Beider ersten offiziellen Wahlveranstaltung am 4. Februar versammelten sich 45 Mitglieder der Stammtischgruppen aus Herrieden und Ansbach, um sich als Mitglieder einzutragen und den deutsch-amerikanischen Freundschaftsclub Outreach-KONTAKT Franken offiziell zu grnden. Trotz vieler Diskussionen um den offiziellen Namen und die knftigen Mitgliedsbeitrge fand sich bald ein gemeinsamer Konsensus.
Outreach-KONTAKT ist ein deutsch-amerikanisches Freundschaftsprogramm das jedem offen steht. Dieses "Community Outreach Programm" gibt amerikanischen Soldaten, Familienmitgliedern und Zivilangestellten eine Gelegenheit viel ber Deutschland zu lernen und Seite an Seite mit Deutschen und anderen Staatsbrgern die deutsche Kultur zu verstehen.
Das Programm hilft kulturelle Unterschiede zu berwinden und neue Freundschaften zu schliessen. Outreach-KONTAKT Mitglieder sind Botschafter des guten Willens sowohl fr die USA als auch Deutschland. Das Programm ist das einzige deutsch-amerikanische Community-Relations-Programm, das von der U.S. Army Europe offiziell untersttzt wird und verbindet die U.S. Armee mit der rtlichen Bevlkerung in bestehenden und ehemaligen U.S. Militrgemeinden in Deutschland.
Am 4. Februar wurde ein kompletter Vorstand zur Fhrung des neuen Clubs gewhlt; die Vorstandsmitglieder treffen sich bald zu ihren ersten Plannungssitzungen, um das weitere Vorgehen zu skizzieren. Die neugewhlten Vorstnde sind Dennis Gardner, von Beruf Geschftsfhrer (Deutscher Prsident) und Jesse Alcock, ein Kompaniekommandeur der 12. Kampffliegerbrigade (Internationaler Prsident); die neuen Vizeprsidenten sind Adrienne Smith, Familienangehrige und aufstrebende Knstlerin (Internationaler Vize) und Michael Bergner, IT Spezialist bei der Bayrischen Staatsregierung (Deutscher Vize). Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Florian Zeilinger (Schatzmeister), Johanna Serban (Schriftfhrerin), Andrea Gilch, Bryan Gatchell, Jessica Sowders und Stefanie Bohl (alle Beisitzer). Die Vorstandsmitglieder sind begeistert von ihrer neuen Aufgabe und freuen sich schon auf ein Jahr voll Spass und interessanten Aktivitten und Veranstaltungen. "Wir sind alle Neulinge und werden mit den Herausforderungen wachsen, also habt bitte Geduld mit uns; aber ich weiss, dass dies ein toller Club sein wird und ich freue mich wirklich ber diese Chance", sagte Dennis Gardner kurz nach seiner Wahl zum deutschen Vorstand.
Der neue Outreach-KONTAKT Franken Verein wird weiterhin regelmssig zwei Stammtische pro Monat veranstalten, einen am ersten Dienstag im Monat in Ansbach und einen am dritten Dienstag in Herrieden. Der Club freut sich auf neue Leute und auf ihre Teilnahme an Clubveranstaltungen. Interessierte Brger sind herzlich willkommen an einem informellen Stammtisch teilzunehmen, um mehr ber die Events und Aktivitten zu erfahren und neue Freunde in ungezwungener and freundschaftlicher Atmosphre kennenzulernen.
Fr weitere Informationen ber den Club und die Stammtische steht die Facebookseite
www.facebook.com/OutreachKONTAKTFranken zur Verfgung; fr weitere Einzelheiten ber das Outreach-KONTAKT Programm kann auch das deutsch-amerikanische Verbindungsbro der Standortverwaltung USAG Ansbach unter 0981 - 183 - 7786 kontaktiert werden.
