Ich habe ein Problem. Um es ganz kurz zu fassen, frage ich, ob es die
Möglichkeit gibt, über Sozialdienste, DRK etc. eine 24-Stunden-Betreuung zu
bekommen. Es geht dabei vor allem um nachts. Bisher bin ich darüber informiert
worden, daß Leutchen ~ dreimal täglich vorbeigucken, körperliche Pflege und
eine Haushaltshilfe auch das Kochen übernehmen kann, jedoch nachts nur einmal
jemand vorbeiguckt. Das ist leider in diesem 'Fall' zu wenig. Und nach meinen
Informationen wird diese 24-Stunden-Betreuung nur bei einem Sterbefall
genehmigt. Wie krank muß man eigentlich sein, bis man ein Sterbefall ist, zumal
die Krankheit des Betroffenen im Endstadium ist? Muß man da innerhalb einer
Woche sterben oder was? :-( Wie ist das definiert? Gleichzeitig habe ich
immense Probleme, einen Platz in einem Pflegeheim zu bekommen, ohne auf die
wohl allseitsbekannte lange Warteliste gesetzt zu werden.
Dann kam mir noch der Gedanke, die Unterstützung eines Sozialdienstes mit einer
privat angestellten Kraft zu verbinden. Nur, woher bekomme ich die und besteht
die Gefahr, daß deshalb die Zuschüsse aus der Pflegeversicherung bzw.
Krankenkasse gekürzt oder gar gestrichen werden? Wo könnte man sich da
verbindlich erkundigen? Ich bekomme so unterschiedliche Informationen von
Ärzten etc.
Ist es übrigens rechtens, daß man den Patienten aus dem Krankenhaus entläßt,
weil er eben ein Pflegefall ist, obwohl er zu hause nicht alleine bleiben kann
und eben auf die Schnelle kein Platz in einem Heim zu finden ist? Und kann die
Krankenkasse sagen, daß sie den K.-Aufenthalt nicht mehr zahlt, weil er in ein
Heim o.ä. muß, da das Krankenhaus eben kein Pflegeheim ist?
Ich bin ziemlich ratlos. Über Antworten wäre ich sehr dankbar.
Gruß
Jasmin
JA>Ist es uebrigens rechtens, dass man den Patienten aus dem Krankenhaus
JA>entlaesst, weil er eben ein Pflegefall ist, obwohl er zu hause nicht alleine
JA>bleiben kann und eben auf die Schnelle kein Platz in einem Heim zu finden
JA>ist? Und kann die Krankenkasse sagen, dass sie den K.-Aufenthalt nicht mehr
JA>zahlt, weil er in ein Heim o.ae. muss, da das Krankenhaus eben kein
JA>Pflegeheim ist?
Es ist bestimmt rechtens, denn die Krankenhaeuser sind nicht fuer
Pflegefaelle da. Allerdings wuerde ich nie, niemals einen Verwandten
aufnehmen, der voll pflegebeduerftig ist und bei mir zuhause nicht
ordentlich versorgt werden kann.
Obwohl diese Regel auch kein Allheilmittel ist. Meine voll
pflegebeduerftige, zu der Zeit schon verwirrte Mutter wurde, 500 km von
mir entfernt, nach einem ausgeheilten Herzinfarkt vor ihrem zu der Zeit
allein bewohnten Haus auf der Strasse ausgesetzt. Das ist strafbar, aber
die Staatsanwaltschaft stellte nach Anzeige das Verfahren letztlich ein,
weil nicht nachgewiesen werden konnte, welcher Verantwortliche der Klinik
diese Handlung veranlasst hat. Hoffentlich ist ein solches Verfahren aber
nicht die Regel.
Ich bin ueberzeugt und habe auch die Erfahrung gemacht, dass das
Wartelistensystem fuer Heimplaetze nichts bringt. Bei den guten Sachen
(ich wollte fuer meine Eltern nacheinander natuerlich vollen Komfort,
Einzelzimmer, untadelige Betreuung und auch noch ein jeweils kleines,
ueberschaubares Heim, ohne dass es eine Klitsche sein durfte) siehst Du
als Wartelistenkandidat einen ununterbrochenen Strom von Leuten mit
besseren Beziehungen bzw. Notfaellen an Dir vorbeiziehen. Wobei Notfaelle
diejenigen sind, die aus dem Krankenhaus rausmuessen und bei denen die
Verwandten kategorisch (und zu Recht) die Aufnahme verweigern.
Ich habe mir in zwei derartigen Faellen unbezahlten Urlaub genommen, habe
ueberall rumgefragt und mich auf entlegene Heime eingelassen, die sonst
aber alle Kriterien erfuellt haben. In einem Fall hatte ich ein
Riesenglueck, dass ein gutes Heim gerade aufgestockt hatte und eine ganze
Etage frei war. In meiner Naehe mochte ich diejenigen nicht unterbringen,
weil sie sich dann erstmals im Leben mit einem Fremden das Zwei- oder
Dreibettzimmer haetten teilen muessen, aber im Westerwald waren
tatsaechlich noch Plaetze aufzutreiben.
Ferner wuerde ich nach den ganzen Erfahrungen (die letzten Jahre meiner
Eltern waren fuer mich auch eine schwierige Zeit) immer dafuer plaedieren,
den Betreffenden in einem guten (!) Pflegeheim unterzubringen, auch wenn
es das ganze Vermoegen des Pflegebeduerftigen und ueber Rueckgriff vom
Sozialamt auch noch die eigenen Ruecklagen kostet. Meine letzten Jahre,
sollte ich mal schwerpflegebeduerftig werden, moechte ich auch eher
menschenwuerdig bei dauernder Hilfestellung und liebenswuerdiger
Aufmerksamkeit verbringen, als irgendwo im Haushalt, wo nicht mal
krankengerechte Betten und Sanitaereinrichtungen existieren.
Als Angehoeriger ist es besser, mit intakten Nerven alle Schulden
abarbeiten zu koennen, als vor Sorge halb verrueckt zu werden, wenn ein
evtl. hilfloser und/oder verwirrter Mensch allein im Haus und nur vom
Besuch des Zivi, Essen auf Raedern usw. abhaengig ist. Man kann seinen
Beruf auch nicht ordentlich ausueben, wenn man immer mal einen Anruf vom
Nachbarn kriegt "Ihr Vater irrt hier auf der Strasse rum und findet nicht
mehr nach Hause, kommen Sie ihn sofort holen".
Im uebrigen bin ich nach meinen Erfahrungen sehr sozialkritisch geworden.
Wir leisten uns jeden Stereo- und Turboscheiss, Schuermannbau,
Milliardenspenden fuer fremde Voelker, aber uns selber haben wir nicht
dagegen geschuetzt, im Alter im Dreck zu verkommen. Eine selber 69-
jaehrige, vollkommen mittellose Witwe hier in der Nachbarschaft, in einer
Kate mit Aussentoilette, ist lange Zeit vergeblich von Pontius zu Pilatus
gelaufen, um fuer ihren gelaehmten Lebensgefaehrten wenigstens einen Stuhl
mit eingebautem Nachttopf finanziert zu bekommen.
