Was ist Wahrheit? Johannes 18,33b-38

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Krust, Ralf

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Apr 5, 2025, 2:04:11 AM4/5/25
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Was ist Wahrheit?

Liebe Jubilare, Liebe Gemeinde,

Was ist Wahrheit? Diese Frage ist 2000 Jahre alt und immer noch aktuell. Zum einen ist Wahrheit nicht Fake News. Inzwischen ist dieser Begriff im Duden aufgenommen. „Fake News“ steht für Nachrichten, die manipuliert wurden, um damit Falschmeldungen zu verbreiten. Man kann sie also auch als Lügen bezeichnen.

Und auch nicht der zweite Begriff - nicht weit davon entfernt: Alternative Fakten. Der stammt in seinem Ursprung aus dem politischen Umfeld des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und wurde 2017 sogar zum Unwort des Jahres gewählt. Wieder geht es um kaschierte Lügen.

Ich finde es erschreckend, was sich sprachlich bis heute entwickelt hat. Waren "Fakten" für mich früher ein ganz klarer Maßstab bei der Suche nach der Wahrheit, muss ich mich jetzt erst einmal fragen, ob sie gefaket wurden oder gar alternativ sind. Und natürlich muss ich mich auch selbst fragen, was für mich Wahrheit ist. Hören wir darauf, was Jesus zu dieser Frage nach Wahrheit:

 

Die Bibel - Johannes 18,33b-38 – Judika 6.4.2025

18,33b Pilatus sprach zu ihm: Bist du der Juden König? 34 Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir’s andere über mich gesagt? 35 Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? 36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von hier. 37 Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es: Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. 38 Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.

 

Die Worte von Jesus über Wahrheit sind gar keine Antwort auf die Frage des Pilatus „Was ist Wahrheit?“, sondern sie gehen seiner Frage voraus. Und damit steht diese Frage in einem noch viel größeren Zusammenhang, der uns an den Anfang der Bibel und der Menschheit führt. „Sollte Gott gesagt haben?“ mit diesem Satz kann ich die Botschaft der Schlange an Adam und Eva zusammenfassen. Und mit dem alternativen Faktum „Ihr werdet sein wie Gott“ hat sie die beiden zur Frucht greifen lassen.

Deswegen ist es gar nicht so sehr die Frage „Was ist Wahrheit?“, sondern viel mehr die Frage, lasse ich die Wahrheit Gottes für mich und mein Leben gelten oder ist sie für mich Fake News und ein alternatives Faktum.

Ihr Jubilare habe euren Glauben damals mit eurer Konfirmation bestätigt und zeigt durch euer Kommen an, dass sie für euch noch Gültigkeit hat. Darum wollen wir einen Blick darauf werfen, was der Inhalt dieser göttlichen Wahrheit ist.

Pilatus fragt also Jesus kurz vor seiner Verurteilung: „Was ist Wahrheit?“ und wendet sich dann sofort von ihm ab. Da steht Pilatus vor der Wahrheit, schaut ihr ins Gesicht und erkennt sie nicht. Das ist traurig. Es gibt keine unterschiedlichen Wahrheiten. Es gibt nur die eine Wahrheit und die trägt den Namen Jesus Christus.

Es ist nicht so, als hätte Jesus seinem Richter Pilatus nicht die Möglichkeit gegeben das zu erkennen! Nur einen Satz vorher hat Jesus Pilatus den Sachverhalt erklärt: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.“

Was sind die Merkmale von Wahrheit? Wahrheit ist wahrhaftig. Das heißt: sie ist aufrichtig, zuverlässig, beständig, tragfähig und treu. Wahrheit ist befreiend. Das sind auch die Merkmale von Jesus. Deswegen kann Jesus auch an anderer Stelle im Johannesevangelium sagen: „Ich bin die Wahrheit.“ Jesus hat durch sein Reden und Handeln, durch sein Leben bezeugt, dass er die Wahrheit in Person ist. Einer der größten Wahrheitsbeweise sind wohl sein Tod und seine Auferstehung. Denn sein Tod am Kreuz hat mich frei gemacht. Frei von Lüge und Schuld. Jesus ist befreiend. Bis heute. Wer die gleiche Frage hat wie Pilatus – „Was ist Wahrheit?“ – muss nur auf Jesus schauen. Das ist die Wahrheit. Der ist die Wahrheit.

Aus einer Fake News wird keine Wahrheit, so oft sie auch wiederholt wird. Aus einer alternativen Wahrheit wird keine echte Wahrheit, so schön er auch garniert und eingefärbt wird. Und aus einer Wahrheit wird nie ein Irrtum, auch wenn sie noch so ungeschickt gesagt oder ausgelebt wird.

Die Wahrheit Gottes ist nicht abhängig von der Ausdruckskraft und Predigtstärke seiner Leute. Es ist immer gut, wenn das Leben der Christen mit der Wahrheit des Christus übereinstimmt. Aber wahr ist Christus auch, wenn seine Leute ihn einmal schlecht vertreten.

