ist die Grundlage jeder wissenschaftlichen Ttigkeit. Beim Beschreiben werden Angaben ber die Erscheinungsformen und Merkmale von mindestens einem Sachverhalt gemacht. Dies geschieht beispielweise durch Benennen und Explizieren, Vergleichen, Ordnen und Klassifizieren, Definieren oder Quantifizieren (Angaben zu Hufigkeit bzw. Ausprgungsgrad).
Das Wort Empirie stammt vom griechischen Wort empeiria (Erfahrung) ab. Dementsprechend wird im wissenschaftlichen Sinne von empirischen Aussagen gesprochen, wenn sie sich auf (wissenschaftlich kontrollierte) Erfahrungen, also Befunde, die nach den Regeln der empirischen Forschung gewonnen wurden, beziehen (Diaz-Bone und Weischer 2015, S. 102). Empirische Wissenschaften grenzen sich von rein theoretischen Wissenschaften ab, die ihre Erkenntnisse allein auf der Basis gedanklicher Beschftigung mit einem Phnomen gewinnen (wie beispielsweise die Mathematik oder die Philosophie).
sind Angaben ber Bedingungsverhltnisse von Sachverhalten bzw. Angaben ber Abhngigkeiten zwischen Sachverhalten und hufiges Ziel quantitativer Forschung. Erklrungen setzen die Beschreibung von mindestens zwei Sachverhalten voraus.
Bei der Forschungsethik im engeren Sinne geht es um den ethischen Umgang mit den Teilnehmer:innen der Forschung, darum Schdigungen zu verhindern und die Integritt der Teilnehmer:innen zu schtzen. Forschungsethische Erwgungen haben in der Psychologie und den Sozialwissenschaften einen hohen Stellenwert (ebenso wie in der Medizin), da Menschen im Mittelpunkt dieser Forschung stehen.
ist eine vorlufige (vermutete) Antwort, die Forscher:innen auf eine ihrer Fragen geben (Hussy und Jain, 2002). Um Vermutungen handelt es sich solange, als der wissenschaftliche Nachweis noch aussteht.
ist ein allgemeines Gtekriterium wissenschaftlicher Untersuchungen: Verschiedene Forscher:innen mssen unter den gleichen (Untersuchungs-)Bedingungen zu den gleichen Ergebnissen gelangen (Unabhngigkeit der Resultate von Untersuchungssituationen und Versuchsleiter:innen).
Wenn eine Hypothese mit abstrakten und bzw. oder komplexen Variablen geprft, also mit der Realitt konfrontiert werden soll, mssen diese Variablen der Beobachtung und Erfassung zugnglich gemacht werden, d. h., sie mssen operationalisiert werden. Dies geschieht dadurch, dass ihnen auf der Basis des vorliegenden Hintergrundwissens empirische Sachverhalte (d. h. konkret mess- bzw. beobachtbare Gren) zugeordnet werden. Dadurch wird entscheidbar, ob und in welcher Ausprgung die abstrakten (theoretischen) Begriffe in der (empirischen) Realitt vorliegen. Voraussetzung fr eine valide Zuordnung empirischer Sachverhalte zu abstrakten bzw. komplexen Variablen, ist eine przise Definition dieser Variablen und der ggf. darin enthaltenen Teilaspekte. In der Regel kann man bei der Operationalisierung von Variablen, die fr einen bestimmten Fachbereich relevant sind, auf existierendes Hintergrundwissen zurckgreifen.
umfassen sinnverstehende, interpretative wissenschaftliche Verfahrenssweisen, hufig auf die intensive Untersuchung weniger bzw. einzelner Flle bezogen. Sie werden meist eingesetzt, um ein tieferes Verstndnis bestimmter Sachverhalte zu gewinnen. Sie sind auch gut dafr geeignet, bisher wenig erforschte Themengebiete zu erschlieen. Hufig liegt ein induktives bzw. abduktives Erkenntnisinteresse zugrunde. Zu den qualitativen Methoden zhlen beispielsweise die Gegenstandsbezogene Theoriebildung (Grounded Theory) oder partizipative und emanzipatorische Anstze als Forschungsansatz, unstandardisierte Interviews, teilnehmende Beobachtung, oder Gruppendiskussion als Datenerhebungsmethode und sinnverstehende Auswertungsmethoden wie Objektive Hermeneutik, Diskurs- oder Inhaltsanalyse.