Hannes Birnbacher, Kerpen
JA>Ich habe ein Problem. Um es ganz kurz zu fassen, frage ich, ob es die
JA>Möglichkeit gibt, über Sozialdienste, DRK etc. eine
JA>24-Stunden-Betreuung zu bekommen. Es geht dabei vor allem um nachts.
Ich habe mal im Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) nachgelesen:
In .
15 steht, daß Pflegebedürftige in Pflegestufe III (die höchste) kommen, wen
sie bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die
Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche
Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung bedürfen. Das sind sog.
Schwerstpflegebedürftige.
Was an Leistung zusteht, ist in .
36 näher bestimmt. Für Pflegebedürftige der Pflegestufe III werden als
Sachleistung Pflegeeinsätze bis zu einem Gesamtwert von 2800 DM bezahlt, in
"besonders gelagerten Einzelfällen zur Vermeidung von Härten" werden
Pflegebedürftigen der Pflegestufe III weitere Pflegeeinsätze bis zu einem
Gesamtwert von 3750 DM monatlich gewährt, "wenn ein außergewöhnlich hoher
Pflegeaufwand vorliegt, der das übliche Maß der Pflegestufe III weit
übersteigt, beispielsweise wenn im Enstadium von Krebserkrankungen regelmäßig
mehrfach auch in der Nacht Hilfe geleistet werden muß."
JA>Bisher bin ich darüber informiert worden, daß Leutchen ~ dreimal
JA>täglich vorbeigucken, körperliche Pflege und eine Haushaltshilfe auch
JA>das Kochen übernehmen kann, jedoch nachts nur einmal jemand
JA>vorbeiguckt.
Die Sozialstationen reagieren meistens so, weil Du für 3750 DM kaum Personal
einen Monat lang rund um die Uhr bereiststellen kannst. Das entsrpäche einem
Stundenlohn von 5,20 DM, damit kann man einfach keine Personal- und
Betriebskosten decken.
JA>Wie krank muß man eigentlich sein, bis man ein Sterbefall ist, zumal
JA>die Krankheit des Betroffenen im Endstadium ist? Muß man da innerhalb
JA>einer Woche sterben oder was? :-( Wie ist das definiert?
Dazu hat sicher der medizinische Dienst der Krankenkassen seine Richtlinien,
die ich allerdings nicht kenne. Sie begutachten ja die/den zu Pflegenden und
legen fest, welche Leistungen er/sie bekommt.
JA> Gleichzeitig habe ich immense Probleme, einen Platz in einem
JA>Pflegeheim zu bekommen, ohne auf die wohl allseitsbekannte lange
JA>Warteliste gesetzt zu werden.
Ist der Sozialdienst des Krankenhauses eingeschaltet? Die wissen meist Häuser,
die auch Härtefälle sofort aufnehmen.
JA>Wo könnte man sich da verbindlich erkundigen? Ich bekomme so
JA>unterschiedliche Informationen von Ärzten etc.
Dinge, die die Leistung aus der Pflegekasse betreffen, würde ich mich bei der
zuständigen Pflegekasse erkundigen. Erläutere ihnen genau Dein Problem, sie
müssen Dir sachkundige, verbindliche Auskunft geben, womit Du rechnen kannst
und womit nicht.
JA>Ist es übrigens rechtens, daß man den Patienten aus dem Krankenhaus
JA>entläßt, weil er eben ein Pflegefall ist, obwohl er zu hause nicht
JA>alleine bleiben kann und eben auf die Schnelle kein Platz in einem Heim
JA>zu finden ist?
Soviel ich weiß, muß die Pflege schon sichergestellt sein. Das Krankenhaus wird
Dich aber sicher darauf hinweisen, daß die Krankenkasse die Kosten nicht mehr
trägt und sie deshalb privat bezahlt werden müssen.
JA> Und kann die Krankenkasse sagen, daß sie den K.-Aufenthalt nicht mehr
JA>zahlt, weil er in ein Heim o.ä. muß, da das Krankenhaus eben kein
JA>Pflegeheim ist?
Ja.
JA>Ich bin ziemlich ratlos. Über Antworten wäre ich sehr dankbar.
Kann Dir nur den Tip geben, den Einzelfall der zuständigen Pflegekasse zu
schildern und den Sozialdienst des Krankenhauses einzuschalten, falls noch
nicht geschehen. Die kennen sich unter den lokalen Anbietern von Leistungen gut
aus. Ich hoffe, Du kannst die Probleme klären, falls Du noch fragen hast,
kannst Du mir auch gerne eine PM schreiben.
Grüße,
Anne
Du schriebst am 29.4.96 folgendes:
> Dann kam mir noch der Gedanke, die Unterstützung eines Sozialdienstes mit
> einer privat angestellten Kraft zu verbinden. Nur, woher bekomme ich die und
> besteht die Gefahr, daß deshalb die Zuschüsse aus der Pflegeversicherung
> bzw. Krankenkasse gekürzt oder gar gestrichen werden? Wo könnte man sich da
> verbindlich erkundigen? Ich bekomme so unterschiedliche Informationen von
> Ärzten etc.
Ich würde mich an Deiner Stelle mal bei einem der Mobilen Pflegedienste
direkt, oder bei eine(m/r) Sozialarbeiter(in) informieren. Die größeren
mobilen Pflegedienste, wie z.B. die der Caritas, die der Diakonie haben
meist auch Leute, die einen ganz gut beraten, wie auch zum Beispiel in
Dingen der Pflegeversicherung.
Du wolltest außerdem wissen:
> Ist es übrigens rechtens, daß man den Patienten aus dem Krankenhaus
entläßt,
> weil er eben ein Pflegefall ist, obwohl er zu hause nicht alleine bleiben
> kann und eben auf die Schnelle kein Platz in einem Heim zu finden ist? Und
> kann die Krankenkasse sagen, daß sie den K.-Aufenthalt nicht mehr zahlt,
> weil er in ein Heim o.ä. muß, da das Krankenhaus eben kein Pflegeheim ist?
Leider ist das oft so. Es klingt hart, aber Krankenhäuser sind in erster
Linie für die Akutversorgung zuständig. Ein sozialer Hilfsdienst ist zwar
nicht das "Gelbe vom Ei", aber für eine Übergangszeit vielleicht doch eine
akzeptable Lösung, da diese Hilfsdienste z.T. auch bis zu 5-6 mal täglich
(natürlich nur bei einer ausreichenden Indikation) Hausbesuche machen und
nach den Patienten sehen und sie versorgen. Man kann auch z.B. zwei
Hilfsdienste verpflichten; einen Pflegedienst und so etwas wie die
Arbeiterwohlfahrt oder den MSHD des Roten Kreuzes. Natürlich mußt Du
vorher die Finanzierung abklären (am Besten mit der Krankenkasse,
gegebenenfalls der Pflegeversicherung oder eben mit einem Sozialarbeiter).
