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Frohes Fest

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Nikolaus Bernhardt

unread,
Dec 24, 2007, 11:54:08 AM12/24/07
to
Hallo,

egal, wie Ihr dieses Fest begeht (oder nicht begeht), wo Ihr diese
Tage seid, on Ihr diese Tage arbeiten müßt oder nicht, wie Ihr die
(befohlene, künstlich erzeugte) Weihnachsstimmung abends
kompensiert...

Ich wünsche Euch allen ein paar frohe Tage

Nik

Miles Collins

unread,
Dec 24, 2007, 1:05:22 PM12/24/07
to
* Nikolaus Bernhardt:

> Ich wünsche Euch allen ein paar frohe Tage

ebenso
Miles

Arnulf Sopp

unread,
Dec 24, 2007, 6:55:07 PM12/24/07
to
Am Mo., 24.12.2007, schrieb Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com>:

> egal, wie Ihr dieses Fest begeht (oder nicht begeht),

Welches Fest?

> Ich wünsche Euch allen ein paar frohe Tage

Danke, ich Dir auch.

Könntest Du Deinen Wunsch bitte am 11. und 29. Januar, am 17. Februar
und am 4. März noch einmal wiederholen? Was da los ist? Ebenfalls
nichts, aber es ist immer wieder schön, ein paar frohe Tage gewünscht
zu bekommen.

--
Tschüs!

Arnulf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Dec 26, 2007, 4:56:01 PM12/26/07
to
On Tue, 25 Dec 2007 00:55:07 +0100, Arnulf Sopp
<ar-nosp...@maaaddin.de> wrote:

>> egal, wie Ihr dieses Fest begeht (oder nicht begeht),
>
>Welches Fest?

Manche Menschen feiern den 24. Dezember.

Andere feiern den 24. Dezember nicht, verfassen dann aber Gedichte
darüber: http://www.hacktory.de/gedichte/24dezemb.html

>Könntest Du Deinen Wunsch bitte am 11. und 29. Januar, am 17. Februar
>und am 4. März noch einmal wiederholen? Was da los ist? Ebenfalls
>nichts, aber es ist immer wieder schön, ein paar frohe Tage gewünscht
>zu bekommen.

Also wenn ich mir den hektischen Trubel der letzten Woche ansehe, dann
war da schon mehr als "nichts". Nicht nur im Einzelhandel sind
Menschen froh, daß sie nun ein paar Tage Ruhe haben.

Nik

Arnulf Sopp

unread,
Dec 26, 2007, 9:28:00 PM12/26/07
to
Am Mi., 26.12.2007, schrieb Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com>:

> Manche Menschen feiern den 24. Dezember.

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Da ist einerseits der (falsch
datierte) Geburtstag Jesu, andererseits eine alte Tradition. Ersterer
ist für Atheisten ohne jeden Belang, letztere habe ich auch befolgt,
als meine Tochter noch klein war. Es ist einem Kind einfach nicht zu
vermitteln, dass andere Kinder Geschenke kriegen und einen tollen
Abend verbringen, während es selbst in die Röhre guckt. Immerhin
haben wir damals religiöses Brimborium außen vor gelassen und nur das
Fest der Geschenke einigermaßen feierlich gestaltet.

Als meine Tochter so elf oder zwölf war, fand sie selbst das Getue
peinlich. Seither hatte sie, solange sie noch bei mir wohnte, freien
Zugang zu meiner Knete und konnte sich jederzeit besorgen, was sie
brauchte oder gerne hatte, wobei ich ab einem bestimmten Betrag um
Absprache bat. Mit diesem Recht ging sie außerordentlich
verantwortungsvoll um.

Seither ist Weihnachten bei uns ersatzlos abgeschafft. Der christliche
Anlass ist nicht gegeben, die Tradition ist uns ebenso wurscht wie
Karneval oder neuerdings Halloween.

Jeder muss mit sich selbst ausmachen, ob er die Menschwerdung des
Heilands feiern möchte, an die er womöglich nicht so recht glaubt.
Jeder muss auch entscheiden, ob ein bestimmtes Kalenderdatum zum
Schenken, Lieben und Feiern verpflichtet. Es gibt Alternativen; da
fiele mir jetzt spontan der 29. August oder jeder 5. Mittwoch ein.

Aber vielleicht kann man sich auch von dem Zwang freimachen, das
Schenken, Lieben und Feiern an ein Datum zu binden. Ist ja auch
irgendwie pervers, oder?

--
Tschüs!

Arnulf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Dec 27, 2007, 6:02:18 AM12/27/07
to
On Thu, 27 Dec 2007 03:28:00 +0100, Arnulf Sopp
<ar-nosp...@maaaddin.de> wrote:

>> Manche Menschen feiern den 24. Dezember.
>
>Das ist ein zweischneidiges Schwert.

Die allermeisten Schwerter sind zweischneidig, sonst wären es ja Säbel
:-)

>Da ist einerseits der (falsch
>datierte) Geburtstag Jesu, andererseits eine alte Tradition.

Was spricht gegen Traditionen?

>Immerhin
>haben wir damals religiöses Brimborium außen vor gelassen und nur das
>Fest der Geschenke einigermaßen feierlich gestaltet.

Kirche und Glauben sind ja immer so eine Sache. Viele Menschen freuen
sich über den Anlaß.

