Jesus, der König der Könige - Markus 14,3–9

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Krust, Ralf

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Mar 28, 2026, 4:06:07 AMMar 28
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Jesus, der König der Könige
Liebe Gemeinde,

die heutige Begebenheit liegt in der Zeit zwischen dem heutigen Palmsonntag und Ostern.

Das Ereignis, das ihr vorausgeht, ist der Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag. Jesus wird dort von einer begeisterten Menge als König gefeiert.

Die Bibel – Markus 14,3–9 (Basisbibel)

3 Jesus war in Betanien im Haus von Simon, der früher Aussatz hatte. Während Jesus zu Tisch lag, kam eine Frau herein. Sie hatte ein Alabastergefäß mit reinem, kostbarem Nardenöl. Sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl über Jesu Kopf.

4 Einige aber ärgerten sich und sagten zueinander: »Was soll diese Verschwendung?

5 Man hätte dieses Öl für mehr als 300 Silberstücke verkaufen und das Geld den Armen geben können!« Und sie machten der Frau heftige Vorwürfe.

6 Aber Jesus sagte: »Lasst sie! Warum macht ihr ihr das Leben schwer? Sie hat etwas Gutes an mir getan.

7 Arme wird es immer bei euch geben. Ihr könnt ihnen helfen, so oft ihr wollt. Aber mich habt ihr nicht für immer.

8 Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat meinen Körper im Voraus für mein Begräbnis gesalbt.

9 Amen, das sage ich euch: Überall in der ganzen Welt, wo die Gute Nachricht verkündet wird, wird man auch erzählen, was sie getan hat. So wird man sich immer an sie erinnern.«

Das Geschehen, das sich daran anschließt, ist die Kreuzigung Jesu an Karfreitag. Dort finden wir am Kreuz die Inschrift: „INRI“ – Jesus von Nazareth, der König der Juden.

Und die Auferstehung an Ostern bestätigt: Jesus ist der Sieger über den Tod – der König der Könige.

In unserem Bericht geht es darum, dass Jesus zum König gesalbt wird. Damit haben wir das Thema: Es geht um das Königtum Jesu. Mehrmals wird Jesus in den letzten Tagen seines Lebens als König sichtbar gemacht – hier durch die Salbung dieser Frau.

Schauen wir uns die Bedeutung einer Salbung an:

Im Alten Testament wurden Menschen gesalbt, die Gott besonders erwählt hatte – Könige, Priester, Propheten. Die Salbung war ein Zeichen: Dieser Mensch gehört Gott. Gott segnet ihn. Gott wirkt durch ihn.

Darum heißt es auch im Psalm 23: „Du salbst mein Haupt mit Öl.“ Die Salbung steht für Gottes Nähe, für seinen Geist, für seine Kraft.

Hier geschieht etwas Besonderes:

Diese Frau salbt Jesus. Sie erkennt: Dieser Jesus ist der König.

Und sie handelt – aus Liebe.

Jesus wird von ihr in Vorbereitung auf seinen Tod gesalbt. Es ist eine Salbung zum Königtum – und gleichzeitig eine Salbung zum Kreuz.

Bemerkenswert ist:

Nicht ein Prophet, nicht ein Priester salbt ihn – sondern eine Frau.

Das war damals ungewöhnlich. Aber Jesus lässt es zu.

Denn bei ihm zählt nicht, wer jemand ist, sondern wie jemand zu ihm steht. Es kommt auf die Beziehung an.

Die Salbung geschieht im Haus von Simon, der früher aussätzig war.

Das ist kein Zufall.

Simon war krank, damit ausgeschlossen und ohne Hoffnung. Und Jesus hat ihn geheilt.

Er hat ihn zurück ins Leben geholt. Zurück in die Gemeinschaft. Zurück zu Gott.

So ist Jesus:

  • Er nimmt Menschen an.
  • Er stellt wieder her.
  • Er macht neu.

Und genau dort – in diesem Haus – wird er als König geehrt.

Die Salbung geschieht nicht im Tempel, nicht im Rampenlicht, sondern im privaten Raum.

