohne dass sie am Ende so schief ist, dass die Perspektive
nicht mehr stimmt. Aber eine fertige Zeichnung versteht man nicht. Was also
macht der Lehrer? Er entwickelt die Zeichung Schritt fᅵr Schritt und erklᅵrt
alles dazu. Wenn sie Zeichnung fertig ist, klappt er die Tafel um. Auf der
Rᅵckseite hat er in der Pause vor der Stunde genau diese Zeichnung komplett,
sauber und ohne Verzerrungen angebracht. Die hat er jetzt fᅵr die restlichen
Erklᅵrungen zur Verfᅵgung. So gehts.

--
Helmut Richter

Timo

unread,
Jun 15, 2014, 3:57:30 AM6/15/14
to
F'up an schule.mathe

Hallo und danke an alle, die mir mit ihren Ratschlᅵgen geholfen
haben.

Mein als "Fachprᅵsentation" bezeichneter Auftritt hat am
Mittwoch stattgefunden.

Fᅵrs Darstellen von mathematischen Zusammenhᅵngen hab ich
ausschlieᅵlich Tafel, Lineal und Kreide (weiss, blau und rot)
benutzt und in den Tagen vor der Prᅵsentation vor allem meinen
Tafelanschrieb, wie er am Ende aussehen sollte, entworfen, und
geᅵbt, an der Tafel, ohne nachbessern zu mᅵssen, leserlich in
der richtigen Grᅵᅵe zu schreiben und zu zeichnen.

Dazu hab ich noch einen Tageslichtbeamer fᅵr einen Tag gemietet
(was nicht ganz billig war) und an meinem Raspberry-Pi
angeschlossen, um Bilder (Fotos von alten Bᅵchern mit Schriften
von Euler; Landkarte der Mittelmeerregion; einen "Zeitstrahl")
zeigen zu kᅵnnen, ohne den Raum verdunkeln zu mᅵssen, denn wenn
der Raum verdunkelt ist, werden die Leute so schnell mᅵde und
sehen auᅵerdem beim Mitschreiben nicht so gut. Die Sache mit dem
Beamer war von meiner Seite aus als Firlefanz geplant, den es
eigentlich nicht braucht -- die mit dem Beamer gezeigten Bilder
sollten nur der Auflockerung, aber nicht den eigentlichen
mathematikbezogenen Gedankengᅵngen dienen. Auᅵerdem musste ich
halt auch Technik aufstellen, um die mit dem Begriff
"Prᅵsentation" offenbar verknᅵpfte Erwartungshaltung zu
erfᅵllen.

Als "greifbares Anschauungsmaterial" habe ich diejenigen Bᅵcher
mitgebracht, die ich selber in der UB ausgeliehen habe, um
meinen Auftritt vor der Klasse vorzubereiten.

Als Note gabs eine 1- . (Alle anderen vor mir im Schuljahr
hatten eine Zwei. Einheitsnote.) Die Lehrerin meinte, fachlich
gesehen hᅵtte ich eine glatte Eins verdient gehabt, aber das
Minus kᅵme daher, dass ich die "Medienelektronik" nicht fᅵrs
Darstellen der mathematischen Zusammenhᅵnge benutzt, sondern das
nur mithilfe der Tafel gemacht habe. Ich hᅵtte bspw Geraden und
Ebenen durch GNUPlot zeichnen lassen kᅵnnen... Hᅵtte ich
kᅵnnen, aber erstens hᅵtten die Klassenkameraden bei Ebenen
nicht durchgeblickt und zweitens hᅵtte ich dann beim Darstellen
der Zusammenhᅵnge meine Illustrationen aus dem Tafelanschrieb
herausreiᅵen mᅵssen, was die Sache fᅵrs Publikum nicht
ᅵbersichtlicher gemacht hᅵtte. Auᅵerdem wᅵre "mit dem Computer
an die Wand werfen" den Mitschreibern zu schnell gegangen und
sie wᅵren noch panisch und schnell und gehetzt beim Abmalen
gewesen, wᅵhrend ich schon was anderes erzᅵhlt hᅵtte, und sie
hᅵtten mir nicht mehr zuhᅵren kᅵnnen.

Ich war etwas ᅵberrascht, denn ich selber hᅵtte mir keine so
gute Note gegeben - eine Dreiviertelstunde ist recht wenig und
die Auswahl dessen, was ich erzᅵhle, hᅵtte besser sein kᅵnnen.
Auᅵerdem war bestimmt zu merken, dass mir die Vortragsroutine
fehlt. Zum Beispiel musste ich zu Anfang der
Tafelanschriebsphasen dauernd suchen, wo ich jetzt wieder die
Kreide hingelegt hatte. Die Mitschᅵler fanden das lustig. Mich
hats nervᅵs gemacht. Also hab ich eben jemanden besonders
Vorlautes zum Kreidebeauftragten ernannt, der meine Kreide im
Auge behalten und mir immer sagen kᅵnnen musste, wo sie liegt,
wenn ich sie nicht mehr finde. Hat ᅵberraschend gut
funktioniert.


Ich habe folgendes gemacht:

Zunᅵchst habe ich den Euklidischen Algorithmus fᅵrs Finden des
ggT zweier ganzer Zahlen a, b ins Gedᅵchtnis gerufen. Dabei habe
ich das an den Euklidischen Algorithmus angelehnte Schema dafᅵr
vorgestellt, wie man ggT(a,b) als "lineare Kombination" aus a
und b darstellt.

Ausgegangen bin ich dann von dem Spezialfall der linearen
diophantischen Gleichung in _zwei_ Unbekannten ax + by = c, in
der a,b und c gegebene ganze von Null verschiedene Zahlen sind,
wᅵhrend x und y die Unbekannten sind, die ebenfalls ganzzahlige
Werte annehmen sollen.

Ich habe den Beweis gefᅵhrt, dass der Umstand, dass ggT(a,b)
auch c teilt, sowohl hinreichende als auch notwendige Bedingung
sowohl fᅵr die Lᅵsbarkeit dieser Gleichung darstellt, als auch
dafᅵr, dass unendlich viele Lᅵsungen existieren.

Daraufhin hab ich gezeigt, wie man eine spezielle Lᅵsung x_0,
y_0 dadurch erhᅵlt, dass man ggT(a,b) als "lineare Kombination"
aus a und b darstellt und diese "lineare Kombination" mit
(c/ggT(a,b)) multipliziert.

Dann habe ich aufgezeigt, wie man ausgehend von einer bereits
gefundenen speziellen Lᅵsung x_0, y_0 die allgemeine
Lᅵsungsformel x = x_0 + (b/ggT(a,b))*t; y = y_0 - (a/ggT(a,b))*t
aufstellen kann.


Mit der Beleuchtung dieses Spezialfalles der linearen
diophantischen Gleichung in zwei Unbekannten habe ich 35 der mir
zur Verfᅵgung stehenden 45 Minuten zugebracht.

Die restlichen zehn Minuten habe ich darauf verwandt, das
Augenmerk auf lineare diophantische Gleichungen mit mehr als
zwei Unbekannten zu richten.

Hier habe ich aufgezeigt, dass diese Gleichungen dann und nur
dann Lᅵsungen und zwar unendlich viele Lᅵsungen haben, wenn der
grᅵᅵte gemeinsame Teiler der Faktoren vor den Variablen ein
Teiler der konstanten Zahl ist, und wie das Euler-Verfahren
funktioniert, mittels dessen man diese Lᅵsungen durch eine
Formel in Abhᅵngigkeit freier ganzzahliger Parameter angeben
kann.

Als es geklingelt hat, habe ich mich geᅵrgert, dass die Zeit um
war und ich keinen Bogen mehr schlagen konnte zum Chinesischen
Restesatz und dass ich mich auch nicht mehr deutlicher ᅵber
Kettenbrᅵche auslassen konnte.

An dem Mittwoch ist mir was aufgefallen: Die Prᅵsentationen sind
immer Mittwochs. Da haben wir Doppelstunde. In der ersten Stunde
wird die Prᅵsentation gehalten. Mit dem Klingeln zur Pause
rennen normalerweise alle wie von Furien gehetzt raus aus dem
Klassenzimmer. In der zweiten Stunde gibts dann Nachbesprechung
unter der Leitung der Lehrerin. Diesmal ist beim Pausenklimgeln
niemand einfach rausgerannt, sondern alle sind auf ihren Plᅵtzen
sitzengeblieben und haben mich angeschaut. Bei der
Nachbesprechung hat sich die Lehrerin nur zweimal eingemischt,
um selber nachzuhaken, und es ansonsten komplett mir ᅵberlassen,
die Fragerunde zu schaukeln.

Jedenfalls ist es gut gelaufen und ich wollte mich hier bei Euch
allen dafᅵr bedanken, dass Ihr mir mit Euren Ratschlᅵgen
geholfen und auch mein Sicherheitsgefᅵhl erhᅵht habt.

Ernst Sauer

unread,
Jun 16, 2014, 2:58:10 PM6/16/14
to
Am 15.06.2014 09:57, schrieb Timo:
...

