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Schul-Uniform (Essenzen+)

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Hermann Niederreiter

unread,
Jun 6, 2001, 4:50:43 PM6/6/01
to
F'up de.soc.misc gesetzt, weil
es wesentlich geht um
Zwangs-Uniformiertheit, Würde, Persönlichkeits-Entwicklung,..

(Dieser Beitrag ging versehentlich
nach schule.informatik statt nach schule.allgemein.)
-------------------

Stuttgarter Nachrichten bzgl.
des Vorschlags des Bawü-CDU-Fraktionschefs für

Schul-Uniformen
(klassenweise auf freiwilliger Basis):

Begründet wird der Vorschlag mit Chancen-Gleichheit und
Bekämpfung des Wettbewerbs mit teuren Klamotten.

Schulchefs wehren sich:

'Bei uns kein Problem.'
'Das fördert soziales Sichabheben.'
'Die finden andere Wege, sich abzuheben.'
'Wenn manche nicht mitmachen: was tun?'

Andere:

'Das hülfe, die Identifikation mit der Schule zu heben.
Die Schulen müssen ja immer mehr erzieherische Aufgaben übernehmen.'

Schüler sind großteils dagegen.

Landeselternbeirat ist dagegen.

In Hamburg trugen mal die Schüler einer 5ten Klasse
einheitliche Pullover mit Schul-Logo.

In Brandenburg lehnte der Bildungsminister (SPD) ab.

Die Bawü-Kultusministerin sieht den Vorschlag positiv.
.. will nicht verordnen, sondern
der Schulkonferenz freistellen.

----------------- Ende Essenzen -----------------

Kleider machen Leute.

Äußere Uniformiertheit fördert innere.

Für die (quasi monopolistischen) staatlichen Schulen
(an denen es für die meisten kein Vorbei gibt)
ist Zwangs-Uniformierung entwürdigend.

Daran ändert auch eine
klassenweise demokratische Entscheidung nicht viel:

Die Würde des Menschen ist unantastbar:
.. auch für die Diktatur der Mehrheit.


Bzgl. besserer Chancen für die Ärmsten

schlage ich Kleidergeld für Schüler vor.

Chancen-Reduzierung der Reichsten
ist zwar ein sozielles Neid-Argument,
aber es ist irrational.


Kleider sind jungen Leuten wichtig.

Man sollte sie nicht,
seinen eigenen (priesterlichen) Wertvorstellungen entsprechend
(planwirtschaftlich, zentralistisch),
bevormunden, stutzen, 'erziehen',...

Persönlichkeits-Entwicklung ist noch wichtiger als
Erwerb von 'Wissen' & Können.

Persönlichkeits-Entwicklung braucht _vor allem_
Freiheit & Verantwortlichkeit.

Ohne Freiheit, Wettbewerb, Verantwortlichkeit
verblöden wir.

Gruß, Hermann
--
Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide auf Bundesebene!
Unterzeichne die Unterschriftenliste von Mehr Demokratie e.V. online:
http://www.mehr-demokratie.de/volksabstimmung/index.php?link=unterschreiben

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 7, 2001, 6:46:30 AM6/7/01
to

Das Problem ist ein tiefersitzendes. Die Macht über die Schüler, die die
Staatsschulen aus der Kombination von Schulpflicht und Steuerzwangsfinanzierung
schöpfen, wird vielfach zur Beeinflußung der Persönlichkeit gebraucht - man denke
an den Religionsunterricht oder den "Kampf gegen Rechts", den in letzter Zeit so
manche Schule führen zu müssen glaubt. Mit welchem Recht all das?


Es spielt nicht die geringste Rolle, ob Schuluniformen mehr Vorteile oder
Nachteile mit sich bringen. Privatschulen können machen, was sie wollen - es ist
jedem einzelnen selbst überlassen, ob er die dortigen Regeln durch eine Anmeldung
an der Schule akzeptiert oder nicht. Der Staat aber hat kein Recht, Uniformen zu
verordnen.


Aber es ist (leider!) durchaus nicht richtig, daß die Schüler Uniformen ablehnen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sie auf ein erstaunlich hohes Maß an
Akzeptanz stoßen würde, obwohl eine starke Minderheit sie ablehnt.

________________
Außerdem bin ich der Meinung, die Rechtschreibreform müsse zurückgenommen werden.

--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Till Walther

unread,
Jun 7, 2001, 6:53:41 AM6/7/01
to
Adrian Slusarczyk schrieb:

> Außerdem bin ich der Meinung, die Rechtschreibreform müsse
> zurückgenommen werden.

Das wäre - egal, was man von dem Regelwerk an sich hält - ein Schlag ins
Gesicht eines jeden Schülers, der nach den neuen Regeln schreibt. Ich
selber schreibe seit Jahren ausschließlich in der neuen Rechtschreibung
und empfinde die alte schon regelrecht als falsch, so ist die neue mir
ins Blut übergegangen.

Was macht die FAZ eigentlich? Die haben sich doch erst gewehrt, dann
umgestellt und sind schließlich wieder zur alten Schreibweise
übergegangen? (Einer der Gründe, dieses Blättchen nicht zu lesen. *g*)

--
+++ Rudolf-Steiner-Schule Loheland +++ http://www.loheland.de +++

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 8, 2001, 8:55:22 AM6/8/01
to

>> Außerdem bin ich der Meinung, die Rechtschreibreform müsse
>> zurückgenommen werden.
>Das wäre - egal, was man von dem Regelwerk an sich hält - ein Schlag ins
>Gesicht eines jeden Schülers, der nach den neuen Regeln schreibt. Ich
>selber schreibe seit Jahren ausschließlich in der neuen Rechtschreibung
>und empfinde die alte schon regelrecht als falsch, so ist die neue mir
>ins Blut übergegangen.
Als die Rechtschreibreform kam, waren nach rund hundert Jahren die "alten" Regeln
auch allen Schülern ins Blut übergegangen - und wurden dennoch geändert. Ich bin
ebenfalls Schüler, habe mir teilweise angewöhnte Teile der "neuen"
Rechtschreibung aber recht erfolgreich wieder abgewöhnt: Einerseits kann ich
Barbereien wie "Portmonnee", "Maläse", "Rad fahren" oder "Flussschifffahrt"
einfach nicht ertragen, andererseits geht ohne verbindliche Regeln jede
Systematik in der Rechtschreibung verloren. Darum meine Rückkehr zur bewährten
Orthographie.


>Was macht die FAZ eigentlich?

Sie haben die Reform (widerwillig) angenommen, in der Praxis jedoch die volle
Tragweite ihrer teils nun wirklich unsinnigen Bestimmungen erfahren - und
kehrtgemacht.


Niemand kann zur alten Schreibweise verpflichtet werden, solange die neue die
amtliche ist. Aber mal ehrlich: Man merkt ihr doch an, daß sie eine Kopfgeburt
von Bürokraten ist...


Grüße
--AS

Willibald Papesch

unread,
Jun 8, 2001, 8:59:25 AM6/8/01
to
Adrian Slusarczyk:

[Alte Rechtschreibung]

> Niemand kann zur alten Schreibweise verpflichtet werden, solange die
> neue die amtliche ist. Aber mal ehrlich: Man merkt ihr doch an, daß
> sie eine Kopfgeburt von Bürokraten ist...

Und was war die alte ... ein Kopfgeburt von monarchistischen
Bürokraten?
--
W...@Papesch.de / http://www.papesch.de

Hermann Niederreiter

unread,
Jun 8, 2001, 9:20:28 AM6/8/01
to
Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>Die Macht über die Schüler, die die Staatsschulen
>aus der Kombination von Schulpflicht und Steuerzwangsfinanzierung
>schöpfen, wird vielfach zur Beeinflußung der Persönlichkeit gebraucht
>- man denke an den Religionsunterricht oder
>den "Kampf gegen Rechts", den in letzter Zeit so manche Schule
>führen zu müssen glaubt. Mit welchem Recht all das?

Ja.

>Es spielt nicht die geringste Rolle, ob Schuluniformen
>mehr Vorteile oder Nachteile mit sich bringen.
>Privatschulen können machen, was sie wollen
>- es ist jedem einzelnen selbst überlassen, ob er
>die dortigen Regeln durch eine Anmeldung
>an der Schule akzeptiert oder nicht.
>Der Staat aber hat kein Recht, Uniformen zu verordnen.

Ja.
Auch nicht die Klassenmehrheit.

>Aber es ist (leider!) durchaus nicht richtig,
>daß die Schüler Uniformen ablehnen.

Ich (bzw. die Zeitung) meinte mit 'die Schüler' nicht 'alle'.

>Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sie
>auf ein erstaunlich hohes Maß an Akzeptanz stoßen würde,
>obwohl eine starke Minderheit sie ablehnt.

>________________
>Außerdem bin ich der Meinung,
>die Rechtschreibreform müsse zurückgenommen werden.

Überlassen wir's dem (Nachahmungs-) Markt!

Leider hat in diesem Konflikt
der Staat mit seinen Schulen und Beamten
beachtliche Vorteile.

Gewonnen hat er noch nicht.

Das Usenet ist auch ein wachsender Faktor.

Aber das ist ein anderes Thema, das
neben schule.allgemein auch andere Groups berührt.

Gruß, Hermann
--
Kampf um's Usenet!: .. gegen Kläffer & Chatter der Großen Brüder;
für Kommunikations- -Freiheit & -Kultur; für Anonymität;
für nützliche Information (Essenzen,..);..
Das Usenet ist das Beste & Öffentlichste im Netz.

Helmut Hullen

unread,
Jun 8, 2001, 10:43:00 AM6/8/01
to
Hallo, Adrian,

Du (aslusarczyk) meintest am 08.06.01 zum Thema Re: Neue Rechtschreibung (war: Re: Schul-Uniform (Essenzen+)):

> Einerseits kann ich Barbereien wie

> "Portmonnee", "Malaese", "Rad fahren" oder "Flussschifffahrt"
> einfach nicht ertragen,

Und "Bureau" ist auch schoener (von "Friseur" alias "barber" mal zu
schweigen ...).

Viele Gruesse!
Helmut

Fritz Cremer

unread,
Jun 8, 2001, 9:42:52 AM6/8/01
to
In article <3b1f5b86$1...@netnews.web.de>,

Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:
>
>Aber es ist (leider!) durchaus nicht richtig, daß die Schüler
>Uniformen ablehnen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sie auf ein
>erstaunlich hohes Maß an Akzeptanz stoßen würde, obwohl eine starke
>Minderheit sie ablehnt.

Vor allem, da weite Teile der Schuelerinnen und Schueler schon laengst
eine Uniform (=gleichartige Kleidung) anhaben.

SCNR, Fritz

--
Ist Ihnen eigentlich heute schon aufgefallen,
wie wunderschoen unsere Welt ist?

F. Cremer, may the FORTH be with you!

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 9, 2001, 2:18:30 PM6/9/01
to

Hermann Niederreiter <Hermann.Ni...@t-online.de> wrote:
[bzgl. Ablehnung von Schuluniformen]

>Ich (bzw. die Zeitung) meinte mit 'die Schüler' nicht 'alle'.
Schon klar. Dennoch ist die Zustimmung zur Einführung von Uniformen erstaunlich
hoch, auch unter Schülern. Laut einer TED-Umfrage der Saarbrücker Zeitung mit
immerhin eingeschränkter Aussagekraft stimmen fast 3/4 der Idee zu.
Als ob die Fehler der "Reform"pädagogik der sozialliberalen Zeit darin bestünden,
Persönlichkeitsentwicklung zugelassen zu haben ;-) Aber an die eigentlichen
Probleme des Bildungwesens traut sich ja keiner heran - zumindest nicht in
Deutschland.
Die britischen Konservativen haben jüngst eine weitgehende Privatisierung des
Schulwesens vorgeschlagen (und die Wahlen verloren... ;-) Das wäre der erste
Schritt in Richtung Freiheit und Selbstbestimmung von Eltern, Schülern und
Lehrern, die im Gegensatz zur jetzigen "Mitbestimmung" auch echte Gestaltung
zulassen, ja erfordern würde. Kein Wunder also, daß so etwas bei uns nicht zur
Debatte steht.


[bzgl. Rechtschreibreform]


>Leider hat in diesem Konflikt
>der Staat mit seinen Schulen und Beamten
>beachtliche Vorteile.
>
>Gewonnen hat er noch nicht.

Ohne mehr Engagement der Gegner der neuen Rechtschreibung, die momentan ja nur
aus der FAZ, ein paar rechtsradikalen Blättchen, fast allen deutschsprachigen
Literaten, Rentnern und natürlich Schleswig-Holstein bestehen, ist es nur eine
Frage der Zeit, bis der "Pfeiff(f)er mit drei F" eine ganz neue Bedeutung erfährt
:-))


Grüße,


-- AS

Willibald Papesch

unread,
Jun 9, 2001, 2:56:40 PM6/9/01
to
Adrian Slusarczyk:

[...]
> ... ist die Zustimmung zur Einführung von Uniformen


> erstaunlich hoch, auch unter Schülern. Laut einer TED-Umfrage der
> Saarbrücker Zeitung mit immerhin eingeschränkter Aussagekraft
> stimmen fast 3/4 der Idee zu.

Die Diskussioh um Schuluniformen (schon das Wort - brrr) könnte ja
deutscher nicht geführt werden. Das muss gleich moralisch aufgeladen
und mit Werten vollgestopft werden: Antimarkenprogramm und was an
ähnlichem Schwachsinn da rumfabuliert wird.

Ich habe schon vor über 20 Jahren mit "Schuluniformen" gearbeitet,
und das hat sich als sehr hilfreich erwiesen.
Wenn ich mit meiner 8. Klasse eine einwöchige Radtour von
Jugendherberge zu Jugendherberge machte, hatten wir eine
Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
bedruckt mit seinen Initialen. Das Halstuch war im HTW-Unterricht als
eine Art Miniprojekt extra für diesen Zweck hergestellt worden.

Ich arbeitete damals an einer kleinen Dorfschule. Wenn ich mit meinen
Schüler/innen in eine Jugendherberge kam, wo es ziemlich
international zu ging, waren die Kinder immer sehr unsicher. Wenn sie
dann ihre Sachen verstaut hatten und mit weißem Hemd/rotem Halstuch
in der Halle erschienen, erregte dies nicht nur (positives) Aufsehen,
sondern stärkte ihr Selbstbewußstsein und ihre
Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein - und entschärfte manches
Disziplinproblem nach dem Motto: wir machen das nicht - jeder weiß,
woher wir kommen.

Im Grunde geht es einfach darum, den an einer Schule zusammelebenden
und -arbeitenden Schüler/innen ein Gefühl der Zu- und
Zusammengehörigkeit zu vermitteln.
Das kann mit einfachsten Mitteln geschehen - und sehr hilfreich sein.

> Als ob die Fehler der "Reform"pädagogik der sozialliberalen Zeit
> darin bestünden, Persönlichkeitsentwicklung zugelassen zu haben

;-) ...

