Der Endpunkt.

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Bernhard Kubicek

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Mar 31, 2019, 3:00:46 PM3/31/19
to repra...@googlegroups.com
Nach nun etwa sieben Jahren ist sind 3d Drucker etwas nahezu
alltägliches geworden. Die überzogenen Erwartungen im Beginn des Hypes
("Juhu, wir holen die Produktion zurück, alles wird anders") wurde
geklärt, und nur manche Aspekte davon hielten. Nichtsdestotrotz
ermöglichen uns die Drucker, Kleinserien von Produktentwürfen in teils
akzeptabler Qualität zu produzieren.
Man kann mittlerweile sogar die Rohstoffe als auch die Drucker in Läden kaufen.

Die Grundidee, des selbst replizierenden Druckers, des RepRaps, wurde
zu Recht geopfert für einer schnelleren Produktion und eine größere
Präzision. Die manuelle Interaktion, die Optimierung des eigenen
Druckers, wurde übernommen vom Produktgedanken, dass man ja nicht ein
Experiment kauft, sondern einen fertigen Drucker.
Die Idee der quelloffenen Software, die dann auch in die Idee der
quelloffener Hardware führte, war jedoch federführend. Sie wurde zur
Infrastruktur, auf der viele kommerzielle Produzenten aufbauten, die
dann teils auch wieder an die Infrastruktur zurückgaben, oftmals aber
nur nahmen.
Produktsupport ist eine Sache, die in einer Welt aus kommerziellen
Playern nicht durch Communities getragen werden sollten. Insbesonders,
wenn die alltägliche Probleme systemspezifisch werden.

Die Idee einer Usergruppe mit Selbstsupport ist aus meiner Sicht daher
nicht mehr tragfähig. Auch aufgrund der eigenen Prioritäten, wurde es
immer mehr zur Belastung, den Drucker ins MQ zu schleppen.
Insbesonders, weil die Öffentlichkeit, an die sich das ganze ja schon
auch ein wenig gerichtet hat, die Grundideen eh schon in sich
aufgenommen hat. Die letztendliche Motivation war ein Treffen zwischen
Gleichgesinnten, und auch für die sättigte die Neugierde spürbar, auch
aus Mangel an Innovationen.

Schlussendlich wars eine tolle und aufregende Zeit. Es war
faszinierend den Hype zu beobachten: von Beginn ("Wir ändern die
Welt"), zum Peak (teils 30 Menschen im Raum D)und der negativen Presse
("Waffendruck"), durchs Tal der Tränen ("schlussendlich doch nur
Plastik", "Makerbot"), bis zur aktuellen Phase: Benutzbar und normal.
Ich würde sogar behaupten, auch der industrielle 3d-Druck, der ja
schon davor existierte, wäre heute auch ohne diesen Hype wesentlich
weniger entwickelt.

Ich möchte mich dafür bedanken, mit Euch und durch Euch wurde der Hype
getragen. Wir waren die Early Adoptors, die "Prosumer" folgten erst
Jahre später.
Und es war schön, spannend, lehrreich, und vor allem: in doch einigen
Aspekten nachhaltig erfolgreich.

Mein Vorschlag wäre, die Community hier digital weiter leben zu
lassen. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass es noch andere 3d
druck Meetups in Wien gibt. Und falls mal jemand auf ein Bier schauen
möchte, ist das sicher auch machbar :)

Danke fürs vielfältige Beitragen, und liebe Grüße,
Bernhard

Christoph Schiedlbauer

unread,
Apr 2, 2019, 5:43:24 PM4/2/19
to repra...@googlegroups.com
Ja.. offenbar kann man das so stehen lassen (keine Widersprüche bisher^^), da ist alles gesagt.
2012 hab ich meinen Drucker als kaputten, nicht kompletten Bausatz gekauft und von dir einen Stepper-Treiber bekommen, bevor eine Düse nach der anderen zerfiel.
Mittlerweile hab ich die meisten Teile mindestens 2mal, aber seit 2014 wurde nichts mehr kaputt.
Ich bin auch immer noch bei Slic3r 1.27 und Marlin RC1.02 geblieben. Mein Druckbett bleibt einfach waagerecht, Constant-Volume-Vorschub brächte einfach zu selten zu wenig Vorteil, und mit Support hab ich auch schon ewig nicht mehr gedruckt - schon beim Zeichnen achte ich darauf, daß alles von unten nach oben wachsen kann oder drehe und zerstückle es, damit es in Einzelteilen druckbar wird.
So ist der Drucker für mich heute ein Werkzeug wie die Bohrmaschine... ok, der Vergleich hinkt, aber beides dient seinem Zweck, ist stets parat, wartungsfrei, und... man braucht keine Selbsthilfegruppe mehr für den Betrieb.
Ich wollte ein paar Anwendungen präsentieren, vielleicht mach ich das noch, aber Fotos und Beschreibungen anfertigen ist grad nicht drin...
Jedenfalls hab ich heute erst einen Schwimmbad-Boden-Sauger von Batterie- auf Akkubetrieb umgebaut und dafür gedruckte Innereien hergestellt,
drucke immer wieder Gehäuse für diverse Schaltungen und Geräte, wie zB kürzlich den Flasher (Facebook-Link)
und manchmal steht der Drucker auch einfach nur wochenlang still.
Weil die Zeit, als Vasen, gescannte Gesichter und in Höchstform: Gitarren gedruckt wurden, einfach vorbei ist.