> Fᅵrs Darstellen von mathematischen Zusammenhᅵngen hab ich
> ausschlieᅵlich Tafel, Lineal und Kreide (weiss, blau und rot)


...
>
> Als Note gabs eine 1- . (Alle anderen vor mir im Schuljahr
> hatten eine Zwei. Einheitsnote.) Die Lehrerin meinte, fachlich
> gesehen hᅵtte ich eine glatte Eins verdient gehabt, aber das
> Minus kᅵme daher, dass ich die "Medienelektronik" nicht fᅵrs
> Darstellen der mathematischen Zusammenhᅵnge benutzt, sondern das
> nur mithilfe der Tafel gemacht habe. Ich hᅵtte bspw Geraden und
> Ebenen durch GNUPlot zeichnen lassen kᅵnnen...

Das disqualifiziert die Lehrerin, denn Die menschliche Hand ist das wohl
genialste Werkzeug der Natur ᅵberhaupt und deren geschickte
Nutzung soll jetzt verpᅵnt sein?

Hᅵttest Du noch ein helles Blau und einen hellgelben Ockerton genommen,
so hᅵtte sie Dir eine 1+ geben mᅵssen.

Mit Gruᅵ
E.S.



--
Meine App: IngCalc

Timo

unread,
Jun 17, 2014, 12:25:20 AM6/17/14
to
Ernst Sauer schrieb:

> Das disqualifiziert die Lehrerin,

Na ja. Die Richtlinien, also dass Prᅵsentationen sein
mᅵssen, die als Klassenarbeit zᅵhlen, und worauf die
Lehrerinnen und Lehrer beim Benoten alles achten sollen,
stammen ja nicht von der Lehrerin sondern von einem
schulinternen Lehrplangremium an dem sie keinen
Anteil hatte. Wir sind ᅵbrigens der erste Jahrgang, den
sie alleine unterrichtet. Davor war sie im Studium und im
Referendariat .

Was mir auffᅵllt, ist, dass sie offenbar ungern das
Notenspektrum voll ausschᅵpft. Es gab Schuljahre, da
hatten Leute auch 5en und 6en in den Klassenarbeiten
und im Zeugnis und manche sind sitzengeblieben.

Die schlechteste Note, die sie bisher jemandem gegeben
hat, war eine 3. Ein einmaliges Ereignis und da strahlte sie
eine grᅵssere Betroffenheit aus als diejenige, die sie
gekriegt hat ...

Mir kommt es so vor, als ob sie fᅵrchterlich darum
bemᅵht ist, dass bloss keine negativen Emotionen auf
unseren kreativen Elan Einfluss haben kᅵnnten.
Also bekommen die meisten meistens mindestens
eine Zwei wenns um Noten geht, damit sichergestellt ist,
dass sie sich mindestens gut fᅵhlen kᅵnnen.

Zum Dank wird sie von einigen Leuten nach Krᅵften
zugesᅵlzt und verarscht.

Meine Befᅵrchtung ist, wenn sie das irgendwann merkt
bzw merken will, dann schlᅵgt das bei ihr in Frust um,
und dann haben auch diejenigen nicht mehr wirklich
Spass, die fᅵr die Situation nichts kᅵnnen ...

Und mich selber nervt das Gefᅵhl, dass die von ihr
gegebenen Noten nicht wirklich dazu taugen, sich selbst
einzuschᅵtzen, weil gute Noten bei ihr nichts wert sind, weil
man sich nicht dafᅵr anzustrengen braucht und weiss, dass
man sich auf die 1- schon deswegen nichts einzubilden
braucht, weil auch der letzte Depp bzw Mensch, der die
erforderlichen Denkebenen nicht so erreicht, noch eine
nett gemeinte Zwei bekommt.
Was fᅵr den zur Folge hat, dass der meint, er brauche sich
nicht anzustrengen. Entweder weil er glaubt, er kommt auch
so durch, oder weil er sich tatsᅵchlich fᅵr gut genug
hᅵlt. Was so oder so unweigerlich dazu fᅵhrt, dass seine
Wissenslᅵcken nicht wirklich kleiner werden bis
irgendjemand mal nicht mehr anders kann als ihn
durchfallen zu lassen. Und dann ist der Jammer groᅵ ...

Mir kᅵnnte das alles egal sein und ich kᅵnnte meinen Rand
halten und mich darauf beschrᅵnken, stillschweigend fᅵr
mein eigenes Fortkommen zu sorgen und mich darᅵber
freuen, dass die Lehrerin mir keine nennenswerten
Steine in den Weg legt. Ich hab ja schliesslich auch so
genug um die Ohren.

Aber ernsthaft:

Welche Konsequenzen fᅵr Euch selbst wᅵrdet Ihr ziehen?

Was fᅵr Aspekte kᅵnnte ich in dem sich mir darstellenden
schulischen Gesamtbild vielleicht ᅵbersehen oder nicht
richtig gewichtet haben?

> denn Die menschliche Hand ist das wohl
> genialste Werkzeug der Natur ᅵberhaupt und deren geschickte
> Nutzung soll jetzt verpᅵnt sein?

Weiss nicht, was ich dazu sagen soll. Hᅵnde sind zwar
praktisch wenn sie denn funktionieren, aber seit meinem
Unfall hab ich eine, die nicht funktioniert und nutzlos an
einem gefᅵhllosen Arm hᅵngt, der seinerseits entweder
nutzlos im Dreiecktuch liegt oder herunterbammelt. Das
finde ich gar nicht so genial. Kommt halt immer drauf an,
ob der Rest (das hᅵndesteuernde Hirn und die Nerven-
bahnen von Hirn zu Handmuskulatur) auch funktioniert.

Helmut Richter

unread,
Jun 18, 2014, 10:15:22 AM6/18/14
to
On Sun, 15 Jun 2014, Timo wrote:

> Als Note gabs eine 1- . (Alle anderen vor mir im Schuljahr
> hatten eine Zwei. Einheitsnote.)

Was ist denn nun eine "Einheitsnote"? Entweder gibts wirklich eine
Einheitsnote "hat mit Erfolg teilgenommen -- dieser Schein ist generell ohne
Benotung" oder aber eine Note, die die Qualitᅵt bewertet.

> Die Lehrerin meinte, fachlich
> gesehen hᅵtte ich eine glatte Eins verdient gehabt, aber das
> Minus kᅵme daher, dass ich die "Medienelektronik" nicht fᅵrs
> Darstellen der mathematischen Zusammenhᅵnge benutzt, sondern das
> nur mithilfe der Tafel gemacht habe.

Daran gibts ᅵberhaupt gar nichts auszusetzen, wenn die Tafeldarstellung
einwandfrei ist ...

> Ich hᅵtte bspw Geraden und
> Ebenen durch GNUPlot zeichnen lassen kᅵnnen... Hᅵtte ich
> kᅵnnen, aber erstens hᅵtten die Klassenkameraden bei Ebenen
> nicht durchgeblickt und zweitens hᅵtte ich dann beim Darstellen
> der Zusammenhᅵnge meine Illustrationen aus dem Tafelanschrieb
> herausreiᅵen mᅵssen, was die Sache fᅵrs Publikum nicht
> ᅵbersichtlicher gemacht hᅵtte.

... und du auᅵerdem einen guten Grund dafᅵr gehabt hast.

> Auᅵerdem wᅵre "mit dem Computer
> an die Wand werfen" den Mitschreibern zu schnell gegangen und
> sie wᅵren noch panisch und schnell und gehetzt beim Abmalen
> gewesen, wᅵhrend ich schon was anderes erzᅵhlt hᅵtte, und sie
> hᅵtten mir nicht mehr zuhᅵren kᅵnnen.

Ja, was denn nun? Zu wenig Computerei (nicht so schᅵn wie GNUPlot) oder zuviel
(zu schnell an die Wand geworfen)?

Ob die Kritik "zu schnell" berechtigt war, kᅵnnen wir hier natᅵrlich nicht
beurteilen. Es ist aber, wie ich schon schrieb, ein hᅵufiger Anfᅵngerfehler.
Und nicht nur von Anfᅵngern.

> Zum Beispiel musste ich zu Anfang der
> Tafelanschriebsphasen dauernd suchen, wo ich jetzt wieder die
> Kreide hingelegt hatte. Die Mitschᅵler fanden das lustig.

Schᅵn -- macht doch nichts ...

> Mich hats nervᅵs gemacht. Also hab ich eben jemanden besonders Vorlautes zum
> Kreidebeauftragten ernannt, der meine Kreide im Auge behalten und mir immer
> sagen kᅵnnen musste, wo sie liegt, wenn ich sie nicht mehr finde. Hat
> ᅵberraschend gut funktioniert.

... und auch noch genial gelᅵst. Sollte Sonderpunkte geben.

> Ich habe folgendes gemacht:

[...]

> Mit der Beleuchtung dieses Spezialfalles der linearen
> diophantischen Gleichung in zwei Unbekannten habe ich 35 der mir
> zur Verfᅵgung stehenden 45 Minuten zugebracht.

Sieht absolut angemessen aus. So ist wenigstens das angekommen. Hᅵttest du
damit nur 20 Minuten zugebracht, hᅵtten wohl die meistens den Faden verloren.

