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Gobelin gerade ziehen?

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Sabine Pothmann

unread,
Apr 20, 2001, 9:05:13 AM4/20/01
to
Hallo alle,
ich habe mir einen schönen, fertigen Gobelin in der Größe ca. 55x75 auf Ebay
ersteigert.
Nun ist er bei mir angekommen, und er ist auch wirklich sehr schön -
bloooooß -
leider ist er irgendwie nicht rechteckig, sondern eher "trapezförmig" nach
links gelehnt!
Anders gesagt: Er ist (durch das Sticken?) verzogen.
Irgendwie hab ich nur schwammig in Erinnerung, wie das mit dem gradeziehen
ging. Naßmachen - Bügeln - dann spannen...? Oder war es feucht spannen und
gar nicht bügeln...? Oder war es nur spannen und feste ziehen...?
Ich weiß es nicht :-(
Weiß es eine von Euch, wie ich das Ding wieder rechteckig bekomme?
Zu sehen ist er übrigens unter
http://cgi.ebay.de/aw-cgi/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=576161112
falls es jemand interessiert, wie er aussieht. Auf dem Bild dort kann man
auch die "Trapezförmigkeit" erkennen, es ist nämlich nicht - so wie es fast
aussehen könnte - schräg aufgenommen, sondern gerade.

Gruß
Sabine


Kerstin Michler

unread,
Apr 20, 2001, 9:45:50 AM4/20/01
to
"Sabine Pothmann" <ES...@gmx.net> wrote:

>Irgendwie hab ich nur schwammig in Erinnerung, wie das mit dem gradeziehen
>ging. Naßmachen - Bügeln - dann spannen...? Oder war es feucht spannen und
>gar nicht bügeln...? Oder war es nur spannen und feste ziehen...?
>Ich weiß es nicht :-(
>Weiß es eine von Euch, wie ich das Ding wieder rechteckig bekomme?

Also, was *ich* versuchen würde:
Zunächst mal auf Maß und Rechteckigkeit spannen, rechte Seite immer
unten. Dann vorsichtig mit einem Dampfbügeleisen drübergehen, ohne den
Stoff zu berühren. Gut trocknen lassen und gucken, wie es aussieht.
Notfalls schrittweise vorgehen, wenn der Gobelin nicht sofort
rechteckig werden will. Voraussetzung ist aber immer, daß er Dampf
verträgt. Kannst Du das irgendwie an einem Randstück testen?

Richtig mit dem Bügeleisen drauf würde ich nicht gehen, weil die Sohle
wesentlich heißer ist als der Dampf. Damit kann man viel Schaden
anrichten.

>Auf dem Bild dort kann man
>auch die "Trapezförmigkeit" erkennen, es ist nämlich nicht - so wie es fast
>aussehen könnte - schräg aufgenommen, sondern gerade.

Das ist aber ein Parallelogramm. ;-)

Zahlreiche Grüße
Kerstin, heute korinthig

Bine Bröhl

unread,
Apr 20, 2001, 2:28:16 PM4/20/01
to
Hallo,

> Also, was *ich* versuchen würde:
> Zunächst mal auf Maß und Rechteckigkeit spannen, rechte Seite immer
> unten. Dann vorsichtig mit einem Dampfbügeleisen drübergehen, ohne den
> Stoff zu berühren. Gut trocknen lassen und gucken, wie es aussieht.
> Notfalls schrittweise vorgehen, wenn der Gobelin nicht sofort
> rechteckig werden will. Voraussetzung ist aber immer, daß er Dampf
> verträgt. Kannst Du das irgendwie an einem Randstück testen?

... sorry, aber das ist nicht so empfehlenswert.

Der Gobelin wird mit Nägeln genau rechtwinklig auf eine Holzplatte
gespannt, immer Nägelchen für Nägelchen. Die richtige Größe vorher auf
der Paltte markieren. Anschließend anfeuchten und trocknen lassen. Damit
er dann in der Form bleibt, muß die Unterseite mit Spezialleim behandelt
werden. Gerahmt wird er dann über eine dünne Lage Spazialschaumstoff.