Eine gute Medizin bleibt gut, auch wenn der Arzt mal einen schlechten Tag hat. Eine Freundschaft bleibt auch dann bestehen, wenn man sich mal zofft und dann wieder verträgt. Gottes Wort bleibt in sich wahr und gültig, auch wenn manche Christen mehr schlecht als recht danach leben. Wir sehen nicht auf Menschen, sondern auf Jesus Christus. Menschen können ent­täuschen, Jesus nie. Er ist die ganze, verlässliche Wahrheit über unser Leben.

Ein zweiter Begriff springt mit hier ins Auge, Jesus bezeichnet sich nicht nur als die Wahrheit, sondern auch als der König.

Woran erkennt man eigentlich einen König oder eine Königin? Eine kleine Umfrage brachte an den Tag … Krone, Zepter, Nerzmantel, weißes Pferd, Schwert. Das alles hatte Jesus nicht. Nehmen wir den nächsten Sonntag, den Palmsonntag. Da ritt Jesus nach Jerusalem nicht auf einem Pferd, sondern mit einem Esel. Da gab es keinen roten Teppich, sondern Palmwedel und verschwitzte Kleider auf dem Weg. Wie um alles in der Welt, kam er dann auf die Idee, sich als König zu bezeichnen? Die Erklärung lieferte er selbst, als er sich hier vor Pilatus, dem Repräsentanten des römischen Kaisers rechtfertigen sollte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Jesus ist der ganz andere König. Er umgab sich nicht mit royalem Pomp – und doch waren Menschen fasziniert von ihm. Irgendetwas an ihm war anders, eben nicht von dieser Welt: diese Liebe, diese Demut, diese natürliche Autorität. Mag sein, dass andere Reiche 1000 Jahre überdauern, sein Königreich ist ewig. Und er lädt uns alle ein, Bürger dieses Reiches, ja noch mehr zu Königskindern zu werden.

Durch ihren Glauben an Jesus Christus sind unsere Jubilare alle Königskinder.

Was das bedeutet, finden wir in dem bekannten Himmelfahrtslied (EG 123):

1. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß. Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muss.

Gespielte Choralstrophe

2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten,

geben ihm die Herrlichkeit; alle Herrschaft dort im Himmel,

hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit.

Wie würde unser Tag aussehen, der das als Überschrift hat, was wir gehört haben?

Wir stehen auf und machen uns klar:

Jesus Christus regiert heute – und zwar über alles. Egal was ist und kommt an Problemen und komischen oder bösen Menschen, egal was ist und kommt an unerträglichen Zuständen:

Jesus Christus steht drüber. Alles wird sich Ihm unterordnen. Er kriegt alles unter die Füße! Und jeder Mensch, der mir begegnet oder den ich im Fernsehen oder Internet sehe oder im Radio höre oder von dem ich lese, – und egal was er jetzt sagt oder schreit oder singt:

Jeder einzelne von ihnen wird eines Tages erkennen, anerkennen und bekennen müssen: Jesus ist der Herr. Jeder, wirklich jeder und jede wird vor Ihm auf die Knie gehen. Ich darf es jetzt schon erkennen! Was für ein Geschenk! Und ich bekenne es über diesem Tag und an jedem Tag!

Ich bekenne es über jedem Menschen und über jeder Situation. Bei allem, was ich sehe und höre,

darf und will ich das mit sehen und mir von GOTT zusagen lassen: Darüber herrscht Jesus Christus!

Wie würde unser Tag aussehen, den wir in dieser Perspektive leben und erleben?

Ich denke, das würde oft einen himmelweiten Unterschied machen! Das will ich euch heute an eurer Jubelkonfirmation mitgeben. Auf unseren König Jesus als die personifizierte Wahrheit blicken und danach handeln, das macht den Unterschied.

Jesus herrscht über alles, was wir sehen! Und auch über alles, was wir nicht sehen!

Es gibt ja so viel mehr! Durchaus unterschiedliche, aber gewaltige Mächte.

Wir würden vergehen vor Furcht, zu Boden gehen und nicht mehr zu atmen wagen, wenn diese Mächte und Gewalten plötzlich sichtbar mit ihrem Licht und mit ihrer Kraft vor uns stünden. Aber auch über sie herrscht Jesus. Einige von diesen Mächten sind übrigens hier, mitten in unserem irdischen Getümmel: Es sind dienstbare Geister, Engel, die jetzt schon denen helfen und dienen, die für immer zu GOTT gehören. Auch sie hat der Liederdichter Hiller im Blick.

Und unter dem Schutz Gottes, der uns hier im irdischen Getümmel behütet, dürfen die Jubilare und auch alle anderen im Glauben an Jesus Christus als Königskinder getrost in die Zukunft blicken und weitergehen.

Amen.

 

 

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