da hier ja reichlich über die verschiedenen EGNOS Probleme geschrieben wird
was kann ich denn tun um unter sagen wir mal unter 1m genau sein will?
Stefan
mitteln A) einfaches arithmetisches Mittel
mitteln B) Positionen mit dem Reziproke des aktuellen DOP-Wertes wichten ->
gewichtetes arithmetisches Mittel
Du solltest dabei eine recht gute Standardabweichung hinbekommen.
Aber: Um für die Richtigkeit eines derartigen Verfahrens zu garantieren,
mußt Du schon etwas tiefer in die statistische Trickkiste greifen.
Gruß
Swen
> da hier ja reichlich über die verschiedenen EGNOS Probleme geschrieben wird
> was kann ich denn tun um unter sagen wir mal unter 1m genau sein will?
Unter 1m wirst Du nur mit einem DGPS Verfahren mit kurzen Baselines zwischen
Referenzstation und Empfänger kommen. Das heißt Du müsstest eine Referenzststion
für eines der terrestrischen DGPS Verfahren in unmittelbarer Nähe haben,
außerdem einen halbwegs hochwertigen Empfänger. Für bestimmte 'leichte'
Vermessungsaufgaben gibt es selbst installierbare Referenzstationen für lokales
DGPS, aber das sprengt deinen Kostenrahmen wohl deutlich.
Mit EGNOS wird das nicht gehen. Unter 1m kommst Du nur mit Postprocessing
Verfahren, also nicht in Echtzeit.
MfG - C: Kurz
--
Audio Visual Systems fon: +49 (0)2238 967926
Carsten Kurz fax: +49 (0)2238 967925
Fasanenweg 38a email: audio...@t-online.de
50259 Pulheim / Germany WGS84:N50°58'44.7" E06°47'03.5"
Also ich verstehe Dich richtig wenn ich sage das ich eine DGPS Referenz auf
einen exakt vermessenen Punkt stelle und dann in der Nähe mit meinem
bewegten Empfänger messe. Wie übertrage ich die Daten? Oder gibt es
Referenzpunkte übers Land verteilt die Signale senden?
Grüße
Stefan
> Also ich verstehe Dich richtig wenn ich sage das ich eine DGPS Referenz auf
> einen exakt vermessenen Punkt stelle und dann in der Nähe mit meinem
> bewegten Empfänger messe. Wie übertrage ich die Daten? Oder gibt es
> Referenzpunkte übers Land verteilt die Signale senden?
Es gibt wie gesagt transportable Referenzstationen und quasi-öffentliche
Netzwerke, darunter EGNOS als satellitenbasiertes System, ALF als bundesweites
Langwellensystem, RASANT aufsetzend auf RDS im UKW, sowie ein paar 'klassische'
DGPS Stationen, überwiegend für den Schifffahrtsbereich, z.B. eine in Koblenz.
Das Problem bei den 'öffentlichen' Referenzstationen ist aber, daß die aus
Kostengründen nicht so dicht sind, daß man auf kurze Baselines kommt. Und kosten
tun sie halt zusätzlich (außer EGNOS). Daher kann man sich bei den
terrestrischen DGPS Verfahren halt nur grob über die Genauigkeit orientieren,
wenn man den Abstand zur Referenzstation halbwegs kennt.
Einige DGPS Dienste sind auch via GSM/GPRS erreichbar. Das ist natürlich aus
Kostengründen nix für den Dauereinsatz.
Seit der Abschaltung der SA haben die terrestrischen 'normalen' DGPS Verfahren,
also reine Pseudorange Verfahren, ziemlich an Bedeutung verloren. Gegenüber
einem Faktor 10-20 in der Genauigkeit früher scheint ein Faktor von 2 heute
nicht mehr so attraktiv angesichts der Kosten und des Zusatzaufwandes, zumal man
das bei EGNOS quasi umsonst mit nahezu weltweiter Abdeckung kriegt
Das terrestrische DGPS hat allerdings immer noch einen Vorteil gegenüber EGNOS -
man kann es auch an Orten empfangen, wo die WAAS/EGNOS Satelliten nicht sichtbar
sind, z.B. in Städten.