> Die restlichen zehn Minuten habe ich darauf verwandt, das
> Augenmerk auf lineare diophantische Gleichungen mit mehr als
> zwei Unbekannten zu richten.
>
> Hier habe ich aufgezeigt, dass diese Gleichungen dann und nur
> dann Lᅵsungen und zwar unendlich viele Lᅵsungen haben, wenn der
> grᅵᅵte gemeinsame Teiler der Faktoren vor den Variablen ein
> Teiler der konstanten Zahl ist, und wie das Euler-Verfahren
> funktioniert, mittels dessen man diese Lᅵsungen durch eine
> Formel in Abhᅵngigkeit freier ganzzahliger Parameter angeben
> kann.
>
> Als es geklingelt hat, habe ich mich geᅵrgert, dass die Zeit um
> war und ich keinen Bogen mehr schlagen konnte zum Chinesischen
> Restesatz und dass ich mich auch nicht mehr deutlicher ᅵber
> Kettenbrᅵche auslassen konnte.

Mehr ging nicht. Wenn sie mehr wissen wollen, brauchst du mehr als 45 Minuten.
Ein guter Vortrag ist einer, bei dem nicht mehr Wissen vermittelt wird als
mᅵglich, sonst ist es wertlose Angeberei: Die Zuhᅵrer sollen schlieᅵlich nicht
staunen, was du alles weiᅵt, sondern mitbekommen, was du ihnen vermittelst.

Mir kommt vor, als sei das Minus an der 1 ein Versuch, das Konzept
Einheitsnote wenigstens ansatzweise zu retten. (Beurteilen kann ichs natᅵrlich
nicht, weil ich nicht dabei war, aber ich sehe keinen ernsthaften Fehler in
dem, was du berichtet hast.)

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
Jun 18, 2014, 10:34:36 AM6/18/14
to
On Tue, 17 Jun 2014, Timo wrote:

> Ernst Sauer schrieb:
>
> > Das disqualifiziert die Lehrerin,

> Die schlechteste Note, die sie bisher jemandem gegeben
> hat, war eine 3. Ein einmaliges Ereignis und da strahlte sie
> eine grᅵssere Betroffenheit aus als diejenige, die sie
> gekriegt hat ...
>
> Mir kommt es so vor, als ob sie fᅵrchterlich darum
> bemᅵht ist, dass bloss keine negativen Emotionen auf
> unseren kreativen Elan Einfluss haben kᅵnnten.
> Also bekommen die meisten meistens mindestens
> eine Zwei wenns um Noten geht, damit sichergestellt ist,
> dass sie sich mindestens gut fᅵhlen kᅵnnen.

Das geht nicht lange, dann wissen alle, dass eine solche Zwei auch nichts wert
ist, so dass man sich damit auch nicht gut fᅵhlt.

Ich denke, man kann schon aus pᅵdagogischen Grᅵnden das Engagement eines
Schᅵlers mitbenoten und einem generell schwachen Schᅵler, der sich stark
bemᅵht hat, im Zweifel mehr Flᅵchtigkeitsfehler durchgehen lassen als einem
fᅵhigen Schᅵler, dem erkennbar alles wurscht ist. Damit kann man durchaus
ermutigen. Gerade in Mathematik ist das allerdings schwierig, weil die
meisten Fehler objektiv mess- und vergleichbar sind. Mit "mein Lob ist
generell nichts wert" ermutigt man aber keinen zu guter Arbeit.

> Und mich selber nervt das Gefᅵhl, dass die von ihr
> gegebenen Noten nicht wirklich dazu taugen, sich selbst
> einzuschᅵtzen, weil gute Noten bei ihr nichts wert sind, weil
> man sich nicht dafᅵr anzustrengen braucht und weiss, dass
> man sich auf die 1- schon deswegen nichts einzubilden
> braucht, weil auch der letzte Depp bzw Mensch, der die
> erforderlichen Denkebenen nicht so erreicht, noch eine
> nett gemeinte Zwei bekommt.

Eben.

> Aber ernsthaft:
>
> Welche Konsequenzen fᅵr Euch selbst wᅵrdet Ihr ziehen?

Vernᅵnftige Arbeit leisten, auch wenn sie nicht mit Noten honoriert wird, die
sich von denen unterscheiden, die auch fᅵr schludrige Arbeit gegeben
werden. Ansonsten hast du nicht viel Chancen, auf den Blᅵdsinn mᅵᅵigend
einzuwirken -- du bist ja nicht der Vorgesetzte der Pᅵdagogin.

--
Helmut Richter

Helmut Richter

unread,
Jun 18, 2014, 4:10:05 PM6/18/14
to
On Wed, 18 Jun 2014, Helmut Richter wrote:

> Ansonsten hast du nicht viel Chancen, auf den Blᅵdsinn mᅵᅵigend
> einzuwirken -- du bist ja nicht der Vorgesetzte der Pᅵdagogin.

Anders ausgedrᅵckt: Wenn du ihr etwas sagen willst, geht das nur, indem du
ᅵber dich selbst redest, nicht ᅵber sie. Also nicht: "Was Sie machen, ist
wenig sinnvoll", auch nicht "Ich finde das nicht gut", sondern zum Beispiel
"Es macht *mir* Probleme, wenn ich aus der Note nicht darauf zurᅵckschlieᅵen
kann, ob eine Arbeit gut war" oder "es demotiviert *mich*, wenn ich mit
besserer Arbeit keine besere Note erzielen kann". Den Schluss, dass andere
Schᅵler ᅵhnliche Probleme haben kᅵnnten, musst du ihr selbst ᅵberlassen -- ob
sie ihn ziehen kann, darf nicht dein Problem sein.

Aber ob so eine Botschaft ankommt, ist alles andere als sicher.

--
Helmut Richter

Ernst Sauer

unread,
Jun 19, 2014, 3:27:49 PM6/19/14
to
Am 18.06.2014 16:15, schrieb Helmut Richter:
...
>
>> Die Lehrerin meinte, fachlich
>> gesehen hᅵtte ich eine glatte Eins verdient gehabt, aber das
>> Minus kᅵme daher, dass ich die "Medienelektronik" nicht fᅵrs
>> Darstellen der mathematischen Zusammenhᅵnge benutzt, sondern das
>> nur mithilfe der Tafel gemacht habe.
>
> Daran gibts ᅵberhaupt gar nichts auszusetzen, wenn die Tafeldarstellung
> einwandfrei ist ...
>

Dieser Satz gefᅵllt mir nicht, weil es gerade andersherum ist.
Mit fertigen Programmen und mit PowerPoint zu arbeiten, gelingt
doch fast jedem ....
Eine Sache sauber und schlᅵssig an der Tafel zu entwickeln gelingt
dagegen nur wenigen.
Man schaue sich dazu das Geferkele an der Tafel von so manchen
Hochschullehrern an. Im Internet gibt es dazu genᅵgend schlechte
Beispiele.

Ich erinnere mich an die Zeiten als CAD eingefᅵhrt worden ist.
Die Konstrukteure, die ihr Handwerk noch am Zeichenbrett gelernt
hatten, waren auch spᅵter mit CAD die besseren Konstrukteure.

Die neuen Techniken sind bei den Arbeitsprozesses in den
Bᅵros und Werkstᅵtten nᅵtzlich, aber in der Regel nicht bei
Lernprozessen. Das gilt vor allem auch fᅵr die MINT-Fᅵcher,
denn ein guter Ingenieur z.B. muss in der Lage sein, sich einigermaᅵen
vernᅵnftig per Handschrift und Handzeichnung auszudrᅵcken.
Lernen die Schᅵler das heute noch, ich glaube eher nicht.

Timo

unread,
Jun 22, 2014, 8:37:59 AM6/22/14
to
Helmut Richter schrieb:

> Ja, was denn nun? Zu wenig Computerei (nicht so schᅵn wie GNUPlot) oder zuviel
> (zu schnell an die Wand geworfen)?

Ich habe hier offenbar leider nicht eindeutig dargestellt, welche
Argumente von wem stammen. Ich mache einen zweiten Versuch:

Die Lehrerin fand:
Beim Darstellen der mathematischen Zusammenhᅵnge gabs
zu wenig Computerei. (Tafel "bemalen" ist nicht so schᅵn wie
GNUPlot und Beamer ...)

Ich fand/finde:
Besser nicht so viel Computerei, denn
- erstens hᅵtte ich bei mehr Computerei meine Illustrationen
aus dem Tafelanschrieb herausreiᅵen mᅵssen, was fᅵr mich
das Darstellen und fᅵrs Publikum das Erfassen der
mathematischen Zusammenhᅵnge erschwert hᅵtte.
- zweitens wᅵre "mit dem Computer/Beamer an die Wand werfen"
den Mitschreibern wahrscheinlich zu schnell gegangen und sie
wᅵren noch panisch und schnell und gehetzt beim Abmalen
gewesen, wᅵhrend ich schon was anderes erzᅵhlt hᅵtte, und sie
hᅵtten mir nicht mehr zuhᅵren kᅵnnen. (Ein Handout, welches
das Mitschreiben obsolet gemacht hᅵtte, habe ich vorher nicht
ausgeteilt und auch vorher nicht gesagt, dass ich das am Ende
meiner Ausfᅵhrungen tun werde, denn das hᅵtte wahrscheinlich
dazu gefᅵhrt, dass etliche Leute gemeint hᅵtten, sie brᅵuchten
wᅵhrend meines Auftrittes nicht aufpassen und kᅵnnten statt
dessen herumkaspern, da sie ja, falls nᅵtig, spᅵter alles im
Handout nachlesen kᅵnnen wᅵrden ... )




Ausserdem denke ich, aber das habe ich bisher nicht geschrieben,
dass zum Umgang mit IT auch dazugehᅵrt, dass man sich ᅵberlegt,
wie da ein Rahmen der Verhᅵltnismᅵᅵigkeit aussehen kᅵnnte.