Aus ein paar Schritten Abstand wirkt das Bild wie ein gewhnlicher lschinken, blo ist die Leinwand in knallig bunten Farben bemalt und zeigt ein sehr merkwrdiges Motiv: Zu sehen ist ein Straenkter, der eine Mischung aus einem Dackel und einem Schferhund sein knnte - und der ein zerrissenes T-Shirt trgt, in dem eine Sicherheitsnadel und ein Button mit dem Konterfei von Franz Josef Strau stecken.
Seltsam ist auch der Name des Malers: Moritz Ra. Das drollige Bild stammt aus dem Jahr 1980 - und damals wurde gerade mit allen Traditionen gebrochen: Die Welt stand Kopf, zumindest fr jeden, der jung war. Der Ausnahmezustand hie Punk. Man mochte oder hasste ihn, nur ignorieren konnte ihn niemand.
Moritz Ra heit eigentlich Moritz Reichelt. Der heute 47-Jhrige war als Musiker, Snger, Maler, Bhnenbildner und Gestalter von Plattencovern eine typische Vielfach-Existenz - jeder konnte machen, wozu er sich berufen fhlte.
Zu sehen ist Reichelts Gemlde neben vielen anderen Reliquien aus der Frh- und Hochphase des Punk in einer Ausstellung in der Dsseldorfer Kunsthalle*. Und die will nicht nur den lrmenden Erfolgszug der Punks und ihrer wsten, lauten Musik zwischen 1977 und 1982 illustrieren und deren kreative Schbe feiern - sondern auch mit ein paar Vorurteilen aufrumen.
Das Erstaunlichste an dieser Hommage an Punk ist vielleicht, dass sie erst jetzt stattfindet: nach dem ausgiebig abgefeierten Revival der achtziger Jahre, das sich in Neue-Deutsche-Welle-Partys, Fernseh-Shows und Gedenkbchern wie Generation Golf manifestierte.
Jede Generation, so wollen amerikanische Schlaumeier nun herausgefunden haben, verklre sptestens in ihren frhen Dreiigern die eigene Jugend: Dieses Nostalgia-Phnomen schildert das US-Magazin Newsweek in seiner jngsten Ausgabe - und amsiert sich ber Partys in Londoner Discos, auf denen 30-Jhrige in Schuluniformen ihre Teenagerjahre aufleben lassen.
Die Punk-Pioniere, die lngst die vierzig berschritten haben, zgerten lange; doch jetzt blicken viele von denen, die sich einst geschworen hatten, dass sie nie erwachsen werden wollten ("Jung Kaputt spart Altersheime hie ein Song jener Jahre), umso euphorischer auf ihre wildesten Jahre zurck. In Kunst und Musik, auf dem Buchmarkt und im Kinobetrieb werden die Krawalljahre nun heftig verklrt.
Mit feierlicher Grndlichkeit widmeten sich die Feuilletons etwa zwei Punk-Bilanzbchern: der erstmals auf Deutsch erschienenen Rckschau England''s Dreaming des Briten Jon Savage und der Dokumentation Verschwende Deine Jugend des deutschen Journalisten Jrgen Teipel. Teipel hat nun auch die Dsseldorfer Schau mit zusammengestellt*.
Punk gilt auch im Kino derzeit als hip: Genauso wie Teipels Buch - nmlich Verschwende Deine Jugend (nach einem Songtitel des Duos Deutsch-Amerikanische Freundschaft) - heit ein Kinofilm aus der Zeit von Punk und Neuer Deutscher Welle, der gerade in Mnchen gedreht wird. Verpflichtet wurde ein ganzes Jungstar-Aufgebot, darunter mit Jessica Schwarz und Tom Schilling zwei groe Nachwuchshoffnungen des deutschen Kinos.
Auch der Film Was tun, wenn''s brennt, eine ber fnf Millionen Euro teure Produktion, erzhlt von einem Leben zwischen Straenkmpfen und Hausbesetzung. Immerhin 450 000 Zuschauer sahen im vergangenen Winter den Film, in dem Til Schweiger einen ewigen Rebellen spielt.
