Aufder Suche nach anspruchsvollen Rollen ging sie 1958 nach Paris, wo sie ihr Theaterdebt in John Fords Tragdie Schade, dass sie eine Dirne ist gab. Im Jahr 1963 drehte sie in den Vereinigten Staaten den Spielfilm Der Kardinal, fr den sie eine Golden-Globe-Nominierung erhielt. 1969 hatte sie mit Der Swimmingpool an der Seite von Alain Delon einen Kinoerfolg.
In den 1970er Jahren war Schneider auf dem knstlerischen Hhepunkt ihrer Karriere. Unter der Regie von namhaften Regisseuren wie Claude Sautet, Andrzej Żuławski und Luchino Visconti spielte sie zahlreiche Charakterrollen und avancierte zur erfolgreichsten Schauspielerin des franzsischen Films dieser Zeit. Fr ihre schauspielerischen Leistungen in den Filmen Nachtblende (1975) und Eine einfache Geschichte (1978) wurde sie mit dem Csar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Vier Wochen nach Schneiders Geburt brachten die Eltern sie nach Schnau am Knigssee, wo sie und spter ihr Bruder Wolf-Dieter (* 1941) bei den Groeltern Franz Xaver[2] und Maria Schneider auf dem Landgut Mariengrund aufwuchsen. In ihrem ersten Lebensjahr wurde Romy Schneider in die Hnde einer Gouvernante gegeben.[3][4] Die Eltern waren durch ihre schauspielerischen Engagements sehr selten anwesend. 1943 trennten sie sich und wurden 1945 geschieden.[5][6]
Am 12. Juli 1953 verlie sie das Internat Goldenstein mit dem Abschluss der mittleren Reife.[11] Nach den Sommerferien sollte sie ein Studium an den Klner Werkschulen beginnen, da sie whrend des Kunstunterrichts in der Schule ein Talent fr die Malerei und das Zeichnen gezeigt hatte. Auerdem war Magda Schneider inzwischen in Kln mit dem Gastronomen und Unternehmer Hans Herbert Blatzheim liiert. Die Ausbildung trat sie jedoch zugunsten ihrer ersten Filmrolle nicht an.
In dem geplanten Heimatfilm Wenn der weie Flieder wieder blht sollte Magda Schneider die weibliche Hauptrolle spielen. Fr die Rolle ihrer Filmtochter Evchen Forster suchten der Produzent Kurt Ulrich und der Regisseur Hans Deppe nach einer geeigneten Besetzung. Magda Schneider schlug ihre eigene Tochter vor, obwohl sie laut eigener Aussage nichts von deren Berufswunsch und Talent ahnte.[12] Das erste Gesprch mit Ulrich und Deppe am 15. Juli 1953 in Mnchen verlief vielversprechend. Nachdem die vierzehnjhrige Schneider bei Probeaufnahmen im Ufa-Atelier in Berlin Anfang September 1953 berzeugt hatte, wurde sie fr die Rolle engagiert. Die Dreharbeiten an der Seite des berhmten Willy Fritsch und des gleichaltrigen Gtz George, der in dem Film ebenfalls sein Leinwanddebt gab, fanden in Wiesbaden statt und endeten am 9. November 1953. Die Premiere des Films folgte zwei Wochen spter in Stuttgart.[13] Fortan nutzte sie den Knstlernamen Romy Schneider. Im Dezember 1953 heirateten Magda Schneider und Hans Herbert Blatzheim.[14]
Im August 1955 begannen die Dreharbeiten zu Sissi. Regisseur Ernst Marischka hatte die damals sechzehnjhrige Schneider fr die Hauptrolle in dem Historienfilm um die junge Kaiserin Elisabeth verpflichtet. An der Seite ihrer Tochter bernahm Magda Schneider die Rolle der bayerischen Herzogin Ludovika, Elisabeths Mutter. Die mnnliche Hauptrolle des sterreichischen Kaisers Franz Joseph I. erhielt Karlheinz Bhm. Die Zusammenarbeit der beiden Hauptdarsteller verlief harmonisch, ihre Beziehung blieb jedoch rein beruflich.[23] Die Dreharbeiten dauerten bis Jahresende und waren mit enormen Produktionskosten verbunden.[24]
Unterdessen hatte Schneiders Stiefvater Hans Herbert Blatzheim ihr Management bernommen. Er verwaltete ihre Einnahmen und sondierte die eingehenden Rollenangebote. So wurde ein Angebot fr einen Film des spanisch-mexikanischen Regisseurs Luis Buuel ebenso abgelehnt wie mgliche Engagements in Neuverfilmungen von Der Kongre tanzt (1955) und Die Drei von der Tankstelle (1955). Eine Hollywood-Version von Mdchenjahre einer Knigin scheiterte indes an den Bedingungen, die Schneiders Management stellte, wonach unter anderem die Drehzeit nicht lnger als drei Monate htte dauern drfen.[30] Stattdessen bernahm sie die Titelrolle in der Liebesgeschichte Kitty und die groe Welt (1956), bei deren Umsetzung erneut auf die Zugkraft des Gespanns Romy Schneider und Karlheinz Bhm vertraut wurde.
