Michael Stamer verfaßte am 23.11.1995, 2:29 in BIGFOOD:
MS>Der Grundteig für Schupfnudeln entspricht in etwar einem Spätzlesteig
MS>(ca. 500g Mehl (Typ 405), 4 Eier, Wasser, Salz, mit Holzlöffel schlagen
MS>bis Blasen entstehen, (mit angefeuchteten Händen) Schupfnudeln einzel
MS>zwischen den Händen rollen, in kochenden Salzwasser garen bis sie
MS>aufsteigen).
IMHO wird der Teig für Schupfnudeln aus Kartoffeln gemacht.
(Aber ich hab im Moment keine Zeit das entsprechende Rezept zu suchen und
abzutippen).
Tschüß
Jogi
JS>IMHO wird der Teig für Schupfnudeln aus Kartoffeln gemacht.
Schupfnudeln sind die deutsche Variante der Gnocchi. Beide werden aus
Kartoffeln gemacht.
gruß, timmi
Erwin Timmerbeil verfaßte am 26.11.1995, 18:20 in BIGFOOD:
ET>Schupfnudeln sind die deutsche Variante der Gnocchi.
Das habe ich bis jetzt noch nicht gewußt, schon wieder was dazugelernt. ;-)
Tschüß
Jogi
JS>IMHO wird der Teig für Schupfnudeln aus Kartoffeln gemacht.
Am letzten Wochenende beim Besuch meiner Oma (93) habe ich nochmal über dia
Schupfnudla mit ihr gesprochen. Sie meint, daß die Schupfnudeln nur aus Mehl,
Salz und Wasser bestehen. Früher seien Kartoffeln recht selten gewesen sein.
Sie gab mir ein Buch (S. Ruoß: 1986; Flädla Knöpfla Bubaspitzla Anno 1890;
Rouß Verlag Ulm, 2. Auflage) aus dem ich die folgende Geschichte (gekürzt) und
die Rezepte entnommen habe.
Zitat:
Von Bubaspitzla und Bautza
Die Schupfnudla, die gerne auch als Buabaspitzla, Wargala, Schupfwärgel,
Wargelnudla, Bauchstecher, Bauchstupferla oder Bauchstecher bezeichnet werden,
sind aus ihrem Dornröschenschlaf wieder erweckt worden und genießen heute
wieder hohes Ansehen als schwäbische Spezialität.
...
Die Schupfnudel darf wohl mit Recht als "die Urnudel" bezeichnet werden, denn
die ersten Nudeln wurden mit Sicherheit in Handarbeit hergestellt. So ist es
auch zu verstehen, daß sie bei Beginn des Maschienenzeitalters langsam in der
Versenkung verschwand. Erst als Großmutters Küche im Zuge der Nostalgiewelle
wieder entdeckt wurde ... , beannen sich wieder viele auf unsere so orginelle
schwäbische Küche.
Die Schupfnudeln sind hiefür ein typisches Beispiel. Wobei noch zu sagen ist,
daß die Orginalschupfnudeln früher nur mit Mehl, Wasser und Salz hergestellt
wurden.
Erst im 18. Jahrhundert, als die Kartoffel langsam bei uns heimisch wurden
[zeitliches Nord-Süd Gefälle, Anm. MS], mischte man gelegentlich noch
zerdrückte Kartoffel in den Teig. Vielerorts werden dem Teig noch Eier
beigemengt. Früher hätte uns deswegen die Obrigkeit sicher der Völlerei
bezichtigt.
Aber so ändern die Zeiten und auch die Rezepte. ..., denn nicht umsonst heißen
die Schupfnudeln früher Ranzastecher oder Bauchstupferle, denn die karge
Zubereitung war nicht jedermann bekömmlich.
...
Zum Mehl
...
Aber nicht immer wurde Weizenmehl so häufig verwendet wie heute. Früher wurde
in der Hauptsache DINKEL bei uns angebaut, eine der ältesten Getreidesorten
überhaupt. Der Dinkel war über Jahrhunderte die Brotfrucht der Schwaben und
ist heute fast in Vergessenheit geraten. Babei belegte er noch 1930 in
Würtemberg [umfaßte ein Teil von "Schwaben", Anm. MS] einen Anteil von 50% der
Getreideanbaufläche.
