Ich weiß, dass mein Erlöser lebt - Hiob 14,1–6.13.15–17

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Krust, Ralf

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Nov 15, 2025, 7:15:42 AM11/15/25
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Ich weiß, dass mein Erlöser lebt

Liebe Gemeinde,

diese Woche war ich bei einer Familie, wo der Ehemann, Vater, Großvater ganz plötzlich verstorben und morgens von der Enkelin tot aufgefunden wurde. Am Tag zuvor hat die Familie noch mit ihm Abendmahl gefeiert, ohne zu wissen, dass dies das letzte Mal sein wird. Und doch hat dies den Glauben der Familie an Jesus Christus gezeigt, der uns bereit macht, dass wir vor Gott treten und durch unseren Glauben im letzten Gericht bestehen können.

Welche Hoffnung haben wir angesichts des Todes. Darum geht es im heutigen Bibeltext aus dem biblischen Buch Hiob.

 

Die Bibel - Hiob 14,1–6.13.15–17 Luther Volkstrauertag 16.11.2025

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, 2 geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. 3 Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. 4 Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! 5 Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: 6 so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut. …

13 Ach dass du mich im Totenreich verwahren und verbergen wolltest, bis dein Zorn sich legt, und mir eine Frist setzen und dann an mich denken wolltest! … 15 Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände. 16 Dann würdest du meine Schritte zählen und nicht achtgeben auf meine Sünde. 17 Du würdest meine Übertretung in ein Bündlein versiegeln und meine Schuld übertünchen.

 

Hiob wurde sein Besitz, seine Kinder und seine Gesundheit genommen und er hält trotzdem an Gott fest. Das nenne ich standhaften Glauben, der sich in seiner Enttäuschung und seinem Zorn und nicht von Gott trennt, sondern all das Gott vor die Füße schmeißt und ihn fragt: Was soll das, Gott?

Das beindruckt mich umso mehr, wenn ich bedenke, dass Hiob noch keine Ahnung von Jesus Christus hat und erst im Laufe dieses Ringens mit Gott, in der prophetischen Vorschau, von Gott einen Blick geschenkt bekommt. Die Zuversicht, die uns in Jesus geschenkt ist: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, der mich aus dem Staub erhebt. (Hiob 19,25)

Hiob zeigt uns hier, wie die Welt wäre, wenn wir Jesus nicht hätten:

  • Keine Hoffnung nach dem Tod
  • Keine Hoffnung, wenn es uns schlecht geht
  • Keine Hoffnung auf echte Vergebung der Schuld
  • Keine Hoffnung in Verfolgung um des Glaubens willen

Durch Jesus Christus haben wir Hoffnung im Angesicht des Todes und darüber hinaus. Seine Auferstehung zeigt uns, dass auch wir auferstehen werden. Das ist kein leichter Weg, auch Jesus hat am Kreuz gebetet: „Mein Gott, mein Gott warum hast Du mich verlassen“. Aber es ist ein Weg, der nicht im Tod endet, denn genauso hat Jesus am Kreuz gebetet: „Vater, in Deine Hände befehle ich meinen Geist.“

Durch Jesus Christus haben wir Hoffnung, wenn es uns schlecht geht. In Jesus Christus hat sich erfüllt, was Hiob hier von Gott fordert: Dann wäre immerhin irgendwann wieder alles gut. Wir würden wieder miteinander reden, du sagst was, und ich antworte dir. Du würdest dich wieder über mich freuen und dich wieder nach mir sehnen, weil du mich ja mal gemacht hast. Dann würdest du immer ganz nahe bei mir sein und auf mein Leben achtgeben. Ich darf mich trotz des Leides und der Trauer durch Jesus Christus in den Händen von Gott geborgen wissen. Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.

