www.meinprof.de - Die RWTH ist raus!

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Jan Brünsing

unread,
Mar 21, 2006, 5:00:54 PM3/21/06
to
Hallo Liebe RWTHler,

was haltet ihr davon, dass die RWTH Aachen bei der
Online-Professoren-Evaluierungsseite www.meinprof.de nicht mehr vertreten
ist, weil der Datenschutzbeauftragte der TH dem Betreiber eine Teilnahme der
RWTH-Profs untersagt hat?

Hat die RWTH Angst vor der Evaluierung?
Ist doch alles Gold bei uns, zumindest wenn man der TH und ihrer
Aussendarstellung glaubt...

Ist es nicht eher peinlich, dass wir als einzige Uni nicht mehr dabei sind?

Jan


Philipp Lennartz

unread,
Mar 21, 2006, 5:12:36 PM3/21/06
to
Jan Brünsing schrieb:

> weil der Datenschutzbeauftragte der TH dem Betreiber eine Teilnahme der
> RWTH-Profs untersagt hat?

Verstößt das nicht gegen unser Recht auf freie Meinungsäußerung?

Ich meine so schlecht schneidet Aachen ja nun wirklich nicht ab, Platz 2
bei den TOP-Profs und Platz eins bei den TOP-Kursen. Nur schade, dass es
sich dabei um einen FH-Prof mit einem FH-Kurs handelt.

Jan Reimes

unread,
Mar 21, 2006, 5:27:25 PM3/21/06
to
Hi!

> was haltet ihr davon, dass die RWTH Aachen bei der
> Online-Professoren-Evaluierungsseite www.meinprof.de nicht mehr vertreten
> ist, weil der Datenschutzbeauftragte der TH dem Betreiber eine Teilnahme
> der RWTH-Profs untersagt hat?

Richtig so ... jetzt werd ich nicht mehr die ganze Zeit genervt ... "Eeeey,
schau dir mal DIE Seite an!!" :-)
Die Seite ist ja ganz nett gemeint, wird aber viel zu wichtig genommen.

Zitat:
"MeinProf.de ist eine von der studentischen IT-Beratung Juniter betriebene
Online-Plattform zur Bewertung von Lehrveranstaltungen an deutschen
Hochschulen."

Ist also beileibe kein richtiges oder gar ein der TH angehöriges
Meinungsforschungsinstitut :-)

Die Zahlen dort sagen so gut wie gar nichts aus. Habe mal grade
durchgeschaut, die noch verbliebene FH Aachen bringt es auf durchschnittlich
knapp 6 Bewertungen pro Professor (Topwert sind 72 Bewertungen). Die Uni
Bochum ist mit Abstand am häufigsten bewertet worden, aber auch hier sinds
grad mal durchschnittlich 9 Bewertungen pro Prof.

Die Aussagekraft von solchen Statistiken geht also alleine schon aufgrund
der geringen Anzahl von Teilnehmern gegen Null.

Das ganze kann also nur als ein Spass angesehen werden und ist verdammt weit
weg von etwas, was man "Evaluierung" nennen könnte. Hierfür ist der
jeweilige Fachbereich verantwortlich, ihm obliegt auch eine
Veröffentlichung. Bei den E-Technikern funktioniert das dank
Onlineabstimmtung wohl auch ganz passabel, auch wenn die Resonanz höher sein
könnte.

Hier kommt auch noch ein weiterer Punkt hinzu, nämlich dass sich im Prinzip
bei meinprof.de jeder als RWTH-Student anmelden könnte und munter
losbewerten dürfte. Bei echten hochschulinternen Evaluierungen kann man da
Mehrfachbewertungen und "Fachfremdheit" nahezu ausschliessen.

Gruß,
Jan


rwthstudent

unread,
Mar 21, 2006, 5:31:31 PM3/21/06
to
peinlich peinlich...da sieht man mal wie "groß" an unserer "Richtig
Wichtig Tollen (Elite-)Hochschule" Demokratie und freie Meinungsäußerung
geschrieben wird

Ich weiß schon, warum ich nicht unter richtigem Namen hier reinposte!

Matthias Botzen

unread,
Mar 21, 2006, 5:59:56 PM3/21/06
to
Jan Brünsing schrieb:

Moin!

>
> was haltet ihr davon, dass die RWTH Aachen bei der
> Online-Professoren-Evaluierungsseite www.meinprof.de nicht mehr vertreten
> ist, weil der Datenschutzbeauftragte der TH dem Betreiber eine Teilnahme der
> RWTH-Profs untersagt hat?

bevor ich mich so dazu äußere, würde ich leiber mal hören, was die genau
Begründung des Datzenschutzbeauftragten war. Da ich es für extrem
wichtig halte, über solche Bedenken nachzudenken.

>
> Hat die RWTH Angst vor der Evaluierung?

Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich der
Datenschutzbeauftragte hat vor den Karren des Rektorat spannen lassen um
unliebsame Kritik loszuwerden.

> Ist doch alles Gold bei uns, zumindest wenn man der TH und ihrer
> Aussendarstellung glaubt...
>
> Ist es nicht eher peinlich, dass wir als einzige Uni nicht mehr dabei sind?
>

Auch da ich die Seite eh für ziemlich bescheiden halte, finde ich das
jetzt nicht besonders schlimm.

Viel wichtiger wäre es, wenn die ProfessorInnen gezwungen würden die
Ergebnisse der offziziellen (und wahrscheinlich deutlich
aussagekräftigeren) Evaluation (am besten im Internet) zu veröffentlichen.

mfg
matthia


--
[...]und über allem erhob sich eine pilzförmige Wolke. Dies geschah in
einer Welt, die vom grausamsten aller Götter, REALPOLITIK, geschaffen
worden war.
Illuminatus!-Der goldene Apfel, Shea&Wilson

Lars Uffmann

unread,
Mar 21, 2006, 6:32:36 PM3/21/06
to
"rwthstudent" <elekt...@quantentunnel.de> schrieb:

> peinlich peinlich...da sieht man mal wie "groß" an unserer "Richtig
> Wichtig Tollen (Elite-)Hochschule" Demokratie und freie Meinungsäußerung
> geschrieben wird
>
> Ich weiß schon, warum ich nicht unter richtigem Namen hier reinposte!

Fragt sich, warum...

Ich stehe dazu, daß ich die RWTH sch**ße finde... Zumindest als
Gesamtheit. Einzelne Institute und Mitarbeiter reißen zum Glück
Einiges wieder raus - aber die Lehre im Maschinenbau (besonders
Vordiplom) ist leider miserabel - und das Selbstverständnis einiger
Professoren als "Elite" ist einfach erbärmlich...

Gruß,

Lars


Philipp Lennartz

unread,
Mar 21, 2006, 6:58:46 PM3/21/06
to
Matthias Botzen schrieb:

>
> Viel wichtiger wäre es, wenn die ProfessorInnen gezwungen würden die
> Ergebnisse der offziziellen (und wahrscheinlich deutlich
> aussagekräftigeren) Evaluation (am besten im Internet) zu veröffentlichen.
>

Die Dozenten _sind_ dazu aufgefordert, die Ergebnisse der offiziellen
Evaluierung zu veröffentlichen. Viele tun dies auch z.B. durch ein
kurzes Statement in der Vorlesung/Übung, die gesamte Auswertung wird
jedoch meist nicht veröffentlicht.
Die Studierenden sollten den Dozenten auch auf die Finger schauen und
sie dazu auffordern, Stellung zur Evaluierung zu nehmen, wenn diese es
nicht von sich aus tun.

Die Evaluierung ist nicht nur dafür da, dass die Dozenten sich damit die
Wände tapezieren können oder selbst auf die Schulter klopfen, wenn's
"gut gelaufen" ist. Die werden schon ausgewertet und wenn Beschwerden
gehäuft auftreten, werden die Institute darauf hingewiesen und
aufgefordert, die auftretenden Probleme zu beheben.

Marco Lierfeld

unread,
Mar 22, 2006, 1:13:50 AM3/22/06
to
Am Tue, 21 Mar 2006 23:31:31 +0100 schrieb rwthstudent:

> peinlich peinlich...da sieht man mal wie "groß" an unserer "Richtig
> Wichtig Tollen (Elite-)Hochschule" Demokratie und freie Meinungsäußerung
> geschrieben wird
>
> Ich weiß schon, warum ich nicht unter richtigem Namen hier reinposte!

