Die Beziehung zu Jesus pflegen - Johannes 15,1-8 – Konfirmation

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Krust, Ralf

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Apr 25, 2026, 4:15:08 AMApr 25
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Die Beziehung zu Jesus pflegen

Liebe Konfirmanden, Liebe Gemeinde,

Jubilate jubelt, ist der Name des heutigen Sonntags. Das zeigt uns, Gott möchte, dass wir uns mit ihm am Glauben freuen können. Diese Freude haben wir auch heute an der Konfirmation.

Das ganze Leben liegt vor den Konfirmanden und wir sprechen heute den Segen zu.

Jubilate ist ein Sonntag der Freude über das, was Gott uns schenkt. Damit wir diese Freude und diesen Segen erfahren, brauchen wir die Beziehung zu Jesus und zu Gott. Was dafür wichtig ist, sehen wir im heutigen Text.

 

Die Bibel - Johannes 15,1-8 – Konfirmation

1»Ich bin der wahre Weinstock. Mein Vater ist der Weinbauer. 2Er entfernt jede Rebe an mir, die keine Frucht trägt. Und er reinigt jede Rebe, die Frucht trägt, damit sie noch mehr Frucht bringt. 3Ihr seid schon rein geworden durch das Wort, das ich euch verkündet habe. 4Bleibt mit mir verbunden, dann bleibe ich mit euch verbunden. Eine Rebe kann aus sich selbst heraus keine Frucht tragen. Dazu muss sie mit dem Weinstock verbunden bleiben. So könnt auch ihr keine Frucht tragen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt. 5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen. 6Wer nicht mit mir verbunden bleibt, wird weggeworfen wie eine unfruchtbare Rebe und vertrocknet. Man sammelt die vertrockneten Reben ein und wirft sie ins Feuer, wo sie verbrennen. 7Wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte in euch bewahrt, dann gilt: Ihr dürft bitten, was immer ihr wollt – und eure Bitte wird erfüllt werden. 8Die Herrlichkeit meines Vaters wird darin sichtbar, dass ihr viel Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.«

 

Jesus sagt nicht: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Flaschen.“, sondern „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ Und wenn ich so durch die Kraichgauer Weinberge laufe, habe ich noch nie eine Rebe gesehen, die von Freudlosigkeit bestimmt war. Sie waren alle ganz zuversichtlich am Weinstock und treiben gerade munter aus. Woran liegt das?

Mit einigen Konfirmanden haben wir am Mittwoch den Text besprochen und einige der Ergebnisse sind in die Predigt eingeflossen und zeigen uns, dass für diese Freude eben die Beziehung zu Jesus ganz wichtig ist.

 

Was lenkt die Konfirmanden im Alltag davon ab, mit Jesus verbunden zu bleiben?

Hier waren die Konfirmanden recht ehrlich und wurden ganz konkret:

Wenn ich viel Zeit am Handy verbringe, dann stört das meinen Verbindung zu Jesus.

Als eine andere Ablenkung wurden Freunde oder eine Gruppe genannt, die sie zu schlechten Dingen, wie Rauchen oder Trinken von Alkohol bringen.

Oder ein drittes, meist ist es, wenn die Person sauer ist und aus dieser Stimmung heraus handelt.

Wie können sie mit dieser Störung der Verbindung umgehen?

Weniger Zeit am Handy verbringen, nur ein oder zwei Stunden am Tag, wurde vorgeschlagen. Guter Vorschlag, bei dem der alte Satz gilt: es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Bei den Freunden kommt es darauf an, dass ich solche wähle, die einen guten Einfluss auf mich und meine Beziehung zu Jesus haben.

Und wenn ich in einer schlechten Stimmung befinde, dann ist es gut, mich erst einmal zu beruhigen und erst dann zu handeln.

 

Der Satz „Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen.“ wurde von den Konfirmanden kontrovers diskutiert. Als Beispiel dagegen wurde genannt, dass unsere Eltern uns ja z.B. das Laufen beigebracht haben. Das ist richtig und das wollen wir auch nicht in Abrede stellen. Wenn ich es richtig sehe, dann könnt ihr Konfirmanden alle laufen. Und trotzdem ist dieser Einwand ein schönes Beispiel, was Jesus mit dem Satz meint. Es kommt nicht nur darauf an, dass wir laufen können, sondern es kommt auch darauf an, zu welchem Ziel wir laufen.

 

Viele Menschen wollen gerne selbst der Weinstock sein. Sie bestimmen ihr Leben selbst und merken gar nicht, wie sie am wirklichen Leben und der echten Freude vorbei leben.

Was passiert, wenn eine Rebe Weinstock sein will? Nichts, außer dass sie verdorrt und sie dann bringt keine Frucht. Jesus hat klar das Entscheidende beim Namen genannt: in Abhängigkeit von ihm leben, Rebe sein und Frucht bringen.

Es geht auch nicht darum, dass wir Blätter tragen. Manche tragen ihren Taufschein, ihre Konfirmationsurkunde, ihre Traubescheinigung, ihren Kirchensteuerzettel, ihre Brot-für-die-Welt Spendenquittung als fromme Feigenblätter mit sich herum. Sie wollen sich keine Blöße geben. Aber Blätter sind nicht Frucht. Gott schenkt uns keine Blätter, aber eine erfüllende Beziehung zu ihm.