reprsentieren eine Vorgehensweise zur numerischen Darstellung empirischer Sachverhalte. Sie werden eingesetzt, wenn sich die Forschungsfrage auf (kausale) Zusammenhnge mglichst konkreter Variablen bezieht und allgemeingltige Aussagen getroffen werden sollen. Hufig liegt ein deduktives Erkenntnisinteresse zugrunde. Zu den quantitativen Methoden zhlen beispielsweise Korrelationsstudien oder Experimente als Forschungsansatz, standardisierte Tests oder Fragebgen zur Datenerhebung und inferenzstatistische Methoden zur Datenauswertung.
bezeichnet die Zuverlssigkeit und Bestndigkeit einer Untersuchung. Reliabel ist ein Erhebungsinstrument oder eine Untersuchung dann, wenn bei einem relativ gleichbleibenden Verhalten gleiche oder hnliche Ergebnisse resultieren.
beurteilt eine quantitative Untersuchung danach, ob sie tatschlich das misst, was gemessen werden soll. Ursprnglich bezog sich dieses Gtekriterium auf diagnostische Messinstrumente, also beispielsweise auf die Frage, ob ein Intelligenztest auch tatschlich Intelligenz und nicht etwa Frustrationstoleranz misst.
Variablen sind vernderliche Beobachtungsgren. Psychologische Variablen sind vernderliche Beobachtungsgren aus dem Bereich des menschlichen Erlebens, Verhaltens und Handelns. Jede Variable hat mindestens zwei, in der Regel viele Ausprgungen (Hussy und Jain 2002).
ist in der Psychologie als Zielrichtung vor allem in anwendungsorientierten klinischen, pdagogischen oder gesundheitspsychologischen Kontexten relevant, wobei hier oft quantitative Forschungsanstze gewhlt werden. In der qualitativen Forschung sind insbesondere partizipative und emanzipatorische Forschungsanstze mit der Zielrichtung des Vernderns verbunden. Die Zielrichtung des Vernderns ist nicht wertneutral. Sie kann in die drei Unterziele Korrigieren, Frdern und Vorbeugen (Prvention) unterteilt werden.
sind vorwrts gerichtete Erklrungen. Derselbe Bedingungszusammenhang, den man annimmt, um einen Sachverhalt zu erklren, dient dazu, das Eintreten eines zuknftigen Sachverhalts zu prognostizieren (Nolting und Paulus, 2018).
Wissenschaftsethische Aspekte im weiteren Sinne, die auch unter den Begriffen wissenschaftliche Integritt oder gute wissenschaftliche Praxis verhandelt werden, beziehen sich auf den gesamten Prozess des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns und den Umgang mit diesen Erkenntnissen. Es geht darum, wissenschaftliches Fehlverhalten zu vermeiden sowie die Qualitt wissenschaftlicher Erkenntisse sicherzustellen und somit die Vertrauenswrdigkeit und das Ansehen der Wissenschaft zu schtzen.
ist das Generieren von mglichst gesichertem Wissen. Die wissenschaftliche Psychologie und die Sozialwissenschaften mchten Erkenntnisse zu ihren Gegenstandsbereichen schaffen, mchten Antworten auf Fragen geben, die das menschliche Erleben, Verhalten und Handeln und das gesellschaftliche Zusammenleben betreffen.
Das Skalenniveau (Nominalskala, Ordinalskala, Intervallskala oder Verhltnisskala) gibt an, welche Relationen (Verschiedenheit, Ordnung, Gre der Differenzen oder Verhltnis) zwischen den Objekten des empirischen Relativs durch eine Skala abgebildet werden knnen.
sind Signale, die nicht durch den interessierenden physiologischen bzw. biopsychologischen Prozess, sondern durch andere Faktoren (z. B. externe Quellen elektrischer Potenziale wie etwa Radiosender oder Mobiltelefone) verursacht werden. Es handelt sich also um Signale, die einen anderen Ursprung haben als das interessierende Biosignal.