Man soll bald jeden Mist mit dem Computer machen.

Sogar bei Zetteln fᅵrs Schwarze Brett, die nach einer Woche
abgerissen und ins Altpapier geworfen werden, mockieren sich
bei uns in der Schule etliche Leute, wenn die von Hand
geschrieben sind.

Wir haben einen 64 Jahre alten Chemie-, Mathe- und
Physiklehrer, der bei den Klassenarbeiten, die er stellt, die
Fragen leserlich von Hand aufs Papier schreibt und Abbildungen/
Schaubilder etc entweder selbst zeichnet, oder eben aus
anderen Fotokopien ausschneidet und einklebt, bevor er
dann die Arbeitsblᅵtter fotokopiert. Der braucht keinen
Computer. Aber ihm wird ein Nimbus des Sonderlings
angedichtet und er wird hintenrum fᅵr diese Arbeitsweise
ausgelacht, obwohl sie vᅵllig ausreicht.

Und statt die Auslacher mal in die Senkel zu stellen, geht
der stellvertretende Schulleiter her und hᅵlt den Leuten
Ansprachen, dass sie halt Verstᅵndnis haben sollten --
der Mann sei halt schon alt und kenne sich mit Computern
nicht so aus...

Das kanns nicht sein, dass einem fast schon das Menschsein
aberkannt wird, wenn man den Eindruck erweckt, mit der
ganzen Computerei nichts am Hut zu haben.



Beim ᅵffentlichen Schulfest stellen sie lauter dilettantisch
aufgebaute Buden und Verkaufsstᅵnde in den Schul- und
Lichthof, wo gegen in Schuhschachteln und Gurkenglᅵsern
verwahrtes Bargeld irgendwelche abstrussen revolutionᅵr-
innovativen Lustbarkeiten wie Schokokusswerfen, Luftballon-
abschiessen, Lose ziehen etc angeboten werden, und bei
denen man sich nur ganz vorsichtig an der richtigen Stelle
an die mit Tᅵchern bespannten oder mit Papier/Pappe
beklebten aufeinandergestellten Tische oder Latten lehnen
mᅵsste, damit die Konstruktionen um- und den Leuten auf
die Kᅵpfe oder vor die Fᅵsse fallen.

Obwohl man das alles meiner Meinung nach nicht braucht,
mᅵgens viele Leute ja nett finden, und ausserdem schadet
so ein Aktionismus-Schulfest ja meistens keinem, und viele
haben Spaᅵ daran, also sag ich nichts dagegen.

Auch nicht dagegen, dass das alles letztenendes in einer Weise
durchdacht ist, bei der die Zufahrten fᅵr Feuerwehr und
Krankenwagen zum Schulgelᅵnde vollgestellt sind, obwohl
hunderte von Schᅵlern, Lehrern und Gᅵsten durchs Schulgelᅵnde
hufen.

Auch nicht dagegen, dass kein Gemeinschaftskundelehrer mein
eher "akademisches" Interesse befriedigen und mir verraten will,
unter der Schirmherrschaft welcher (gemeinnᅵtzigen) Organisation
(evtl Fᅵrderverein der Schule) das Schulfest offiziell stehen muss,
damit man keine Probleme bekommt in Zusammenhang mit der
Frage nach dem Versteuern von dabei erfolgten Umsᅵtzen oder
erwirtschafteten Einnahmen, oder in Zusammenhang mit der Frage
nach den rechtlichen Erfordernissen beim Durchfᅵhren von
Glᅵcksspielen wie dem Loseverkaufen an einer Losbude oder
dem "Preisschiessen" mit Dartpfeilen anstatt Schiessbudengewehren.

Aber was mir wirklich aufstᅵsst: An wirklich jedem Ding liegt
mindestens ein Tablet-PC oder ein Laptop oder sowas rum,
mit dem man das Rausgeld ausrechnen soll, das einer
bekommt, wenn er was zahlt. Aber nicht mal so, dass gleich
die Kasse gebucht/verwaltet wird und man jederzeit
Kassensturz machen oder gebuchte und tatsᅵchliche
(Finanz)Bestᅵnde vergleichen kᅵnnte, sondern die Leute
lassen damit wirklich nur das jeweilige Rausgeld ausrechnen.

Und wenn dann der Timo als einziger sicher gehen will,
dass ihm von den vielen fremden Menschen keiner den
Computer klaut, und deshalb lieber mit Quittungsblock
(fᅵr diejenigen, die einen Beleg wollen), Kugelschreiber
und Schreibheft kopfrechnend Buch ᅵber alles fᅵhrt,
wird ihm dafᅵr von den technikbewussten Mitschᅵlern
der Kopf getᅵtschelt, weil er bei der Kassenᅵbergabe
abrechnet und nachzᅵhlt und von den ᅵbergebenden/
ᅵbernehmenden Unterschriften haben will ...


Wenn das alles so weitergeht, ist man bald nicht mehr "in",
wenn man auf dem Smartphone die Schnᅵrsenkelbinde-App
oder die Joghurtbecher-ᅵffnungs-App fᅵrs Pausenvesper
nicht installiert hat, sondern das manuell selbst erledigt.

Aufm Schᅵlerklo muss dann ein cooler vernetzter Computer
stehen, der einem beim Klopapierabrollen assistiert.
(Fᅵr mich wᅵren solche Sachen teilweise vielleicht praktisch,
aber das ist was anderes... )

Kabelloses Internet funktioniert aufm Schᅵlerklo ja schon und
die Leute deponieren da zB in den Handtuchspendern etc vor
den Klassenarbeiten wirklich reihenweise ihre Gerᅵte, damit
sie, wenn sie wᅵhrend der Klassenarbeit angeblich dringend
aufs Klo mᅵssen, mal eben googeln oder die gebloggten
oder lokal abgespeicherten Notizen abrufen und bescheissen
kᅵnnen ...



Zurᅵck zur Verhᅵltnismᅵᅵigkeit beim Einsatz von IT.

Im Klassenzimmer einen an Computermaschinerie gekoppelten
Beamer einzusetzen, um beim Darstellen einer Geraden in einem
kartesianischen Koordinatensystem gewissen ᅵsthetischen
Vorstellungen gerecht zu werden, ist vielleicht eigentlich auch
technologischer Overkill.

In einem riesengroᅵen Hᅵrsaal, wo hunderte von Leuten
drin sitzen und man aus den hinteren Reihen die Tafelanschriebe
fast nicht mehr lesen kann, und froh ist, wenn der Beamer ein
etwas grᅵᅵeres Bild projiziert, bei dem die Buchstaben so groᅵ
werden, wie der Dozent sie an der Tafel nicht schreiben kᅵnnte,
die aber auch in der letzten Reihe noch gelesen werden kᅵnnen,
mag das vielleicht anders sein(, obwohls da in vielen Fᅵllen vielleicht
auch reichen wᅵrde, wenn der Dozent statt an der Tafel eben
einfach von Hand auf eine aufm Tageslichtprojektor liegende
Folie schreibt sofern er dabei nicht geblendet wird...) .



> > Also hab ich eben jemanden besonders Vorlautes zum
> > Kreidebeauftragten ernannt, der meine Kreide im Auge behalten und mir immer
> > sagen kᅵnnen musste, wo sie liegt, wenn ich sie nicht mehr finde. Hat
> > ᅵberraschend gut funktioniert.
>
> ... und auch noch genial gelᅵst. Sollte Sonderpunkte geben.

Danke fᅵr das Lob, aber ich denke, jeder, der jᅵngere
Geschwister hat, kennt diese Strategie:

Spᅵtestens wenn sie zu vorlaut werden, weise ihnen
angemessene verantwortungsvolle Tᅵtigkeiten zu, um sie
vom Vorlautsein abzulenken ...

Helmut Richter

unread,
Jun 23, 2014, 5:40:06 AM6/23/14
to
On Sun, 22 Jun 2014, Timo wrote:

> Helmut Richter schrieb:
>
> > Ja, was denn nun? Zu wenig Computerei (nicht so schᅵn wie GNUPlot) oder zuviel
> > (zu schnell an die Wand geworfen)?
>
> Ich habe hier offenbar leider nicht eindeutig dargestellt, welche
> Argumente von wem stammen. Ich mache einen zweiten Versuch:

Und ich habe mich auch unklar geᅵuᅵert: die rhetorische Frage "Ja, was
denn nun?" richtet sich nicht an dich, sondern an die Lehrerin, der es mal
zu wenig und mal zu viel Computerei ist. (Natᅵrlich kann man GNUPlot auch
benutzen, ohne hektischer zu werden, aber warum sollte man es, wenns auch
ohne geht?)

> Ich fand/finde: [...]

Ich stimme damit weitgehend ᅵberein.