...
Der Dinkel zeichnet sich besonders duch seine Anspruchslosigkeit aus.
Ungünstige Lagen wie die [Schwäbische, Anm. MS] Alb und neuerdings auch höhere
Gegenden in der Schweiz eignen sich daher für den Anbau. ...
Besonders bekannt geworden ist der Dinkel bei uns durch die Grünkernerzeugung.
...
Zitat Ende
Ich denke, sich ein bischen mit der geschichtlichen Entwicklung der noch
vorhandenen regiolalen Küche (od. derer Erinnerung) zu befassen ist ganz
interessant, besonders heute, wo Zutaten für fast alles ganzjährig, überall
und finanziell erschwinglich immer zur Verfühung stehen !
Bevor die Rezepte kommee ein Gedicht zum Thema:
Mei Schiegermuader, des Schindluader
macht d'Krautnudla memma guat,
wenn se sterba däd ond i erba däd
wäred Krautnudla wieder guat.
Selber schupfa,
selber kocha,
selber essa,
des hoeßt mr hausgemacht!
Schupfnudla-Bubaspitzla (Grundrezept)(Quelle s.o.)
500g Mehl
Salz
350g Wasser
Das Mehl und Salz mit dem Wasser zu einem Teig vermengen. Daraus werden
fingerdicke 4-6 cm lange Nudeln "geschupft". Die Hände werden dabei gemehlt
und die Teigstückchen zwischen den Händen hin- und hergerollt, bis sie die
richtige Form haben, also an beiden Enden dünn und in der Mitte dicker sind.
Die Schupfnudeln 1 Std. ruhen lassen und in Salzwasser ca. 5 Min. abkochen.
Gut abtropfen lassen und in Schmalz auf beiden Seiten rösch anbraten.
Schupfnudla mit Kartoffeln (Quelle s.o.)
500g Mehl
500g Kartoffeln
Salz
Muskat
2 Eier
Die Kartoffeln am besten einen Tag zuvor Kochen. Dann schälen und
durchdrücken. Mit dem Mehl, den Eiern und den Gewürzen gut vermengen. Den Teig
ca. 20 min. ruhen lassen. Die Hände ins Mehl tauchen, fingerlange und -dicke,
an beiden Enden spitz zulaufende Nudeln formem - schupfen -. Danach ins
kochende Wasser geben. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, noch einige
Minuten ziehen lassen. Abschütten und in Schmalz anbraten.
Krautbautza (Quelle s.o.)
500g Sauerkraut
350g Mehl
Salz
Pfeffer
80g Schmalz
Das Sauerkraut feinhacken und mit dem Mehl und den Gewürzen gut vermengen.
Davon werden fingerdicke 4-6 cm lange Nudeln geformt. Die Hände dabei immer
gut einmehlen. Die Nudeln auf dem gemehlten Brett ca. 1 Std. ruhen lassen.
Danach 15-20 Min. lang abkochen. Abgießen und gut abtropfen lassen. In einer
Pfanne mit Schmalz goldgelb anbraten.
Schupfnudla mit Kraut
Schupfnudla herstellen wie oben (egal)
Die Schupfnudeln im Schmalz zusammen mit aufgelockertem Sauerkraut anbraten
bis es eine bräunliche Farbe angenommen hat. Wer will kann auch noch Speck
oder Hartwurstwürfel mitanbraten
Gruß
Michael.
alli klar!
Schon wieder was dazugelernt.
Tschüß
Jogi
GR>P.S.: Wie heißt auf schwäbisch ein kleines Schwein, das immer um Hilfe
GR>ruft?
Es wird doch wohl kein *Notrufsäule* gemeint sein... =;-)
Mahlzeit, Rüdiger
GR> P.S.: Wie heißt auf schwäbisch ein kleines Schwein, das immer um Hilfe
ruft?
Notrufsäule.
Ciao, Susanne.