Logisch A2 Kursbuch Pdf Free

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Tanja Freeze

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Jul 14, 2024, 5:22:11 AM7/14/24
to poigolpartblac

Vor dem Hintergrund der Ressourcenknappheit der ffentlichen Haushalte und des stndig steigenden Kostendrucks gilt die Forderung des Nachweises von Effektivitt und Effizienz sowie der Qualittsentwicklung in Form von Evaluationen immer mehr auch fr Manahmen aus dem Bereich der Public Health, in dem sich das hier vorgestellte Programm der Qualittsdialoge Frhe Hilfen (QDFH) bewegt (vgl. Waldherr et al., 2014).

Evaluation und Evidenzbasierung sind also state of the art. Sie dienen der Legitimation von Projekten und rechtfertigen deren Finanzierung. Zudem bieten sie wertvolle Hinweise fr Nachsteuerungen bereits whrend der Projektlaufzeit oder fr Folgeprojekte. Sie kommen den Forderungen politischer Entscheider nach harten Fakten und Wirksamkeitsbelegen nach.

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Unter Evaluation verstehen wir empirische Methoden zur Informationsgewinnung und systematische Verfahren zur Informationsbewertung anhand offengelegter Kriterien, die eine intersubjektive Nachprfbarkeit der Ergebnisse ermglichen (Stockmann, 2004, S. 2).

In diesem Beitrag soll das Evaluationskonzept des Projekts QDFH erlutert und erste Ergebnisse der Evaluation vorgestellt werden. Hierzu wird zunchst der Untersuchungsgegenstand beschrieben und damit auch der Gegenstand der Evaluation festgelegt. Hieraus und aus dem Projektauftrag ergeben sich die Ziele der Evaluation. Im Fokus des Beitrags steht jedoch das Wirkungsmodell. Dieses wird aus der Theory of Change abgeleitet. Es wird anschlieend durch Rckbezge auf Evaluationsgegenstand und -ziele mit konkreten Inhalten angereichert und dient dann als Blaupause zur Ermittlung von Effekten der Manahmen.

Die Darstellung der Umsetzung der Evaluation und die Prsentation erster Ergebnisse schlieen den inhaltlichen Teil des Beitrags ab. Anhand der Ergebnisse wird die Qualitt des Wirkungsmodells und dessen Nutzen fr die Evaluation diskutiert.

Das Projekt QDFH wurde 2018 ins Leben gerufen, um eine qualittsgesicherte Weiterentwicklung von Strukturen in den Frhen Hilfen umzusetzen. Das Anliegen des Nationalen Zentrums Frhe Hilfen (NZFH) war es, kommunale Akteure in den Frhen Hilfen zu untersttzen.

Das Projekt wurde in Kooperation mit 23 Kommunen und Landkreisen durchgefhrt, die das NZFH whrend des gesamten Prozesses begleitet und beraten hat. Whrend der dreijhrigen Laufzeit (2019 bis 2021) wurde das Projekt durch das Institut fr Sozialforschung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung (iSPO) wissenschaftlich begleitet, um eine unabhngige Evaluation zu gewhr leisten.

Der Evaluationsgegenstand der wissenschaftlichen Begleitung sind demnach smtliche Aktivitten und Angebote des NZFH, die den Akteuren der Netzwerke Frhe Hilfen der teilnehmenden Kommunen im Rahmen der QDFH zur Verfgung gestellt werden, um die Ziele der QDFH zu erreichen (vgl. Schffer, 2021). Im Zentrum der Evaluation stehen folglich die teilnehmenden Akteure der Netzwerke Frhe Hilfen als direkte Zielgruppe der QDFH.

Grundlage des Forschungsdesigns und damit der Methodik der Evaluation ist die Theory of Change (ToC). Sie geht von dem Grundgedanken aus, dass durch die in einem Programm oder Projekt umgesetzten Manahmen bei der Zielgruppe auf verschiedenen Ebenen Vernderungen angeregt werden. Zentrale Aufgabe der Begleitforschung ist es, auf der Basis dieses Vernderungsmodells ber den Programmverlauf hinweg festzustellen, welche Vernderungen whrend der Teilnahme an den QDFH zu beobachten sind und inwiefern sie auf die verschiedenen Programmaktivitten zurckgefhrt werden knnten.

