Name, Wappen und Herkunft der deutsch-slawischen bürgerlichen und
adligen Familien Zurek
Der Name Zurek mit der Stammform „Zur” stammt aus dem Germanischen und
bedeutet als „Übername” (auch mittelbarer oder indirekter Berufsname)
soviel wie Sauer = Sure als Übername zu mittelhochdeutsch Su(ve)r =
S`uer, bitter, hart, böse, grausam. Wenn heute noch Sur anstelle Sauer
vorkommt, ist das eine Hinweis auf niederdeutsche, das heißt
norddeutsche Herkunft. Das Wesen des Ubernamens vom Beruf besteht
darin, daß an die Stelle der eigentlichen Berufsbezeichnungen die
Attribute der einzelnen Handwerke oder Gewerbe treten, also vor allem
Werkzeug, Erzeugnis und Handelsware, ja sogar typische
Arbeitsgeräusche und Begleiterscheinungen.
Das Stammwort Sur (in diesem Fall für Sauerteig) bezieht sich als
Übername auf den Beruf des Sauerteigbäckers oder herstellers. Daneben
als weitere Bedeutung für Sauer: Im Jahre 1309 Sure als Übername zu
mittelhochdeutsch Su(we)r = „sauer, bitter” und niederdeutsch
„Suhrbher” = für den Brauer, der das haltbare Bitterbier herstellt.
Außer als Übername kann der Name Zurek auch als Patronymikum (vom
Namen des Vaters abgeleiteter Eigenname) oder als Personenname
vorkommen. Zurek bedeutet denn hier auch: Sohn des Zur. Auch hier
ergeben sich die verschiedensten Schreibweisen wie Zurke oder Surek.
Der Name Zurek kann in den verschiedensten Sprachräumen- und
Schreibweisen vorkommen. Aus der Stammform Sur oder Sauer bildeten
sich die Form des engelsächsischen oder englischen Sour, und die des
sorbischen und slawischen Zur. Die slawisierte Form des Namens Zurek =
Zur, bedeutet im Sorbischen „Sauerteig”, ein Getränk, aber auch
„mühselige Arbeit”. Im Sorbischen begegnen wir den Namensformen Zurk
(1635–45 und 1658 Schurck).
Im Slawischen finden wir eine sehr große Vielfalt von Schreibweisen-
und Bedeutungen. Die wichtigste Stammform ist Zur. Der Vorliebe der
Polen für Verniedlichungen und Verkleinerungen von Namen, entstand die
Namensform Zur (mit Diminutiv „ek”), was zur Namensform Zurek führte.
Es bedeutet also Zurek soviel wie „der kleine Zur”.
In Polen finden wir die slawisierte Form des Namens Zurek. Auch in
Polen lautet die Stammform Zur, als Lehnwort aus dem Deutschen Sur =
Sauer. Die Bedeutungen des Namens sind hier noch mannigfaltiger als im
deutschen Sprachraum.
Hier einige Beispiele mit Quellenangaben.
Das polnische „Zur” mit dem polnischen diaktrischen Zeichen „.” über
dem „Z” spricht man wie das französische Wort „Jour”, das „Z” wie das
französische „J” in „Journal”. ¯urek (kommt vom Stammwort ¯UR = saure
Mehlsuppe; Suppe auf Sauerteigbasis bereitet. ¯ur: Ich erinnere mich,
daß Mamma ständig ¯urek (saure Mehlsuppe) und ¯urek (saure Mehlsuppe)
mit Kartoffeln ohne Beigabe von Fett gekocht hatte. „P³omyk” 19, von
1953 (Kinderzeitschrift). Stellte vor ihn einen Teller ¯urek
(Mehlsuppe) mit einem Stück Schinkenwurst. Quellennachweis: Unil.
Dwadz. 242. Sie trug für mich in das Esszimmer ein Roggenbrot und
einen Teller „¯urek”, in welchen Knoblauch eingerieben war und der mit
Buchweizen-Graupen-Einlage zubereitet war. Quellennachweis: Prus, Now.
III, 9.
Biersuppe essen wir im Winter und im Sommer trinken wir geradezu
Milch. An Fasttagen ist ¯urek (Mehlsuppe) sehr passend (geeignet).
Quellennachweis: Hof. Kl. Dziennik 27./SW (Hoffmann, Kleiner
Tagesanzeiger (Tagesschrift) Nr. 27).
Der Name Zurek als alte Brauchtumsform:
Zurek (altertümlicher Spaß, von „zurfiks” stammend). Zurfiks: Apollo
ist heute in einem Tu¿urek (altmodischer Gehrock) gekleidet und jagd
(rennt, läuft nach, setzt nach) dem ¯urek (Mehlsuppe) nach.
Quellennachweis: Lem. Czyn. 92.
Zu einer Schar von Frauen (Damen), welche „Zurki” hatten, kam Frau
Janowa Niemcewiczowa (Eigenname), und gab jeden zweiten Montag einen
festlichen Empfang. Quellennachweis: Glinka Pam. II., 182. „¯ur”
spricht man „Jour” (französisch).
Weitere Bedeuteungen des Namens Zurek
Zur = Fasttagsspeise aus Hafer.
Zur = Mehlsuppe aus Sauerwasser (aus dem Faß mit Sauerkraut) und
Hafermehl.
¯ur = rote Rübensuppe aus dem Sauerteig.
¯ur = rote Rübensuppe mit gesäuertem Brot oder Hafer.
¯ur = Sauerteig
¯ur = mühselige Arbeit
Alte polnische Bräuche und Gewohnheiten, die leider in Vergessenheit
geraten sind.
¯urek = eine Puppe aus Stroh, aber angezogen (angekleidet).
¯urek = das Kopftuch hinten auf dem Kopf binden.
¯urek = Am ersten Mittwoch lass den Bart (am Kinn) wachsen und stell
den „Zurek” auf die kleine Mauer am Ofen.
Namensformen „¯urek” von der Stammform „¯ur”
Lipinski de Schur, h Schur (¯ur) w Prusiech Lipinski de Schur,
Wappen(genossenschaft) Schur (Zur), in Preußen.
Quellen: (Sz. Pol., Krasicki) = Spis szlachty królestwa Polskiego z
dodaniem krótkiej informacyi o dowodach szlachectwa, Warszawa 1851:
Str¹bski. XVII, 326 Seiten.
Krasicki Ignacy. Dopiski do Herbarza Niesieckiego wydania Bobrowicza.
Archiv Königsberg.
Winckler, Benno v.: Rückblick auf die Vergangenheit Westpreußens,
Danzig 1873, 1 Band.
Schur von (v.) Szur i Wnuk (Adel), herb Szur.
Schur von (v.) Szur und Wnuk, (Wappen), Wappengenossenschaft Szur.
Schur v. Sz Szur (Adel), herb Szur albo Namiot.
Schur v. Szur, Wappengenossenschaft Szur oder „Zelt”.
Schur-Lipinski (Adel), siehe Szur, Szur-Lipinski.
¯ur-Lipiñski (Adel), siehe Szur, Szur-Lipiñski
Szczurski, herb Korab z Szczury w Kaliskiem 1618
Szczurski v. Szczury in der Wojewodschaft Kalisch 1618 (Adel),
Wappen(genossenschaft) Korab. Gelten um 1680 als erloschen.
Quelle: Niesiecki Ks. Kacper, Korona polska przy zlotey wolnoœci,
staro¿ytnemi rycerstwa polskiego i W. X. Lit. kleynotami ozdobiona.
Lwów, 1728–1743 fol. T-w 4.
R.P.K. 153 = Rejestr Poborowy woj. Kaliskiego 1618–1620.
Korytkowski, Jan: 1. Arcybiskupi gnieŸnieñscy (die Erzbischöfe von
Gnesen), Posen 1888, 4 Bände.
2. Pra³aci i kanonicy katedry metropolitarnej gnieŸnieñskiej (die
Prälaten und Domherrn der Gnesener Domkirche), Gnesen 1883, 4 Bände.
Z³. Ks. = v. ¯ychliñski, Teodor: Z³ota ksiêga szlachty polskiej (Das
goldene Buch des polnischen Adels), erscheint seit 1879 in Posen in
Jahresbänden (2).
Szur (Adel), Wappen Namiot = Zelt
Szur Pommerellen. Ein Zweig nannte sich Lipiñski. Sie sind ein Zweig
der Szur alias (genannt) Schur, führen den Beinamen Lipiñski.
Szurek, w nowogrodzkiem, Województwo nowogrodzkie (Wojewodschaft
Nowogródek 1570). Nordöstlich von Warschau und südlich von Wilna liegt
die Stadt Nowogródek. Heute auf dem Gebiet von Belorußland.
Quelle: Niesiecki Ks. Kacper, Korona Polska tomów 4, Lwów 1728–43.
Szurk, siehe Szurek.
Szurski w województwie Brzeœciañskiem. Maxymilian Szurski r. 1674.
Szurkówna w Nowogrodzkiem, Jana Lisowskiego ma³¿onka.
Szurski (Adlig), in der Wojewodschaft Brzeœæ Litewski (östlich von
Warschau). 1674. Huldigten im Kreis Orlow Preußen. Maxymilian Szurski.
Jahr 1674. Szurkówna — die Tochter von Maxymilian Szurski — war die
Ehefrau von Jan Lisowski in der Wojewodschaft Nowogródek. Huldigten im
Jahre 1798, Preußen.
¯UR (DE SCHUR, SCHUR, SZUR, v. SZUR, ZUREK) ¯UR-LIPIÑSKI.
Wappen: In rotem Hintergrund mit Silberrand ein silbernes Zelt mit
einem goldenen Zeltmast und einer Kuppel mit goldenen Streifen; auf
einem Gipfel ein goldener Apfel und ein goldenes Kreuz. Über dem Helm
auf der Krone ein gewappneter Arm mit einem Schwert.
D¥BROWSKI, DAMBROWKA, DOMBROWSKI, DUBRAWKA (auch v. Eichenau)
Wappen: Im schwarzen Schild die silberne Buchstabe „Z”. Als Helmzier
ein silbernes Z zwischen einem schwarzen Pflug. Decken: schwarz-
silbern.
Quelle: Niesiecki, Band 8, R-S, Jahr 1841, Seite 634. (con) =
Konstytucje = Verfassungen.
¯ur = Schur (Adel), herb ¯ur albo Namiot w Prusiech
Zur = Schur, Wappen Zur oder Zelt in Preußen.
Zurek (Freiherr von Zurek (Adel)), Wappen Zurek. Urkundliches
Auftreten 1989.
Zurecki
Zurski (Edler von Zurski). Caspar, Edler, Amtmann von Kommorsk, Kreis
Schwetz 1584.
Quelle: Maercker, Hans: Geschichte des Schwetzer Kreises; in der
Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins, Heft 17–19, Danzig
1880–88.
Quellenangabe zum deutschen Namen „Sauer” aus der Stammform „Sur”,
„Sure” und „Su(we)r”
Sauer: 1309 Sure als Übername zu mhd. Su(we)r, „sauer, bitter, hart,
böse, grausam”. Daneben: nd. Suhrbier: 1183 Surbier als Übername zu
mhd. Su(we)r „sauer, bitter” und Bier: „Bier” für den Brauer, der das
haltbare Bitterbier herstellt.
Quellenangaben zu allen „Zurek–Namensvorkommen” und ähnlicher
Schreibweisen:
Zurek, Szurek, Szurko, Zurko: gegen und gegenüber Matias Zurek (von
Zamborzicze = Ortsname)... derselbe Mathias Zurek... derselbe Mathias
Zurek 1435 U Prag 32 (das ist die Quellenangabe einer Schrift oder
eines Archivstücks vom Jahr 1435 mit der Nr. oder Seite 32), (Wir,
Johannes, der Bischof von Krakau) in... der Stadt Bobrza... geben dem
Martin, genannt Szurek, unseren cmethoni von Kyelce das
Schultheißenamt XVI in. (1390) Kkk 365.
Eine Wiese in Ternawa, welche Zurko der Ruthenus (Ukrainer) besaß. XVI
p.pr. (1424) Matr. IV/3 suppl. 576. Szurko cf (vergleiche) Szurek.
Zurek (Zurke), Surek (O.S. = Oberschlesien): slawischer Personenname.
Hans Bahlow.
Deutsches Namenlexikon. Hamburg 1980
Zurk, 1635–45, Schurck, 1658. Walter Wenzel, Studien zur sorbischen
Antroponymie. Teil II: Historisch-etymologisches Wörterbuch sorbischer
Personennamen. Leipzig 1978. Dissertation B (Masch.), S. 282, Leipzig
1990.
Wappen Zurek (de Schur, Schur, Szur, v. Szur, Zur-Lipinski):
Wappen: In rotem Hintergrund mit Silberrand ein silbernes Zelt mit
einem goldenen Zeltmast und einer Kuppel mit goldenem Streifen; auf
dem Gipfel ein goldener Apfel und ein goldenes Kreuz. Über dem Helm
auf der Krone ein gewappneter Arm mit einem Schwert.
¯ur-Lipiñski (Lipiñski - Schur), Szur etc.
Quelle: Polska Encyklopedia Szlachecka (Polnische Adelsenzyklopädie).
Verlag des Instituts der geschichtlichen Kultur. Warschau, MCMXXV.
Band III. Seite 31.
Lipiñski III, das heißt SCHUR oder NAMIOT (Zelt). Wappenbeschreibung:
In rotem Felde – silbernes Zelt auf einer goldenen Stütze, mit einer
gestreiften Kuppel mit Apfel und Kreuz an der Spitze. Über dem Helm in
der Krone ein mit dem Schwert gerüsteter Arm. Blaue Helmzier,
goldbeschlagen.