Das ganze ist natürlich ein elender Papierkrieg. Mehr kann ich dazu auch
nicht sagen.
In der Hoffnung, Dir geholfen zu haben,
Bastian
JA> Moeglichkeit gibt, ueber Sozialdienste, DRK etc. eine 24-Stunden-
Betreuung
JA> zu bekommen. Es geht dabei vor allem um nachts. Bisher bin ich
darueber
IMHO ja - der mobile soziale hilfsdienst, bzw. zivis, die eine solche
betreuung über eine wohlfahrtsorganisation vornehmen.
erkundige dich bei DRK, ASB, MHD, JOHANNITER usw. die können dir konkret
weiterhelfen, da sie eigentlich auch rechtsexperten für sowas haben.
JA> Dann kam mir noch der Gedanke, die Unterstuetzung eines Sozialdienstes
mit
JA> einer privat angestellten Kraft zu verbinden.
bezahlt nach absprache auch die pflegeversicherung zu einem gewissen teil,
aber um einen privaten zuschuss kommste wahrscheinlich nicht rum !
JA> Ist es uebrigens rechtens, dass man den Patienten aus dem Krankenhaus
JA> entlaesst, weil er eben ein Pflegefall ist, obwohl er zu hause nicht
JA> alleine bleiben kann und eben auf die Schnelle kein Platz in einem
Heim zu
JA> finden ist? Und kann die Krankenkasse sagen, dass sie den
K.-Aufenthalt
JA> nicht mehr zahlt, weil er in ein Heim o.ae. muss, da das Krankenhaus
eben
JA> kein Pflegeheim ist?
ja, (leider?) da das KH für die akutversorgung zuständig ist, und wir im
pflegedienst das bei dem momentanen stellenabbau aich nicht mehr
gewährleisten können. außerdem ist für die kasse ein pflegeheim billiger
als ein krankenhausbett.
-EOF----------------------------------------------------------------------
DIE SUMME DER RELEVANTEN INFORMATIONEN SINKT PROPORTIONAL ZUR
MENGENZUNAHME AN VERFÜGBAREN DATEN. :-)
da ich nicht genau weiß, ob die Erfahrungen hier jemanden interessieren,
antworte ich lieber per PM.
Gruß
Jasmin
BK>In der Hoffnung, Dir geholfen zu haben,
Doch, herzlichen Dank. Das, was Du geschrieben hast, tue ich schon die ganze
Zeit geradezu multitaskinggerecht ... ;-> Irgendwann bekam ich einen Koller,
weil ich merkte, daß sich keiner zuständig fühlte, v.a. diesem Jungspunt von
Arzt blickte ich stillschweigend in die Augen und dachte 'Bürschchen, ich
wünschte, Du kämest in die Situation, selbst so ein Krankheitsfall zu werden
und ich wäre dann der für Dich zuständige Arzt. Mal gucken, ob Du dann immer
noch so eine Sch.... daherlaberst'.
Aber der Sozialmensch scheint ganz lieb und fähig zu sein und mit ihm kann ich
gut zusammenarbeiten und die Krankenkasse stellt mich auch gleich zum
zuständigen Bearbeiter durch ;->
Sorry für das wohl off-topic, aber wenn ich hier so hautnah mitbekomme, wie
unser Sozialnetz 'funktioniert', möchte ich Blühm und Konsorten sonstwohin
wünschen. Man ist tatsächlich auf engagierte Sozialarbeiter angewiesen - die
werden ja auch überbezahlt und sind völlig unterbeschäftigt, gell - und auf ein
Haufen Glück, daß man u.a einen Platz in einem guten Heim bekommt.
Ansonsten kaufe man sich eine grüne Mülltonne, bindet den Kranken darauf und
dann streikt die Müllabfuhr. Sorry, aber ist doch wahr. Da wird hier in unserem
Staate von Würde etc. geredet, aber nichts dafür getan, damit man sie
ermöglicht. Ich rede nicht davon, daß man dafür als Angehöriger nichts tun muß
bzw. daß man sich gemütlich in den Sessel zurücklehnen und sagen kann 'die
machen das schon'. Aber Möglichkeiten sollten schon geschaffen werden, die auch
erreichbar sind. Aber aufgeben tue ich nicht.
Gruß
Jasmin
JA>Wo könnte man sich da verbindlich erkundigen? Ich bekomme so
JA>unterschiedliche Informationen von Ärzten etc.
Das ist ein echtes Problem, weil die Grundlagen gegenwärtig häufig
geändert werden. In der letzten Woche wurde im Bundestag diskutiert, ob
die 2. Stufe der Pflegeversicherung überhaupt eingeführt werden soll - als
gut zwei Monate vor Beginn.
JA>Ist es übrigens rechtens, daß man den Patienten aus dem Krankenhaus
JA>entläßt, weil er eben ein Pflegefall ist, obwohl er zu hause nicht
JA>alleine bleiben kann und eben auf die Schnelle kein Platz in einem
JA>Heim zu finden ist? Und kann die Krankenkasse sagen, daß sie den K.-
JA>Aufenthalt nicht mehr zahlt, weil er in ein Heim o.ä. muß, da das
JA>Krankenhaus eben kein Pflegeheim ist?
Das Problem kenne ich aus mehrfacher Hinsicht: 1993 wurde mein Vater, kurz
vor seiner stationären Entlassung durch einen ausgedehnten Schlaganfall
zum Pflegefall. Ich hatte mir deshalb die Zeit genommen, als er nicht mehr
länger im Krankenhaus bleiben konnte, ihn selbst zu Hause zu pflegen - in
Zusammenarbeit mit einer Cousine von mir, die als Mitarbeiterin einer
Sozialstation mehrere gleichartige Kranke betreute. Durch Beschaffung
eines Bettes in einem Pflegeheim konnte ich ihn dann nach 10 Tagen
verlegen lassen.
Pflegepatienten aus dem Krankenhaus entlassen?
Dahinter steht die Frage der Kosten und wer bezahlt. Solange ein Mensch im
Krankenhaus liegt und nicht als Pflegefall "läuft" hat die Krankenkasse
die Kosten zu bezahlen. (Aspekte wie Fallpauschale, Sozialhilfeempfänger
usw. lasse ich jetzt mal außen vor, weil dies nicht wesentlich die
Sachlage ändert).
Wird festgestellt, daß es sich hierbei um einen Pflegefall handelt, muß ab
dem Tag der Feststellung das Krankenhaus auf den Tagespflegesatz für den
Akutbereich verzichten. Es wird aber auf jeden Fall den Tagessatz für
Pflegebetten verlangen. Hier greift also die Frage wer bezahlt: privat,
Versicherung oder wie in vielen Fällen das Sozialamt.
Privat wollen natürlich alle nichts zahlen, deshalb drängt das Krankenhaus
darauf, die Patienten so schnell wie möglich in ein Pflegeheim zu
verlegen.
In meinem Fall hatte man mir sogar angedroht meinen Vater auf meine Kosten
nach Berlin transportieren zu lassen.