> Wir haben einen 64 Jahre alten Chemie-, Mathe- und
> Physiklehrer, der bei den Klassenarbeiten, die er stellt, die
> Fragen leserlich von Hand aufs Papier schreibt und Abbildungen/
> Schaubilder etc entweder selbst zeichnet, oder eben aus
> anderen Fotokopien ausschneidet und einklebt, bevor er
> dann die Arbeitsblᅵtter fotokopiert. Der braucht keinen
> Computer. Aber ihm wird ein Nimbus des Sonderlings
> angedichtet und er wird hintenrum fᅵr diese Arbeitsweise
> ausgelacht, obwohl sie vᅵllig ausreicht.

Wahrscheinlich spart er einen Haufen Zeit. Ich finde, Computer sind nᅵtzlich,
wenn es um etwas geht, das wᅵhrend der Realisierung noch geᅵndert wird. Bei
Texten ist das sehr oft der Fall, bei Zeichnungen weit weniger: die hat man
manchmal schon fertig im Kopf, oder aber man merkt bei der Ausfᅵhrung, dass
man ganz anders hᅵtte anfangen mᅵssen. In diesen beiden Fᅵllen ist fᅵr die
Schᅵnheit aufgewandte Mᅵhe fᅵr die Katz -- auᅵer wenns auf die Schᅵnheit
*wirklich* ankommt, weil das Produkt lange benutzt werden soll.

> Und statt die Auslacher mal in die Senkel zu stellen, geht
> der stellvertretende Schulleiter her und hᅵlt den Leuten
> Ansprachen, dass sie halt Verstᅵndnis haben sollten --
> der Mann sei halt schon alt und kenne sich mit Computern
> nicht so aus...

Ja, so einer bin ich auch. Dabei heiᅵt allerdings "mit Computern" eher "mit
den Anwendungen, die die meisten Leute benutzen" ("mit Computern" gehe ich
seit fast einem halben Jahrhundert um, auch wenn der erste davon mittlerweile
im Deutschen Museum steht). Als ich meine Diplomarbeit schrieb, gabs praktisch
keine Textbearbeitung; da habe ich mir eine selbst geschrieben, natᅵrlich mit
viel viel weniger Schnickschnack als heute. Und bei der Grundidee bin ich
geblieben: erst der Inhalt, dann die Form. Wenn der Inhalt steht, den ich
schreiben will, ist es eine flotte Sache, nachtrᅵglich HTML oder Word draus zu
machen -- ich finde, das geht flotter, als z.B. Word schon beim Schreiben zu
verwenden. Aber ich bin ja auch aus der Generation dieses Lehrers.

--
Helmut Richter

Timo

unread,
Jun 24, 2014, 4:34:16 PM6/24/14
to
Helmut Richter schrieb:

> On Sun, 22 Jun 2014, Timo wrote:
>
> > Helmut Richter schrieb:
> >
> > > Ja, was denn nun? Zu wenig Computerei (nicht so schᅵn wie GNUPlot) oder zuviel
> > > (zu schnell an die Wand geworfen)?
> >
> > Ich habe hier offenbar leider nicht eindeutig dargestellt, welche
> > Argumente von wem stammen. Ich mache einen zweiten Versuch:
>
> Und ich habe mich auch unklar geᅵuᅵert: die rhetorische Frage "Ja, was
> denn nun?" richtet sich nicht an dich,

Dass die Frage eher rhetorisch gemeint war, weil auf etwas
bezogen, was Deiner Meinung nach von der Lehrerin ausging, und
damit von jemandem, der an unserer momentanen Unterhaltung
nicht beteiligt ist, ist klar. Du hast Dich da meiner Meinung nach nicht
unklar geᅵuᅵert.

Aber Deine Annahme, dass es der Lehrerin mal zuviel Computerei
sei, trifft nicht zu. Diese Annahme kam dadurch zustande, dass _ich_
unsauber dargestellt hatte, von wem welche Argumente stammen.

> sondern an die Lehrerin, der es mal
> zu wenig und mal zu viel Computerei ist.

Der Lehrerin war es an keiner Stelle ihrer Argumentation zuviel
Computerei, sondern es war ihr nur zu wenig Computerei.

Sie hᅵtte zB wᅵnschenswert gefunden, wenn ich GNUPlot oder
dergleichen werwendet hᅵtte.

Ich habs aber nicht verwendet -- unter anderem, weil ich befᅵrchtete,
dass es dann dem Publikum zu schnell gehen wᅵrde. (So, wie ich
es ohne GNUPlot etc gemacht habe, ist es dem Publikum offenbar
nicht zu schnell gegangen...)

Das wollte ich nochmal so dargelegt haben, damit klar ist, was wer
(Lehrerin/ich) gesagt hat.




Aber wenn ich per GNUPlot/Beamer fertige Zeichnungen an die Wand
werfen lasse -- wie mache ich das dann zeitlich?:

Knallt man die fertige Zeichnung an die Wand und wartet schweigend
drei Minuten lang ab, bis die Mitschreiber sie eilig abgemalt haben?
Ich hᅵtte auch eine Animation basteln kᅵnnen, bei der der Computer
die Zeichnung langsam automatisiert hinmalt, und nichts tuend oder
labernd abwarten bis der Computer fertig ist.

Ich fand es irgendwie angenehmer, wᅵhrend des Zeichnens an der
Tafel zu erklᅵren, was jetzt eingezeichnet wird und welche Dinge
in der Zeichnung welchen bereits gesagten Dingen entsprechen
und dabei die Leute zu fragen, wo jetzt ihrer Meinung nach welche
Dinge eingezeichnet werden mᅵssen oder in der Zeichnung zu
finden sind, und so einen Eindruck zu bekommen, ob jemand
meinen Ausfᅵhrungen folgen konnte.

> Und bei der Grundidee bin ich
> geblieben: erst der Inhalt, dann die Form. Wenn der Inhalt steht, den ich
> schreiben will, ist es eine flotte Sache, nachtrᅵglich HTML oder Word draus zu
> machen -- ich finde, das geht flotter, als z.B. Word schon beim Schreiben zu
> verwenden. Aber ich bin ja auch aus der Generation dieses Lehrers.

Kurze Texte schreibe ich meistens, wenn ᅵberhaupt am
Computer, dann erst unformatiert als Plain-Text mit einem
Editor. Wenn das fertig ist, ᅵffne ich sie mit Word und
formatiere nachtrᅵglich.
Oder fᅵge nachtrᅵglich XML-Tags oder HTML-Tags oder
(La)TeX-Kontrollsequenzen ein.

Aber bei langen Texten und Gruppenarbeiten lege ich wert
darauf, dass von vorneherein "Form"aufgeteilt wird in

1. Logisches Markup bzw abstrakte Rubrizierung, was dazu dient,
in der Erstellungsphase fᅵr die Ersteller bestimmte Dinge als zu
einer Gliederungs-, Einteilungs-, Ordnungs- und/oder
Verzeichnisrubrik gehᅵrend zu kennzeichnen.

2. Prozedurales Markup bzw konkrete Rubrizierung, was dazu dient,
als zu einer Rubrik gehᅵrend gekennzeichneten Elementen im
vorzulegenden fertigen Dokument ein bestimmtes Aussehen zu
verleihen, also solche Elemente auf bestimmte Weise formatiert
darzustellen.
(Bspw mithilfe von vom normalen Text abweichendem
Absatzlayout, Schriftfamilie, Schriftgewicht, Schriftschnitt,
Schriftgrᅵsse, Schriftfarbe) .

( Im Mittelalter verstand man unter "Rubrizierung", von lat. rubricare
"rotfᅵrben, mit Rubriken versehen", das Verwenden von roter Farbe,
um bei auf Papier (zB in Buchform oder Schriftrollenform) vorliegenden
Texten bestimmte Gliederungs-, Ordnungs- und Schmuckelemente
hervorzuheben.

Heutzutage gehts bei "abstrakter Rubrizierung" nicht mehr unbedingt
konkret ums rot Einfᅵrben als eine spezielle Formatierungsart, aber
immer noch -- abstrakt -- darum, was fᅵr Gliederungs- und Ordnungs-
elemente (und meinetwegen auch Schmuckelemente) man in seinem
Dokument ᅵberhaupt benᅵtigt/verwenden mᅵchte. Wer Denglisch mag,
spricht da von "logischem Markup". )

Abstrakte Rubrizierung/logisches Markup ist so eine Sache, wegen
der ich langsam anfange, auf SGML/XML aufbauende
Strukturierungsformate wie DocBook und DITA zu mᅵgen:

Wenn man bei langen Texten oder Gruppenarbeiten nicht vorher
plant, wie man Inhalte anordnen, untergliedern, strukturieren, in
Rubriken einteilen will, und nicht vorher dafᅵr die entsprechenden
Tags als Ordnungs- und Kennzeichnungselemente definiert und
die dann auch verwendet, bekommt man hinterher Spass,
weil man, wenn man grosse Plain-Text-Dokumente "nachtrᅵglich
strukturiert", Gefahr lᅵuft, irgwendwo zu ᅵbersehen, dass etwas,
was man noch nicht "getaggt" hat, auch in eine bestimmte Rubrik
gehᅵrt ...