Weil du auch eine öffentliche Evaluierung fürchten würdest? Sorry, aber
du begründest gerade falsch herum.

Grüße,
Marco

Jan Brünsing

unread,
Mar 22, 2006, 2:04:06 AM3/22/06
to

> bevor ich mich so dazu äußere, würde ich leiber mal hören, was die genau
> Begründung des Datzenschutzbeauftragten war. Da ich es für extrem
> wichtig halte, über solche Bedenken nachzudenken.

Herr Görtz antwortete ausführlichst vorgestern per Mail an einen Kollegen
von mir:
*******
Sehr geehrter Herr (Kollege von mir, daher gestrichen),

es stimmt, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten auf der
Internet-Seitte meinprof.de ohne Rechtsgrundlage oder persönliche
Einwilligung der Betroffenen gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen
verstößt.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Görtz

*****

Und die Original-Mail der Seite, bzw. des Betreibers:

Wir wurden vom Datenschutzbeauftragten der RWTH Aachen, Herrn Hans Görtz
dazu gezwungen den Eintrag der RWTH von der Seite zu nehmen.
Wir sind darüber natürlich nicht glücklich und versuchen jetzt die
rechtliche Lage zu klären. Leider sind unsere finanziellen Mittel als
studentischer Verein nicht ausreichend, um es auf eine gerichtliche
Auseinandersetzung ankommen zu lassen.

Vielleicht könnt ihr Herrn Görtz euren Unmut über diese Entscheidung
zukommen lassen?! Ausserdem wäre es hilfreich Professoren an der RWTH zu
finden, die MeinProf.de gut finden und sich diese Entscheidung von oben
nicht gefallen lassen wollen.

Gruss,
Jonathan Weiss
MeinProf.de Team


rwthstudent

unread,
Mar 22, 2006, 2:19:56 AM3/22/06
to
NEIN! Das ist NICHT der Grund. Jeder Prof kann meine Kritik lesen, und
wem es nicht passt und mir Steine in den Weg legen möchte, braucht nur
im Computer die Matrikelnummer nachschauen.
Das ist zugegebenerweise etwas paranoid, aber leider hat diese
Hochschule schon lange diesen Eindruck bei mir hinterlassen. Schon
allein, dass einige Profs der Veröffentlichung der Ergebnisse der
internen Evaluierung nicht zustimmen, weil sie schlecht bewertet wurden
- und das meist zu Recht!!!
Das erweckt den Eindruck, dass es hier nicht so ganz demokratisch und
fair zugeht und bevor ich Schwierigkeiten bekomme, gehe ich einen
sichereren Weg! Aus und vorbei!

Martin Zekorn

unread,
Mar 22, 2006, 2:40:40 AM3/22/06
to

Jan Brünsing schrieb:

Sehr albern, dass die RWTH meint, dass sie dort nichtmehr gelistet
werden will.
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
Aber über den Sinn und Unsinn der genannten Internetseite ließe sich
auch sehr streiten, in meinen Augen

Grüße
Martin

Message has been deleted

Torsten Bronger

unread,
Mar 22, 2006, 2:46:46 AM3/22/06
to
Hallöchen!

"Jan Brünsing" <jan.br...@rwth-aachen.de> writes:

> [...]


>
> Herr Görtz antwortete ausführlichst vorgestern per Mail an einen Kollegen
> von mir:
> *******
> Sehr geehrter Herr (Kollege von mir, daher gestrichen),
>
> es stimmt, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten auf der
> Internet-Seitte meinprof.de ohne Rechtsgrundlage oder persönliche
> Einwilligung der Betroffenen gegen datenschutzrechtliche
> Bestimmungen verstößt.

Stimmt, man kann Vornamen Nachnamen und Titel zuordnen. Ferner
bekommt man raus, auf welcher Uni sie welchen Kurs geben. Skandal!

Tschö,
Torsten.

--
Torsten Bronger, aquisgrana, europa vetus ICQ 264-296-646

Daniel Neider

unread,
Mar 22, 2006, 3:14:59 AM3/22/06
to
rwthstudent schrieb:
> [...]

> Das ist zugegebenerweise etwas paranoid, aber leider hat diese
> Hochschule schon lange diesen Eindruck bei mir hinterlassen. Schon
> allein, dass einige Profs der Veröffentlichung der Ergebnisse der
> internen Evaluierung nicht zustimmen, weil sie schlecht bewertet wurden
> - und das meist zu Recht!!!
> Das erweckt den Eindruck, dass es hier nicht so ganz demokratisch und
> fair zugeht [...]

Wie wäre es, wenn du mal deinen Campus-Office-Auszug in Netz stellen
würdest, damit alle sehen können wie die Profs. dich bewertet haben?
Müsste dann doch irgendwie gleiches Recht für alle gelten?

Matthias Botzen

unread,
Mar 22, 2006, 3:22:39 AM3/22/06
to
Philipp Lennartz schrieb:

>
> Die Dozenten _sind_ dazu aufgefordert, die Ergebnisse der offiziellen
> Evaluierung zu veröffentlichen. Viele tun dies auch z.B. durch ein
> kurzes Statement in der Vorlesung/Übung, die gesamte Auswertung wird
> jedoch meist nicht veröffentlicht.
> Die Studierenden sollten den Dozenten auch auf die Finger schauen und
> sie dazu auffordern, Stellung zur Evaluierung zu nehmen, wenn diese es
> nicht von sich aus tun.

AFAIK _sollen_ die Prof die Ergebnisse in der Vorlesung besprechen. Aber
ich hätte erne, dass aus diesem sollen ein _müssen_ wird. Und dieses
müssen auch noch ausgeweitet wird, in dem sie im Internet für alle
(zukünftigen) Studierenden einsehbar sind.

>
> Die Evaluierung ist nicht nur dafür da, dass die Dozenten sich damit die
> Wände tapezieren können oder selbst auf die Schulter klopfen, wenn's
> "gut gelaufen" ist. Die werden schon ausgewertet und wenn Beschwerden
> gehäuft auftreten, werden die Institute darauf hingewiesen und
> aufgefordert, die auftretenden Probleme zu beheben.

Letzteres war mir so nicht bewußt, aber shcön zu hören.

mfg
matthias

rwthstudent

unread,
Mar 22, 2006, 3:31:04 AM3/22/06
to

Hätte ich kein Problem mit, interessiert nur keinen. Wenn man als Prof
schlecht bewertet wird, dann muss man auch dazu stehen. Bei meinen Noten
geht es allenfalls um mich selbst, aber ein Prof ist mMn verantwortlich
für die Entwicklung des Standorts Deutschland.
Ich verstehe immer diese Geheimniskrämerei hier nicht. Genauso bei
unseren Managern, die auf Teufel komm raus nicht ihre Gehaltlisten
offenlegen wollen. Heißt für mich auch nur, dass denen das peinlich ist
und sie selbst der Meinung sind, dass ihre Arbeit und ihr Verdienst
nicht in einem gesunden Verhältnis stehen.
Naja, das führt zu weit. Was ich nur sagen will: Aufhören mit dieser
Heimlichtuerei. Mehr Offenheit! Nicht nur an der Uni!!! Deutschland hat
hier leider das Geheimniskrämer-Gen..irgendwie...
Wenn das schon so wäre, bräuchte ich mich auch nicht verstecken ...

Torsten Bronger

unread,
Mar 22, 2006, 3:45:18 AM3/22/06
to
Hallöchen!

rwthstudent <elekt...@quantentunnel.de> writes:

> [...]
>
> [...] Wenn man als Prof schlecht bewertet wird, dann muss man auch
> dazu stehen.

Sagt einer, der hier quasi als einziger in der Gruppe anonym postet.
Es gibt Situationen, da ist für jedermann nachvollziehbar, daß man
anonym bleiben will. Diese Diskussion hier -- wie fast alle im
Usenet -- gehört nicht dazu.

rwthstudent

unread,
Mar 22, 2006, 4:02:50 AM3/22/06
to
Torsten Bronger wrote:
> Hallöchen!
>
> rwthstudent <elekt...@quantentunnel.de> writes:
>
>> [...]
>>
>> [...] Wenn man als Prof schlecht bewertet wird, dann muss man auch
>> dazu stehen.
>
> Sagt einer, der hier quasi als einziger in der Gruppe anonym postet.
> Es gibt Situationen, da ist für jedermann nachvollziehbar, daß man
> anonym bleiben will. Diese Diskussion hier -- wie fast alle im
> Usenet -- gehört nicht dazu.
>
> Tschö,
> Torsten.
>
immer diese moralische Keule hier, die immer von einigen hier rausgeholt
wird. Wie gesagt, ich habe meine Gründe .....

