Vergeblich gelebt? - 1. Korinther 15, 50-58

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Krust, Ralf

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Mar 30, 2024, 8:45:45 AM3/30/24
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Vergeblich gelebt?

Liebe Gemeinde,

Menschen träumen von der Unsterblichkeit, vom dem, nicht vergeblich gelebt zu haben. Doch es sind nur wenige Namen, die sich über die Jahrtausende im Gedächtnis der Menschheit halten. Und auch diejenigen die sich z.B. einfrieren lassen, um eine Zukunft mit besserer Medizin zu hoffen, werden ebenfalls enttäuscht werden. Das weiß schon Paulus, wenn er schreibt: „Menschen aus Fleisch und Blut, können nicht in Gottes neue Welt kommen.“

Es muss eine andere Qualität der Unsterblichkeit geben und damit sind wir ganz nahe am Puls des Osterfestes. Seit Ostern, seit der Auferstehung von Jesus Christus, hat Gott uns sein Konzept vom ewigen Leben, von der Unsterblichkeit bekannt gemacht. Hören wir auf den heutigen Text:

 

Die Bibel - 1. Korinther 15, 50-58 – Ostern 31.03.2024

50Eins muss ich euch aber sagen, Brüder und Schwestern: Menschen aus Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben. Was vergänglich ist, kann nicht unsterblich werden. 51Seht doch, ich weihe euch hier wirklich in ein Geheimnis ein: Wir werden nicht alle sterben, wir werden aber alle verwandelt werden. 52Das geschieht ganz plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Trompetenstoß. Die Trompete wird erschallen – da werden die Toten zu unvergänglichem Leben erweckt. Wir aber werden verwandelt. 53Denn was vergänglich ist, muss sich in Unvergänglichkeit kleiden. Und was sterblich ist, muss sich in Unsterblichkeit kleiden. 54So hüllt sich das Vergängliche in Unvergänglichkeit und das Sterbliche in Unsterblichkeit. Wenn das geschieht, geht das Wort in Erfüllung, das in der Heiligen Schrift steht: »Der Tod ist vernichtet! Der Sieg ist vollkommen! 55Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«56Der Stachel des Todes ist die Sünde. Aber die Sünde erhält ihre Macht erst durch das Gesetz.57Dank sei Gott! Denn er schenkt uns den Sieg durch unseren Herrn Jesus Christus.

58Meine lieben Brüder und Schwestern, haltet am Glauben fest. Seid unerschütterlich. Setzt euch mit aller Kraft für die Sache des Herrn ein! Ihr wisst ja: Was ihr für den Herrn tut, ist nicht vergeblich.

 

Die Auferstehung von Jesus Christus hat einen großen Einfluss darauf, wie wir mit dem Tod umgehen.

Manche Menschen reden den Tod schön, nach dem Motto. Wenn ich tot bin, dann spüre ich eh nichts mehr, dann ist alles vorbei. Das löst aber das Problem Tod in keiner Weise.

Andere schildern den Tod in düstersten Farben und jammern, wie schrecklich er ist. Sie übersehen dabei das Eine, dass sie dadurch den Tod weder verhindern noch abschaffen.

Darum ist es am besten mit Paulus den Tod in die Lebensplanung mit einbeziehen und sich auf die eigene Auferstehung zu freuen. Der Tod bleibt und er hat auch noch eine gewisse Macht, so wie hier steht: „Der Tod hat Macht durch die Sünde, und die Sünde hat ihre Kraft durch das Gesetz.“ Besiegt ist der Tod durch die Auferstehung von Jesus Christus. Und um Hoffnung aus der Tatsache der Auferstehung zu schöpfen brauchen wir den christlichen Glauben. Ohne den Glauben geht es uns wie folgendem Mann im diesjährigen Osterwitz:

Der siebenjährige Markus sagt im Restaurant zu seiner Mutter: 'Schau mal, der Mann da drüben isst seine Suppe mit der Gabel.' - 'Sei still!' - 'Und jetzt trinkt er die Blumenvase aus!' - 'Sei still!' - 'Mutti, jetzt schiebt er sich den Bierdeckel zwischen die Zähne!' - 'Schluss jetzt! Gib dem Mann seine Brille wieder!'

Erst der Glaube lässt uns die Auferstehung Jesus und ihre Bedeutung für unser Leben und unseren Tod erkennen. Er ist die richtige Brille dafür. Denn es kommt auf den richtigen Blickwinkel an. Wenn wir anfangen, den Berichten der Bibel zu vertrauen, dann werden wir merken, dass diese zuverlässig und wahr sind und gerade auch in Krisenzeiten und Katastrophen uns nicht im Stich lassen.

„Ein junger Pfarrer soll im Gefängnis predigen. Tagelang sucht er Worte, die geeignet scheinen, harte Herzen der Gefangenen zu erweichen. Wie er den Saal betritt, erschauert er unter der Kälte der höhnischen Gesichter. Mit einem stummen Gebet um Erleuchtung steigt er zur Kanzel hinauf. Auf der vorletzten Stufe stolpert er, und über sämtliche verfügbaren Körperteile rollt er in den Saal zurück. Die Zuhörer brüllen vor Lachen. Einen Augenblick lang fühlt sich der junge Pfarrer von Schmerz und Scham gelähmt. Dann springt er auf, stürmt die Treppe empor und lacht auf die Erstaunten hinunter: „Deswegen, Männer, bin ich gekommen: Ich wollte euch zeigen, dass man wieder aufstehen kann, wenn man gestürzt ist! Das ist die Botschaft von Ostern.““

„Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun deine Macht?“

 

Woran merken wir, dass Jesus auferstanden ist? Indem wir in unserem Leben mit ihm rechnen, indem wir die Auswirkungen spüren, dass er mitten unter uns ist. Wer dem auferstandenen Jesus begegnet, dessen Leben wird verändert, da tut sich was.