Ich und Wir stehen nicht im Gegenseitz zueinander, sondern in einem
sich ergänzenden Spannungsverhältnis. Das Eine kann ohne das Andere
nicht sein.
[...]

--
Gruß von der rauhen Alb
Willibald Papesch, W...@Papesch.de / http://www.papesch.de

Marcel Noe

unread,
Jun 9, 2001, 7:44:59 PM6/9/01
to
On 09 Jun 2001 20:18:30 +0200, Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>immerhin eingeschränkter Aussagekraft stimmen fast 3/4 der Idee zu.

Und wieviel Prozent dieser 3/4 waren tatsaechlich Schueler, und muessen diese
Uniformen dann auch anziehen? Ich kann mich nicht erinnern gefragt worden zu
sein.

>Ohne mehr Engagement der Gegner der neuen Rechtschreibung, die momentan ja nur
>aus der FAZ, ein paar rechtsradikalen Blättchen, fast allen deutschsprachigen

Mal ganz im Ernst: Jedes Engagement waere verschwendete Liebesmuehe,
Rueckgaengig kannst du das eh nicht machen. Und wenn ich ehrlich sein soll,
dann muss ich sagen, dass ich mit der neuen Rechtschreibung alles andere
als ungluecklich bin.

Gruss Marcel
--
marcel noe, +49 6338 809343 - http://www.xcore.net, mar...@hofenfels.de
Life is a halfpipe. :)

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 10, 2001, 5:08:41 AM6/10/01
to

mar...@matrix.xcore.net (Marcel Noe) wrote:
[bzgl. SZ-Umfrage]

>Und wieviel Prozent dieser 3/4 waren tatsaechlich Schueler, und muessen diese
>Uniformen dann auch anziehen? Ich kann mich nicht erinnern gefragt worden zu
>sein.
Befragt wurde ein Teil der Gesamtbevölkerung. Unter Schülern dürfte der Anteil
der Befürworter wohl niedriger sein, das stimmt. Aber nicht so niedrig, wie man
auf den ersten Blick vermutet, auch wenn die Befürworter Hemmungen haben, ihren
Standpunkt zu vertreten - auch sie selbst denken, sie seien eine Minderheit. Aber
wenn der Damm einmal gebrochen ist, verstummen die Proteste (leider!) ziemlich
schnell, wie verschiedene Modellversuche gezeigt haben.


[bzgl. Rechtschreibreform]


>Mal ganz im Ernst: Jedes Engagement waere verschwendete Liebesmuehe,
>Rueckgaengig kannst du das eh nicht machen.

Aber muß ich denn so tun, als würde mir die neue Schreibweise gefallen? Ich
benutze die bewährten Regeln und ermuntere andere Gegner der Flussschifffahrt,
nachzuziehen! Das ist alles ;-)

Christoph Sorge

unread,
Jun 10, 2001, 6:42:50 AM6/10/01
to
Am Thu, 07 Jun 2001 12:53:41 +0200 schrieb Till Walther
<wal...@loheland.de> :

>>Außerdem bin ich der Meinung, die Rechtschreibreform müsse
>>zurückgenommen werden.
>Das wäre - egal, was man von dem Regelwerk an sich hält - ein Schlag ins
>Gesicht eines jeden Schülers, der nach den neuen Regeln schreibt.

Die neue Rechtschreibung ist ein Schlag ins Gesicht jedes
Deutschsprachigen, der nach den alten Regeln schreibt. Und davon gibt
es sehr viel mehr als Schüler, die nach den neuen Regeln schreiben.

>Ich
>selber schreibe seit Jahren ausschließlich in der neuen Rechtschreibung
>und empfinde die alte schon regelrecht als falsch, so ist die neue mir
>ins Blut übergegangen.

Tja, ich empfinde die neue Rechtschreibung immer noch als falsch.
Inzwischen ist es mir aber ziemlich egal, da niemand mehr versucht,
mich zu zwingen, nach den neuen Regeln zu schreiben - mein
Deutschlehrer ist daran übrigens auch schon gescheitert :-)

Christoph

Peter Ringeisen

unread,
Jun 10, 2001, 6:45:54 AM6/10/01
to
Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> schrieb:
>
>mar...@matrix.xcore.net (Marcel Noe) wrote:

>[bzgl. Rechtschreibreform]
>>Mal ganz im Ernst: Jedes Engagement waere verschwendete Liebesmuehe,
>>Rueckgaengig kannst du das eh nicht machen.
>Aber muß ich denn so tun, als würde mir die neue Schreibweise gefallen? Ich
>benutze die bewährten Regeln und ermuntere andere Gegner der Flussschifffahrt,
>nachzuziehen! Das ist alles ;-)

Na, dann sei dir altem Flussschiffer dies unbenommen, denn du brauchst
das Wort ja jeden Tag. Ich vermute aber, du spielst außerdem in einem
Zooorchester mit ...

Gruß
pcr

--
| Peter Ringeisen * Amberg, Bavaria (Germany) * http://www.ringeisen.de |
| Stick close to your desks and never go to sea, * Gilbert & Sullivan: |
| And you all may be Rulers of the Queen's Navee! * "HMS Pinafore" |
| ----------------> http://british-humour.funurl.com <---------------- |

Willibald Papesch

unread,
Jun 10, 2001, 7:33:53 AM6/10/01
to
Christoph Sorge:

[...]


> Die neue Rechtschreibung ist ein Schlag ins Gesicht jedes
> Deutschsprachigen, der nach den alten Regeln schreibt. Und davon
> gibt es sehr viel mehr als Schüler, die nach den neuen Regeln
> schreiben.

[...]
Das ist schlicht und einfach eine Frage der Zeit.
--
WP, W...@Papesch.de / http://www.papesch.de

Till Walther

unread,
Jun 10, 2001, 7:42:54 AM6/10/01
to
Christoph Sorge schrieb:

> Die neue Rechtschreibung ist ein Schlag ins Gesicht jedes
> Deutschsprachigen, der nach den alten Regeln schreibt.

Die alte Rechtschreibung ist ein Schlag ins Gesicht jedes
Deutschsprachigen, der nach den neuen Regeln schreibt.

Alles eine Sache der Perspektive und Gewöhnung.

> es sehr viel mehr als Schüler, die nach den neuen Regeln schreiben.

Dass andere es anders machen, kann kein Grund sein Neuerungen
abzulehnen.

Marcel Noe

unread,
Jun 10, 2001, 8:17:59 AM6/10/01
to
On 10 Jun 2001 11:08:41 +0200, Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>Befragt wurde ein Teil der Gesamtbevölkerung. Unter Schülern dürfte der Anteil
>der Befürworter wohl niedriger sein, das stimmt. Aber nicht so niedrig, wie
>man auf den ersten Blick vermutet,

Aha, und anhand welches Wissens kannst du das beurteilen? Oder schaetzt du das
jetzt einfach mal so?

>Aber muß ich denn so tun, als würde mir die neue Schreibweise gefallen? Ich
>benutze die bewährten Regeln und ermuntere andere Gegner der Flussschifffahrt,
>nachzuziehen! Das ist alles ;-)

Mach doch was du willst. :)

Wenn ich ehrlich bin, dann hab ich das besagte Wort seit einfuehren der neuen
Rechtschreibung nicht ein einziges mal geschrieben.

Tobias Erle

unread,
Jun 10, 2001, 10:03:00 AM6/10/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
> bedruckt mit seinen Initialen.

Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ...

> international zu ging, waren die Kinder immer sehr unsicher. Wenn sie
> dann ihre Sachen verstaut hatten und mit weißem Hemd/rotem Halstuch
> in der Halle erschienen, erregte dies nicht nur (positives) Aufsehen,
> sondern stärkte ihr Selbstbewußstsein und ihre
> Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein

Stimmt, statt ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln, versteckt man sich
hinter der Uniform. Ganz nach der Art: "Du bist nix - deine Klasse ist
alles" ...


> Im Grunde geht es einfach darum, den an einer Schule zusammelebenden
> und -arbeitenden Schüler/innen ein Gefühl der Zu- und
> Zusammengehörigkeit zu vermitteln.
> Das kann mit einfachsten Mitteln geschehen - und sehr hilfreich sein.

Genau, denn Verbote helfen nie etwas. Lasst den Kindern ihre Individualität
und schreibt ihnen nicht solchen Schmarrn vor. Die Zeit der Uniformen und
des Obrigkeitstaates sollten doch langsam vorbei sein.


--

ss*-Regulars haben ihr Profil auf http://www.s-s-f.de/

Tobias Erle

unread,
Jun 10, 2001, 10:05:00 AM6/10/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> [bzgl. Rechtschreibreform]
> >Mal ganz im Ernst: Jedes Engagement waere verschwendete Liebesmuehe,
> >Rueckgaengig kannst du das eh nicht machen.
> Aber muß ich denn so tun, als würde mir die neue Schreibweise gefallen?

Nein, du kannst auch gerne die alte benutzen, d.h. bald falsch schreiben.
Oder bist du Lehrer?


--

Politik online? http://www.dol2day.de

Tobias Erle

unread,
Jun 10, 2001, 10:07:00 AM6/10/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> >Und wieviel Prozent dieser 3/4 waren tatsaechlich Schueler, und
> >muessen diese Uniformen dann auch anziehen? Ich kann mich nicht
> >erinnern gefragt worden zu sein.
> Befragt wurde ein Teil der Gesamtbevölkerung. Unter Schülern dürfte der
> Anteil der Befürworter wohl niedriger sein, das stimmt. Aber nicht so
> niedrig, wie man auf den ersten Blick vermutet, auch wenn die
> Befürworter Hemmungen haben, ihren Standpunkt zu vertreten

Naja, mehr als vage Vermutungen deinerseits ist das aber nicht.

Tobias Erle

unread,
Jun 10, 2001, 10:16:00 AM6/10/01
to

Christoph Sorge schrieb:

> Die neue Rechtschreibung ist ein Schlag ins Gesicht jedes
> Deutschsprachigen, der nach den alten Regeln schreibt. Und davon gibt
> es sehr viel mehr als Schüler, die nach den neuen Regeln schreiben.

Die meisten Neuregelungen stellen doch tatsächlich eine Verbesserung dar
und die meisten deutschen können eh keine richtige RS. Von daher bin ich da
unbesorgt. Außerdem sind die Regeln schnell lernbar und wer nicht gerade in
der Schule/Uni arbeitet, hat auch keine größeren Probleme mit der RSR.

> Tja, ich empfinde die neue Rechtschreibung immer noch als falsch.

Weil du dich noch nicht umgewöhnt hast? Weil du nicht versucht hast, sie zu
lernen?

> Inzwischen ist es mir aber ziemlich egal, da niemand mehr versucht,
> mich zu zwingen, nach den neuen Regeln zu schreiben - mein
> Deutschlehrer ist daran übrigens auch schon gescheitert :-)

Wie ist das eigentlich im Studium? *g*

Tobias Erle

unread,
Jun 9, 2001, 5:59:00 PM6/9/01
to

Fritz Cremer schrieb:

> Vor allem, da weite Teile der Schuelerinnen und Schueler schon laengst
> eine Uniform (=gleichartige Kleidung) anhaben.

Aber freiwillig und das ist der Unterschied.

Willibald Papesch

unread,
Jun 10, 2001, 11:40:53 AM6/10/01
to
Tobias Erle:

>
> Willibald Papesch schrieb:
>
>> Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
>> bedruckt mit seinen Initialen.
>
> Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ...

Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?

[...]

Willibald Papesch

unread,
Jun 10, 2001, 11:55:31 AM6/10/01
to
Tobias Erle:

>
>> international zu ging, waren die Kinder immer sehr unsicher. Wenn
>> sie dann ihre Sachen verstaut hatten und mit weißem Hemd/rotem
>> Halstuch in der Halle erschienen, erregte dies nicht nur
>> (positives) Aufsehen, sondern stärkte ihr Selbstbewußstsein und
>> ihre Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein
>
> Stimmt, statt ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln, versteckt man
> sich hinter der Uniform. Ganz nach der Art: "Du bist nix - deine
> Klasse ist alles" ...

Mann, ein schon wieder bewundernswert ahnungsloses Geschwätz ...
Pass auf, dass du demnächst nicht platzt. ;-)

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 11, 2001, 2:21:27 PM6/11/01
to

Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:


>>> Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
>>> bedruckt mit seinen Initialen.
>>
>> Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ...
>
>Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?


Beim besten Willen: Der Vergleich trifft den Nagel auf den Kopf! Welchen Zweck
kann und soll eine Uniform haben, wenn nicht zu uniformieren? Die Individualität
hinter die Kollektivität zurücktreten zu lassen?


Wenn ein Fußballverein einheitliche Trikots trägt, macht das erstens Sinn und
ist zweitens freiwillig - man kann ja gehen.


Wenn aber eine staatliche Zwangsschule so etwas tut, dann ist das kaum mehr als
eine Machtdemonstration gegenüber dem eingeschüchterten Individuum. Was ist denn
mit dem, der sich mit der Schule nicht identifizieren *will* oder es nicht kann?
Was würdest Du sagen, wenn Dein Vermieter in seinem Haus eine Uniform
vorschreiben würde...?


Wer rote Hemden und weiße Halstücher tragen will, der kann das tun. Wer seine
Mitmenschen gegen ihren Willen zwingen will, sie zu tragen, kann nach Rotchina
gehen.


Sorry, wenn das etwas polemisch klingt. Aber ich bin traurig, daß selbst 10
Jahre nach dem Sieg des Freiheitskampfes in Mittel-und Osteuropa das Individuum
so wenig geachtet wird.


Grüße,
Adrian

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 11, 2001, 2:34:17 PM6/11/01
to

to...@kholdan.de (Tobias Erle) wrote:


>Adrian Slusarczyk schrieb:


>> [bzgl. Rechtschreibreform]


>> Aber muß ich denn so tun, als würde mir die neue Schreibweise gefallen?


>Nein, du kannst auch gerne die alte benutzen, d.h. bald falsch schreiben.
>Oder bist du Lehrer?


Nein, ich bin Schüler. Aber ich kenne eine ganze Reihe von Lehrern, die die neue
Schreibweise aufgegeben hat. Ernsthafte Konsequenzen hat das bisher für keinen
gehabt.


Grüße,
AS

Willibald Papesch

unread,
Jun 11, 2001, 2:35:46 PM6/11/01
to
Adrian Slusarczyk:
[...]

> Wer rote Hemden und weiße Halstücher tragen will, der kann das tun.
> Wer seine Mitmenschen gegen ihren Willen zwingen will,

Woher weißt du, dass jemand gegen seinen Willen gezwungen wurde?

> sie zu
> tragen, kann nach Rotchina
> gehen.