Die Landesvermessungsämter unterhalten verschiedene Güteklassen von DGPS Netzen
(SAPOS), aber alle kostenpflichtig, dafür ggfs. mit Genauigkeiten bis in den mm
Bereich - falls man sich da entsprechende Gerät leisten kann/will.
- Carsten
Hi Carsten,
die Sache für mich ist ein System zu entwickeln mit dem ich auf eigenem
Gelände Punkte mit 1m Genauigkeit finden kann bzw. die Leute Ihre exakte
Position erhalten können. Wenn ich dafür eine Referenz aufstellen muss um
einige dutzend Benutzer zu versorgen relativiert sich ein Preis von ein paar
tausend Euro schnell. Die Frage ist wie ist es mit dem Benutzerteil und was
brauche ich faktisch um mein eigenes DGPS zu bauen? Gibt es dafür
Lösungsansätze die zu brauchen sind?
Stefan
Muss es denn unbedingt GPS sein?
SM
Wenn der Preis relativ ist, fertige Komplettlösungen gibts z.B. bei Trimble
(www.trimble.com). Oder frag doch mal beim (örtlichen) Katasteramt, was sich
denn da so bewährt hat.
/Erwin
> [...] Positionen mit dem Reziproke des aktuellen DOP-Wertes wichten
was ist bitte "wichten"?
andi
Stefan Goerres schrieb:
> die Sache für mich ist ein System zu entwickeln mit dem ich auf eigenem
> Gelände Punkte mit 1m Genauigkeit finden kann bzw. die Leute Ihre exakte
Wie gross und was für eine Art von Gelände ist das den?
Eventuell gibt es da zweckmässigere Methoden als per GPS.
Gerald
Ich habe es mit 1 GPS12 und AGRS reference station data getan und habe eine
verificierte Genaurigheit von 30 cm erreicht..
Aber möglich ist auch 2 GPS (garmin) Gebrauch.
Sehe:
http://www.xs4all.nl/~atarist/geo/gps_accuracy.htm
Piet
Einem Messwert ein bestimmtes Gewicht zur Bildung eines Gesamtergebnisses
zumessen.
Nach Duden müsste es wahrscheinlich 'gewichten' heißen, 'wichten' hat sich
aber irgendwie eingebürgert.
SM
> die Sache für mich ist ein System zu entwickeln mit dem ich auf eigenem
> Gelände Punkte mit 1m Genauigkeit finden kann bzw. die Leute Ihre exakte
> Position erhalten können. Wenn ich dafür eine Referenz aufstellen muss um
> einige dutzend Benutzer zu versorgen relativiert sich ein Preis von ein paar
> tausend Euro schnell. Die Frage ist wie ist es mit dem Benutzerteil und was
> brauche ich faktisch um mein eigenes DGPS zu bauen? Gibt es dafür
> Lösungsansätze die zu brauchen sind?
Da 1m eine relativ enge Definition ist, müsstest Du Dir drüber klarwerden, was
das tatsächlich für deine Anwendung bedeutet. Auch mit DGPS ist der 1m nicht
garantiert, sondern unterliegt dem gleichen Schwankungsschema wie ohne DGPS. Auf
1m in Echtezeit wirst Du jedenfalls nur mit einem (sehr teuren) RTK Ansatz oder
mit einem konventionellen DGPS System bei sehr kurzer Baseline (wenige km) zur
Referenz kommen.
DGPS selber bauen ist nicht einfach. Es gibt Receiver, die als Referenzstation
operieren können. Dazu gehört dann aber ein zumindest unidirektionale
Datenfunkverbindung zu allen Empfängern. Als Größenordnung für die Kosten musst
Du mit mindestens 3000-4000 Euro nur für die Referenzstation kalkulieren.