Aber vor allem kann ich bei XML-Formaten das Strukturieren/
Einteilen in Rubriken und Kennzeichnen als zu einer Rubrik gehᅵrend,
abkoppeln vom konkreten Darstellen und muss mich erstmal nicht mit
Frickeleien abgeben, die zB dazu dienen, Textstᅵcke irgendwie
darzustellen, etwa in grᅵsserer Schrift, oder kursiv oder fett oder
farbig oder dergleichen zu setzen.

Das empfinde ich als vorteilhaft, denn

1) wenn ich gerade am Eintippen bin, stᅵren solche Frickeleien
meinen Arbeitsfluss enorm -- insbesondere bei Programmen mit
menᅵfᅵhrungs- und/oder Button-basierter graphischer Benutzer-
oberflᅵche, bei denen man die Hand von der Tastatur nehmen
und mit der Maus Textstᅵcke markieren und dann irgendwo
hinklicken muss, beeintᅵchtigen der Umstand,
dass meine Hand jetzt was anderes machen muss, nᅵmlich
nicht tippen, sondern die Maus oder das Touchpad bedienen,
und der Umstand, dass ich mich auf Dialogboxen, Buttons und
Menᅵs konzentrieren muss, statt auf den Bereich, wo der zu
erstellende Text angezeigt wird, meine Konzentration ziemlich.
Lieber lasse ich die Hand auf der Tastatur und tippe nebenher
eben noch ein XML-Tag direkt in den Text ein...

2) das konkrete Formatieren/Darstellen hᅵngt davon ab, in
welcher Form man den Text vorlegen mᅵchte/soll. Diese Frage
kann man vertagen, bis man den Inhalt erstellt und strukturiert/
abstrakt rubriziert hat, oder bis die ᅵber einen waltenden
Mᅵchte endlich wissen, wie sie es von einem haben wollen.

(Form: Z.B. Datei fᅵr Text-Reader; EBook; PDF-Datei mit
Hyperlinks und fester Seitengrᅵᅵe; Word-Datei; LaTeX-Datei;
Troff-Datei fᅵr Buchdruck; HTML-Datei als Webseite ohne
Seitenzᅵhlung/Seiteneinteilung sondern mit Frames und Sub-Pages
zur "Navigation" und mit fortlaufender Textanzeige auf allen
mᅵglichen Arten von Displays/Bildschirmen...)

Anfangs kann ich zB fᅵr Dinge aus den zur Absatzgliederung
gehᅵrenden Rubriken (ᅵberschriften), oder fᅵr Dinge, bei denen
Nebenabsatz- und Referenzierungs-Rubriken wie Fussnote oder
Endnote oder Randnotiz oder "Verweis auf andere Stelle" eine
Rolle spielen, oder fᅵr Dinge bei denen Verzeichnis-Rubriken wie
Inhaltsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis,
Index, Glossar oder Bibliographie eine Rolle spielen, oder fᅵr Dinge,
bei denen Rubriken, wie"abgesetzte Formel", Beweis, Satz,
Befehle/Tags einfᅵhren und dann diese Tags bei der Texteingabe
mit eintippen, um dadurch zu den entsprechenden Rubriken
gehᅵrende Phrasen zu kennzeichnen.

Aber konkret formatiert wird erst dann, wenn der strukturierte
abstrakt rubrizierte Inhalt steht und man darangeht, aus dem
XML/SGML-Dokument eine Form bzw ein Darstellungsformat
(bspw ein Word-Dokument oder eine LaTeX-Datei oder eine
Website in HTML oder eine pdf-Datei oder dergleichen)
abzuleiten und dabei festzulegen, welche Tags wie auf welche
im abgeleiteten Format gegebenen Kennzeichnungs- bzw
Formatierungselemente "abzubilden" sind.

Fᅵr Gruppenarbeiten finde ich das praktisch:

Fᅵr DocBook oder DITA reicht ein einfacher Plain-Text-Editor
und den hat plattformunabhᅵngig jeder, der mit einem Computer
arbeitet. Also kᅵnnen alle ihren eigenen Computer verwenden
um mitzuarbeiten.

Hinterher kann jeder aus dem durch textbasiertes XML-artiges
logisches Markup abstrakt rubrifizierten Text dasjenige konkrete
Darstellungsformat ableiten, das ihm auf seinem Computer/
seiner Plattform genehm ist, zB ein prozedurales Markup,
oder ein Word-Dokument, eine pdf-Datei, HTML,
LaTeX -> dvi/pdf/ps.


Fᅵr mich heisst das:

- Zuerst der Inhalt.
- Dabei mᅵglichst schon die benᅵtigten abstrakten Rubrizierungsklassen
(Klassen von Gliederungs- und Ordnungselementen) festlegen
von abstrakten Rubrizierungsklassen betrachtet werden kᅵnnen,
durch entsprechende Tags kennzeichnen.
- Wenn der abstrakt rubrizierte Inhalt steht, Abbilden dieses Inhalts
auf
ein Format zur konkreten Darstellung, in welchem der Text vorgelegt
werden soll. (ZB Word-Dokument, (La)TeX-Dokument, pdf-Datei,
HTML-Datei.)
- Wie im abgeleiteten Darstellungsformat die Instanzen jeweiliger
Rubriken
konkret dargestellt bzw formatiert werden, ergibt sich zum einen aus
den Richtlinien fᅵrs Abbilden auf das jeweilige Darstellungsformat und
zum anderen aus den im abgeleiteten Darstellungsformat gegebenen
Mᅵglichkeiten hinsichtlich Kennzeichnung und Darstellung von zu
formatierenden Elementen.

Fᅵr mich heisst es das. Meine Schulkollegen wollen Word, wo man
keine komischen Befehle, Zeichen oder Kontrollsequenzen sieht.
Als eine Art Schreibmaschine. Bei der man kein Tipp-Ex braucht,
weil der Computerbildschirm das Blatt Papier ersetzt, auf
dem man WYSIWYG-mᅵssig gleich sieht, was man hingetippt
und dann markiert und durch Anklicken der Buttons "F" und "U"
sowohl fett gemacht als auch unterstrichen hat. Bei denen und der
Deutsch-/ITG-Lehrerin werden Textabsᅵtze umgebrochen, nicht
umbrochen. Ausserdem bastelt man da mit Word-Art kreative
bunte Einladungskᅵrtchen bei denen die Hauptsache ist, dass wir
zeigen, dass wir wissen, wie man etwas bunt macht und mit
alles in einer Einladung drinstehen sollte.


Jetzt bin ich ziemlich abgeschweift -- ich hoffe, das macht nichts.

Ernst Sauer

unread,
Jun 25, 2014, 6:52:50 AM6/25/14
to
Am 24.06.2014 22:34, schrieb Timo:
...

>
> Ich fand es irgendwie angenehmer, wᅵhrend des Zeichnens an der
> Tafel zu erklᅵren, was jetzt eingezeichnet wird und welche Dinge
> in der Zeichnung welchen bereits gesagten Dingen entsprechen
> und dabei die Leute zu fragen, wo jetzt ihrer Meinung nach welche
> Dinge eingezeichnet werden mᅵssen oder in der Zeichnung zu
> finden sind, und so einen Eindruck zu bekommen, ob jemand
> meinen Ausfᅵhrungen folgen konnte.
>

Und wenn Du Zeit und Gelegenheit hast, dann versuche das
Deiner Lehrerin mal zu erklᅵren (oder besser allen Lehrern).

Mit Gruᅵ
E.S.


--
www.prostab.de
Meine Android-App: IngCalc

Timo

unread,
Jun 25, 2014, 2:14:34 PM6/25/14
to
Helmut Richter schrieb:

> On Sun, 22 Jun 2014, Timo wrote:
>
> > Helmut Richter schrieb:
> >
> > > Ja, was denn nun? Zu wenig Computerei (nicht so schᅵn wie GNUPlot)
> > > oder zuviel
> > > (zu schnell an die Wand geworfen)?
> >
> > Ich habe hier offenbar leider nicht eindeutig dargestellt, welche
> > Argumente von wem stammen. Ich mache einen zweiten Versuch:
>
> Und ich habe mich auch unklar geᅵuᅵert: die rhetorische Frage "Ja, was
> denn nun?" richtet sich nicht an dich,

Dass die Frage eher rhetorisch gemeint war, weil auf etwas
bezogen, was Deiner Meinung nach von der Lehrerin ausging, und
damit von jemandem, der an unserer momentanen Unterhaltung
nicht beteiligt ist, ist klar. Du hast Dich da meiner Meinung nach nicht
unklar geᅵuᅵert.

Aber Deine Annahme, dass es der Lehrerin mal zuviel Computerei
sei, trifft nicht zu. Diese Annahme kam dadurch zustande, dass _ich_
unsauber dargestellt hatte, von wem welche Argumente stammen.

> sondern an die Lehrerin, der es mal
> zu wenig und mal zu viel Computerei ist.

Der Lehrerin war es an keiner Stelle ihrer Argumentation zuviel
Computerei, sondern es war ihr nur zu wenig Computerei.

Sie hᅵtte zB wᅵnschenswert gefunden, wenn ich GNUPlot oder
dergleichen werwendet hᅵtte.