- Es waren weiße Hemden und rote Halstücher
- In der Klasse wurde jeweils bei der Vorbereitung der Radtouer
darüber diskutiert und abgestimmt. Wenn ein Schüler/ eine Schülerin
es abgelehnt hätte, hätte sie/ er es natürlich nicht tragen müssen.
(Das war so, und ist keine billige Ausrede). Einer der Gründe: Eine
solche einwöchige Radtour - jeden Tag in einer anderen
Jugendherberge, stellt für Hauptschüler/innen eine außerordentliche,
für sie unserer Zeit nicht mehr gewohnte an ihre Selbstständigkeit
dar.
Kleines Beispiel: Jedes muss in jeder Schule seine Bett machen,
Bettzeug überziehen usw. Kannst du dir auch nur ungefähr vorstellen
wie schwierig das für Kinder heutzutage ist? Jeden Abend das Gepäck
auspacken, jeden Morgen das Zeug wieder in de Gepächtaschen
reinkriegen?
Das gemeinsame Outfit half dabei allen, mit dieser Angst leichter
fertig zu werden.
- Wie oft hast du schon eine einwöchige Radtour mit einer achten
Hauptschulklassen *ohne* Begleitperson gemacht? Bitte durchführen,
dann wieder melden.

Faschismusvergleiche in einem solchen Zusammenhang - mein lieber
Scholli, wenn die Freiheitsrevolutionen in Osteuropa gemacht
worden, um mit solchen Totschlagargumenten arbeiten zu können ...

Vielleicht solltest du mal fünf Minuten über Freiheit nachdenken -
könnte nicht schaden. Vielleicht würdest du dann so ein
Schwachsinnsgelabere unterlassen.

Peter Ringeisen

unread,
Jun 11, 2001, 2:55:54 PM6/11/01
to
Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> schrieb:

>
>Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:
>
>>>> Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
>>>> bedruckt mit seinen Initialen.
>>>
>>> Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ...
>>
>>Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?
>
>Beim besten Willen: Der Vergleich trifft den Nagel auf den Kopf! Welchen Zweck
>kann und soll eine Uniform haben, wenn nicht zu uniformieren? Die Individualität
>hinter die Kollektivität zurücktreten zu lassen?
>
>Wenn ein Fußballverein einheitliche Trikots trägt, macht das erstens Sinn und
>ist zweitens freiwillig - man kann ja gehen.
>
>Wenn aber eine staatliche Zwangsschule so etwas tut, dann ist das kaum mehr als
>eine Machtdemonstration gegenüber dem eingeschüchterten Individuum. Was ist denn

Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher Begründung
verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"? Erstens: Es gibt
private Alternativen. Zweitens: Die Schulpflicht (falls du darauf an-
spielst) verhindert den Rückschritt ins Mittelalter.
Mit welcher Begründung setzt du voraus, in der Schule gebe es nur
"eingeschüchterte Individuen"?
[...]


>Sorry, wenn das etwas polemisch klingt. Aber ich bin traurig, daß selbst 10
>Jahre nach dem Sieg des Freiheitskampfes in Mittel-und Osteuropa das Individuum
>so wenig geachtet wird.

Wer so mit sprachlichen Vergleichen in der Gegend herumholzt wie du,
beherrscht entweder seine Gedanken oder seine Sprache nicht.

Peter Ringeisen

unread,
Jun 11, 2001, 2:58:20 PM6/11/01
to
Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> schrieb:

>
>to...@kholdan.de (Tobias Erle) wrote:
>>Naja, mehr als vage Vermutungen deinerseits ist das aber nicht.
>
>
>Es sind einfach die - nichtrepräsentativen ;-) - Erfahrungen in meinem Umfeld!
>Aber die Hauptsache ist in meinen Augen, daß momentan tatsächlich die
>mittelfristige Gefahr der Einführung von Uniformen besteht. Dem muß
>engegengetreten werden!

Aus welchem Bundesland stammen denn deine Erfahrungen? - Hier in
Bayern jedenfalls (von dem möglicherweise einige nördlicher gelegene
Bundesländer am ehesten die Einführung einer Schuluniform vermuten?)
ist so etwas bei weitem nicht in Sicht.

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 11, 2001, 3:02:48 PM6/11/01
to

to...@kholdan.de (Tobias Erle) wrote:
>Die meisten Neuregelungen stellen doch tatsächlich eine Verbesserung dar
>und die meisten deutschen können eh keine richtige RS. Von daher bin ich da
>unbesorgt.
Interessante Argumentationskette :-))
Nein, im Ernst: Daß es Leute gibt, die die Regeln nicht beherrschen, ist kein
Grund, diese Regeln zu verpfuschen. Und es ist nichts als Pfuscherei, wenn man
Rechtschreibregeln aufstellt, die der Grammatik widersprechen oder, wie im Fall
der Kommaregeln, die gesamte semantische Logik aushebeln.

>> Tja, ich empfinde die neue Rechtschreibung immer noch als falsch.
>
>Weil du dich noch nicht umgewöhnt hast? Weil du nicht versucht hast, sie zu
>lernen?

Warum sollte er? *g*

Peter Ringeisen

unread,
Jun 11, 2001, 3:07:16 PM6/11/01
to
Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> schrieb:
>
>Peter Ringeisen <p...@gmx.net> wrote:
>>Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> schrieb:

>>>Ich benutze die bewährten Regeln und ermuntere andere Gegner
>>>der Flussschifffahrt, nachzuziehen! Das ist alles ;-)
>>
>>Na, dann sei dir altem Flussschiffer dies unbenommen, denn du brauchst
>>das Wort ja jeden Tag. Ich vermute aber, du spielst außerdem in einem
>>Zooorchester mit ...
>
>Na, an der Flussschifffahrt kommt man noch ohne Blessuren vorbei, aber versuch
>mal, Portmonnaie, Malaise, radfahren usw. aus Deinem Wortschatz zu streichen!
>Ganz zu schweigen von den Kommaregeln...

Die beiden Fremdwörter sind nach wie vor in der nicht-eingedeutschten
Schreibung "richtig" (beim Geldbeutel übrigens "Portemonnaie").
Umgewöhnen muss man sich tatsächlich beim Rad fahren.
Was du allerdings an den Kommaregeln auszusetzen hast, verstehe ich
wirklich nicht. Die einzigen Änderungen, die es hier gab, wirken sich
dahingehend aus, dass etliche sehr häufige Kommafehler in Zukunft
keine Fehler mehr sind (hauptsächlich: vor erweitertem Infinitiv).
Die Regelungen gestehen außerdem sehr viel der Intention des
Schreibers zu - wenn du also vor dem erweiterten Infinitiv weiter
ein Komma setzen willst (zur Verdeutlichung der Struktur des Satzes),
dann tu's.

Die wirklich großen Schwächen der RSR liegen bei der Zusammen- und
Getrenntschreibung und bei der Groß- und Kleinschreibung. Mal sehen,
wie sich das weiter entwickelt.

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 11, 2001, 3:14:24 PM6/11/01
to
Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:
>Die Diskussioh um Schuluniformen (schon das Wort - brrr) könnte ja
>deutscher nicht geführt werden. Das muss gleich moralisch aufgeladen
>und mit Werten vollgestopft werden
Wenn aber Werte wie etwa die freie Entfaltung der Persönlichkeit wie z.B. durch
die Kleiderwahl tangiert werden, müssen eben diese Werte gegen mögliche Vorteile
abgewogen werden!


>Ich arbeitete damals an einer kleinen Dorfschule. Wenn ich mit meinen
>Schüler/innen in eine Jugendherberge kam, wo es ziemlich
>international zu ging, waren die Kinder immer sehr unsicher. Wenn sie
>dann ihre Sachen verstaut hatten und mit weißem Hemd/rotem Halstuch
>in der Halle erschienen, erregte dies nicht nur (positives) Aufsehen,
>sondern stärkte ihr Selbstbewußstsein und ihre
>Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein

Im richtigen Leben kommt es aber darauf an, ohne Uniform zurechtzukommen und als
das, was man ist - und nicht anzieht! - frei und selbstbewußt mit Menschen und
Situationen umgehen zu können. Das Kosmopolitische sollte als Bereicherung, nicht
als Bedrohung wahrgenommen werden - auch in der Kleiderwahl.

Grüße,

Gerhard J. Rauhaus

unread,
Jun 11, 2001, 4:15:02 PM6/11/01
to
Willibald Papesch schrieb...
{...]

> Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?

Biite etwas friedlicher und etwas weniger moralisierend reagieren.

--
g.j.r...@wtal.de


Willibald Papesch

unread,
Jun 11, 2001, 4:48:04 PM6/11/01
to
Gerhard J. Rauhaus:

> Willibald Papesch schrieb...
> {...]
>
>> Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?
>
> Biite etwas friedlicher und etwas weniger moralisierend reagieren.

Ausgerechnet :-)

Willibald Papesch

unread,
Jun 11, 2001, 4:47:42 PM6/11/01
to
>Adrian Slusarczyk:

>> Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:
>>Die Diskussioh um Schuluniformen (schon das Wort - brrr) könnte ja
>>deutscher nicht geführt werden. Das muss gleich moralisch aufgeladen
>>und mit Werten vollgestopft werden

> Wenn aber Werte wie etwa die freie Entfaltung der Persönlichkeit wie
> z.B. durch die Kleiderwahl tangiert werden,

Wie bitte kann die freie Entfaltung durch die Kleider_wahl_ tangiert
werden? Kapierst du überhaupt, was du schreibst?

> müssen eben diese Werte
> gegen mögliche Vorteile abgewogen werden!

>>Ich arbeitete damals an einer kleinen Dorfschule. Wenn ich mit
>>meinen Schüler/innen in eine Jugendherberge kam, wo es ziemlich
>>international zu ging, waren die Kinder immer sehr unsicher. Wenn
>>sie dann ihre Sachen verstaut hatten und mit weißem Hemd/rotem
>>Halstuch in der Halle erschienen, erregte dies nicht nur (positives)
>>Aufsehen, sondern stärkte ihr Selbstbewußstsein und ihre
>>Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein
> Im richtigen Leben

... und da kennst du dich aus, ja? Hast schon ne Menge Erfahrung ...

> kommt es aber darauf an, ohne Uniform zurechtzukommen.

Aha. Und da es ja um Freiheit und freie Entfaltung der Persönlichkeit
geht, wird das verordnet: Selbstbewußtsein und
Zusammengehörigkeitsgefühl sind so zu entwickeln, wie du es
vorschreibst.
Und wenn da dann jemand sagt, dass ihm z.B. gemeinsame Symbole helfen
könnten, dann ist das ein Faschist. :-}

Seit wann ist übrigens ein weißes Hemd eine Uniform? Dabei war es in
Wirklichkeit nur eine helles Hemd - so wie es halt gerade jemand
hatte. Da war keins wie das andere.

Die Schals - Vierecktücher - waren selbst genäht und nach eigenem
Geschmack mit den Initialen bedruckt - damit man's notfalls wieder
finden konnte.
Keiner war wie der andere - Uniform?

> und als das, was man ist - und nicht anzieht! - frei
> und selbstbewußt mit Menschen und Situationen umgehen zu können. Das
> Kosmopolitische sollte als Bereicherung, nicht als Bedrohung
> wahrgenommen werden - auch in der Kleiderwahl.

Ich hätte dich einladen sollen, das meinen Hauptschüler/innen zu
erklären. Schade.

Vielleicht denkst du - so als Kosmoplit - einfach mal drüber nach,
dass man ein möglichst eindeutiges, starkes Signal für die Autofahrer
braucht, wenn man mit einer Klasse z.B. auf einer viel befahrenen
Straße unterwegs ist, damit die Gruppe schon weitem als Kolonne
erkannt wird. Dazu gehörte z.B. auch eine rote Fahne, die der als
Letzter Fahrender am Fahrrad hatte.
Ist vielleicht ein bisschen viel verlangt, aber versuchs einfach mal.

Du bis doch der, der sich als Schüler geoutet hat und von der guten
alten Rechtschreibung schwärmt?
Weißt du was? Schwärm einfach weiter - ich werde dich sehr, sehr
ernst nehmen.

Dass du so viel Anstand haben könntest, dich für deinen
Schwachsinnsausbruch zu entschuldigen, das erwarte ich nun wirklich
nicht.
Das widerspräche sicher deinem Freiheitsgefühl und würde die freie
Entrfaltung deiner Persönlichkeit gewaltig gefährden.
Dann entfalte mal weiterhin schön.

Marcel Noe

unread,
Jun 11, 2001, 4:40:26 PM6/11/01
to
On Mon, 11 Jun 2001 20:35:46 +0200, Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:

>- Wie oft hast du schon eine einwöchige Radtour mit einer achten
>Hauptschulklassen *ohne* Begleitperson gemacht? Bitte durchführen,
>dann wieder melden.

*grins* Mir faellt da eine gewisse 8te Hauptschulklasse ein, mit der wuerde ich
das sofort machen, allerdings nicht ohne Begeleitperson. :)

>Faschismusvergleiche in einem solchen Zusammenhang - mein lieber
>Scholli, wenn die Freiheitsrevolutionen in Osteuropa gemacht
>worden, um mit solchen Totschlagargumenten arbeiten zu können ...

Rein rechtlich muesste man doch wirklich eine Klage wegen verharmlosung der
Verbrechen im dritten Reich in erwaegung ziehen...

>Vielleicht solltest du mal fünf Minuten über Freiheit nachdenken -
>könnte nicht schaden. Vielleicht würdest du dann so ein
>Schwachsinnsgelabere unterlassen.

Wobei Freiheit durchaus auch bedeuten kann, *frei*willig zu bestimmten Anlaessen
die selbe Kleidung zu tragen. Ich wuensche mir sowieso schon laenger wieder
ein I Love Hofenfels T-Shirt. :)

PGP: http://marcel.xcore.net/pubdownloads/marcelrsaeuk.asc

Marcel Noe

unread,
Jun 11, 2001, 4:43:09 PM6/11/01
to
On 11 Jun 2001 20:29:40 +0200, Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>Aber die Hauptsache ist in meinen Augen, daß momentan tatsächlich die
>mittelfristige Gefahr der Einführung von Uniformen besteht. Dem muß
>engegengetreten werden!

Baah, lass die Leute doch, wenn sie wollen. Wenn es ihnen keinen Spass mehr
macht, dann werden die das schon wieder abschaffen. :)

Marcel Noe

unread,
Jun 11, 2001, 4:44:42 PM6/11/01
to
On 11 Jun 2001 20:48:34 +0200, Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>Na, an der Flussschifffahrt kommt man noch ohne Blessuren vorbei, aber versuch
>mal, Portmonnaie, Malaise, radfahren usw. aus Deinem Wortschatz zu streichen!

Du weisst sicher auch, dass hier die Schreibweisen, die du verwendest durchaus
noch gueltig sind, oder?

Marcel Noe

unread,
Jun 11, 2001, 5:18:42 PM6/11/01
to
On Mon, 11 Jun 2001 22:15:02 +0200, Gerhard J. Rauhaus <g.j.r...@wtal.de>
wrote:

>> Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?
>
>Biite etwas friedlicher und etwas weniger moralisierend reagieren.

Haha, und dass nachdem er einem Vergleich mit der Nazizeit unterzogen wurde?