  • Im kleinen Kreis.
  • Im Verborgenen.

Das ist wichtig:

Der Glaube beginnt nicht auf großen Bühnen.

Er beginnt im Herzen.

In der persönlichen Beziehung zu Jesus.

Gerade heute, am Sonntag des Konfirmationsjubiläums, erinnert uns das an etwas ganz Entscheidendes:

Viele von uns haben vor Jahren oder Jahrzehnten ihre Konfirmation gefeiert.

Damals haben wir „Ja“ gesagt zu Gott.

Aber die Frage ist:

Ist dieses „Ja“ nur ein Moment geblieben?

Oder ist daraus eine lebendige Beziehung geworden?

Die Frau in der Geschichte zeigt uns, was Glaube bedeutet:

  • Nicht nur wissen.
  • Nicht nur dazugehören.
  • Sondern lieben.
  • Und handeln.

Jesus sagt über sie:

„Sie hat getan, was sie konnte.“

Das ist entscheidend.

  • Nicht das Große.
  • Nicht das Perfekte.
  • Sondern das, was wir tun können – aus Liebe zu Jesus.

Gerade beim Konfirmationsjubiläum wird das deutlich:

Unser Glaube ist kein fertiges Gebäude.

Er ist ein Weg.

Manches ist gewachsen.

Manches ist vielleicht schwächer geworden.

Manches ist neu entstanden.

Aber Jesus fragt uns heute neu:

Was ist jetzt dran?

Was kannst du tun – aus Liebe zu mir?

In der Geschichte gibt es auch Kritik:

Einige regen sich auf.

  • Sie rechnen.
  • Sie bewerten.
  • Sie wissen scheinbar genau, was richtig ist.

Aber Jesus sieht tiefer.

Er sieht das Herz.

Ein bekanntes Wort sagt:

Gott misst nicht mit dem Maßstab des Kopfes, sondern mit dem des Herzens.

Die Frau handelt aus Liebe.

Und genau das zählt.

Das ist auch für uns wichtig:

Glaube darf vom Kopf ins Herz rutschen.

Denn je mehr er das Herz erreicht, desto lebendiger wird er.

Dietrich Bonhoeffer hat es so gesagt:

„Gott will uns durch Jesus Christus froh machen. Er will uns nicht bedrücken, uns nicht Probleme aufgeben, er will uns nicht vor unlösbare Aufgaben stellen, sondern er will, das wir uns an [dem König] Jesus Christus und an seiner Herrschaft freuen... Das gehört wieder zu den einfachsten Dingen, die wir über den schwierigen gern vergessen, dass wir uns an Jesus Christus freuen lernen wie die Kinder. Ist es nicht schlimmste Undankbarkeit und Verstocktheit ..., wenn uns der, der zum Heil, zur Errettung kam, nun zur Last wird? Mit der Freude an Christus geht uns auch die Liebe zu ihm und der Glaube an ihn verloren.“ Der Glaube ist keine Last – sondern eine Freude.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erinnerung an diesem Jubiläum:

Glaube heißt nicht zuerst Pflicht.

Glaube heißt Beziehung.

Glaube heißt Freude an Jesus.

Jesus ist der König der Könige.

Damit sind wir im Glauben an ihn: Königskinder.

Und diese Frau hat ihn als König erkannt – lange bevor andere es verstanden haben.

Darum wird bis heute von ihr erzählt.

Und Jesus sagt:

Wo das Evangelium verkündet wird, wird man sich an sie erinnern.

Das gilt auch für uns:

Was wir aus Liebe zu Jesus tun, hat Bedeutung – über unser Leben hinaus.

Vielleicht nicht sichtbar.

Vielleicht nicht groß.

Aber vor Gott zählt es.

So gehen wir in diese Tage:

Mit dem Blick auf Jesus, den König.

Mit der Erinnerung an unsere eigene Konfirmation.

Und mit der Frage: Was kann ich heute tun – aus Liebe zu ihm? Amen.

 

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