>Seither ist Weihnachten bei uns ersatzlos abgeschafft. Der christliche
>Anlass ist nicht gegeben, die Tradition ist uns ebenso wurscht wie
>Karneval oder neuerdings Halloween.

Was spricht gegen neue Feste?

Dank Halloween erreicht die Weihnachts-Dekoration den Einzelhandel
nicht schon im September, was ich als Vorteil ansehe.

>Jeder muss auch entscheiden, ob ein bestimmtes Kalenderdatum zum
>Schenken, Lieben und Feiern verpflichtet. Es gibt Alternativen; da
>fiele mir jetzt spontan der 29. August oder jeder 5. Mittwoch ein.

Natürlich sind Feste oder Traditionen mehr oder wenig beliebige
Definitionssache.

Jahrelang feierte man hierzulande den 17. Juni. Der wurde dann
irgendwann als gesetzlicher Feiertag abgeschafft und seitdem feiert
man dann den 3. Oktober.

Woanders feiert man Knut oder Mittsommer, das Lichterfest, Jom Kippur,
das Ende des Ramadan, Samhain, Walpurgisnacht, den Geburtstag der
Könisgin, auch wenn sie an einem anderen Tag im Jahr geboren wurde.

Vielleicht brauchen (oder wollen?) manche Menschen ein bestimmtes
Datum als Anlaß für Festivitäten?

>Aber vielleicht kann man sich auch von dem Zwang freimachen, das
>Schenken, Lieben und Feiern an ein Datum zu binden. Ist ja auch
>irgendwie pervers, oder?

Natürlich kann man seine Mitmenschen an jenen Tag lieben, achten,
ehren und auch beschenken. Aber an manchen Tagen auch etwas mehr als
an anderen Tagen, oder? Es schadet zumindest nicht.

Nik

Arnulf Sopp

unread,
Dec 27, 2007, 8:42:55 PM12/27/07
to
Am Do., 27.12.2007, schrieb Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com>:

> Was spricht gegen Traditionen?

Gar nichts. Ich hätte nichts dagegen, die Rückkehr der hellen
Jahreszeit zu feiern (Ursprung des Weihnachtsdatums). Da ich aber
keine Seele habe, kann sie sich auch nicht versündigen, so dass ich
keinen Erlöser brauche. Wozu sollte ich also seinen Burtstach feiern,
zumal er keiner ist?

Und sein angeblicher Vater, den die Kirchen nur zur "Entschuldung"¹
der unverheirateten Maria ins Geschehen dichtete, ist ohnehin ein
Phantom. Ein Grund weniger, dieses Fest mehr als nach den Umständen
unvermeidbar zur Kenntnis zu nehmen.

Heutzutage kommt noch erschwerend hinzu, dass diese "Tradition" (die
vielleicht früher mal eine war) dermaßen schamlos kommerzialisiert
ist, dass ich damit nichts mehr zu tun haben möchte. In der Tagesschau
wird wohl gemerkt nicht von der Menschwerdung Gottes gesprochen,
sondern vom Zufriedenheitsgrad des Einzelhandels.

> Kirche und Glauben sind ja immer so eine Sache. Viele Menschen
> freuen sich über den Anlaß.

Das sollen sie auch, denn keiner muss meine Anschauungen teilen. Noch
nie habe ich gegen Religion gewettert, sondern immer nur kundgetan,
dass sie mir persönlich gestohlen bleiben kann. Das habe ich
allerdings gelegentlich begründet, und diese Gründe (alle in Schul-
oder anderen Lehrbüchern nachzulesen) hören sich für manchen
Gläubigen zwangsläufig und ohne meinen Willen so an, als hätte er
nicht mehr alle. Die Alternative wäre Schweigen, aber dann soll
bitteschön auch das Fest-der-Liebe-Gedudel in den Kaufhäusern, das
nervige Gebimmel am Sonntagmorgen, das Wort zum Sonntag etc.
aufhören. Ich glaube, es wird wirklich langsam Zeit für einen
Zentralrat der Ahteisten in Deutschland.

>>neuerdings Halloween.
>
> Was spricht gegen neue Feste?

War Weihnachten vor Zeiten noch ein Fest der Freude über die Geburt
des Heilands, so ist Halloween von Anfang an in Deutschland ein Fest
der Karies-Industrie. "Süßes oder Saures!" Ferrero und Haribo freuen
sich. Auch der Valentinstag ist eine Frucht der Lobbyarbeit der
Floristen. Beide "Feste" waren noch bis vor kurzem hier völlig
unbekannt.

> Dank Halloween erreicht die Weihnachts-Dekoration den Einzelhandel
> nicht schon im September, was ich als Vorteil ansehe.

So kann man es auch sehen.

>> der 29. August oder jeder 5. Mittwoch
>

> Natürlich sind Feste oder Traditionen mehr oder wenig beliebige
> Definitionssache.

Nichts gegen Kalenderdaten für Traditionen, zu denen ich stehe. Mein
zentraler Punkt ist aber, dass mir der Anlass von Weihnachten nichts
bedeutet.