In der Popwelt ist die Beschwrung einer Punk-Renaissance schon lnger oberste Trendscout-Pflicht. Mal werden Veteranen wie die mittlerweile 55-jhrige Sngerin Patti Smith von der New York Times als Patin des Punk-Rock bejubelt; mal Nachwuchs-Punk s wie die angemessen rotzfreche und hchst erfolgreiche US-Sngerin Pink, 22.
Whrend Modemagazine den Retro-Chic der Sicherheitsnadeln und Stachelfrisuren auf Hochglanzbildern neu ausbreiten, machte der stilbewussteste aller Fuballspieler, der Brite David Beckham, 27, bei der Fuball-WM mit einem kuriosen Irokesen-Haarschnitt Furore - der galt einst als Standardfrisur der Punks.
Es scheint, als sehnten sich die gelangweilten Menschen am Beginn des 21. Jahrhunderts in eine abenteuerliche Zeit zurck, in der es als Provokation galt, wenn sich Schler ihre Haare wchentlich umfrbten und die Parole No Future auf ihre Lederjacken sprhten.
Punk war die Ausgeburt einer Krisenstimmung in den siebziger Jahren. Fragt sich angesichts der trben Welt- und Wirtschaftslage im Jahr 2002: Kann der verflossene Revoluzzergeist noch einmal aus der Flasche gelassen werden? Wohl kaum.
In seiner Dokumentation kommen unter anderem der Schauspieler Ben Becker, der Snger Campino und die Musikerinnen und Produzentinnen Inga und Annette Humpe zu Wort - und feiern jeder auf seine Art eine ebenso radikale wie lobenswerte Kultur-Revolution. Der Musiker und Maler Reichelt etwa schwrmt, erst dank Punk htten sich deutsche Popknstler von ihren angloamerikanischen Vorbildern emanzipiert und das Singen in der eigenen Sprache pltzlich viel witziger gefunden.
Die Punks selbst erhoben den Anspruch, nicht nur die Musik, sondern auch fast alles andere neu zu erfinden: die Mode, die Sprache und die Kunst. Es herrschte pltzlich das lustige Heimwerkerprinzip des Do it yourself. Man bastelte sich seine Outfits selbst, aber auch seine Fanmagazine - von denen in der Dsseldorfer Kunsthalle jede Menge auf die Wnde gepinnt wurden: als riesige Collage aus lustigen Zeichnungen und schwrmerischen Musikbesprechungen.
Die Schau verzichtet klugerweise auf jegliche bizarre Inszenierung. Die Dokumente wirken laut und direkt genug. Das Publikum darf sich die Lieder von einst anhren, altes Filmmaterial ansehen - und viel staunen ber die Exotik der spten siebziger und frhen achtziger Jahre.
Zu bewundern sind bunte Bhnenbilder und mal comicartige, mal gruftig dstere Covergestaltungen - und irgendwo steht ein Schlagzeug herum, das sich die Mitglieder der Gruppe Einstrzende Neubauten einst aus Schrott zusammenschraubten: Das Exponat, lngst von historischem Wert, darf allerdings nicht angefasst werden, was gestandene Punks von einst, die sich ja an kein Verbot halten wollten, schon irritieren knnte.
Eine klingt besonders hymnisch und ist im Katalog nachzulesen: In ganz Europa fhlten junge Menschen, wie etwas in ihrer Seele einrastete. Etwas Pures, Klares, Hartes, Glhendes, Wtendes war in die Welt gestrzt wie ein Meteor.
Hrte, Glut und Null-Bock-Haltung der Punks brachten Eltern und Lehrer auf die Palme und richteten sich im Prinzip gegen alles. Am liebsten aber stnkerte man ber die damals noch jungen Veteranen von 1968: die Hippies. Von denen hielten sich viele fr die grten Revoluzzer aller Zeiten - und wurden nun als diskutierwtige Langweiler beschimpft: Viel wichtiger als die Emanzipation von den Eltern war die von den 68er-Helden.
Der Schriftsteller Peter Glaser, 45, gerade in Klagenfurt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, lobt noch heute: Punks htten einen schpferischen Anti-Intellektualismus entwickelt - nicht nur, was das Erproben immer neuer Provokationen anging.
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