Ich blicke mit Freude auf Lebensabschnitte wie Motorrad, World-of-Warcraft, Gitarrenspiel, 3D-Druck oder Arduino-Fieber zurück und habe am "Ende" jeder Epoche daran gezweifelt, daß mich wohl wieder mal etwas monate- oder jahrelang in seinen Bann ziehen würde. Naja, bisher hab ich auch immer gezweifelt und wurde nie enttäuscht.

Danke auch für die vielen Treffen, die aufregenden Neuigkeiten (Material aus dem Riesen-Drucker für Möbel, Schach-Figur aus dem Mini-DLP-Drucker, Lukas mit der Atomic-Bomberman-Idee und viiiele, viele Projekte und ... alles!),

einfach in der Gruppe bleiben...

LG, Christoph

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Alexander Rössler

unread,
Apr 11, 2019, 1:32:16 PM4/11/19
to repra...@googlegroups.com
Zuallererst, vielen Dank für die Organisation der Gruppe über die vielen Jahre.

Ich muss dir in großen Teilen zustimmen, wie ich die 3D Druck Selbsthilfegruppe das erste Mal besucht habe, war 3D Druck noch relativ neu und nur unter "Makern" im Trend. Damals habe ich mir meinen ersten RepRap (MendelMax) gebaut, nachdem ich zuerst auf einen Online-Betrüger hereingefallen und quasi mein ganzes Erspartes als Stundent verloren habe.

Mit dem MendelMax habe ich dann den ganzen 3D-Druck Hype miterlebt, wenn ich an die Druckqualität von dem Gerät denke, hat sich in dem Zeitraum einfach am Meisten getan. Über die 3D Druck Gruppe habe ich dann auch den Zugang zum Machinekit OSS Projekt gefunden, welches mir quasi alle Karrieretüren geöffnet hat. Kurz darauf, habe ich auch schon meinen nächsten 3D Drucker gebaut und sogar einen kommerziellen, den es nach wie vor zu kaufen gibt. Sogar ein 3D-Drucker Feuer habe ich erlebt (und seitdem traue ich keinen 3D Drucker ohne automatischen Feuerlöscher mehr über den Weg).

Nach der Hype-Phase ging es aber schnell Bergab, die Innovationen kamen einfach nicht mehr, auch SLA konnte da wenig daran ändern. Schnell wurden auch Ultimaker und Co vom Maker-Gedanken weg kommerzialisiert und vom ursprünglichen RepRap ist eigentlich nichts mehr übrig. Ich machte dann noch ein paar "Exkursionen" mit Delta-Drucker und Co, aber auch im Machinekit Umfeld ist schnell Ruhe eingekehrt.

Nachdem kurz darauf viele der Startups aus der Hype-Phase eingegangen oder verschwunden sind, kommen wir langsamen in der Produktiven Zeit an. 3D Druck sorgt jetzt nicht mehr für Schlagzeilen, dafür ist es jetzt einfach und erschwinglich.

Aus meiner Sicht, eines der Grundprobleme beim 3D Druck für die breite Masse wurde nach wie vor nicht gelöst: Wie erstelle ich einfach und schnell neue 3D Modelle? Ohne CAD Skills ist man nach wie vor verloren. Sicher einer der Gründe warum der Makerbot und Co nach nicht in jedem Wohnzimmer oder jeder Hobby-Garage steht.

Naja, vielleicht bringt das anbrechende Zeitalter der VR und AR eine Lösung für das Problem (erschwingliche ToF Kameras und Photogrammetrie?). Wir werden es sehen.

Vielen Dank nochmals für die Organisation.

LG
Alex

PS: Auch wenn es nun nicht mehr den Bedarf zur Selbshilfe gibt, ist 3D Druck nach wie vor ein schönes (und zeitraubendes) Hobby. Von daher, falls Jemand eine gute Gruppe mit regelmäßigen Treffen kennt oder Grüden will, bitte melden, ich hätte nach wie vor Interesse (auch wenn ich meinen 3D Drucker nicht immer mitschleppen möchte).

From: repra...@googlegroups.com <repra...@googlegroups.com> on behalf of Christoph Schiedlbauer <christoph.s...@gmail.com>
Sent: Tuesday, April 2, 2019 23:43
To: repra...@googlegroups.com
Subject: Re: [reprap-wien] Der Endpunkt.
 
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