> Woanders feiert man ... das Ende des Ramadan,

Das wäre doch mal was! Ich habe schon oft das Zuckerfest mit meinen
türkischen Freunden gefeiert. Natürlich nicht aus islamischer
Überzeugung, sondern weil ich halt eingeladen war. Nachdem die
Bevölkerungsgruppe der Türken allenfalls noch von der Gruppe der
Brillenträger an Zahl übertroffen wird, bestünde hierfür wenigstens
noch ein *heimischer* Anlass im Gegensatz zum Valentinstag und
Halloween.

> Vielleicht brauchen (oder wollen?) manche Menschen ein bestimmtes
> Datum als Anlaß für Festivitäten?

Nichts dagegen, wie gesagt. Sie dürfen von mir aus sogar den
religiösen Hintergrund ernstnehmen, wenn sie wollen. Aber *ich*
erlaube mir, von Fall zu Fall mitzugehen oder mich auszuklinken.

> Natürlich kann man seine Mitmenschen an jenen Tag lieben, achten,
> ehren und auch beschenken. Aber an manchen Tagen auch etwas mehr als
> an anderen Tagen, oder? Es schadet zumindest nicht.

Na ja, der volkswirtschaftliche Schaden des weihnachtlichen
Konsumterrors ist nicht unbedeutend, auch nicht der mentale Schaden
der vor- und weihnachtlichen Gehirnwäsche.


¹ Entschuldung von welcher Schuld? Du warst m.W. noch nie verheiratet,
hast aber vermutlich schon so manchen Meter Deines Fleiches und
Blutes in andere Menschen versenkt. Nur Traumtänzer wie die
Vatikanskis kommen auf die absurde Idee, Dich dafür zu beschuldigen.
Ok, 649, als dieser Unfug zum Dogma geadelt wurde, waren andere
Zeiten. Wenn man der Kirche so zuhört, dümpelt sie wohl immer noch so
bei 700 n.Chr. rum oder jedenfalls vor 1960.

Nein, ich korrigiere mich: Ungetauft gestorbene Kinder, z.B.
Fehlgeburten, kommen seit 2007 nicht mehr in die Vorhölle. Da sage
noch einer, z.B. so 'ne Art Sopp, die Kirche wäre nicht hochmodern!

*Gott,* ist mir schlecht!

--
Tschüs!

Arnulf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Dec 28, 2007, 6:32:02 AM12/28/07
to
On Fri, 28 Dec 2007 02:42:55 +0100, Arnulf Sopp
<ar-nosp...@maaaddin.de> wrote:

>Gar nichts. Ich hätte nichts dagegen, die Rückkehr der hellen
>Jahreszeit zu feiern (Ursprung des Weihnachtsdatums). Da ich aber
>keine Seele habe, kann sie sich auch nicht versündigen, so dass ich
>keinen Erlöser brauche. Wozu sollte ich also seinen Burtstach feiern,
>zumal er keiner ist?

Dann erfreust Du Dich eben einfach so daran, daß Du ein paar Tage frei
hast. Ist doch auch schön.

>Heutzutage kommt noch erschwerend hinzu, dass diese "Tradition" (die
>vielleicht früher mal eine war) dermaßen schamlos kommerzialisiert
>ist, dass ich damit nichts mehr zu tun haben möchte.

Weihnachten ist ein schönes Fest, wenn man als kleines Kind noch an
den Weihnachtsmann glaubt, als Eltern kleiner Kinder diese Schummelei
mitmacht und den Weihnachtsmann gibt, oder einfach als traditionellen
Anlaß, an dem die ganze Familie mal wieder zusammensitzt.

Gut, man könnte auch Tante Trudes Geburtstag als Anlaß nehmen, die
ganze Sippe mal wieder um einen großen Tisch zu setzen, aber...

Samhain, Valentienstag und Weihnachten haben uralte Wurzeln, kommen
einem in der heutigen Prägung jedoch eher wie Erfindungen des
Einzelhandels vor.

>Ich glaube, es wird wirklich langsam Zeit für einen
>Zentralrat der Ahteisten in Deutschland.

In Deutschland muß eben alles geregelt sein. Und jeder Gemeinschaft
braucht ihren Zentralrat... Oder ein Zentralkommitee :-)

>Das wäre doch mal was! Ich habe schon oft das Zuckerfest mit meinen
>türkischen Freunden gefeiert. Natürlich nicht aus islamischer
>Überzeugung, sondern weil ich halt eingeladen war.

Genauso feiern die meisten Menschen wohl Weihnachten. Man ist irgendwo
eingeladen und geht halt hin. Und anschließend war es dann doch ganz
schön :-)

[...]

>Na ja, der volkswirtschaftliche Schaden des weihnachtlichen
>Konsumterrors ist nicht unbedeutend, auch nicht der mentale Schaden
>der vor- und weihnachtlichen Gehirnwäsche.

Schaden? Weihnachten erzeugt Umsatz, schafft Arbeitsplätze...

Nik

Arnulf Sopp

unread,
Dec 28, 2007, 6:13:13 PM12/28/07
to
Am Fr., 28.12.2007, schrieb Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com>:

> Gut, man könnte auch Tante Trudes Geburtstag als Anlaß nehmen, die
> ganze Sippe mal wieder um einen großen Tisch zu setzen, aber...