Band VII, Seiten 344/345
Lipiñski Schur v. Szur des eigenen Wappens; das heißt SCHUR (Szur)
oder NAMIOT (Zelt), dif. (?), 1460; 1843 pw. (?); pommerellische
(Pommerellen), posener (Posen), Lipnice, Litwa (Litauen); Królestwo
Polskie (Polnisches Königsreich).
Der König Kazimierz Wielki (Kasimir der Große), gab um 1460 manchem
Adligen das Gut Lipnice, sowohl zum Lohne für Verdienste im Krieg
gegen Kreuzritter, als auch zur Pflicht zur Verteidigung der
Staatsgrenzen.
Dieser Adel hat sich in kurzer Zeit vermehrt und hat die Beinamen
JANTA, KOSPOT, PYCH, ROMAN, SCHUR von SZUR und WNUK und den Namen
Lipiñski angenommen. Manche haben auch andere Wappen angenommen.
Rietstap schreibt einer Familie Szur- Lipiñski das Wappen Korab
(Kastenschiff) zu. Quellen: Kt., Szp., Br., Krs., Ostr., Ur., H. Kr.
Pol. Aus dieser Familie stammt:
Benedykt, geboren im Jahre 1806 in Trzemeszno, Teilnehmer des
Aufstandes im Jahre 1831 als ein Leutnant des Polnischen Militärs
(Ur.).
¯ur-Lipiñski, Wappen „Schur” (¯ur), Schur v. Szur und Wnuk.
Quellen: Seweryn Graf Uruski („Rodzina. Herbarz szlachty polskiej”).
(Familie. Wappenbuch des polnischen Adels).
Lipiñski, Wappen Schur, Kazimierz IV. hat gegen 1460 manchem
polnischen Adel das Gut Lipnice gegeben, sowohl zum Lohne für
Verdienste im Krieg gegen Kreuzritter, als auch Pflicht der
Verteidigung der Staatsgrenzen.
Dieser Adel hat sich in kurzer Zeit vermehrt und hat die Beinamen
Janta, Kospot, Pych, Roman, Schur v. Szur und Wnuk, und den Namen
Lipiñski angenommen; und auch den Namen Lipiñski. Etliche haben das
folgende Wappen angenommen: auf dem ovalen blauen Schild ein goldener
sechszackiger Stern und der gleiche Stern auf der Krone über dem Helm.
W³adys³aw hat im Jahre 1702 an B³ociszewski sein Dorf Mi³ostowo, in
der Wojewodschaft Poznañ (Posen) verkauft; sein Sohn hatte einen Sohn
Marcin, und dieser einen Sohn Andrzej, nach dem Sohn Feliks, der
Zollbeamte; ausgewiesen (als Adlige) im Polnischen Königreich im Jahre
1843.
Jakób war im Jahre 1788 Gutsherr der Güter Powa³ków, K³odowo und
anderer in der Wojewodschaft Poznañ (Posen); er hat einen Sohn
hinterlassen, und dieser einen Sohn Onufry, und dieser einen Sohn
Józef-Mateusz; nach dem von Teresa Krzymuska der Sohn Aleksander;
ausgewiesen (als Adlige) im Polnischen Königreich im Jahre 1844.
Es folgen Häufigkeit von Namensvorkommen (Bemerkung des Verfassers):
Zwei Adams, Andrzej, Franciszek, Jakób; zwei Jans, Kazimierz, Marcin,
Mateusz; zwei Wojciechs, als Abgeordnete der Wojewodschaft
Pommerellen, Kreis Cz³uchów, und Antoni aus der Wojewodschaft Malborg,
haben die Wahl im Jahre 1733 unterzeichnet.
Józef Janicz aus der Wojewodschaft Sieradz und Pawe³, camerarius in
Bobrowniki aus dem Land Mielnice, waren Wähler im Jahre 1764; Antoni,
Kanonikus in Kruszewo 1766.
Jan, Jägermeister in Poznañ (Posen), Burggraf in Skarszewy 1767.
Jakób, Regent in Pommerellen, Kassenwart in Gniezno (Gnesen),
Stadtsschreiber in Pommerellen 1768 (Kancl. Sigil.).
Benedykt, Sohn von Józef und Balbina, geboren im Jahre 1806 in
Trzemeszno, ging zur Geschütztruppe des Regiments Reiterei und wurde
im Jahre 1831 Leutnant. (Ksiêgi Wojskowe = Militärbücher).
Zur-Lipinski, Wappen „Schur” (Zur).
Quelle: Adam Boniecki „Herbarz polski” (Polnisches Wappenbuch)
Familie Lipiñski-Schur, des eigenen Wappens in Pommerellen. Das Wappen
stellt in rotem Felde ein silbernes Zelt mit einer goldenen Stütze und
einer gestreiften Kuppel mit Apfel und Kreuz auf der Spitze dar. Über
dem Helm auf einer Krone ein mit dem Schwert gerüsteter Arm; blaue
Helmzier, goldbeschlagen (Ostr. Nr. 1817).
Wojciech Schur Lipiñski mit seiner Ehegattin Teresa, geborene
Jankowski, haben im Jahre 1698 leere Hufen in Koslina (Sig. Rek. Oss.
136 f. 100) erhalten. Jakób, Stadtschreiber in Skarszewy in den Jahren
1766–1782, bestellt aus dem Sejm im Jahre 1768 zur Prüfung der
königlichen Güter (V.L.). Jan in den Jahren 1767–1779, und Ignacy in
den Jahren 1780–1782 Stadtburggrafen in Skarszewy.
Feliks, Sohn von Andrzej, Gerichtsvollzieher in Dobrzyñ 1859 und
Aleksander Józef, Sohn von Józef Mateusz Jakób, haben sich als Adlige
im Königreich in der 1. Hälfte des XIX. Jahrhunderts ausgewiesen.
In Pommerellen und Preußen gab es einige Zehn der Lipiñski-Familien,
die verschiedene Beinamen benutzten, davon war die Mehrheit aus einem
Geschlecht. Als Beweis dienen Wappen, die entweder Stern oder Mond
genannt werden, die einen Halbmond mit wenigen oder einer größeren
Zahl von Sternen darstellen, von einem, bis zu sieben Stück in
verschiedenen Lagen.
Die Familie Lipiñski mit dem Beinamen Pupka, von denen Kêtrzyñski den
Kazimierz 1723 nennt, führt ein anderes Wappen, das heißt, ein Herz
mit einem Kranz umgeben, und die Familie Lipiñski mit dem Beinamen
Pych, von denen Adam im Jahre 1763 lebte, führen das Wappen „Zadora”.
Miko³aj, der Sohn von Klawko aus Lipno, ist im Jahre 1411 Student an
der Universität Kraków (Krakau).
Micha³ aus Lipinki bei Œwiecko hatte eine Schwester, die Krzysztof aus
Nowy geheiratet hat, der Sohn von Herrn Dawid 1451.
Maciej Lipieñski und Marcin haben im Jahre 1471 sechzen Hufen in
Lipieñski, Kreis Pisz (Johannisburg) erhalten.
Jan Lipiñski hat im Jahre 1698 eine Genehmigung zum Erwerb der Hufe in
der Starostei Tuchola (Sig. Rek. Oss. 135 f. 37) erhalten.
Wawrzyniec Adamowicz Lipiñski im Jahre 1623 in Pommerellen.
Kazimierz und Stefan Lipiñski in der Wojewodschaft Brzeœæ Litewski und
Jakób, Marcin; zwei, Wojciech und Leon, Abgeordnete der Wojewodschaft
Pommerellen, Kreis Cz³uchów, haben im Jahre 1733 die Königswahl von
Stanis³aw Leszczyñski unterzeichnet.
Kazimierz Janicz im Jahre 1746 in Pommerellen, Józef Janicz, aus der
Wojewodschaft Sieradz, Wähler von Stanis³aw August.
Kêtrzyñski nennt im Verzeichnis der Beinamen des Adels aus Pommerellen
folgende Personen mit dem Namen Lipiñski:
Krzysztof Jark 1602, Jakób Borosz 1612, Wawrzyniec Janta, Maciej Je¿,
Ma³gorzata Klimkówna, Maciej Pa¿¹tka 1687, Matjasz Kokoszka 1692,
Maciej Remon 1721, Ignacy Ruman v. Roman 1759, Antoni Ryman 1758,
Piotr Kojtala 1730, Kazimierz Mrozik, Marcin Suchy und Andrzej Wnuk
1751, Piotr Olbracht 1790, Piotr Babka, Fryderyk Depka, Adam Pioch und
Maciej Andrzej ¯ak 1812. Außer diesen gab es noch die Kospots, Pajs
und Zans.
Zurek (Freiherr von Zurek (Adel)), Wappen Zurek. Urkundliches
Auftreten 1989.
Zurecki
Zurski (Edler von Zurski). Caspar, Edler, Amtmann von Kommorsk, Kreis
Schwetz 1584.
Quelle: Maercker, Hans: Geschichte des Schwetzer Kreises; in der
Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins, Heft 17–19, Danzig
1880–88.
Quellenangaben zum deutschen Namen „Sauer” aus der Stammform „Sur”,
„Sure”, und „Su(we)r”
Sauer: 1309 Sure als Übername zu mhd. Su(we)r, „sauer, bitter, böse,
grausam”. Daneben: nd. Suhrbier: 1183 Surbier als Übername zu mhd.
Su(we)r „sauer, bitter” und Bier: „Bier” für den Brauer, der das
halbare Bitterbier herstellt.
Quellenangaben zu allen „¯urek-Namensvorkommen” und ähnlicher
Schreibweisen:
Zurek, Szurek, Szurko, Zurko: gegen und gegenüber Matias Zurek (von
Zamborzicze = Ortsname)... derselbe Mathias Zurek... derselbe Mathias
Zurek 1435 U Prag 32 (das ist die Quellenangabe einer Schrift oder
eines Archivstücks vom Jahr 1435 mit der Nr. oder Seite 32), (Wir,
Johannes, der Bischof von Krakau) in... der Stadt Bobrza... geben dem
Martin, genannt Szurek, unseren cmethoni von Kyelce das
Schultheißenamt XVI in. (1390) Kkk 365.
Eine Wiese in Ternawa, welche Zurko der Ruthenus (Ukrainer) besaß. XVI
p.pr. (1424) matr. IV/3 suppl. 576. Szurko cf (vergleiche) Szurek.
Zurek (Zurke), Surek (O.S. = Oberschlesien): slawischer Personenname.
Hans Bahlow, Deutsches Namenlexikon, Hamburg 1980.
Zurek Felix Hermann, Besitzer in Zawodzie, geb. am 20.11.1899, gest.
am 15.7.1987 in Regensburg, verh. am 13.11.1924 in Gleiwitz mit
Auguste Amalie Fuchs; aus ¯urek-D¹browski, Wappen Zur.
„Lipiñski, das polnische Wappen. In rotem Felde – silbernes Zelt auf
einer goldenen Stütze, mit einer gestreiften Kuppel mit Apfel und
Kreuz an der Spitze. Über dem Helm in der Krone ein mit dem Schwert
gerüsteter Arm. Die Decken sind rot, mit Silber gefüttert. Es benutzte
das westpreußische Geschlecht von Lipiñski mit dem Vornamen Schur, der
als Adlige im polnischen Königreich im Jahre 1851 ausgewiesen war.
Quelle: Ostrowski, Rietstap (nennt irrtümlich das beschriebene Wappen
mit dem Namen Korabie).
Boniecki A. Herbarz Polski (Das polnische Wappenbuch). Band XIV,
Warschau 1911, S. 296–297
Verschiedene Lipiñskis. Unter den Studenten aus der Krakauer
Universität, die aus Lipno waren, treffen wir im XV. Jahrhundert
Pawe³, den Sohn von Marcin, 1411; Piotr, den Sohn von Jakób, 1413;
Wojciech, den Sohn von Henryk, 1414; Marcin, den Sohn von Mœcis³aw,
1433; Marcin, den Sohn von Jan, 1452; Jan, den Sohn von Aleksander;
und Kalikst, den Sohn von Jan, 1477.
Sêdziwój aus Lipiny hatte mit Gnesener Hilfsgeistlichen 1428 und mit
dem Abt aus W¹growiec 1431 zu tun. Jan, der Sohn von Zdzis³aw aus
Lipno, 1447 im Gnesener Erzbistum. Jan aus Lipno, 1509 Vikar in der
Gnesener Kathedrale.
... W³adys³aw aus der Wojewodschaft Posen unterschrieb die Königswahl
von August des II.
... Konkordja, die Frau von Antoni Szaniawski, des pommerellischen
Mundschenken in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts.
Das Geschlecht Schur-Lipiñski ist ein Zweig des alten pommerellischen
Geschlechts Wnuk slawischer Herkunft, dessen Erwähnung zu 1466 gehört.
Das Geschlecht Wnuk hatte zum Anfang des VVII. Jahrhunderts drei
Zweige: Ciemiñski, Dombrowski, und Lipiñski. Die letzten wurden
geschrieben: Wnuk-Lipiñski.
Die Familien-Beiname „Ciemiñski”, „Dombrowski” und „Lipiñski”
stammten aus den Namen der Güter in Pommerellen, die die Vertreter des
Geschlechts Wnuk besaßen: Ciemino, D¹brówka, Lipinki (Lipno?,
Lipieñskie?).
Die Vertreter des Geschlechts Wnuk und seiner drei Zweige benutzten
das Wappen Ksiê¿yc (Mond). Vielleicht wurde dieses Wappen ihnen (wie
anderen Geschlechten aus Pommerellen) von dem polnischen König Zygmunt
des III. als Auszeichnung für den Kampfeinsatz bei Cecora 1620 und
Chocim 1621 verliehen. In der ersten Hälfte des XVII Jahrhunderts
begannen die Teilnehmer der genannten Kämpfe und ihre Nachkommen außer
Geschlechtswappen, die die Vertreter des Geschlechts Wnuk und seiner
drei Zweige benutzten, auch das ihnen verliehene Wappen (Ksiê¿yc) zu
benutzen.
