CA-Extrusion II

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Christoph Schiedlbauer

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Feb 20, 2018, 2:16:00 PM2/20/18
to reprap-wien
Ich fange mal ein neues Mail an, mein eigenes mit Anhängen und Bildern weiterzuleiten war verwirrend.

Die Extrusion des getrockneten CA verlief jetzt schon vielversprechend.
Von links nach rechts:
Vorher war ABS drin. Ich hab mal sachte etwas CA beigemischt um zu sehen, ob es überhaupt unten raus kommt oder im Extruder versteinert. Ein paar Experimente später hab ich's auf die Feuchtigkeit geschoben (interessant, daß es kurz nach dem Ausspülen des ABS scheinbar blasenfrei raus kam). Trockenes Material kann ich also prinzipiell... ich sag mal vorsichtig "brauchbar" extrudieren, siehe rechts oben im Bild.
Inline-Bild 1

Die einfacheren Probleme sind:
Feuchtigkeit - werd's einfach noch länger backen.
Durchmesser - bin schon bei 230°C (schwankt 220-240!) und hab den Extruder höher gehängt, komme aber immer noch an die 3.1mm. Schade, sonst hätt' ich's schon mal im Drucker probieren können. Ich muß mir nur 'ne engere Düse für den Extruder bohren.

Schwierig ist (Ideen sind gefragt):
Die Pellets "brücken" - sie verfangen sich im Minutentakt im Trichter.
Wenn der Nachschub aussetzt, schwankt der Filamentdurchmesser an der Stelle erheblich - das muß eliminiert werden. Momentan schüttle ich den Trichter ständig.

Bisher hab ich nur eiförmiges Material mit glänzend-glatter Oberfläche extrudiert. Das CA hat aber eine rauhe Oberfläche und scharfe Zylinder-Kanten.
Inline-Bild 2

Was kann man tun?

Mein Vater hat mal ein Gerät zum Rund-Schleifen von Steinen gebaut - ein angetriebener Behälter mit Schleifsand und den Steinen drin. Steinbrocken wurden Tage später zu eiförmigen... Eiern. Könnte man auch die leichten Pellets (ohne Schleifmittel) rund bekommen?

Ein anderer Ansatz wäre, den Einlass zu optimieren. Momentan ist das ein gedruckter Trichter.
Inline-Bild 3
Er wird naturgemäß nach unten enger, hat Rillen vom Drucken und die Fall-Linie ist 45° schräg. Vielleicht würde ein senkrechtes, hohes Rohr besser funktionieren? Würde es das auch, wenn es unten in den schrägen Einlass des Extruders mündet? (45°, innen 20mm):
Inline-Bild 5
Ich will halt auch nicht alle 15 Minuten nachfüllen müssen, also kein Rohr mit innen 18mm... oder? Das sind... 0.25l in einem 1m langen Rohr.. etwas wenig. Irgendwas wird uns da einfallen.
Schlimmstenfalls eine Förderschnecke, die in die Förderschnecke fördert.

So, jetzt werf ich noch was von dem Zeug in ABS, das hab ich ganz vergessen...

LG, Christoph


Ullrich Peter

unread,
Feb 20, 2018, 3:19:05 PM2/20/18
to repra...@googlegroups.com
Hallo Christoph!

Vielen Dank für Deine Testergebnisse - schaut ja schon recht brauchbar aus.
Zur Deinem Trichterproblem:

Du könntest einen Vibrationsmotor (kleiner Motor mit Excenterscheibe dran) am Trichter befestigen, damit das Material immer schön nachgerüttelt wird.
Oder einen z.B. Schritt- oder Getriebemotor, der eine kleine Schnecke/Spirale im Trichter dreht und somit das Material in Bewegung hält und Verkantungen vielleicht dadurch verhindert. Wenn diese Spirale evt. in einem z.B. Flaschenhals einer auf den Kopf gestellten Kunststoff-Literflasche ist hast Du evt. auch das Nachfüllproblem damit gelöst. Wäre zumindest einen Versuch wert.