Für Geburtstage gilt für mich dasselbe. Meinen feiere ich schon seit
Jahrzehnten nicht mehr. Eine Ausnahme war der 50., weil ich bei dieser
runden Zahl ziemlich massiv dazu gedrängt wurde. Ansonsten ist es mir
herzlich wurscht, wie oft sich seit meiner Geburt die Erde um die
Sonne gedreht hat. Und wenn sich mal wieder punktgenau eine Umdrehung
vollendet hat, mag das Astronomen interessieren, mich nicht.

In einem gebe ich Dir jedoch recht: Ohne so einen Anlass würde man
sich erheblich seltener sehen, verlöre sich evtl. sogar ganz aus den
Augen.

>> Ich glaube, es wird wirklich langsam Zeit für einen Zentralrat der
>> Ahteisten in Deutschland.
>
> In Deutschland muß eben alles geregelt sein. Und jeder Gemeinschaft
> braucht ihren Zentralrat... Oder ein Zentralkommitee :-)

So ein Zentralrat regelt nichts, er nimmt lediglich Rechte seiner
Mitglieder war, etwa wie eine Gewerkschaft oder ein Betriebsrat.

Als ich vor Zeiten noch in Eutin unmittelbar gegenüber einer Kirche
wohnte, bimmelte diese jeden Morgen um 7 Uhr. Eines Tages war sie
verstummt. Wie ich später hörte, hatte jemand Anzeige wegen
ruhestörenden Lärms erstattet und Recht bekommen. Das war eine
Einzelperson, die es mit sehr viel Glück geschafft hatte, gegen den
Widerstand einer übermächtigen römischen Lobby einen Richter zu
überzeugen.

Eine Interessenvertretung könnte schon im Vorwege durch Gespräche
Zündstoff aus so mancher Situation herausnehmen. Auch die Kruzifixe
in bayerischen Klassenzimmern mussten hinausgeklagt werden, wofür es
vielleicht gelangt hätte, mit der Anzahl von athestischen und
islamischen Wählerstimmen zu wedeln. Das hätte erheblich weniger
Staub aufgewirbelt.

Frau Knobloch vom Zentralrat der Juden in Deutschland und mit ihr der
ganze Zentralrat ist so gut wie unsichtbar. Dennoch glaube ich nicht,
dass sie untätig ist. Vielmehr ist anzunehmen, dass vieles hinter den
Kulissen ins Lot gebracht wird.

>> Na ja, der volkswirtschaftliche Schaden des weihnachtlichen
>> Konsumterrors ist nicht unbedeutend,

> Schaden? Weihnachten erzeugt Umsatz, schafft Arbeitsplätze...

Ahem! Wenn es Zeit für neue Schokoladennikoläuse wird, stellt Milka
mit Sicherheit keine festen Mitarbeiter ein. Es sind Aushilfen und
Zeitarbeiter, anlässlich derer man gerade darüber diskutiert, ob sie
von ihrem Lohn leben können sollen. Sie verschaffen der
Hartz-IV-Statistik lediglich ein rosa Schleifchen und versauen sich
mit dem zeitweiligen Minderverdienst ihre Rentenansprüche.

Ganz zu schweigen davon, dass die Schuldenfalle für viele endgültig
zuklappt.

--
Tschüs!

Arnulf

Martin Lemke

unread,
Dec 30, 2007, 6:38:50 AM12/30/07
to
Am Wed, 26 Dec 2007 22:56:01 +0100 schrieb Nikolaus Bernhardt:

> Manche Menschen feiern den 24. Dezember.

Wozu? Das ist ja nicht einmal ein Feiertag.

> Also wenn ich mir den hektischen Trubel der letzten Woche ansehe, dann
> war da schon mehr als "nichts".

Stümmt. Einen Nachmittag war ich privat in dem Trubel in der Stadt. Dies
führte dazu, dass ich die Innenstadt bis dato mied.

Ich verstehe nicht, warum sich die Leute alle Jahre Wieder freiwillig unter
Zwang setzen, allewelt irgend etwas schenken zu müssen. Ich bin froh, wenn
mich keiner mit materiellen Gaben belästigt.

> Nicht nur im Einzelhandel sind Menschen froh, daß sie nun ein paar Tage
> Ruhe haben.

So bleibt mir die nachweihnachtliche Katerstimmung erspart.

Martin

Nikolaus Bernhardt

unread,
Dec 30, 2007, 7:06:47 AM12/30/07
to
On Sat, 29 Dec 2007 00:13:13 +0100, Arnulf Sopp
<ar-nosp...@maaaddin.de> wrote:

>Für Geburtstage gilt für mich dasselbe. Meinen feiere ich schon seit
>Jahrzehnten nicht mehr. Eine Ausnahme war der 50., weil ich bei dieser
>runden Zahl ziemlich massiv dazu gedrängt wurde.

Wie so viele andere Menschen.

>Ansonsten ist es mir
>herzlich wurscht, wie oft sich seit meiner Geburt die Erde um die
>Sonne gedreht hat. Und wenn sich mal wieder punktgenau eine Umdrehung
>vollendet hat, mag das Astronomen interessieren, mich nicht.

Letzendlich sind Geburtstage auch nur Tage wie alle anderen. Ich bin
sicher, den allermeisten Menschen wäre Dein oder mein Geburtstag sowas
von egal, weil sie an jenem Tage eben NICHT Geburtstag haben.

