Geburtstag der Kirche- Johannes 14,23–27 – Pfingstsonntag

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Krust, Ralf

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Jun 7, 2025, 3:40:47 AM6/7/25
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Geburtstag der Kirche

Liebe Gemeinde,

Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Aber es gibt wohl selten ein Geburstagsfest, dass die Geschichte hindurch, so lieblos gefeiert wurde. Ich habe einmal mit einem Pfarrer gesprochen, der gesagt habt: über Pfingsten mache ich Urlaub, denn da kommen noch weniger Leute als sonst sonntags.

Das Ganze liegt mit daran, dass der Heilige Geist, der im Mittelpunkt des Festes steht, immer wieder an den Rand gedrückt wurde. Viele können gar nicht auf Anhieb sagen, was der Heilige Geist im Leben eines Christen wirkt. So möchte mich heute auf diesen wichtigen Punkt beschränken, der Heilige Geist, der unter uns anwesend ist und uns zeigt, dass Gott eine Beziehung mit uns haben möchte.

Gott ist ein Gott der Beziehungen. Deutlich sehen wir das an Taufe, Abendmahl und an Konfirmation. Gott will mit den Menschen, die getauft und konfirmiert sind, also mit uns, in Beziehung bleiben. Und wir dürfen in Beziehung mit Gott, nennt man Glauben, unser Leben gestalten. Darum geht es im heutigen Text:

 

Die Bibel - Johannes 14,23–27 – Pfingstsonntag

23Jesus antwortete ihm [seinem Jünger]: »Wer mich liebt, wird sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und für immer bei ihm bleiben. 24Wer mich nicht liebt, wird sich nicht nach meinem Wort richten. Dabei kommt das Wort, das ihr hört, nicht von mir. Es kommt vom Vater, der mich beauftragt hat. 25Ich habe euch das gesagt, während ich noch bei euch bin. 26Der Vater wird euch in meinem Namen den Beistand senden: den Heiligen Geist. Der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich selbst euch gesagt habe. 27Zum Abschied schenke ich euch Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen.

 

Pfingsten ist in unsere Kirche das ganze Jahr sichtbar. Vorhin haben wir den Pfingst-Bericht der Apostelgeschichte gehört. Dort erfahren wir, dass zwei Zeichen des Heiligen Geistes Feuerflammen und brausender Wind sind.

Wo haben wir das Feuer in unseren Kirchen?

Damit haben wir hier als Symbol die Kerzen. Sie gehören zum Geburtstag der Kirche dazu und erinnern an das Feuer des Heiligen Geistes. Ihr Brennen erinnert uns aber auch daran, dass sich unser Glaube immer wieder von diesem göttlichen Feuer anstecken lassen soll, um den göttlichen Frieden zu finden, von dem wir im Predigttext hören: „Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen.“

Dieser Friede kommt nicht allein, sondern z.B. dann, wenn ich auf einen Menschen zugehe, mit dem ich Streit oder vielleicht sogar nur Funkstille habe. Dann beginnt das Feuer des göttlichen Friedens auch in uns wieder zu brennen.

Wo finden wir den Wind in unseren Kirchen?

Natürlich bei den Blasinstrumenten der Posaunenchöre und bei der Orgel. So erinnern uns die Blasinstrumente und die Orgel wie die Kerzen an den Heiligen Geist.

So wie Kerzen und Orgel in fast jedem Gottesdienst gegenwärtig sind, so wirkt auch der Heilige Geist in unserem Leben. Wir müssen es nur zulassen, dann spüren wir ihn. Er bringt die heilige Unruhe Gottes in unser Leben.

Die Blasinstrumente und die Orgel lassen das Lob Gottes erklingen, das haben sie mit dem Heiligen Geist gemeinsam. Mit ihrer Musik drückt sie Freude und Leid, Glück und Trauer aus, in all diesen Punkten möchte uns der Heilige Geist helfen.