Ich habs aber nicht verwendet -- unter anderem, weil ich befᅵrchtete,
dass es dann dem Publikum zu schnell gehen wᅵrde. (So, wie ich
es ohne GNUPlot etc gemacht habe, ist es dem Publikum offenbar
nicht zu schnell gegangen...)

Das wollte ich nochmal so dargelegt haben, damit klar ist, was wer
(Lehrerin/ich) gesagt hat.




Aber wenn ich per GNUPlot/Beamer fertige Zeichnungen an die Wand
werfen lasse -- wie mache ich das dann zeitlich?:

Knallt man die fertige Zeichnung an die Wand und wartet schweigend
drei Minuten lang ab, bis die Mitschreiber sie eilig abgemalt haben?
Ich hᅵtte auch eine Animation basteln kᅵnnen, bei der der Computer
die Zeichnung langsam automatisiert hinmalt, und nichts tuend oder
labernd abwarten bis der Computer fertig ist.

Ich fand es irgendwie angenehmer, wᅵhrend des Zeichnens an der
Tafel zu erklᅵren, was jetzt eingezeichnet wird und welche Dinge
in der Zeichnung welchen bereits gesagten Dingen entsprechen
und dabei die Leute zu fragen, wo jetzt ihrer Meinung nach welche
Dinge eingezeichnet werden mᅵssen oder in der Zeichnung zu
finden sind, und so einen Eindruck zu bekommen, ob jemand
meinen Ausfᅵhrungen folgen konnte.

> Und bei der Grundidee bin ich
> geblieben: erst der Inhalt, dann die Form. Wenn der Inhalt steht, den ich
> schreiben will, ist es eine flotte Sache, nachtrᅵglich HTML oder Word
> draus zu
> machen -- ich finde, das geht flotter, als z.B. Word schon beim Schreiben
> zu
> verwenden. Aber ich bin ja auch aus der Generation dieses Lehrers.

Kurze Texte schreibe ich meistens, wenn ᅵberhaupt am
Computer, dann erst unformatiert als Plain-Text mit einem
Editor. Wenn das fertig ist, ᅵffne ich sie mit Word und
formatiere nachtrᅵglich.
Oder fᅵge nachtrᅵglich XML-Tags oder HTML-Tags oder
(La)TeX-Kontrollsequenzen ein.

Aber bei langen Texten und Gruppenarbeiten lege ich wert
darauf, dass von vorneherein "Form"aufgeteilt wird in

1. Logisches Markup bzw abstrakte Rubrizierung, was dazu dient,
in der Erstellungsphase fᅵr die Ersteller bestimmte Dinge als zu
einer Gliederungs-, Einteilungs-, Ordnungs- und/oder
Verzeichnisrubrik gehᅵrend zu kennzeichnen.

2. Prozedurales Markup bzw konkrete Rubrizierung, was dazu dient,
als zu einer Rubrik gehᅵrend gekennzeichneten Elementen im
vorzulegenden fertigen Dokument ein bestimmtes Aussehen zu
verleihen, also solche Elemente auf bestimmte Weise formatiert
darzustellen.
(Bspw mithilfe von vom normalen Text abweichendem
Absatzlayout, Schriftfamilie, Schriftgewicht, Schriftschnitt,
Schriftgrᅵᅵe, Schriftfarbe) .

( Im Mittelalter verstand man unter "Rubrizierung", von lat. rubricare
"rotfᅵrben, mit Rubriken versehen", das Verwenden von roter Farbe,
um bei auf Papier (zB in Buchform oder Schriftrollenform) vorliegenden
Texten bestimmte Gliederungs-, Ordnungs- und Schmuckelemente
hervorzuheben.

Heutzutage gehts bei "abstrakter Rubrizierung" nicht mehr unbedingt
konkret ums rot Einfᅵrben als eine spezielle Formatierungsart, aber
immer noch -- abstrakt -- darum, was fᅵr Gliederungs- und Ordnungs-
elemente (und meinetwegen auch Schmuckelemente) man in seinem
Dokument ᅵberhaupt benᅵtigt/verwenden mᅵchte. Wer Denglisch mag,
spricht da von "logischem Markup". )

Abstrakte Rubrizierung/logisches Markup ist so eine Sache, wegen
der ich langsam anfange, auf SGML/XML aufbauende
Strukturierungsformate wie DocBook und DITA zu mᅵgen:

Wenn man bei langen Texten oder Gruppenarbeiten nicht vorher
plant, wie man Inhalte anordnen, untergliedern, strukturieren, in
Rubriken einteilen will, und nicht vorher dafᅵr die entsprechenden
Tags als Ordnungs- und Kennzeichnungselemente definiert und
die dann auch verwendet, bekommt man hinterher Spaᅵ,
weil man, wenn man grosse Plain-Text-Dokumente "nachtrᅵglich
strukturiert", Gefahr lᅵuft, irgwendwo zu ᅵbersehen, dass etwas,
was man noch nicht "getaggt" hat, auch in eine bestimmte Rubrik
gehᅵrt ...

Aber vor allem kann ich bei XML-Formaten das Strukturieren/
Einteilen in Rubriken und Kennzeichnen als zu einer Rubrik gehᅵrend,
abkoppeln vom konkreten Darstellen und muss mich erstmal nicht mit
Frickeleien abgeben, die zB dazu dienen, Textstᅵcke irgendwie
darzustellen, etwa in grᅵᅵerer Schrift, oder kursiv oder fett oder
farbig oder dergleichen zu setzen.

Das empfinde ich als vorteilhaft, denn

1) wenn ich gerade am Eintippen bin, stᅵren solche Frickeleien
meinen Arbeitsfluss enorm -- insbesondere bei Programmen mit
menᅵfᅵhrungs- und/oder Button-basierter graphischer Benutzer-
oberflᅵche, bei denen man die Hand von der Tastatur nehmen
und mit der Maus Textstᅵcke markieren und dann irgendwo
hinklicken muss, beeintrᅵchtigen der Umstand,
dass meine Hand jetzt was anderes machen muss, nᅵmlich
nicht tippen, sondern die Maus oder das Touchpad bedienen,
und der Umstand, dass ich mich auf Dialogboxen, Buttons und
Menᅵs konzentrieren muss, statt auf den Bereich, wo der zu
erstellende Text angezeigt wird, meine Konzentration ziemlich.
Lieber lasse ich die Hand auf der Tastatur und tippe nebenher
eben noch ein XML-Tag direkt in den Text ein...

2) das konkrete Formatieren/Darstellen hᅵngt davon ab, in
welcher Form man den Text vorlegen mᅵchte/soll. Diese Frage
kann man vertagen, bis man den Inhalt erstellt und strukturiert/
abstrakt rubriziert hat, oder bis die ᅵber einen waltenden
Mᅵchte endlich wissen, wie sie es von einem haben wollen.

(Form: Z.B. Datei fᅵr Text-Reader; EBook; PDF-Datei mit
Hyperlinks und fester Seitengrᅵᅵe; Word-Datei; LaTeX-Datei;
Troff-Datei fᅵr Buchdruck; HTML-Datei als Webseite ohne
Seitenzᅵhlung/Seiteneinteilung sondern mit Frames und Sub-Pages
zur "Navigation" und mit fortlaufender Textanzeige auf allen
mᅵglichen Arten von Displays/Bildschirmen...)

Anfangs kann ich zB fᅵr Dinge aus den zur Absatzgliederung
gehᅵrenden Rubriken (ᅵberschriften), oder fᅵr Dinge, bei denen
Nebenabsatz- und Referenzierungs-Rubriken wie Fuᅵnote oder
Endnote oder Randnotiz oder "Verweis auf andere Stelle" eine
Rolle spielen, oder fᅵr Dinge bei denen Verzeichnis-Rubriken wie
Inhaltsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis,
Index, Glossar oder Bibliographie eine Rolle spielen, oder fᅵr Dinge,
bei denen Rubriken, wie"abgesetzte Formel", Beweis, Satz,
Paragraph oder "erlᅵuternder Kommentar" eine Rolle spielen,
Befehle/Tags einfᅵhren und dann diese Tags bei der Texteingabe
mit eintippen, um dadurch zu den entsprechenden Rubriken
gehᅵrende Phrasen zu kennzeichnen.

Aber konkret formatiert wird erst dann, wenn der strukturierte
abstrakt rubrizierte Inhalt steht und man darangeht, aus dem
XML/SGML-Dokument eine Form bzw ein Darstellungsformat
(bspw ein Word-Dokument oder eine LaTeX-Datei oder eine
Website in HTML oder eine pdf-Datei oder dergleichen)
abzuleiten und dabei festzulegen, welche Tags wie auf welche
im abgeleiteten Format gegebenen Kennzeichnungs- bzw
Formatierungselemente "abzubilden" sind.

Fᅵr Gruppenarbeiten finde ich das praktisch:

Fᅵr DocBook oder DITA reicht ein einfacher Plain-Text-Editor
und den hat plattformunabhᅵngig jeder, der mit einem Computer
arbeitet. Also kᅵnnen alle ihren eigenen Computer verwenden
um mitzuarbeiten.

Hinterher kann jeder aus dem durch textbasiertes XML-artiges
logisches Markup abstrakt rubrizierten Text dasjenige konkrete
Darstellungsformat ableiten, das ihm auf seinem Computer/
seiner Plattform genehm ist, zB ein prozedurales Markup,
oder ein Word-Dokument, eine pdf-Datei, HTML,
LaTeX -> dvi/pdf/ps.


