Lebenshunger und Seelendurst - Johannes 6, 47-51

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Krust, Ralf

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Mar 29, 2025, 5:38:55 AM3/29/25
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Lebenshunger und Seelendurst

Am Mittwoch haben wir im Konfirmandenunterricht über die sieben „Ich bin Worte“ von Jesus Christus gesprochen. Eines davon lautet: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“

Wir haben dann die Konfirmanden gefragt: einmal abgesehen von Essen, wonach habt ihr Hunger? Antworten waren z.B. Hunger nach … Liebe, Glück, Geborgenheit in der Familie, Zufriedenheit

Was Jesus dazu sagt, hören wir im folgenden Text:

 

Johannes 6, 47-51 – Laetare 30.03.2025

47Amen, amen, das sage ich euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. 48Ich bin das Brot des Lebens. 49Eure Vorfahren haben in der Wüste das Manna gegessen und sind dann doch gestorben. 50Aber dies ist das wahre Brot, das vom Himmel herabkommt. Wer davon isst, wird nicht sterben. 51Ich bin das Lebensbrot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er das ewige Leben haben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, um dieser Welt das Leben zu schenken.«

 

Jesus bezeichnet sich selbst als das Lebensbrot und nimmt unsere geistliche und emotionale Bedürftigkeit sehr ernst. Jesus als das Brot des Lebens gibt nicht irgendetwas, sondern er gibt sich selbst: „Ich bin das Brot des Lebens.“

Leben ist hier in zweifacher Weise gemeint. Zuerst geht es natürlich um unser Leben hier und heute. Und Jesus meint dann, dass unser Leben durch den Glauben und die Beziehung zu ihm Sinn und Bedeutung gewinnt. Denn er stillt unseren Lebenshunger und löscht unseren Seelendurst nach Liebe, Glück und Zufriedenheit.

Doch Leben bedeutet noch mehr. Es ist hier auch von dem ewigen Leben die Rede, dem Leben nach unserem Tod in Gottes Herrlichkeit. Und wer kann uns besser dorthin führen, als derjenige, der von dort als Lebensbrot vom Himmel herab gekommen ist, Und er ist durch Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt wieder dorthin zurück gekehrt. Der Glaube und die Beziehung zu ihm schenkt uns dieses, ewige Leben.

Und auch das Brot, als das er sich bezeichnet, hat eine tiefe symbolische Bedeutung. In unserer Familie wird das Brot meist selbst gebacken und das lehrt uns dabei folgende Dinge:

Es braucht dabei Luft, denn der Sauerteig ist lebendig. Als meine Frau einmal ein luftdichtes Schraubglas verwendet hat, um den Sauerteig aufzubewahren, da hat es nicht so gut funktioniert.

Es braucht Zeit, das Brot braucht eine lange Führung. Beim richtigen Sauerteigbrot muss man den Teig am Tag vorher ansetzen und am Tag darauf mehrere Stunden gehen lassen.

Es muss regelmäßig gebacken werden, denn der Sauerteig will immer wieder erneuert werden. Frisch schmeckt dann das Brot am besten.

Was hat das nun damit tun, dass Jesus das Brot des Lebens ist:

Glauben braucht die Luft der Freiheit, dass er lebendig wird. Wir dürfen uns aktiv und freiwillig für den lebendigen Glauben entscheiden. Ich bin nicht Christ, sondern ich lebe Tag für Tag aktiv als Christ.

Es braucht Zeit sich mit dem Glauben zu beschäftigen. Gott hat immer Zeit, die Frage ist, ob wir uns Zeit für Bibellesen, Beten und Gottesdienstbesuch auch nehmen.

Schon das Vaterunser zeigt uns, dass Glaube auf tägliche Übung angelegt ist, wenn wir beten: Unser tägliches Brot gib uns heute. Und so wie ich täglich essen muss, darf ich auch täglich meine Glaubensbeziehung zu Jesus pflegen. Glauben sollte für jeden so alltäglich werden wie das tägliche Brot.

Denn was ist die Alternative. Mit was allem sonst wollen Menschen ihren Lebenshunger stillen?

Drei Methoden zum Beispiel, mit denen die Menschen den Lebenshunger stillen wollen sind Sex, Macht und Geld.

Weil Sex den Lebenshunger nicht stillt, wollen die Leute immer mehr, die Pornoindustrie boomt.

Weil Macht den Lebenshunger nicht stillt, unterdrücken die Mächtigen ihre eigenen Leute und auch andere.

Weil Geld den Lebenshunger nicht stillt, führt zum immer mehr wollen und damit zu krummen Geschäften.

Wodurch stillt Jesus unseren Lebenshunger?

Drei Dinge sind es, die Jesus uns anbietet: den Glauben, das Leben in der Balance und das ewige Leben.

Alles beginnt mit Glauben. Und Glauben heißt nicht den Verstand an der Garderobe abzugeben, sondern das anzuerkennen, was wir für den Bereich der Liebe längst tun: das es mehr gibt, als das unser Verstand begreifen und erklären kann. Um mit dem Glauben anzufangen oder weiterzumachen, reicht es aus, sich für die göttliche Welt zu öffnen und Jesus zu sagen: „Jesus, ich möchte an dich glauben, hilf mir. Zeige mir die göttliche Liebe, die auch mir gilt.“

Gott möchte, dass wir in der Balance leben. Es ist ja nicht so, dass Sex, Macht und Geld an sich schlecht sind. Das sind sie nur, wenn sie den Lebenshunger stillen sollen und am falschen Platz und auf falsche Art und Weise ausgeübt werden.