Und wenn wir uns die Apostelgeschichte anschauen, dann sehen wir, dass der Heilige Geist Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern und Sprachen zusammenführt und gemeinsam an Gott und Jesus Christus glauben lässt.

Denken wir bei Posauenklängen und der Orgel, auch an den Heiligen Geist. Denn er ist der Beistand, den Gott uns schickt, dann werden wir jeden Sonntag daran erinnert, welch hilfreichen Tröster Gott uns schickt.

Die Beziehung zu Jesus Christus macht sich auch an seinen Worten fest. Deswegen ist ein Symbol des Heiligen Geistes. die Kanzel, der Ort unter der ich jetzt stehe, der Ort der Predigt. In Kirchen, wo es einen sogenannten Kanzeldeckel gibt, ist dort oft eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist dargestellt.

Damit wir Gottes Wort kennenlernen und verstehen, müssen wir es erst einmal hören oder lesen. Nachrichten, Social Media oder Zeitung lesen wir jeden Tag. Diese Worte haben nur gestern, heute, und morgen Bestand. Das Wort von Jesus Christus hat in Ewigkeit bestand, und so sollten wir es täglich lesen. Die Bibel enthält doch die sagenhafte Liebesgeschichte, die Gott mit uns gestalten möchte.

Das ist nicht anders als das, was Jesus hier sagt: „Wer mich liebt, wird sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und für immer bei ihm bleiben.“ Gott möchte eine Liebesbeziehung mit uns anfangen oder vertiefen. Denken wir einen Moment mal an die Zeit, in der wir frisch verliebt waren. Wie schön war das, wir sind auf der siebten Wolke geschwebt. Jesus möchte so eine Liebesbeziehung zu uns immer wieder vertiefen. Wenn wir verliebt sind, wollen wir mit unserem Partner zusammen sein, wollen wir von ihm alles erfahren, was wir herausbekommen können. So ist es auch mit unserer Beziehung zu Jesus: wir dürfen Bibellesen, wir müssen das nicht machen, als Zwang, dann bringt es gar nichts. Ich liebe Jesus, darum lese ich in der Bibel, weil ich ihn noch besser kennen lernen möchte. Ich liebe Jesus, darum möchte ich das tun, was ich da in der Bibel erfahre. Und dann kommt doch ein wunderschönes Versprechen. Wenn zwei sich lieben, heiraten die beiden und ziehen zusammen. Wenn wir Jesus lieben, dann kommt er in dein Leben und nimmt in deinem Leben Wohnung: „und wir werden zu ihm kommen und für immer bei ihm bleiben.“.

Es ist so schade, dass sich so viele Leute dies entgehen lassen. Es absolut hilfreich, dass jemand heute Morgen hier bei uns im Gottesdienst kommt. Er hört dann Gottes Wort. Aber es ist noch viel entscheidender, dass Gott in sein Herz kommt, dass Jesus Christus in unser Herz kommt und darin Wohnung nimmt. Jesus ist nicht wie jemand, der unangemeldet kommt, er möchte gebeten werden. Wenn wir noch nie in unserem Leben Jesus in unser Herz eingeladen haben, dann dürfen wir das tun, sonst ist er nicht drin. Warum wir Jesus immer wieder einladen, sollten in unser Herz zu kommen, gibt es zehntausend Gründe, ich will jetzt hier nur einen nennen: weil der Heilige Geist uns dann tröstest. Das ist die zweite Person Gottes, zu der wir eine feste Beziehung haben sollten:

Der Heilige Geist ist der Tröster. Das brauchen die Menschen, die um einen Verstorbenen trauern, das brauchen aber auch wir. Jesus sagt: „Der Vater wird euch in meinem Namen den Beistand senden: den Heiligen Geist. Der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich selbst euch gesagt habe.“ Könnte es uns besser gehen, als dass Gott selbst uns tröstet. Die Beziehung zu Gott ist eine Beziehung des Trostes. Er tröstet uns aus Gottes Wort, weil er uns an die Worte von Jesus erinnert, die wir in der täglichen Bibellese gelesen haben, dann wenn wir sie brauchen. Die Bibel ist eine unerschöpfliche Quelle des Trostes. Auch hier wieder ein Beispiel aus dem Alltag. Wenn wir jemand durch den Tod verloren haben, dann sind es unsere besten Freunde, die kommen und uns trösten. So will auch der Heilige Geist unser bester Freund sein und in allem, was uns in dem Leben begegnet trösten. Das hilft vor allem dann, wenn der Tod unfassbar ist und wir es nicht verstehen. Der Heilige Geist macht uns gewiss, dass weil Jesus vom Tod auferstanden ist, auch unsere lieben Verstorbenen auferstehen werden.

Symbol für den göttlichen Frieden ist der Altar in unseren Kirchen, der Ort an dem der der Friede, den Gott der Vater von Jesus Christus gibt, sichtbar wird.

Ob wir auf dem Weg des Friedens sind, entscheidet sich daran, ob wir Gottes Kraft in unserem Leben wirken lassen. Von dieser Kraft Gottes redet Jesus hier im Predigttext: „Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen.“

Die Bibel enthält den unverbrüchlichen Friedensvertrag, den Gott mit uns schließen möchte. Er schenkt uns Frieden in dein Herz, wie ihn uns nichts und niemand auf dieser Welt geben kann. Das gilt gerade auch in allen Schicksalsschlägen und unverstandenen Lebenswendungen. Wir können unser Leben nur vorwärts leben und Gottes Geist bitten, dass wir es rückwärts verstehen. Doch letztendlich werden wir erst alles verstehen, wenn wir einmal Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen werden. Dann können wir ihm alle unseren ungelösten Fragen stellen.

Hilfreicher geht es nicht: Gott möchte eine Liebesbeziehung, Gott tröstet uns, Gott gibt Frieden. Warum lehnen die meisten Menschen diese sagenhafte Botschaft ab. Es liegt an den Risiken und Nebenwirkungen, die damit verbunden sind und die will ich auch nicht verschweigen.

Alle politischen und gesellschaftlichen Programme zur Weltverbesserung gehen davon aus, dass die Umstände sich bessern müssen, dann werden auch die Menschen besser. Das können wir an vielen Stellen beobachten.

Ich will nur einige Beispiele nennen.

Die Feministinnen sagen, wenn erst die Frauen gleichberechtigt sind, dann geht es allen Frauen besser.

Die Kommunisten sagen, erst wenn alle Menschen gleich sind und gleiches haben, geht es allen besser.

Die Humanisten sagen, wir müssen nur das Gute im Menschen fördern, dann wird alles gut.

Der christliche Glaube geht den umgekehrten Weg. Er sagt: zuerst muss der Mensch sich ändern, dann ändern sich die Umstände, dann geht es allen besser. Die Voraussetzung jedoch ist: Derjenige, der sich ändern muss, bist also: du. Darum ist der christliche Glaube für viele so wenig attraktiv, weil er da ansetzt, wo die meisten sich nicht ändern wollen: in ihrem Herzen. Wenn sich der Mensch Jesus Christus in sein Herz aufnimmt, dann geht es Frauen und Männern besser, weil sie ihr Leben so gestalten, wie es der Schöpfer sich gedacht hat. Dann geht es den Menschen besser, weil sie fragen, was der Einzelne braucht. Es reicht auch nicht, nur das Gute zu fördern. Jesus zeigt uns den Weg, wie wir das Böse, das es auch in uns gibt, bei der Wurzel fassen, und beseitigen können.

Lasst uns das naher bewusst beim Vaterunser beten: Erlöse uns von dem Bösen und darum bitten, dass der Heilige Geist durch unser Leben weht und uns ändert.

Amen.

 

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