Von: repra...@googlegroups.com [repra...@googlegroups.com]" im Auftrag von "Christoph Schiedlbauer [christoph.s...@gmail.com]
Gesendet: Dienstag, 20. Februar 2018 20:15
An: reprap-wien
Betreff: [reprap-wien] CA-Extrusion II

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LukasS

unread,
Feb 21, 2018, 1:24:36 PM2/21/18
to reprap-wien
Super!

Ich hab mir schon etwas Sorgen gemacht und wollte schon ne mail schreiben da ich keine
Zahlungseingangsbestätigung und auch keine Versandbestätigung für die CA Bestellung bekommen habe.

Der Übergang von ABS zu CA is ja wirklich extrem blasig (chemische Reaktion??).
Das wahr wohl zu Beginn eher wenig vielversprechend.

Wenn ich das richtig verstehe verwendest du die Zugkraft vom Eigengewicht und
die temperatur-bestimmte Viskosität um auf die den richtigen Durchmesser zu kommen.
D.h. keinen aktiven Zugmechanismus.
Aber da das CA noch viskoser als ABS ist reicht maximale Temperatur und maximale Fallhöhe einfach nicht aus
um auf den Zieldurchmesser 2.85mm runter zu kommen.
=> Deshalb ne neue kleinere Düse bohren.

Werde mal nachlesen was sich gegen Brückenbildung so machen lässt.
Ein langes Rohr, wenn ohne Knick(!) d.h. schräg ~45° die ganze Länge rauf,
würde vielleicht funktionieren aber wie du sagst geht da viel zu wenig rein.
Was mir spontan so einfällt: Ein ganz langsam laufender Rührmotor
der runter in den Trichter rein eine bis in den Einlass hineinreichende lange Spachtel-Platte
(ganz egal aus welchem Material & so einfach wie möglich)
dreht uns so Brücken kontinuierlich aufbricht.
Eine Förderschnecke zur Förderschnecke ist sicher unnötig aufwändig. Totaler Overkill.
Billiger Getriebemotor? Vielleicht hab ich was rumliegen ...
Oder an die Hauptantriebswelle mit Gummi-Riemen ankoppeln?
Die wär ja parallel und schon langsam-drehend.
(Zum rütteln sieht das ganze etwas zu massiv und schwer aus.)

Ich hab gelesen von Ideen den Trichter mit Alufolie auszulegen und mit
Graphit oder Möbelpolitur zu schmieren, aber ich glaub die mikroskopische Wandbeschaffenheit
(Druckrillen usw) hat wenig Einfluss auf das Brücken.
Ich denke Verengungen und Knicke sind das Hauptproblem.

Das mit dem Gerät zum rund-schleifen von Steinen (Tumbler) ist glaub ich eine sehr schlechte Idee.
Plastik ist wesentlich weniger hart uns spröde als Steine => kein Mikro-absplittern.
Daher würde es wahrscheinlich um mehrere/viele Größenordnungen länger dauern bis das Granulat rund wird.
Außerdem ist es ein weiterer unnötiger teil-manueller Arbeitsschritt.

LukasS

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Feb 21, 2018, 1:37:49 PM2/21/18
to reprap-wien
Aja,

Wie ist's mit dem Geruch? Stark / Schwach? Unangenehm / Ok?
Leicht säuerlich wie beschrieben? Vergleichbar mit PLA oder stark anders?
Sicher wesentlich besser als ABS nehm ich an?

Und die ersten Teststücke: Ist das CA zeug eher Flexibel oder spröde?
Verhalten bei abbiegen 90° 180°?
Bruch oder mehrmaliges rum-wuzeln bis es mit mühe abreißt?

Löst es sich in Aceton wie CA es sollte, oder sind zu viele additive drin?
CA sollte sich auch super färben lassen wie Nylon. Aber das ist wohl ein Experiment für später.