Christoph Sorge

unread,
Jun 11, 2001, 6:12:21 PM6/11/01
to
Am Sun, 10 Jun 2001 13:33:53 +0200 schrieb Willibald Papesch
<W...@Papesch.de> :

>>Die neue Rechtschreibung ist ein Schlag ins Gesicht jedes
>>Deutschsprachigen, der nach den alten Regeln schreibt. Und davon
>>gibt es sehr viel mehr als Schüler, die nach den neuen Regeln
>>schreiben.
>[...]
>Das ist schlicht und einfach eine Frage der Zeit.

... wenn die neuen Schreibregeln lange genug bestehen bleiben sollten,
ja.

Christoph

Christoph Sorge

unread,
Jun 11, 2001, 6:12:21 PM6/11/01
to
Am Sat, 09 Jun 2001 23:44:59 GMT schrieb mar...@matrix.xcore.net
(Marcel Noe) :

>>Ohne mehr Engagement der Gegner der neuen Rechtschreibung, die momentan ja nur
>>aus der FAZ, ein paar rechtsradikalen Blättchen, fast allen deutschsprachigen
>
>Mal ganz im Ernst: Jedes Engagement waere verschwendete Liebesmuehe,
>Rueckgaengig kannst du das eh nicht machen.

Er alleine nicht, aber ich habe den Eindruck, daß die neue
Rechtschreibung von einem Großteil der Bevölkerung geflissentlich
ignoriert wird. Ich gehe davon aus, daß von ihr nicht mehr viel übrig
ist, wenn man die Schreibregeln in ein paar Jahren wieder den
tatsächlich verwendeten Schreibweisen annähert.

Christoph

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Tobias Erle

unread,
Jun 11, 2001, 5:52:00 PM6/11/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> Nein, ich bin Schüler. Aber ich kenne eine ganze Reihe von Lehrern, die
> die neue Schreibweise aufgegeben hat. Ernsthafte Konsequenzen hat das
> bisher für keinen gehabt.

Lehrer sind nunmal dazu angehalten, richtige RS zu verwenden.

Tobias Erle

unread,
Jun 11, 2001, 5:54:00 PM6/11/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> >> Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
> >> bedruckt mit seinen Initialen.
> > Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ...
>
> Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?

Vielmehr sollten sich die Leute schämen, die Schuluniformen für Schüler
vorschreiben wollen...

Tobias Erle

unread,
Jun 11, 2001, 6:00:00 PM6/11/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> > Wer rote Hemden und weiße Halstücher tragen will, der kann das tun.
> > Wer seine Mitmenschen gegen ihren Willen zwingen will,
>
> Woher weißt du, dass jemand gegen seinen Willen gezwungen wurde?

Im Staate Deutschland wird sowas meist nicht ohne Zwang eingeführt.
Außerdem kann man natürlich seine Schüler entsprechend erziehen, dass diese
diesen Zwang ganz toll finden ...

> > sie zu tragen, kann nach Rotchina gehen.
>
> - Es waren weiße Hemden und rote Halstücher

Ein Wahnsinnsargument...

> - In der Klasse wurde jeweils bei der Vorbereitung der Radtouer
> darüber diskutiert und abgestimmt.

Schön, jetzt wenden wir auch noch soziale Druckmittel an.

> Das gemeinsame Outfit half dabei allen, mit dieser Angst leichter
> fertig zu werden.

LOL

> - Wie oft hast du schon eine einwöchige Radtour mit einer achten
> Hauptschulklassen *ohne* Begleitperson gemacht? Bitte durchführen,
> dann wieder melden.

Hmm, ist das eine Anspielung darauf, dass Kinder mit schlechterer Bildung
für Uniformen mehr empfänglicher sind?


> Faschismusvergleiche in einem solchen Zusammenhang - mein lieber
> Scholli, wenn die Freiheitsrevolutionen in Osteuropa gemacht
> worden, um mit solchen Totschlagargumenten arbeiten zu können ...

Gut, dann können wir ja jetzt hoffentlich vom Uniformen-Trip runterkommen.

Tobias Erle

unread,
Jun 11, 2001, 6:02:00 PM6/11/01
to

Peter Ringeisen schrieb:

> Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher Begründung
> verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"?

Weil es sachlich stimmt?


> Erstens: Es gibt private Alternativen.

Nicht für jeden erschwinglich.


> Zweitens: Die Schulpflicht (falls du darauf anspielst) verhindert den


> Rückschritt ins Mittelalter. Mit welcher Begründung setzt du voraus, in
> der Schule gebe es nur "eingeschüchterte Individuen"?

Die Schulpflicht ist sicherlich ein Fortschritt gewesen, doch wird sie
leider auch heutzutage negativ missbraucht.

Tobias Erle

unread,
Jun 11, 2001, 6:05:00 PM6/11/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> >Dass andere es anders machen, kann kein Grund sein Neuerungen
> >abzulehnen.
> Daß andere es anders machen, kann zwar kein Grund sein, Neuerungen
> abzulehnen; aber durchaus ein Grund, den parlamentarisch nicht
> legitimierten behördlichen Zwang bei der Durchsetzung zweifelhafter
> Neuerungen abzulehnen!

Jetzt fängt das wieder an...


Das Parlament ist legitimiert, seinen Beamten und für Schulen die RS
vorzuschreiben. Das übrige Volk wird nicht dazu gezwungen die neue RS zu
lernen.

Tobias Erle

unread,
Jun 11, 2001, 6:07:00 PM6/11/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> Na, an der Flussschifffahrt kommt man noch ohne Blessuren vorbei, aber
> versuch mal, Portmonnaie, Malaise, radfahren usw. aus Deinem Wortschatz

> zu streichen! Ganz zu schweigen von den Kommaregeln...

Inzwischen zeigt sich übrigens, dass die neuen RS-Regeln mehrheitlich gut
angenommen werden und dass da wenig umgeschult werden muss. Die meisten
Regeln sind sinnvoll und in der Öffentlichkeit wird eh meist nur mit
Aufhängen wie o.g. Flussschifffahrt geworben.

Peter Ringeisen

unread,
Jun 11, 2001, 7:02:54 PM6/11/01
to
to...@kholdan.de (Tobias Erle) schrieb:

>
>Peter Ringeisen schrieb:
>
>> Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher Begründung
>> verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"?
>
>Weil es sachlich stimmt?
>
Das ist Unsinn, und du weißt, dass es Unsinn ist.
Wenn man damit ausschließlich ausdrücken will, dass es eine Schul-
pflicht gibt, und dass die meisten Kinder im schulpflichtigen Alter
eine staatliche Schule besuchen, dann liegt man damit schief.
Diese Wortwahl unterstellt, dass "Zwang" das hauptsächliche, wenn
nicht sogar das ausschließliche Erziehungsmittel an diesen Schulen
ist. Wenn du dem zustimmst und diese Wortwahl trotzdem für ange-
messen hältst, dann kann ich dich nur bedauern, und zwar ehrlich,
denn dann bist du an einer Schule, wie ich sie mir nicht wünsche.

>> Zweitens: Die Schulpflicht (falls du darauf anspielst) verhindert den
>> Rückschritt ins Mittelalter. Mit welcher Begründung setzt du voraus, in
>> der Schule gebe es nur "eingeschüchterte Individuen"?
>
>Die Schulpflicht ist sicherlich ein Fortschritt gewesen, doch wird sie
>leider auch heutzutage negativ missbraucht.

Ah ja? Wird sie ab und zu auch positiv missbraucht? - SCNR

Abgesehen davon: Inwiefern wird die Schulpflicht "missbraucht"? Was
meinst du damit? Wenn du damit den berühmten Fall des ach so
bedauernswerten "Benjamin" meinst, der vor Gericht dagegen klagte, den
Chemie-Unterricht besuchen zu müssen (*der* Renommierfall der KRÄTZÄ
[sp?]), dann kannst du dich auf eine kurze Antwort beschränken.

Peter Ringeisen

unread,
Jun 11, 2001, 7:03:55 PM6/11/01
to
to...@kholdan.de (Tobias Erle) schrieb:

>
>Willibald Papesch schrieb:
>
>> >> Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
>> >> bedruckt mit seinen Initialen.
>> > Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ...
>>
>> Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen anzutanzen?
>
>Vielmehr sollten sich die Leute schämen, die Schuluniformen für Schüler
>vorschreiben wollen...

Mir scheint, du *liest* einfach nicht, was andere Leute schreiben.
Dir fallen irgendwelche Stichwörter ins Auge und dann antwortest du
drauflos.

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 2:16:56 AM6/12/01
to
>Tobias Erle:

>> Willibald Papesch schrieb:
>
>> > [rote Hemden und weiße Halstücher]

>> Woher weißt du, dass jemand gegen seinen Willen gezwungen wurde?

> Im Staate Deutschland wird sowas meist nicht ohne Zwang eingeführt.
> Außerdem kann man natürlich seine Schüler entsprechend erziehen,
> dass diese diesen Zwang ganz toll finden ...

:-)

>> > sie zu tragen, kann nach Rotchina gehen.
>>
>> - Es waren weiße Hemden und rote Halstücher
>
> Ein Wahnsinnsargument...

Nein - eine Richtigstellung.


>> - In der Klasse wurde jeweils bei der Vorbereitung der Radtouer
>> darüber diskutiert und abgestimmt.

> Schön, jetzt wenden wir auch noch soziale Druckmittel an.

:-)



>> Das gemeinsame Outfit half dabei allen, mit dieser Angst leichter
>> fertig zu werden.
>
> LOL

Nochmals: pass auf, dass du nicht platzt.



>> - Wie oft hast du schon eine einwöchige Radtour mit einer achten
>> Hauptschulklassen *ohne* Begleitperson gemacht? Bitte durchführen,
>> dann wieder melden.
>
> Hmm, ist das eine Anspielung darauf, dass Kinder mit schlechterer
> Bildung für Uniformen mehr empfänglicher sind?

Was denn sonst?
Daneben aber die höfliche Aufforderung, so was mal durchzuführen,
damit du weißt, wovon du redest. Wenn du in dieser Sache nicht so
eine traurige Figur abliefern würdest, es wäre zum Totlachen.

[...]

Bisher hatte ich immer noch wenigstens versucht, dich ernst zu nehmen.
Es wird nicht wieder vorkommen.

Hermann Niederreiter

unread,
Jun 12, 2001, 6:27:48 AM6/12/01
to
F'up de.soc.misc gesetzt, weil
das, was in Gymnasien gelernt wird,
(inkl.Persönlichkeits-Entwicklung)

ein ganz wichtiger gesellschaftlicher Faktor ist und
im Kontext mit anderen gesellschaftlichen Faktoren
diskutiert werden sollte.

Kopiert nach de.org.politik.misc, weil
manche Parteien angeblich kämpfen bzgl.
Zentralismus, Staats-Minimierung, Selbstregulation, Freiheit,..
-------------------

Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote in schule.allgemein:
>Hermann Niederreiter <Hermann.Ni...@t-online.de> wrote:

>[bzgl. Ablehnung von Schuluniformen]
>>...
>[Die Zustimmung zur Einführung von Uniformen ist erstaunlich hoch,
> auch unter Schülern. Laut einer TED-Umfrage der Saarbrücker Zeitung
> mit immerhin eingeschränkter Aussagekraft stimmen fast 3/4 der Idee zu.

Adrian,

wieviele sind dagegen?

(Wiederholung:)
Laut Stuttgarter Nachrichten ist
die Mehrheit der Schüler in Bawü dagegen.

>Als ob die Fehler der "Reform"pädagogik der sozialliberalen Zeit
>darin bestünden, Persönlichkeitsentwicklung zugelassen zu haben ;-)

Hat sie das wirklich?

Sie und insbesondere die 'ethischen' Priester haben nicht
Verantwortlichkeit, 'Machertum', Autodidaktik, Eigensinn, Ratio,..
gelehrt sondern ein gerüttelt Maß an
(suggestiver) (p.k.) 'Werte-Vermittlung' betrieben:
indoktriniert: mental uniformiert.

.. inkl. (kindlicher) 'Selbstverwirklichung' und
('intellektueller') Geschwätzigkeit.

Persönlichkeitsentwicklung braucht übrigens nicht nur 'Zulassung'
sondern auch selbstregulatorische Verantwortung und
'Machen': Kampf mit der 'Tücke des Objekts'.

>Aber an die eigentlichen Probleme des Bildungwesens
>traut sich ja keiner heran - zumindest nicht in Deutschland.

Was betrachtest Du als
'die eigentlichen Probleme des Bildungwesens'?

>Die britischen Konservativen haben jüngst
>eine weitgehende Privatisierung des Schulwesens vorgeschlagen
> (und die Wahlen verloren... ;-)

M.W. hat auch Blair vor, Schulen zu privatisieren.
(Seine eigenen Kinder schickt er auch auf private Schulen.)

Die Niederlage der Konservativen hat wohl mehrere Gründe.

(Wenn die 'Konservativen' Konservierer sind
(von Macht, Filz, Dummheit,..)
dann sollen sie verschwinden.
Andernfalls sollen sie sich eine sprechendere Bezeichnung zulegen.)

>Das wäre der erste Schritt in Richtung
>Freiheit und Selbstbestimmung
(& Wettbewerb. HN)
>von Eltern, Schülern und Lehrern
(& Schulen. HN),
>die im Gegensatz zur jetzigen "Mitbestimmung"
>auch echte Gestaltung zulassen, ja erfordern würde.

Ja.
.. sofern nicht Auflagen des Staates das verhindern/ drosseln.

Auch 'DAS ABI' sollte nicht monopolistisch/ zentralistisch
von Politikern, Beamten, Kommissionen diktiert werden, sondern
es sollte eine (kleine) Vielfalt von Abis
im Wettbewerb entwickelt werden können.

Schulen, Schüler, Unis sollten entsprechende Freiheiten haben.

>Kein Wunder also, daß so etwas bei uns nicht zur Debatte steht.

Für Sozis (inkl. großer Teile der CDU)
ist Volks-Erzieherei Aufgabe des Staates.
(Der Staat erzieht sich seine Aufsicht (p.k.)!)

Gruß, Hermann
--
'Gestalten' & Steuer-Verteilen sind nicht Aufgaben des Staates, sondern
der Bürger - im Wettbewerb. ER soll Sicherheit bieten & Freiheit lassen.
.. und Steuern bieten für 'unverkäufliche' gemeinnützige Dienste.
'Große Kulturen' sind eingegangen an zentralistischer Verblödung.

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 12, 2001, 7:44:29 AM6/12/01
to

Peter Ringeisen <p...@gmx.net> wrote:
>Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher Begründung
>verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"? Erstens: Es gibt
>private Alternativen. Zweitens: Die Schulpflicht (falls du darauf an-

>spielst) verhindert den Rückschritt ins Mittelalter.


Kennst Du die historischen Fakten? In England etwa ist die Analphabethenquote
*vor* der Einführung staatlicher Schulen überhaupt unter 5 % gefallen; private,
kirchliche und genossenschaftlich organisierte Schulen haben das geschafft -
trotz Schulgeld! Die Schulpflicht in Deutschland hat zwar den berühmten
Untertanengeist (mit)geschmiedet, aber viel mehr auch nicht.

