ra...@ispl.net klapperte am 30.07.98
zum Thema "Waschmaschinenwasser/Toilettenspłlung" in /Z-NETZ/FORUM/UMWELTSCHUTZ
folgende interessanten Gedanken an die Brett-Gemeinde:
> ich habe seit einiger Zeit das Waschmaschinenwasser zur Toilettenspülung
> genutzt.Immer öfter riecht dieses Wasser aber faulig, so daß das ganze
> Badezimmer stinkt.
> Vielleicht hat jemand von Euch Erfahrungen mit der Weiterverwendung von
> Waschmaschinenwasser oder kann mir einen Tip geben, wo ich mich schlauer
> machen könnte.
Ich probiere bereits seit fast zwei Jahren an solchem System und es läuft
jetzt endlich bei mir. Mein Speicher (500 l Regentonne) wird aber auch
noch aus der Badewanne befüllt.
Als wichtigsten Schritt mußt Du Deinen Speicher belüften wie ein Aquarium,
denn das Faulgas bildet sich unter Sauerstoffmangel, dem abgeholfen werden
kann. Spare aber nicht an der Leistung der Belüftungspumpe und an dem
Lärmwert (notfalls bau eine schallschluckende Kapsel, wenn Du nebenan
schläfst). Einen Schnellstop der mit dem Faulprozeß verbundenen
Versauerung kannst Du auch mit Kalkzugabe erreichen.
Den für die Faulung hauptverantwortlichen Schlamm wollte ich mal
ausfiltern. Ein einfacher Vorfilter setzte sich aber sofort zu und stoppte
den Waschvorgang. Als ich dann vor dem Filter einen dünnen Abzweig in das
Abwasser einbaute, gedacht als dreckgesteuerte Weiche, kam entweder so
wenig in den Behälter, das es nicht zum Spülen reichte oder die
Waschmaschine blieb mit Wasserstau stehen. Nun steuern wir über einen
Schieber bei besonderes dreckiger Wäsche oder bei vollem Behälter (dank
Wannenabwasser der Regelfall) den Hauptwaschgang direkt in das Abwasser
und aller Vierteljahre wird bei niederigen Füllstand der Schlamm
ausgeschöpft.
Weitere Bestandteile meines System sind eine Laugenpumpe aus der alten
Waschmaschine (DDR-Fabrikat) zum Abpumpen der Badewanne, eine gesonderte
Wasserleitung in das Gäste-WC für Spülwasser (die wurde beim Hausbau
gleich mit verlegt) sowie ein Füllstandsgeber (Eigenbau aus Mikrotaster
und DSD-Verpackungmüll) und eine Unterwasser-Aquarienpumpe für das obere
WC im Bad. Bei letzterer ist der wichtigste Parameter die maximale
Druckleistung in mm Wassersäule.
Diese Aquarienpumpe muß auch bei jeder Schlammabschöpfung von Verfilzungen
befreit werden, sonst läuft sie bald nicht mehr.
Für das untere WC war die Auswahl eines Spülkastenfüllventils schwierig.
Die meisten deutschen Systeme funktionieren nach einem Druckteilerprinzip,
welches 100 kPa (entspricht 10 m Wassersäule) als Vordruck benötigt. Erst
ein amerikanisches "Nadel-Membran-Hebel"-System (oder ältere DDR-Systeme)
gewährleistete die Funktion. Trotzdem dauert es manchem unserer Besucher
ungewohnt lange, bis der Spülkasten wieder voll ist. Aber um das
Wassersparen geht es wohl auch oder? Auch ist der Verbrauch von
"Toilettenreiniger" (extra sauer, extra stark ?!?) erheblich
zurückgegangen.
Soweit meine Erfahrungen
Mit freundlichen grünen Grüßen von der Teltower Platte
Jens Zschiedrich / Ludwigsfelde
Die Art und Weise der Benutzung des Autos in Deutschland
schädigt nicht nur erheblich unsere natürliche Lebensgrundlagen,
sondern auch den Charakter vieler Autofahrer.