Christoph Schiedlbauer

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Feb 21, 2018, 2:39:09 PM2/21/18
to reprap-wien
So vielleicht :)
Inline-Bild 1

Na.. im Ernst.
Danke, Peter, für die Idee mit dem Rütteln. Ich hab die nötige Hardware (12V-Motor usw) sogar daheim, und 12V sind ohnehin am Extruder wegen dem Lüfter.
Dann hab ich aber überlegt, daß das Material tatsächlich eher unten an der Engstelle brückt, und dort würde ich es wegen dem massiven Extruder kaum bewegen (rütteln) können.
Das Abschleifen der Rillen und vaporisieren des Trichters würde die Situation jedenfalls mal verbessern (vgl. Alufolie im Trichter), aber... wie Lukas grad schreibt... brücken die Pellets wahrscheinlich am ehesten noch miteinander und weniger an der Außenhülle.
Ein Problem ist also die Verengung.
Ich hab schon an Trichter-Schlauch-Rohr Kombinationen gedacht, wo der Trichter vibrieren kann und danach keine Engstelle mehr kommt... leider noch keine Fingerschnipp-Lösung gefunden.

Eine Spirale o.ä., die in den Trichter bis nach unten reicht...
der Trichter hat unten außen 20, also innen 16mm. Wenn dort rund um eine Art Bohrer noch Pellets passen müssen, wäre der Bohrer recht dünn, vielleicht könnte Material zwischen Bohrer und Trichter verkanten?
Eine Spirale ansich, also sowas wie es für Küchen-Mixer gibt (ein Ringelschwanz) könnte aber wirklich die Lösung sein. Wenn die ganz unten im Trichter endet, 16mm breit ist und Material nach oben "fördert", dürfte nichts verkanten.
Dazu müsste ich aber auch wieder einen Getriebemotor an einem langen Arm am Extruder montieren, die Spirale exakt positionieren, und alles müsste leicht abnehmbar sein, damit ich den Trichter abnehmen kann... mal schauen.
Vielleicht irgendwann einen Anti-Brück-Trichter entwerfen, in den ein Motor mit eingebaut ist.

Für den Moment denke ich an ein 1m langes Rohr (wenn geht durchsichtig). Damit kann ich mal ein paar hundert Gramm beim Fernsehen mit Timer produzieren. Werd mich mal im Bauhaus umschauen.
'Ne engere Düse ist noch ausständig, außerdem möchte ich das getrocknete Material noch einmal trocknen... und den ganzen Rest vielleicht über Nacht, weil:

Es stimmt, ich hatte erst gedacht, das Material würde bei Hitze aufschäumen und das Extrudieren wäre mit meinen Mitteln unmöglich. Die leicht poröse Bruchkante der Pellets hat das auch vermuten lassen, aber das Zeug wurde auch grad erst eiskalt geliefert und fühlte sich feucht bzw. beschlagen an. Trocknen war der letzte Hoffnungsschimmer und... ist weitaus wichtiger als ich bisher dachte.
Mit dem ABS dürfte die Blasenbildung nichts zu tun haben. Ich wollte mein ABS-Aceton-Glas mit dem undichten Deckel ohnehin mal austauschen, also hab ich gestern CA dazugeworfen und Aceton drauf. Ich konnte das CA dann mit dem Pinsel verteilen, heute ist das im Glas (weil's eben undicht ist) eine gummiartige Masse. Sehr ähnlich dem ABS nach einem Tag da drin, also für mich beste Eigenschaften.

Ich komm' vielleicht erst ab Montag zum Düsen- und Rohr Basteln, bin aber selbst gespannt und melde mich mit Neuigkeiten.

LG, Christoph

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LukasS

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Feb 21, 2018, 3:52:18 PM2/21/18
to reprap-wien
Vielleicht ne elektrische Zahnbürste rein-hängen. Ich glaub ich hab hier doch noch irgendwo eine alte Piezo-betriebene rumliegen bei der sich das Plastik aufgelöst hat. Sollte stark genug vibrieren.