Hanno Vieten

unread,
Mar 22, 2006, 4:38:06 AM3/22/06
to
Daniel Neider schrieb:

Nun ja, da wir mit Steuern (und demnächst auch Studiengebühren) die
Lehre und ihre Evaluierung bezahlen, haben wir m.E. durchaus ein Anrecht
darauf, die Ergebnisse zu erfahren. Mich wundert schon, warum sich da
einige so querstellen. Hat mal jemand gefragt und eine Begründung dafür
genannt bekommen?

Hanno Vieten

unread,
Mar 22, 2006, 4:46:50 AM3/22/06
to
Jan Wegner schrieb:
> Ich bin froh, daß wir raus sind. Die Seite ist mir auf die Nerven
> gegangen und hatte aufgrund der Meßmethoden praktisch keinen realen
> Nutzwert.Besonders lustig fand ich es auch nicht. Insgesamt eher
> unwürdig, von dem Datenschutzargument mal ganz zu schweigen.

Was den Datenschutz angeht, kann ich der Begründung nicht folgen. Die
personenbezogenen Daten, die man auf der Seite finden konnte, sind
allesamt auch auf Seiten der RWTH öffentlich zugänglich. Demnach müsste
der Datenschutzbeauftragte erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren
und den Zugang zu Campus sowie den Lehrstuhlseiten stark einschränken
bzw. evtl. gleich die Angaben löschen, welcher Prof. welche Vorlesung
hält! Dann gibt es halt zu Beginn jeden Semesters die Überraschung für
die Studenten. Ach, und der Zugang zu den Vorlesungen muss auch streng
kontrolliert werden, damit niemand mehr einfach so reinspazieren und
erfahren kann, um welchen Prof. es sich handelt. Sollte einer der
berechtigten Hörer ausplaudern, wird ihm der Verfassungsschutz wegen
Geheimnisverrat auf den Hals gehetzt! ;-)

Mal ehrlich: Was kann der Datenschutzbeauftragte meinen? Es kann doch
nicht sein, dass ihn die bloße Nennung von Kurs und Dozent stört!? Das
wirkt dann doch eher vorgeschoben...

Simon Gabriel

unread,
Mar 22, 2006, 6:28:15 AM3/22/06
to
Hallo,
für alle die es nicht wissen: auch die RWTH führt eine Evaluation der
Lehre durch, welche auch eine Veröffentlichung der Ergebnisse vorschreibt
[1]. Dummerweise findet diese nur alle fünf Jahre statt und in manchen
Fachbereichen wurde sie jetzt das erste mal durchgeführt.
Es gibt allerdings in einigen Fachbereichen eine regelmässige interne
Evaluation, bei welcher die Veröffentlichung allerdings im FB6 auf
Freiwilligkeit der Dozenten beruht, da sie durch keine Rechtsvorschrift
angeordnet ist (§4 BDSG).
Im Gegensatz zu subjektiven Meinungsäußerungen, wie bei MeinProf.de,
werden hier aber auch Maßnahmen vereinbart und umgesetzt. Man beachte nur
die Veränderungen, welche das Grundstudium der E-Technik in den letzten
fünf Jahren erfahren hat.
Generell stehe Ich allen selbsternannten "Rittern der Verbesserung der
Lehre" wie "meinprof.de", "Don Ostrakon", "Dooyoo.de" und Konsorten
kritisch gegenüber, da sie hauptsächlich nur subjektive Meinungen, welche
auf persönlichen Einzelschicksalen beruhen, beinhalten und nicht
repräsentativ sind.

Hier noch ein Auszug aus dem Bundesdatenschutzgesetz:

§3 Weitere Begriffsbestimmungen

(1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über
_persönliche_ oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten
oder bestimmbaren natürlichen Person (Betroffener).
(2) ...
(3) Erheben ist das Beschaffen von Daten über den
Betroffenen.
...

§4 Zulässigkeit der Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung

(1) Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personen-
bezogener Daten sind nur zulässig, soweit dieses Gesetz
oder eine andere Rechtsvorschrift dies erlaubt oder
anordnet oder der Betroffene eingewilligt hat.
...

mfg

Simon

[1] Evaluationsordnung der RWTH, amtl. Bekanntmachung 680
http://www.rwth-aachen.de/zentral/abt11_amtlbekannt_pdfs_680.pdf

Torsten Bronger

unread,
Mar 22, 2006, 6:42:57 AM3/22/06
to
Hallöchen!

"Simon Gabriel" <Simon....@rwth-aachen.xxx> writes:

> [...] Generell stehe Ich allen selbsternannten "Rittern der


> Verbesserung der Lehre" wie "meinprof.de", "Don Ostrakon",
> "Dooyoo.de" und Konsorten kritisch gegenüber, da sie hauptsächlich
> nur subjektive Meinungen, welche auf persönlichen
> Einzelschicksalen beruhen, beinhalten und nicht repräsentativ
> sind.

Richtig.

> Hier noch ein Auszug aus dem Bundesdatenschutzgesetz:
>
> §3 Weitere Begriffsbestimmungen
>
> (1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über _persönliche_
> oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren
> natürlichen Person (Betroffener).

Ein Glück, daß ich kein Jurist geworden bin. Was soll denn diese
Aussage? Wenn ich dann öffentlich sage "Ich fand Oberschelps
Vorlesung scheiße", habe ich dann bereits eine Einzelangabe über ein
sachliches Verhältnis des Betroffenen gemacht?

Wenn nicht, dann ich auch eine Mittelung über solche Einzelangaben
kein Verstoß.

Philipp Lennartz

unread,
Mar 22, 2006, 6:51:42 AM3/22/06
to
Simon Gabriel schrieb:

> Es gibt allerdings in einigen Fachbereichen eine regelmässige interne
> Evaluation, bei welcher die Veröffentlichung allerdings im FB6 auf
> Freiwilligkeit der Dozenten beruht, da sie durch keine Rechtsvorschrift
> angeordnet ist (§4 BDSG).

Im FB4 findet die Evaluierung seit dem WS 03/04 jedes Semester statt.
Die Ergebnisse werden dann an die Institute und die
Evaluierungskommission [1] weitergegeben.

Ich zitiere mich mal eben selbst :)


"Die Dozenten _sind_ dazu aufgefordert, die Ergebnisse der offiziellen
Evaluierung zu veröffentlichen. Viele tun dies auch z.B. durch ein
kurzes Statement in der Vorlesung/Übung, die gesamte Auswertung wird
jedoch meist nicht veröffentlicht.
Die Studierenden sollten den Dozenten auch auf die Finger schauen und
sie dazu auffordern, Stellung zur Evaluierung zu nehmen, wenn diese es
nicht von sich aus tun."

--
[1] "Evaluierungskommission: Das Hauptziel der Evaluierungskommission
besteht darin, Verbesserungen in Studium und Lehre zu erzielen. Sie
analysiert dazu u.a die studentischen Lehrveranstaltungsbefragungen in
jedem Semester. Dabei werden bei Bedarf konkrete Maßnahmen zur
Verbesserung beschlossen. Die Dozenten werden dann über die sie
betreffenden Maßnahmen informiert und werden gebeten, diese umzusetzen."
(http://www.fb4.rwth-aachen.de/index.php?id=64&L=1)

Simon Gabriel

unread,
Mar 22, 2006, 7:11:02 AM3/22/06
to
Am 22.03.2006, 12:42 Uhr, schrieb Torsten Bronger
<bro...@physik.rwth-aachen.de>:

> ...


>> Hier noch ein Auszug aus dem Bundesdatenschutzgesetz:
>>
>> §3 Weitere Begriffsbestimmungen
>>
>> (1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über _persönliche_
>> oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren
>> natürlichen Person (Betroffener).
>
> Ein Glück, daß ich kein Jurist geworden bin. Was soll denn diese
> Aussage? Wenn ich dann öffentlich sage "Ich fand Oberschelps
> Vorlesung scheiße", habe ich dann bereits eine Einzelangabe über ein
> sachliches Verhältnis des Betroffenen gemacht?
>
> Wenn nicht, dann ich auch eine Mittelung über solche Einzelangaben
> kein Verstoß.
>
> Tschö,
> Torsten.
>

§3, Absatz 3 BDSG:


(3) Erheben ist das Beschaffen von Daten über den
Betroffenen.