>Mit welcher Begründung setzt du voraus, in der Schule gebe es nur
>"eingeschüchterte Individuen"?


Das tue ich nicht. Das Wörtchen "nur" macht den Unterschied; soviel zum Thema
bewußte Wortwahl ;-)


>>Sorry, wenn das etwas polemisch klingt. Aber ich bin traurig, daß selbst 10
>>Jahre nach dem Sieg des Freiheitskampfes in Mittel-und Osteuropa das Individuum
>>so wenig geachtet wird.
>
>Wer so mit sprachlichen Vergleichen in der Gegend herumholzt wie du,
>beherrscht entweder seine Gedanken oder seine Sprache nicht.


Jedem seine Meinung, auch Dir. Aber es kommt mir schon etwas merkwürdig vor,
wenn Deutschland seine Jugend schon wieder in Uniform sehen will.

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 7:45:00 AM6/12/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> ist kein Grund, diese Regeln zu verpfuschen. Und es ist nichts als
> Pfuscherei, wenn man Rechtschreibregeln aufstellt, die der Grammatik
> widersprechen

Beispiele?

> oder, wie im Fall der Kommaregeln, die gesamte
> semantische Logik aushebeln.

Verwechsel Logik nicht mit Gewöhnung. Andere Sprache haben wesentlich
weniger Komma-Regeln und sind trotzdem (sehr) verständlich.

> >> Tja, ich empfinde die neue Rechtschreibung immer noch als falsch.
> >Weil du dich noch nicht umgewöhnt hast? Weil du nicht versucht hast,
> >sie zu lernen?
> Warum sollte er? *g*

Weil er sonst in Zukunft eine falsche RS anwendet?

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 12, 2001, 8:43:46 AM6/12/01
to

Hermann Niederreiter <Hermann.Ni...@t-online.de> wrote:


[bzgl. Schuluniformen]


>wieviele sind dagegen?
>
>(Wiederholung:)
>Laut Stuttgarter Nachrichten ist
>die Mehrheit der Schüler in Bawü dagegen.


Schade nur, daß nicht sie es sind, die wählen gehen!


>>Als ob die Fehler der "Reform"pädagogik der sozialliberalen Zeit
>>darin bestünden, Persönlichkeitsentwicklung zugelassen zu haben ;-)
>
>Hat sie das wirklich?
>
>Sie und insbesondere die 'ethischen' Priester haben nicht
>Verantwortlichkeit, 'Machertum', Autodidaktik, Eigensinn, Ratio,..
>gelehrt sondern ein gerüttelt Maß an
>(suggestiver) (p.k.) 'Werte-Vermittlung' betrieben:
>indoktriniert: mental uniformiert.
>

>... inkl. (kindlicher) 'Selbstverwirklichung' und
>('intellektueller') Geschwätzigkeit.


Das ist wahr. Man denke an die Umwelt'erziehung'... Aber man täte den Reformern
unrecht, wenn man nicht zumindest erwähnte, daß sie einen etwas menschlicheren,
weniger auf angemaßter Amtsautorität aufbauenden Unterricht durchgesetzt haben.
Natürlich haben auch sie nichts anderes getan, als den Schülern ihre Sicht der
Dinge, ihre Werte, aufzudrängen.


>Persönlichkeitsentwicklung braucht übrigens nicht nur 'Zulassung'
>sondern auch selbstregulatorische Verantwortung und
>'Machen': Kampf mit der 'Tücke des Objekts'.
>
>>Aber an die eigentlichen Probleme des Bildungwesens
>>traut sich ja keiner heran - zumindest nicht in Deutschland.
>
>Was betrachtest Du als
>'die eigentlichen Probleme des Bildungwesens'?


Was fehlt, ist Marktwirtschaft. Unser Bildungswesen versucht, unterschiedlich
begabten und interessierten Schülern denselben Stoff auf demselben Niveau
beizubringen. Immerhin gibt es ja die Staffelung nach Schultypen, aber innerhalb
einer Klasse läßt man die Begabten verkümmern, läßt den Durchschnitt weniger
aufnehmen, als er könnte und beschäftigt den Bodensatz mit ziemlich magerem
Erfolg.
Bis zur Oberstufe gibt es nicht einmal ansatzweise marktnahe Elemente wie die
freie Wahl von Kursen und Lehrern, die die amerikanischen High Schools, die ja
auch staatlich sind, so gut funktionieren lassen (dort fehlt's den Schulen nur an
Geld, wenn eine ärmere Gemeinde sie finanzieren muß.)
"Die Schule" wird vom durchschnittlichen Schüler nicht als willkommene
Lernchance, sondern als Ort des Zwangs angesehen. Die Medien unterfüttern dieses
Bild. Warum wohl? Nun, was man verhindern möchte, soll man vorschreiben, statt es
zu verbieten - so auch Bildung...
Unsere Schulen kranken daran, daß es jedem verleidet wird, für sich (und für
andere) Verantwortung zu übernehmen.


>
>>Die britischen Konservativen haben jüngst
>>eine weitgehende Privatisierung des Schulwesens vorgeschlagen
>> (und die Wahlen verloren... ;-)
>
>M.W. hat auch Blair vor, Schulen zu privatisieren.
> (Seine eigenen Kinder schickt er auch auf private Schulen.)


Beide wollen nur eine Teilprivatisierung, aber die Tories gehen weiter als
Labour.


>
>Die Niederlage der Konservativen hat wohl mehrere Gründe.
>
> (Wenn die 'Konservativen' Konservierer sind
> (von Macht, Filz, Dummheit,..)
> dann sollen sie verschwinden.


Na, eher Konservierer von (z.T. schon wegreformierten)Freiheiten ;-)
Das andere ist aber auch recht häufig, nur nennen die sich oft anders!


>Auch 'DAS ABI' sollte nicht monopolistisch/ zentralistisch
>von Politikern, Beamten, Kommissionen diktiert werden, sondern
>es sollte eine (kleine) Vielfalt von Abis
>im Wettbewerb entwickelt werden können.


Oder die Unis machen eigene Tests? Dann pflanzt der Wettbewerb sich auch dort
fort! Oder aber es entstehen "Gütesiegel" in der Bildungsbranche? Der Markt
entscheidet.


>Für Sozis (inkl. großer Teile der CDU)
>ist Volks-Erzieherei Aufgabe des Staates.
> (Der Staat erzieht sich seine Aufsicht (p.k.)!)


Ja, ja und nochmals ja. Aber was hilft das Jammern? Rom ist auch trotz eines
Cicero untergegangen ;-))

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 12, 2001, 8:43:54 AM6/12/01
to

Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:
>Adrian Slusarczyk:
>[...]

>> Wer rote Hemden und weiße Halstücher tragen will, der kann das tun.
>> Wer seine Mitmenschen gegen ihren Willen zwingen will,
>
>Woher weißt du, dass jemand gegen seinen Willen gezwungen wurde?


Ich rede nicht von Deiner Radtour, sondern von der Idee, Schuluniformen
flächendeckend und verpflichtend einzuführen.


>- Es waren weiße Hemden und rote Halstücher

>- In der Klasse wurde jeweils bei der Vorbereitung der Radtouer

>darüber diskutiert und abgestimmt. Wenn ein Schüler/ eine Schülerin
>es abgelehnt hätte, hätte sie/ er es natürlich nicht tragen müssen.


Und wäre er/sie sich dann vorgekommen, als einzige(r) Jeansträger unter 20
Uniformierten? Dennoch ist ein solches Vorgehen selbstverständlich bei weitem
nicht so schlimm, wie eine dauerhafte, flächendeckende und verpflichtende
Einführung von Uniformen. Vor allem ist es in einer solchen Gruppe möglich, auf
den einzelnen einzugehen, wenn er sich sträubt. Aber mir geht es, wie gesagt, um
die flächendeckende Einführung von Schuluniformen, und um nichts anderes.


>(Das war so, und ist keine billige Ausrede). Einer der Gründe: Eine
>solche einwöchige Radtour - jeden Tag in einer anderen
>Jugendherberge, stellt für Hauptschüler/innen eine außerordentliche,
>für sie unserer Zeit nicht mehr gewohnte an ihre Selbstständigkeit
>dar.
>Kleines Beispiel: Jedes muss in jeder Schule seine Bett machen,
>Bettzeug überziehen usw. Kannst du dir auch nur ungefähr vorstellen
>wie schwierig das für Kinder heutzutage ist? Jeden Abend das Gepäck
>auspacken, jeden Morgen das Zeug wieder in de Gepächtaschen
>reinkriegen?


Nun, vor wenigen Jahren war ich selbst in der 8. Klasse. Aber erstens habe ich
meine Zweifel, ob ein rotes Halstuch beim Bettenmachen hilft ;-)
Zweitens dramatisierst Du. Für unsere Klasse war das einzige Problem bei
mehrtägigen JH-Aufenthalten, den Lehrer um halb vier morgens von der
Notwendigkeit unserer "Wanderungen" von Zimmer zu Zimmer zu überzeugen :).... Im
Ernst: Ich sehe im Bettenmachen und Kofferpacken keine psychische Belastung, die
nur durch Uniformierung abgefedert werden kann. Was machen die denn, wenn sie mit
16 oder 17 von den Eltern, die in Urlaub fahren, mal für eine Woche
alleingelassen werden?


>Das gemeinsame Outfit half dabei allen, mit dieser Angst leichter
>fertig zu werden.


*LOL* Oh Mann, was ist das für eine Wortwahl? Es geht doch bloß ums
Bettenmachen!


>Vielleicht solltest du mal fünf Minuten über Freiheit nachdenken -
>könnte nicht schaden. Vielleicht würdest du dann so ein
>Schwachsinnsgelabere unterlassen.


Der Vergleich stammt nicht von mir. Aber ehrlichgesagt habe ich auch spontan an
die JP (und die HJ) denken müssen, als ich Deine Schwärmereien über die weißen
Hemden und die roten Halstücher gelesen habe. Zusammengehörigkeit, Stolz auf die
Gruppe - kennen wir diese Vokabeln nicht irgendwoher? Man hat sich schnell verbal
vergallopiert, wenn man so begeistert über Uniformen redet.
Aber ich als Schüler würde mich eingeengt und bevormundet fühlen, wenn mir eine
Uniform vorgeschrieben würde.
Selbstverständlich ist dieser Vergleich aber unangebracht, wenn eine Klasse so
etwas aus freien Stücken beschließt. Das ist nicht entmündigend. Es ist nur
traurig, wenn die Kinder sich nicht trauen, sich von der Gruppe auch durch ihre
Kleidung abzuheben.


Beste Grüße,

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 12, 2001, 8:43:49 AM6/12/01
to

Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:
>Wie bitte kann die freie Entfaltung durch die Kleider_wahl_ tangiert
>werden? Kapierst du überhaupt, was du schreibst?


Danke der Nachfrage, ich weiß durchaus, was ich schreibe. Dir empfehle ich ein
gründlicheres Lesen.


Freie Entfaltung der Persönlichkeit meint (im Gegensatz zu freien Entwicklung)
per definitionem die Interaktion der Persönlichkeit mit ihrer Umwelt, z.B. durch
den Ausdrucksgehalt der Kleiderwahl. Eine Bomberjacke mit Springerstiefeln drückt
eine andere Weltsicht aus als eine Jeans - wobei selbstverständlich dieselbe
Kleidung individuell unterschiedlich betrachtet werden kann.


>> Im richtigen Leben
>.... und da kennst du dich aus, ja? Hast schon ne Menge Erfahrung ...


Bleiben wir sachlich. Der Einwand erscheint mir an den Haaren herbeigezogen. Ja,
ich habe schon ein paar Jährchen an Erfahrung im Leben. Aber das ist
nebensächlich.

>> kommt es aber darauf an, ohne Uniform zurechtzukommen.
>
>Aha. Und da es ja um Freiheit und freie Entfaltung der Persönlichkeit
>geht, wird das verordnet: Selbstbewußtsein und
>Zusammengehörigkeitsgefühl sind so zu entwickeln, wie du es
>vorschreibst.
>Und wenn da dann jemand sagt, dass ihm z.B. gemeinsame Symbole helfen
>könnten, dann ist das ein Faschist. :-}


Nein. Ich verordne niemandem irgendetwas. Ich mag es nur nicht, wenn er selbst
Anderen ihre Kleidung vorschreiben will. Ich rede die ganze Zeit von
Schuluniformen und nur am Rande von Deiner Radtour!


>Seit wann ist übrigens ein weißes Hemd eine Uniform? Dabei war es in
>Wirklichkeit nur eine helles Hemd - so wie es halt gerade jemand
>hatte. Da war keins wie das andere.
>
>Die Schals - Vierecktücher - waren selbst genäht und nach eigenem
>Geschmack mit den Initialen bedruckt - damit man's notfalls wieder
>finden konnte.
>Keiner war wie der andere - Uniform?


Ok, ok. Darum geht es aber nicht. Es geht mir um einheitliche Schuluniformen.


[...........]


>Dass du so viel Anstand haben könntest, dich für deinen
>Schwachsinnsausbruch zu entschuldigen, das erwarte ich nun wirklich
>nicht.
>Das widerspräche sicher deinem Freiheitsgefühl und würde die freie
>Entrfaltung deiner Persönlichkeit gewaltig gefährden.
>Dann entfalte mal weiterhin schön.


Laß Dir Deine Zeilen mal auf der Zunge zergehen!


Aber ich will nicht Feuer mit Feuer bekämpfen. Ich entschuldige mich aufrichtig
für alle Polemik und alle unangebrachten (wenn auch durch begeistertes Schwärmen
für diffus beschriebene Uniformierung veranlaßten) Vergleiche. Dasselbe gilt für
die eine oder andere zynische Formulierung. Bleiben wir sachlich.


Meine Meinung ist die, daß verpflichtende Schuluniformen die persönliche
Entfaltung stören. Die Vorteile überwiegen nicht.


Bin gespannt, welche guten und sachlichen Gegenargumente ich hier zu hören
bekomme!


Beste Grüße
Adrian

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 12, 2001, 8:45:46 AM6/12/01
to

to...@kholdan.de (Tobias Erle) wrote:
>Das Parlament ist legitimiert, seinen Beamten und für Schulen die RS
>vorzuschreiben.
Ja. Aber nicht die KMK!

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 12, 2001, 8:57:40 AM6/12/01
to

mar...@matrix.xcore.net (Marcel Noe) wrote:
[bzgl. Schuluniformen]

>Baah, lass die Leute doch, wenn sie wollen. Wenn es ihnen keinen Spass mehr
>macht, dann werden die das schon wieder abschaffen. :)


Tja - ich bin selbst noch Schüler, und Galgenhumor ging mir seit jeher ab :-))

Marcel Noe

unread,
Jun 12, 2001, 8:26:04 AM6/12/01
to
On 12 Jun 2001 13:36:30 +0200, Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>Aus dem Saarland. Und trotz Bremer Finanzverhältnisse liegt das eher in der
>Südhälfte ;-)

Argh, wieso habe ich jetzt so eine komische Vermutung? In welcher Ecke wohnst
du denn da?