Frei nach einem berühmten Zitat: Nur ein kleiner Tag für die gesamte
Menschheit, aber ein großer Tag für einen einzelnen Menschen :-)


>In einem gebe ich Dir jedoch recht: Ohne so einen Anlass würde man
>sich erheblich seltener sehen, verlöre sich evtl. sogar ganz aus den
>Augen.

Ja.

Zumal manche Menschen die Mühen (und Kosten) einer Anreise auch lieber
dann auf sich nehmen, wenn's (aus ihrer Sicht) etwas zu feiern gäbe.

>So ein Zentralrat regelt nichts, er nimmt lediglich Rechte seiner
>Mitglieder war, etwa wie eine Gewerkschaft oder ein Betriebsrat.

Wobei mich am Gedanken eines Zentralsrats stört, daß er glaube, er
vertrete ALLE Menschen, die...

Der Tentralrat der Juden in Deutschland spricht sicher nicht für alle
Juden in Deutschland.

Der Zentralrat der Roma und Sinti vertritt die Interessen der Roma und
Sinti. Was ist mit anderen Zigeunergruppen? Seit der Gattungsbegriff
"Zigeuner" durch "Roma und Sinti" ersetz wurde, scheint es keine
anderen Zigeunergruppen mehr zu geben.

>Als ich vor Zeiten noch in Eutin unmittelbar gegenüber einer Kirche
>wohnte, bimmelte diese jeden Morgen um 7 Uhr. Eines Tages war sie
>verstummt. Wie ich später hörte, hatte jemand Anzeige wegen
>ruhestörenden Lärms erstattet und Recht bekommen. Das war eine
>Einzelperson, die es mit sehr viel Glück geschafft hatte, gegen den
>Widerstand einer übermächtigen römischen Lobby einen Richter zu
>überzeugen.

Römische Lobby? War es eine katholische Kirche?

Nik

Martin Lemke

unread,
Dec 30, 2007, 7:14:53 AM12/30/07
to
Am Fri, 28 Dec 2007 12:32:02 +0100 schrieb Nikolaus Bernhardt:

> Dann erfreust Du Dich eben einfach so daran, daß Du ein paar Tage frei
> hast. Ist doch auch schön.

Ich habe an den beiden Feiertagen freiwillig gearbeitet. Lieber hätte ich
zwei Tage im Frühling oder Sommer dafür frei.

> Weihnachten ist ein schönes Fest, wenn man als kleines Kind noch an
> den Weihnachtsmann glaubt, als Eltern kleiner Kinder diese Schummelei
> mitmacht und den Weihnachtsmann gibt, oder einfach als traditionellen

Das Weihnachtsfest wurde früher dazu benutzt, Kinder unter Druck zu setzen:
Wenn Du nicht artig bist, kommt der Weihnachstmann mit der Rute (und
verprügelt Dich!). Zu meiner Kindheit war das noch so. Ob der
Prügelweihnachtsmann noch heute thematisiert wird, weiß ich nicht.

> Samhain, Valentienstag und Weihnachten haben uralte Wurzeln, kommen
> einem in der heutigen Prägung jedoch eher wie Erfindungen des
> Einzelhandels vor.

Und der Muttertrag, der Tag der Blumenläden.

Der Welt AIDS-Tag (1. Dez. des Jahres) führt leider ein Schattendasein.
Dabei wäre es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es diese schlimme,
unheilbare Krankheit nach wie vor gibt. 1.100 Menschen haben sich 2007 in
Deutschland mit dem HI-Virus infiziert, 650 sind an AIDS verstorben. Seit
Beginn der Epidemie haben sich in Deutschland 86.000 Menschenmit HIV
infiziert. [1]

OK, das ist kein Grund zum Feiern, aber doch zumindest eine Grund für
Aufmerksamkeit. Aber die bleibt versagt, wenn kein Kommerz damit verbunden
ist. Da ist uns doch jeder andere billige Anlass lieber, wenn es denn
irgendwie zu kommerzialisieren ist.

Martin


[1] http://rki.de/

p.s.: Es ist interessant, mal nach den Begriffen AIDS und Deutschland in
Web zu suchen. Meine ersten beiden Google-Treffer verwiesen auf einen
Spiegelartikel aus dem Jahre 2006 und einen Tagesschauartikel aus dem Jahre
2004 (!). Anscheinend ist AIDS 2007 nicht einmal mehr Berichterstattung
wert.

Da der Osten nun Berlin mit Billignutten überschwämmt (pimpern ohne Gummi
für 10 Euro) ist mit wachsenden AIDS-Infektionen zu rechnen. Die
Pharmaindustrie wird der Umsatzboom freuen. Es wartet ein neues Frest auf
uns.

Martin

Arnulf Sopp

unread,
Dec 30, 2007, 8:05:16 AM12/30/07
to
Am So., 30.12.2007, schrieb Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com>:

> Wobei mich am Gedanken eines Zentralsrats stört, daß er glaube, er
> vertrete ALLE Menschen, die...

Das ist nun mal nicht anders zu machen. Wer viele vertritt, vertritt
keinen einzigen 100%ig.

> Römische Lobby? War es eine katholische Kirche?

Ja.

--
Tschüs!

Arnulf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Dec 30, 2007, 8:24:27 AM12/30/07
to
On Sun, 30 Dec 2007 13:14:53 +0100, Martin Lemke <use...@maaaddin.de>
wrote:

>Ich habe an den beiden Feiertagen freiwillig gearbeitet. Lieber hätte ich
>zwei Tage im Frühling oder Sommer dafür frei.