Die Leute von meinprof.de haben die Daten durch ihr Formular beschafft und
damit die Daten ohne Gesetzliche Erlaubnis/Anordnung oder die Einwilligung
der Betroffenen erhoben. Wenn alle Studierenden auf ihren eigenen
Homepages ihre persönlicher Meinung über ihre Dozenten kundtun, dann ist
das freie Meinungsäußerung und somit kein Fall für den
Datenschutzbeauftragten der RWTH.

Mahlzeit,

Simon

Torsten Bronger

unread,
Mar 22, 2006, 7:28:38 AM3/22/06
to
Hallöchen!

"Simon Gabriel" <Simon....@rwth-aachen.xxx> writes:

> [...]
>


> §3, Absatz 3 BDSG:
> (3) Erheben ist das Beschaffen von Daten über den
> Betroffenen.
>
> Die Leute von meinprof.de haben die Daten durch ihr Formular
> beschafft und damit die Daten ohne Gesetzliche Erlaubnis/Anordnung
> oder die Einwilligung der Betroffenen erhoben.

Die Daten sind allesamt öffentlich. Im übrigen würde sich dann
jedes Webforum, das mich bittet, zu posten, daß ich X bei Y gehört
habe, gegen den Datenschutz verstoßen.

Niklas Zimmermann

unread,
Mar 22, 2006, 8:03:52 AM3/22/06
to
Moin!

rwthstudent wrote the following on 22.03.2006 08:19:
> Schon
> allein, dass einige Profs der Veröffentlichung der Ergebnisse der
> internen Evaluierung nicht zustimmen, weil sie schlecht bewertet wurden
> - und das meist zu Recht!!!

Da ich im FB6 mal als studentischer Vertreter an der internen Evaluation
mitgearbeitet habe, kann ich berichten, dass nicht alle Professoren, die
gegen eine Veröffentlichung sind auch schlechte Evaluationsergebnisse
haben. Es gibt im Gegenteil sogar einzelne Professoren, deren
Veranstaltungen in der Evaluation sehr gut bewertet wurden, die aber aus
Prinzip gegen eine Veröffentlichung der Ergebnisse sind.

Viele Grüße
Niklas

Martin Henze

unread,
Mar 22, 2006, 9:02:16 AM3/22/06
to
Simon Gabriel schrieb:

>
> §3 Weitere Begriffsbestimmungen
>
> (1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über
> _persönliche_ oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten
> oder bestimmbaren natürlichen Person (Betroffener).
> (2) ...
> (3) Erheben ist das Beschaffen von Daten über den
> Betroffenen.
> ...
>
> §4 Zulässigkeit der Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung
>
> (1) Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personen-
> bezogener Daten sind nur zulässig, soweit dieses Gesetz
> oder eine andere Rechtsvorschrift dies erlaubt oder
> anordnet oder der Betroffene eingewilligt hat.
> ...

Das heißt, wenn meinprof.de die Daten nur über die Veranstaltung _nur_
über die Veranstaltung erheben würde und die Lehrenden außen vor lassen
würde, wäre das kein Problem mehr?
Also wenn man die Veranstaltung "Lineare Algebra I im WS 05/06 an der
RWTH Aachen" bewerten kann ist das O.K., solange meinprof.de keine
Angabe darüber macht, dass Prof. Hiß die Vorlesung gehalten hat?

Christian Mohammad

unread,
Mar 22, 2006, 9:02:35 AM3/22/06
to

Hanno Vieten schrieb:

>
> Was den Datenschutz angeht, kann ich der Begründung nicht folgen. Die
> personenbezogenen Daten, die man auf der Seite finden konnte, sind
> allesamt auch auf Seiten der RWTH öffentlich zugänglich. Demnach müsste
> der Datenschutzbeauftragte erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren
> und den Zugang zu Campus sowie den Lehrstuhlseiten stark einschränken
> bzw. evtl. gleich die Angaben löschen, welcher Prof. welche Vorlesung
> hält! Dann gibt es halt zu Beginn jeden Semesters die Überraschung für
> die Studenten. Ach, und der Zugang zu den Vorlesungen muss auch streng
> kontrolliert werden, damit niemand mehr einfach so reinspazieren und
> erfahren kann, um welchen Prof. es sich handelt. Sollte einer der
> berechtigten Hörer ausplaudern, wird ihm der Verfassungsschutz wegen
> Geheimnisverrat auf den Hals gehetzt! ;-)
>
> Mal ehrlich: Was kann der Datenschutzbeauftragte meinen? Es kann doch
> nicht sein, dass ihn die bloße Nennung von Kurs und Dozent stört!? Das
> wirkt dann doch eher vorgeschoben...

Ich schrieb Herrn Görtz, dem Datenschutzbeauftragten, diesbezüglich
bereits vor einigen Tagen und habe versucht, ebendies herauszufinden,
hier seine Antwort:

"Sehr geehrter Herr Shanti Mohammad,

es wurden ja nicht nur die Namen der Professoren veröffentlicht,
sondern auch personenbeziehbare Daten in Form von Bewertungskriterien
(Fairness, Unterstützung, Verständlichkeit, Spaß, Interesse etc.).
Diese Verarbeitung der Daten ohne Rechtsgrundlage oder persönliche
Einwilligung der Betroffenen verstößt gegen datenschutzrechtliche
Bestimmungen. Dies ist kein Vorwand, sondern ein Einwand - so wie ich
bereits in mehreren Fällen (mit Erfolg) Einwände erhoben habe, wenn
Daten von Studierenden datenschutzwidrig verarbeitet wurden.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Görtz"
(ungekürzt)

Tim Cramer

unread,
Mar 22, 2006, 9:59:00 AM3/22/06
to
Am Wed, 22 Mar 2006 12:28:15 +0100 schrieb Simon Gabriel
<Simon....@rwth-aachen.xxx>:

> Im Gegensatz zu subjektiven Meinungsäußerungen, wie bei MeinProf.de,

> werden hier aber auch Maßnahmenvereinbart und umgesetzt. Man beachte nur
> die Veränderungen, welche das Grundstudium der E-Technikin den letzten

> fünf Jahren erfahren hat.
> Generell stehe Ich allen selbsternannten "Rittern der Verbesserung der
> Lehre" wie "meinprof.de","Don Ostrakon", "Dooyoo.de" und Konsorten

> kritisch gegenüber, da sie hauptsächlich nur subjektiveMeinungen, welche

> auf persönlichen Einzelschicksalen beruhen, beinhalten und nicht
> repräsentativsind.


Genau diese subjektive Meinungsäußerungen haben mich bei MeinProf.de
interessiert. Natürlich ist das nicht representativ, und das sollte man
auch mitbedenken. Ich finde es trotzdem schade, dass die Zensur hier
zugeschlagen hat...

rwthstudent

unread,
Mar 22, 2006, 10:37:51 AM3/22/06
to
meine Rede ... da haben nur einige Angst, dass herauskommt wie hier
gelehrt wird, was für eine Knochenmühle die RWTH ist. Aber ich denke das
sollte mal ruhig rauskommen!
Message has been deleted

rwthstudent

unread,
Mar 22, 2006, 11:05:44 AM3/22/06
to
Jan Wegner wrote:
> lol Junge, das weiß JEDER, auch außerhalb Aachens...
>
dann sollte das in den Uni-Rankings auch mal stehen. Ich wünsch mir mal
ein Uni-Ranking, wo die STUDENTEN bewerten, nicht die Wirtschaft.
Wo dann auch steht "VORSICHT KNOCHENMÜHLE! Hier werden menschliche
Wracks gemacht!"

Max Tautenhahn

unread,
Mar 22, 2006, 11:07:39 AM3/22/06
to
Ich halte die Aktion für einen plumpen Versuch einen drohenden
Rufschaden abzuwenden. Anders ist das nicht zu erklären. Man versucht
offenbar die Leute von meinprof.de mit irgendwelchem
Datenschutz-Hokuspokus einzuschüchtern. Auch wenn die Seite für eine
"echte" Evaluierung nicht geeignet ist, so reicht es ja schon, wenn nur
genug frustrierte Studenten im Vordiplom dort ihrem Ärger Luft machen.
Das bedeutet allerdings, dass die Leute von der RWTH sich der Schwächen
der eigenen Lehre durchaus bewusst sind und das sollte uns zu denken geben.

rwthstudent

unread,
Mar 22, 2006, 11:10:28 AM3/22/06
to
ZUSTIMMUNG !!!!