Christoph Schiedlbauer

unread,
Feb 28, 2018, 3:09:41 PM2/28/18
to reprap-wien
Kurzes Update:

Trotz fast senkrechtem Rohr brückt das Material richtig oft. Das Rohr müsste wohl innen glatt poliert sein, aber dann ist da noch der Übergang in den Extruder... ich müsste wohl doch etwas mit Vibration bauen.

Durch ständiges Rütteln konnte ich genug Filament für ein, zwei Test-Drucke herstellen.
Es raucht richtig aus der Düse... das mit den >240°C ist vielleicht nicht ganz richtig. Sieht jedenfalls nicht ungefährlich aus.




Beim Drucken aber erstmal eine Enttäuschung. Beheiztes Bett (theoretische 115°C, stark gedämpft durch die Glasplatte... man kann die Hand kurz drauflegen, aber ich drucke genau so mein ABS) und 222°C beim ersten Versuch (ABS druck' ich mit 233):
Schon die Brim steht an den Ecken auf.


Das Gedruckte hat's dann irgendwann so weit aufgestellt, daß es von der Düse abgeräumt wurde.

Der Filament-Durchmesser war nicht richtig eingestellt, aber Hauptproblem ist, daß das Material offenbar großen Schwund hat, weil sich's rundherum wölbt.
Wurde es nicht damit beworben, praktisch keinen Schwund zu haben?
Ich werd bei nächster Gelegenheit (wo ich den Raum nicht betreten muß) mal einen Druck mit >230°C versuchen.

LG, Christoph

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LukasS

unread,
Mar 1, 2018, 5:41:03 AM3/1/18
to reprap-wien
Ich hab da diese alte elektrische Zahnbürste mit Piezovibrator.
(Weniger Amplitude, größeres Moment und höhere Frequenz als die billigen Motor-betriebenen.)
Als Hardware bräuchte die nur:
# einen Plattenaufsatz (extrudierte "+"-Form) zum rütteln (statt dem Zahnbürstenkopf).
(was ist denn denn der Einlass-Innendurchmesser?) und
# eine neue eine Hülle wo man hinten Querstäbe durch schieben kann.
So, dass es nicht in den Trichter in die Schnecke rein-rutscht.
Als Elektronik wäre ein kleiner Step-Down-Converter von 12VDC auf 2,4VDC nötig.


Dass das Material stark schrumpft ist leider etwas enttäuschend.
Speziell da ich kein beheiztes Druckbett habe und man die (teuren) Druckbet-Upgrades für Ultimaker Original gar nicht mehr bekommt
(nur die vielen Einzelteile von *nicht* einer Quelle).

Vielleicht ist die geringe Schrumpfung auf Heißwäsche bezogen. Wäsche ist a ein Hauptanwendungsgebiet von CA.
(CA Kleidung sollte aber nicht zu heiß gewaschen werden wegen Glanzverlust. => ???)
Oder die ~30% nicht CA Mystery-Stuff im Material verhunzen uns die Eigenschaften.
Ich vermute stark dass der weiße Füllfarbstoff wenn, dann eher die Schrumpfung reduzieren sollte als erhöhen.

War der Fan bei den Testdrucken ausgeschaltet?
Vielleicht auf (dickem) Papier / Karton drucken? Ist ja beides Cellulose-basiert.
Vielleicht die Druckbett-kontaktierende Bodenschicht mit einem anderem Material drucken?
Die Frage ist dann: Welches Material ist am besten kompatibel.
Hab gelesen dass TPU (will ich demnächst nach Flex3Drive Druckerumbau testen) gut an vielen Kunststoffen haften soll
und Differenzen in Schrumpfung wegen der Materialflexibilität nicht zu Rissbildung und Delamination führen.