Es gab mal ein sehr günstiges Selbstbauprojekt auf der Basis eines sehr billigen
Motorola OnCore Receivers, kostete so 150-250 Euro. Offensichtlich haben aber
einige DGPS Hersteller Motorola Druck gemacht, dieses 'unnütze' Feature wieder
schleunigst zu entfernen. Der Empfänger ist, zumindest mit der DGPS tauglichen
Firmware, nicht mehr erhältlich.
Die Vermessungssysteme sind nicht so kalkuliert, daß man damit mehrere Benutzer
versorgt, wobei das prinzipiell natürlich möglich ist. Der Referenzstation ist
egal, wieviele Nutzer die Daten empfangen, aber die Empfänger sind nicht billig.
Andere Fragen sind: Ist die DGPS Genauigkeit ständig nötig, oder nur punktuell,
also zu bestimmten Zeitpunkten?
Schließt dein Gelände die Verwendung von niedrigstehenden EGNOS/WAAS Satelliten
aus?
Wie groß ist das abzudeckende Gebiet? Danach richten sich grob die Kosten für
die Funkkanäle.
Würdest Du lieber einmal richtig Knete investieren, oder niedrige
Nutzungsgebühren auf Dauer zahlen?
> Es gab mal ein sehr günstiges Selbstbauprojekt auf der Basis eines sehr
> billigen Motorola OnCore Receivers, kostete so 150-250 Euro.
> Offensichtlich haben aber einige DGPS Hersteller Motorola Druck gemacht,
> dieses 'unnütze' Feature wieder schleunigst zu entfernen. Der Empfänger
> ist, zumindest mit der DGPS tauglichen Firmware, nicht mehr erhältlich.
Welches zusätzliche Feature ist denn dazu notwendig?
Wenn ich zwei GPS-Empfänger nehme (einen mobil, einen fest), über Funk
verbinde, und mit einem Mikrocontroller auf der mobilen Seite den Fehler
herausrechne, den mir die feste Seite über Funk gesendet hat, sollte Ich
doch genau genug werden können, oder ?
Gibt es da noch andere Probleme?
Gruß Klaus
S.
Ein Paar fussballfelder gross, ein paar bäume drauf und eher steppe ;)
S.
www.lesswire.com
ergänzt das o.a. System noch um Bluetooth, IrDA und RFID
dadurch noch größere Genauigkeit machbar
SM
> Ein Paar fussballfelder gross, ein paar bäume drauf und eher steppe ;)
Und woher kommt die Festlegung auf 1m?
> Wenn ich zwei GPS-Empfänger nehme (einen mobil, einen fest), über Funk
> verbinde, und mit einem Mikrocontroller auf der mobilen Seite den Fehler
> herausrechne, den mir die feste Seite über Funk gesendet hat, sollte Ich
> doch genau genug werden können, oder ?
Auf der Basis welcher Daten willst Du denn die Fehler rausrechnen? Es ist ein
verbreitetes Missverständnis, daß zwei GPS Empfänger an verschiedenen Orten die
gleichen Fehlerbeträge und -richtungen erzeugen.
"Swen Müller" schrieb:
>
> www.ekahau.com
> 4-5 WLAN Access Points um das Testfeld verteilt (am besten mit
> Richtantennen), Server angeschlossen und PocketPCs mit WLAN-Cards verteilt.
> Genauigkeit unter 1m im Außenbereich locker machbar.
Kein uninteressantes Konzept, auch wenn es wohl mehr um die Lokalisierung von
Personen in Bürogebäuden geht (und da eine echte Marktlücke schließt).
In der Praxis auf dem freien Feld dürfte es allerdings vermutlich Probleme mit
der Stromversorgung geben, die sich je nach Anwendung aber lösen lassen.
Ich bezweifle, daß das beschriebene Verfahren mit den RSSI Messungen so
zuverlässig ist wie GPS, aber mit den beschriebenen Selbstlernverfahren und
einer optimierten Antennenanordnung (die ja bei klassischen WLAN Installationen
innerhalb von Gebäuden nicht auf geometrische Aspekte hin optimiert ist) könnte
man womöglich hinkommen - jedenfalls wenn die einem da auf der Website nicht da
Blaue vom Himmel herunterlügen.