Aus der Zeit der ersten christlichen römischen Kaiser wird berichtet: Nach dem Gottesdienst in der Osternacht wurde vom Kaiser mit dem Licht der Osterkerze noch die große Kerze der Ostergnade entzündet: Solange sie brannte, konnte jeder, der ein todeswürdiges Verbrechen freiwillig gestand, mit seiner Vergebung rechnen. Sagt doch Jesus im Osterevangelium: "Wem ihr die Sünden vergeht, dem sind sie vergeben!" Und beten wir nicht alle: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern?" Allerdings durfte die Gesetzesübertretung nicht schon vor Gericht stehen oder aufgedeckt sein.

Schon kam der lange Zug der Übertreter aus einer Seitentür: Eidbrüchige und Totschläger, Giftmischer und Kindesmörderinnen, Wegelagerer und Falschmünzer. Sie alle legten die rechte Hand an die Kerze, bekannten ihre Schuld und traten dann an den Tisch des Schreibers. Er notierte ihre Namen und gab ihnen den Gnadenbrief mit, der sie zur Wiedergutmachung der Schuld aufforderte. Als letzte trat eine Frau an die Kerze, deren Ehegatte sie bereits unter den Gläubigen und Schaulustigen erwartete. In der Hand hielt er eine Schriftrolle, auf der er dem Kaiser mitteilen wollte, dass seine Frau ohne Recht sein Erbarmen anrufe, weil er sie schon ihrer Vergehen überführt habe; sie leugne sie nur immer noch.

Die Menschen starrten auf die Frau im Büßergewand, die ihre Hände an die Kerze legte und stockend in die atemlose Stille sprach: "Ich beschuldige mich des Ehebruchs mit jenen Männern, die mir gefallen haben ..." Plötzlich schrie sie: "Diese Gnade steht mir nicht zu!" Und blies die Flamme aus. Dann sprach sie mit geschlossenen Augen von dem Kind, das sie empfangen hatte und dem Studenten ... Sie schloss: "Meine Schuld ist zu groß!" - Schließlich öffnete sie die Augen. Die Kerze brannte. Ihr Mann stand neben ihr. Er hatte sie mit seiner Schriftrolle entzündet. Mit strenger Stimme fragte der Kaiser: "Wer bist du und wie wagst du es, meine Gnadenkerze von neuem zu entzünden?" Der antwortete: "Ich bin der Ehemann dieser Frau. Mit der Anklageschrift gegen sie holte ich erneut das Licht von der Osterkerze." Da verneigte sich der Kaiser und verzieh: "Du hast richtig gehandelt - nach dem Beispiel von Jesus Christus!"

Die Einsicht der Frau hat dem Mann geholfen, über sich hinaus zu wachsen und seiner Frau aus freien Stücken zu verzeihen. Er hat sich damit selbst die größte Last von der Schultern genommen.

„Der Tod hat Macht durch die Sünde, und die Sünde hat ihre Kraft durch das Gesetz.“

 

Was machen wir, wenn jemand nicht das ist, und wir ihn dringend erreichen müssen? Wir telefonieren. Sehen wir den anderen dabei. Nein! Aber ihr hört ihn. Gott sehen wir auch nicht, aber er antwortet uns.  Die Handyverbindung zu Gott ist das Gebet.

Ein Pfarrer besuchte einen Kranken in seiner Wohnung und bemerkte einen leeren Stuhl an der Seite des Bettes und fragte, warum er dort stünde. Der Kranke antwortete: "Ich hatte Jesus eingeladen, auf diesem Stuhl Platz zu nehmen, und sprach mit ihm, bevor Sie kamen. Jahrelang fiel es mir schwer zu beten, bis mir ein Freund erklärte, dass Gebet ein Gespräch mit Jesus sei. Er riet mir, einen leeren Stuhl neben mich zu stellen und mir vorzustellen, Jesus säße darauf. Ich solle mit Jesus sprechen und seinen Worten zuhören. Seitdem habe ich keine Schwierigkeiten mehr beim Gebet."

Einige Tage später kam die Tochter des Kranken zum Pfarrer und gab ihm die Nachricht, dass ihr Vater gestorben sei. Sie sagte: "Ich ließ ihn ein paar Stunden lang allein. Er schien so friedlich zu sein. Als ich ins Zimmer zurückkehrte, war er tot. Etwas Eigentümliches habe ich jedoch bemerkt: Sein Kopf lag nicht auf dem Bett, sondern auf dem Stuhl neben seinem Bett."

„Aber gelobt sei Gott, der uns den Sieg schenkt durch Jesus Christus, unseren Herrn!“

 

Unsere Taufe stellt uns in diesen großen Bogen von Tod und Auferstehung hinein. Die Taufe ist die Eintrittskarte für das ewige Leben. Sie lädt uns ein, den Alltag mit Jesus zu gestalten. Denn dann haben wir nicht vergeblich gelebt, sondern werden in die Unvergänglichkeit verwandelt werden.

Heute befehlen wir uns mit der Ostergnade wieder ganz neu Gott an und dürfen durch sie erfahren, dass der Tod die Tür zur ewigen Herrlichkeit bei Gott ist.

 

Zum Schluss gibt uns Paulus noch einen wertvollen Tipp mit auf den Weg zum ewigen Leben, den es sich wirklich lohnt, dass wir ihn beherzigen: „Meine lieben Brüder und Schwestern, bleibt fest und unerschütterlich in eurem Glauben! Setzt euch mit aller Kraft für den Herrn ein, denn ihr wisst: Nichts ist vergeblich, was ihr für ihn tut.“

Amen.

 

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