Nach der Meinung des bekannten polnischen Genealoge A. Boniecki,
teilte sich das Geschlecht Lipiñski Wappen Ksiê¿yc in zahlreiche
Zweige, die verschiedene Beinamen benutzten. Außerdem bewies A.
Boniecki, daß mehrere Geschlechte Lipiñskis, die in Pommerellen und
Preußen lebten und andere Wappen benutzten, „ein Geschlecht bilden”.
Boniecki A. Herbarz Polski (Das Polnische Wappenbuch). Band XIV,
Warschau 1911, S. 295
In Pommerellen und Preußen gab es einige Familien Lipiñski, die
verschiedene Beinamen benutzten, aus denen die meisten ein Geschlecht
bilden. Ihre Wappen beweisen das, die bald „Gwiazda” (Stern), bald
„Ksiê¿yc” (Mond) genannt wurden, und die einen Halbmond mit mehr oder
weniger Zahl der Sterne in verschiedenen Lagen vorstellten.
Lipiñskis mit dem Beinamen „Pupka”, aus denen Kêtrzyñski 1723
Kazimierz erwähnt, haben ein anderes Wappen, d.h. das Herz mit dem
Kranz umkreist, und Lipiñskis mit dem Beinamen Pych, aus denen Adam
1763 lebte, benutzen das Wappen Zadora.
Miko³aj, der Sohn von Klawko aus Lipno, war 1411 Student der Krakauer
Universität.
Maciej Lipieñski und Marcin bekamen 1471 16 Hufen in Lipieñskie,
Kreis Pisz (Johannisburg).
Jan Lipiñski aus Pogorzele kaufte 1643 ein Teil von Strzelniki im
Kreis Ryn (Rhein).
¯dun Lipiñski bekam 1698 die Erlaubnis auf den Kauf des Landes in der
Starostei Tuchola.
Wawrzyniec Adamowicz Lipiñski, 1623 in Pommerellen, Kazimierz und
Stefan Adamowicz Lipiñski mit der Wojewodschaft Brzeœæ Litewski, und
Jakób, Marcin, zwei Jan, zwei Adam, Mateusz, Franciszek, Andrzej,
Kazimierz, Krzysztof, zwei Wojciech, und Leon, Deputierten des Kreises
Cz³uchów (Schlochau) der Wojewodschaft Pommerellen unterschrieben 1733
die Wahl des Königs Stanis³aw Leszczyñski. Kazimierz Janicz 1746 in
Pommerellen, Józef Janicz aus der Wojewodschaft Sieradz, der Wähler
von Stanis³aw August.
Kêtrzyñski nennt im Verzeichnis der Beinamen des Adels aus
Pommerellen folgende Lipiñskis: Krzysztof Jark 1602, Jakób Borosz
1612, Wawrzyniec Janta, Maciej Je¿, Ma³gorzata Klimkówna, Maciej
Pa¿¹tka 1687, Mateusz Kokoszka 1692, Maciej Remon 1721, Ignacy Ruman
vel Roman 1759, Antoni Ryman 1758, Piotr Kojta³a 1730, Kazimierz
Mrozik, Marcin Suchy und Andrzej Wnuk 1751, Piotr Obracht 1790, Piotr
Babka, Fryderyk Depka, Adam Pioch und Maciej Andrzej ¯ak 1812.
Außerdem waren noch Kospots, Pajs und Zans.
Niesiecki K. Herbarz Polski (Das Polnische Wappenbuch). Band VI, Lipsk
1841, S. 105
Lipiñski ...
... Maryanna Lipiñska, die Frau von Tomasz Gr¹bczewski, der
pommerellische Landschreiber und auch Schwertträger der Preußischen
Länder war.
Boniecki A. Herbarz Polski (Das Polnische Wappenbuch). Band XIV,
Warschau 1911, S. 289–290.
Lipiñskis Wappen Leliwa aus Lipiny, Kreis Pilzno, wurden oft als
Lipieñski geschrieben, denn dieses Dorf wurde als Lipno oder Lipiny
genannt. Pawe³ aus Lipno zeugte in Pilzno 1422. Miko³aj, der Sohn von
Pawe³ aus Lipno 1436, und Tomasz, der Sohn von Pawe³ 1446, Studenten
der Krakauer Universität. Tomasz aus Lipiny 1462 und Jan aus Lipiny
1478 in Pilzno. Miko³aj und Jan Lipieñskis 1453 und 1454 in Lwów.
Jan Lipieñski, 1485 Gläubiger von Pieni¹¿ek. Anna Jakóbowa Lipieñska
gab eine Empfangsbestätigung eines Betrages aus Grabia für
Szczekowskis.
Jan Lipiñski, der Besitzer von Lipiny, Wola Lipiñska oder Kozia Wola,
einem Teil von £¹ki und Zwiernik 1508 begrenzte Lipiny von Chotowa
1513, hintererließ Söhne: Sebastjan, Pawe³ und Feliks, Nachkommen von
Lipiny, Kozia Wola, einem Teil von Zwiernik mit £¹ki und der Vogtei
1536 und die Tochter Ma³gorzata, die Frau in der ersten Ehe von
Wojciech £yczko aus Ryglice, und in der zweiten Ehe die Frau von
Miko³aj Bia³kowski.
Pawe³, Student der Krakauer Universität 1540, Pfarrer in Zwiernik
1540, Kanoniker in Sandomierz 1557. Die Brüder führten ihn als
Priester im Jahre 1540 auf den Altar der Heiligen Jungfrau Maria in
Krakau mit Erlaubnis seines Schwagers Bia³kowski, Patrons dieses
Altars vor. Sebastjan war Landsgerichtsvollzieher in Sandomierz.
Feliks hatte Töchter: Jadwiga verheiratet mit Kasper Wierzbiêta, Zofja
und Barbara, beide unverheiratet 1557. Zofja bekundete 1574 die
Verschreibung der Leibrente fur sie und ihren Mann, Stanis³aw
Byszewski.
S³ownik geograficzny Królestwa Polskiego (Das Geographische
Wörterbuch des Polnischen Königreichs). Band V, Warschau 1884, S. 264–
265.
Lipiñskie
1) deutsch Lypiensken, Lipienskien, in Dokumenten Lipienszken, das
Dorf im Kreis Jañsbork (Johannisburg), ungefähr eine Meile von der
polnischer Grenze, nicht weit vom Flüßchen Wisa, in preußisch-
lutherischen Masuren, gegründet und besiedelt von polnischen Siedlern.
Dieses Dorf existierte schon 1452.
Im Jahre 1471 gab Siegfried Flach von Schwarzburg, der Baldener
Komtur, dem Maciej Lipiñski (Lipientzky) und Marcin 16 zehnt- und
hilfsdienstfreie Hufen in Lipiñskie für die Verpflichtung des
Militärdienstes.
Derselbe Komtur gab im Jahre 1480 Barto³d Rakowski (Rekoffzky) nach
dem Magdeburger Recht 19 Hufen in Lipiñskie an dem See Borowo (Barben)
mit dem Gericht der unteren und oberen Instanz und mit der
Verpflichtung des Militärdienstes (Siehe Kêtrzyñski, Ludnoœæ polska w
Prusiech [Die polnische Bevölkerung in Preußen], S. 428).
1) Lipiñskie, deutsch Lipinsken, Lipiensken, das Dorf im Kreis E³k
(Lyck), in preußisch-lutherischen Masuren, gegründet von polnischen
Siedlern (davon spricht die Benennung). Die Angaben über die ersten
Siedler wurden nicht gefunden.
2) Im Jahre 1550 verkaufte der Fürst Albrecht an Lipiñski aus Dupki 5
Schulzenhufen je 20 Groschen für eine Hufe für die Gründung des Dorfes
auf 50 Hufen zwischen den Seen: Kluskie, Kêpno, Zdedzkie und
Koz³owskie.
3) Lipiñskie, deutsch Lipinsken, das Dorf im Kreis E³k (Lyck), neben
dem Dorf Ostre Ko³o (Ostrokollen), an dem See und Flüßchen E³k, neben
der Grenze mit dem Kreis Jañsbork (Johannisburg), gegründet von
polnischen Siedlern. Im Jahre 1483 gab Jerzy Ramung von Ramek, der
Rheiner Komtur nach dem Magdeburger Recht 15 Hufen an Walek, Maciek,
Aleksy Raœcibór und Piotr Lipiñski 15 Hufen. (Siehe Kêtrzyñski,
Ludnoœæ polska w Prusiech [Die polnische Bevölkerung in Preußen], S.
428).
S³ownik geograficzny Królestwa Polskiego (Das Geographische
Wörterbuch des Polnischen Königreichs). Band V, Warschau 1884, S. 264–
265.
Lipinki — zwei Orte im Kreis Œwiecie (Schwetz)
1) Lipinki, deutsch Lippinken, in Dokumenten Lypchin, Leipchen, die
Rittergüter, an dem See Laskowicko-lipiñskie, ungefähr ein Viertel der
Meile vom Bahnstation in Laskowice, in ziemlich waldigen Ort. Zusammen
mit dem Vorwerk Wiesowice (Wesowitz?) nimmt es 277 ha Ackerboden, 36
ha Weiden, 408 ha Wälder, 14 ha Unland, 6 ha Wasser, zusammen 771 ha
ein; 16 Gebäuden, 9 Häuser, 97 Katholiken, 22 Protestanten. Das
Gemeinde und die Schule Je¿ewo, das Postamt in Laskowice. Die
Milchfarm, Viehzucht; die Besitzer sind die Nachkommen von Sas
Jaworski. Im Dorf Lipinki stand einst eine Festungsmauer, die auf
einem kleinen Hügel an dem See Laskowicko-lipiñskie errichtet wurde,
nicht weit von der Station in Laskowice. Westlich vom Weg, der nach
Laskowice aus Œwieck führt, kann man noch Ruinen der Mauer sehen. Die
Festung war von drei Seiten durch Mauer und Erdwalle und von der
vierten Seite durch den See geschützt. Zur Zeit an Stelle des
Schlosses befindet sich ein Gemüsegarten. Doch erhielten sich Spuren
von Kellern, Decken usw. Es wurden auch Reste von menschlichen Knochen
entdeckt, die von Blutkämpfen um den Schloß zeugen. Es wurden auch
alte kleine Äxte und andere Dinge gefunden, die von dem Altertum der
Siedlung zeugen. Da in offizielen Dokumenten keine Erwähnung über den
Lipinsker Schloß gab, kann man vermuten, daß dieser Schloß das
Privateigentum eines mächtigen, hier gesiedelten Ritters war. 1451
dienten die Nachkommen des Schloß-Begründers den Kreuzrittern als
Reiter.
1451 wurde der Besitzer Micha³ aus Lipinki erwähnt, dessen Schwester
Krzysztof aus Nowe, den Sohn vom Herrn Dawid heiratete. 1454, in der
Zeit der höchsten Kriegsbedrückung veranstalte der reiche
ortsansässige Gutsherr (der pommerellische Bannerträger) eine pompöse
Hochzeit seiner Tochter; der Adel aus der ganzen, ausgedehnten
Umgebung versammelte sich auf dieser Hochzeit und schmauste einige
Tage hindurch, so daß sogar der Schwetzer Komtur mit dem
Kriegsvorladung auf den neuen Feldzug warten mußte. 1570 Lipiñski, der
Gutsherr. 1590 Jan Kostka, zu jener Zeit stand noch der Schloß („arx”,
so wurde er in den Akten gennant); es wurde auch „burgrabius arcis
lipinensis” erwähnt. 1669 in Lipinsker Akten wurde das Schlossbier
gelobt. Siehe R. Wagner, Kreis Schwetz (Ein pommerellischer
Herzogtum), S. 132 und weiter.
Über die Herkunft des Namens Zu(rek) (Schur, Szur)
Das Wort Zur oder Zurek ist polnischer Herkunft und in beiden
Varianten hat seine Schreibung dieselbe Bedeutung: Suppe auf dem
Mehlgärstoff. Das Wort „der Mehlgärstoff” läßt uns unwillkürlich
erinnern, daß die Herkunft des Wappens „Kisiel”, dessen veränderte
Variante „Schur” das Geschlecht von Lipiñski benutzte, mit „Mehlbrei”,
Mehlkissel” verbunden ist (siehe: I, 5–9). Und ebenso wie das Wort
„Zur” ist die Schilderung des Wappens „Schur” der Schilderung des
Wappens „Kisiel” ähnlich.
Deshalb liegt eine Hypothese nahe, daß das Wappen Schur (verändertes
Kisiel) von dem Geschlecht Lipiñski nicht als das Ergebnis
irgendwelcher Beschenkung benutzt wurde, sondern auch nur auf Grund
des Wortspiels (der Ähnlichkeit ihrer Bedeutung). Die
Selbstbeschenkung des Wappens ist kein seltener Fall in der Geschichte
der polnischen Heraldik. Gewöhnlich fand die Selbstbeschenkung
(selbständige Aneigung) in zwei Fällen statt:
1) Nicht adliges Geschlecht versuchte seine eigene Herkunft zu zeigen;
2) Das adlige Geschlecht versuchte seine uralte Herkunft zu zeigen
(manchmal mit vollem Grund dazu).
Wenn unsere Vermutung über die Selbstbeschenkung richtig ist, so
haben wir mit der zweiten Variante zu tun: das adlige Geschlecht
Lipiñski eignete sich das veränderte Wappen Kisiel an und beanspruchte
auf das Altertum der Herkunft, denn das Wappen Kisiel ist vom X.
Jahrhundert bekannt.
Warum ist das Wappen, das Zur genannt sollte, in der polnischen
Heraldik als Schur bekannt und der Name Zur(erk) verwandelte sich in
den Namen Schur (Szur)?
Die Antwort auf die erste Frage ist einfach: das Wappen Schur
(verändertes Kisiel) bekam seinen Namen vom Namen des Geschlechts, das
ihn benutzte.
