Leben in den Katastrophen dieser Welt - 1. Timotheus 1, 12–

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Krust, Ralf

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Jul 5, 2025, 3:29:12 AM7/5/25
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Leben in den Katastrophen dieser Welt

Liebe Gemeinde,

der Apostel Paulus war zuerst einmal ein religiöser Ganove. Sein Verbrechen war es, die Christen brutal zu verfolgen und ins Gefängnis zu werfen. Solange, bis er von der himmlischen Polizei vor Damaskus gestoppt, von Jesus Christus darauf angesprochen und zum Einstellungsgespräch nach Damaskus geschickt wurde. Unter diesem Gesichtspunkt wollen wir den heutigen Text hören:

 

Die Bibel - 1. Timotheus 1, 12–17 – 06.07.2025

12Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir die nötige Kraft gegeben hat. Denn er hat mir sein Vertrauen geschenkt und mich in seinen Dienst genommen. 13Dabei habe ich ihn früher verhöhnt und verfolgt und mich voll Überheblichkeit gegen ihn gestellt. Aber er hat mir sein Erbarmen geschenkt. Denn ungläubig, wie ich war, wusste ich nicht, was ich tat. 14Ja, unser Herr schenkte uns Gnade über alle Maßen. Mit ihr schenkte er uns den Glauben und die Liebe, die aus der Verbundenheit mit Christus Jesus erwachsen. 15Auf das Wort, das ich dir nun sage, kannst du dich verlassen. Es ist wert, von allen angenommen zu werden: Christus Jesus ist in diese Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Und ich selbst bin der erste unter ihnen. 16Aber gerade deshalb hat er mir sein Erbarmen geschenkt. Denn Christus Jesus wollte an mir als Erstem beispielhaft seine ganze Geduld zeigen. Sie gilt allen, die künftig zum Glauben an ihn kommen und dadurch das ewige Leben empfangen. 17Dem ewigen König, dem unvergänglichen, unsichtbaren und einzigen Gott gebührt die Ehre. Er regiert in Herrlichkeit für immer und ewig. Amen!

 

Bevor Paulus also abrupt gestoppt wurde, lebte er ein relativ zufriedenes Leben, in dem er nicht ahnte, wie es wirklich um ihn stand. Das können wir mit einem Schiffspassagier auf der historischen Fahrt der Titanic von England nach Amerika vergleichen:

Die Titanic ist fast jedem bekannt, das gigantische Schiff aus Stahl, von dem viele Menschen damals glaubten, dass es unsinkbar sei. Wir wissen heute, dass diese Annahme falsch war und das Schiff damit sehr viel Stoff fürs Kino geboten hat. Man mag den Film pathetisch oder schmalzig, genial oder super finden. Von der Story der Titanic bin ich auf jeden Fall fasziniert, weil sie uns so viel über unser Leben und den christlichen Glauben sagen kann. Ich will heute einmal drei Dinge herausgreifen, die wir von dieser Geschichte des Untergangs der Titanic lernen können:

Eine der gängigen Thesen besagt, dass das Problem des Untergangs die spröden Nieten waren, die die Titanic zusammenhielten, diese kleinen unscheinbaren Verbindungsstücke. Da gab es bei einigen Nieten Fabrikationsfehler, die dann das ganze Schiff auseinanderbrechen ließen.

In unserem Leben brauchen auch wir Zusammenhalt, es sind die Beziehungen, die kleinen Verbindungstücke. Meinen auch wir, dass unser Leben unsinkbar ist?

Doch wir sollten auf unsere Beziehungen mit Gott und den Menschen achten und sie pflegen.

Das zweite das zur Katstrophe geführt hat, dass die Besatzung nicht mit Eisbergen soweit südlich gerechnet hat. Wir sind doch anständige Leute und so rechnen wir nicht damit, dass Versuchungen uns zu Fall bringen können.  Darum sollten wir auf den Kurs achten und mit Versuchung und Schuld in unserem Leben rechnen.

Das dritte ist, wenn wir die beiden Fallstricke begriffen haben, sollten wir unsern Alltag mit Gott und Jesus Christus leben. Viele die von der Titanic gerettet wurden, haben ihr Leben wie bisher weiter gelebt. Sie steuerten von dem Untergang der Titanic auf noch einen größeren Verlust zu: auf den Verlust des ewigen Lebens.

In Gottes Augen ist unser Leben, ein Leben unter dem Vorzeichen der Schuld. Unsere Lebensmotoren laufen volle Kraft voraus. Wir rechnen nicht damit, dass unser Leben durch die Folgen der Versuchung und Schuld gefährdetes Leben ist. Die Folgen der Schuld gefährden das Leben auf dieser Erde, aber noch mehr unser ewiges Leben. Es hat zur Folge, ob wir die Ewigkeit mit oder ohne Gott verbringen werden.

Wie ich schon gesagt habe, ist eine plausible Theorie zum Untergang der Titanic, dass es ein Materialfehler bei den Nieten war, der das Schiff sinken ließ. Diese kleinen, unscheinbaren Metallstifte hielten die Platten des Rumpfes zusammen, waren aber spröde und brachen bei dem Zusammenstoß. Es sind die Kleinigkeiten des Lebens, die Fabrikationsfehler der Sünde und Schuld, die uns zu schaffen machen. Der alltägliche Trott, die kleinen Sticheleien und der Neid in der Familie oder am Arbeitsplatz.

Dagegen festigen Anerkennung und Wertschätzung das menschliche Miteinander. Anerkennung für das, was ich leiste und Wertschätzung für die Person, die ich bin. Gott „hat mir sein Erbarmen geschenkt“ heißt es hier. Mach‘s wie Gott, werde menschlich und schenke der Umgebung Anerkennung und Wertschätzung.