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> Als wichtigsten Schritt mußt Du Deinen Speicher belüften wie ein
Aquarium,
> denn das Faulgas bildet sich unter Sauerstoffmangel, dem abgeholfen
werden
> kann. Spare aber nicht an der Leistung der Belüftungspumpe und an dem
> Lärmwert (notfalls bau eine schallschluckende Kapsel, wenn Du nebenan
> schläfst). Einen Schnellstop der mit dem Faulprozeß verbundenen
> Versauerung kannst Du auch mit Kalkzugabe erreichen.
Da lohnt es sich aber, mal eine (Öko-) Bilanz aufzustellen, was ich an
Wasser spare und was ich an Energie (elektrische) bereitstellen muß, um das
System zu belüften. Unter Umweltaspekten stehen sich hier eingespartes
Wasser und erhöhter CO2-Ausstoß durch die Stromerzeugung gegenüber. Wieviel
Watt hat denn deine Sprudelpumpe und wie lange läuft die denn so am Tag?
> Den für die Faulung hauptverantwortlichen Schlamm wollte ich mal
> ausfiltern. Ein einfacher Vorfilter setzte sich aber sofort zu und
stoppte
> den Waschvorgang. Als ich dann vor dem Filter einen dünnen Abzweig in das
> Abwasser einbaute, gedacht als dreckgesteuerte Weiche, kam entweder so
> wenig in den Behälter, das es nicht zum Spülen reichte oder die
> Waschmaschine blieb mit Wasserstau stehen. Nun steuern wir über einen
> Schieber bei besonderes dreckiger Wäsche oder bei vollem Behälter (dank
> Wannenabwasser der Regelfall) den Hauptwaschgang direkt in das Abwasser
> und aller Vierteljahre wird bei niederigen Füllstand der Schlamm
> ausgeschöpft.
Ich betrachte diese Angelegenheit unter dem Aspekt der Hygiene eher etwas
kritisch. Man weiß leider nie, was man sich da u.U. an Keimen züchtet. Das
ist so ähnlich wie mit Luftwärmetauschern im Haus. Man spart viel
Heizenergie, bekommt aber u.U. eine hervorragende Pilzsammlung im
Belüftungssystem und damit einhergehend andere Probleme wie z.B. Allergien
etc.
Deswegen bevorzuge ich die Variante, Regenwasser aufzufangen und zur
Toilettenspülung zu verwenden.
> Weitere Bestandteile meines System sind eine Laugenpumpe aus der alten
> Waschmaschine (DDR-Fabrikat) zum Abpumpen der Badewanne, eine gesonderte
> Wasserleitung in das Gäste-WC für Spülwasser (die wurde beim Hausbau
> gleich mit verlegt) sowie ein Füllstandsgeber (Eigenbau aus Mikrotaster
> und DSD-Verpackungmüll) und eine Unterwasser-Aquarienpumpe für das obere
> WC im Bad. Bei letzterer ist der wichtigste Parameter die maximale
> Druckleistung in mm Wassersäule.
> Diese Aquarienpumpe muß auch bei jeder Schlammabschöpfung von
Verfilzungen
> befreit werden, sonst läuft sie bald nicht mehr.
Ziemlich viel Aufwand aber sehr gut gelöst! Zum Schlamm-Problem vielleicht
eine Anmerkung: Kreiselpumpe vorschalten und im Zyklon abscheiden, das
könnte gehen.
> Für das untere WC war die Auswahl eines Spülkastenfüllventils schwierig.
> Die meisten deutschen Systeme funktionieren nach einem
Druckteilerprinzip,
> welches 100 kPa (entspricht 10 m Wassersäule) als Vordruck benötigt. Erst
> ein amerikanisches "Nadel-Membran-Hebel"-System (oder ältere DDR-Systeme)
> gewährleistete die Funktion. Trotzdem dauert es manchem unserer Besucher
> ungewohnt lange, bis der Spülkasten wieder voll ist. Aber um das
> Wassersparen geht es wohl auch oder? Auch ist der Verbrauch von
> "Toilettenreiniger" (extra sauer, extra stark ?!?) erheblich
> zurückgegangen.
> Die Art und Weise der Benutzung des Autos in Deutschland
> schädigt nicht nur erheblich unsere natürliche Lebensgrundlagen,
> sondern auch den Charakter vieler Autofahrer.
Sehe ich anders: der Charakter wird nicht geschädigt, sondern es zeigt sich
der wahre Charakter durch die Art und Weise der Benutzung des Autos...
Gruß
Jens