Hallo Gerhard,
GKRUTZLER>2. Warum bekommt man Seitenstechen?
Das Seitenstechen kommt von der Milz.
Wenn ein untrainierter Mensch seinem Körper ausdauernde Leistung
abverlangt, kommt es zu einem Blutstau in der noch zu 'engen' Milz.
Wenn die Schmerzen auftreten muß man unbedingt eine Pause einlegen
damit die Milz entlastet wird (Milzrißgefahr).
Ruhig angehen lassen und nichts überstürzen. Die Milz wird sich
langsam den neuen Anforderungen anpassen.
MfG, Reiner
RS>Das Seitenstechen kommt von der Milz.
Das ist ein alter, weit verbreiteter Aberglaube.
Weshalb gäbe es Seitenstechen denn dann auch rechtsseitig (die Milz liegt
/links/)?
RS>damit die Milz entlastet wird (Milzrißgefahr).
Unfug.
RS>Ruhig angehen lassen und nichts überstürzen. Die Milz wird sich
RS>langsam den neuen Anforderungen anpassen.
Die Milz hat mit akuten körperlichen Anstrengungen überhaupt kein Problem.
Gruß
Werner
*** MausNet - mail > 16 kb and attachments please to: ***
*** wer...@foni.net ***
RS>Das Seitenstechen kommt von der Milz.
WS>Das ist ein alter, weit verbreiteter Aberglaube.
Wenn du es genau weißt, dann erkläre es mir bitte.
WS>Weshalb gäbe es Seitenstechen denn dann auch rechtsseitig (die Milz
WS>liegt links)?
Gute Frage. Weiß ich auch nicht.
Vielleicht ein übertragener Schmerz ('referred pain', Head)???
Der sensible Anteil des N.phrenicus leitet die Schmerzen aus dem
Zwerchfell, den serösen Übergängen der Leber, extrahepatischen Gallen-
wegen, Milz und Magen.
Im Pschyrembel steht unter Seitenstechen folgendes:
...unter ungewohnter körperlicher Belastung unter dem rechten
Rippenbogen auftretende stechende Schmerzen infolge mangel-
hafter Sauerstoffversorgung des Zwerchfells.
Das Zwerchfell belegt die gesamte Transversalebene zwischen Thorax und
Abdomen. Warum sind die Schmerzen nur rechts, warum nicht links, warum
nicht hinten und warum überhaupt nur im Zwerchfell?
Ich bin mit nicht mehr sicher ob die pathophysiologischen Vorgänge des
Seitenstechens wirklich aufgeklärt sind.
Solange das Schmerzphänomen nicht zu erklären ist, stelle ich meine
Milz-Version, obwohl ich das so gelernt habe und immer noch davon über-
zeugt bin, in Frage.
...schade, schade, schade.
Tschüss, Reiner
heißt das, wenn jemand keine Milz mehr hat, dann hat er auch kein
Seitenstechen mehr?
...und tschüß, Bettina
Stimmt.
Ich beuge mein Haupt ...
Ciao, Susanne.
"Reiner Sonntag" <Reiner_...@EL.maus.de> schrieb im Newsbeitrag
news:200001302...@el.maus.de...
>...
>Solange das Schmerzphänomen nicht zu erklären ist, stelle ich meine
>Milz-Version, obwohl ich das so gelernt habe und immer noch davon
über-
>zeugt bin, in Frage.
>...
Hier vielleicht zur Erweiterung für eine der der Ursachen ein Auszug
aus:
Steffens/Grüning
Das Laufbuch
1999 Rohwohlt
Betrifft aber nur das Laufen, weniger das Gähnen;-):
<zitat>
Seitenstechen
Wer kennt ihn nicht, diesen Schmerz, der meist im rechten Oberbauch zu
spüren ist, aber gerne auch einmal auf die linke Seite wandert und
nach oben und unten ausstrahlt. Ursache des Seitenstechens ist nicht,
wie häufig vermutet, ein zu voller Magen, sondern das Zwerchfell.