Christoph Schiedlbauer

unread,
Mar 5, 2018, 11:28:37 AM3/5/18
to reprap-wien
Bad news,

hab unlängst versucht, mit dem Rest des Filaments ein paar einfache Formen zu drucken, aber beim Drucken der Brim hat's die schon ständig aufgestellt... war nicht hinzukriegen.
Den Boden hab ich diesmal mit ABS bestrichen, weil's das aufgetragene CA im ersten Versuch wie Reispapier abgehoben hat.
Ich hab mit der Höhe der Düse und dem Vorschub (eingestellte Materialstärke) experimentiert, aber es sah immer aus als käme viel zu viel Material oder so.
Lüfter waren bei allen bisherigen Versuchen ganz aus - Windstille und warme Bodenplatte.

Übrigens war das Glas mit dem CA-Aceton-Gemisch irgendwann ganz eingetrocknet und das CA hat sich zusammengezogen. Am Boden war also eine 5mm hohe CA-Schicht, die am Rand jeweils 5mm Abstand zum Glasrand hatte.
Hach, ich such das Bild auch noch...

Ich sag jetzt einfach mal so, daß das nicht am ABS liegt. Auch wenn die Möglichkeit besteht, weil unter dem CA noch ABS war.


Beim Wechseln auf ABS (musste was anderes drucken) hab ich gesehen, daß das CA aus der Drucker-Düse mit Bläschen rauskommt. Also in etwa das, was beim ersten Extrusions-Versuch passiert ist.


Jetzt hat sich bestätigt, was demnach zu befürchten war: Offenbar ist das Material hygroskopisch.
Das CA vom letzten Mal war noch im Extruder. Ich hab ihn aufgeheizt und extrudiert, und es kam wieder so wie vor dem Trocknen raus.


Ich hab zwar das Material letztes Mal nach dem Trocknen in einen verschlossenen Tupperware-Behälter getan, d.h. ich müsste es vielleicht nicht nochmal (lange) trocknen, hab's aber jetzt nicht mehr damit probiert.
Wenn du (Lukas) selbst noch mit Filament experimentieren willst, lasse ich ihn gerne laufen und verschweiß dir 'ne Rolle in Plastik.

Grad fällt mir noch ein, daß ich mit um die 2.85mm extrudiert hatte, gestern am Filament beim Drucken (als scheinbar zu viel raus kam) aber stellenweise über 3mm gemessen hab. Ist schon ein paar Tage her und vielleicht hatte ich an der Stelle noch mit der Extruder-Temperatur herumgespielt, aber vielleicht expandiert das Material auch, wenn es Feuchtigkeit zieht. Ich würd' dir also vielleicht lieber was mit 2.7mm extrudieren :)


Mittlerweile sollte das "Brücken" kein Thema mehr sein - dank Vibration kommt das Material bei jeder achtlos nicht verklebten Ritze raus (siehe Video) - auf den paar Testmetern gab's keine Brück-Probleme.
Hab einfach einen herumliegenden kleinen 12V-Motor mit Isolierband befestigt und zwei Blockklemmen an die Achse montiert.


LG, Christoph


--
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20180305_163540_1.mp4

LukasS

unread,
Mar 7, 2018, 2:12:40 PM3/7/18
to reprap-wien
Uh-Oh!
Da haben die ersten Druckversuche ja fast noch besser ausgesehen.

Warum nicht das Druckbett gleich mit CA-Schlamm bestreichen anstatt mit ABS schlamm?
Hält denn der CA-Schlamm beim trocknen auch nicht am Druckbett?
Am besten auf eine poröse Oberfläche. (MFD platte?)

Du hast ja im ersten post geschrieben, dass das CA 
kurz nach dem Ausspülen des ABS Kunststoffes scheinbar blasenfrei raus kam.
Vielleicht ist CA und ABS im geschmolzenen Zustand stark miteinander inkompatibel 
und erzeugt (oder katalysiert) zusätzliche Gasbildung neben dem normalen Wasserausdampfen?

