Nach dem Mikrozensusgesetz knnen die Ausknfte der im Mikrozensus Befragten im mndlichen Interview oder schriftlich erfolgen. Aus Grnden der besseren Lesbarkeit wird fr die Mikrozensen ab 1985 der Erhebungsbogen des Statistischen Bundesamtes fr die schriftliche Befragung dokumentiert.
Fr die Mikrozensen der Erhebungsjahre 1973 bis 1982 sind diese sog. Selbstausfller-Erhebungsbgen nicht mehr vorhanden. Fr die Jahre vor 1985 werden daher die Erhebungsbgen des Statistischen Bundesamtes fr die Interviewer zur Verfgung gestellt.
Seit der 2020 eingefhrten Neukonzeption des Mikrozensus besteht die Mikrozensus-Befragung aus einem verkrzten Kernfrageprogramm, das alle befragten privaten Haushalten beantworten und weiteren Erhebungsteilen, welche jeweils lediglich eine Unterstichprobe erhalten. Das Kernprogramm und die verschiedenen Erhebungsteile werden nicht modular hintereinander erhoben, sondern das resultierende Frageprogramm verzahnt die Inhalte thematisch. Um den Mikrozensusnutzer*innen einen kompakten Gesamtberblick ber alle enthaltenen Fragen und die Struktur der verschiedenen Fragebgen zu geben, wird ab 2020 ein Masterfragebogendokument bereitgestellt, welches die Informationen aus allen Fragebgen fr Privathaushalte enthlt und angibt, welche der Fragen in welchen Fragebgen enthalten sind. Zudem enthlt das Dokument Informationen zu den korrespondierenden Variablennamen.
Ein Fragebogen ist weniger aufwendig als ein psychologisches Interview, so dass leichter eine groe Anzahl von Personen fr statistisch zuverlssige Aussagen untersucht werden kann. Von den einfachen Listen mit Fragen (die der Dokumentation dienen oder zumeist nur die Antworten inhaltlich ausgewertet werden) sind die standardisierten und die testmethodisch konstruierten Fragebogen zu unterscheiden, die der Messung von Merkmalen oder Eigenschaften dienen. Darber hinaus werden hufig auch Formulare wie Antrge oder Steuererklrungen als Fragebogen bezeichnet, wenn sie der standardisierten Datenerhebung dienen.
In der Psychologie wird zwischen Fragebogenmethoden, beispielsweise Interessen- und Persnlichkeitsfragebogen, und den Eignungstests, beispielsweise Schultests und Intelligenztests, unterschieden. Nur bei letzteren gibt es objektiv richtige bzw. falsche Antworten. Ein IQ-Test zur Beurteilung der Intelligenz ist kein Fragebogen.
Computeruntersttzte Fragebogen werden zunehmend ber das Internet als Online-Umfrage bereitgestellt, wobei sie entweder manuell oder mit geeigneter Software ausgewertet werden knnen. Die einfachste Art eines Fragebogens im Internet ist das Polling zu aktuellen Themen, bei dem typischerweise eine einzige Frage gestellt und zwei oder mehr Antwortmglichkeiten vorgegeben werden, die durch einfachen Klick ausgewhlt werden.
Fr die psychologische Diagnostik wurden computeruntersttzte Testsysteme entwickelt, die Fragebogen und andere Tests am Bildschirm darbieten, durch entsprechende Software auswerten und Ergebnisdarstellungen liefern. Zur Datenerfassung im Alltag knnen Fragebogen und Tests auf einem Personal Digital Assistant PDA oder mittels Mobiltelefon (Handy) dargeboten werden, wobei dann eine interaktive Datenerfassung und bei Echtzeit-Auswertung eine Rckmeldung an die Untersuchten mglich sind (siehe Ambulantes Assessment).
Beim persnlichen oder telefonischen Fragebogeninterview entnimmt der Interviewer die genauen Fragen aus einem standardisierten Fragebogen und protokolliert die Antworten anhand der vorgegebenen Antwortmglichkeiten. Bei sozialwissenschaftlichen Umfragen in der Markt- und Meinungsforschung verwenden die Interviewer hufig gedruckte Krtchen mit Fragen bzw. Antworten, um das Verfahren noch weiter zu standardisieren. Ein Nachteil sind die, relativ zur papiergebundenen und zur computeruntersttzten Befragung, hohen Kosten fr die Interviewer. Allerdings erhht sich durch die persnliche Befragung die Rcklaufquote.
Ein Fragebogen besteht in der Regel aus einer Anleitung und den einzelnen Items (von englisch Stcke, Elemente), also aus Fragen oder Aussagen (Statements) und den zugehrigen Antwortmglichkeiten (Kategorien). Fr die Formate der Items und Antwortkategorien existieren verschiedene Mglichkeiten. Die meisten Fragebogen enthalten keine offenen, sondern geschlossene Fragen, d. h., sie geben bestimmte Antwortmglichkeiten vor, sodass die Befragten nur auswhlen knnen. Die zitierten Lehrbcher zur Testkonstruktion und Fragebogenmethodik enthalten viele Regeln und Hinweise wie die Fragen und Antwortmglichkeiten verstndlich zu formulieren sind. Hufige Fehler sind die Verwendung von besonders missverstndlichen Begriffen, Fremdwrtern, doppelten Verneinungen.
Skalierte Antworten bedeutet hier, dass die einzelnen Stufen die Hufigkeiten, Zutreffensgrade, Intensitten usw. graduell abstufen und mindestens ordinales Skalenniveau aufweisen. Die Codierung der Stufen kann verbal (Verbale Rating-Skala), numerisch (Numerische Rating-Skala) oder durch Symbole (Symbolische Rating-Skala) erfolgen.
Die Mglichkeiten der Auswertung sind abhngig von der Art der gewhlten Antwortformate. Zahlenmig fassbare Antworten, etwa auf einer Likert-Skala gemessene Einstellungen, knnen statistisch ausgewertet werden, whrend offene Antwortformate in der Regel eine qualitative Analyse erfordern. Bereits wenn der Fragebogen entwickelt wird, sollten die spter gewnschten Auswertungen mit ihren speziellen Voraussetzungen bercksichtigt werden (siehe Psychometrie, Skalierung und Skalenniveau).
Bei der Mehrzahl der in der Sozialforschung und in der Psychologischen Diagnostik sowie der Differentiellen Psychologie und Persnlichkeitspsychologie verwendeten Fragebogen handelt es sich um testmethodisch entwickelte und empirisch berprfte Methoden. Inhaltlich zu unterscheiden sind u. a.: Fragebogen fr soziale und politische Einstellungen, Interessen, religise Orientierung und andere Wertvorstellungen, Persnlichkeitseigenschaften, Selbstberichte ber Emotionen und Stimmungen, krperliche und psychische Beschwerden und andere durch Urteilstests erfassbare Merkmale. Weitere Anwendungsgebiete sind die Marktforschung (Befragungen zur Kundenzufriedenheit), Meinungsforschung, fr Mitarbeiterbefragungen oder die Evaluation von Lehrveranstaltungen.
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