Die Pflegeversicherung im Pflegeheim wird erst ab dem 1.7.1996 greifen.
Dann auch nur in Abhängigkeit der Pflegeklasse bis maximal 2800 DM. Der
darüberhinaus verbleibende Rest muß gezahlt werden, bei Vermögen selbst
oder wenn kein Vermögen vorhanden ist, die Sozialhilfe.
Krankenkassen sind nicht zuständig für Pflegeheime. Sie haben sehr wohl
die Kosten zu übernehmen, durch Erkrankungen, durch ärztliche Betreuung in
Pflegeheim. Nicht aber die Kosten den Pflege.
Die Entlassung aus dem Krankenhaus hängt natürlich auch mit den
gegenwärtigen Diskussionen zur Krankenhausplanung, Bettenzahl, Liegedauer,
Beitragsstabilität der Kassen, Zuschüsse der Arbeitgeber zur GKV und dem
Kostendruck auf die Krankenhäuser zusammen. Insbesonder hier in Berlin
dreht sich ein massives Karrussel um die genannten Punkte.
Das wichtigste für Dich dürfte sein, so schnell als möglich ein Pflegheim
zu finden. Alternativerweise rufe in Deiner Umgebung die ganzen
Sozialstationen an und frage dort nach, evtl. könnten Dir auch die
Sozialberater aus dem Krankenhaus helfen.
Mit lieben Gruessen aus Berlin,
Lothar
HB>Meine voll pflegebeduerftige, zu der Zeit schon verwirrte Mutter wurde,
HB>500 km von mir entfernt, nach einem ausgeheilten Herzinfarkt vor
HB>ihrem zu der Zeit allein bewohnten Haus auf der Strasse ausgesetzt.
Das ist ja der Hammer. Da muß aber doch einer den Transportschein
ausgestellt haben, war das nicht nachzuvollziehen?
HB>Ich bin ueberzeugt und habe auch die Erfahrung gemacht, dass das
HB>Wartelistensystem fuer Heimplaetze nichts bringt.
Das ist sicher ein Trug mit den Wartelisten. Sie können wohl nur für Leute
in Frage kommen, die ansonsten selbständig sind und vorsorglich sich
schonmal anmelden wollen im Heim ihrer Wahl. Aber für dringende
Angelegenheiten eignen sich die Wartelisten ganz und gar nicht.
HB>Ferner wuerde ich nach den ganzen Erfahrungen (die letzten Jahre meiner
HB> Eltern waren fuer mich auch eine schwierige Zeit) immer dafuer
HB>plaedieren, den Betreffenden in einem guten (!) Pflegeheim
HB>unterzubringen,
Die Frage ist, ob man das als Bewerber wirklich bei einem Besuch
feststellen kann. Wie hast Du das gemacht?
HB>Im uebrigen bin ich nach meinen Erfahrungen sehr sozialkritisch
HB>geworden. Wir leisten uns jeden Stereo- und Turboscheiss,
HB>Schuermannbau, Milliardenspenden fuer fremde Voelker, aber uns selber
HB>haben wir nicht dagegen geschuetzt, im Alter im Dreck zu verkommen.
Allerdings. Pflege und Pflegebedürftigkeit verdrängt man so lange aus
seinem Leben, bis es dann ernst wird. Viele regen sich dann noch darüber
auf, daß eine gute Pflege und Betreuung rund um die Uhr dann auch noch
viel Geld kostet.
Um das noch meiner Mail an Jasmin hinzuzufügen: eine 24-Stunden-Pflege muß
man privat auf jeden Fall mitfinanzieren, habe mich gestern mit einer
Kollegin aus der ambulanten Pflege darüber unterhalten, sie meinte, daß
die 3750 DM/Monat in keinem Fall reichen würden und privates Zuzahlen
unumgänglich ist.
Grüße,
Anne
vielen Dank für Deine ausführliche Mail. Sie hat eigentlich alles
bestätigt, was ich bei den diversen Stellen herausgefunden habe.
LH>Das wichtigste für Dich dürfte sein, so schnell als möglich ein
LH>Pflegheim zu finden.
Heute morgen hätte ich einen Termin mit dem Geschäftsführer eines kleinen
Hospizes gehabt. Heute nacht rief mich der Arzt aus dem Krankenhaus an und
meinte, es stünde schlecht um ihn, und sie würden ihm die Strapazen eines
Transports ersparen bzw. dabehalten.
Ich denke, ich habe jetzt genug Informationen. Herzlichen Dank an alle,
die sich solche Mühe gegeben haben.
Ich möchte auch keine Mails mehr zu dem Thema haben.
Gruß
Jasmin
JA>da ich nicht genau weiß, ob die Erfahrungen hier jemanden
JA>interessieren, antworte ich lieber per PM.
Mich interessiert es sehr!
Gruß,
Lilli!
JA> da ich nicht genau weiss, ob die Erfahrungen hier jemanden
interessieren,
JA> antworte ich lieber per PM.
da hier recht viele antworten für dich kamen, denke ich mal, daß deine
erfahrunmgen und ergebnisse die gruppe schon interessieren.
EK>Mich interessiert es sehr!
Okay. Wo fange ich an? :->
Mit dem Sozialmenschen des Krankenhauses scheine ich großes Glück zu
haben: er weiß was und ist sehr engagiert. Das bringt aber auch nichts,
wenn sich keiner von Ärzten, Pflegeheimen, Krankenkasse zuständig fühlt:
ins Krankenhaus gehört er nicht, weil er ein Pflegefall ist, ins
Pflegeheim nicht, weil er zu krank ist, wie letztere, mit denen ich
gesprochen hatte, indirekt formulieren, und die Aufnahme ablehnen.
Am 22.2. wurde ein Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung
gestellt, am 15.4. bequemte sich der Medizinische Dienst der zuständigen
Krankenkasse, den Patienten endlich mal anzugucken. Ab dem 25.4. habe ich
die Klärung etc. der anfallenden Dinge übernommen und beim Durchsehen der
Akten gesehen, daß von der Krankenkasse noch nichts kam. Also habe ich
meine Kriegsbemalung aus dem Schrank geholt und dort angerufen, daß die
sich mal sputen sollen, da mein Vater nicht zu den ewig lebenden Menschen
gehört und daß der ganze Kram an mich geschickt werden soll. Gestern bekam
ich die Antwort auf den Antrag, der abgelehnt wurde mit folgenden
Eingangssätzen:
"Sehr geehrter Herr Astor,
Sie sind in einer schwierigen Lebensituation und brauchen die Hilfe
anderer Menschen, um im täglichen Leben zurechtzukommen. Umso mehr
bedauern wir, daß wir Ihre Pflege im Pflegeheim nicht bezuschussen können.
Stationäre Pflegeleistungen in der Pflegestufe I erhält, wer erheblich
pflegebedürftig ist und im Tagesdurchschnitt bei der Körperpflege (z.B.
blabla), Beweglichkeit (z.B. blabla), Ernährung (z.B. blabla) für mehr als
45 Minuten fremde Hilfe braucht. Das ist in den bundesweit einheitlichen
Pflegebedürftigkeits-Richtlinien so festgelegt.