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 9:37:56 AM6/12/01
to
Adrian Slusarczyk:

>
> Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:
[Diveses, verzichtbares Gepänkel]

> Aber ich will nicht Feuer mit Feuer bekämpfen. Ich entschuldige mich
> aufrichtig für alle Polemik und alle unangebrachten

Die Entschuldigung ist angenommen.

> (wenn auch durch begeistertes Schwärmen für diffus beschriebene
> Uniformierung veranlaßten) Vergleiche.

Und schon beleidigst du wieder. Ich habe nirgendwo begeistert
geschwärmt. Meine Formulierung lautete:

--------Einfüg-----------------------------
Die Diskussioh um Schuluniformen (schon das Wort - brrr) ...
--------Einfüg-Ende-------------------------

Vielleicht erklärst du mir gütigst, wo du hier Begeisterung rausliest
- aus dem "brrr"?

Und außerdem habe ich exakt beschrieben: weißes, eigentlich helles
Hemd und selbstgefertigtes, rotes Halstuch: Was, bitte, ist daran
diffus?

Wenn du dich also entschuldigst, dann bitte ohne Nachtreten.

[...]

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 9:48:51 AM6/12/01
to
Adrian Slusarczyk:


[Dummschwätz gesnippt]

Entschuldigst du dich immer so?

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 9:50:48 AM6/12/01
to
Adrian Slusarczyk:

>
> Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:
>
>
> [bzgl. Tobias Erles Argumentation]


>>Bisher hatte ich immer noch wenigstens versucht, dich ernst zu
>>nehmen. Es wird nicht wieder vorkommen.
>
>

> Ist es denn nicht möglich, diesen Hochmut einmal sein zu lassen?
> Lies Dir Deine Postings bitte erneut durch, bedenke die Wortwahl und
> die Argumentation. Es würde allen in dieser NG viel Polemik
> ersparen.

Würde ich dir dringend empfehlen.
Wer dich jetzt noch ernst nimmt, dem ist nun wirklich nicht zu helfen.

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 9:58:57 AM6/12/01
to
Adrian Slusarczyk:

> Bleiben wir sachlich.
>
In Ordnung.
Laber also ruhig weiter. Du hast in Zukunft Narrenfreiheit von meiner
Seite aus. Anders geht's wohl nicht.

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 12, 2001, 12:43:11 PM6/12/01
to

mar...@matrix.xcore.net (Marcel Noe) wrote:
>Argh, wieso habe ich jetzt so eine komische Vermutung? In welcher Ecke wohnst
>du denn da?
Im nördlichen Teil. Wieso?


Grüße,
-- AS

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:20:00 PM6/12/01
to

Peter Ringeisen schrieb:

> >> Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher Begründung
> >> verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"?
> >Weil es sachlich stimmt?
> >
> Das ist Unsinn, und du weißt, dass es Unsinn ist.

*gähn*

> Diese Wortwahl unterstellt, dass "Zwang" das hauptsächliche, wenn
> nicht sogar das ausschließliche Erziehungsmittel an diesen Schulen
> ist.

Nein, das tut es nicht; das ist alleine deine Auslegung. Zwangsschule, weil
jedes Kind/Jugendliche dort hin muss, egal ob gewollt oder nicht.

> Wenn du dem zustimmst und diese Wortwahl trotzdem für ange-
> messen hältst, dann kann ich dich nur bedauern, und zwar ehrlich,
> denn dann bist du an einer Schule, wie ich sie mir nicht wünsche.

Wo ist der Bezug zum Thema? Oder wirst du einfach nur persönlich, weil du
keine Argumente hast?

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:14:00 PM6/12/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> to...@kholdan.de (Tobias Erle) wrote:
> >Das Parlament ist legitimiert, seinen Beamten und für Schulen die RS
> >vorzuschreiben.
> Ja. Aber nicht die KMK!

Doch, schließlich ist das "nur" eine bzw zwei Ebene(n) höher.

Volk => Parlament => Regierung (Minister) => KMK

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:21:00 PM6/12/01
to

Peter Ringeisen schrieb:

> Mir scheint, du *liest* einfach nicht, was andere Leute schreiben.

=======

Schlimm, dass dein Horizont so beschränkt ist.

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:34:00 PM6/12/01
to

Christoph Sorge schrieb:

> >Die meisten Neuregelungen stellen doch tatsächlich eine Verbesserung
> >dar
>
> Die inhaltliche Diskussion möchte ich nicht wieder anfangen, Du weißt
> ja wohl, daß ich in der Hinsicht nicht mit Dir einer Meinung bin.

Ja, wir hatten diese Diskussion schon mehrmals (um es zu untertreiben).
Allerdings kannst du nicht behaupten, sonderlich objektiv zu sein, da du
die NRS nicht anwenden musst. Die Schüler, die aber diese auf jeden Fall
anwenden werden müssen, haben sicherlich eine andere Einstellung dazu.

> >und die meisten deutschen können eh keine richtige RS. Von daher bin
> >ich da unbesorgt.
>
> Um ehrlich zu sein, glaube ich, daß man, wenn man die alte
> Rechtschreibung gut beherrscht, näher an der korrekten neuen
> Rechtschreibung ist als der Durchschnittsbürger, der die neuen Regeln
> anzuwenden versucht ;-)

Kann natürlich auch sein *eg*

Wenn aber erstmal das ganze öffentliche Leben und die Mehrzahl der Bücher
nach NRS geschrieben sind, wird das sich aber ändern. Ich denke, dass so in
20 - 30 Jahren sich kaum einer noch an die ARS erinnern kann.

> >Außerdem sind die Regeln schnell lernbar und wer nicht gerade in
> >der Schule/Uni arbeitet, hat auch keine größeren Probleme mit der RSR.
>
> Uni? Da gibt es IMHO auch keine Probleme, solange man wenigstens eine
> der beiden Varianten der Rechtschreibung beherrscht.

Es ist zwar nicht wie in der Schule mit der RS, aber da die alte RS bald
falsch ist, wird dann das Verwenden der ARS auch teilweise ungern gesehen.

> Ich bin mir auch sicher, daß ich die neuen Regeln schnell lernen
> könnte, wenn ich wollte - größtenteils kann ich sie sogar, wende sie
> nur nicht an.

Weil du ja nicht musst. Deswegen willst du nicht. ;-)


> >>Tja, ich empfinde die neue Rechtschreibung immer noch als falsch.
> >Weil du dich noch nicht umgewöhnt hast? Weil du nicht versucht hast,
> >sie zu lernen?
>

> Ja. Der Grund, warum ich mich nicht umgewöhnen will, liegt
> insbesondere in der Interpunktion. Das Fehlen von Satzzeichen
> verschlechtert die Gliederung eines Textes und erschwert somit das
> Lesen.

Falsch. Im Englischen gibt es sehr wenig Kommas und die Schüler haben damit
auch keine Probleme. Es ist ähnlich wie die Groß- und Kleinschreibung: Die
Gewöhnung macht das Verständnis aus.

Allerdings macht deine Einstellung nicht viel Sinn, denn wenn überall die
NRS verwendet wird, werden die anderen sich schneller gewöhnen als du und
du bist im Nachteil dann.


> erlaubt ist; leider setzen die meisten Schreiber diese "freiwilligen"
> Kommas jedoch nicht.

Schön, dann gewöhnst du dich schneller *eg*


> Jetzt schreibe ich ja doch etwas Inhaltliches - böse, böse :-(

Schlimm, dass es soweit kommen konnte. *g*


> Zum Teil wird übrigens auch auf den
> Vorlesungsfolien die alte Rechtschreibung verwendet;

Naja, bei den neueren Folien wird das dann vermutlich aktualisiert.

> ich wage sogar, zu behaupten, daß die Mehrheit der Professoren die neuen
> Regeln gar nicht kennt (manche leider auch die alten nicht...).

Schlimm, dass manche Profs ihren Lehrauftrag nicht so ernst nehmen.

--
Die Seite der ss*-Regulars: http://www.s-s-f.de

Der s.s.*-Channel #schule.schueler.* im IRCnet (Server: irc.netsurf.de)
Das RC5-64-Team http://stats.distributed.net/rc5-64/tmsummary.php3?team=17720

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:35:00 PM6/12/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> Bisher hatte ich immer noch wenigstens versucht, dich ernst zu nehmen.
> Es wird nicht wieder vorkommen.

Wenn deine Argumentation dann genauso stichhaltig ist wie in den letzten
Tagen, ist das sicherlich kein Verlust *eg*

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:47:00 PM6/12/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> Wie bitte kann die freie Entfaltung durch die Kleider_wahl_ tangiert
> werden? Kapierst du überhaupt, was du schreibst?

Wer Schuluniformen so toll findet wie du, kann das vermutlich nicht
verstehen.

> > Im richtigen Leben


> ... und da kennst du dich aus, ja? Hast schon ne Menge Erfahrung ...

Na, in Bezug auf das Demokratieverständnis hat er anscheinend mehr
Erfahrungen als du. Sollte dir eigentlich etwas zu denken geben.

> Aha. Und da es ja um Freiheit und freie Entfaltung der Persönlichkeit
> geht, wird das verordnet: Selbstbewußtsein und
> Zusammengehörigkeitsgefühl sind so zu entwickeln, wie du es
> vorschreibst.

Du willst den Schülern es doch vorschreiben. Wenn jeder *frei* in seiner
Entscheidung ist, können doch die Schüler, die Schuluniformen tragen
wollen, dies auch tun. Du willst aber mit Druckmitteln versuchen, den
Schülern, die keine Schuluniformen tragen wollen, diese aufzuzwängen.

> Und wenn da dann jemand sagt, dass ihm z.B. gemeinsame Symbole helfen
> könnten, dann ist das ein Faschist. :-}

Nein, aber wer denkt, dass Uniformen das "Selbstbewusstsein" und
"Zusammenhalt" fördern, macht sich damit die Argumentation aus dem 3. Reich
zu nutze.

> Seit wann ist übrigens ein weißes Hemd eine Uniform?

Huch, fehlen dir langsam schon die Argumente, dass du jetzt deine eigenen
Worte zurücknehmen musst? LOL

> Du bis doch der, der sich als Schüler geoutet hat und von der guten
> alten Rechtschreibung schwärmt?
> Weißt du was? Schwärm einfach weiter - ich werde dich sehr, sehr
> ernst nehmen.

Lustig. Nur weil du argumentativ nicht mal gegen Schüler ankommst,
versuchst du es halt auf die Tour. Ist das nicht eigentlich ein
Armutszeugnis für dich?

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:49:00 PM6/12/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> Adrian Slusarczyk:
>
> > Bleiben wir sachlich.
> >
> In Ordnung.
> Laber also ruhig weiter. Du hast in Zukunft Narrenfreiheit von meiner
> Seite aus. Anders geht's wohl nicht.

Merkst du eigentlich noch was?

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:57:00 PM6/12/01
to

Willibald Papesch schrieb:

Wer

> [Dummschwätz gesnippt]

schreibt und dabei dann noch solches

> Entschuldigst du dich immer so?

los wird, kann wohl kaum noch eine (ernstgemeinte) Entschuldigung
beanspruchen.


*Ich* hätte mich u.U. für den angesprochenen Vergleich entschuldigt, aber
nachdem du hier mit deinem kindischen Verhalten rumprollst, hat sich die
Sache erledigt.

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 1:59:00 PM6/12/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> Wer dich jetzt noch ernst nimmt, dem ist nun wirklich nicht zu helfen.

*gähn* Durch ständige Wiederholung wirst du auch nicht witziger...

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 2:04:00 PM6/12/01
to

Christoph Sorge schrieb:

> >Mal ganz im Ernst: Jedes Engagement waere verschwendete Liebesmuehe,
> >Rueckgaengig kannst du das eh nicht machen.
>
> Er alleine nicht, aber ich habe den Eindruck, daß die neue
> Rechtschreibung von einem Großteil der Bevölkerung geflissentlich
> ignoriert wird.

Widerstand ist zwecklos.

Selbst wenn jeder Erwachsenser heute diese ignorieren würde, wäre in 30
Jahren die Jugend in ihrem Alter.

Naja, natürlich ausgenommen die Schüler aus S-H *eg*

> Ich gehe davon aus, daß von ihr nicht mehr viel übrig
> ist, wenn man die Schreibregeln in ein paar Jahren wieder den
> tatsächlich verwendeten Schreibweisen annähert.

Nun, ich gehe davon aus, dass man die nächsten 10 Jahre nicht mehr an der
RS rumdoktert, weil man sonst Volkeszorn fürchten muss (obwohl das in
Deutschland eh nicht so schlimm ist).

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 2:13:00 PM6/12/01
to

Christoph Sorge schrieb:

> ... wenn die neuen Schreibregeln lange genug bestehen bleiben sollten,

Ich sehe keine ernstzunehmenden Bewegungen dagegen. Du etwa? Und: euch S-
Hler kriegen wir auch noch *eg*

Tobias Erle

unread,
Jun 12, 2001, 2:11:00 PM6/12/01
to

Adrian Slusarczyk schrieb:

> Was fehlt, ist Marktwirtschaft. Unser Bildungswesen versucht,

[...]

Kann ich mich voll und ganz anschließen.

> Oder die Unis machen eigene Tests?

Machen sie jetzt teilweise auch schon. Grad letztens wurde eine Reform
verabschiedet, die den Unis mehr Mitspracherecht bietet. An privaten Unis
ist das in DE eh der Regelfall.

> auch dort fort! Oder aber es entstehen "Gütesiegel" in der
> Bildungsbranche? Der Markt entscheidet.

Jepp und das ist auch gut so.

> >Für Sozis (inkl. großer Teile der CDU)
> >ist Volks-Erzieherei Aufgabe des Staates.
> > (Der Staat erzieht sich seine Aufsicht (p.k.)!)
>
> Ja, ja und nochmals ja. Aber was hilft das Jammern? Rom ist auch trotz
> eines Cicero untergegangen ;-))

Vielleicht wäre es aber nicht mit Catilina untergegangen *g* Wer weiß das
schon.

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 2:37:08 PM6/12/01
to
Tobias Erle:

[Dumschwaetz gesnippt]



> Lustig. Nur weil du argumentativ nicht mal gegen Schüler ankommst,
> versuchst du es halt auf die Tour. Ist das nicht eigentlich ein
> Armutszeugnis für dich?

Du weißt ja, ich nehm dich nur noch sehr ernst. :-)

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 2:37:38 PM6/12/01
to
Tobias Erle:

>
> Willibald Papesch schrieb:
>
>> Adrian Slusarczyk:
>>
>> > Bleiben wir sachlich.
>> >
>> In Ordnung.
>> Laber also ruhig weiter. Du hast in Zukunft Narrenfreiheit von
>> meiner Seite aus. Anders geht's wohl nicht.
>
> Merkst du eigentlich noch was?