Es ist interessant, daß man den Namen Schur in polnischen Dokumenten
noch vom Ende des XVII Jahrhundert trifft und der Name Zur in keiner
heraldischen Quelle erwähnt wird, obwohl die Rede von demselben
Geschlecht ist (darauf zeigt die Gemeinsamkeit des Wappens und die
Übereinstimmung der Angaben von Br. Zurek über das Geschlecht ¯ur-
Lipiñski mit den Angaben der polnischen Genealogen über das Geschlecht
Schur-Lipiñski).
Unserer Meinung nach ist die Lösung der Verwandlung des Namens sehr
einfach. Das Geschlecht Zur wohnte und besaß die Güter in Pommerellen.
Historisch war es so, daß dieser Teil Polens im Ergebnis ständiger
Kriege mit Deutschen noch von den Zeiten der Kreuzritter halb unter
polnischer, halb unter deutscher Herrschaft war. Dabei war dieses
Territorium ziemlich lang als deutsch dafür, daß die Germanisierung
dort lebender Geschlechte ureiger slawischer Herkunft stattfand. Und
ganz logisch, daß das polnische Geschlecht Zur(ek), das auf dem
Territorium des deutschen Landes lebte, in offizielen Dokumenten als
deutsches Wort Schur (oder Szur) geschrieben wurde, obwohl es andere
Bedeutung, sehr nahe der Lautung nach dem Geschlechtnamen, hatte. Es
ist nicht zufällig, daß das pommerellische Geschlecht slawischer
Herkunft Schur-Lipinski in den Quellen Anfang des XX. Jahrhunderts als
west-preußisch steht.
Außer dem historischen Faktor, der auf die Veränderung des Namens
wirkt, kann man auch den emotionellen Faktor nicht vergessen, der auf
den ersten Blick nicht wichtig scheint: das Streben der Vertreter des
Geschlechts ¯ur seinen Namen zu veredeln. Dieses Streben bestätigt
jene Tatsache, daß einige von ihnen (z. B. Felix, Gerichtsvollzieher
in Dobrzyñ) nicht einfach „Schur”, sondern „de Schur” geschrieben
wurden. Mit dem französichen adligen „de” unterstrichen sie noch
einmal, erstens, ihre adlige Herkunft, und zweitens, ihre nicht
deutsche Herkunft (sonst schreibt man sie „von Schur”).
Auf Grund des Obengesagten sehen wir, daß ¯ur=Schur=Szur ist, und
Schur-Lipinski und Zur-Dombrowski nur zwei Zweige desselben
Geschlechts sind, der zweite Teil dessen die Benennung des
Geschlechtsguts ist. Die Verwandschaft des Geschlechts Lipiñski und
Dombrowski werden dokumentarisch im III. Teil „Das Haus Schur-
Lipiñski” bestätigt.
Barontitel des Geschlechts ¯urek
Keine aus zahlreichen von uns bearbeiteten polnischen heraldischen
und genealogischen Quellen (darunter speziell den Titelgeschelechten
gewidmet) teilen etwas über Barone ¯urek-Dombrowski. Noch mehr, keine
von uns bekannten Vertretern des Geschlechts Schur-Lipiñski hatte den
Barontitel. Hatten die polnischen Heraldiker ein Barongeschlecht
gelassen? Oder benutzte das Geschlecht ¯urek den Barontitel ohne
offizieler Anerkennung? Ohne die Dokumente des Warschauer Archivs zu
untersuchen, kann man auf diese Fragen kaum antworten.
Baronwappen des Geschlechts ¯ur(ek)
Das von Br. W. v. Zurek beschrieben Wappen des Geschlechts, das aus
fünf Teile besteht, vereinigt die Wappen der verwandten Geschlechte
Br. ¯urek-D¹browski: Schur, Rajecki, Besitzer des Wappen Hirsz.
Der polnischen Tradition der Darstellung der Wappen entsprechend
bedeuten die fünfteiligen Wappen auf den Grabmälern folgendes: in der
Mitte des Wappens war das Wappen vom Gestorbenen, im oberen rechten
Teil – das Wappen der Mutter, im oberen linken – das Wappen der
Vatersgroßmutter, im unteren rechten – das Wappen der
Muttergroßmutter, im unteren linken – das Wappen der
Vatersurgroßmutter.
Aber genauer fassend, zu welchen Vertreter des Geschlechts ¯urek-
Dombrowski diese Beschreibung paßt, kann man nur mit Hilfe der
Dokumente des Warschauer Archivs.
Wappen Schur I,1
Auf dem Wappenschild in rotem Felde – silbernes Zelt auf einer
goldenen Stütze, mit einer gestreiften Kuppel mit Äpfel und Kreuz an
der Spitze. Über dem Helm in der Krone ein mit dem Schwert gerüsteter
Arm.
Decken sind rot, mit Silber gefüttert.
(Große allgemeine illustrierte Enzyklopedie, Band XIV, Warschau 1910,
S. 294)
Decken sind blau, mit Gold gefüttert.
(Boniecki A. Herbarz Polski [Das Polnische Wappenbuch]. Band XIV,
Warschau 1911, S. 294).
Dieses Wappen benutzte nur das westpreußische Geschlecht Schur-
Lipiñski
(Große allgemeine illustrierte Enzyklopedie, Band XIV, Warschau 1910,
S. 521
Chrzañski, Tabellen der Abarten von Wappen, Warschau 1908, S. 35)
Genealogie der Familie Zurek (Szurek) alias Szur oder Schur,
Freiherren von Zurek - Eichenau ( Dabrowski /Dombrowski) des Wappens
Zur.
Das Haus Schur (Szur), Zur), de (von) Zurek und Szur/Schur
( polnischer Adel), Wappen Szur. Urkundliches Auftreten im Jahre
1457. Nobilitierung durch König Kasimir von Polen.
Durch welches Kaiserliche, Fürstliche oder Gräfliche Haus einer der
Ahnherren derer von Zurek den Freiherrentitel erwarb, läßt sich
aufgrund der spärlichen Quellenlage nicht mehr ermitteln. Es
existieren nur noch einige handschriftliche Aufzeichnungen (Kopien und
Duplikate). Da es sich bei der Familie Zurek um eine slawisierte bzw.
polonisierte Familie deutschen Ursprungs handeln dürfte (Zurek =
Sauer), dürfte es sicher sein, daß sie den Freiherrentitel schon nach
Polen mitbrachte. Aus einem Schreiben des Baron Zurek mit Sr.
Hochgeboren J. A. Jablonski in Lwow aus dem Jahre 1742 geht hervor,
daß ” zahlreiche Barone aus dem Ausland, zusammen mit den Adeligen
Polens allesamt jegliche ”Prerogative” damit verbunden bekamen. Aber
jeder ”Schlachtitsch” (ritterlich Geborener) ist außer seinem Range
auch noch ein ”Liber Bar ”, das ist der freie Herr, und es gab im
Grunde genommen immer den Unterschied zwischen den Baronen und dem
(gewöhnlichen) Adel. Das bestätigt auch Dlugosh , der in jeder seiner
Beschreibung der adeligen Treffen oder ”Sjeme” (Adelsreichstage), über
Prälate, Magnaten, Barone und (gewöhnliche) Adelige sprach.”
Die heutigen (1742) polnischen ”Szlachta - Familien” = Adelsfamilien
in Pommern und Westpreußen stammt zum großen Teile aus der polnischen
Ritterschaft zu den Zeiten der Kreuzritter , und erklären uns in
einigen Maßen die Beziehungen zwischen beiden (westlichen Kreuzrittern
und Szlachtizen), die schon länger existieren. Die uralten
Szlachtageschlechter (Adelsgeschlechter) führten üblicherweise
Doppelfamiliennamen; normalerweise den polnischen Namen und den
sogenannten (oft deutschen) Beinamen. Jeder Szachtize wird in
deutscher Zunge offiziell anders genannt als in Polnischer Sprache.
Das rührt daher, daß die Dörfer, die zum Besitz der Adligen gehörten,
zum Teil Doppelnamen besaßen, den offiziellen deutschen Namen und den
polnischen Volksnamen. Je nachdem um welches Dorf es sich handelte und
welchen Namen es führte, wurden auch die Besitzer desselben genannt,
die dort wohnten. Zum Beispiel hieß ein Dorf auf polnisch Dombrowka,
wurde es auf Deutsch Eichenau (Ort/Dorf) genannt. So konnte ein
adliger Besitzer eines Dorfes diesen Namens ”Dombrowski - Eichenau”
heißen. Eine weitere Kategorie schließt den persönlichen Namen und Zu
- oder Beinamen ein. Zu solchen Beinamen gehören zum Beispiel ”Szur -
Lipinski.” Mannigfaltig sind die Änderungen der Familiennamen und
Aussprachen. Aus Ermangelung des diakritischen Zeichens ”.” über dem
”Z” im deutschen, wurde aus dem gleichlautenden ”Sz” und ”Z” mi
”Punkt” über dem ”Z”, (gesprochen wie das ”J” in ”Journal”) die
deutsche Aussprache des Buchstaben ”Z” favorisiert.
Als Begründer des Geschlechts ”Schur - Lipinski” von dem sich die
”Szurek/Schurek” - von Eichenau ableiten gilt ein adeliger
Szlachtzik , der zusammen mit anderen polnischen Adligen vom
polnischen König Kasimir dem Großen (1447 - 1492) für Verdienste in
den Kämpfen gegen die Kreuzritter um 1460 das Gut Lipnice in
Pommerellen verliehen bekam, mit der Pflicht, die Grenzen des Gebietes
der Pommerellen gegen die ”Pommernleute” zu schützen und zu
verteidigen. Dieser polnische Adel vermehrte und verbreitete sich in
kurzer Zeit und erwarb verschiedene Beinamen: Janta, Kospot, Pych,
Roman, Schur(Szur), Wnuck, und Lipinski. Trotz der Benutzung und
Führung verschiedener Wappen bildeten die verschiedenen Geschlechter
Lipinski einen Verband oder ein Haus (Dom). Es ist hier also nicht die
Rede von einer gemeinsamen Herkunft, Sondern von verwandtschaftlichen
Beziehungen durch Ehen und Verschwägerungen. Das Geschlecht Schur
(Szur - Lipinski) war am nächsten mit dem des Geschlechts Wnuk -
Lipinski oder Szur - Lipinski verwandt, auch mit den preußisch -
pommerschen Wnuk - Dombrowski (Enkel - von Eichenau).
Seite dem XV. Jahrhundert siedelten die Vertreter des Geschlechts
”Schur - Lipinski” auf dem Territorium des Polnischen Königreiches.
Die meisten Mitglieder des Geschlechts lebten auf dem Gebiet des
sogenannten ”Prus”, der Königlichen westpreußischen Länder Polens, die
auch die pommerellschen Woiewodschaften (Provinzen) einschlossen,
sowie in den Kreisen oder Powiats Tschluchowski = Schlochau,
Skarszewski, Koszalin, Lembork, Gdansk = Danzig, Trzemeszno und
anderen. Andere Vertreter des Geschlechts lebten im Posener Raum, in
der Wojewodschaft Gnezno und in der Inowroclauer Wojewodschaft
Dobrzyn. Auch gibt es Hinweise über das Leben der Vertreter des
Geschlechts Schur - Lipinski in Litauen. Dort heißt das Szur/Zur -
Wappen , das in Polen auch Namiot = Zelt gerufen wurde ”Kisiel”, das
von der dortigen gleichnamigen Magnatenfamilie aber ebenfalls mit
”Namiot” benannt wird. Es ist zu vermuten, daß das Haus ”Szur” in
Diensten des mächtigen Magnatengeschlechts Kisiel stand. Diese Deutung
läßt zu, daß das Wappen ”Szur” oder Namiot Verbreitung in den
westpreußischen Ländern des Polnischen Reiches finden konnte.
Sr. Hg. Illistrissimus Fürst W.W. Hojalowicz, der bekannte Heraldiker,
unterstützt in seinem Buch von 1670 in Wilno mit der Schilderung des
Wappens ”Schur/Szur” oder ”Namiot” die Präsenz des Geschlechts in
Litauen. Das Geschlecht Schur/Szur - Lipinski´s wurde im Jahre 1843 -
1844 als polnische Adelige anerkannt.
Eine frühe Belehnung des Geschlechts Zurek fand schon im Jahre 1359
unter Kasimir dem Großen statt, der unter seiner Herrschaft für die
Ausbreitung des Bauernstandes und die Gründung neuer Städte sorgte,
unter Heranziehung deutscher Ansiedler. Nachfolgend eine Lehensurkunde
sowie eine Nobilitierungsurkunde des Geschlechts:
Czluchów, 25. September 1359
Im Namen des Herrn, Amen. Was die hochherzige Macht der Könige zu tun
gebot, muß auch bei den Nachfahren für immer gültig und unwandelbar
bleiben. Wir. Kasimir, von Gottes Gnaden König von Polen, auch Herr
und Erbe der Länder Krakau, Sandomir, Sieradz, Leczya, Kujawien,
Pommerellen und Rotreußen, verkünden daher durch vorliegende Urkunde,
allen Gegenwärtigen und Zukünftigen zur Kenntnis:
Eingedenk der treuen Dienste des edlen Ritters Swanthco Zurek de Szur,
die er unserem Vater und Unserer königlichen Majestät Zeit seines
Lebens getreulich erwiesen hat, haben Wir seinem Sohn Józef Zurek von
Zur, Unserem getreuen Vasall, einen Teil Unseres Besitzes um das Dorf
Lipnica gegeben, damit er sich dort weitere Dörfer nach deutschem und
Magdeburger Recht errichte, die er und seine ehelichen Nachkommen für
immer erblich besitzen sollen.