Sehr geehrter Herr Astor, der MD der Krankenversicherung konnte bei Ihnen
diesen erheblichen Pflegebedarf nicht feststellen. Bitte verstehen Sie,
daß wir uns deshalb an Ihren Pflegekosten nicht beteiligen können. Sollte
sich aber Ihre Pflegesituation ändern, empfehlen wir Ihnen, einen neuen
Antrag zu stellen. Vielleicht können wir dann etwas für Sie tun. (....)."
Die Kriegsbemalung frischte ich auf und setzte mich mit einem guten Freund
ins Auto und fuhr direkt zu der Kasse, die irgendwo im Schwarzwald in der
Pampa liegt. Dort angekommen fanden wir zwei unterbemittelte Tussis
wieder, die uns abwimmeln wollten. Irgendwie konnten wir uns aber nicht
von unseren Stühlen erheben. Ich weiß auch nicht, irgendetwas ließ uns
dort kleben, so daß sie sich mit uns beschäftigen mußten. Schließlich lag
das Gutachten des MD auf dem Tisch, das ich mir schnappte und es stellte
sich heraus, daß _sämtliche_ Fragen auf Pflegebedürftigkeit mit 'Nein'
beantwortet waren. Zum Beispiel würde er jeden Tag alleine duschen. Mein
Vater kann seit einem Jahr nicht mehr alleine duschen! Gleichzeitig stand
in der zusammenfassenden Schlußbemerkung, daß der Patient sich nicht mehr
selbständig versorgen könne. Leider konnte ich es nur überfliegen, weil
mir das Gutachten aus unerfindlichen Gründen ziemlich schnell wieder aus
den Fingern gerissen wurde. Ich fragte nach, ob es sich tatsächlich um das
Gutachten meines Vaters handelte oder ob das nicht eher eine Verwechslung
sei. Nein. Den Namen des MD-Arztes habe ich allerdings noch sehen können
... . Ich legte Widerspruch ein und blieb so lange sitzen, bis sie den
Widerspruch aufgesetzt hatte. Bis auf ein/zwei Fragen von ~ 20 sind alle
nämlich mit 'Ja' zu beantworten. Der schlechte Zustand war auch schon am
15.4. Am Montag geht es weiter.
So, und da ich vorhin in der hiesigen Zeitung etwas über das Sparpaket und
die geplanten Maßnahmen von Blühm und Konsorten gelesen habe, werde ich
jetzt einen Leserbrief formulieren.
Prost
Jasmin
Du meintest am 30.04.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
HB> Als Angehoeriger ist es besser, mit intakten Nerven alle Schulden
HB> abarbeiten zu koennen, als vor Sorge halb verrueckt zu werden, wenn
ein
HB> evtl. hilfloser und/oder verwirrter Mensch allein im Haus und nur vom
HB> Besuch des Zivi, Essen auf Raedern usw. abhaengig ist. Man kann seinen
HB> Beruf auch nicht ordentlich ausueben, wenn man immer mal einen Anruf
vom
HB> Nachbarn kriegt "Ihr Vater irrt hier auf der Strasse rum und findet
nicht
HB> mehr nach Hause, kommen Sie ihn sofort holen".
Das ist sicher richtig, vor allem dann, wenn die Dauer dieser Situation
nicht abzusehen ist. Im vorliegenden Fall ging es aber doch wohl um eine
Sterbebegleitung für vielleicht ein oder zwei Monate, und da denke ich,
sollte man schon versuchen, jemanden bei sich zu Hause unterzubringen,
auch wenn das vielleicht nicht ganz so optimal ist.
Guido
Du meintest am 28.04.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
JA> Ich habe ein Problem. Um es ganz kurz zu fassen, frage ich, ob es die
JA> Möglichkeit gibt, über Sozialdienste, DRK etc. eine
24-Stunden-Betreuung zu
JA> bekommen.
Wenn Du das bezahlst, dann ist das kein Problem. Die Frage ist, welche Art
von Betreuung benötigt wird. Eine Fachkraft? Oder reicht für einen Teil
der Zeit auch eine Aushilfe (selbst angestellt) oder ein
Zivildienstleistender? Gibt es keine Zeiten, die Ihr selbst übernehmen
könnt? Wenn rund um die Uhr jemand da sein soll, dann dürfte das etwa
10.000 DM im Monat zusätzlich zu dem, was die Pflegeversicherung zahlt,
kosten.
JA> Dann kam mir noch der Gedanke, die Unterstützung eines Sozialdienstes
mit
JA> einer privat angestellten Kraft zu verbinden. Nur, woher bekomme ich
die
JA> und besteht die Gefahr, daß deshalb die Zuschüsse aus der
JA> Pflegeversicherung bzw. Krankenkasse gekürzt oder gar gestrichen
werden?
Nein, kein Problem, Du kannst die Leistungen der Kasse beliebig auf eigene
Kosten ergänzen.
JA> Wo
JA> könnte man sich da verbindlich erkundigen? Ich bekomme so
unterschiedliche
JA> Informationen von Ärzten etc.
Für seine Mitglieder beitet der Arbeiter-Samariter-Bund eine telefonische
Pflegeberatung an (0221/47605-0). Ansonsten berät natürlich jeder
Pflegedienst - aber die wollen auch verkaufen.
JA> Ist es übrigens rechtens, daß man den Patienten aus dem Krankenhaus
JA> entläßt, weil er eben ein Pflegefall ist, obwohl er zu hause nicht
alleine
JA> bleiben kann und eben auf die Schnelle kein Platz in einem Heim zu
finden
JA> ist?
Das ist ein ganz großer Fehler! Das Krankenhaus hat viel bessere
Möglichkeiten (Sozialdienst), auf die schnelle einen Platz zu besorgen als
Du. Es ist in solchen Fällen wichtig, im Krankenhaus darauf hinzuweisen,
daß eine Aufnahme zu Hause auf keinen Fall möglich ist, dies muß man
direkt kategorisch ablehnen. Es klingt zwar hart: Wenn das Krankenhaus
dies ignoriert, den Krankenwagen wieder wegschicken.
JA> Und kann die Krankenkasse sagen, daß sie den K.-Aufenthalt nicht mehr
JA> zahlt, weil er in ein Heim o.ä. muß, da das Krankenhaus eben kein
JA> Pflegeheim ist?
Das ist absolut korrekt. Deshalb haben die Krankenhäuser auch alle Mittel
und Wege gefunden, daß sie die Patienten unmittelbar nach der Behandlung
an ein Pflegheim "los werden". Die medizinische Behandlung wird dann eben
noch ein paar Tage hinausgezögert und der Sozialdienst findet in der
Zwischenzeit einen Platz im Heim.
Guido
Du meintest am 01.05.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
HB>> Meine voll pflegebeduerftige, zu der Zeit schon verwirrte Mutter
wurde,
HB>> 500 km von mir entfernt, nach einem ausgeheilten Herzinfarkt vor
HB>> ihrem zu der Zeit allein bewohnten Haus auf der Strasse ausgesetzt.