Trotz des groen Erfolgs des ersten Films lehnte Schneider eine Fortsetzung von Sissi zunchst kategorisch ab,[31] konnte aber schlielich doch von Blatzheim und den Machern von Sissi, die junge Kaiserin (1956) dazu berredet werden, erneut in ihre Paraderolle zu schlpfen. Im Gegenzug gelang es ihr, mit Robinson soll nicht sterben (1957) einen ihrer Lieblingsstoffe auszuhandeln. An der Seite von Horst Buchholz spielt Schneider in dem Film die Tochter einer Baumwollspinnerin aus der Unterschicht und grenzte sich damit deutlich von ihren zuvor gespielten Rollen ab.[32] Im Vorfeld wurde befrchtet, dass das Publikum Schneider in dieser Rolle nicht akzeptieren wrde, was sich letztlich als unbegrndet erwies. Sowohl Kitty und die groe Welt als auch Robinson soll nicht sterben verbuchten in den Kinos hohe Besucherzahlen, reichten aber nicht an den Erfolg des zweiten Sissi-Films heran.[33]Fr ihre erneute Darstellung der sterreichischen Kaiserin wurde Schneider 1957 fr den Bambi nominiert, der jedoch an Gina Lollobrigida ging.[34][35]
Vom 11. Februar 1957 bis 5. Mrz 1957 bereiste Romy Schneider mit Mutter, Stiefvater und neun weiteren Personen Indien und Ceylon.[44] Vom 13. Januar bis 5. Februar 1958 begab sich Schneider zusammen mit ihrer Mutter auf eine dreiwchige Reise nach New York City und Hollywood. Anlass war die New Yorker Premiere ihres Films Mdchenjahre einer Knigin, den die Walt Disney Company unter dem Titel The Story of Vicky in die US-amerikanischen Kinos brachte. Schneider gab zahlreiche Interviews in Rundfunk und Fernsehen, wurde von den groen Hollywood-Studios empfangen und pflegte Kontakte zu Kollegen wie Helmut Kutner, Curd Jrgens und Sophia Loren.
Im Juni 1958 begannen die Dreharbeiten zu Christine, einem Remake der ersten Tonverfilmung des Stcks Liebelei von Arthur Schnitzler, in dem Romy Schneider den 1933 von Magda Schneider gespielten Part einnahm. Ihre Gage betrug 500.000 DM, womit sie 1958 die am besten bezahlte Schauspielerin Deutschlands war.[46] Ihr Filmpartner war der damals noch unbekannte franzsische Schauspieler Alain Delon. Die beiden wurden nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im wirklichen Leben ein Paar[47] und nach dem Ende der Dreharbeiten im Herbst 1958 ging die damals Zwanzigjhrige mit Delon nach Paris. Ihre Familie lehnte Delon ab; da sie die Beziehung jedoch nicht unterbinden konnte, drngte sie darauf, ihr wenigstens einen brgerlichen Rahmen zu geben. So feierten Schneider und Delon am 22. Mrz 1959 ihre Verlobung am Luganer See.[48]
Im April 1965 flog Schneider zur Erffnung zweier Restaurants ihres Stiefvaters nach Deutschland, wo sie den Regisseur und Schauspieler Harry Meyen kennenlernte. Die beiden wurden ein Paar und bezogen bald darauf ein Haus in der Winkler Strae in Berlin-Grunewald. Schneider beabsichtigte, in Berlin Theater zu spielen,[67] doch obwohl sie sich mehrere Male mit Boleslaw Barlog und Fritz Kortner traf, um ein geeignetes Stck zu finden, sollte sich dieser Wunsch nicht erfllen.[67]
Ihr nchster Kinofilm war das deutsch-franzsische Drama Schornstein Nr. 4 (1966), das zu groen Teilen in Oberhausen gedreht wurde[68] und Schneider erstmals an der Seite von Michel Piccoli zeigte.[69] Whrend der anschlieenden Dreharbeiten zu Spion zwischen 2 Fronten (1966) heirateten Schneider und Meyen am 15. Juli 1966, kurz nach dessen Scheidung von der Schauspielerin Anneliese Rmer. Am 3. Dezember desselben Jahres wurde der gemeinsame Sohn David Christopher Haubenstock in Berlin geboren und in den darauffolgenden zwei Jahren widmete sich Romy Schneider fast ausschlielich ihrem Dasein als Mutter und Ehefrau.