Ich kenne Menschen, die an den Weihnachtsfeiertagen freiwillig
arbeiten, damit Kollegen mit Familie dann frei haben.

>Das Weihnachtsfest wurde früher dazu benutzt, Kinder unter Druck zu setzen:
>Wenn Du nicht artig bist, kommt der Weihnachstmann mit der Rute (und
>verprügelt Dich!). Zu meiner Kindheit war das noch so. Ob der
>Prügelweihnachtsmann noch heute thematisiert wird, weiß ich nicht.

Verwechselst Du den Nikolaus mit dem Weihnachtsmann? Rute als Strafe
für unartige Kinder verteilt der Nikolaus.

Die Drohung, daß der Weihnachtsmann nichte bringen könnte, verfängt
nur bei recht jungen Kindern. Recht schnell begreifen Kinder, daß
nicht "der Weihnachtsmann" sondern Tante Trude oder Papa die Geschenke
kauft.

>Der Welt AIDS-Tag (1. Dez. des Jahres) führt leider ein Schattendasein.

Ich habe reichlich Werbung für diesen Gedenktag gesehen.

>Dabei wäre es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es diese schlimme,
>unheilbare Krankheit nach wie vor gibt. 1.100 Menschen haben sich 2007 in
>Deutschland mit dem HI-Virus infiziert, 650 sind an AIDS verstorben. Seit
>Beginn der Epidemie haben sich in Deutschland 86.000 Menschenmit HIV
>infiziert.

Leider gehen (zu) viele Menschen nicht mehr auf Nummer sicher und
vergessen Schutz beim Sex. Die gruppe junger Schwuler bei den
Neuinfektionen ist erschreckend hoch. Offenbar hat AIDS im Bewußtsein
vieler Menschen den Schrecken verloren.

>Da der Osten nun Berlin mit Billignutten überschwämmt (pimpern ohne Gummi
>für 10 Euro) ist mit wachsenden AIDS-Infektionen zu rechnen. Die
>Pharmaindustrie wird der Umsatzboom freuen. Es wartet ein neues Frest auf
>uns.

Wer verbreitet denn derlei 'Fakten'? Eine Zeitung mit viel Buchstaben
als Titel?

Nik

Martin Lemke

unread,
Dec 30, 2007, 12:52:33 PM12/30/07
to
Am Sat, 29 Dec 2007 00:13:13 +0100 schrieb Arnulf Sopp:

> Für Geburtstage gilt für mich dasselbe.

Die Jubileen Prominenter scheinen Dir aber doch erwähnenswert. Liegt darin
nicht ein gewisser Widerspruch zu Deinem hier vorgetragenen angelblich
fehlenden Anspruch?

Martin

Martin Lemke

unread,
Dec 30, 2007, 1:17:41 PM12/30/07
to
Am Sun, 30 Dec 2007 14:24:27 +0100 schrieb Nikolaus Bernhardt:

> Ich kenne Menschen, die an den Weihnachtsfeiertagen freiwillig
> arbeiten, damit Kollegen mit Familie dann frei haben.

Das so zu verkaufen, ist für meinen Geschmack zu schleimerisch.

> Verwechselst Du den Nikolaus mit dem Weihnachtsmann? Rute als Strafe
> für unartige Kinder verteilt der Nikolaus.

Keine Ahnung. Willst Du Dich selbst als Kinderschreck bezichtigen?

Da ich in Hamburg aufgewachsen bin, wo an jeder Ecke der
Haupteinkaufszentren ein "Weihnachtsmann" steht, hatte ich sehr schnell
verstanden, dass es /den/ Weihnachtsmann nicht gibt. Als ich meine Mutter
einmal beim Befüllen der rausgestellten Schuhe erwischte, war mir klar,
dass es auch keinen Nikolaus gibt. Schlussendlich war es mir auch schnuppe,
wer mir die Schokolade in meine Schuhe füllt.

Die Inaussichtstellung von Geschenken unter dem Vorbehalt, dass man als
Kind auch artig war, ist mir nur in Zusammenhang mit dem Weihnachtsmann
geläufig. Den sinnbildlichen Weihnachsmann kenne ich als den Mann mit Sack
und Rute. Ich bin mir ganz sicher, dass ich den nicht verwechsle.

Der Nikolaus ist nur für die Süßigkeiten zuständig. Hat der eigentlich
irgend etwas mit dem Weihnachtsfest zu tun? Welche Rolle spielt der
eigentlich in dem Zusammenhang.

> Die Drohung, daß der Weihnachtsmann nichte bringen könnte, verfängt
> nur bei recht jungen Kindern. R

Dafür aber nachhaltig. Alice Miler hat mal in einem ihrer Bücher sehr
drastisch geschildert, wie brutal kleine Kinder mit dieser Masche
eingeschüchtert wurden; und zwar anhand einer wahren Begebenheit.

>>Da der Osten nun Berlin mit Billignutten überschwämmt (pimpern ohne Gummi
>>für 10 Euro) ist mit wachsenden AIDS-Infektionen zu rechnen. Die
>>Pharmaindustrie wird der Umsatzboom freuen. Es wartet ein neues Frest auf
>>uns.
>
> Wer verbreitet denn derlei 'Fakten'? Eine Zeitung mit viel Buchstaben
> als Titel?