AR> Das ist ja der Hammer. Da muß aber doch einer den Transportschein
AR> ausgestellt haben, war das nicht nachzuvollziehen?
Ich habe das selbst im Krankentransport schon erlebt. Da wird eine
Patientin - die nicht gerade gesprächig ist - als gesund nach Hause
entlassen. Sie war gestürzt, die radiologische Abklärung ohne Befund, nur
ein paar Blutergüsse, und sollte jetzt wieder nach Hause.
Im Krankenhaus hat die Frau kein Mensch gefragt, in welchen Verhältnissen
sie denn zu Hause lebt und ob sie alleine zurecht kommt. Wir haben dann
von ihrer Wohnung aus alles in Bewegung gesetzt, was man an einem
Sonntagnachmittag in Bewegung setzen kann (Pflegedienst, Angehörige).
HB>> Ich bin ueberzeugt und habe auch die Erfahrung gemacht, dass das
HB>> Wartelistensystem fuer Heimplaetze nichts bringt.
AR> Das ist sicher ein Trug mit den Wartelisten. Sie können wohl nur für
Leute
AR> in Frage kommen, die ansonsten selbständig sind und vorsorglich sich
AR> schonmal anmelden wollen im Heim ihrer Wahl.
Ja, aber von denen melden sich derartig viele an, daß da kaum eine Chance
besteht. Die Situation ändert sich aber durch die Leistungen der
Pflegeversicherung für Pflege zu Hause im Moment erheblich!
AR> Die Frage ist, ob man das als Bewerber wirklich bei einem Besuch
AR> feststellen kann. Wie hast Du das gemacht?
Das frage ich mich auch. Es gibt sehr schöne Pflegeheime, wo aber
miserabel motiviertes Personal arbeitet, daß die Insassen (anders kann man
es da nicht mehr nennen) wie den letzten Dreck behandelt - und umgekehrt.
Was man sieht, sind Äußerlichkeiten.
AR> Um das noch meiner Mail an Jasmin hinzuzufügen: eine 24-Stunden-Pflege
muß
AR> man privat auf jeden Fall mitfinanzieren, habe mich gestern mit einer
AR> Kollegin aus der ambulanten Pflege darüber unterhalten, sie meinte,
daß die
AR> 3750 DM/Monat in keinem Fall reichen würden und privates Zuzahlen
AR> unumgänglich ist.
Uner 12-15.000 DM/Monat machst du da überhaupt nichts. Und diesen Betrag
habe ich jetzt auf der Basis folgender Annahmen ausgerechnet:
- Betreuung ist zumindest teilweise durch Zivis möglich
- Nachtstunden werden nur zu 50% bezahlt
- Besorgungen/Einkaufen/Kochen wird von den Angehörigen erledigt oder
der Pflegebedürftige kann zu diesen Zeiten alleine bleiben
Pflegehilfsmittel kommen noch dazu (werden aber im allgemeinen bezahlt).
Guido
Du meintest am 01.05.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
JA> Ich rede nicht davon, daß man dafür als Angehöriger nichts tun
JA> muß bzw. daß man sich gemütlich in den Sessel zurücklehnen und sagen
kann
JA> 'die machen das schon'.
Doch, "die machen das schon", dazu mußt Du allerdings Deine Existenz (als
Angehöriger) verleugnen. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, daß alles
am besten klappt, wenn gar keine Angehörigen da sind. Dann ist dem
Sozialdienst sofort klar, daß er sich selbst um den Verbleib des Patienten
kümmern muß und macht das dann auch. Er kann ja die Zuständigkeit an
niemanden abschieben - es ist ja keiner da.
Und zu Deinen Erfahrungen mit dem Arzt: Der hat damit überhaupt nichts zu
tun, bei ihm verschwendest Du nur Deine Zeit.
Guido
Du meintest am 30.04.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
CS> IMHO ja - der mobile soziale hilfsdienst, bzw. zivis, die eine solche
CS> betreuung über eine wohlfahrtsorganisation vornehmen.
CS> erkundige dich bei DRK, ASB, MHD, JOHANNITER usw. die können dir
konkret
CS> weiterhelfen, da sie eigentlich auch rechtsexperten für sowas haben.
Der MHD oft nicht, da das statt des MHD die Caritas macht (das ist bei der
katholischen Kirche so aufgeteilt).
Guido
Du meintest am 30.04.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
BK> nach den Patienten sehen und sie versorgen. Man kann auch z.B. zwei
BK> Hilfsdienste verpflichten; einen Pflegedienst und so etwas wie die
BK> Arbeiterwohlfahrt oder den MSHD des Roten Kreuzes.
Die Caritas und die Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH) bieten beides an,
Pflege durch Fachkräfte und den MSHD (Zivis für den Haushalt), da bekommt
man alles aus einer Hand und hat einen Ansprechpartner.
BK> Natürlich mußt Du
BK> vorher die Finanzierung abklären (am Besten mit der Krankenkasse,
BK> gegebenenfalls der Pflegeversicherung oder eben mit einem
Sozialarbeiter).
Der medizinische Dienst ist unglaublich langsam. Du hast praktisch keine
Chance, das vorher abzuklären, das ist immer ein Risiko.
Guido
Du meintest am 04.05.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
JA> daß sie sich mit uns beschäftigen mußten. Schließlich lag das
Gutachten des
JA> MD auf dem Tisch, das ich mir schnappte und es stellte sich heraus,
daß
JA> _sämtliche_ Fragen auf Pflegebedürftigkeit mit 'Nein' beantwortet
waren.
Der MD füllt dieses Formular ja bei seinem Besuch bei dem Patienten aus.
War denn da niemand dabei? Was hat Dein Vater auf die Fragen geantwortet?
Oftmals werden dabei Leute mit Suggestivfragen über den Tisch gezogen:
"Sie können doch noch alleine Duschen?".
Guido
GG>Doch, "die machen das schon", dazu mußt Du allerdings Deine
GG>Existenz (als Angehöriger) verleugnen.
Das kann ich nicht und abgesehen davon würde man ihn dann einfach ins
nächstfreie Pflegeheim abschieben und das will ich nicht.
GG>Und zu Deinen Erfahrungen mit dem Arzt: Der hat damit überhaupt nichts
GG>zu tun
Das weiß ich auch. Dennoch darf ich ihn ja wohl auf seine medizinische
Zuständigkeit hinweisen, vor der er sich in ihrer Auswirkung, einen Platz
zu finden, zu drücken versucht, oder?
Gruß
Jasmin
GG>War denn da niemand dabei?
:-( Ich war jedenfalls nicht dabei. Meine Mutter hatte das damals
irgendwie in die Wege geleitet und mich nicht informiert.
GG>Was hat Dein Vater auf die Fragen geantwortet?
Gute Frage, nächste Frage. Vermutlich hat er mit seinen 35 kg und in
seiner Resignation nur noch 'jaja' gesagt ...
