Vergiss es nie
Liebe Gemeinde,
vor der Predigt haben wir in dem Tauf-Lied die Voraussetzung gesungen,
unter welcher wir unseren heutigen Text betrachten wollen: „Vergiss es
nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee“ Wir sind Gottes Geschöpfe und
seine Liebe ist es, die uns hier auf diese Welt gebracht hat.
Liebe ist auf Gegenseitigkeit angelegt und will erwidert werden. Weil
Gott uns zuerst geliebt hat, möchte er, dass wir seine Liebe erwidern.
Das hat ganz praktische Folgen. Unsere Liebe zu Jesus und zu Gott drückt
sich darin aus, was wir im heutigen Text hören:
Die Bibel - Johannes 14,15–19 Pfingstmontag
15 »Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote befolgen.
16 Dann werde ich den Vater um etwas bitten: Er wird euch an meiner
Stelle einen anderen Beistand geben, einen, der für immer bei euch bleibt.
17 Das ist der Geist der Wahrheit. Diese Welt kann ihn nicht empfangen,
denn sie sieht ihn nicht und erkennt ihn nicht. Aber ihr erkennt ihn,
denn er bleibt bei euch und wird in euch gegenwärtig sein.
18 Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein. Ich komme wieder zu euch.
19 Es dauert nur noch kurze Zeit, dann wird diese Welt mich nicht mehr
sehen. Aber ihr werdet mich sehen, denn ich lebe. Und ihr werdet auch
leben.
„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote befolgen“
Da denken wir zuerst einmal an die zehn Gebote. Aber es sind sicher auch
die vielen Gebote gemeint, die wir im Neuen Testament finden. Wenn wir
alle zusammenzählen, finden wir über 1000 Gebote im Neuen Testament.
Hier wird deutlich, dass Jesus Jude war und der christliche Glaube auf
die Liebe und die Gebote, auf die Barmherzigkeit und die Gerechtigkeit
gründet.
Das alles entscheidende ist hier aber die Reihenfolge: aus der Liebe zu
Gott heraus sollen die Gebote gehalten werden.
Ich will den Unterschied am Vorgang des Fotografierens deutlich machen:
Wenn ich Foto mache, dann gibt es ein Motiv, das ich mit meinem Apparat
aufnehme. Ich mache es nicht so, dass ich den Foto nehme und anhand vom
dem Foto das Motiv nachstelle.
Wenn ich aus der Liebe zu Gott heraus die Gebote halten, dann ist das
wie wenn ich mit meinem Foto ein Bild aufnehme und nachher eine
Erinnerung an das Erlebt habe.
Wenn ich aus eigener Kraft oder aus Angst vor Gott die Gebote halte,
dann ist wie wenn ich ein Bild nehmen und die Szene nachstelle, die ich
darauf sehe. Es ist nicht die Wirklichkeit, sondern es ist nur Zerrbild
von ihr.
Diesen Unterschied haben wir auch im Lied bei der Taufe gesungen:
„Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du
atmest, kein Entschluss von dir. Vergiss es nie: Dass du lebst, war
eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich.“
Wir sind ein Original Gottes und wir sollen dieses Original auch leben.
Wenn wir unseren eigenen Stiefel leben, dann sind wir höchstens eine
billige Kopie und werden dem Original nicht gerecht. Gott hat uns unser
Leben geschenkt, es ist ein Geschenk seiner Liebe an uns. Wenn wir diese
Liebe erwidern, dann halten wir auch die Gebote Gottes. Die
Barmherzigkeit Gottes ermöglicht es, dass wir uns Gottes Gerechtigkeit
stellen können.
Gott lässt uns ja nicht allein: Unser ganzer Abschnitt steht unter einer
großen Verheißung: Jesus bittet für uns um einen tröstenden Beistand:
„Dann werde ich den Vater um etwas bitten: Er wird euch an meiner Stelle
einen anderen Beistand geben, einen, der für immer bei euch bleibt.“ Die
Person von der Jesus hier spricht bedeutet „Ratgeber, Tröster, Ermahner,
Beistand“ oder wörtlich einer, der dazu gerufen wird. Er soll nach der
Himmelfahrt die Aufgaben erfüllen, die Jesus hier während seines
Erdenlebens getan hat.
Der Heilige Geist tröstet uns, z.B. mit dem Refrain des Liedes, das wir
gesungen haben: „Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der
Natur, ganz egal, ob Du Dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist
ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der
Clou, du bist du. Ja, du bist du.“
Wer nicht an Gott glaubt, für den ist das Leben und die Gefühle eine
Ansammlung biochemischer Vorgänge in unserem Gehirn. Wie tröstlich ist
doch da der christliche Glaube, der weiß, dass das Leben durch den
großartigen Plan unseres Schöpfers entstanden ist. Ja noch mehr, jedes
Leben ist keine Laune der Natur ist, sondern ein Gedanke Gottes. Das ist
unser Trost, dass wir gewollte und geliebte Geschöpfe Gottes sind. Und
damit wir das leben und begreifen können, hat Gott seine Heiligen Geist
in die Welt geschickt, damit wir das glauben und erfahren können. Dieser
Tröster wird auch der „Der Geist der Wahrheit“ genannt.