Daniel Neider

unread,
Mar 22, 2006, 11:09:28 AM3/22/06
to
rwthstudent schrieb:

Gabs da nichtmal was von McKinsey und Spiegel, die die Studenten befragt
haben? Das ist doch damals sowas von in die Hose gegangen ....

Daniel Neider

unread,
Mar 22, 2006, 11:11:04 AM3/22/06
to
Max Tautenhahn schrieb:
> [...] Auch wenn die Seite für eine

> "echte" Evaluierung nicht geeignet ist, so reicht es ja schon, wenn nur
> genug frustrierte Studenten im Vordiplom dort ihrem Ärger Luft machen.
> Das bedeutet allerdings, dass die Leute von der RWTH sich der Schwächen
> der eigenen Lehre durchaus bewusst sind und das sollte uns zu denken geben.

Also suchst du dir die Uni aus, an der die wenigsten Beschwerden
drinstehen oder wie?

rwthstudent

unread,
Mar 22, 2006, 11:13:53 AM3/22/06
to
weiss nicht...wann war das? Ich hab so um 1999/2000 die Uni-Rankings
verfolgt... würd mich mal interessieren der Artikel
Naja ist ja wohl auch klar warum das in die Hose gegangen ist *gg*

Simon Gabriel

unread,
Mar 22, 2006, 11:17:40 AM3/22/06
to
Hallo,
Am 22.03.2006, 13:28 Uhr, schrieb Torsten Bronger
<bro...@physik.rwth-aachen.de>:

> ...
>


> Die Daten sind allesamt öffentlich. Im übrigen würde sich dann
> jedes Webforum, das mich bittet, zu posten, daß ich X bei Y gehört
> habe, gegen den Datenschutz verstoßen.
>
> Tschö,
> Torsten.

Ich hatte extra versucht den Punkt persönliche Verhältnisse hervorzuheben.
Ob die Motivation oder der Vortragsstil dazu gehören wäre zu prüfen.

§3 Weitere Begriffsbestimmungen

(1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über _persönliche_
oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren
natürlichen Person (Betroffener).

mfg,

Simon

Simon Gabriel

unread,
Mar 22, 2006, 11:20:26 AM3/22/06
to
Am 22.03.2006, 15:02 Uhr, schrieb Martin Henze
<Martin...@rwth-aachen.de>:

> Simon Gabriel schrieb:
>> §3 Weitere Begriffsbestimmungen
>> (1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über
>> _persönliche_ oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten
>> oder bestimmbaren natürlichen Person (Betroffener).
>> (2) ...
>

> Das heißt, wenn meinprof.de die Daten nur über die Veranstaltung _nur_
> über die Veranstaltung erheben würde und die Lehrenden außen vor lassen
> würde, wäre das kein Problem mehr?
> Also wenn man die Veranstaltung "Lineare Algebra I im WS 05/06 an der
> RWTH Aachen" bewerten kann ist das O.K., solange meinprof.de keine
> Angabe darüber macht, dass Prof. Hiß die Vorlesung gehalten hat?

Nein, denn der Dozent wäre immer noch bestimmbar, somit trifft auch dann
§3, Abs. 1 zu.

Markus Dobel

unread,
Mar 22, 2006, 11:26:07 AM3/22/06
to
Jan Reimes wrote:
> Zitat:
> "MeinProf.de ist eine von der studentischen IT-Beratung Juniter betriebene
> Online-Plattform zur Bewertung von Lehrveranstaltungen an deutschen
> Hochschulen."
>
> Ist also beileibe kein richtiges oder gar ein der TH angehöriges
> Meinungsforschungsinstitut :-)

Dennoch eine nette Plattform mit Potential. Sicher, durch die offene
"Architektur" ist die Qualität der Bewertungen nicht ganz unkritisch zu
betrachten, aber das ist bei Wikis auch der Fall. Es käme aber deshalb
keiner auf die Idee, Wikis deshalb generell nicht ernst zu nehmen.

Und einige Beschäftigten der TH scheinen das Teil offenbar ziemlich
ernst genommen zu haben, anders kann ich mir nicht erklären, warum man
so erpicht darauf ist, aus der Liste genommen zu werden.

> Die Zahlen dort sagen so gut wie gar nichts aus. Habe mal grade
> durchgeschaut, die noch verbliebene FH Aachen bringt es auf durchschnittlich
> knapp 6 Bewertungen pro Professor (Topwert sind 72 Bewertungen). Die Uni
> Bochum ist mit Abstand am häufigsten bewertet worden, aber auch hier sinds
> grad mal durchschnittlich 9 Bewertungen pro Prof.

Die Anzahl der Bewertungen könnte damit zusammenhängen, dass diese Seite
noch verhältnismäßig jung ist. Mit der Zeit könnte die Seite
aussagekräftigere Ergebnisse liefern, aber zumindest für die RWTH ist
das ja nun wirksam verhindert worden.

Gruss, Markus

--
Kewboqrd!Lqwout° Zqs yur Hmlle ist ein Kewboqrd!Lqwout°

Markus Dobel

unread,
Mar 22, 2006, 11:34:25 AM3/22/06
to
Christian Mohammad wrote:
>
> es wurden ja nicht nur die Namen der Professoren veröffentlicht,
> sondern auch personenbeziehbare Daten in Form von Bewertungskriterien
> (Fairness, Unterstützung, Verständlichkeit, Spaß, Interesse etc.).

Oha. Seit wann gehört meine Meinung über irgendjemanden zu dessen
persönlichen Daten?

Lars Otten

unread,
Mar 22, 2006, 12:52:00 PM3/22/06
to
Hallo Namenloser,

On 03/22/06 16:05, rwthstudent wrote:
> [...] Hier werden menschliche Wracks gemacht!"

Ich weiss ja nicht, an wievielen Unis du bisher so studiert hast, aber mein
Eindruck ist, dass es eben diese "menschlichen Wracks" an jeder Uni gibt --
das liegt in der Natur einer Uni. ;) (Wobei ich natuerlich auch nur wenige
Unis persoenlich kennen gelernt habe)

/Lars (der die RWTH nach dem VD verlassen hat und findet, dass er eine gute
Ausbildung erhalten hat)

Max Tautenhahn

unread,
Mar 22, 2006, 11:55:14 AM3/22/06
to

> Also suchst du dir die Uni aus, an der die wenigsten Beschwerden
> drinstehen oder wie?

Ich könnte mir vorstellen, dass einige sich die Uni danach auswählen.
Wie ich meine Uni gewählt habe, darüber schweige ich hier mal. ;-)

Torsten Bronger

unread,
Mar 22, 2006, 12:04:14 PM3/22/06
to
Hallöchen!

"Simon Gabriel" <Simon....@rwth-aachen.xxx> writes:

> Am 22.03.2006, 13:28 Uhr, schrieb Torsten Bronger
> <bro...@physik.rwth-aachen.de>:
>
>> ...
>>
>> Die Daten sind allesamt öffentlich. Im übrigen würde sich dann
>> jedes Webforum, das mich bittet, zu posten, daß ich X bei Y
>> gehört habe, gegen den Datenschutz verstoßen.
>

> Ich hatte extra versucht den Punkt persönliche Verhältnisse
> hervorzuheben. Ob die Motivation oder der Vortragsstil dazu
> gehören wäre zu prüfen.

Nö. Die Frage ist, ob die *Umfrageergebnisse* personenbezogene
Daten sind. Dabei wird allerdings nichts aus der Privatsphäre des
Professors gerissen, sondern lediglich Einschätzungen Außenstehender
dargestellt.

Ich kann mir das daher nicht vorstellen. Ich traue den Juristen
zwar alles zu, aber dann wäre ja jede Politiker-Beliebtheitsumfrage
gesetzeswidrig.

Martin Henze

unread,
Mar 22, 2006, 12:07:14 PM3/22/06
to
Jan Brünsing schrieb:
> Ist es nicht eher peinlich, dass wir als einzige Uni nicht mehr dabei sind?

wenn mich nicht alles täuscht, waren wir sogar eine der aktivsten unis
(auf platz 2 der anzahl von bewertungen) und haben ja auch durchaus
einige der "besten" professoren und kurse gestellt.
das fehlen der rwth _muss_ auffallen und da wird der ein oder andere
seine schlüsse draus ziehen, die sicherlich nicht im interesse der rwth
sein dürften...