Fᅵr mich heiᅵt das:

- Zuerst der Inhalt.
- Dabei mᅵglichst schon die benᅵtigten abstrakten Rubrizierungsklassen
(Klassen von Gliederungs- und Ordnungselementen) festlegen
- und entsprechende Phrasen/Passagen des Inhalts, die als Instanzen
von abstrakten Rubrizierungsklassen betrachtet werden kᅵnnen,
durch entsprechende Tags kennzeichnen.
- Wenn der abstrakt rubrizierte Inhalt steht, Abbilden dieses Inhalts auf
ein Format zur konkreten Darstellung, in welchem der Text vorgelegt
werden soll. (ZB Word-Dokument, (La)TeX-Dokument, pdf-Datei,
HTML-Datei.)
- Wie im abgeleiteten Darstellungsformat die Instanzen jeweiliger Rubriken
konkret dargestellt bzw formatiert werden, ergibt sich zum einen aus
den Richtlinien fᅵrs Abbilden auf das jeweilige Darstellungsformat und
zum anderen aus den im abgeleiteten Darstellungsformat gegebenen
Mᅵglichkeiten hinsichtlich Kennzeichnung und Darstellung von zu
formatierenden Elementen.

Fᅵr mich heiᅵt es das. Meine Schulkollegen wollen Word, wo man
keine komischen Befehle, Zeichen oder Kontrollsequenzen sieht.
Als eine Art Schreibmaschine. Bei der man kein Tipp-Ex braucht,
weil der Computerbildschirm das Blatt Papier ersetzt, auf
dem man WYSIWYG-mᅵᅵig gleich sieht, was man hingetippt
und dann markiert und durch Anklicken der Buttons "F" und "U"
sowohl fett gemacht als auch unterstrichen hat. Bei denen und der
Deutsch-/ITG-Lehrerin werden Textabsᅵtze umgebrochen, nicht
umbrochen. Auᅵerdem bastelt man da mit Word-Art kreative
bunte Einladungskᅵrtchen bei denen die Hauptsache ist, dass wir
zeigen, dass wir wissen, wie man etwas bunt macht und mit
Clip-Arts verziert, nicht, was eine hᅵfliche Anrede ist und was
alles in einer Einladung drinstehen sollte.


Jetzt bin ich ziemlich abgeschweift -- ich hoffe, das macht nichts.

Helmut Richter

unread,
Jun 26, 2014, 5:05:33 AM6/26/14
to
On Wed, 25 Jun 2014, Ernst Sauer wrote:

> Am 24.06.2014 22:34, schrieb Timo:
> ...
>
> >
> > Ich fand es irgendwie angenehmer, wᅵhrend des Zeichnens an der
> > Tafel zu erklᅵren, was jetzt eingezeichnet wird und welche Dinge
> > in der Zeichnung welchen bereits gesagten Dingen entsprechen
> > und dabei die Leute zu fragen, wo jetzt ihrer Meinung nach welche
> > Dinge eingezeichnet werden mᅵssen oder in der Zeichnung zu
> > finden sind, und so einen Eindruck zu bekommen, ob jemand
> > meinen Ausfᅵhrungen folgen konnte.
> >
>
> Und wenn Du Zeit und Gelegenheit hast, dann versuche das
> Deiner Lehrerin mal zu erklᅵren (oder besser allen Lehrern).

Volle Zustimmung. Siehe auch meinen letzten Beitrag vom 2014-05-19 in
diesem Thread.

--
Helmut Richter

Detlef Müller

unread,
Jun 26, 2014, 8:03:59 AM6/26/14
to
On 25.06.2014 20:14, Timo wrote:
> Helmut Richter schrieb:
> ...
> Der Lehrerin war es an keiner Stelle ihrer Argumentation zuviel
> Computerei, sondern es war ihr nur zu wenig Computerei.
>
> Sie hᅵtte zB wᅵnschenswert gefunden, wenn ich GNUPlot oder
> dergleichen werwendet hᅵtte.
>
> Ich habs aber nicht verwendet -- unter anderem, weil ich befᅵrchtete,
> dass es dann dem Publikum zu schnell gehen wᅵrde. (So, wie ich
> es ohne GNUPlot etc gemacht habe, ist es dem Publikum offenbar
> nicht zu schnell gegangen...)
>
> Das wollte ich nochmal so dargelegt haben, damit klar ist, was wer
> (Lehrerin/ich) gesagt hat.
>
>
>
>
> Aber wenn ich per GNUPlot/Beamer fertige Zeichnungen an die Wand
> werfen lasse -- wie mache ich das dann zeitlich?:
>
Das ist mit etwas Disziplin durchaus Zuhᅵrerfreundlich
machbar.
Um das hin zu bekommen, muᅵ man sich aber den Zahn vorher ziehen, ein
Computervortrag wᅵre schneller konzipiert als ein Tafelvortrag - das
Gegenteil ist natᅵrlich der Fall.

Der Trick ist, nicht die fertige End-Zeichnung zu zeigen, sondern
Schritt fᅵr Schritt die Konstruktion (also fᅵr jeden Schritt ein
Bild) vorzufᅵhren - jedes mal kommt eine weitere Kleinigkeit hinzu,
die man im Detail erlᅵutern kann.

Dabei hat man dann gegenᅵber der Tafel den Vorteil, daᅵ man leicht
Hilfskonstrukte spᅵter in der Konstruktion verschwinden lassen
kann (etwa die Kreislinien, wenn man eine Mittelsenkrechte konstruiert
hat), an der Tafel mᅵsste man dazu wischen.


> Knallt man die fertige Zeichnung an die Wand und wartet schweigend
> drei Minuten lang ab, bis die Mitschreiber sie eilig abgemalt haben?

Schweigen ist natᅵrlch ganz schlecht ... aber das war ja wohl auch
nicht ernst gemeint.
Wenn man schon keine Kontrolle darᅵber hat und ein fertiges Bild
vorfᅵhren muᅵ, so sollte dieses natᅵrlich erlᅵutert werden, wobei
Stichworte an der Tafel auftauchen kᅵnnen und auch das Publikum
einbezogen werden kann ("in welcher Reihenfolge mussten die hier
auftauchenden Geraden konstruiert worden sein?" z.B.).
Die Erlᅵuterung muᅵ dabei natᅵrlich Hilfreich zum Bild-Verstᅵndnis
sein und nicht durch allerhand Zusatzinformation vom Ziel, das
Bild zu verinnerlichen, ablenken.

> Ich hᅵtte auch eine Animation basteln kᅵnnen, bei der der Computer
> die Zeichnung langsam automatisiert hinmalt, und nichts tuend oder
> labernd abwarten bis der Computer fertig ist.
>
Den Zeitlichen Ablauf dem Rechner zu ᅵbertragen, macht einen zu
unflexibel - besser ist es, den Ablauf in Schritte zu unterteilen,
die man "pseudo-interaktiv" weiter schaltet.
Dadurch hat man flexible Zeitfenster fᅵr Erklᅵrungen und kann sogar
notfalls auch einen Schritt zurᅵck gehen. Wenn es alle verstanden
haben kann man noch Notizen an der Tafel festhalten und dann zum
nᅵchsten Schritt ᅵbergehen.

Wenn die einzelnen Konstruktionsschritte fein genug unterteilt
wurden, ist das schon nahe an den Vorteilen des Tafelvortrages.

Um sich mit dem Tempo zu disziplinieren, kann man auch kleine
Kontrollfragen vorbereiten.

> Ich fand es irgendwie angenehmer, wᅵhrend des Zeichnens an der
> Tafel zu erklᅵren, was jetzt eingezeichnet wird und welche Dinge
> in der Zeichnung welchen bereits gesagten Dingen entsprechen
> und dabei die Leute zu fragen, wo jetzt ihrer Meinung nach welche
> Dinge eingezeichnet werden mᅵssen oder in der Zeichnung zu
> finden sind, und so einen Eindruck zu bekommen, ob jemand
> meinen Ausfᅵhrungen folgen konnte.
>
Wenn der grafische Aufbau geschickt untergliedert ist, kann man
das wie beschrieben auch ganz gut am Rechner simulieren ...
aber am Rechner ist man halt wesentlich unflexibler - es sei
denn man _erstellt_ die Grafik wᅵhrend des Vortrags in Echtzeit
(was ich mir mit gnuplot weniger, aber z.B. mit Geogebra sehr
gut vorstellen kann).

Ich kenne einen Prof, der ziemlich virtuos vorbereitete Folien,
verschiedene Programme auf dem Rechner und die Tafel kombinieren
kann.

Etwa mit Geogebra kᅵnnen durchaus Konstruktionen wᅵhrend eines
Vortrages durchgefᅵhrt werden, wobei auch flexibel und spontan
experimentiert werden kann (Als Hintertᅵr kann die fertige
Konstruktion irgendwo gespeichert sein - nur falls man sich total
verfransen sollte).

Gruᅵ,
Detlef

--
Dr. Detlef Mᅵller,
http://www.mathe-doktor.de oder http://mathe-doktor.de
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