Ein Merkmal, das nur die Erfassung der Hufigkeit in ganzen Zahlen zulsst, wird diskret genannt. Diskrete Merkmale wie Anzahl von Geschwistern lassen also das Zhlen der Auftretenshufigkeit zu, nicht jedoch die Feststellung von feinen Ausprgungen zwischen ganzen Zahlen.
Messen ist die Zuordnung von Zahlen zu Objekten oder Ereignissen bezglich der Ausprgung eines Merkmals oder einer Eigenschaft, so dass bestimmte Relationen zwischen den Zahlen vorhandene Relationen zwischen den Objekten (oder Ereignissen) homomorph abbilden.
Reaktivitt bei psychologischen Datenerhebungen bedeutet die Vernderung bzw. Verzerrung der erhobenen Daten alleine aufgrund der Kenntnis der untersuchten Personen darber, dass sie Gegenstand einer Untersuchung sind. Aufgrund von Reaktivitt verndert sich die Beschaffenheit des zu erforschenden Gegenstands in der Psychologie des menschlichen Erlebens bzw. psychischer Vorgnge.
Ein Merkmal, das prinzipiell unendlich viele Ausprgungen annehmen kann und keine Erfassung der Hufigkeit in ganzen Zahlen zulsst, wird als stetig bzw. kontinuierlich bezeichnet. Kontinuierliche Merkmale wie z. B. die Krpergre knnen nicht gezhlt, wohl aber gemessen werden.
Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch unterscheidbarer Persnlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer mglichst genauen quantitativen Aussage ber den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprgung. Ein Test besteht in der Regel aus mehreren Aufgaben oder Fragen (Items), die von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Fhigkeiten oder Eigenschaften unterschiedlich gelst bzw. beantwortet werden. In einem abstrakteren methodischen Sinn wird ein Test auch als eine standardisierte Verhaltensstichprobe definiert, die aus Antworten auf eine Mehrzahl von Items besteht. Aus den Antworten wird der Testwert der untersuchten Person aggregiert.
ist zu entnehmen, wie gut das gesamte Testergebnis aufgrund der Beantwortung dieses einzelnen Items vorhersagbar ist. Damit gibt diese an, wie gut ein einzelnes Item den gesamten Test reprsentiert. Somit erreichen Personen, die einen hohen (niedrigen) Gesamttestwert aufweisen, auf einem trennscharfen Einzelitem ebenfalls einen hohen (niedrigen) Wert.
ist die systematische und regelgeleitete Registrierung des Auftretens bzw. der Ausprgung von ausgewhlten, psychologisch relevanten Merkmalen oder Ereignissen. Sie folgt einem zuvor festgelegten Beobachtungsplan, der festlegt, 1. was beobachtet werden soll (Kategorien fr das interessierende Ereignis oder Merkmal), 2. welche Aspekte weniger oder nicht relevant sind, 3. welchen Interpretationsspielraum der Beobachtende bei der Beobachtung hat, 4. wann, wie lange und wo die Beobachtung erfolgt (Zeitpunkte, Zeitrume, Situationen), 5. auf welche Weise das Beobachtete registriert und protokolliert wird.
Die Ableitungsvaliditt der Hypothesenprfung ist gegeben, wenn die Entscheidung auf der Ebene der Testhypothesen tatschlich die a priori aufgestellte Theoretisch-inhaltliche Hypothese (TIH) prft, wenn also die Konkretisierungsschritte (von der TIH in Richtung der Empirisch-inhaltliche Hypothese, der Statistitischen Vorhersage und der Ebene der Testhypothesen) nicht zu einer inhaltlichen, formalen oder statistischen Vernderung der Ausgangshypothese fhren.
c80f0f1006