Christian Waluga

unread,
Mar 22, 2006, 12:08:48 PM3/22/06
to
Jan Wegner wrote:
> Ich bin froh, daß wir raus sind. Die Seite ist mir auf die Nerven
> gegangen und hatte aufgrund der Meßmethoden praktisch keinen realen
> Nutzwert.

Meine Meinung! Die ganze Sache ist auch zu einfach manipulierbar. Wenn
jemand eine 5 in Mechanik schreibt, dann kann derjenige an einem
Nachmittag die Vorlesung in den Keller voten.

Gruß, Christian

Simon Gabriel

unread,
Mar 22, 2006, 12:14:52 PM3/22/06
to
Hallo,
Am 22.03.2006, 18:04 Uhr, schrieb Torsten Bronger
<bro...@physik.rwth-aachen.de>:

> ...
>


> Nö. Die Frage ist, ob die *Umfrageergebnisse* personenbezogene
> Daten sind. Dabei wird allerdings nichts aus der Privatsphäre des
> Professors gerissen, sondern lediglich Einschätzungen Außenstehender
> dargestellt.
>
> Ich kann mir das daher nicht vorstellen. Ich traue den Juristen
> zwar alles zu, aber dann wäre ja jede Politiker-Beliebtheitsumfrage
> gesetzeswidrig.
>
> Tschö,
> Torsten.
>

Endgültig können wir das hier nicht klären, da muss wohl ein Gericht
herhalten. Ich habe in der FS E-Technik auch mal vegeblich nach einem Weg
gesucht die Professoren zur Veröffentlichung der Ergebnisse zu
verpflichten.

Bei Politikern sieht das aber aufgrund des öffentlichen Interesses an
ihrer Arbeit sicher anders aus.

Salut

Simon

Martin Henze

unread,
Mar 22, 2006, 12:18:10 PM3/22/06
to
Simon Gabriel schrieb:

> Bei Politikern sieht das aber aufgrund des öffentlichen Interesses an
> ihrer Arbeit sicher anders aus.
Gibt es kein öffentliches Interesse an der Arbeit der Professoren?
Schließlich werde die Professoren doch von der Öffentlichkeit bezahlt!

Simon Gabriel

unread,
Mar 22, 2006, 12:19:16 PM3/22/06
to
Hallo,
Am 22.03.2006, 15:59 Uhr, schrieb Tim Cramer
<NOSPAM_T...@rwth-aachen.de>:

> ...


> Genau diese subjektive Meinungsäußerungen haben mich bei MeinProf.de

> interessiert. [...]

Diese subjektiven Meinungen bekommt man ganz einfach mit, indem man die
Vorlesungen besucht und sich mit Kommilitonen unterhält. Dafür brauche Ich
kein Internetportal.

Gruß,

Simon

Ulrich Nolten

unread,
Mar 22, 2006, 12:28:09 PM3/22/06
to
Markus Dobel wrote:

> Oha. Seit wann gehört meine Meinung über irgendjemanden zu dessen
> persönlichen Daten?
>
> Gruss, Markus

Hallo,

ich kann die Professoren auch verstehen. Stellt euch einmal vor, ihr
wollt euch vielleicht auch irgendwo anders einmal bewerben und euer
neuer Arbeitgeber erkundigt sich über euch. Und dabei stößt er auf diese
Seite, auf der solche Bewertungen stehen, die in keinstem Maße objektiv
sind.
Nach Durchsicht der Seite habe ich nämlich bei einigen Professoren auch
sehr rüde Beschimpfungen gesehen, die eher darauf zurückzuführen sind,
dass der/die jenige gerade durch eine Klausur bei entsprechendem Prof.
gefallen ist als auf eine objektive Bewertung. Und unter dem Deckmantel
der Anonymität ist man natürlich auch eher bereit, so etwas zu
schreiben. Daher habe ich gar keine gute Meinung über diese Seite!!!

Und ich würde mir solche Beschimpfungen auch nicht bieten lassen. Da
würde ich auch für sorgen, dass so etwas nicht für jeden zugänglich ist.
Das passiert nach gewissen Zeitungsmeldungen ja auch. Da muss dann eine
Gegendarstellung her. Es gibt schließlich auch Punkte, wo die freie
Meinungsäußerung endet!!!

Und um so etwas vorzubeugen, hat die RWTH eben gehandelt. Und ich finde,
das sollte man akzeptieren. Dafür ist ein Datenschutzbeauftragter auch da.

Gruß,

Uli

Matthias Botzen

unread,
Mar 22, 2006, 12:54:44 PM3/22/06
to
rwthstudent schrieb:

> Daniel Neider wrote:
>
>>
>> Gabs da nichtmal was von McKinsey und Spiegel, die die Studenten befragt
>> haben? Das ist doch damals sowas von in die Hose gegangen ....
>
> weiss nicht...wann war das?

Ich meine voriges Jahr.

> Ich hab so um 1999/2000 die Uni-Rankings
> verfolgt... würd mich mal interessieren der Artikel
> Naja ist ja wohl auch klar warum das in die Hose gegangen ist *gg*

Ich weiß nicht genau was Daniel meint. Aber das Ranking, sit auch
deshalb in die Hose gegangen, weil es einfach total mies ausgewertet wurde.


Im übrigen bin ich ja durchaus dafür die Hochschule zu kritisieren und
immer wieder Verbesserungen zu fordern. Aber die Leute, die immer nur
lautstark _alles_ kritisieren und kein gutes Haar an der RWTH machen
kann ich nicht verstehen. Denn erstens sind es seltenst die Leute, die
auch wirklich bereit sind sich für eine Verbesserung (in den
verschiedensten Gremien und bei anderen Möglichkeiten) einzusetzen. Und
zweitens, wenn die RWTH nun echt so furchtbar ist, warum wechselt man
nicht einfach die Hochschule. Es gibt nun doch wahrlich genug in
Deutschland.

mfg
matthias

--
[...]und über allem erhob sich eine pilzförmige Wolke. Dies geschah in
einer Welt, die vom grausamsten aller Götter, REALPOLITIK, geschaffen
worden war.
Illuminatus!-Der goldene Apfel, Shea&Wilson

Matthias Botzen

unread,
Mar 22, 2006, 12:58:18 PM3/22/06
to
rwthstudent schrieb:

Ich finde es hochgradig unverschämt, wie hier dem
Datenschutzbeauftragten der RWTH unterstellt wird, er würde politische
Ziele mit seiner Tätigkeit verfolgen.

1. Habt ihr dafür überhaupt kein Indiz.
2. Wird damit absolut sinnlos an einer Person gesägt, die IMHO äußerst
wichtig ist. Auch und gerade für die Studierenden.

Marc 'HE' Brockschmidt

unread,
Mar 22, 2006, 1:40:00 PM3/22/06
to
"Jan Brünsing" <jan.br...@rwth-aachen.de> wrote:
>> bevor ich mich so dazu äußere, würde ich leiber mal hören, was die genau
>> Begründung des Datzenschutzbeauftragten war. Da ich es für extrem
>> wichtig halte, über solche Bedenken nachzudenken.
> Herr Görtz antwortete ausführlichst vorgestern per Mail an einen Kollegen
> von mir:
> *******
> Sehr geehrter Herr (Kollege von mir, daher gestrichen),
>
> es stimmt, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten auf der
> Internet-Seitte meinprof.de ohne Rechtsgrundlage oder persönliche
> Einwilligung der Betroffenen gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen
> verstößt.

Ich sehe jetzt ehrlich nicht, in welcher Form hier personenbezogene
Daten verarbeitet werden, die irgendeines Schutzes bedürfen. Ich bin
frei, als Student meine Meinung zu äußern, dass ich Professor XY für
(ganz toll|einschläfernd|Beleidigung meines Intellekts|begeisternd)
halte. Solange ich nicht behaupte, dass meine Meinung objektiv
begründbar ist, darf es da keinen Streß geben (da es ein Grundrecht
ist). [1]

Natürlich darf die RWTH verhindern, dass so etwas auf von ihr
kontrollierten Seiten stattfindet. Warum aber der Datenschutzbeauftrage
(!) die als subjektiv gekennzeichnete Meinungsäußerung von Studenten auf
Seiten Dritter verhindert ist mir unklar. IANAL, aber ich habe meine
ernsthaften Zweifel, dass dies vor Gericht haltbar ist. Leider sind wohl
die Macher von meinprof.de nicht gewillt, dies bis zum Ende
durchzuführen (und haben wohl wirklich besseres mit ihrer Zeit zu tun).