Und weil lange Zeit trotz vieler aufgewandter Mühen wegen des
Hinsterbens der Menschen wie auch wegen der Verwüstung durch Mißernten
dort kein Ertrag erzielt werden konnte, haben wir vorgenanntem Józef
zur Belohnung seiner treuen Dienste Unser Dorf namens Lipnica mit
allem Recht und allen Einkünften, ohne Uns irgend etwas vorzubehalten,
zur Versorgung für ihn und seine Nachkommen zu erblichem Besitz für
immer gegeben. Außerdem haben Wir ihm aus Unserer besonderen Huld
Unseren ganzen Hain und Brachen und aller fließenden Bäche übertragen,
und zwar so, daß er dort ringsherum Dörfer ansiedeln, Städte gründen
und Gehöfte anlegen kann nach deutschem und Magdeburger Recht und für
einen Tag, der ihm zusagt, den Markt ansagen kann. Und dort sollen er
und alle seinen ehelichen Nachkommen ständiger Herr und Erbe sein.
Damit aber vorgenannter Józef diesen obenerwähnten Wälder, leichter
und bequemer fällen oder die Wüsteneien roden und damit er dortselbst
Leute ansiedeln kann, geben Wir allen Ankömmlingen, den jetzigen wie
den zukünftigen Siedlern, eine Frist von 20 Jahren und gewähren ihnen
solange volle und umfassende Freiheit, wobei Wir sie ausnehmen von all
Unseren Abgaben, Steuern, Umlagen, Dienstleistungen, Hand - und
Spanndiensten, mit welchen Namen sie auch immer bezeichnet werden. Wir
wollen auch, daß keiner von den Richtern, Palatinen, Kastellanen oder
Amtsleuten sich herausnehme, über einen Einwohner dieser Dörfer oder
einen Bürger dieser Städte zu richten; lediglich der Schulze soll über
seine Bauern richten, der Vogt über seine Bürger, und der Erbherr soll
sich ausschließlich vor Unserer königlichen Majestät verantworten.
Ferner wollen Wir, daß besagter Jozef oder seine Nachfolger nach
Ablauf der Befreiungsfrist bereit sind, Uns zur Verteidigung Unseres
Landes mit Lanze und guter Armbrust zu dienen.
Nachfolgend die Nobilitierungsurkunde:
Kazimirus Dei gratia Rex Polonie Magnus dux Lithwanie Russie
Prussieque dominus et heres etc. Ad perpetuam rei memoriam Nobili
Felix de Zurek et Schur domus Szur Fiodarius et Domino de Lipnica
fideli dilecto Gratiam Regiam et fauorem uirtutumque continua
incrementa. Et quamuis tu ex tuis predecessoribus Nobile genus
suscepisse ac eo pollere cocnouimus Insigniisque more Nobilium armorum
frui et gaudere Exigunt tamen a nobis uirtutes et menta fideique
constancia quibus in conspectu Maiestatis nostre placere meruisti vt
tuam personam morum et uirtutum culmine decoram dignis honorum
fastigiis attollamus et insignum intemerate fidei quam ad nostram
maiestatem geris tua arma seu clenodia proclamatione Namiot vocitanda
apellanda nominanda hoc ordine duximus innouare approbare ratificare
confirmare ac eadem innovamus approbamus ratificamus confirmamus
tenore presentium mediante teque personamque tuam benemeritam modis
omnibus qui nostre Maiestatis Regie Auctoritate spectant et pertinent
Nobilidati adiungentes et asscribentes. Itaque infrascripta arma seu
Nobilitatis insigna cum tua prole legitima supradicta proclamatione
vocitanda hisce modis et figuris designata. In campo rubro tentorium
argentei coloris malo aureo nisum tholoque cum strigis aureis tectum
in eius cacumine malum aureum et crux aurea superpositi. Super galea
etiam corona aurea locata quae desuper brachio cataphracto cum gladio
stricto ornata. Galea vero cum quibusdam differentis ligaminum
argentei et rubris colorum indifferenter in superiori et inferiori
partibus decorata. Et prout huiusnodi aram at insignia pictorum
magisterio presentibus sunt depicta pro clariori intuencium
certificatione in omnibus et singulis actibus exercitus militaribus
pro honore nostro et Regninostri Polonie atque tuo gastare valeas
atque possis plaenam et omnimodam damus et largimur facultatem
contradictione quorumcunque cessante decernentes authorite nostra
Regia quatenus tam in Curia nostra quam extra et vbicunque locorum
omnibus et singulis pruiegiis libertatibus immunitazibus honoribus
gratiis indultis preeminentiis et exempcionibus de cetero vtaris
gaudeas polleas et fruaris quibus quibus alii quicunque militares et
Nobiles quarumqunque stirpium et domorum Regni nostri Polonie
potiuntur pollent et fruuntur de consuedine vel de Iure non
obstantibus quibuscunque Iuribus legibus conswetudinibus vel decretis
quibus de nostra certa scientia in assectione prefate Nobilitatis et
delacione insignium et armorum prefatorum ac dependentibus ex eisdem
in fauorem et ampliorem decorem et exaltacionen tue persone derogamus
Leteris itaque fauore Regio et de tante piietatis munere in te Regia
nostra munificentia collato glorieris et exultes ac tanot fidelioro
studio ad honorem amplitudinem et preuentum et insignitum aspicis
munere graciarum. Nulli ergo hominum liceat hanc paginam nostre
innovacionis confirmacionis approbacionis Nobilitacionis et
concessionis infringere aut ei ausu temerario contraire. Si quis autem
in contrarium attemptare presumperit Indignacionem Maiestatis nostrae
et penam municipalem derogantibus Nobilium sangwini inflictam se
nouerit incursurum. In cuius rei testimonium presentes litteras fieri
et sigilli nostri appensione iussiumus communiri. Actum et datum in
Ciuitate nostra Gdask feria Sexta in Cratsino Asscensionis domini Ann
eiusdem Millesimo quadringentesiomo quinquagesimo septimo.
Realtio Venerabilis Iohannis Lutkonis de Brzezie utriusque Iuris
doctoris Sacri Apostolici Palacii causarum auditorum Archidiaconi
Gnesensi Regni Polonie Vicecancellarii.
Übersetzung
Kasimir, von Gottes Gnaden König von Polen, Großherzog von Litauen,
Herr und Erbe von Rußland und Preußen etc. Zur ewigen Erinnerung an
diese Sache möge dem Edlen Feliks von Zurek aus dem Hause Szur, dem
treuen und geliebten Vasall und Besitzer von Lipnica, Unsere
Königliche Gnade und Gunst sowie ein beständiger Zuwachs an
Verdiensten beschieden sein. Und wiewohl wir wissen, daß Euch von
Euren Vorfahren her eine adlige Abstammung zugekommen ist, mit der Ihr
ausgestattet seid, und daß Ihr nach Art des Adels ein Wappen führt und
besitzt, so veranlassen Uns doch Eure Vorzüge und die Standhaftigkeit
Eurer Gesinnung und Eurer Treue, womit Ihr vor dem Angesicht Unserer
Majestät Unser Wohlgefallen verdient habt, daß Wir Eure Person, die
sich durch ein Höchstmaß an Gesittung und Tugend auszeichnet, zu den
ihr gebührenden Gipfeln der Ehre emporheben; und zum Zeichen Eurer
unverbrüchlichen Treue, die Ihr Unserer Majestät entgegenbringt, haben
wir es für gut befunden, Euer Wappen oder Adelsabzeichen gemäß dieser
Proklamation ”Namiot” (Zelt) zu nennen, zu heißen und zu rufen, und es
mit diesem Erlaß zu bestätigen. Und wir erneuern, bekräftigen,
erklären für gültig und bestätigen ebenso durch den Inhalt dieser
Urkunde, daß Ihr und Eure Person, die Ihr Euch in jeglicher Weise, die
das Ansehen Unserer Königlichen Majestät angeht und betrifft, verdient
gemacht habt, dem Adel angehört und zugeschrieben werdet. Daher soll
das weiter unten beschriebene Wappen oder Adelsabzeichen, auch für
Eure legitime Nachkommenschaft, gemäß der oben erwähnten Proklamation
benannt werden, und es soll in folgender Weise und Gestalt gezeichnet
sein: In rotem Feld ein silbernes Zelt mit einem goldenen Zeltmast
und einer Kuppel mit goldenem Streifen; auf dem Gipfel ein goldener
Apfel und ein goldenes Kreuz. Über dem Helm auf der Krone ein
gewappneter Arm mit einem Schwert. Oberhalb und unterhalb des Helmes
ist er mit Bändern in verschieden wechselnder roter und goldener Farbe
verziert. Und so wie das Wappen und Adelsabzeichen in dieser Weise
durch die Kunst der Maler in dieser Urkunde abgebildet ist, zur
besseren Veranschaulichung für die Betrachter, so geben und erteilen
Wir Euch die Erlaubnis, daß Ihr es bei allen und jeglichen
militärischen Unternehmungen des Heeres, zu Unserer Ehre, der Unseres
Königreichs Polen wie auch zu der Eurigen, tragen dürft und könnt.
Dagegen hat jedweder Einspruch zu schweigen, insofern Wir Kraft
Unserer Königlichen Autorität sowohl an unserem Hofe als auch
außerhalb und allerorten verfügen, daß Ihr Euch im übrigen aller und
jeglicher Privilegien, Freiheiten, Vergünstigungen, ehren, Gnaden,
Nachsichten, Vorrechte und Ausnahmen bedient, erfreut, sie genießt und
gebraucht, welche allen anderen Rittern und Edelleuten jeglicher
Geschlechter und Adelshäuser in Unserem Königreich Polen zustehen, und
die sie genießen und gebrauchen, sei es nach Gewohnheit oder von
Rechts wegen. Dem sollen auch keinerlei Rechte, Gesetze, Gewohnheiten
oder Erlasse entgegenstehen, welche Wir daher hinsichtlich der
erwähnten Erhebung in den Adelsstand und der Verleihung der
dazugehörigen Insignien und Wappen und aller Dinge, die damit in
Zusammenhang stehen, mit vollem wissen außer Kraft setzen zugunsten
der größeren Ehre und Erhöhung Eurer Person. Möget Ihr Euch also der
Königlichen Gunst erfreuen, möget Ihr euch rühmen und glücklich
preisen über das Geschenk einer solchen Güte, das Euch durch Unsere
Königliche Freigebigkeit gewährt wurde; und euer Streben soll
sich ,mit desto treuerem Eifer auf die Ehre, die Größe und den Nutzen
für Uns und Unser Königreich Polen ausrichten und erstarken, je
reicher Ihr Euch mit Gnadenerweisen beschenkt und ausgezeichnet seht.
Niemand darf es sich also erlauben, gegen diese Nobilitation und
Begünstigung zu verstoßen, oder es wagen, sich tollkühn darüber
hinwegzusetzen. Wenn jedoch jemand sich unterstehen sollte, ihr
zuwiderzuhandeln, so soll er wissen, daß er den Zorn Unserer Majestät
und die Strafe der Stadt zu erwarten hat, welche denen auferlegt wird,
die das Blut der Adligen in Frage stellen. Zum Zeugnis dessen haben
wir befohlen, die vorliegende Urkunde ausfertigen und durch die
Anhängung Unseres Siegels bestätigen zu lassen.
Geschehen und gegeben in unserer Stadt Danzig am Freitag nach Christi
Himmelfahrt im Jahre des Herrn 1457.
Bericht durch Ehrwürden Johannes Lutko von Brzez(ie), Doktor beider
Rechte, Auditor in Angelegenheiten des Heiligen Apostolischen
Palastes, Erzdiakon von Gnesen und Vizekanzler des Königreichs Polen.
Im Jahre 1929 erfolgte die ”Verdeutschung” des polnischen Namens
”Zurek z Dabrowski Bar. h Szur (Zurek von Eichenau Baron, Wappen Zur)
in Freiherr von Zurek Eichenau. Im Jahre 1997 erfolgte die Anerkennung
des ehemaligen polnischen Adels durch den Verband des polnischen Adels
in Polen.
III, 14
S³ownik geograficzny Królestwa Polskiego (Das Geographische Wärterbuch
des Polnischen Königreichs) Band XI, Warschau 1890, S. 494.
Strzelniki (Schützenau), das Dorf im Kreis Jañsbork (Johannisburg),
die Poststation Claussen, 1260 ha, 91 Häuser, 444 Einwohner ...
... 1643 Jan Lipiñski aus Pogorzele kauft 3 Hufen in Strzelniki bei
Jan Plaga.
III, 16
Leszczyc Z. Herby Szlachty Polskiej (Wappen des Polnischen Adels),
Band I, Warschau 1908, S. 197–199
Ksiê¿yc. Im blauen Feld der Halbmond offen nach oben, darunter drei
Sterne. Auf dem Helm drei Straußfeder. Dieses Wappen wird auch
„Ksiê¿yc i gwiazdy” (Mond und Sterne) oder „Trzy gwiazdy” (Drei
Sterne) genannt. „Drei Sterne ” waren vom König Kazimierz (Kasimir)
der IV. im Jahre 1466 nach der Schließung des Friedens von Thorn den
verdienten Kämpfer verliehen. Später in den Kämpfen bei Cecora 1620
und Chocim 1621 zeichnete sich die unter dem Befehl der Wojewoden
Denhof und Wejher stehende Landwehr durch Mut aus, und der König
Zygmunt (Siegmund) der III. verlieh vielen pommerellischen
Geschlechten dieses Wappen mit Zusätzung vom Mond, oder erlaubte den
Mond und die Sterne in entsprechenden Kleinodien zu gebrauchen. Daher
kommen verschiedene Abarten. Dieses Wappen benutzen die Nachkommen
folgender preußischen und pommerellischen Familien:
... Ciemiñski, 1660 – der Zweig des Geschlechts Wnuk;
... D¹browski, Pommerellen, 1600 – der Zweig des Geschlechts Wnuk,
auch des Dombrowski geschrieben;
... Lipiñski, Pommerellen. In Wappen über dem Halbmond sind sieben
Sterne. Sie sind ein Zweig des Geschlechts Wnuk und gebrauchen diesen
Namen als Beiname;
... Wnuk, Pommerellen, 1607, Preußen. Im Wappen in blauem Felde der
goldene Halbmond, nach oben geöffnet, darüber 7 Goldsterne. Daher
kommen Ciemiñski, D¹browski (Dombrowski) und Lipiñski.