Die Theory of Change wurde ab Mitte der 1990er-Jahre vom Aspen Institute genutzt, um die Qualittsentwicklung in Kommunen voranzubringen (vgl. Weiss, 1998). Am Beispiel kommunaler Initiativen zur Frderung von Kindern und Familien konnte gezeigt werden, dass die ToC den partizipativen Planungs- und Bewertungsprozess der kommunalen Partnerinnen und Partner effektiv untersttzt.

In der ToC werden zunchst hhere bzw. langfristige Ziele definiert bzw. aus Visionen abgeleitet. Nun einigen sich die Beteiligten auf hierarchisch geordnete und logisch hergeleitete Vorbedingungen, die zunchst realisiert sein mssen, um die anvisierten Ziele zuknftig zu erreichen. Der Erfolg der Intervention wird anschlieend vor allem daran bemessen, inwieweit die einzelnen Vorbedingungen erfllt sind (vgl. Taplin & Clark, 2012).

Eine besondere Strke der ToC ist ihr Potenzial, der Komplexitt bevlkerungsbasierter Interventionen gerecht zu werden. Aus diesem Grund ist sie inzwischen das bevorzugte Leitmodell fr die Planung und Evaluation grerer Vorhaben im Public-Health-Bereich (vgl. Breuer, Lee, De Silva & Lund, 2015). Innerhalb des NZFH wird die ToC auch zur Planung, Strukturierung und Kommunikation der wissenschaftlichen Begleitung der Bundesstiftung Frhe Hilfen genutzt (vgl. Paul, Backes, Renner, & Scharmanski, 2018; Renner, Scharmanski, Paul & NZFH, 2018).

Ausgehend von der Grundannahme der Theory of Change, dass durch geplante Interventionen bestimmte intendierte Vernderungen erzielt werden, sind Wirkungsmodelle eine geeignete (und in einer Vielzahl von Evaluationen des iSPO-Instituts erprobte und bewhrte) methodische Grundlage zur Umsetzung einer Evaluation. Sie konkretisieren die Grundannahmen der ToC, indem sie kausale Bezge zwischen verschiedenen Aspekten der Intervention (konkrete Manahmen, Angebote, Frderaktivitten, Veranstaltungen etc.) und den Wirkungen herstellen, die durch sie hervorgerufen werden sollen.

Das in der Evaluation der QDFH genutzte Wirkungsmodell (Abbildung 1) lehnt sich an die von Phineo entwickelte Wirkungstreppe an (vgl. Kurz & Kubek, 2021, S. 7). Da das vollstndige Wirkungsmodell der QDFH fr eine Darstellung in diesem Beitrag zu komplex und ausdifferenziert ist, soll seine Grundidee hier nur kurz anhand der Wirkungstreppe erlutert werden.

Wie bei der ToC allgemein ist auch ihre Grundlogik die Unterscheidung zwischen Output-, Outcome- und Impact-Ebenen. In der Wirkungstreppe sind diese drei Ziel- bzw. Wirkungsebenen jedoch weiter ausdifferenziert. Sie bietet somit przisere Mglichkeiten zur Ziel- und Wirkungsdefinition als die ToC. Im Wesentlichen werden Wirkungen bei der Wirkungstreppe immer ausgehend von der Zielgruppe der Interventionen gedacht und formuliert. Die ersten drei Output-Ebenen vertreten im Grunde die (projektimmanenten) Vorbedingungen, die (nach der Logik der ToC) gegeben sein mssen, damit Wirkungen im eigentlichen Sinne, also Vernderungen bei der Zielgruppe, entstehen knnen.