GG>Oftmals werden dabei Leute mit Suggestivfragen über den Tisch gezogen:
Ja, den starken Eindruck habe ich auch.
Oh Mann, ist das eine Scheiße.
Gruß
Jasmin
Du meintest am 07.05.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
GG>> Was hat Dein Vater auf die Fragen geantwortet?
JA> Gute Frage, nächste Frage. Vermutlich hat er mit seinen 35 kg und in
seiner
JA> Resignation nur noch 'jaja' gesagt ...
Und entsprechend sah der Fragebogen dann ja auch aus.
Man kann da eigentlich nur empfehlen, daß ein gut informierter Angehöriger
oder ein Mitarbeiter des Pflegedienstes dabei ist.
Guido
Du meintest am 07.05.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
GG>> Doch, "die machen das schon", dazu mußt Du allerdings Deine
GG>> Existenz (als Angehöriger) verleugnen.
JA> Das kann ich nicht und abgesehen davon würde man ihn dann einfach ins
JA> nächstfreie Pflegeheim abschieben und das will ich nicht.
Klar, das war auch kein ernstgemeinter Vorschlag, sondern nur die
Feststellung, die können schon, wenn sie müssen und wollen.
GG>> Und zu Deinen Erfahrungen mit dem Arzt: Der hat damit überhaupt
nichts
GG>> zu tun
JA> Das weiß ich auch. Dennoch darf ich ihn ja wohl auf seine medizinische
JA> Zuständigkeit hinweisen, vor der er sich in ihrer Auswirkung, einen
Platz
JA> zu finden, zu drücken versucht, oder?
Natürlich, aber es kostet Dich in dem Fall nur unnötig Nerven und bringt
Dich keinen Schritt weiter.
Guido
GG>Natürlich, aber es kostet Dich in dem Fall nur unnötig Nerven und
GG>bringt Dich keinen Schritt weiter.
Nö, zumindest ich mache andere Erfahrungen. Und außerdem kann ich mich
dabei - sachlich, ich komme ja nur mit Fakten - abreagieren. Wie soll ich
zum Beispiel irgendein Anmeldeformular unterschreiben, wenn ich die
Vollmacht nicht schriftlich habe, mein Vater aber nicht mehr
unterschreiben kann, die Ärzte ihn aber raushaben wollen? Diesen
Teufelskreis muß man Ärzten offenbar erstmal klarmachen und anscheinend
verstehen die das langsam auch. Jedenfalls schleppte ich eine willige
Schwester und den Arzt ins Krankenzimmer, damit sie bezeugen können, daß
mein Vater zwar versucht, die Vollmacht zu unterschreiben, es aber nicht
geht. So, und das habe ich jetzt auch durch die Unterschriften von Arzt
und Schwester unter der Vollmacht mit dem Zusatz, daß mein Vater zu
schwach zum Unterschreiben ist, schriftlich. Ich hoffe, das reicht den
Ämtern etc. Ja, Himmel nochmal! Ich laß' mich doch nicht verarschen und
alles auf mich abschieben. Das, was sie tun können, sollen sie gefälligst
auch leisten.
Sicher ist da auch eine große Portion Hilflosigkeit und Trauer bei mir mit
im Spiel, daß ich denen alle so die Hölle heiß mache. Aber ich bin ja
nicht hysterisch oder tue Unrechtes. Ich will, daß sie das leisten, wofür
sie bezahlt werden bzw. da sind. Da sie es nicht freiwillig tun, nerve ich
halt und hole mir dabei ein bißchen Genugtuung, sie springen zu lassen.
Gruß
Jasmin
GG>Man kann da eigentlich nur empfehlen, daß ein gut informierter
GG>Angehöriger oder ein Mitarbeiter des Pflegedienstes dabei ist.
Ja, sicher. Ich fände es nur ganz nett, wenn man mich dann auch
informieren würde. Oder soll ich jeden Tag anrufen und fragen, wann sie
kommen? Wohl kaum.
Gruß
Jasmin
Hallo Jasmin,
Du meintest am 11.05.96 zum Thema
"24-Stunden-Pflege zu Hause":
GG>> Man kann da eigentlich nur empfehlen, daß ein gut informierter
GG>> Angehöriger oder ein Mitarbeiter des Pflegedienstes dabei ist.
JA> Ja, sicher. Ich fände es nur ganz nett, wenn man mich dann auch
informieren
JA> würde. Oder soll ich jeden Tag anrufen und fragen, wann sie kommen?
Wohl
JA> kaum.
Die haben es dort nicht einmal nötig, Termine abzusprechen? Dann würde ich
denen einfach sagen "Sie müssen den Termin schon vorher absprechen, meine
Mutter überhört die Klingel oft und läßt keine Fremden Leute rein".
Guido
GG>Die haben es dort nicht einmal nötig, Termine abzusprechen?
Offenbar.
GG>Dann würde ich denen einfach sagen "Sie müssen den Termin schon vorher
GG>absprechen, meine Mutter überhört die Klingel oft und läßt keine
GG>Fremden Leute rein".
Nun, der 'Besuch' war in einem Altenheim. Der dort behandelte Arzt wußte von
dem Termin. Manchmal frage ich mich, wozu ich eigentlich in den letzten vier
Jahren meine gleichbleibende Telephonnummer zig mal hinterlassen habe. Das war
ja dann auch ein absoluter - mir fällt kein Wort ein -, als mein Vater
schließlich wieder in 'seinem' Krankenhaus war, wo mich mittlerweile auch schon
alle kannten, ich am nächsten Morgen angerufen wurde unter einer anderen
Nummer, obwohl ich tags zuvor ausdrücklich sagte und vermerken ließ, ich sei
jetzt ganz in der Nähe unter der Nummer meines Vaters zu erreichen - die ist
übrigens und logischerweise auch in jedem Rechner etc. drin. Aber nein, zu blöd
zum Lesen. Gelobet sei die Möglichkeit, seinen AB fernabzurufen.
Vielleicht sollte ich bei der Krankenkasse mal fragen, ob sie für die
vergeblichen Telephonate von mir meine jetzige Telephonrechnung von 450 DM
mittragen?
Oder vielleicht sollte ich dem Arzt des Medizinischen Dienstes einen Brief
schicken, indem ich mich für seine schnelle Reaktion und realistische
Einschätzung der Pflegebedürftigkeit bedanke und die Todesanzeige beifüge?
Vielleicht sollte ich ihn aber auch einfach zur vollen und lebenslänglichen
Pfegebedürftigkeit zusammenschlagen? Totschlagen wäre zu einfach. Aber da fällt
mir ein, da müßte ich einige zusammenschlagen. Ein extra Pflegeheim für die
zuständigen Ärzte. Das wäre ein großes Heim und wir wissen ja, wie es in großen
Heimen zugeht. Dann werden auch wieder Stellen frei. Wenigstens wurde mein
Leserbrief über Blüms Sparpläne in der letzten Wochenendausgabe abgedruckt, an
dem Wochenende, an dem mein Vater starb.