III, 17
Wielka Encyklopedia Powszechna Ilustrowana (Große Allgemeine
Illustrierte Enzyklopädie), Band XXX, Warschau 1902
S. 952–953. Ines, Trzy gwiazdy, Ksiê¿yc.
Das polnische Wappen. Auf dem Harnisch in blauem Felde über dem
silbernen Halbmond drei sechsstrahlige Sterne: eins und zwei. Über dem
Helm im Adelskrone fünf weiße Straußfedern. Das Wappen nennen manchmal
polnische Heraldiker ganz falsch Trzy gwiazdy (Drei Sterne), aber
öfter Ines. Diese zweite Benennung entstand infolge der Benutzung
dieses Wappens vom schottischen Geschlecht Innes, das im XVII
Jahrhundert in Polen lebte und ziemlich bekannt war. Inzwischen erwies
es sich, daß das oben erwähnte Wappen unter dem Namen Ksiê¿yc (Mond)
in Westpreußen und in Pommerellen gut bekannt ist, und daß es dort im
Wappensiegel von einigen Dutzenden ureigener slawischer Geschlechte
benutzt wurde. Jetzt wird es von den Familien ... Ciemiñski, ...
D¹browski, ... Lipiñski ... gebraucht.
III, 19
Leszczyc Z. Herby Szlachty Polskiej (Wappen des polnischen Adels),
Band I, Posen 1908
S. 202–207. Leliwa.
In blauem Felde der goldene nach oben geöffnete Halbmond, darüber der
sechsstrahlige goldene Stern. Auf dem Helm – Pfauenschwanz, darauf
dasselbe, was im Wappen. Es kann auch ein rotes Feld im Wappen sein.
Das Wappen Leliwa benutzen folgende Geschlechte: „Lipiñski,
Pommerellen, ein Zweig des Geschlechts Roman, und sie benutzen diesen
Beinamen ...
III, 20
Niesiecki K. Herbarz Polski (Das Polnische Wappenbuch), Band VI,
Leipzig 1841.
S. 39–42. Das Wappen Leliwa. Auf dem Wappen ist der Mond im ersten
Viertel, mit den Hörnern nach oben, in der Mitte dessen ist ein Stern
mit sechs Strahlen, alles in blauem Felde, aber manchmal das Feld ist
rot. Der Mond muß golden sein, auf dem Helm ist ein Pfauenschwanz und
darauf wieder ein Mond.
II, 1
Gechlecht Schur (Shur)
(geschrieben Schur-Lipiñski)
Das Geschlecht Schur Wappen Schur ist dokumentarisch seit Ende des
XVII. Jahrhunderts bekannt. Es lebte in Westpreußen und Pommerellen.
Es ist ein Zweig des Geschlechts Wnuk-Lipiñski Wappen „Trzy
gwiazdy” (Drei Sterne), dessen Wurzeln in XV. Jahrhundert gehen.
Der polnische Genealoge A. Boniecki nennt 9 Vertreter des Geschlechts
Schur-Lipiñski, die im Zeitraum seit 1698 bis 1850 erwähnt wurden und
zu dieser Zeit in Pommerellen lebten (Koszalin, Skarszewy, Dobrzyn).
Unter ihnen Wojciech, Marcin (geschrieben „Suchy”-Lipiñski) – Besitzer
des Dorfes Lipnica, Feliks – Gerichtsvollzieher in Dobrzyn, die uns
aus dem genealogischen Register, das von Br. W. v. Zurek
zusammengestellt wurde, bekannt sind. Der andere polnische Genealoge
Ignacy Krasicki (Erzbischof) erwähnt in seinen Ergänzungen zum
Wappenbuch von K. Niesiecki 3 Vertreter des Geschlechts Schur, die in
der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts im Land Kujawy und in
Pommerellen (Lêbork [Lauenburg], Danzig und Skarszewy [Scharschow]
lebten. Dabei nennt er sie Brüder.
Die Namen der zwei von ihnen sind I. Krasiñski unbekannt, aber dank
A. Boniecki können wir vermuten, daß einer von den Brüdern Jakobs,
Stadtschreibers von Skarszewy 1766–1782, Jan, Burggraf von Skarszewy
war.
Zur Mitte des XIX. Jahrhunderts, der Zeit der Anerkennung der
westpommerellischen Adligen Schur-Lipiñski in der Adelwürde des
Preußischen Reiches existierten mindestens drei Familien Schur-
Lipiñski:
1) Die Familie von Felix, Gerichtsvollziehers in Dobrzyn (des
Nachkommen von Wojciech Schur-Lipiñski);
2) Die Familie von Alexander Józef (des Nachkommen von Jakób Schur-
Lipiñski?); die beiden lebten auf dem Territorium des Polnischen
Reiches;
3) Die Familie, die auf dem Territorium Preußens lebte, von der I.
Krasicki im Wappenbuch schrieb und sie Nachkommen der Brüder Schur-
Lipiñski nannte, die auf dem Territorium Pommerellens im XVIII.
Jahrhunderts lebten.
Außer ihnen gelang es uns die Angaben über gewisse Magdalene, die
Witwe von Teodor Lipiñski Wappen Lipiñski zu entdecken, der die
Ehrenkunde mit dem Wappen für die Adelwürde des Polnischen Reiches am
25.02.1842 verliehen wurde. Vielleicht bekamen damals Schur-Lipiñski
das Wappen Schur oder Kisiel, aber verändertes (das, unseren Angaben
nach, wurde kein einziges Mal benutzt, nicht nur in Preußen, sondern
auch auf dem Territorium des gegenwärtigen Polens).1
Unsere Angaben über die Vertreter des Geschlechts Schur-Lipiñski
enden in der Mitte des XIX. Jahrhunderts.
Aus dem genealogischen Register, der von Br. W. v. Zurek
zusammengestellt wurde, sehen wir, daß der Sohn von Felix Schur-
Lipiñski – Staœ vom Norden Polens (Pommerellen) nach dem Süden (Kreis
Bytom [Beuthen])2 nicht weit von tschechischen Sudeten übersiedelte.
Womit diese Übersiedlung auf solch großen Abstand hervorgerufen wurde,
ist unbekannt, aber es ist interessant, daß das andere Geschlecht
Lipiñski Wappen Leliwa nicht weit von dieser Stelle (im Kreis Bytom)
lebte, das mit Schur-Lipiñski verwandt war.
Staœ Schur–Lipiñski wurde seit der Mitte des XIX. Jahrhunderts (den
Daten von Br. W. v. Zurek nach) als Br. v. ¯urek–D¹browski (Eichenau)
geschrieben. Solche Hinzufügung zum Namen war damals im Fall möglich,
als er zum Besitzer des Guts D¹brówka (dt. Eichenau) wurde. „Das
Geographische Wörterbuch ...” nennt unter fast 100 D¹brówkas, die auf
dem ganzen Territorium des Polnisches Reiches zerstreut war, nur 2
Dörfer D¹brówka (Dombrówka), dessen zweite Benennung Eichenau ist. Die
beiden befinden sich in Pommerellen:
1) im Kreis Bydgoszcz (Bromberg) an der Grenze des Westpreußen; vom
Norden, Osten und Süden grenzte es an den Bezirk Posen im Polnischen
Reich, und vom Westen an den Bezirk Frankfurt in Brandenburg, Preußen.
3
2) im Kreis Toruñ (Thorn)4; in demselben Kreis befand sich das
erwähnte Lipnica.
Aber wir sind verwirrt, daß der Abstand zwischen dem pommerellischen
D¹brówka und Prze³ajka, das Staœ v. Zurek besaß, groß war. Dabei waren
un Prze³ajka herum einige D¹brówkas (nicht Eichenau) in den Kreisen:
Bytów (Bütow), Opole (Oppeln) und Jas³o. Im letzten waren auch zwei
Dörfer Lipnica.5
II, 5
Boniecki A. Herbarz Polski (Polnisches Wappenbuch), Band XIV, Warschau
1911, S. 294–295
„Lipiñski-Schur des eigenen Wappens in Pommerellen ... Wojciech Schur-
Lipiñski mit seiner Frau Teresa geborene Jankowski bekamen 1698 leere
Felder in Koœlin. Jakób, 1766–1782 Stadtschreiber von Skarszewy, der
vom Sejm 1768 bestimmt wurde, die königliche Güter zu inspektieren.
Jan 1767–1779 und Ignacy 1780–1782 Burggrafen von Skarszewy.6
Feliks, Andrzejs Sohn, 1850 Gerichtsvollzieher in Dobrzyn und
Aleksander Józef, der Sohn von Józef Mateusz Jakób Mitte des XIX.
Jahrhunderts wiesen sich über ihre Angehörigkeit zum Adel im
Polnischen Königsreich aus.
... Kêtrzyñski zählt7 in der Liste der Beinamen des pommerellischen
Adels folgende Lipiñskis auf: Marcin Suchy und Andrzej Wnuk ...
Niesiecki K., Herbarz Polski (Polnisches Wappenbuch), Band LVI,
Leipzig 1841, S. 106.
„Von Lipiñskis, die bis jetzt in Preußen leben, lebten zwei Brüder
seit der letzten Zeit (seit der ersten Hälfte des XVIII.
Jahrhunderts): N. Kanoniker von Kujawy, Priester der Gemeinde Lêbork
(Lauenburg), Danziger Surrogator; Jakób, pommerellischer Schreiber, N.
Burggraf von Hacz¿ewo – ihr Beiname Schur8.
Das Wappen Schur (oder Lipiñski) ist eine Abart vom Wappen Namiot
(oder Kisiel oder Swientoldycz). Der Unterschied dieser zwei Wappen
besteht im Überhelm, im Wappen Schur ist über dem Helm eine Hand in
Harnisch mit dem Schwert, im Wappen Kisiel sind drei Ziegeltürme.
Die Ausnutzung von verschiedenen Geschlechten der gleichartigen
Wappen mit einigen Änderungen ist für die polnische Heraldik
charakteristisch. Das ist damit verbunden, daß im Altertum die Wappen
als Fahnen für die Landwehr dienten, die nach dem territorialen
Merkmal gebildet worden war.
Die Haupt solcher Militäreinheiten war der Besitzer der Länder, von
denen er Vasallenritter mit ihren Einheiten zum Krieg sammelte. Das
Wappen vom Suzerän war auf der Fahne der gesammelten Landwehr. Jeder
Vasallenritter hatte ein Fänchen mit demselben Wappen als das Symbol
der Angehörigkeit zur Einheit seines Suzeräns.
Später wurde das Wappen vom Suzerän zum Wappen der Vasallenritter,
die darin ihre Veränderungen eintrugen, damit sich ihr Wappen von
allen unterschied.
Das Wappen Kisiel ist altertümlicher als das Wappen Schur, und darum
is es ganz glaubwürdig, daß der Begründer des Geschlechts Schur
Lipiñski einmal der Vasalle von einem der Besitzer des Kisiel-Wappens
war, d. h. er war entweder Ritter in seiner Einheit oder er bekam
Länder von ihm.
Aus dem obengesagten ausgehend, gilt man für das Notwendige, die
Information über das Wappen Kisiel und über die Generationen, die es
benutzen, zu geben.
Das Wappen Kisiel ist nach der Herkunft sehr altertümlich. Die
polnischen Heraldiker führen die Erscheinung dieses Wappens auf die
Zeit des Heiligen Wladimir, des Großfürsten des Kiewer Rutheniens (980
– 1015) zurück. Dabei widersprechen sie sich selbst und nennen das
Datum 1040.9
Der russische Heraldiker A. Lakier führt die Erscheinung des Kisiel-
Wappens zur Zeit von Wladimir-Monomach, des Großfürsten des Kiewer und
ganzen Rutheniens (1113–1125).10
Die beiden genannten Daten (1040 und 1113-1125) sind falsch. Die
Geschichte des Kiesiel-Wappens ist mit der Belagerung Kiews von
Petschenegen verbunden. Noch 1039 schlug der Große Fürst des Kiewer
Rutheniens (1019–1054), Jaroslaw der Weise die Petschenegen bei Kiew
aufs Haupt so stark, daß sie nach dem Jahre 1036 nicht über Kiew,
sondern auch über Ruthenien überfielen.
Die russichen Annalen bestätigen die Hypothese der polnischen
Heraldiker über die Zeit von Wladimir dem Heiligen. Darin ist die von
polnischen und russischen Heraldikern beschriebene Belagerung Kiews
von Petschenegen und Trisck von Swentold im Jahre 97711 eingetragen.
Und obwohl dieses Ereignis etwas anders als in heraldischen Quellen
beschrieben und nicht mit Kiew sondern mit der Stadt bei Kiew Belgorod
verbunden ist, besteht kein Zweifel darin, daß es um dasselbe Ereignis
handelt.
Es gelingt kaum dokumentarisch zu beweisen, daß das Wappen von Kisiel
im Jahre 977 erschien, aber seine altertümliche reinslawische (Kiewer)
Herkunft liegt auf der Hand.
Das Wappen Kisiel benutzten folgende Geschlechte: Kisiel,
Dobroczinski-Kisiel, Kisiel-Zagorianskis; Kisiel-Brusilowskis,
Kislanski (die Ukraine, Litauen); Kisieliews, Brusilows (Rußland). Aus
dieser Liste sehen wir, daß die Vertreter der genannten Geschlechte
auf dem Territorium der gegenwärtigen Ukraine, Belorußlands, Litauens
und Rußlands lebten.