Wie du weißt, nehm ich dich sehr ernst. :-)

Gerhard J. Rauhaus

unread,
Jun 12, 2001, 4:16:21 PM6/12/01
to
Willibald Papesch schrieb über...
Adrian Slusarczyk:
>
> [Dummschwätz gesnippt]

Biite etwas friedlicher und sachlicher, auch wenn es Dir schwer fällt, wie
wir des öfteren lesen konnten.

Gerhard

-
g.j.r...@wtal.de


Gerhard J. Rauhaus

unread,
Jun 12, 2001, 4:23:16 PM6/12/01
to
Willibald Papesch schrieb ...

> Laber also ruhig weiter. Du hast in Zukunft Narrenfreiheit von meiner
> Seite aus. Anders geht's wohl nicht.

Bitte etwas sachlicher, auch wenn es Dir nicht leicht fällt, wie wir wissen.
Zumindest dies: nicht mehr austeilen als einstecken. Nennt man Fairness,
glaube ich.

Gerhard


Peter Ringeisen

unread,
Jun 12, 2001, 4:53:19 PM6/12/01
to
to...@kholdan.de (Tobias Erle) schrieb:

>
>Peter Ringeisen schrieb:
>
>> >> Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher Begründung
>> >> verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"?
>> >Weil es sachlich stimmt?
>> >

>> Diese Wortwahl unterstellt, dass "Zwang" das hauptsächliche, wenn


>> nicht sogar das ausschließliche Erziehungsmittel an diesen Schulen
>> ist.
>
>Nein, das tut es nicht; das ist alleine deine Auslegung. Zwangsschule, weil
>jedes Kind/Jugendliche dort hin muss, egal ob gewollt oder nicht.

Diese Wortwahl unterstellt das. Ja.
Wenn du "Pflichtschule" meinst, dann schreibe "Pflichtschule". Es ist
nicht dasselbe, nicht einmal dann, wenn du es behauptest.

>> Wenn du dem zustimmst und diese Wortwahl trotzdem für ange-
>> messen hältst, dann kann ich dich nur bedauern, und zwar ehrlich,
>> denn dann bist du an einer Schule, wie ich sie mir nicht wünsche.
>
>Wo ist der Bezug zum Thema? Oder wirst du einfach nur persönlich, weil du
>keine Argumente hast?

Der Bezug ist der, dass du durch deine Beiträge den Eindruck erweckst,
als würdest du in deiner Schule (mehr oder weniger) leiden. Deshalb
habe ich so formuliert, um auszudrücken, dass mir bewusst ist, dass es
Schulen gibt, die vom Idealbild einer Schule (noch) weit entfernt
sind.
Dieser Anflug von Eingehen auf Persönliches war also ein Eingeständnis
an deine Situation. Wenn du dich dadurch belästigt fühlst, dann werde
ich es bleiben lassen.
Die Unterstellung, ich hätte keine Argumente, ist einer deiner Automa-
tismen, die es nicht gerade einfacher machen, sich mit dir sachlich zu
unterhalten.

Gruß
pcr

--
| Peter Ringeisen * Amberg, Bavaria (Germany) * http://www.ringeisen.de |
| Stick close to your desks and never go to sea, * Gilbert & Sullivan: |
| And you all may be Rulers of the Queen's Navee! * "HMS Pinafore" |
| ----------------> http://british-humour.funurl.com <---------------- |

Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 4:57:49 PM6/12/01
to
Gerhard J. Rauhaus:

Hast du den Thread verfolgt, ja? Dann rufe ich dir mal in Erinnerung,
worum es geht.

-----------Einfüg----------------------
Die Diskussioh um Schuluniformen (schon das Wort - brrr) könnte ja
deutscher nicht geführt werden. Das muss gleich moralisch aufgeladen
und mit Werten vollgestopft werden: Antimarkenprogramm und was an
ähnlichem Schwachsinn da rumfabuliert wird.

Ich habe schon vor über 20 Jahren mit "Schuluniformen" gearbeitet,
und das hat sich als sehr hilfreich erwiesen.
Wenn ich mit meiner 8. Klasse eine einwöchige Radtour von
Jugendherberge zu Jugendherberge machte, hatten wir eine
Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes Halstuch,
bedruckt mit seinen Initialen. Das Halstuch war im HTW-Unterricht als
eine Art Miniprojekt extra für diesen Zweck hergestellt worden.

Ich arbeitete damals an einer kleinen Dorfschule. Wenn ich mit meinen
Schüler/innen in eine Jugendherberge kam, wo es ziemlich
international zu ging, waren die Kinder immer sehr unsicher. Wenn sie
dann ihre Sachen verstaut hatten und mit weißem Hemd/rotem Halstuch
in der Halle erschienen, erregte dies nicht nur (positives) Aufsehen,
sondern stärkte ihr Selbstbewußstsein und ihre
Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein - und entschärfte manches
Disziplinproblem nach dem Motto: wir machen das nicht - jeder weiß,
woher wir kommen.

Im Grunde geht es einfach darum, den an einer Schule zusammelebenden
und -arbeitenden Schüler/innen ein Gefühl der Zu- und
Zusammengehörigkeit zu vermitteln.
Das kann mit einfachsten Mitteln geschehen - und sehr hilfreich sein.
--------Einfüge-Ende-------------

Und jetzt erklär mir bitte, mit welcher Begründung ich hier in die
Nähe des Faschismus gerückt werde; warum ich deswegen nach China
gehöre; wo ich hier für Uniformen schwärme und und und ... es wäre
eine ellenlange Liste.

Zufälligerweise drückt mein Posting exakt das Gegenteil dessen aus,
was mir in allen Graden der Beleidigung unterstellt wird, nämlich
Distanz zu Uniformen.

Deine Optik bei der Beurteilung von Sachverhalten scheint mir doch
ziemlich verschoben. Hängt es damit zusammen, dass du mir gegenüber
eine ziemlich üble Sache immer noch nicht bereinigt hast?

Gerhard J. Rauhaus

unread,
Jun 12, 2001, 5:03:11 PM6/12/01
to
Willibald Papesch schrieb ...

> Hast du den Thread verfolgt, ja? Dann rufe ich dir mal in Erinnerung,
> worum es geht.
>
> -----------Einfüg----------------------

Das ist ja nun wirklich unnötig.

> Deine Optik bei der Beurteilung von Sachverhalten scheint mir doch
> ziemlich verschoben. Hängt es damit zusammen, dass du mir gegenüber
> eine ziemlich üble Sache immer noch nicht bereinigt hast?

Für alle, die nicht wissen, was Willibald will:
ich habe ihn aufgefordert, rechte Gewalt nicht zu verharmlosen oder
schönzureden.
Wenn das so schlimm ist:
sorry, Willibald

Gerhard


Willibald Papesch

unread,
Jun 12, 2001, 5:01:22 PM6/12/01
to
Gerhard J. Rauhaus:

[...]


> Bitte etwas sachlicher, auch wenn es Dir nicht leicht fällt, wie wir
> wissen.

[...]

Mit Verlaub bitte - wer ist "wir"?
Wer hat dich beauftragt? Oder sprichst du jetzt schon im Pluralis
majestaticus?
Oder fehlt dir ganz einfach der Mumm, Ich zu sagen und für deine
Meinung einzustehen?
Nach dem zu urteilen, was du hier schon abgeliefert hast, würde ich
das vermuten.

Peter Ringeisen

unread,
Jun 12, 2001, 5:10:22 PM6/12/01
to
to...@kholdan.de (Tobias Erle) schrieb:

>
>Peter Ringeisen schrieb:
>
>> Mir scheint, du *liest* einfach nicht, was andere Leute schreiben.
> =======
>
>Schlimm, dass dein Horizont so beschränkt ist.

PLONK

Peter Ringeisen

unread,
Jun 12, 2001, 5:09:45 PM6/12/01
to
Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> schrieb:

>
>Peter Ringeisen <p...@gmx.net> wrote:
>>Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher Begründung
>>verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"? Erstens: Es gibt
>>private Alternativen. Zweitens: Die Schulpflicht (falls du darauf an-
>>spielst) verhindert den Rückschritt ins Mittelalter.
>
>Kennst Du die historischen Fakten? In England etwa ist die Analphabethenquote
>*vor* der Einführung staatlicher Schulen überhaupt unter 5 % gefallen; private,
>kirchliche und genossenschaftlich organisierte Schulen haben das geschafft -
>trotz Schulgeld! Die Schulpflicht in Deutschland hat zwar den berühmten
>Untertanengeist (mit)geschmiedet, aber viel mehr auch nicht.

Ah ja. Kannst du eine Quelle für deine Behauptung nennen (weniger als
fünf Prozent englische Analphabeten vor der Einführung staatlicher
Schulen)?

Dass irgendeine Schule in Deutschland (nach 1945) einen
"Untertanengeist" gefördert hat, bezweifle ich.

>>Mit welcher Begründung setzt du voraus, in der Schule gebe es nur
>>"eingeschüchterte Individuen"?
>
>Das tue ich nicht. Das Wörtchen "nur" macht den Unterschied; soviel zum Thema
>bewußte Wortwahl ;-)

Aber hallo. Du hast den Abschnitt aus deinem vorangegangenen Post, auf
den ich mich bezog, klugerweise (?) gelöscht. Er lautete:
>
>>>Wenn aber eine staatliche Zwangsschule so etwas tut, dann ist das kaum mehr als
>>>eine Machtdemonstration gegenüber dem eingeschüchterten Individuum.
[Message-ID: <3b250c27$1...@netnews.web.de>]

Wo ist denn in deinem Text die Relativierung? Da steht nichts von
"gegenüber *manchen* eingeschüchterten Individuen", sondern du stellst
eine pauschale Behauptung auf. Wenn ich diese Pauschalisierung hervor-
hebe, bestreitest du die Pauschalität deiner ersten Behauptung?

Das ist kein fairer Diskussionsstil.

[...]
>Jedem seine Meinung, auch Dir.

Na, dankeschön. Immerhin.

>Aber es kommt mir schon etwas merkwürdig vor,
>wenn Deutschland seine Jugend schon wieder in Uniform sehen will.

Kannst du mir in diesem ganzen Thread *einen* Beitrag zitieren, in dem
dies gefordert wird?
Meiner Einschätzung nach wird es in Deutschland keinesfalls eine
generelle Pflicht zur Schuluniform geben.
Es ging hier um vereinzelte Versuche einer Einführung und um die
Verwendung einer uniform-ähnlichen Kleidung für begrenzte Zwecke,
die man auch nicht überall gutheißen wird.

Gruß
pcr

Gerhard J. Rauhaus

unread,
Jun 12, 2001, 5:09:40 PM6/12/01
to
Willibald Papesch schrieb

> Gerhard J. Rauhaus:
>
> [...]
> > Bitte etwas sachlicher, auch wenn es Dir nicht leicht fällt, wie wir
> > wissen.
> [...]
>
> Mit Verlaub bitte - wer ist "wir"?
> Wer hat dich beauftragt?

Niemand. Allerdings kann ich kaum glauben dass ich der Einzige bin, dem Dein
oft ubverständlich aggressiver Ton in der NG aufgefallen ist.

> Oder sprichst du jetzt schon im Pluralis
> majestaticus?

- maiestatis.

> Oder fehlt dir ganz einfach der Mumm, Ich zu sagen und für deine
> Meinung einzustehen?

ich, ich, ich.

Gerhardus majestaticus


Marcel Noe

unread,
Jun 12, 2001, 5:30:48 PM6/12/01
to
On Tue, 12 Jun 2001 20:37:38 +0200, Willibald Papesch <W...@Papesch.de> wrote:

>> Merkst du eigentlich noch was?
>
>Wie du weißt, nehm ich dich sehr ernst. :-)

*rofl* Ist schule.allgemein jetzt zum offiziellen Testfeld fuer BSE erklaert
worden, oder ist das das letze Aufbahren vor dem Sommerloch? ;)

Gruss Marcel
--
marcel noe, +49 6338 809343 - http://www.xcore.net, mar...@hofenfels.de
PGP: http://marcel.xcore.net/pubdownloads/marcelrsaeuk.asc

Marcel Noe

unread,
Jun 12, 2001, 5:35:37 PM6/12/01
to
On 12 Jun 2001 14:57:40 +0200, Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>>Baah, lass die Leute doch, wenn sie wollen. Wenn es ihnen keinen Spass mehr
>>macht, dann werden die das schon wieder abschaffen. :)
>
>
>Tja - ich bin selbst noch Schüler, und Galgenhumor ging mir seit jeher ab :-))

Tja, ich auch. Und ich freue mich schon auf die Bemuehungen der Schule mich
zu einer Uniform zu zwingen. :))

Marcel Noe

unread,
Jun 12, 2001, 5:36:11 PM6/12/01
to
On 12 Jun 2001 18:43:11 +0200, Adrian Slusarczyk <aslus...@web.de> wrote:

>Im nördlichen Teil. Wieso?

Hmmm, wie weit wech von Homburg?

Willibald Papesch

unread,
Jun 13, 2001, 2:16:42 AM6/13/01
to
Gerhard J. Rauhaus:

Ja, das ist - denn der Vorwurf ist nachweisbar aus der Luft gegriffen
und rufschädigend.

> sorry, Willibald

Dann können wir das endlich begraben.

Willibald Papesch

unread,
Jun 13, 2001, 2:38:53 AM6/13/01
to
Gerhard J. Rauhaus:

> Willibald Papesch schrieb
>
>> Gerhard J. Rauhaus:
>>
>> [...]
>> > Bitte etwas sachlicher, auch wenn es Dir nicht leicht fällt, wie
>> > wir wissen.
>> [...]
>>
>> Mit Verlaub bitte - wer ist "wir"?
>> Wer hat dich beauftragt?
>
> Niemand. Allerdings kann ich kaum glauben dass ich der Einzige bin,
> dem Dein oft ubverständlich aggressiver Ton in der NG aufgefallen
> ist.

Dann wollen wir das doch auch dokumentieren?

----Einfüge aus Postings von Tobias Erle und Adrian Slusarczyk--------

Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ... (Tobias Erle)

Beim besten Willen: Der Vergleich trifft den Nagel auf den Kopf!
Welchen Zweck kann und soll eine Uniform haben, wenn nicht zu
uniformieren? Die Individualität hinter die Kollektivität
zurücktreten zu lassen? (Adrian Slusarczyk)

Wer rote Hemden und weiße Halstücher tragen will, der kann das tun.
Wer seine Mitmenschen gegen ihren Willen zwingen will, sie zu tragen,
kann nach Rotchina gehen. (Adrian Slusarczyk)

... ich bin traurig, daß selbst 10
Jahre nach dem Sieg des Freiheitskampfes in Mittel-und Osteuropa das
Individuum so wenig geachtet wird. (Adrian Slusarczyk)

Stimmt, statt ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln, versteckt man
sich hinter der Uniform. Ganz nach der Art: "Du bist nix - deine
Klasse ist alles" ... (Tobias Erle)

Wer Schuluniformen so toll findet wie du, kann das vermutlich nicht

verstehen. (Tobias Erle)

Na, in Bezug auf das Demokratieverständnis hat er anscheinend mehr
Erfahrungen als du. Sollte dir eigentlich etwas zu denken geben.