- carsten
> Ein Paar fussballfelder gross, ein paar bäume drauf und eher steppe ;)
Und wo? Ein fester Standort, oder variabel?
> www.ekahau.com
> 4-5 WLAN Access Points um das Testfeld verteilt (am besten mit
> Richtantennen), Server angeschlossen und PocketPCs mit WLAN-Cards verteilt.
> Genauigkeit unter 1m im Außenbereich locker machbar.
Hmm, wenn man sich die Kosten anschaut, und den Aufwand für Einrichtung und
Kalibrierung, dann liegt man durchaus im Bereich von konventionellen lokalen
DGPS Systemen. Kommt letztlich auf weitere anwendungsbezogene Parameter an.
Es geht darum die Entfernungen zu messen. Einmal größere und anderes mal
kleinere. Wenn ich im 10 m Bereich 5m Schwankungen habe dann ist das schon
etwas was ich nicht akzeptieren kann. Abgesehen davon wird es dann auch bei
den Winkelberechnung echt schlecht.
Cheers
Stefan
fest ist angesagt.
S.
> Es geht darum die Entfernungen zu messen. Einmal größere und anderes mal
> kleinere. Wenn ich im 10 m Bereich 5m Schwankungen habe dann ist das schon
> etwas was ich nicht akzeptieren kann. Abgesehen davon wird es dann auch bei
> den Winkelberechnung echt schlecht.
Brauchst Du die Positionen an zentraler Stelle zusammen, oder soll jeder
Empfänger seine eigene darstellen?
Diese TAPR DGPS Basestation ist wohl noch zu haben, und es gibt wohl auch noch
günstige Restbestände des dazu passenden Empfängers. Eine Version für den neuen
M12 Oncore ist wohl schon in Vorbereitung. Der unterstützt auch Inverse DGPS.
Dennoch, es ist einiges an Bastelei, und ohne Tests auch nicht klar, ob diese
Empfänger bei kurzen Baselines zu Genauigkeiten im Bereich 1m in der Lage sind.
Die veröffentlichten Tests damit sind alle aus SA Zeiten.
Nichtsdestotrotz - das einzige DGPS System, das zu Preisen von 200-250 Euro zu
haben ist. Kommerzielle Systeme kosten eher das 20fache.
> Es geht darum die Entfernungen zu messen. Einmal größere und anderes mal
> kleinere. Wenn ich im 10 m Bereich 5m Schwankungen habe dann ist das schon
> etwas was ich nicht akzeptieren kann. Abgesehen davon wird es dann auch bei
> den Winkelberechnung echt schlecht.
Brauchst Du die Positionen an zentraler Stelle zusammen, oder soll jeder
Empfänger seine eigene darstellen?
Diese TAPR DGPS Basestation ist wohl noch zu haben, und es gibt wohl auch noch
günstige Restbestände des dazu passenden Empfängers. Eine Version für den neuen
M12 Oncore ist wohl schon in Vorbereitung. Der unterstützt auch Inverse DGPS.
Dennoch, es ist einiges an Bastelei, und ohne Tests auch nicht klar, ob diese
Empfänger bei kurzen Baselines zu Genauigkeiten im Bereich 1m in der Lage sind.
Die veröffentlichten Tests damit sind alle aus SA Zeiten.
Nichtsdestotrotz - das einzige DGPS System, das zu Preisen von 200-250 Euro zu
haben ist. Kommerzielle Systeme kosten eher das 20fache.
- Carsten
> da hier ja reichlich über die verschiedenen EGNOS Probleme geschrieben wird
> was kann ich denn tun um unter sagen wir mal unter 1m genau sein will?
Wenn es unbedingt GPS + Genauigkeit < 1m und Realtime sein soll, dann würde
sich eine RTK Lösung sehr gut anbieten.
Ich messe damit seit 3 Jahren und kann eigentlich in Verbindung mit Trimble
Ausrüstungen nur Gutes berichten.
> Wenn es unbedingt GPS + Genauigkeit < 1m und Realtime sein soll, dann würde
> sich eine RTK Lösung sehr gut anbieten.
