Die Gewerbliche Arbeiterfrage (German Edition)

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Outi Foote

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Jul 10, 2024, 9:39:52 PM7/10/24
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Mit Einsetzen der "Gründerkrise" 1873 stockte der wirtschaftliche Aufschwung. Firmen- und Bankenzusammenbrüche, Niedergang von Handel und Gewerbe, ansteigende Arbeitslosigkeit und soziale Unzufriedenheit waren die unmittelbaren Folgen des konjunkturellen Einbruchs. Frustrierte Arbeiter, Handwerker, Gesellen und Tagelöhner sammelten sich protestierend in der Arbeiterbewegung, andere gaben den Juden die Schuld an der Krise und schürten einen populistischen Antisemitismus. Das verlangsamte Wirtschaftswachstum in der Stockungsphase bis 1880 sowie fallende Preise für gewerbliche Produkte korrigierten weitgehend die überhöhte Steigerung der vorangegangenen Jahre. Fallende Aktienkurse bedeuteten zumeist eine Angleichung an den tatsächlichen Wert von Aktiengesellschaften. Der allgemeine Industrialisierungsprozess wurde nach 1873 aber nicht unterbrochen.

Die Gewerbliche Arbeiterfrage (German Edition)


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Während der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung 1871 bei rund der Hälfte der Gesamtbeschäftigten lag, reduzierte er sich bis 1907 auf 34 Prozent, gleichzeitig stieg der Anteil der im gewerblichen Sektor Tätigen von rund 29 auf 40 Prozent. Von diesen wiederum arbeiteten zu Beginn des 20. Jahrhunderts rund 60 Prozent in der Industrie und knapp 35 Prozent im Handwerk. Die "alten" Industrien der "ersten" industriellen Revolution wie die Montanindustrie und der Bergbau erhöhten kontinuierlich die Produktion und absorbierten immer mehr Arbeitskräfte. Millionen Menschen wanderten seit Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Agrargebieten in die expandierenden industriellen Zentren ab. Diese lagen in Berlin, im Aachener Becken, im lothringisch-saarländischen Eisenerzrevier, im sächsisch-thüringischen Raum, im Rhein-Main-Gebiet, in Oberschlesien sowie vor allem im Ruhrgiebiet. Hier entwickelte sich der der Krupp-Konzern unter Alfred Krupp zum größten Industrieunternehmen in Deutschland, der 1914 rund 80.000 Mitarbeiter beschäftigte. Die Gussstahlfabrik von Krupp in Essen war mit 40.000 Beschäftigten die größte weltweit und die bedeutendste Rüstungsschmiede des Reiches.

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