Tut mir leid, das weiß ich nicht mehr. Bild scheidet aus, da ich das Blatt
nicht lese. Deine Lieblingszeitung hat aber einen Artikel, der die
Problematik erwähnt:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,512770,00.html

Martin

Arnulf Sopp

unread,
Dec 30, 2007, 7:38:31 PM12/30/07
to
Am So., 30.12.2007, schrieb Martin Lemke <use...@maaaddin.de>:

>> Für Geburtstage gilt für mich dasselbe.
>
> Die Jubileen Prominenter scheinen Dir aber doch erwähnenswert.
> Liegt darin nicht ein gewisser Widerspruch zu Deinem hier
> vorgetragenen angelblich fehlenden Anspruch?

Ich will jetzt nicht so hoch stapeln, bei denen ein historisches
Interesse zu heucheln. Aber Du wirst Dich an die
Verwendungszusammenhänge dieser Daten erinnern: "Samstag ist ein
guter Tag zum Grillen, denn dann können wir gleich den 261. Todestag
von Julius Caesar begehen." Es ist also mehr eine Art
Kuriositätensammlung.

War, muss ich sagen, denn bei irgendeinem Computerwechsel fielen die
Daten einem GAU zum Opfer.

--
Tschüs!

Arnulf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Jan 1, 2008, 4:01:22 PM1/1/08
to
On Sun, 30 Dec 2007 19:17:41 +0100, Martin Lemke <use...@maaaddin.de>
wrote:

>> Ich kenne Menschen, die an den Weihnachtsfeiertagen freiwillig


>> arbeiten, damit Kollegen mit Familie dann frei haben.
>
>Das so zu verkaufen, ist für meinen Geschmack zu schleimerisch.

Manchen Menschen geht das Fest 'meilenweit achterlich vorbei' oder sie
haben niemanden, mit dem sie feiern könnten oder wollten.

Wer dann die Schichten an Weihnachten übernimmt, tut den Menschen
etwas Gutes, die gerne frei hätten, um mit ihren Familien zu feiern.

>> Verwechselst Du den Nikolaus mit dem Weihnachtsmann? Rute als Strafe
>> für unartige Kinder verteilt der Nikolaus.
>
>Keine Ahnung. Willst Du Dich selbst als Kinderschreck bezichtigen?

Ich _heiße_ zwar Nikolaus, bin aber nicht das Symbol des Nikolauses
(samt Knecht Ruprecht).

>Der Nikolaus ist nur für die Süßigkeiten zuständig. Hat der eigentlich
>irgend etwas mit dem Weihnachtsfest zu tun? Welche Rolle spielt der
>eigentlich in dem Zusammenhang.

Wikipedia hat gute Artikel zu beiden Stichwörtern.

>>>Da der Osten nun Berlin mit Billignutten überschwämmt (pimpern ohne Gummi
>>>für 10 Euro) ist mit wachsenden AIDS-Infektionen zu rechnen.

>> Wer verbreitet denn derlei 'Fakten'? Eine Zeitung mit viel Buchstaben


>> als Titel?
>
>Tut mir leid, das weiß ich nicht mehr. Bild scheidet aus, da ich das Blatt
>nicht lese. Deine Lieblingszeitung hat aber einen Artikel, der die
>Problematik erwähnt:
>http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,512770,00.html

Da hab ich nur nicht das gefunden, was Du behauptet hast.

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Jan 1, 2008, 6:25:30 PM1/1/08
to
On Sun, 30 Dec 2007 13:14:53 +0100, Martin Lemke <use...@maaaddin.de>
wrote:

>Der Welt AIDS-Tag (1. Dez. des Jahres) führt leider ein Schattendasein.


>Dabei wäre es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es diese schlimme,
>unheilbare Krankheit nach wie vor gibt.

Es gibt viele schwere Krankheiten. Nicht allen kann man so leicht
entgehen wie AIDS.

>1.100 Menschen haben sich 2007 in
>Deutschland mit dem HI-Virus infiziert, 650 sind an AIDS verstorben.

Womit AIDS statistisch gesehen zu den unbedeutenden Todesursachen
zählt. Im Straßenverkehr sterben zehnmal soviele Menschen.

>OK, das ist kein Grund zum Feiern, aber doch zumindest eine Grund für
>Aufmerksamkeit. Aber die bleibt versagt, wenn kein Kommerz damit verbunden
>ist. Da ist uns doch jeder andere billige Anlass lieber, wenn es denn
>irgendwie zu kommerzialisieren ist.

80% der AIDS-Toten sind Männer, 70% der AIDS-Toten sind Männer, die
homosexuelle Kontakte hatten. Mache Menschen verhalten sich bewußt
risikofreudig (Barebacking).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/AIDS#Deutschland

Martin Lemke

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Jan 4, 2008, 4:10:38 AM1/4/08
to
Am Tue, 01 Jan 2008 22:01:22 +0100 schrieb Nikolaus Bernhardt:

> Wer dann die Schichten an Weihnachten übernimmt, tut den Menschen
> etwas Gutes, die gerne frei hätten, um mit ihren Familien zu feiern.

Das mache ich gern. Aber ich mag mir dazu nicht ostentativ auf die Schulter
klopfen.