>
> Ich messe damit seit 3 Jahren und kann eigentlich in Verbindung mit Trimble
> Ausrüstungen nur Gutes berichten.
Bei 15 Leuten wird das allerdings ein teurer Spaß.
>> Wenn es unbedingt GPS + Genauigkeit < 1m und Realtime sein soll, dann würde
>> sich eine RTK Lösung sehr gut anbieten.
> Bei 15 Leuten wird das allerdings ein teurer Spaß.
Wo steht, dass Stefan mit 15 Leuten messen muss/will? :-O
> Wo steht, dass Stefan mit 15 Leuten messen muss/will? :-O
Im thread, wo sonst?
> Auf der Basis welcher Daten willst Du denn die Fehler rausrechnen? Es ist
> ein verbreitetes Missverständnis, daß zwei GPS Empfänger an verschiedenen
> Orten die gleichen Fehlerbeträge und -richtungen erzeugen.
>
Zu Zeiten von SA war das aber doch wohl (zum größten Teil) so oder?
Aber auch heute sollte das doch noch etwas bringen.
Ich stelle mir vor, das der Hautteil des Fehler aus dem Weg des Signals
durch die Atmosphäre kommt (Laufzeitunterschiede).
Diesen Fehler kann ich mit den zwei Empfangern herausrechnen, wenn Sie
nahe genug beieinander liegen, also der Signal-Weg der 'gleiche' ist.
Dann muss ich noch an der internen Mittelung des GPS-Empfängers vorbei
kommen, die dann wieder für jedes Gerät unterschiedliche Mittelwerte
produzieren würde.
Ich habe es noch nicht versucht, aber die uBlox-Geräte, die Ich hier
habe scheinen einen Zugriff auf die einzelnen Messungen zu ermöglichen,
sonst könnte die dazugehörige Software diese auch nicht anzeigen.
Gruß Klaus
>> Wo steht, dass Stefan mit 15 Leuten messen muss/will? :-O
> Im thread, wo sonst?
Message-ID?
> Zu Zeiten von SA war das aber doch wohl (zum größten Teil) so oder?
Diese Fehler beziehen sich auf die Einzelentfernungen der Satelliten, nicht auf
das Resultat der Positionsbestimmung. Da die Einzelentfernungen durch
komplizierte mathematische Verfahren laufen, ist die Auswirkung auf das
Endresultat nicht einfach vorhersehbar, vor allen Dingen nicht die zeitlichen
Aspekte.
> Aber auch heute sollte das doch noch etwas bringen.
> Ich stelle mir vor, das der Hautteil des Fehler aus dem Weg des Signals
> durch die Atmosphäre kommt (Laufzeitunterschiede).
> Diesen Fehler kann ich mit den zwei Empfangern herausrechnen, wenn Sie
> nahe genug beieinander liegen, also der Signal-Weg der 'gleiche' ist.
Die können 2cm voneinander entfernt sein, es reicht, wenn EIN Satellit vorher
oder später getrackt wird, oder in einem realistischen Umfeld zwei Empfänger in
unterschiedlichen Richtungen unterschiedliche Abschattungen unterworfen sind.
Schau Dir mal in einem Log an, was passiert, wenn ein Satellit hinzukommt oder
wegfällt. Das gibt gleich Fehler im Bereich einiger Meter, und somit ist das
vollkommen sinnlos, um auf Genauigkeiten im Bereich 1m zu kommen.
> Dann muss ich noch an der internen Mittelung des GPS-Empfängers vorbei
> kommen, die dann wieder für jedes Gerät unterschiedliche Mittelwerte
> produzieren würde.
> Ich habe es noch nicht versucht, aber die uBlox-Geräte, die Ich hier
> habe scheinen einen Zugriff auf die einzelnen Messungen zu ermöglichen,
> sonst könnte die dazugehörige Software diese auch nicht anzeigen.
