Anlass für das fristlose Entfernen des 26 Jahre alten Björn S. war der Vorwurf seines Dienstherren, der Polizeimeister habe über das Internet Musiksendungen des rechtsextremistischen "Radios Wolfsschanze" aufgenommen und sie an einen interessierten Kollegen weitergegeben. Mit Texten - um nur ein makaberes Beispiel zu nennen - die den Tod des früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Ignaz Bubis in infamer Weise bejubeln.
21.7.1944 Einen Tag zuvor hatte die Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Adolf Hitler umzubringen, doch der Führer überlebte. Darum geht es in der Nachrichtensendung als ein Warnzeichen ertönt, der sogenannte Warnkuckuck. Ein Fliegerangriff steht in Stuttgart bevor. Der Sender wird deshalb abgeschaltet. Zuvor sind, wie üblich gegen Kriegsende, die Luftlagemeldungen zu hören, hier im Reichssender Stuttgart. Nach den Lagemeldungen folgen die Nachrichten vom 21. Juli 1944.
Talk- und Musiksendung - "Mein Großvater war kein Attentäter", sagt die Enkelin von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Sophie von Bechtolsheim. Stauffenberg ist die wohl legendärste Figur aus dem großen Kreis des deutschen Widerstandes vom 20. Juli 1944. Vor 77 Jahren misslang der letzte Versuch, aus einem totalitären Unrechtsstaat wieder einen Rechtsstaat zu machen. Sophie von Bechtolsheim erzählt in ihrem Buch "Stauffenberg - mein Großvater war kein Attentäter." erstmals von den zahlreichen Stauffenberg-Bildern, die ihr im Laufe ihres Lebens begegnet sind - in der Wissenschaft, in den Medien, aber vor allem in der Familie. Ein Buch über den Mann, der es mit Hitler aufnahm.
Eine Aufzeichnung des Theaters der Stadt Essen. Nach dem gleichnamigen Stück von Wolfgang Borchert. War zuerst eine Hörspielsendung des NWDR und wurde dann, 1947, in den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt. "Ein Mann kommt nach Deutschland" ...Heimkehrerschicksal eines "von denen die nach Hause kommen und dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist." Der Heimkehrer Beckmann wird in dieser Aufzeichnung von sechs Schauspielern dargestellt. Eine sehr beeindruckende Fernsehsendung.
PAL
Ein DEFA Film. Der historisch-biographische Film beginnt in den ersten Novembertagen 1918 an der Westfront. Zu den deutschen Soldaten dringt die Nachricht vom revolutionären Aufstand in Kiel. Der junge Thälmann, Soldat wider Willen, möchte bei den sich ausbreitenden Kämpfen neben seinen Genossen in Hamburg stehen. Als die Revolution durch den Verrat rechter Sozialdemokraten und die Zersplitterung der Arbeiterklasse in Gefahr gerät, versucht er dennoch unermüdlich, die Arbeiter zu einen. Die Reaktion jedoch wird immer stärker und die Not der einfachen Leute immer größer. In dieser Situation will der Hamburger Polizeisenator die Löschung eines Schiffes mit Lebensmitteln, eine Solidaritätssendung Petrograder Arbeiter, verhindern. Thälmann aber setzt das Entladen durch. Den Höhepunkt und Schluss des ersten Teils des Films bildet der Hamburger Aufstand 1923.
PAL
Das ging unter die Haut vor 75 Jahren: Die Weihnachtsringsendung vom 24. Dezember 1942 war ein Meisterstück der Nazi-Propaganda. Sie schlug die Brücke zwischen den Fronten und der Heimat. Auch Christliches wurde aufgerufen.
Nur eine rund fünfminütige Originalaufnahme der legendären "Weihnachtsringsendung" von 1942 ist im Deutschen Rundfunkarchiv in Frankfurt erhalten und kann auch im Internet angehört werden. Die Archivierung von Rundfunksendungen habe damals erst in den Anfängen gesteckt, erläutert Archiv-Mitarbeiter Friedrich Dethlefs. Damit ist auch erklärt, warum sich viele Legenden um die Sendung ranken.
Die Experten des Deutschen Rundfunkarchivs beziehen eine mittlere Position. Keinesfalls habe es sich um eine Livesendung gehandelt, meint der Rundfunkhistoriker Ansgar Diller. Ein Produktionsfahrplan zeige, dass die Einspielungen zwar echt gewesen seien, aber Tage zuvor erfolgten, auf Tonträger festgehalten und danach zu einer anderthalbstündigen Sendung "gestaltet" wurden.
Die Weihnachtsringsendung 1942 war nicht die einzige ihrer Art: Nachdem es am 24. Dezember 1939 noch ein konventionelles Rundfunkprogramm der Reichssender, aber auch Zusammenschaltungen für die Reden von Propagandaminister Joseph Goebbels und von "Führer"-Stellvertreter Rudolf Heß gegeben hatte, kam es 1940 erstmals zu einem einheitlichen Weihnachtsprogramm des Großdeutschen Rundfunks. Unter dem Titel "Deutsche Weihnacht 1940. 90 Millionen feiern gemeinsam" berichteten Kriegsberichterstatter aus den eroberten Gebieten. Das Ziel: "Die Verbundenheit aller Volksgenossen" und die Verbindung von Heimat und Soldaten an allen Fronten zu demonstrieren.
Dass es auch 1941 und 1943 Weihnachtsringsendungen gegeben haben muss, lässt sich nur indirekt aus Äußerungen von Vertretern des Propagandaministeriums schließen. Für Weihnachten 1944 - die Kriegsgegner hatten schon die deutschen Grenzen überschritten - wurde eine "völlig neue Weihnachtssendung" geplant. Durchhalten war angesagt: Thematisiert werden sollte, was sich Soldaten wünschen: Briefe von zu Hause, schöne Musik aus dem Lautsprecher. "Zum Schluss kommen Glocken der Heimat". Unklar ist, ob diese Sendung überhaupt übertragen wurde.
582128177f