Aus der Hypothese der Vasallität ausgehend, kann man das
Vorhandensein des Kisiel-Wappens, das vom Geschlecht Schur geändert
war, durch zwei Gründe erklären:
1) Der Begründer des Geschlechts Schur gebürtig aus Preußen (das sehen
wir später) konnte einige Zeit im Dienst im Trupp der Vertreter des
Geschlechts Kisiel stehen, das auf dem Territorium der Ukraine und
Belorußlands lebten;
2) Der Vertreter des Kisiel-Wappen-Geschlechts konnte Länder auf dem
Territorium Preußens und Pommerellens haben, wo das Geschlecht Schur
lebte (aber beim Studium der Genealogie der obenerwähnten Geschlechte
wurden keine Angaben entdeckt, die diese Version bestätigen).
Es ist ganz wahrscheinlich, daß das Wappen von Lipiñski (oder Schur)
zur Kategorie der neuen Wappen, so genannten Wappen „z nadania” (die
verliehen wurden) gehört.
Diese Wappen wurden von polnischen Heraldikern in XVIII–XIX
Jahrhunderten durch Veränderungen in alten Wappen speziell für die
Beschenkung der neuen Adligen geschaffen (entweder wurde dem Adel
verliehen oder im polnischen Königreich anerkannt).
Davon ausgehend kann man vermuten, daß das Lipiñski Wappen dem
westpreußischen Geschlecht Schur-Lipiñski (das das andere Wappen
benutzte)12 bei seiner Anerkennung im Adel des polnischen Königreichs
Mitte des XIX Jahrhunderts verliehen wurde.
Und wie es für die Wappen „z nadania” üblich war, bekam er den Namen
des Geschlechts, dem er beschenkt worden war.
Aus zwei obenbeschriebenen Hypothesen scheint die zweite mehr
glaubwürdig.
Fur die entgültige Entscheidung der Frage über die Herkunft des
Wappens Schur muß man neue Materialien heranziehen.
. .
(Lakier A. B. Russische Heraldik), Moskau 1990, S. 271–272
„Kisiel (Swientoldycz) ist ein Zelt, weiß, von vorne geöffnet. Darüber
ist ein Baldachin, in weiß und schwarz, mit einem goldenen Kreuz an
der Spitze. Die ganze Figur ist in rotem Felde untergebracht. Über dem
Helm sind drei Ziegeltürme, die mit Kronen geschmückt sind; der
mittlere ist höher als die äußeren.
Es gibt eine Sage, daß Swentold Kisiel zur Zeit von Wladimir Monomach
während der Abwesenheit des Großen Fürsten Kiew von diese Stadt
belagerenden Petschenegen mit Hilfe der folgenden Schlauheit retten
konnte: als in Kiew Hunger kam und die Belagerten in Verzweifelung
gerieten und Mut verloren, befahl Kisiel zwei Gruben auszugraben; eine
wurde mit Mehl und die andere mit Wasser gefüllt, danach mischte er
das, mit Honig versüßert, zu einer Mischung in der Art von Kissel
(Mehlbrei). Als die Kiewer sahen, daß ihr Boden das Essen gab,
munterte sie sich auf und schlugen den Angriff ab.
Dieses Wappen gehörte in Rußland den Geschlechten Kisielews und
Brusilows. In Litauen waren Kisiel-Brusilowskis bekannt.
Niesiecki K. Herbarz Polski (Polnisches Wappenbuch), Band V, Leipzig
1980, S. 95
„Kisiel-Wappen.
Das Zelt, weiß, offen muß sein, an seiner Spitze ist ein Thronhimmel,
weiß, bunt, mit weißen und schwarzen Schuppen geschmückt, auf der
Kugel ist ein Kreuz, gold, das Schildfeld ist rot, auf dem Helm sind 3
Türme aus Ziegel, der mittlere is höher, alle mit Kronen. Okol. Band
1, Vol. 387, Rutka MS. Dieses Wappen wurde dem Hetman Swentolditsch
vom russischen Fürsten Wladimir etwa 1040 für findige Ritterkunst
verliehen. Die Petschenegen standen bei Kiew, belagerten es und
wollten es im Sturm erobern. Aber der herzliche Hetman Swentolditsch
verteidigte es mutig und hartnäckig. Der Feind sah, daß er mit Gewalt
die Stadt erobern nicht konnte, und beschloß, durch Hunger die Stadt
zur Aufgabe zu zwingen. Deshalb sperrte er alle Zugänge, die die
Hoffnung gaben, die zusätzliche Einfuhr der Lebensmittel zu bekommen.
Swentolditsch verstand es und befahl, zwei Gruben auszugraben, die
eine mit Mehl, und die andere mit Wasser zu füllen, und dort dieses
Mehl einzurühren. Nachdem er aus diesem Mehl Brot ausgebackt hatte,
ließ er es ins feindliche Lager schleudern. Davor erschreckt, sehend,
daß weder mit Gewalt noch mit Hunger, konnten die Petschenegen, die
Kiewer brechen, zogen sie in Verzweilung zurück.
Für diese findige Tapferkeit beschenkte Wladimir ihn als den Hetman
mit dem Zelt im Wappen, und mit den Türmen zum Andenken an die
Verteidugung der Stadt. Swentolditsch wurde zu Kisiel vom Worte „die
Säurung des Brots” genannt.
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Schur (Szur)-Lipiñski des Wappens Schur (Szur) oder Namiot verändertes
Der Begründer des Geschlechtes Schur-Lipiñski ist der Adlige, dem
zusammen mit den anderen Adligen der polnische König Kasimir IV
(1447-1492), für die Verdienste im Krieg mit den Kreuzrittern 1460 das
Gut Lipnice in Pommerellen verlieh, mit der Pflicht die Grenzen des
Kreises von Pommerellen zu schützen. Dieser Adel verbreitete sich in
kurzer Zeit und erwarb Beinamen: Janta, Kospot, Pych, Roman, Schur
(Szur), Wnuk und den Namen Lipiñski. Die Benutzung der genannten
Geschlechten von verschiedenen Arten eines Wappens Ksiê¿yc (Mond), das
Gemeinterritorium und geographische Lage (Lipnice pomorskie) erlaubte
dem bekannten polnischen Genealogen A. Boniecki Schlußfolgerung zu
ziehen, daß die meisten Geschlechte von Lipiñski, die in Pommerellen
und Preußen lebten. „ein Gechlecht bildeten”. Aber die genauere
Bestimmung wird ein Clan oder ein Haus, da hier ist die Rede nicht von
der gemeinsamen Herkunft, sondern von verwandten Beziehungen durch
Ehen.
Aus allen obenerwähnten Geschlechten war das Geschlecht Schur-
Lipiñski am nächsten mit dem Geschlecht Wnuk-Lipiñski verwandt und
dank ihnen, mit zwei anderen Zweigen des preußisch-pommerellischen
Geschlechtes Wnuk: Wnuk-Ciemiñski und Wnuk-Dombrowski.
Seit XV. bis XVIII Jahrhundert siedelten die Vertreter des
Geschlechtes Schur-Lipiñski auf dem Territorium des polnischen
Königreiches. Die meisten Mitglieder des Geschlechtes lebten auf dem
Territorium des Königlichen Preußens (ost-preußischer Länder Polens,
die auch die Wojewodschaft Pommerellen einschloßen): Kreis Cz³uchów
(dt. Schlochau), Skarszewy, Koszalin, Lêbork, Gdañsk, Trzemeszno; die
anderen Vertreter des Geschlechtes lebten in der Posener
Wojewodschaft: Poznañ (Posen), Gniezno (Gnesen), und in der
Inowroc³awer Wojewodschaft: Dobrzyñ.
„Polska encyklopedja szlachecka„ (Die Polnische Enzyklopädie des
Adels) gibt Anweisungen über das Leben der Vetreter des Geschlechtes
Schur-Lipiñski auch in Litauen. Darauf weißt auch das Wappen des
Geschlechtes Schur oder Namiot verändertes, das die litauische
Herkunft hat. Das Wappen Namiot benutzte das bekannte litauische
Magnatengeschlecht Kisiel, was die Grundlage zu vermuten gibt, daß der
Begründer des Geschlechtes im Dienst beim Vertreter des Geschlechtes
Kisiel in Litauen war. Nur auf solche Weise kann man die Erscheinung
des Litauen Wappens in west-preußischen Ländern des Polnischen Reiches
erklären.
Die Unterstützung des Auftenhaltes der Geschlechtsvertreter Schur-
Lipiñski in Litauen kann auch die Angabe des bekannten polnischen
Heraldikers Fürsten W. W. Koja³owicz (der im 2. Hälfte des XVII.
Jahrhunderts lebte) im Buch, das in Wilna 1670 mit der Schilderung des
Wappens Schur oder Namiot verändertes herausgegeben war.
Das Geschlecht Schur-Lipiñski war im Adel im Polnischen Reich
1843-1844 anerkannt.
Genealogische Liste
1. W³adys³aw.
1697 unterschrieb er die Erwählung des Königs August des II. von der
Posener Wojewodschaft. Gutbesitzer des Dorfes Mi³ostowo in der Posener
Wojewodschaft (1702). 1702 verkaufte Mi³ostowo an B³ociszewskis.
2. Wojciech
Bruder der Nr. 1?
1698 erwarb zusammen mit seiner Frau ein Grundstück im Dorf Koszalin
in der Wojewodschaft Pommerellen. 1733 unterschrieb die Erwählung des
Königs Stanis³aw Leszczyñski von Kreis Cz³uchów (Schlochau) der
pommerellischen Wojewodschaft.
Seine Frau: Teresa Jankowska.
II
3/1 Jakób (W³adys³aws Sohn).
Gestorben am 6.5.1797.
1733 unterschrieb er die Akte der Erwählung des Königs Stanis³aw
Leszczyñski vom Kreis Cz³uchów (Schlochau) der pommerellischen
Wojewodschaft. Stadtschreiber in Skarszewo (1766-1782); 1768 wurde er
von dem Sejm bestimmt, das Vermögen der königlichen Länder zu
inspektieren. Stadtschreiber von Pommerellen (9.7.1766-1797). Regent
von Pommerellen; Genesener Kassierer (20.3.1768-1771). Gutbesitzer von
Rowa³ków, K³odowo u.a. in Wojewodschaft Posen (1788).
4/1. Jan Ignacy (W³adys³aws Sohn).
1733 unterschrieb die Akte der Erwählung des Königs Stanis³aw
Leszczyñski von Kreis Cz³uchów (Schlochau) des pommerellischen
Wojewodschaft.
Posener Hetzjäger; Burggraf der Stadt Skarszewo (1767-1779); Burggraf
von Pommerellen (7.9.1767-1782).
5/1. Antoni (W³adys³aws Sohn).
Kanonikus von Kruszwica (1766); Kujawischer Kanonikus; Geistliche in
Lêbork (Lemborg); Danziger Surrogator.
III
6/3. Marcin („Suchy”) (Jakóbs Sohn).
Erwähnt 1751.
7/3. Onufry (Jakóbs Sohn).
8/4. Ignacy (Jans Sohn?).
Burgraf der Stadt Skarszewo (1780-1782). Vielleicht eine Person mit
Nr. 4.
IV
9/6. Andrzej (Marcins Sohn).
10/7. Józef-Mateusz-Jakób (Onufrys Sohn).
Seine Frau: Teresa Krzymuska.
V
11/9. Feliks (de Schur) (Andrzejs Sohn).
Zollbeamte (1843). Gerichtsvollzieher in Dobrzyñ (1850). 1843 ist im
Adel im Polnischen Reich anerkannt.
12/10. Aleksander-Józef (Józefs Sohn).
1844 ist im Adel im Polnischen Reich anerkannt.
Seine Frau: Balbina ...
13/12? Benedykt (Józefs Sohn).
Geboren 1806 in Trzemeszno. Trat in die Batterie der Artillerie der
Positionsreitergarde ein und 1831 bekam den Rang des Leutnants.
Teilnehmer des polnischen Aufstandes 1831.
In die Liste nicht eingetragene:
1) Wojciech; 2) Adam; 4) Andrzej; 5) Franciszek; 6) Jan; 7) Kazimierz;
8) Marcin; 9) Mateusz; 10) Krzysztof; 11) Leon - Deputierten vom Kreis
Cz³uchów (Schlochau) der Wojewodschaft Pommerellen, die 1733 die Akte
der Erwählung des Königs Stanis³aw Leszczyñski unterschrieben.
12) Antoni.
1733 unterschrieb die Akte der Erwählung des Königs Stanis³aw
Leszczyñski von der Wojewodschaft Malborg, Vielleicht eine Person mit
Nr. 5 der Grundliste.
13) Józef Janicz.
1764 unterschrieb die Akte der Erwählung des Königs Stanis³aw August
von der Wojewodschaft Sieradz.
14) Kazimierz Janicz.
Bruder der Nr. 13?
1746 in Pommerellen.
15) Pawe³.
Feldmesser von Bobrownice (1764). 1764 unterschrieb die Akte der
Erwählung des Königs Stanis³aw Augsut von dem Land Mielno.
Quellen
1. A. Boniecki. Herbarz Polski (Polnisches Wappenbuch), Band XIV.
Warschau 1911. S. 294-297.
2. K. Niesiecki. Herbarz Polski (Polnisches Wappenbuch), Band XVI.
Leipzig 1841. S. 106.
3. S. Uruski, Graf. Rodzina. Herbarz szlachty polskiej (Familie. Das
Wappenbuch des polnischen Adels). Band IX. Warschau 1913. S. 79-80.
4. Liste der Adligen des Polnischen Reiches mit Beilage der kurzen
Angaben über die Beweise des Adels. Warschau 1851.
5. Polska encyklopedia szlachecka (Polnische Enzyklopädie des Adels).
Band VII. Warschau 1935. S. 344-345.