Fast jeder Empfänger kann heutzutage Raw Messungen rausgeben, und somit kommt
man an die Daten ran. Der Aufwand, daraus Korrekturen zu rechnen ist aber viel
höher, als einfach mal eben ein paar Lat/Lon Differenzwerte zu subtrahieren.
Dann kannst Du dir auch gleich deine eigene Referenzstation basteln.
> >> Wo steht, dass Stefan mit 15 Leuten messen muss/will? :-O
> > Im thread, wo sonst?
>
> Message-ID?
Zeigt mein Reader nicht an. Nummer 8 im thread.
>die Sache für mich ist ein System zu entwickeln mit dem ich auf eigenem
>Gelände Punkte mit 1m Genauigkeit finden kann bzw. die Leute Ihre exakte
>Position erhalten können. Wenn ich dafür eine Referenz aufstellen muss um
>einige dutzend Benutzer zu versorgen relativiert sich ein Preis von ein paar
>tausend Euro schnell.
Jeder braucht seinen eigenen Empfänger.
> Diese TAPR DGPS Basestation ist wohl noch zu haben, und es gibt wohl auch
noch
> günstige Restbestände des dazu passenden Empfängers. Eine Version für den
neuen
> M12 Oncore ist wohl schon in Vorbereitung. Der unterstützt auch Inverse
DGPS.
> Dennoch, es ist einiges an Bastelei, und ohne Tests auch nicht klar, ob
diese
> Empfänger bei kurzen Baselines zu Genauigkeiten im Bereich 1m in der Lage
sind.
> Die veröffentlichten Tests damit sind alle aus SA Zeiten.
>
> Nichtsdestotrotz - das einzige DGPS System, das zu Preisen von 200-250
Euro zu
> haben ist. Kommerzielle Systeme kosten eher das 20fache.
>
Wie funktionieren eigentlich die DGPS Verfahren? Kann man das Ganze selbst
machen?
Grüße
Stefan
Und wie macht man das? Ist das nun schwierig oder unmöglich? Vielleicht
finden sich
ja hier genuegend Leute sowas als OpenSource zu machen?
Stefan
Welche uBlox hast Du? Wie sind Deine Erfahrungen damit?
Stefan
> Wie funktionieren eigentlich die DGPS Verfahren? Kann man das Ganze selbst
> machen?
Darüber reden wir doch die ganze Zeit, oder nicht?
Wenn Du eine Anzahl Empfänger mit DGPS Korrekturen versorgen willst, ist das
kostengünstig nur machbar, wenn Du für die Empfänger das Standard RTCM Format
verwendest, das kann nämlich fast jeder Empfänger direkt verarbeiten. Somit ist
bei den Empfängern nur ein Funk/DGPS Empfänger nötig, und nicht ein kompletter
uC/PDA/Notebook.
Ohne RTCM müsste man für die verwendeten Empfänger die Rohdaten auslesen können
und daraus selbst die gesamte Positionsberechnung machen. Das ist nun wirklich
nicht mehr trivial und wird mit Sicherheit ohne jahrelange Erfahrung nur
schlechtere Ergebnisse liefern als GPS ohne DGPS.
Außerdem ist man bei Verwendung von RTCM 104 viel freier bei der Auswahl der
Empfänger, es können sogar unterschiedliche Empfänger verwendet werden.
Der Aufwand liegt in der Referenzstation. Die muss die Pseudoranges gegen eine
fixierte Referenzposition ermitteln und im RTCM Format codiert an die Empfänger
schicken. Kommerzielle Referenzstationen kosten mehrere tausend Euro und setzen
meistens auch noch spezielle Funkempfänger an den DGPS Empfängern voraus. Die
TAPR Referenzstation lässt sich für 200-250 Euro bauen, ist RTCM kompatibel und
lässt sich mit billigen Funkmodulen betreiben.
Der RTCM104 Standard kostet Dich alleine schon die Hälfte davon, eine
Eigenentwicklung lohnt sich kaum, zumal Du ohnehin vermutlich den für die TAPR
DGPS Station verwendeten GPS Empfänger verwenden wirst.