"Die inneren Organe hängen an einem Bandapparat, der wiederum am
Zwerchfell befestigt ist. Das Zwerchfell ist die Muskelplatte zwischen
Bauchraum und Lunge, die maßgeblich für die Atmung veran wortlich ist.
Leber, Milz, Magen, Dick- und Dünndarm bilden ein mehrere Kilogramm
schweres Gewicht, das im Bauchraum am Zwerchfell wie an einem dünnen
Faden hängt. Im Unterschied zum Radfah ren zieht die beim Laufen
auftretende Schwingung die inneren Organe bei jedem Laufschritt nach
unten. Dazu kommt, daß das Zwerchfell, um die Luft in die Lunge zu
pressen, bei jeder Ausatmung sprunghaft nach oben bewegt wird. Wenn
sich im Lauf schritt jeweils die inneren Organe nach unten bewegen und
das Zwerchfell nach unten, kann diese ständige Spannung einen
schmerzhaften Krampf im Zwerchfell auslösen, den wir als Seitenstechen
erleben" (Dr. Kai Röcker).
Daß wir die Stiche häufig auf der rechten Seite spüren, hängt (im
Wortsinn) daran, daß dort die Leber, das schwerste Organ im Bauchraum,
sitzt und das Zwerchfell am stärksten belastet.
Abhilfe
Das Tempo verlangsamen bzw. eine kurze Laufpause einlegen, bis die
Stiche abgeklungen sind.Oder beim Weiterlaufen mit der rechten Hand
auf die schmerzende Seite drücken und synchron mit der Ausatmung den
Druck lösen. Am besten dann ausatmen, wenn das Bein der nicht
schmerzenden Seite auf den Boden einsetzt.
Vorbeugung:
Kräftigung der Bauchmuskulatur; Training der Bauchatmung.
</zitat>
Gruß
Axel
RS>Das Seitenstechen kommt von der Milz.
Ja warum kriege ich, und nicht nur ich, das dann aber immer rechts?
Rechts ist da, wo bei meinem Browser LINKS steht.
Tschöö ...
= LWW =
BN>heißt das, wenn jemand keine Milz mehr hat, dann hat er auch kein
BN>Seitenstechen mehr?
das weiß ich nicht.
Die Aussage im Pschyrembel (Zwerchfell) kann ich so nicht akzeptieren.
Es gibt genügend Krankheitbilder, die mit Sauerstoff-Defizit und/oder
azidotischer Stoffwechsellage einhergehen, ohne das dabei diese
Schmerzsensationen auftreten.
Jetzt werde ich erstmal meine Neuroanatomie-Kenntnisse auffrischen,
denn ich will jetzt genau wissen, wie der Schmerz beim Seitenstechen
ausgelöst und weitergeleitet wird.
....dann klappts auch mit dem Nachbarn.
Tschüss, Reiner
AW>Hier vielleicht zur Erweiterung für eine der der Ursachen ein Auszug...
vielen Dank für Deinen Beitrag.
Auszug aus 'Schmerzanalyse', Thieme Verlag
"Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand ist anatomisch hinsichtlich
der sensiblen Versorgung der Brustwand und des Thoraxraumes sowie
nach den klinischen Erfahrungen davon auszugehen, daß nur Schmerz-
reize in der Brustwand selbst sowie der parietalen Pleura unmittel-
bar lokalisiert werden können. Alle übrigen Schmerzirritationen in
den Organen des Brustraumes sowie im *Diaphragma* werden entweder nicht
erlebt oder geben sich durch einen Dolor translatus zu erkennen.
Der Ort bzw. die Orte des übertragenen Schmerzes sind zwar
bestimmt durch die nervale Versorgung des Irritationsortes, aber
nicht in der Eindeutigkeit wie bei den Neuralgien in der Körperperi-
pherie."
"Eine algetische Zone ist entweder ein Schmerz , der am Schmerzort
unmittelbar entsteht = Dolor localisatus, oder ein Schmerz, der dort-
hin übertragen wird = Dolor translatus."
Ob der N.phrenicus nicht doch daran beteiligt ist?
Schöne Grüsse aus dem windigen Norden, Reiner