Das zweite Problem kann ich kurz mit dem Satz: „Das kann doch mir nicht passieren“ umschreiben.

Eisberge wurden in der Nähe der Titanic gesichtet. Aber aus zwei Gründen zog der Kapitän nicht die richtigen Schlüsse daraus:

1)          er konnte einfach nicht glauben, dass es soweit südlich Eisberge gab

2)          und er konnte einfach nicht glauben, dass ein Eisberg der Titanic gefährlich werden kann

Damit kommt zum zweiten Problem die Frage auf: Ziehen wir die richtigen Folgerungen daraus, dass unser Leben durch Versuchung und Schuld gefährdet ist. Oder leben wir so, wie der Kapitän der Titanic:

1)          wir können einfach nicht glauben, dass es in unserem Leben Versuchung und Schuld gibt (frag doch mal andere)

2)          wir können einfach nicht glauben, dass die Versuchung und Schuld für uns gefährlich ist (schauen wir uns dazu den Apostel Paulus an)

Wir leben oft so, wie wenn es den Eisberg der Sünde nicht gäbe. Wir treiben mit voller Kraft dem Untergang entgegen. Wenn der Kapitän seinen Irrtum erkannt hätte, dann hätte er vollen Umkehrschub befohlen. Das hätte die Titanic wahrscheinlich noch retten können.

Uns kann der volle Umkehrschub zu Gott auf jeden Fall retten. Gott lässt uns heute sagen: „Eisberg gesichtet“ und gibt die Aufforderung: „voller Umkehrschub auf allen Lebensmotoren.“ Denn dann gilt auch für uns das Versprechen Gottes: „Aber gerade deshalb hat er mir sein Erbarmen geschenkt. Denn Christus Jesus wollte an mir als Erstem beispielhaft seine ganze Geduld zeigen. Sie gilt allen, die künftig zum Glauben an ihn kommen und dadurch das ewige Leben empfangen.“ Der Glaube an Jesus Christus, das ist das Leben in der persönlichen Beziehung mit ihm, führt in den Zielhafen des ewigen Lebens. Darum gilt im und mit dem Glauben: umkehren und dem Eisberg ausweichen.

Das kann man doch eigentlich gar nicht abschlagen. Leider doch. Die dritte Frage an uns ist. Was machen wir aus unserem geretteten Leben. Die meisten Geretteten der Titanic-Katastrophe haben ihr Leben wie bisher weitergelebt. Manche haben Gott gedankt. Nur wenige haben aus dieser Dankbarkeit heraus ihr Leben gestaltet. So sollen wir unserem Glauben aber gestalten. Paulus lebt aus der Dankbarkeit heraus: „Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn“ Menschen, die dankbar sind leben gesünder und zufriedener. Menschen die dankbar sind, sind belastbarer, so wie es hier heißt: Gott hat „mir die nötige Kraft gegeben hat … er hat mir sein Vertrauen geschenkt“ Vertrauen ist ein unschätzbares Gut in unserer Zeit, in der so viel Misstrauen herrscht. Wer diese Rettung erfahren hat, darf darauf vertrauen, dass er einen Reichtum erhält, den ihm keine Inflation und oder Wirtschaftskrise nehmen kann. Denn „unser Herr schenkte uns Gnade über alle Maßen.“. Der Sinn und das Ziel für unser Leben sind mehr wert als aller materielle Reichtum dieser Welt.

Wenn wir unser Leben mit Gott, dein Leben mit Jesus leben, können wir immer noch an den Eisbergen der Welt stranden. Christlicher Glaube schützt dich nicht vor den Katastrophen dieser Welt, aber er trägt dich durch die Katastrophen hindurch. Jesus ist die Rettung durch die Katastrophen dieser Welt.

Das Ergebnis ist, dass wir weiter Schuldbeladene bleiben, wenn wir Jesus Christus nicht nachfolgen. Paulus sagt hier ganz klar: „Auf das Wort, das ich dir nun sage, kannst du dich verlassen. Es ist wert, von allen angenommen zu werden: Christus Jesus ist in diese Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Und ich selbst bin der erste unter ihnen.“ Er sagt nicht, ich war Sünder, er sagt ich bin Sünder, ich bedarf weiter der Vergebung. Wir sind alle getauft. Luther hat einmal über die Taufe gesagt, dass in der Taufe der alte Adam, das ist der alte, sündige Mensch ersäuft wird. Und im nächsten Satz hat er hinzugefügt: Aber das Aas kann schwimmen. So leben wir als Christen in der in der Spannung, das Gott uns in Jesus Christus unsere Schuld vergeben hat, wir das aber täglich immer wieder neu annehmen müssen. Diese Spannung kann uns schier zerreißen, unser Gewissen kann uns endlose Vorwürfe machen. Da hilft es nur, wenn wir uns den Satz von Paulus zusagen lassen: „Auf das Wort, das ich dir nun sage, kannst du dich verlassen. Es ist wert, von allen angenommen zu werden: Christus Jesus ist in diese Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Und ich selbst bin der erste unter ihnen.“

Volle Kraft voraus auf den Eisberg, oder umkehren und dem Eisberg ausweichen, mit Wertschätzung in Beziehungen investieren, mit dem Reden und Handeln Gottes im Leben rechnen und hoffnungsvoll und lebensfroh Richtung ewiges Leben steuern. Dieses Zweite wünsche ich uns.

Amen.

1. Timotheus 1, 12–17 .pdf
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