„Das ist der Geist der Wahrheit. Diese Welt kann ihn nicht empfangen,
denn sie sieht ihn nicht und erkennt ihn nicht. Aber ihr erkennt ihn,
denn er bleibt bei euch und wird in euch gegenwärtig sein.“
Im Alten Testament sind er’s nur wenige, auserwählte Menschen, die mit
Gottes Geist begabt werden. Seit Pfingsten, das wir gerade feiern, ist
der Geist Gottes über alle Menschen ausgegossen.
Und jeder muss für sich selber diesen Weg zur Wahrheit Gottes finden:
„Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du, und
niemand lächelt so, wie du es grad tust. Vergiss es nie: Niemand sieht
den Himmel ganz genau wie du, und niemand hat je, was du weißt, gewusst.“
Bist du schon einmal geglaubt worden. Ich nicht. Denn Glauben an Gott
kann dir keiner abnehmen, auch nicht die fromme Tante oder der Pfarrer
in der Verwandtschaft. Jeder muss und darf für sich selber glauben. Denn
jeder Mensch ein eigener Gedanke Gottes, den Gott liebt und zu dem Jesus
sagt: „Ich lasse dich nicht sitzen“
„Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein. Ich komme wieder zu euch.“
Es ist wie mit einer Kaution. Wenn ich in Untersuchungshaft komme, dann
kann es sein, dass der Richter sagt, gegen eine Kaution von so und so
viel Euro kommt der Gefangene frei. Das Geld ist dazu da, dass der
Gefangene zurück kehrt und sich dem Prozess stellt. Genau so ist es mit
dem Heiligen Geist, den uns Jesus dalässt als Kaution dafür, dass er
wiederkommt.
„Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein. Ich komme wieder zu euch.“
Der Heilige Geist ist das Pfand für die Wiederkunft Jesu. Der Heilige
Geist ist es auch, der und gewiss macht, dass Jesus unsichtbar unter uns
ist:
„Es dauert nur noch kurze Zeit, dann wird diese Welt mich nicht mehr
sehen. Aber ihr werdet mich sehen, denn ich lebe. Und ihr werdet auch
leben.“
Das große Versprechen Gottes ist Leben, dass wir hier auf dieser Erde
sinnvolles Leben haben und dann im Himmel einmal ewiges Leben. Gott hat
jedem von uns auf dieser Erde ein eigenes sinnvolles Leben vorbereitet,
so wie es in der dritten Strophe des Taufliedes heißt:
„Vergiss es nie: Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt, und
solche Augen hast alleine du. Vergiss es nie: Du bist reich, egal ob
mit, ob ohne Geld, denn du kannst Leben! Niemand lebt wie du.“
Es kommt nicht sehr auf die äußeren Eigenschaften an. Ich brauche nicht
das Gesicht und die Figur von Miss World um glücklich zu werden, sondern
ich kann mit dem Gesicht und den Augen, die mit Gott geschenkt hat,
glücklich leben.
Es kommt nicht auf mein Bankkonto an. Ich brauche nicht die Milliarden
von Jeff Bezos, der Bill Gates überholt hat, um zufrieden zu leben.
Nein, ich kann mit meinem Einkommen und Möglichkeiten zufrieden sein,
und das genießen, was Gott mir geschenkt hat.
Es kommt darauf an, dass du nicht unerfüllbaren Dingen und Wünschen
hinterher rennst, sondern nach Gott suchst und fragst, was er für dich
und dein Leben vorgesehen hat.
Das finden wir auch in den Taufsprüchen von Max Valentin und Paulina
Jos 1, 9 Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und
hab keine Angst! Denn ich, der HERR, dein Gott, stehe dir bei, wohin du
auch gehst.
Mutig und entschlossen mit Gott Schritte zu gehen, ist der Anfang auf
dem Weg, die Liebe Gottes zu finden. Gott antwortet auf unsere Suche mit
seiner Liebe und vertreibt die Angst. Wir wiederum dürfen seine Liebe
dann mit unserer Liebe erwidern und seine Gebote halten. Mit Gott zu
leben schenkt nicht nur Glück und Zufriedenheit, sondern nimmt uns auch
die Lebensangst und die Furcht, die unser Leben sonst lähmen kann.
Ps 91, 11+12 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten
auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du
deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Kann ich gut verstehen, dass Ihr Euch als Eltern den Schutz und den
Segen Gottes wünscht.
Segen setzt Glauben voraus
• Meinen Glauben stärken – mit Gott und Jesus in Beziehung leben und
täglich in Verbindung bleiben
• Den Glauben von Johanna stärken – mit ihr über Gott und Jesus reden
Das Lateinische Wort für segnen heißt benedicere – gut von etwas reden
Segen heißt ich sehe das Gute und fördere es, das Gute in meinen
Kindern, das Gute in anderen Menschen und dann wir es mir und meinen
Kindern und dann wird es zu Segen
Ich möchte Euch die Erinnerung an das das Lied „Vergiss es nie“ mit auf
den Weg geben:
Vergiss es nie, dass Gott dich liebt.
Amen.
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