Durch Jesus Christus haben wir Vergebung der Schuld, in ihm hat sich erfüllt, was Hiob von Gott hier fordert: Aber du würdest keine Datei haben, wo der ganze Mist detailliert drinsteht, den ich verbockt habe. Meine Fehlerliste würdest du in einen Umschlag tun und für immer wegschließen. Meine Schuld würdest du vergeben. Wenn mir meine Schuld leidtut, ich wieder gut mache, was ich kann und ich sie im Glauben an Jesus Christus zu Gott bringe, dann ist sie bei Gott vergeben und vergessen.

Durch Jesus Christus gibt es Kraft in Verfolgung und Schikanen. Wenn wir wegen ihres Glaubens verfolgte Christen fragen, was ihnen hilft, am Glauben festzuhalten, erhalten wir oft zwei Antworten. Sie sagen: wir spüren das Jesus bei uns und ist und, wir wissen, dass ihr für uns betet. Stellvertretend beten wir heute für die verfolgten Christen in China. Es soll uns ermutigen, dies auch immer wieder im persönlichen Gebet zu tun. Gebetsliegen gibt es z.B. unter www.opendoors.org.

Und am heutigen Volkstrauertag denken wir an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde. Und wir denken ganz besonders an die Menschen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt und getötet werden. Und weil es mir so geht, dass ich es am besten an dem Beispiel von konkreten Menschen verstehe, z.B. wie es Christen in China ergeht.

Kinder und Jugendliche für Jesus zu begeistern, ist für Familien und Gemeinden in allen Kulturen keine leichte Aufgabe. Für die Christen in China ist sie jedoch besonders schwierig: In der Schule werden die Kinder von klein auf durch die atheistische, kommunistische Ideologie der Partei geprägt; Religion wird als gefährlich und illegal dargestellt. Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist die Teilnahme an kirchlichen Aktivitäten verboten. Gemeinsam beten, singen, Bibel lesen — all das ist illegal für Minderjährige. Unterweisung im christlichen Glauben und Gemeinschaft mit gleichaltrigen Christen kann nur im Geheimen stattfinden. Die Beteiligten riskieren, gerügt, verhört, mit Geldstrafen belegt oder sogar verhaftet zu werden. Ein Beispiel

Da Wei war als Leiter mit Jugendlichen auf einer christlichen Freizeit. »Wie aus dem Nichts platzte eine Gruppe von Polizisten herein. Sie brachen das Treffen ab. Ich wurde verhaftet und 17 Tage lang in Untersuchungshaft gehalten«, erzählt Da Wei. Er selbst sowie jeder Teilnehmer mussten eine Geldstrafe bezahlen… Er ließ sich nicht abhalten und gründete mit seinen Mitarbeitern eine christliche Schule. Hier geht es nicht nur um Bildung, sondern auch um Beziehung: Schüler und Lehrer bilden eine Art Familie oder Lebensgemeinschaft. Sie nennen sich »die Reisenden«. Die Gruppe begann mit 13 Schülern und wuchs dann auf 50 an, bei einem Durchschnittsalter von etwa 14 Jahren. … Die Jugendgruppe gibt es nun rund zehn Jahre. Sechs Jahre nach der Gründung geriet die Gruppe in Schwierigkeiten. Es war Weihnachten, aber ein ganz normaler Schultag. Um neun Uhr morgens hatten 46 Schüler in drei Klassen Unterricht. Plötzlich fuhren 16 Fahrzeuge vor; eine Gruppe von etwa 100 Regierungsbeamten aus sieben Ministerien stieg aus. Sie umstellten die Schule. »Fünf Mitarbeiter, darunter auch ich, wurden mit Handschellen und Fußfesseln in einen Verhörraum der Polizeistation gebracht.« Dort stellte Da Wie fest, dass die Polizei bereits ein ausführliches Profil von ihm erstellt hatte. »Es war 23 Seiten lang und enthielt Aufzeichnungen über mein Leben vom Tag meiner Bekehrung an bis in die Gegenwart. Sie legten alles klar dar. Ich musste nur mit Ja oder Nein antworten. Das Gleiche geschah auch mit meinen anderen Kollegen.« Mehrere Stunden wurden sie verhört und erst etwa um 1 Uhr nachts wieder freigelassen. »Es waren sogar Ereignisse aufgezeichnet, die wir selbst fast vergessen hatten«, sagt Da Wei.