Ok, stark hygroshopische Eigenschaften sind unbequem aber handhabbar (wie bei Nylon).
Die Druckbetthaftung ist IMO ein wesentlich grösseres Problem.

Druckbetthaftung ist ja immer von mehreren Faktoren abhängig:
* Schrumpfverhältnis, 
* Elastizitästsmodul und 
* Scher-Zugfestigkeit der Klebeverbindung.
Wie teilt sich dass deiner Meinung nach auf?

* mittelmäßig schrumpfend -- wenig klebend -- wenig elastisch?
* stark schrumfend -- mittelmäßig klebend -- wenig elastisch?
* stark schrumpfend -- wenig klebend -- mittel elastisch? (d.h. eine Katastrophe wie POM oder HDPE)
* ... ?

Was mich wirklich sehr interessieren würde ist, wie es mit dem Geruch ist.
* kaum wahrnehmbar wie bei PET?
* geht so wie bei PLA? (leicht essigsäuerlich wie in der Beschreibung?)
* brachial bestialisch wie bei ABS? 
* ...

Die Eintrocknugsschrumpfung sagt wahrscheinlich wenig über die thermische Schrumpfung aus.
Sie hängt wahrscheinlich stark vom anfänglichen Verdünnungsgrad ab.

Bei dem eingetrockneten Schlamm sind zumindest keine internen Risse zu sehen.
Vielleicht kann man das CA-Granulat also zumindest zum Bemalen von Aceton unlöslichen 3D-Drucken
verwenden (nach DIY Pigmentbeimischung). Was ich mit Haushatsmüll-Polystyrol PS schon erfolgreich geteste hab.
Nur währe das mit CA wahrscheinich deutlich weniger giftig.
(Ist CA wie PS auch in Benzin löslich?)

Oder vielleicht ist es sogar möglich CA-Schlamm ganz dick anzurühren,
und damit eine gedruckte elastische Negativform auszugießen. Glaub aber eher nicht.
Naja, vielleicht auf Etappen. Im Extremfall: Tropfmethode.

--------

Die ultra-tech-Lösung mit der Blockklemme am Motor zum Granulat-Rütteln gefällt mir.

--------

Wenn du mir ein kleines Spülchen zu testen machen könntest würd ich mich freuen.
Und füll mir ne leere PET Flasche mit etwas Granulat an.

--------

Also zusammenfassend das Zwischenresultat:

* sehr schlechte Druckbetthaftung :( :(  ---
* stark hygroskopisch :S -
* sehr gut Acetonlöslich :) +++
* Geruch ... ??
* teilweise biobasiert +

Ist halt die Frage inwieweit diese eine Marke von (nicht 100% reinem) CA
einen representativen Durchschnitt darstellt.

--------

Danke für deine Mühe! :)
Allein die Erkenntnisse sind schon ein Erfolg.

Wetter schaut Jetzt ganz gut aus.
Könnte bei dir vor Sonntag mal irgendwann vorbeischaun,
falls du Zeit hast.


LG, Lukas
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Christoph Schiedlbauer

unread,
Mar 8, 2018, 4:29:08 AM3/8/18
to reprap-wien
Hi,

im (aller) ersten Druckversuch, den's nach knapp 2mm von der Platte gewischt hat, hatte ich die heiße Glasplatte mit Aceton-gelöstem CA bestrichen.
Es schien sich erst wie ABS zu verhalten, am Ende ging es aber deutlich leichter von der Glasplatte wieder ab als ABS, außerdem zerfiel die dünne Schicht in kleine Brösel. ABS geht eher großflächig zB mit dem Objekt von der Platte, aber das CA zerbröselt.

Poröse Oberfläche als Untergrund... könnte man noch probieren. Die Ausdrucke sehen aber nicht so aus als würde sich nichts verziehen, wenn nur die erste Schicht besser halten würde :)

CA und ABS schienen miteinander nicht zu reagieren. Ich glaube, aus dem Extruder kam das Gemisch noch halbwegs brauchbar, weil ihm der ABS-Anteil seine guten Eigenschaften verleiht. Als es dann nur noch (feuchtes) CA war, entstanden Blasen.