Die angestrebten Vernderungen bei den teilnehmenden Akteuren der Kommunen werden auf den drei Outcome-Treppenstufen abgebildet. Zunchst sollen gem einem der Leitziele der QDFH Kompetenzen zur Qualittsentwicklung erworben bzw. ausgebaut werden. Das Gelingen des Kompetenzerwerbs bzw. -ausbaus ist die Voraussetzung dafr, dass auch auf der Handlungsebene Vernderungen eintreten knnen (Stufe 5 der Wirkungstreppe). Auf dieser Wirkungsebene ist das Ziel, dass die teilnehmenden Akteure ihre neu erworbenen oder ausgebauten Kompetenzen in ihre Netzwerke Frhe Hilfen transferieren und dort im Rahmen der QE-Aktivitten des Netzwerks umsetzen.

1 Der Qualittsrahmen Frhe Hilfen versteht sich als ein Beitrag zu einem dialogisch und partizipativ gestalteten Qualittsentwicklungsprozess in den Kommunen: www.fruehehilfen.de/fileadmin/user_upload/fruehehilfen.de/
pdf/Publikation_NZFH_Kompakt_Beirat_Qualitaetsrahmen_Fruehe_Hilfen.pdf

Trotz dieser vor allem zeitlich bedingten Einschrnkungen lsst sich bereits mit den ersten Evaluationsergebnissen belegen, dass die QDFH im Sinne der Zielsetzungen und Ergebniserwartungen der Teilnehmenden angestrebte Effekte erzielen. Diese sind wie zu erwarten am strksten auf der Wirkungsebene Ausbau der QE-Kompetenzen ausgeprgt (Abbildung 3). Bemerkenswert ist, dass sich auch weitergehende Wirkungen bereits abzeichnen oder von den teilnehmenden Akteuren in den Kommunen antizipiert werden, die sich u. a. direkt auf die Umsetzung der QE-Impulse aus den QDFH beziehen (Abbildung 4). Insgesamt zeichnet sich also bereits zu einem frhen Bewertungszeitpunkt ein hohes Wirkungspotenzial der QDFH ab.

Auch in der Evaluation der QDFH hat sich das Modell der Wirkungstreppe (und das auf ihm basierende, ausdifferenzierte Wirkungsmodell) als geeignete methodische Grundlage zur Spezifizierung der Projektmanahmen und der mit ihnen intendierten Wirkungen erwiesen. Wie jedes Modell hat auch dieses Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass es im Vergleich zum Goldstandard der Wirkungsmessung von Interventionen, der randomisierten kontrollierten Studie, gut im Feld einsetzbar und der Erhebungs- und Auswertungsaufwand wesentlich geringer ist.

Ein weiterer Vorteil ist die gute Nachvollziehbarkeit der Wirkungszusammenhnge durch die Programm- und Praxisakteure, auch ohne tiefgehendes theoretisches Vorwissen. Die auf dieser Grundlage generierten Evaluationsergebnisse besitzen deshalb in der Regel eine hohe Praxisrelevanz.

An seine Grenzen stt das Modell, wenn es etwa darum geht, den Einfluss von Drittvariablen fr die Zielerreichung zu messen. Externe Rahmenbedingungen, die sich frderlich oder hinderlich auf das Erreichen der Wirkungsziele auswirken knnen, sind in ihr nicht abgebildet. Ihre kausale Bedeutung fr das Erreichen der Wirkungsziele kann hier nur geschtzt werden, denn im Unterschied zu einer randomisierten kontrollierten Interventionsstudie sind diese nicht Bestandteil der Berechnungen.

Ein weiteres Manko ist, dass aufgrund der Spezifitt der Wirkungsziele und Messindikatoren in der Regel keine inferenzstatistischen Verfahren angewendet werden knnen. Durch das Fehlen von induktiver Statistik lassen sich die Ergebnisse der Evaluation deshalb nicht verallgemeinern oder auf eine Grundgesamtheit bertragen.

Schffer, E. & Sin, F. (2021). Evaluation eines Qualittsentwicklungsprojekts in den Frhen Hilfen. Ein Evaluationskonzept auf Grundlage der Theory of Change und erste Ergebnisse, FORUM Sexualaufklrung und Familienplanung: Informationsdienst der Bundeszentrale fr gesundheitliche Aufklrung (BZgA), 1, 32-36.

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