Am Ende des Verhörs wurden ihnen zwei Möglichkeiten vorgestellt. Die erste: Sie würden zu einer Freiheitsstrafe zwischen drei und sieben Jahren und zusätzlich einer Geldstrafe verurteilt. Die zweite: Da dies ihr erster Verstoß gegen die örtlichen Vorschriften sei, könne auch »nur« die Schule geschlossen und das Schuleigentum beschlagnahmt werden. Letzteres geschah. Alle Lehrer und Schüler wurden aufgefordert, den Ort innerhalb von drei Tagen zu verlassen.

Von der Polizeistation aus kehrten sie zunächst zum Schulgebäude zurück und stellten fest, dass dieses immer noch von Polizisten überwacht wurde. Aufgewühlt beteten sie die ganze Nacht und baten Jesus um Weisung, was sie tun sollten. Schließlich entschieden sich Da Wei und sein Team, die Schule im Untergrund weiterzuführen. Mit den 50 Schülern mussten sie heimlich von Ort zu Ort ziehen. Nach mehreren Stationen blieben sie schließlich dauerhaft in einer größeren Stadt. Eine gewisse Normalität kehrte zurück—für etwa ein Jahr. Dann wurden sie erneut von der Polizei entdeckt, nachdem zwei Schüler unwissend einem Beamten in Zivil von ihren Erfahrungen mit Jesus erzählt hatten. Drei Tage später wurden Da Weis Team und die Jugendlichen verhaftet und verhört. Nach sechs Stunden wurden sie freigelassen, jedoch gezwungen, die Gegend zu verlassen.

Da Wei setzte seinen Dienst fort; doch sah er sich immer wieder gezwungen, mit den »Reisenden« umzuziehen; vier weitere Male wurde er verhört. Das Team geriet angesichts der Schwierigkeiten zunehmend in Frustration und Verzweiflung. Da Wei als Leiter kam an den Rand des Zusammenbruchs. Er fühlte sich hilflos und allein, körperlich und seelisch erschöpft, und erinnerte sich an die Hiobgeschichte. »Es ist nicht so, dass ich nicht weitermachen möchte. Wir finden einfach keinen Ort, an dem wir bleiben können!«, schrie er zu Gott. Im Gebet empfing er Trost und Kraft durch Jesaja 41,10: »Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.«

Durch göttliche Fügung lernten Partner von Open Doors Da Wei kennen und brachten ihn mit Menschen zusammen, die dieselbe Vision hatten. Die lokalen Partner helfen ihnen nun durch Schulungen zum Umgang mit Verfolgung und praktische Unterstützung, etwa bei der Organisation von Räumlichkeiten. »Ich danke euch«, sagt Da Wei, »eure Gebete und eure Unterstützung sind wie ein Lichtstrahl in der Dunkelheit und ein Kohlenfeuer in der Kälte.« Der Dienst blüht und die Mitarbeiter haben wieder mehr Zuversicht gewonnen.

»Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, erinnert er mich an das widerstandsfähige Wildgras auf dem offenen Feld«, sagt ein anderer Leiter über Da Wei. »Es hat viele heftige Stürme und Regenfälle überstanden und erfüllt dennoch mit seiner zähen Lebenskraft das Feld.« Bitte beten Sie für Da Wei und andere Christen, die in der christlichen Jugendarbeit in China aktiv sind.

Lasst uns das mitnehmen, was den verfolgten und bedrängten Christen immer wieder Hoffnung gegeben und auch Hiob inmitten all seinem Leid in prophetischer Vorschau getragen hat, der Blick auf Jesus Christus: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, der mich aus dem Staub erhebt. (Hiob 19,25)

Amen.

 

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