Daß das Zeug Wasser anzieht sehe ich als Show-Stopper. Es ständig vor dem Extrudieren bzw. dann immer vor dem Drucken zu trocknen ist doch furchtbar!
Zumindest die gedruckten Überreste sehen noch aus wie am ersten Tag.

Wie das mit Schrumpfen usw. ist... also,
ich glaube, die Feuchtigkeit und die so entstehenden Blasen führen zu demselben Verhalten wie bei Über-Extrusion. Wenn die Brim von außen nach innen gedruckt wird, kann man sehen, daß bei den inneren Bahnen das Material schon deutlich weiter innen ankommt als die Düse eigentlich grad fährt. Weil es eben sonst nirgends mehr hin kann. Es "rollt" sich dann an der Düse hoch, oder 'schert' an der Düse entlang und hat keinen Bodenkontakt. Mit jeder Linie wird der Effekt schlimmer.
Beim ersten Versuch mit trockenem Material ging's ja noch.
Warum das erst knapp 2mm flache Objekt, das ich anfangs mit trockenem Material gedruckt habe, auch Wellen schlägt und sich an den Ecken nach oben wölbt... kann eigentlich nur Schrumpfung sein. Selbst wenn es fast garnicht an der Glasplatte haftet, würde nicht-schrumpfendes Material doch trotzdem einfach liegen bleiben.

Beim Geruch... bin ein Ex-Raucher mit quasi-Anosmie. Ich hätte ABS jetzt als angenehmen Plastik-Geruch beschrieben und würde sagen, das CA riecht beim Extrudieren ähnlich leicht, aber anders. Es dampft halt deutlich (vielleicht auch Rauch, aber weiß).

Das CA in Aceton wurde von "flüssig wie Lack" bei der nächsten Beobachtung zu Gummi oder härterem Silikon, d.h. die Oberfläche ließ sich mit dem Finger eindrücken, ist aber nicht eingerissen. Beim nächsten Check war's halt schon fest und geschrumpft.


Ich mach' dir ein Spülchen, aber ich fürchte ich muß es direkt vorher nochmal trocknen, also ein paar Stündchen am Stück daheim sein und den Raum nicht brauchen... und der Vibro-Motor muß seinen Dienst tun, hab das nur kurz getestet.
Ich geb bescheid, sowie ich am Extrudieren bin

LG, Christoph


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LukasS

unread,
Mar 8, 2018, 10:58:47 AM3/8/18
to reprap-wien
Die verbreitete Lösung für das Drucken von hygroshopischem Filament 
(Nylon, TPU und PC) ist es nur einmal zu trocknen und 
dann direkt aus der Dry-Box zu drucken.
Im kleinen Format: Hier eine modifizierte PrintDry Box:
Oder gleich aus dem Trockner:
Oder im größerem Format:

Für ab und an mal Kleinmengen an Filament zu extrudieren, wie bei dir, 
wo immer ein relativ großer Anteil im Extruder verbleibt 
ist hygroskopie schön blöd. Richtig, Ja.
(Drybox Trichter ??)
Großproduzenten dürfte das egal sein können.

Zum Drucken von meinen, zu verschiedenem grad hygroskopischen, Filamenten (Nylon, TPU, PET)
hab ich mir jüngst Farbwechsel-Silikagel besorgt:
Und ein paar von diesen luftdichten Boxen:
Die sind nicht so platzsparend wie die PrintDry Boxen (erster Link oben), 
haben aber etwas Platz für Silicagel, für dickere Spulen (wie mein recycle-PET), oder für anderes Zeug.
Negativ an den Boxen sind die Plastikbiegescharniere und die schrägen Seitenwände.

Mit dem, dass das Material stark hygroskopisch ist hab ich eigentlich von Anfang an gerechnet.
Bei Zellulose denkt man ja auch gleich an Wasser saugendes Papier.