Es geht auch nicht darum, dass wir Blumen werden. Unser heimliches Ideal ist ein Blumen–Dasein. Jeder will eine schöne Blume sein, keine Brennnessel und kein Kaktus, aber eine Rose, eine Lilie, eine Orchidee. Die Farbe soll leuchten, möglichst bis zum achtzigsten Lebensjahr, und wenn sie es nicht tut, wird mit Stift, Puder und Creme nachgeholfen. Der blumige, schöne, junge Mensch ist heute gefragt. Deshalb wollen viele Blumenkinder werden. Aber Blume ist nicht Frucht. Bei Gott brauche ich keine Blumen vorzuweisen.

Auch Blüten des Weinstocks sind nicht Frucht. Gott wollte doch keinen botanischen Garten, sondern einen Weinberg. Wo unsere Kreise, Gruppen und Gemeinden nur blühen, haben sie ihr Ziel verfehlt. Der Imperativ lautet nicht: Nun blühe mal schön! Sondern: seid fruchtbar. Jesus sieht durchaus nicht in der Blüte den Höhepunkt seiner Schöpfung, sondern in der Frucht. Die Frucht entblättert die Blüte, darum fürchten wir sie. Wir wollen doch blühen. Darum ist es ein Kennzeichen der heutigen blühenden Generation, dass sie auf der Flucht ist, auf der ständigen Flucht vor der Frucht. Und wenn wir die Frucht vermeiden, dann werden wir zum Früchtchen. Gott nimmt uns die Angst vor dem Verwelken, denn der christliche Glaube hat Ewigkeitswert. Das hilft auch, wenn wir traurig sind, weil wir von einem Menschen Abschied nehmen mussten. Da wird deutlich, dass alles Leben Mühe und unvollkommen ist. Der christliche Glaube sagt uns, es gibt mehr. Hier geht es nicht um Blätter, um Blüten, sondern um Frucht.

 

Was ist für euch Frucht habe ich die Konfirmanden gefragt?

Die originellste Antwort war: Erdbeeren sind gesund und mit Jesus leben ist auch gesund.

Andere Antworten waren, den Glauben öffentlich zu leben, sich nicht zu scheuen vor anderen zu beten und in der Bibel zu lesen. Aber dann auch, wie ich mit anderen umgehe und ob mein Leben eine positive Ausstrahlung auf andere hat.

 

Darum können wir ohne Angst Blätter, Blüten hergeben, um die viel bessere Frucht zu bekommen. Dazu müssen wir in der Kraft, die wir in den Jugendkreisen und anderen Gruppen gewonnen haben, auf andere Menschen zugehen, die noch nicht kommen oder gar von außen gar nicht an unsere Gemeinden denken.

Was meint Jesus eigentlich mit Frucht bringen? Paulus zählt im Galaterbrief (5, 22f) einmal auf, wie sich die Frucht des Lebens mit Jesus äußert:

Liebe, Freude, Frieden, Geduld, anderen verzeihen können, anderen Menschen Gutes gönnen und sich dafür einsetzen, treu sein, nett zu Menschen sein, auf Sachen locker verzichten können. Neun Früchte und wenn wir uns die nächsten Tage jeweils eine vornehmen, ist schon viel gewonnen.

Was macht eine Rebe, damit sie Trauben hervorbringt: sie bleibt am Weinstock. Wenn sie zu selbst sagt, ich muss jetzt Trauben hervorbringen, ich muss Frucht tragen, dann bringt das gar nichts zu Wege.

Genauso ist es mit dem christlichen Glauben. Wenn ich sage, ich muss Liebe, Freude, Frieden, Geduld, anderen verzeihen können, anderen Menschen Gutes gönnen und sich dafür einsetzen, treu sein, nett zu Menschen sein, auf Sachen locker verzichten können, dann schaffe ich das nicht. Was macht ein Christ oder eine Christin, dass er oder sie solche Werke hervorbringt: Sie oder er bleibt bei Jesus. Bei Jesus bleiben und im Glauben leben, das genügt und das ändert uns von Grund auf.

Das nimmt die Angst vor der Zukunft. Und wir können an Gott und dem Glauben dranbleiben und finden eine erfüllte Beziehung zu Gott.

 

Liebe Konfirmanden,

Was bedeutet es für euch, „mit Jesus verbunden zu bleiben“ – ganz konkret im Alltag?

Regelmäßig beten, zum Beispiel morgens und abends, damit ihr im Gespräch mit Gott bleibt und die Beziehung zu Jesus pflegt. Wenn eine Kreuzkette getragen wird, kann sie daran erinnern und die Gewissheit geben, dass Jesus mit dabei ist.

Wann fühlt ihr euch Gott ganz besonders nahe?

Hier sind es oft die ruhigen Orte zum Bibellesen und Beten, denn hier könnt ihr mit Gott und Jesus allein sein. Das ist was anderes, als sich einsam fühlen, doch auch dieses Gefühl kennt ihr. Auch in der Situation hilft euch der Glaube an Jesus, weil ihr wisst, dass er da ist, wenn ihr ihn braucht.

Und ihr habt die Gemeinde mit den Veranstaltungen für Euch Jugendliche und die Gottesdienste.

Liebe Gemeinde, Liebe Angehörige der Konfirmanden,

von dem, was die Konfirmanden zum Thema mit Jesus verbunden sein und seine Nähe spüren, gesagt haben, können auch wir eine ganze Menge lernen. Probiert es nächste Woche einfach einmal aus.

Amen.

 

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