Die Ehe mit Harry Meyen wurde am 8. Juli 1975 geschieden. Zu diesem Zeitpunkt war Schneider bereits mit ihrem elf Jahre jngeren Privatsekretr Daniel Biasini liiert. Am 18. Dezember 1975 heirateten die beiden in Berlin.[76] Sie drehte wieder mit Sautet (Mado, 1976) und spielte in der Verfilmung von Heinrich Blls Roman Gruppenbild mit Dame die Rolle der Leni Gruyten. Am 21. Juli 1977 kam ihre Tochter Sarah Magdalena Biasini in Gassin zur Welt. Im selben Jahr wurde ihr fr Gruppenbild mit Dame (1977) das deutsche Filmband in Gold in der Kategorie Beste darstellerische Leistung verliehen.
Nach den Dreharbeiten begab sich Schneider mit ihrem neuen Lebensgefhrten, dem franzsischen Filmproduzenten Laurent Ptin, auf die Suche nach einem Haus auf dem Land, wo sie sich endgltig niederlassen und zur Ruhe kommen wollte. Im Mrz 1982 wurden sie in Boissy-sans-Avoir, Dpartement Yvelines, 50 Kilometer auerhalb von Paris fndig. Im April 1982 fand die Premiere von Die Spaziergngerin von Sans-Souci statt. Schneiders schauspielerische Leistung wurde als herausragend gefeiert, und sie erhielt eine Nominierung fr den Csar als beste Hauptdarstellerin. Am 9. Mai 1982 flog sie mit Ptin zu ihrem Vermgensverwalter nach Zrich, denn es gab Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Landhauses. Obwohl Schneider mit ihren Filmen ein Vermgen verdient hatte, stand sie am Ende ihres Lebens vor einem Schuldenberg: Hans Herbert Blatzheim, der bis zu seinem Tod im Mai 1968 die Gagen seiner Stieftochter verwaltete, hatte ihre gesamten Einnahmen veruntreut.[10] Harry Meyen war nach der Scheidung eine Abfindung von ber einer Million Mark gezahlt worden.[84][89][10] Daniel Biasini hatte ebenfalls auf Kosten der Schauspielerin ein Luxusleben gefhrt,[90][91][10] und zu guter Letzt verlangte das franzsische Finanzamt Nachzahlungen in Millionenhhe.[92] In Zrich verfasste sie am 10. Mai 1982 ihr Testament, in dem sie alles ihrer Tochter Sarah und Ptin hinterlie.[93][94][84]
Am Abend des 28. Mai 1982 waren Schneider und ihr Lebensgefhrte bei dessen Bruder in Paris zum Essen eingeladen. Auf dem Heimweg in ihre gemeinsame Wohnung in der Rue Barbet de Jouy 11 sprachen sie ber ihre Wochenendplne. Zu Hause angekommen, wollte Schneider noch etwas lnger aufbleiben, um Musik zu hren.[95] Am frhen Morgen des 29. Mai 1982 fand Ptin die 43-jhrige Schauspielerin leblos zusammengesunken an ihrem Schreibtisch.[96][84]
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