--------

>> "Selbst wenn es fast garnicht an der Glasplatte haftet, würde nicht-schrumpfendes Material doch trotzdem einfach liegen bleiben."

Null Schrumpfung hat kein mir bekannter Massenindustriekunststoff ("Invar Plastik"?).

--------

>> "Es schien sich erst wie ABS zu verhalten, am Ende ging es aber deutlich leichter von der Glasplatte wieder ab als ABS, außerdem zerfiel die dünne Schicht in kleine Brösel."

Also keine gute Haftung von getrocknetem CA-Schlamm auf (heißem) Glas.
Das Zerbröseln mag dafür sprechen, dass es spröder ist als ABS.
Das spricht für ein höheres Elastizitätsmodul.

Ein Blick ins BIOGRADE® C 9550 Datenblatt:
  ... bestätigt das:  
  Elastizitätsmodul E = 4.2GPa
  (zum Vergleich: ABS:2.0GPa...2.6GPa  &  PLA:~2.3GPa  & PET:~2.8GPa)
  ( Zugfestigkeit p_max = 41MPa  &  Bruchdehnung: eps_max = 6%...7% )

Hab Werte für die Schrumpfung von diesem speziellen CA gefunden!
  Schrumpfgung eps_shrink = 0.2%...0.4% (nur dieses CA!)

Und eine Schrumpffaktortabelle:
  PET:0.4%   ABS:0.6%   PC:0.6%   
  Nylon(PA6):~1.2%   Acetal(plexi/PMMA):1.8%   HDPE:3%
    ( Andere Quelle: PLA:0.25%..0.3% )

Andere Schrumpffaktortabelle:
  ABS:0.4–0.7   PC:0.6–0.8   PMMA(plexi):0.2–1.0   
  PA6(Nylon):1.0–1.5   PET:1.8–2.1(Fehler?) 
  CA:0.3–0.7   (aber beliebiges CA!!)
  Spitzenreiter: POM: 2.0 – 3.5   HDPE:1.5 – 4.0

Das Problem ist also,
(sofern der angegebene niedrige Schrumpffaktor 0.2%...0.4% zwischen PLA und PET richtig ist),
nicht eine zu starke Schrumpfung, sondern der DOPPELT so hohe Elastizitätsmodul 
in Kombination mit niedriger Klebescherabrisskraft.

D.h. Für gleiche Druckbetthaftung wie bei PET (mit ähnlichem Schrumpfungsfaktor wie CA)
bräuchte man bei diesem speziellen CA die doppelte Klebescherabrisskraft
(wenn ich da mal nicht übervereinfacht habe). :S

Eine andere Perspektive das zu betrachten:
Die 0.4% (worst case) Schrumpfung von "BIOGRADE® C 9550" produziert Scherzugkräfte wie 
bei 0.8% Schrumpfung eines Materials mit dem üblichen halben Eleastizitätsmodul.

Die 0.8% "scheinbare Schrumpfung" von diesem CA 
liegt etwas über der von PC
       hat PC hat auch ein übliches Elastizitätsmodul E=2.4GPa )
Es ist also vielleicht noch nicht ganz hoffnungslos.
(Nylon hat zwar mehr Schrumpfung, aber der  deutlich niedrigere E-modul
macht es etwas einfacher es zum Haften zu bekommen.)

--------

Fix noch mal.
Das transparente Material wäre insofern DOPPELT so gut gewesen.
Da hab ich zu wenig recherchiert / nicht daran gedacht.
Auf dem Datenblatt des transparenten Biograde® C 5509 CL materials: 
  Elastizitätsmodul E = 2.32GPa ( Zugfestigkeit p_max = 41MPa  &  Bruchdehnung: 15.5% oder kein Bruch )

Da wäre das E-modul im selben Bereich wie die üblichen 3D-Druck Materialien gelegen.


LG, Lukas
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