(Tobias Erle)

-------------Einfüg-Ende-------------------

Ich habe nach diesen Ausfällen den mahnendes Eingreifen vermisst.
Hast du dich mit deinem Moralin nur auf mich spezialisiert?

Das ist eine Auswahl der sehr pesönliche gehaltenen Angriffe auf mich
unter der Gürtellinie, die auf mein sachlich gehaltens, eher
distanziert-ironisches Posting zum Thema "Uniformen" auf mich
einprasselten.
Du hast Recht: auf so war reagiere ich aggressiv. Wenn jemand - auch
junge Leute - so durch die Gegend holzen, holze ich zurück.
Vielleicht sind die Zustände in den Schule, wie sie oft beklagt
werden, deshalb so, weil Lehrkräfte sich in solchen Fällen zu oft
wegducken: Wer will schon autoritär oder gar aggressiv erscheinen?
Dann kuscht man doch lieber vor dem süßen Nachwuchs, auch wenn er
sich aufführt wie die Axt im Walde.

Ich nicht.


>> Oder sprichst du jetzt schon im Pluralis
>> majestaticus?
>
> - maiestatis.
>
>> Oder fehlt dir ganz einfach der Mumm, Ich zu sagen und für deine
>> Meinung einzustehen?
>
> ich, ich, ich.
>
> Gerhardus majestaticus

Endlich bist du mal ehrlich.

Tobias Erle

unread,
Jun 13, 2001, 5:10:00 AM6/13/01
to

Willibald Papesch schrieb:

> Du weißt ja, ich nehm dich nur noch sehr ernst. :-)

Schlimm, wie sich ein erwachsener Mensch geistig zurückbildet ...

Tobias Erle

unread,
Jun 13, 2001, 5:35:00 AM6/13/01
to

Peter Ringeisen schrieb:

> >> >> Das Vokabular macht wieder einmal die Musik. Mit welcher
> >> >> Begründung verwendest du den Ausdruck "staatliche Zwangsschule"?
> >> >Weil es sachlich stimmt?
> >> Diese Wortwahl unterstellt, dass "Zwang" das hauptsächliche, wenn
> >> nicht sogar das ausschließliche Erziehungsmittel an diesen Schulen
> >> ist.
> >Nein, das tut es nicht; das ist alleine deine Auslegung. Zwangsschule,
> >weil jedes Kind/Jugendliche dort hin muss, egal ob gewollt oder nicht.
>
> Diese Wortwahl unterstellt das. Ja.
> Wenn du "Pflichtschule" meinst, dann schreibe "Pflichtschule". Es ist
> nicht dasselbe, nicht einmal dann, wenn du es behauptest.

Ich sehe in diesem Zusammenhang keinen Unterschied, vor allem weil das
Besuchen der Schule trotz Schulpflicht mit staatlichen Zwangsmitteln
erzwungen wird.

> >> Wenn du dem zustimmst und diese Wortwahl trotzdem für ange-
> >> messen hältst, dann kann ich dich nur bedauern, und zwar ehrlich,
> >> denn dann bist du an einer Schule, wie ich sie mir nicht wünsche.
> >Wo ist der Bezug zum Thema? Oder wirst du einfach nur persönlich, weil
> >du keine Argumente hast?
>
> Der Bezug ist der, dass du durch deine Beiträge den Eindruck erweckst,
> als würdest du in deiner Schule (mehr oder weniger) leiden.

LOL, nur weil man einen Standpunkt vertritt, muss man so auch persönlich
betroffen sein? Mir kommt das Ablenken mit persönlichen Angriffen eher als
Eingeständnis deiner Argumentlosigkeit vor.

Zu meiner Person:

Ich hab jetzt 15 Jahre Schule hintermir, hab eine Ausbildung gemacht und
bin jetzt Gymnasiast auf einem Wirtschaftsgymnasium. Bei meinem letzten
Zeugnis hatte ich einen Schnitt von rund 1,9. Ich gehe auch gerne zu Schule
und mit fast alle Fächer kann ich mich gut anfreunden (außer Französisch,
aber das ist ja verständlich *g*).

> Dieser Anflug von Eingehen auf Persönliches war also ein Eingeständnis
> an deine Situation.

Was weißt du von "meiner Situation"?


> Die Unterstellung, ich hätte keine Argumente, ist einer deiner Automa-
> tismen, die es nicht gerade einfacher machen, sich mit dir sachlich zu
> unterhalten.

Naja, wenn man persönlich angegriffen wird, würde ich das nicht mehr als
sachliche Diskussion bezeichnen.

Tobias Erle

unread,
Jun 13, 2001, 5:36:00 AM6/13/01
to

Peter Ringeisen schrieb:

> PLONK

Schlimm, dass einige Leute nicht mal Mail benutzen können oder das im
Stilen tun können. Aber leider wird es immer Selbstdarsteller geben ...

Tobias Erle

unread,
Jun 13, 2001, 6:14:00 AM6/13/01
to

Gerhard J. Rauhaus schrieb:

> > Mit Verlaub bitte - wer ist "wir"?
> > Wer hat dich beauftragt?
>
> Niemand. Allerdings kann ich kaum glauben dass ich der Einzige bin, dem
> Dein oft ubverständlich aggressiver Ton in der NG aufgefallen ist.

Ich erinnere mich auch vorherige Threads, wo bemängelt wurde, dass WP gut
austeilen kann, aber schlecht im Nehmen ist. Auch sein leicht kindischen
Verhalten im Verlaufe der Diskussion stört sicherlich nicht nur mich.

Aber ich denke, dass dieser Teil der Diskussion zu nichts führt. Daher
sollten wir uns alle wichtigeren Dingen widmen.

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 13, 2001, 7:12:03 AM6/13/01
to

Ein sachlicher Dialog scheint hier nicht einfach zu sein. Auch meine
Entschuldigung für als beleidigend empfundene Formulierungen hat daran offenbar
nichts geändert. Was soll's, es bilde sich ein jeder seine eigene Meinung. Darum,
bevor ich zur Sache komme...


... ein paar Zitate von Willibald Papesch:


"Laber also ruhig weiter. Du hast in Zukunft Narrenfreiheit von meiner Seite aus.
Anders geht's wohl nicht."


"... hatten wir eine Schuluniform: jedes Kind ein weißes Hemd, dazu ein rotes

Halstuch, bedruckt mit seinen Initialen."


"Seit wann ist übrigens ein weißes Hemd eine Uniform? Dabei war es in
Wirklichkeit nur eine helles Hemd - so wie es halt gerade jemand hatte."


"[Dumschwaetz gesnippt]" [bzgl. Tobias Erles Argumentation, Anm. / AS]


"Wie du weißt, nehm ich dich sehr ernst. :-)" [Nach Vorwurf der Unsachlichkeit
durch TE, Anm. / AS]


"Wer dich jetzt noch ernst nimmt, dem ist nun wirklich nicht zu helfen."

[Antwort auf: "Ist es denn nicht möglich, diesen Hochmut einmal sein zu lassen?"
(AS)]


"[Dummschwätz gesnippt]"


"[Diveses, verzichtbares Gepänkel]"


"Nochmals: pass auf, dass du nicht platzt."


"Bisher hatte ich immer noch wenigstens versucht, dich ernst zu nehmen. Es wird
nicht wieder vorkommen."


"Wie bitte kann die freie Entfaltung durch die Kleider_wahl_ tangiert werden?
Kapierst du überhaupt, was du schreibst?"


"Weißt du was? Schwärm einfach weiter - ich werde dich sehr, sehr ernst nehmen.
"


"Dass du so viel Anstand haben könntest, dich für deinen
Schwachsinnsausbruch zu entschuldigen, das erwarte ich nun wirklich nicht."


"Vielleicht würdest du dann so ein Schwachsinnsgelabere unterlassen."


"Mann, ein schon wieder bewundernswert ahnungsloses Geschwätz ... Pass auf, dass
du demnächst nicht platzt."


..


..


..


..


Auch wenn es teilweise so aussieht, sind keine Doubletten drin.


Nun zur Sache:


##### <Willibald Papesch> #####


Ich arbeitete damals an einer kleinen Dorfschule. Wenn ich mit meinen
Schüler/innen in eine Jugendherberge kam, wo es ziemlich international zu ging,
waren die Kinder immer sehr unsicher. Wenn sie dann ihre Sachen verstaut hatten
und mit weißem Hemd/rotem Halstuch in der Halle erschienen, erregte dies nicht
nur (positives) Aufsehen, sondern stärkte ihr Selbstbewußstsein und ihre
Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein - und entschärfte manches Disziplinproblem
nach dem Motto: wir machen das nicht - jeder weiß, woher wir kommen.

##### </Willibald Papesch> #####


Tobias Erle: "Fehlt ja nur noch das Taschenmesser aus der HJ ..."


Willibald Papesch: "Und du schämst dich nicht, hier mit solchen Vergleichen
anzutanzen?"


Genau dieselben Phänomene - Zusammengehörigkeitsgefühl, Stolz auf die Gruppe,
erhöhte Selbstsicherheit in der Uniform - wurden von der HJ ausgeschlachtet.


Zitate aus dem Umfeld der Hitler-Jugend:


‘...fühlte mich den Anderen gegenüber unterlegen. Anderen? Ja, die trugen eine
tolle Uniform,...was trugen die Anderen eigentlich für eine Uniform? Ich hatte
gehört, daß am 30. Januar 1933 ein Fackelzug mit Heil und Sieg stattgefunden
haben sollte. Aber das war mir egal. Jedenfalls wollte ich jetzt auch so sein wie
Andere, wollte dazugehören, wollte drin sein: im ‘Deutschen Jungvolk’, in dem
mehr als die Hälfte meiner Klasse schon mittat, mitmarschierte.‘


'Zur Zeit der Hitlerjugend bekamen die Mädchen auch eine Uniform, sie bestand
aus einem dunkel blauen Rock, einer eingeknöpften weißen Bluse und einem
sogenannten Fahrtentuch, (schwarz, mit einem Lederknoten am Kragenrand, wie eine
Krawatte). [...] Aufgrund der Einstellung meiner Eltern war es mir lange nicht
vergönnt, eine schmucke Uniform zu bekommen, obwohl ich zu den wöchentlichen
Heimabenden (am Nachmittag) gehen durfte.'


'Letztens waren wir alle zusammen auf einer Parade. Das war ganz toll. Da
marschierten ganz viele Männer in Uniform ordentlich in Reihe und in Gruppen
aufgeteilt.' [Ein 10jähriger!]


Der Vergleich mit der HJ wäre sicher beleidigend gewesen, hätte er Willibald
Papesch persönlich angegriffen - während er in der Tat lediglich Uniformen
verurteilte. So etwas muß nicht sein, Tobias - aber falsch ist es nicht. Dazu ein
Zitat aus einer Diplomarbeit über die HJ:


"Attraktivität versprach die HJ-Mitgliedschaft ferner in einer Aufwertung der
eigenen Person [...] Dazu trugen allein schon Kluft und Uniform bei, die u.a.
während des Schulunterrichts getragen werden durften."


[In allen Zitaten habe ich den Namen weglassen. Sie alle stammen aus allg.
zugänglichen WWW-Quellen, aber ich wollte keine Unbeteiligten in diese Diskussion
hineinziehen.]


Es ist nicht sehr demokratisch, Gemeinschaftswerte durch Uniformierung fördern
zu wollen. Darum bin ich gegen Schuluniformen. Wir als Schüler (nicht alle, nur
die, die sich angesprochen fühlen; bevor es Mißvertsändnisse gibt ;-) werden und
das nicht gefallenlassen. Seien wir tolerant, akzeptieren wir die Vielfalt.


Beste Grüße,
Adrian


--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Adrian Slusarczyk

unread,
Jun 13, 2001, 7:39:04 AM6/13/01
to

to...@kholdan.de (Tobias Erle) wrote:
>> Wenn du "Pflichtschule" meinst, dann schreibe "Pflichtschule". Es ist
>> nicht dasselbe, nicht einmal dann, wenn du es behauptest.
>
>Ich sehe in diesem Zusammenhang keinen Unterschied, vor allem weil das
>Besuchen der Schule trotz Schulpflicht mit staatlichen Zwangsmitteln
>erzwungen wird.


Pflicht und Zwang werden heute weitgehend synonym verwendet. Pflicht
unterstreicht die positiven, Zwang eher die negativen Elemente ein und desselben
Sachverhalts.


Sprachhistorisch betrachtet aber gibt es den Unterschied, den z.B. Immanuel Kant
noch verwendet hat: Zwang kommt von außen, Pflicht ist immer - freiwillig! Unter
"Pflicht" werden alle die Werte und Normen zusammengefaßt, die man sich selbst
auferlegt, wie etwa in der Religion. Kant schreibt etwa, es gäbe Freiheit nur in
der und durch die Pflicht - als Kontrast zu dem, was man neuerdings als
"postmoderne Beliebigkeit" bezeichnet. In diesem Sinne, lieber Peter Ringeisen,
_ist_ die Staatsschule eine Zwangsschule und nimmt uns sogar die Möglichkeit zur
Pflicht, es sei denn in Form von vorauseilendem Gehorsam. Wenn schon pedantisch,
dann richtig ;-)) (Nimm's mir bitte nicht persönlich, so ist es nicht gemeint)


Das Problem an der Schulpflicht ist, daß sie die Motivation untergräbt. Nur ein
geringer Teil der Schülerschaft (zu dem ich mich im Allgemeinen trotz der
mangelnden Vielfalt im Fächerkanon und der zu starren, unflexiblen
Unterrichtsgestaltung zähle) geht gerne zur Schule, während in Zeiten, in denen
dies als Luxus galt, von den Meisten gewünscht wurde.
Aber vor allem ist es ineffizient, Lernen erzwingen zu wollen. Jeder behält auf
Dauer nur das, was er wirklich wissen will. Wie viele 30jährige mit Abitur können
Dir den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik aufsagen? Und wie viele davon können
Dir sagen, wie das Teufelchen im 'Faust' heißt?
Natürlich braucht man eine gewisse Grundbildung. Natürlich sind Lesen, Schreiben
und Rechnen unverzichtbar. Aber erstens ist es überflüssig, einem angehenden
Mathematiker gegen seinen Willen Französisch einzutrichtern - um nur ein Beispiel
zu nennen. Zweitens darf es nicht sein, daß der Staat ausgerechnet im Bereich
Bildung und Erziehung ein Quasimonopol innehat. Dadurch fehlen Marktelemente (vgl.
frühere Postings) und es besteht die Gefahr, daß die Schule zum
sozialpolitischen Labor verkommt.


Grüße,


AS

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