Ich werde mal schauen, ob man nicht vielleicht eine gewisse
Öffentlichkeit für diese zumindest seltsame Beschränkung in das Recht der
Meinungsäußerung der Studenten schaffen kann. Selbst wenn die RWTH sich
damit im Rahmen des Gesetzes bewegt, ist es nicht gerade amüsant, dass
sie es für nötig befindet, sowohl negative als auch positive Kommentare
zur Lehre verschwinden zu lassen. Es spricht jedenfalls nicht für
Selbstvertrauen in den immer wieder betonten Status einer Elite-Uni mit
hervorragender Lehre.

Marc

[1] Zu bemerken bleibt, dass der Unterschied zwischen "Ich finde XY
scheiße" und "XY ist scheiße" natürlich enorm ist. Ersteres ist
eine Meinungsäußerung, letztere eine Tatsachenbehauptung, die man
belegen können muss.

strutz

unread,
Mar 22, 2006, 1:51:18 PM3/22/06
to
Philipp Lennartz schrieb:
>
> Verstößt das nicht gegen unser Recht auf freie Meinungsäußerung?
>
>

Art. 5 Abs. 1 GG besagt das prinzipiell. Das ganze wird jedoch durch den
Abs. 2 desselben Artikels wieder eingeschränkt.

strutz

unread,
Mar 22, 2006, 1:58:54 PM3/22/06
to
rwthstudent schrieb:
> Ich verstehe immer diese Geheimniskrämerei hier nicht. Genauso bei
> unseren Managern, die auf Teufel komm raus nicht ihre Gehaltlisten
> offenlegen wollen. Heißt für mich auch nur, dass denen das peinlich ist
> und sie selbst der Meinung sind, dass ihre Arbeit und ihr Verdienst
> nicht in einem gesunden Verhältnis stehen.
>

Das ist so nicht richtig. In jedem Geschäftsbericht (den man sich
kostenlos zukommen lassen kann) sind die Gehälter von Vorständen
veröffentlicht.

Und das mit der Arbeit und dem Verdienst ist lächerlich. Ich hätte auch
keine Lust ständig angefeindet zu werden und nichts als puren Neid zu
spüren zu bekommen, nur weil mein Jahresgehalt im 7 bis 8 stelligen
Bereich liegt.

Und es komme mir jetzt bitte keiner mit: "´ne Million für nen Vorstand
ist viel zu viel!"
Bei ner Top-Ausbildung, großer Verantwortung (bei ner AG zumeist für
mehrere hundert Angestellte), einer 70 Stunden Woche und mit der
Aussicht nach einem einmaligen Scheitern nie wieder nen Job zu bekommen
ist ein Millionen Gehalt auf einige Jahre (bei Vorständen i.d.R. 5)
durchaus mehr als in Ordnung.

Thomas Dederichs

unread,
Mar 22, 2006, 2:01:31 PM3/22/06
to
Hanno Vieten schrieb:
> Nun ja, da wir mit Steuern (und demnächst auch Studiengebühren) die
> Lehre und ihre Evaluierung bezahlen, haben wir m.E. durchaus ein Anrecht
> darauf, die Ergebnisse zu erfahren. Mich wundert schon, warum sich da
> einige so querstellen. Hat mal jemand gefragt und eine Begründung dafür
> genannt bekommen?

Wir bezahlen mit unseren Steuern (falls einer von uns überhaupt welche
zahlt) ja auch Gefängnisse und Autobahnpolizisten. Sollten dann nicht
auch Seiten eingerichtet werden, wo Knackis Ihre Zellen und Raser Ihre
letzte Verkehrskontrolle bewerten können?
Ich denke es liegt in der Natur der Sache, wenn Studenten Ihre
Professoren oder Schüler Ihre Lehrer mal schlecht bewerten. Aber wenn
ich mir vorstellen würde, es gäbe eine Seite wo meine Arbeitgeber,
Lehrer, Professoren und Bekannte völlig subjektiv meine
Arbeitseinstellung und Fairness bewerten könnten, dann kann ich schon
verstehen, dass man versucht seine Privatshpähre zu schützen.

MfG
Thomas

Tim Cramer

unread,
Mar 22, 2006, 2:51:03 PM3/22/06
to
Am Wed, 22 Mar 2006 18:19:16 +0100 schrieb Simon Gabriel
<Simon....@rwth-aachen.xxx>:

> Hallo,
> Am 22.03.2006, 15:59 Uhr, schrieb Tim Cramer
> <NOSPAM_T...@rwth-aachen.de>:
>
>> ...
>> Genau diese subjektive Meinungsäußerungen haben mich bei MeinProf.de
>> interessiert. [...]
>
> Diese subjektiven Meinungen bekommt man ganz einfach mit, indem man die

> Vorlesungen besucht und sich mit Kommilitonen unterhält. [...]

Vollkommen richtig. Das Internetportal ist eine weitere Möglichkeit, die
man nutzen kann oder (wenn man z.B. nichts davon hält) auch nicht.

Und auch wenn ich es nicht so ganz nachvollziehen kann, dass die Seite
jetzt aus Datenschutzgründen geschlossen wurde, kann ich diesen Vorgang
akzeptieren. Schade finde ich es trotzdem....

Viele Grüße
Tim

Thorsten de Jong

unread,
Mar 22, 2006, 2:51:18 PM3/22/06
to
Am Wed, 22 Mar 2006 12:28:15 +0100 schrieb Simon Gabriel:

[...]

> Hier noch ein Auszug aus dem Bundesdatenschutzgesetz:


>
> §3 Weitere Begriffsbestimmungen
>
> (1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über
> _persönliche_ oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten
> oder bestimmbaren natürlichen Person (Betroffener).
> (2) ...

> (3) Erheben ist das Beschaffen von Daten über den
> Betroffenen.
> ...
>
> §4 Zulässigkeit der Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung
>
> (1) Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personen-
> bezogener Daten sind nur zulässig, soweit dieses Gesetz
> oder eine andere Rechtsvorschrift dies erlaubt oder
> anordnet oder der Betroffene eingewilligt hat.

was du vergessen hast, ist dir im §1 den geltungsbereich des gesetzes
anzuschauen. dort heißt es nämlich:

"
2) Dieses Gesetz gilt für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung
personenbezogener Daten durch

1. öffentliche Stellen des Bundes,
2. öffentliche Stellen der Länder, soweit der Datenschutz nicht
durch Landesgesetz geregelt ist und soweit sie
1. Bundesrecht ausführen oder
2. als Organe der Rechtspflege tätig werden und es sich nicht
um Verwaltungsangelegenheiten handelt,
3. nicht-öffentliche Stellen, soweit sie die Daten in oder aus
Dateien geschäftsmäßig oder für berufliche oder gewerbliche
Zwecke verarbeiten oder nutzen.
"

das heißt, meinprof.de als nichtöffentliche stelle wäre nur dann
betroffen, wenn es um beruflich/geschäftsmäßig genutzte daten handelte.
da ich die seite nicht kenne, kann ich natürlich nicht beurteilen, ob das
der fall ist, aber ein bloßes forum zum austausch von meinungen über
profs wird durch das datenschutzgesetz ganz sicher nicht verboten.

mir scheint, der datenschutzbeauftragte ist hier ein wenig übereifrig --
was schade ist, weil er z.b. gegen die im nachhinein als rechtswidrig
erkannte rasterfahndung unter studentInnen, wo er nach recht
und gesetz tatsächlich hätte einschreiten müssen, nichts unternommen
hat. naja, vielleicht hat er sich ja gebessert und will den datenschutz
nach dieser panne nun besonders aktiv verteidigen.

thåden.