> Und wie macht man das? Ist das nun schwierig oder unmöglich? Vielleicht
> finden sich
> ja hier genuegend Leute sowas als OpenSource zu machen?
Es ist witzlos, weil die RAW Formate sich bei allen Empfängern unterscheiden und
einige sowas überhaupt nicht rausgeben. Also setzt man lieber gleich auf
RTCM104, das können fast alle Empfänger von alleine.
Der Aufwand und die Kosten liegen dann nur noch in der Referenzstation.
Dazu wäre es interessant zu wissen, wir das schon vorhandene
DGPS-Protokoll funktioniert.
Gruß Klaus
> Am Aufbau einer DGPS-Basis wäre Ich auch interessiert. Soooo schwierig
> kann das doch nicht sein :-)
Doch, ist es, jedenfalls wenn der Empfänger nicht von sich aus Pseudoranges
ausgibt. Ansonsten musst Du im Prinzip die komplette GPS Empfängersoftware in
Echtzeit auf nem PC nachbauen.
> Dazu wäre es interessant zu wissen, wir das schon vorhandene
> DGPS-Protokoll funktioniert.
Das muss man kaufen, zumindest die Version 2.0
https://www.rtcm.org/puborder.html#SC104
Kannst Du das näher erklären?
>
> > Dazu wäre es interessant zu wissen, wir das schon vorhandene
> > DGPS-Protokoll funktioniert.
>
> Das muss man kaufen, zumindest die Version 2.0
>
> https://www.rtcm.org/puborder.html#SC104
Kaufen? Der der meine Mäuse mit DGPS Eingang baut hat das doch schon
gekauft,
oder? Dann lasse ich mir das doch vom dem geben? Die müssten mir doch sagen
können was die Maus so frisst.
Grüße
Stefan
Also lass uns durchstarten. Ich hätte wohl einige kommerzielle Ideen, aber
die lassen sich mangels Personal nicht umsetzen.
> Dazu wäre es interessant zu wissen, wir das schon vorhandene
> DGPS-Protokoll funktioniert.
Das werden wir ja wohl noch rausfinden oder?
Stefan
Also lass uns durchstarten. Ich hätte wohl einige kommerzielle Ideen, aber
die lassen sich mangels Personal nicht umsetzen.
> Dazu wäre es interessant zu wissen, wir das schon vorhandene
> DGPS-Protokoll funktioniert.
Das werden wir ja wohl noch rausfinden oder?
Stefan
> Kannst Du das näher erklären?
Die Pseudoranges, die via RTCM eingefüttert werden, müssen an einer relativ
niedrigen Stelle im GPS Empfänger verarbeitet werden. Alles, auf was man
sonstigen Daten des Empfängers Zugriff hat, außer den Rohdaten, kommt von einer
höheren Verarbeitungsebene und lässt sich nicht korrigieren. Das liegt eben
daran, daß die bei diesen DGPS Verfahren verwendeten Korrekturdaten sich auf die
Pseudoranges einzelner Satelliten beziehen, nicht auf die daraus errechnete
Position des Empfängers.
Auf gut Deutsch - entweder Rohdaten auslesen und mit Pseudoranges verrechnen,
was wie gesagt im Prinzip das komplette Nachbauen des Navigationsverfahrens
bedeutet, RTCM verwenden, oder sein lassen.
> Kaufen? Der der meine Mäuse mit DGPS Eingang baut hat das doch schon
> gekauft,
> oder? Dann lasse ich mir das doch vom dem geben? Die müssten mir doch sagen
> können was die Maus so frisst.
Du glaubst nicht im Ernst, daß dir irgendein Taiwanese die RTCM104 Spec
rausrückt? Es gibt kein einziges Datenblatt eines GPS Empfängers, in dem die
RTCM Spec erläutert ist. Die Datenblätter beschränken sich auf die Dokumentation
des NMEA Protokolls, und die jeweilige Binary Version des Chipsatzes, und
verweisen bei der Beschreibung der DGPS Funktionalität auf RTCM104.
Also gut dann werden wir wohl mal eine der beide ersten Versionen probieren.