Bei kleineren Gobelins geht das selber prima. Wenns ein größerer ist,
und da fallen für mich 60 mal 70 cm rein, dann würde ich es mir leisten
und ihn im Fachhandel rahmen lassen. Den bekommt man als Laie nur sehr
schwer fadengerade in einen Rahmen rein. Da der Rahmen den Wert des
Gobelins enorm steigert lohnt sich die Ausgabe.

Ich habe meine Schwertlilien (auch 60 mal 70) im Fachhandel rahmen
lassen, das hat mit doppeltem Passpartout und hinter Glas ca. 250 DM
gekostet. Ist allerdings schon ein paar Jahre her.

Tschüß

Bine

Bine Bröhl

unread,
Apr 21, 2001, 1:55:02 PM4/21/01
to
Hallo,

> Stimmt es eigentlich, daß es an der Sticktechnik liegt, wenn ein
> Gobelin sich verzieht?

Nein, bei Gobelin kommt das verziehen durch den Gobelinstich. Der läuft
vorne immer von links unten nach rechts oben, und hinten gerade. Dieses
Verziehen kennst Du vom Stricken, wenn z.B. Lochmustermaschen immer in
die gleiche Richtung verkreuzt werden. Kann man nicht verhindern, nur
durch gute Sticktechnik und nicht zu dolle Anziehen verringern. Sabines
Gobelin wurde wahrscheinlich sehr fest gestickt, jetzt ist er ein Trapez
- und vielleicht wirklich nur noch vom Fachmann gerade zu ziehen.

> Ich habe mal gehört, daß gerade bei bestimmten, besonderen Techniken
> der Fadenführung (irgendwas mit "E...", Eberswalder Stickerei?
> Eberswalder Spritzkuchen werden es ja nicht gerade sein) das Ding zum
> Schräglaufen neigt.

Das ist beim Kreuzstich - Du meinst Ebseer Kreuzstichtechnik. Das ist
aber eine Technik, bei der man wunderschöne Rückseiten erhält und zudem
noch Garn spart. Ich sticke den gerne bei Lesezeichen, wo man ja die
Rückseite sieht, oder auch bei Round Robins. Kreuzstich verzieht sich
aber im Allgemeinen sowieso nicht so sehr, egal mit welcher Technik. Das
kommt daher, daß ja die Sticher einam von rechts unten nach links oben
(Deckstiche) und dann von links unten nach rechts oben (Unterstiche)
laufen (oder andersrum, je nach Stickerin). Dadurch fällt das einseitige
Verziehen weg.

Tschüß

Bine

Sabine Pothmann

unread,
Apr 23, 2001, 12:56:01 PM4/23/01
to
Hi Kerstin,

"Kerstin Michler" <k.mi...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:0ne0etkc73p74n0tf...@4ax.com...
[...]


> >Auf dem Bild dort kann man
> >auch die "Trapezförmigkeit" erkennen, es ist nämlich nicht - so wie es
fast
> >aussehen könnte - schräg aufgenommen, sondern gerade.
>
> Das ist aber ein Parallelogramm. ;-)

Upps!
Du hast recht. Es ist ein Parallelogramm, kein Trapez.
Meine mathematischen und - wie heißt das - äh, formtechnischen Kenntnisse
sind genau so gut wie meine Kochkünste :-(

Gruß
Sabine


Sabine Pothmann

unread,
Apr 23, 2001, 12:57:08 PM4/23/01
to
Nabend,

"Bine Bröhl" <bi...@faltentiger.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3AE07FC0...@faltentiger.de...
[...]


> Der Gobelin wird mit Nägeln genau rechtwinklig auf eine Holzplatte
> gespannt, immer Nägelchen für Nägelchen. Die richtige Größe vorher auf
> der Paltte markieren. Anschließend anfeuchten und trocknen lassen. Damit
> er dann in der Form bleibt, muß die Unterseite mit Spezialleim behandelt
> werden. Gerahmt wird er dann über eine dünne Lage Spazialschaumstoff.

Werd ich mal versuchen, danke. Das war auch in etwa das, was ich in
Erinnerung hatte; ich wußte bloß die Reihenfolge nicht mehr und war nicht
sicher, ob irgendwo da drin auch noch "bügeln" vor kam :-(

Gruß
Sabine


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