> ...
>
> mfg
>
> Simon
>
> [1] Evaluationsordnung der RWTH, amtl. Bekanntmachung 680
> http://www.rwth-aachen.de/zentral/abt11_amtlbekannt_pdfs_680.pdf

Lars Noschinski

unread,
Mar 22, 2006, 3:18:49 PM3/22/06
to
* Thorsten de Jong <tha...@gmx.de> [2006-03-22 20:51]:

>Am Wed, 22 Mar 2006 12:28:15 +0100 schrieb Simon Gabriel:
> 3. nicht-öffentliche Stellen, soweit sie die Daten in oder aus
> Dateien geschäftsmäßig oder für berufliche oder gewerbliche
> Zwecke verarbeiten oder nutzen.
>"
>
>das heißt, meinprof.de als nichtöffentliche stelle wäre nur dann
>betroffen, wenn es um beruflich/geschäftsmäßig genutzte daten handelte.

"geschäftsmäßig" hat nichts mit Geld verdienen zu tun. Ein privates
Blog, das ich regelmäßig aktualisiere, fällt meines Wissens nach auch
unter geschäftsmäßiges Verhalten.

Siehe z.B.

http://www.homolog.de/faq_impressm.htm#geschaeftsmaeszig

(IANAL, aber diese Aussage habe ich schon des öfteren von Rechtskundigen
gelesen)

Hanno Vieten

unread,
Mar 22, 2006, 4:29:24 PM3/22/06
to
Thomas Dederichs schrieb:

> Hanno Vieten schrieb:
>> Nun ja, da wir mit Steuern (und demnächst auch Studiengebühren) die
>> Lehre und ihre Evaluierung bezahlen, haben wir m.E. durchaus ein
>> Anrecht darauf, die Ergebnisse zu erfahren. Mich wundert schon, warum
>> sich da einige so querstellen. Hat mal jemand gefragt und eine
>> Begründung dafür genannt bekommen?
>
> Wir bezahlen mit unseren Steuern (falls einer von uns überhaupt welche
> zahlt)

Jeder Mensch in Deutschland zahlt Steuern. Alleine schon durch die
Umsatzsteuer.

> ja auch Gefängnisse und Autobahnpolizisten. Sollten dann nicht
> auch Seiten eingerichtet werden, wo Knackis Ihre Zellen und Raser Ihre
> letzte Verkehrskontrolle bewerten können?

Wenn das einer macht, warum nicht? Es geht mir aber gar nicht um
öffentlich zugängliche Internetseiten, auf denen jeder seine Bewertung
abgeben kann, sondern um die Evaluierung, die an der Uni in den
Vorlesungen durchgeführt wird. Eben jene, für die wir bezahlen (siehe oben).

> Ich denke es liegt in der Natur der Sache, wenn Studenten Ihre
> Professoren oder Schüler Ihre Lehrer mal schlecht bewerten. Aber wenn
> ich mir vorstellen würde, es gäbe eine Seite wo meine Arbeitgeber,
> Lehrer, Professoren und Bekannte völlig subjektiv meine
> Arbeitseinstellung und Fairness bewerten könnten, dann kann ich schon
> verstehen, dass man versucht seine Privatshpähre zu schützen.

Deine Lehrer, Professoren und Bekannten bezahlen dich ja nicht, also
hinkt der Vergleich schon mal arg. Einzige Vergleichsmöglichkeit wären
deine Arbeitgeber (denn wir sind indirekt Arbeitgeber der Professoren).
Du wirst in der Regel jedoch nur einen einzigen Arbeitgeber haben, der
dich selbstverständlich bewerten kann und diese Bewertungen einsehen
kann. Das wird durchaus in der Praxis durch Personalabteilungen so
gehandhabt.

Laszlo Bardos

unread,
Mar 22, 2006, 5:51:54 PM3/22/06
to
On Tue, 21 Mar 2006 23:00:54 +0100, Jan Brünsing
<jan.br...@rwth-aachen.de> wrote:

> was haltet ihr davon, dass die RWTH Aachen bei der
> Online-Professoren-Evaluierungsseite www.meinprof.de nicht mehr vertreten
> ist, weil der Datenschutzbeauftragte der TH dem Betreiber eine Teilnahme
> der
> RWTH-Profs untersagt hat?

da kann man nur sagen dass die www.meinprof.de leute ihre site lieber in
antigua, china oder sonstwo offshore gehostet hätten und so sämlichen
gefahren des hiesigen justizmienenfeldes (siehe abmahnwellen wg fehlen
eines impressums, klagen ggn forenbetreiber, etc) entgangen wären. ;)

gruß,

laszlo

Martin Henze

unread,
Mar 22, 2006, 6:00:26 PM3/22/06
to
Laszlo Bardos schrieb:

> da kann man nur sagen dass die www.meinprof.de leute ihre site lieber
> in antigua, china oder sonstwo offshore gehostet hätten
wie wär's mit Sealand?

Thorsten de Jong

unread,
Mar 22, 2006, 6:32:59 PM3/22/06
to
Am Wed, 22 Mar 2006 20:18:49 +0000 schrieb Lars Noschinski:

> * Thorsten de Jong <tha...@gmx.de> [2006-03-22 20:51]:
>>Am Wed, 22 Mar 2006 12:28:15 +0100 schrieb Simon Gabriel:
>> 3. nicht-öffentliche Stellen, soweit sie die Daten in oder aus
>> Dateien geschäftsmäßig oder für berufliche oder gewerbliche
>> Zwecke verarbeiten oder nutzen.
>>"
>>
>>das heißt, meinprof.de als nichtöffentliche stelle wäre nur dann
>>betroffen, wenn es um beruflich/geschäftsmäßig genutzte daten handelte.
>
> "geschäftsmäßig" hat nichts mit Geld verdienen zu tun. Ein privates
> Blog, das ich regelmäßig aktualisiere, fällt meines Wissens nach auch
> unter geschäftsmäßiges Verhalten.
>
> Siehe z.B.
>
> http://www.homolog.de/faq_impressm.htm#geschaeftsmaeszig
>

...aber dann gilt:
"
§ 28,(6) Das Erheben, Verarbeiten und Nutzen von besonderen Arten
personenbezogener Daten (§ 3 Abs. 9) für eigene Geschäftszwecke ist
zulässig, soweit nicht der Betroffene nach Maßgabe des § 4a Abs. 3
eingewilligt hat, wenn

...
2. es sich um Daten handelt, die der Betroffene offenkundig
öffentlich gemacht hat,
"
(http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/bdsg/bdsg03.htm#28)

...und das ist ja wohl der fall, schließlich handelt es sich um
öffentliche vorlesungen, alles das, was als personenbezogene daten
durchgehen kann, findet sich wahrscheinlich auch im internet.

überhaupt, und das ist wahrscheinlich wichtiger, stellt sich die frage,
was genau in diesem kontext mit "personenbezogenen daten" gemeint sein
soll -- die klassischen kategorien "anschrift, alter, geschlecht,
krankheiten, sexuelle orientierung,..." jedenfalls dürften von einer
profprüfung wohl kaum betroffen sein. und ob eine meinung zur qualität
der lehre ein personenbezogenes datum der professorIn ist? -- das hieße
ja, dass diese meinung absolut richtig und objektiv sein müsste, da sie
sonst ebensoviel über die urheberIn wie über das objekt der
beurteilung aussagt.

wie gesagt: ich bin da kein experte, aber ich glaube kaum, dass dies ein
fall für das datenschutzgesetz ist. verleumdung fände ich da im zweifel
ein relevanteres konzept.

und ein letzter gedanke: wenn ein blog als geschäftsmäßig betriebene
datensammlung und -weitergabe gilt, müsste er doch eigentlich unter das
presserecht fallen? und da gelten dann noch mal ganz andere (und sehr viel
weniger harte) vorschriften.

so, gute nacht jetzt
wünscht

thåden.

Stefan Schmitz

unread,
Mar 22, 2006, 9:54:33 PM3/22/06
to
Torsten Bronger wrote:

> Nö. Die Frage ist, ob die *Umfrageergebnisse* personenbezogene
> Daten sind. Dabei wird allerdings nichts aus der Privatsphäre des
> Professors gerissen, sondern lediglich Einschätzungen Außenstehender
> dargestellt.

Ich denke, dass man das durchaus als personenbezogene Daten ansehen kann.
Eine Aussage ala "wird für seine Vorlesung x von Studenten mit 3,4
bewertet" ist doch sehr ähnlich wie "hatte in Deutsch eine 4".
Und seine Schul- oder Prüfungsnoten würde doch wohl niemand gern
veröffentlicht sehen.
Vermutlich wäre die Lage anders, wenn nur die Kommentare ohne Benotung
veröffentlicht würden.

Alexander Gran

unread,
Mar 22, 2006, 10:13:58 PM3/22/06