> > Kaufen? Der der meine Mäuse mit DGPS Eingang baut hat das doch schon
> > gekauft,
> > oder? Dann lasse ich mir das doch vom dem geben? Die müssten mir doch
sagen
> > können was die Maus so frisst.
>
> Du glaubst nicht im Ernst, daß dir irgendein Taiwanese die RTCM104 Spec
> rausrückt? Es gibt kein einziges Datenblatt eines GPS Empfängers, in dem
die
> RTCM Spec erläutert ist. Die Datenblätter beschränken sich auf die
Dokumentation
> des NMEA Protokolls, und die jeweilige Binary Version des Chipsatzes, und
> verweisen bei der Beschreibung der DGPS Funktionalität auf RTCM104.
Na es gibt vieles was es nicht gibt, aber im Grunde genommen bekommt man
meist
schon das was man will man muss den Leuten nur etwas auf den Wecker gehen.
Stefan
> Na es gibt vieles was es nicht gibt, aber im Grunde genommen bekommt man
> meist
> schon das was man will man muss den Leuten nur etwas auf den Wecker gehen.
Die Hersteller der Empfänger brauchen die RTCM Spec garnicht zu haben, da die
mehr oder weniger alle nur die Lizenzfirmware des Chipsatzherstellers verwenden
und ggfs. modifizieren. Von der DGPS Schnittstelle lassen die wohlweislich die
Finger. Aber Du kannst es gerne probieren, Telefongespräche mit schlecht
englisch sprechenden Taiwanesen sind ja nicht mehr so teuer ...
> > Na es gibt vieles was es nicht gibt, aber im Grunde genommen bekommt man
> > meist
> > schon das was man will man muss den Leuten nur etwas auf den Wecker
gehen.
>
> Die Hersteller der Empfänger brauchen die RTCM Spec garnicht zu haben, da
die
> mehr oder weniger alle nur die Lizenzfirmware des Chipsatzherstellers
verwenden
> und ggfs. modifizieren. Von der DGPS Schnittstelle lassen die wohlweislich
die
> Finger. Aber Du kannst es gerne probieren, Telefongespräche mit schlecht
> englisch sprechenden Taiwanesen sind ja nicht mehr so teuer ...
Habe den Luxus einer Dolmetschtante ;) Nun das mit so einer Lizenzfirmware
würde ja bedeuten mit den SIRF Buben mal direkt zu reden. Was koste den
eigentlich ein GPS Chipset? Ich habe gesehen das es von SIRF so eine Kombi
mit nem ARM Proz gibt. Weis jemand wie das funzt?
Stefan
> Habe den Luxus einer Dolmetschtante ;) Nun das mit so einer Lizenzfirmware
> würde ja bedeuten mit den SIRF Buben mal direkt zu reden. Was koste den
> eigentlich ein GPS Chipset? Ich habe gesehen das es von SIRF so eine Kombi
> mit nem ARM Proz gibt. Weis jemand wie das funzt?
In den von Dir in Aussicht gestellten Stückzahlen vermutlich mehr als eine
fertige SirfII Taiwan Maus.
SIRFII arbeitet im Übrigen nicht nach FSF oder open source Modalitäten. Die
verdienen genau mit diesen Infos Geld, daher werden die kaum was rausrücken ohne
entsprechende Lizenzverträge. Da ist der offizielle Kauf der RTCM104 spec auf
jeden Fall billiger.
Stimmt auffallend. Maus ist für OEM und eigenes Gehäuse ziemlich doof wenn
das
da mit rein soll. Was ist dann die beste Alternative?
Stefan
> Stimmt auffallend. Maus ist für OEM und eigenes Gehäuse ziemlich doof wenn
> das
> da mit rein soll. Was ist dann die beste Alternative?
Du hast doch mitgelesen, oder? Standard Empfänger mit DGPS Schnittstelle,
Garmin, Magellan, was immer einen vollständig zugänglichen seriellen Port hat.
Dazu z.B. die TAPR Referenzstation. In dem Fall kann man sich das Kaufen der
RTCM Spec sparen.