6. Urzêdnicy dawnej Rzeczypospolitej XII-XVIII wieku. Spisy. Tom I.
Wielkopolska (Województwa Poznañskie i Kaliskie). Zeszyt 2. Urzêdnicy
wielkopolscy XVI-XVIII wieku. (Beamten der Republik Polen des XVI.-
XVIII. Jahrhunderts. Register. Band I. Großpolen (Wojewodschaften
Posen und Kalisch). Heft 2. Großpolnische Beamten des XVI.-XVIII.
Jahrhunderts. Breslau 1987. S. 44, 211.
7. Ebenda. Band V. Heft 2. Urzêdnicy Prus Królewskich XV-XVIII wieku
(Beamten des Königlichen Pommerellen des XV-XVIII Jahrhunderts).
Breslau-Warschau-Krakau 1990. S. 187, 189, 218.
8. Z. Leszczyc. Herby szlachty polskiej (Wappen des polnischen Adels).
Band I. Warschau 1908. S. 197-199.
9. W. W. Koja³owicz, Fürst. Herbarz rycerstwa W.X. Litewskiego ...
(Das Wappenbuch des Rittertums des Großen Fürstentums Litauen). Krakau
1897. S. 179.
--------------------------------------------------------
S. Uruski, Graf. Rodzina. Herbarz Szlachty Polskiej (Familie. Das
Wappenbuch des polnischen Adels). Band IX. Warschau 1913.
S. 79-80. Lipiñski des Wappens Schur.
Kasimir IV. (der polnische König 1447-1492) beschenkte einige Adlige
1460 mit dem Gut Lipnice zum Lohn für ihre Verdienste im Krieg mit den
Kreuzrittern, aber mit dem Pflicht die Grenzen des Kreises Pommerellen
zu schützen. Dieser Adel vermehrte sich in kurzer Zeit und erwarb
Beinamen Janta, Kospot, Pych, Roman, Schur oder Szur und Wnuk, und
Familiennamen Lipiñski; alle oder einige von ihnen hatten das folgende
Wappen: auf dem ovalen Schild ein sechszackiger Goldstern und derselbe
Stern in der Krone über dem Helm. W³adys³aw verkaufte 1702 an
B³ociszewskis sein Dorf Mi³ostowo in der Wojewodschaft Posen, sein
Sohn Jakób hatte einen Sohn Marcin; und der hatte einen Sohn Andrzej,
dessen Sohn Feliks, Zollbeamte, im Adel des Polnischen Reiches 1814
anerkannt wurde.
Jakób, der Besitzer der Güte Powa³ków, K³odowo u.a. in der
Wojewodschaft Posen, ließ den Sohn Onufry, und jener den Sohn Józef
Mateusz, der mit Teresa Krzymuska den Sohn Aleksander hatte, im Adel
im Reich 1844 anerkannt.
Zwei Adams, Andrzej, Franciszek, Jakób, zwei Jans, Kazimierz, Marcin,
Mateusz als Botschafter der Wojewodschaft Pommerellen des Kreises
Cz³uchów (Schlochau), und Antoni von der Wojewodschaft Malbork
(Malborg) unterschrieben 1733 die Erwählung des Königs. Józef Janicz
von der Wojewodschaft Sieradz und Pawe³ (Gerichtsvollzieher von
Bobrowniki) von dem Land Mielno unterschrieben die Erwählung des
Königs 1764. Antoni, Kanonikus von Kruszwica, 1766, Jan, Posener
Hetzjäger, Burggraf von Skarszewo 1767, Jakób, pommerellischer Regent,
Gnesener Kassierer, Städtischer Schreiber in Pommerellen.
Benedykt, Józefs und Balbinas Sohn, geboren 1806 in Trzemeszno, trat
in die Batterie der Artillerie der Positionsrittergarde ein und 1931
bekam den Rang des Leutnants.
------------------------------------------------------
Polska encyklopedia szlachecka (Polnische Enzyklopädie des Adels).
Band XVII. Warschau 1935.
S. 344-345.
Lipiñski mit Beinamen Pupka.
Des Wappens Pupka, 1600, in Pommerellen.
Lipiñski mit Beinamen Kospot.
Das eigene Wappen, 1520, im Kreis Kwidzyñ.
Lipiñski mit Beinamen Schur oder Szur.
Das eigene Wappen Schur oder Namiot verändertes, 1460.
1843 und 1844 ist im Adel im Polnischen Reich anerkannt, stammt aus
Lipnice Pomorskie. In der Wojewodschaft Posen, in Litauen und im
Polnischen Reich. Der König Kasimir IV. verlieh einigen Adligen 1460
das Gut Lipnice zum Lohn für ihre Verdienste im Krieg mit den
Kreuzrittern, mit dem Pflicht die Grenzen des Kreises Pommerellen zu
schützen. Dieser Adel vermehrte sich in kurzer Zeit und bekam
Beinamen: Janta, Kospot, Pych, Roman, Schur oder Szur und Wnuk, und
den Familiennamen Lipiñski, manchmal erwarben sie auch andere Wappen.
Szur-Lipiñskis schrieb Rietstap das Wappen Korab zu.
Aus diesem Geschlecht sind:
Benedykt, geboren 1806 in Trzemeszno, Teilnehmer des Aufstandes 1831
im Rang des Leutnants des polnischen Heeres.
Lipiñski-Pych, das Wappen Zadora, 1700; in Pommerellen, Preußen.
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J. A. Jab³onowski, Graf. Heraldica ... (Heraldik ...). Lemberg 1742.
S. 10. Barone.
... Es gibt auch viele ausländische Barone, die zusammen mit dem Adel
in Polen alle damit verbundene Prerogative bekamen.
Aber jeder Adlige, außer seinem Rang, ist noch Liber Baro, d.h. Freie
Herr, und im Grunde genommen, es war immer Unterschied zwischen den
Baronen und dem Adel. Das bestätigt D³ugosz, der in jeder seiner
Beschreibung der Adligen, Treffen oder Sejme über Prälate, Magnate,
Barone und Adlige sprach.
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W. Wijuk Koja³owicz, Herbarz rycerstwa W. X. Litewskiego ... (Das
Wappenbuch der Ritter des Großen Fürstentums Litauen). Krakau, 1897.
S. 179. Das Wappen Namiot oder Swiento³dycz.
„... In Wilna im Buch, das 1670 gedruckt war, sind auf dem Helm 3
Straußfeder geschildert.”
S³ownik geograficzny Królestwa Polskiego (Geographisches Wörterbuch
des Polnischen Königreiches). Band XIV. Warschau 1895.
S. 498
Zawodzie, der Vorort der Stadt Czêstochowa, befindet sich am rechten
Ufer der Warthe.
... Bei demselben Weg, der auf Mostów geht, baute der Kaufmann Julian
Fuchs 1884 ein Mauerfabrik für die Produktion von Holznageln für
Schuhe, die 1887 aus Mangel an Verkauf geschlossen war.
Die Fabrik wurde von Henryk Sachs aus £ódŸ gekauft, der 1889 sie in
die Fabrik chemischer Produkte verwandelte ...
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W. Kêtrzyñski. O ludnoœci polskiej w Prusiech niegdyœ krzy¿ackich
(Über die polnische Bevölkerung in ehemaligen
Kreuzritterordenspreußen). Biblioteka Ossoliñskich. Zbiór materia³ów
do historii polskiej. Zeszyt VII, VIII. (Die Bibliothek von
Ossoliñski. Die Sammlung der Materialien zur polnischen Geschichte.
Heft VII-VIII). Lemberg 1882.
S. 141-142.
„Der heutige polnische Adel in Westpreußen stammt im großen Teil aus
den durch die Kreuzritter besetzten Territorien Polens und erklärt uns
im einigen Maße die Bezeichnungen, die längst existieren. Die uralten
adligen Geschlechte haben übliche Doppelfamiliennamen, d.h. den
polnischen Namen und den sogenannten deutschen Beinamen. Wenn man die
obengenannte Liste sieht, so kann man dieselbe Erscheinung beobachten.
Jeder Adlige wird deutsch offiziel anders als polnisch genannt. Das
kommt daraus vor, daß die Dörfer, wie wir schon betonten, Doppelnamen
hatten, offiziellen deutschen, und den Volksnamen, polnischen. Welches
Dorf, so wird der Besitzer, der dort lebte, genannt ...”
S. 143. „Es gibt dritte Kategorie von Beinamen, die persönliche Namen
und Zunamen einschließt. Zu solchen Beinamen gehören: ... Janta
Lipiñski ...”
Polnische Kolonisation in Ostpreußen
S. 490. „Lipiñskie, Kreis Lec. Jan v. Tieffen, Branderburger Kontor,
verlieh Marcin Lipieñczyk und seinen Söhne Jakub und Fryderyk nach dem
Magdeburger Recht 36 Hufen zwischen Mi³ki und Staœwiny, und auch die
untere Gerichtsmacht mit Pflicht von 3 bewaffneten Diensten. Die
Urkunde ist in Lec 1487 gegeben.”
S. 520. „Lipiñskie oder Olszewo (Olschöfen). Fürst Olbracht verlieh
1563 Miko³aj Lipiñski, dem Gutbesitzer des Kreises Pisz
(Johannisburg), auf Grund einer Verschreibung aus dem Jahre 1560 6
Hufe an dem See Olszewskie im Kreis Straduñ, mit dem Ziel ein
tributpflichtiges Dorf mit 60 Hufen zu gründen. 10 Jahre Freizeit.
Seine Rechte und Dienst sollten so wie bei den Schulzen im Kreis Pisz
(Johannisburg) sein.”
S. 586. „Später lebten in deutschen Ländern des Fürstlichen Preußens
solche polnische Geschlechte:
... Wnuk in Fürstenwalde, Lablak und Schlöpecke.”
Lustracje i opisy miasta Poznania z XVI-XVIII wieku (Lustrationen und
Beschreibungen der Stadt Posen in XVI.-XVIII. Jahrhundert), Posen
1960.
S. 108. Sebastian Lipiñski - Ratsherr der Stadt Posen.
„21.IX.1674 gewählt Ratsherr - ..., Sebastian Lipiñski ..."
S. 315. Lipiñski - Priester - Kustos der Bibliothek des Kollegiums
der Heiligsten Marie in Tum (Vorort der Stadt Posen).
„ ... Kollegium der Heiligsten Marie ... der Priester - Kustos der
Bibliothek Lipiñski hat beschwören ...”.
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M. Biskup. Akta stanów Prus Królewskich, Tom V, Czêœæ 3 (1511-1512).
(Akten der Stände des Königlichen Preußens, Band V, Teil 3
(1511-1512), Warschau-Posen-Thorn 1975.
S. 32. 12.6.1511 erließ Jan £aski, Generalkommissar und preußischer
Berater das Dekret über den Konflikt zwischen Miko³aj Lipiñski und die
Stadt Œwiecie und das Dorf Lipno, das die Stadt Œwiecie bei Miko³ajs
Bruder - Marcin Lipiñski und seiner Schwester Katarzyna ohne ihm
zukommenden 3. Teil dieses Dorfes kaufte.
(Das Dekret wurde von König Zygmunt I. in Posen am 18.11.1511
bestätigt).
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W. Wittig. Nieznana szlachta polska i jej herby (Unbekanntes
polnisches Adel und seine Wappen), Krakau 1908.
S. 177
Lipiñski des Wappens Pomian, £azarz bezahlte die Besteuerung 1570 vom
Dorf Lipienki, Wojewodschaft Malborg.
S. 353
Wnuk des eigenen Wappens, Maciej bezahlte die Besterurung 1570 vom
Dorf Ciarnowo im Kreis Tuchola, Wojewodschaft Pommerellen.
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Urzêdnicy dawnej Rzeczypospolitej XII-XVIII wieku. Spisy. Tom V.
Urzêdnicy Prus Królewskich XV-XVIII wieku (Bematen der alten Republik
Polen des XII.-XVIII Jahrhunderts. Verzeichnisse. Band V, Heft 2.
Beamten des Königlichen Preußens des XV-XVIII Jahrhunderts). Breslau-
Warschau-Krakau 1990.
S. 218, 83.
Stanis³aw Pa¿¹tka-Lipiñski, des eigenen Wappens.
Schöffe in Cz³uchów (Schlochau) 1761-1775, gestorben am 13.1.1775.
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S³ownik biograficzny pracowników ksi¹¿ki polskiej (Bibliographisches
Wörterbuch der polnischen Buchhändler). Breslau 1972.
S. 1028.
Zur Miko³aj, ¯ur, Schur (die 1. Hälfte des XVIII Jahrhunderts) -
Senior der evangelistisch-augsburger Versammlung in Wilna,
Buchverkäufer, Verleger, Buchbinder. Der Herkunft nach - Deutsche,
seit 1711 lebte in Wilna, wo er die Buchhandlung leitete und sich mit
der Buchbinderei beschäftigte. Er war reicher als Buchverkäufer Jerzy
Krakiewicz und Antoni Pa³achowski, zahlte 36 Zlotys in die
Handelskammer als Generalsteuer; 1748 ging der Buchladen Zur in
Flammen auf.
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W. Czapliñski. Akta do dziejów Polski na morzu, Tom VII, 1632-1648,
Czêœæ II. (Akten zur Geschichte Polens auf dem See, Band VII,
1632-1648, Teil II). Danzig 1959.
S. 62. Der Brief des Adelssekretärs Jakub Wêgielski aus Szweg³y an den
Vorsitzenden Burgermeister der Stadt Danzig. Koœcierzyna 23.7.1637.
„... Heute hat mir der Diener Ihrer Majestät namens Tomasz Schur einen
Schreiben von der Stadt Ihrer Majestät an die Adligen des Kreis
Mirachów gegeben ...”.
Tomasz Schur - der Bote von der Stadt Danzig (1637).
Anmerkungen