Das gilt für das Geld, das wir für das Leben brauchen. Wenn wir bereit, es nicht als unseren Besitz, sondern als Gottes Geschenk anzusehen, dann werden wir bereit, Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

Macht ist notwendig, weil wir sie für die Ordnung in der Welt brauchen. Sie wird richtig eingesetzt, wenn sie in Zeit und Umfang begrenzt ist und sich an Gottes guten Geboten orientiert.

Zum richtigen Platz der Sexualität hat Jesus auf Gottes Schöpfung verwiesen: „»Wisst ihr nicht, dass der Schöpfer von Anfang an die Menschen als Mann und Frau geschaffen hat?« Weiter sagte er: »Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter und verbindet sich mit seiner Frau. Die zwei sind dann eins mit Leib und Seele.“ Für Risiken und Nebenwirkungen, die durch Gebrauch an falscher Stelle entstehen, können wir Gott nicht verantwortlich machen.

Dieses Leben in der Balance führt dann auch dazu, dass ich zufriedener werde.

Das dritte, was unseren Lebenshunger stillt ist das ewige Leben. Hier haben wir nur das eine Leben, das begrenzt und unzulänglich bleiben wird. Weil wir jedoch wissen, dass Gott ein ewiges Leben vorbereitet hat, kann ich dieses eine Leben hier auf dieser Erde bewusst, verantwortlich und sinnvoll gestalten. Denn dann finde ich mein Glück, so wie es in Psalm 73 heißt: Gott nahe zu sein ist mein Glück.

 

Der Taufspruch von Jonathan lässt uns auch in die Richtung blicken:

Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! 1. Korinther 16, 14

Nehmen wir die Bedeutung seines Namens mit dazu. Er heißt übersetzt Gottesgabe, Geschenk von Gott.

Gott hat durch seine Eltern Jonathan das Leben geschenkt und sie dürfen durch ihre Liebe für ihn, die göttliche Liebe weitergeben.

Und Gott hat uns seine Liebe gezeigt, indem er uns durch Jesus das Brot des Lebens gegeben hat.

Er möchte auch einmal seinen Lebenshunger und Seelendurst stillen und ihm durch Taufe und Glauben an Jesus Christus das ewige Leben schenken.

Die Taufe ist das äußere Zeichen dieser göttlichen Liebe. Und wie jede Liebesbeziehung ist Liebe auf Erwiderung angelegt. Jonathan darf auf diese göttliche Liebe einmal mit seinem eigenen, persönlichen Glauben antworten. Dann wird Jesus Christus auch für ihn zum himmlischen Lebensbrot.

 

Eine berührendsten Brotschichten, die ich kenne, spielt in einem Bäckerladen in Paris

Wir sehen also, das das tägliche Brot und das Brot vom Himmel zwei verschiedene Sachen sind. Und doch gehören sie zusammen, wie die Geschichte „Wir sind eingeladen“ zeigt:

An der Jakobstraße in Paris liegt ein Bäckerladen, da kaufen viele hundert Menschen ihr Brot. Der Besitzer ist ein guter Bäcker. Aber nicht nur deshalb kaufen die Leute des Viertels dort gern ihr Brot. Noch mehr zieht der Bäcker sie an: der Vater des jungen Bäckers. Meistens ist nämlich der alte Bäcker im Laden und verkauft. Der alte Bäcker weiß, dass man Brot nicht nur zum Sattessen braucht. Und gerade das gefällt den Leuten. Manche erfahren das zum ersten Mal beim Bäcker an der Jakobstrasse; zum Beispiel der Autobusfahrer Gerard, der einmal zufällig in den Brotladen an der Jakobstraße kam. »Sie sehen bedrückt aus«, sagte der alte Bäcker zum Busfahrer. »Ich habe Angst um meine kleine Tochter«, antwortete der Busfahrer Gerard. -Sie ist gestern aus dem Fenster gefallen, vom 2. Stock!« - »Wie alt?« fragte der Bäcker. -»Vier Jahre,«-, antwortete Gerard. Da nahm der alte Bäcker ein Stück vom Brot, das auf dem Ladentisch lag, brach zwei Bissen ab und gab das eine Stück dem Busfahrer. »Essen Sie mit mir«, sagte der alte Bäcker zu Gerard, »Ich will an Sie und Ihre kleine Tochter denken.« Der Busfahrer hatte so etwas noch nie erlebt, aber er verstand sofort, was der alte Bäcker meinte, als er ihm das Stück Brot in die Hand gab. Und sie aßen beide ihr Stück und schwiegen und dachten an das Kind im Krankenhaus. Zuerst war der Busfahrer mit dem alten Bäcker allein.

Dann kam eine Frau herein. Sie hatte auf dem nahen Markt zwei Tüten Milch geholt und wollte nun eben noch ein Brot kaufen. Bevor sie ihren Wunsch sagen konnte, gab ihr der alte Bäcker ein kleines Stück Weißbrot in die Hand und sagte: »Kommen Sie, essen Sie mit uns: Die Tochter dieses Herrn liegt schwer verletzt im Krankenhaus, sie ist aus dem Fenster gestürzt. Vier Jahre ist das Kind. Der Vater soll wissen, dass wir ihn nicht allein lassen.« Und die Frau nahm das Stückchen Brot und aß mit den beiden.

Das ist nur ein kleines, aber wichtiges Beispiel, wie unser Lebenshunger und unser Seelendurst auch in schweren Zeiten gestillt werden kann. Und es zeigt, wie jeder Bissen Brot, den wir essen, uns auf den Glauben an das himmlische Lebensbrot Jesus Christus hinweisen kann.

Amen

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