Prost
Jasmin
JA>> Oder vielleicht sollte ich dem Arzt des Medizinischen Dienstes einen
WM>Brief schicken, indem ich mich für seine schnelle Reaktion und realistische
WM>Einschätzung der Pflegebedürftigkeit bedanke und die Todesanzeige beifüge?
WM>Dies-und das meine ich sehr ernsthaft-würde ich durchaus erwägen,
WM>vielleicht nützt es den noch lebenden Patienten, die dieser Kollege zu
WM>begutachten hat. Mit freundlichen Grüßen
WM>Jan
Wie wärs mit einer Schwarzen Liste über inkompetente Mediziner beim MdK?
Ich mach schon mal den Anfang:
MdK Dr. Grund
--------------------------------------------------------------------------
Erlangen Grimm Begutachtung vom Grünen Tisch weg, Inkompetenz
in Sachen Erkennung offensichlicher Gesundheits-
störungen, Verlassen auf das (nicht vorhandene)
Urteilsvermögen von Kollegen (wozu brauch ich dann
den MdK, einen Drittkläßler aus Vorbefunden was
neues zaubern lassen tuts auch).
Fachliche Inkompetenz in der Beurteilung von
Erkrankungen und deren Auswirkungen.
Nürnberg ??? Begutachtung vom Grünen Tisch weg trotz Auffor-
derung zur persönlichen Begutachtung.
--------------------------------------------------------------------------
Ciao, Werner.
--
>Request/Anforderung: *SEND HOMEPAGE* E-Mail: W.M...@LINK-N.CL.SUB.DE
Trau keinem Arzt der weniger Ahnung von Deiner Erkankung hat als Du!
WM>Wie wärs mit einer Schwarzen Liste über inkompetente Mediziner beim
WM>MdK? Ich mach schon mal den Anfang:
ich würde Dir dringend raten, die Finger von solchen Aktionen zu lassen:
Was Du betreibst, kann ganz schön ins Auge gehen.
Solange Du nicht selbst in Vorgänge einbezogen bist und unmittelbar
nachweisen kannst, daß an Ort und Stelle Mist gemacht wurde, kann Dir
jeden ein Strick daraus drehen und Dir Verleumdung nachwerfen, unabhängig,
inwieweit dies selbst gerechtfertigt sein mag.
Ferner halte ich von solchen Listen gar nichts, weil je nach eigenem
reduzierten Erkenntnisstand, oft über Mundprogaganda etwas ganz anderes
herauskommen kann, als dies mal im Ursprung ausgesehen haben mag.
Wenn Du allerdings nicht zufrieden bist mit bestimmten Personen, dann
solltest Du die Konsequenzen ziehen und den Vorgesetzten schriftlich auf
die Fehler hinweisen. Dies dürfte m.E. immer noch häufiger Erfolg haben,
gerade wenn eine Person häufiger auffällt, als jetzt einfach ein schwarze
Liste anlegen, die gar nicht zum Zug kommt, weil - ich frage jetzt mal
unbedarft: Wer liest die denn???. Und die Einteilung der Untersucher des
MDK passiert nun mal nicht durch dieses Brett hier.
> Wie wärs mit einer Schwarzen Liste über inkompetente Mediziner beim MdK?
> Ich mach schon mal den Anfang:
>
> MdK Dr. Grund
>
--------------------------------------------------------------------------
> Erlangen Grimm Begutachtung vom Grünen Tisch weg, Inkompetenz
> in Sachen Erkennung offensichlicher Gesundheits-
> störungen, Verlassen auf das (nicht vorhandene)
> (...)
Bist Du noch ganz dicht? Das ist üble Nachrede (Rechtsbruch), und Du bist
überhaupt nicht qualifiziert, solche Urteile zu fällen.
Franz
User: Franz_H...@bn.maus.de ;Date: 11.06.96
WM>Bist Du noch ganz dicht? Das ist üble Nachrede (Rechtsbruch), und Du bist
WM>überhaupt nicht qualifiziert, solche Urteile zu fällen.
Das sehe ich anders, da ich direkt betroffen bin und ich kein Einzelfall
bin.
Wegen der Inkompetenz des MdK Erlangen habe ich bereits zweimal sechs
Wochen Krankenhausaufenthalt im ersten Halbjahr dieses Jahres hinter mir,
ferner weiterhin Aufenthalt auf Intensiv mit 3fach-Thrombose und noch
einige andere Dinge, daß es einem schlecht wird.
Soll mich der MdK doch verklagen, es würde ein Schuß nach hinten werden!
Hallo Lothar!
User: Lothar_...@b.maus.de ;Date: 11.06.96
WM>ich würde Dir dringend raten, die Finger von solchen Aktionen zu lassen:
WM>Was Du betreibst, kann ganz schön ins Auge gehen.
Normalerweise schon, aber die Beweislage ist erdrückend gegen den MdK
(Erlangen).
WM>Solange Du nicht selbst in Vorgänge einbezogen bist und unmittelbar
Bin ich leider, mehr als mir lieb ist.
WM>nachweisen kannst, daß an Ort und Stelle Mist gemacht wurde, kann Dir jeden
Ein anderer MdK hat genau das angeordnet, was ich u.a. über ein Jahr lang
gefordert habe.
WM>ein Strick daraus drehen und Dir Verleumdung nachwerfen, unabhängig,
WM>inwieweit dies selbst gerechtfertigt sein mag.
Verleumdung ist, soweit ich weiß, die Verbreitung unwahrer Ereignisse.
Ich verbreite die erlebte Wahrheit.
WM>Ferner halte ich von solchen Listen gar nichts, weil je nach eigenem
WM>reduzierten Erkenntnisstand, oft über Mundprogaganda etwas ganz anderes
Als Patient kenne ich meine Erkrankung mittlerweile besser als jeder Arzt
(vor allem mit so viel medizinischen Hintergrundwissen).
WM>herauskommen kann, als dies mal im Ursprung ausgesehen haben mag.
Wie gesagt, Du erfährst es aus erster Hand. Komm mich doch mal besuchen
und ich zeig Dir Fotos.
WM>Wenn Du allerdings nicht zufrieden bist mit bestimmten Personen, dann
WM>solltest Du die Konsequenzen ziehen und den Vorgesetzten schriftlich auf
WM>die Fehler hinweisen. Dies dürfte m.E. immer noch häufiger Erfolg haben,
Hat keinen Zweck, da die eine Krähe der anderen kein Auge auskratzen wird.
Hab ich schon mal an zwei Kliniken ausprobiert.
Aber wegen der Liste hast Du recht. Es hat wohl keinen Zweck.
Ich werde mein Buch schon noch schreiben und dann darin jeden namentlich
erwähnen und die Hintergründe gleich dazu, egal, ob ich positives oder
negatives mitzuteilen habe.
WM>unbedarft: Wer liest die denn???. Und die Einteilung der Untersucher des
WM>MDK passiert nun mal nicht durch dieses Brett hier.
Nein, aber evtl. Mitleidensgenossen?!?