>>http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,512770,00.html
>
> Da hab ich nur nicht das gefunden, was Du behauptet hast.

Ich behauptete, dass sich in Berlin osteuropäische Nutten zum absoluten
Billigtarif anbieten und genau das steht in dem Artikel. Dass sich damit
AIDS und andere sexuell übertragbaren Krankheiten stärker verbreiten, war
dagegen meine Schlussfolgerung. Schließlich ist Osteuropa ja für einen
regelrechten AIDS-Boom bekannt.

Zu Fragen rund um Infektionskrankheiten ist das Robert Koch Institut [1] in
Berlin immer eine gute Quelle. Egal, ob es um AIDS, Vogelgrippe, Ebola oder
sonst etwas geht.

Martin

[1] http://rki.de/

Martin Lemke

unread,
Jan 4, 2008, 4:24:18 AM1/4/08
to
Am Wed, 02 Jan 2008 00:25:30 +0100 schrieb Nikolaus Bernhardt:

> Womit AIDS statistisch gesehen zu den unbedeutenden Todesursachen
> zählt. Im Straßenverkehr sterben zehnmal soviele Menschen.

Jeder unnötige Tote ist einer zuviel.

>>OK, das ist kein Grund zum Feiern, aber doch zumindest eine Grund für
>>Aufmerksamkeit. Aber die bleibt versagt, wenn kein Kommerz damit verbunden
>>ist. Da ist uns doch jeder andere billige Anlass lieber, wenn es denn
>>irgendwie zu kommerzialisieren ist.
>
> 80% der AIDS-Toten sind Männer, 70% der AIDS-Toten sind Männer, die
> homosexuelle Kontakte hatten. Mache Menschen verhalten sich bewußt
> risikofreudig (Barebacking).

Dieser Zusammenhang erklärt nicht, weshalb die Medien diesem Thema
gegenüber so zurückhaltend geworden sind. Aber das liegt eigentlich auf der
Hand: der Hype ist verblasst. Genauso wie bei der Vogelgrippe, deren
Damoklesschwert noch ümmer über uns schwebt; es interessiert nur keinen
mehr trotzdem sich die Gefährdungslage nicht gemindert hat.

Jetzt sind verhungernde Kinder Hype und im Sommer vielleicht eine
Blattlausplage oder das Einwandern der nicht ganz so harmlos beißenden,
neozooen Spinne Zoropsis Spinimana. Bis die in Schleswig-Holstein
nachgewiesen wird, dauert es bestimmt nohc 1-2 Jahre.

Dass einer Studie zufolge Jugendliche in Schleswig-Holstein mehr Alkohol
trinken als Erwachsene, interessiert im Moment auch keinen.

Für wichtig genommen wird von vielen aber leider nur das, was in der
Zeitung steht. Und darin steht viel unwichtiges und viel wichtiges eben
nicht.

Martin

Nikolaus Bernhardt

unread,
Jan 4, 2008, 6:12:14 AM1/4/08
to
On Fri, 4 Jan 2008 10:24:18 +0100, Martin Lemke
<nospam...@maaaddin.de> wrote:

>> Womit AIDS statistisch gesehen zu den unbedeutenden Todesursachen
>> zählt. Im Straßenverkehr sterben zehnmal soviele Menschen.
>
>Jeder unnötige Tote ist einer zuviel.

Das stimmt. Deswegen sind Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit ja
auch so sinnvoll.

>Dieser Zusammenhang erklärt nicht, weshalb die Medien diesem Thema
>gegenüber so zurückhaltend geworden sind. Aber das liegt eigentlich auf der
>Hand: der Hype ist verblasst. Genauso wie bei der Vogelgrippe, deren
>Damoklesschwert noch ümmer über uns schwebt; es interessiert nur keinen
>mehr trotzdem sich die Gefährdungslage nicht gemindert hat.

AIDS-Neuinfektionen betreffen hierzulande statistisch hauptsächlich
junge schwule Männer. Gezielter Medieneinsatz für die Zielgruppe
erscheint den Verantwortlichen offenbar sinnvoller als breit gestreute
Werbung.

Der Zug von Wildvögeln (und die dadurch verursachte Verbreitetung von
H5N1) läßt sich nicht so einfach unterbinden wie die Benutzung von
Kondomen.

>Dass einer Studie zufolge Jugendliche in Schleswig-Holstein mehr Alkohol
>trinken als Erwachsene, interessiert im Moment auch keinen.

Welche Studie?

Pro Kopf oder gesamt?

>Für wichtig genommen wird von vielen aber leider nur das, was in der
>Zeitung steht. Und darin steht viel unwichtiges und viel wichtiges eben
>nicht.

Gestern oder vorgestern gab's ein Radiointerview zwischen einem
Kriminalexperten. Die Zahl der Tötungsdelikte ist in den letzten
Jahren stark zurückgegangen, die objektive Sicherheit hat sich also
stark erhöht. Die Medien berichten über diese Delikte jedoch ganz
anders als früher, so daß die gefühlte Sicherheit in der Bevölkerung
abnimmt.

"Angstprediger" schüren (nicht nur im Wahlkampf) diffuse Ängste in der
Bevölkerung, um sich so zu profilieren und eigene Ziele (weitere
Einschränkung von Grund- und Bürgerrechten) durchsetzen zu können.

Nik

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