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Re: Wie ver.di den Hafen kaputt macht

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Lukas Schmidt

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Sep 13, 2013, 8:45:33 PM9/13/13
to
Kai Bojens meißelte am 13.09.2013 23:49:
> Kleines Schmankerl noch: Als Hafenarbeiter bekommt man bis 46.200 Euro. Pro
> Jahr. Als Hafenarbeiter. Und dann bekommt man noch ein Vierteljahr(!)
> Urlaub. Dazu fällt mir nichts mehr ein.

Es wäre schön, wenn es weniger Geringverdiener gäbe. Da sticht die LHG
also positiv hervor ;-)

--
Lukas

Von meinem echten PC gesendet
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Mike Grantz

unread,
Sep 14, 2013, 12:02:44 AM9/14/13
to
On 13.09.2013 23:49, Kai Bojens wrote:
> Kleines Schmankerl noch: Als Hafenarbeiter bekommt man bis 46.200 Euro. Pro
> Jahr. Als Hafenarbeiter.

Sowas aber auch. Als Hafenarbeiter!!!2211elfdrölf

Abgeordnete, von denen einige das eigene Land verraten und zugrunde
wirtschaften, bekommen 99.024 Euro. Pro Jahr. Plus
(Lobby)Nebeneinkommen. Als Politiker.

Und die nächste selbst verordnete Abgeordnetenentschädigung lässt nicht
lange auf sich warten.
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Mike Grantz

unread,
Sep 15, 2013, 11:31:36 PM9/15/13
to
On 15.09.2013 13:01, Kai Bojens wrote:

> Huch, wie bist Du denn aus dem Filter gekommen? Schnell mal den Score
> anpassen.

Das hat der SPD-Hansel aber fein aufgesagt.

Helge Borgmann

unread,
Sep 16, 2013, 1:11:13 PM9/16/13
to
Popcorn! Verdammt, wo habe ich die Tüte gelassen ...? Ah. Bitte. Geht's
weiter?

:)

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Thomas Hochstein

unread,
Sep 19, 2013, 2:42:01 PM9/19/13
to
Andreas Schwarz schrieb:

> So funktionieren nun mal Streiks, diese muessen im aeussersten Fall dann
> auch weh tun.

Schon. Nur wenn sie letztendlich der eigenen Klientel weh tun, macht
das nicht so richtig Sinn.

Andreas Schwarz

unread,
Sep 19, 2013, 7:28:16 PM9/19/13
to
Ein Streik wird in der Regel durch Abstimmung legitimiert, man darf annehmen,
dass hierbei die Sachlage beleuchtet wird. Es gibt, wie immer im Leben, keine
100% Sicherheit. Ein verzichten auf den Arbeitskampf, wuerde langfristig die
Positionen der Arbeitnehmer schwaechen und durch den Ueberfluss an Arbeitskraft
in bestimmten Branchen zu einem Lohndumping fuehren. Schon jetzt haben im
"unregulierten" Markt, viele einen Zweit- oder gar Drittjob.


--

PGP: 0x661AB571

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Mike Grantz

unread,
Sep 20, 2013, 12:58:48 PM9/20/13
to
On 20.09.2013 00:57, Kai Bojens wrote:

> Nunja. Am Lübecker Hafen macht faktisch ver.di die Ansagen. Tatsache ist
> auch, dass die Hafenarbeiter nicht die intellektuelle Speerspitze sind

Erst machst du die harte Arbeit der Hafenarbeiter nieder und nun
beleidigst du jeden einzelnen Hafenarbeiter auf diesem Planeten.

An dieser Stelle muss ich meinen früheren Post korrigieren, du
FDP-Hansel (anstatt SPD, was die Sache auch nicht besser macht).

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 22, 2013, 4:39:30 AM9/22/13
to
Am Mon, 16 Sep 2013 19:11:13 +0200 schrieb Helge Borgmann:

> Popcorn! Verdammt, wo habe ich die Tüte gelassen ...? Ah. Bitte. Geht's
> weiter?

Seit uns Onkel Arnulf nicht mehr die Welt erklärt, naja, eigentlich *seine*
Sicht der Welt, hat der Bedarf an Popcorn eh stark nachgelassen :-)

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 22, 2013, 4:40:47 AM9/22/13
to
Am 17 Sep 2013 21:32:39 GMT schrieb Kai Bojens:

>> Popcorn! Verdammt, wo habe ich die T�te gelassen ...? Ah. Bitte. Geht's
>> weiter?
>
> Nein. Ich bin mehr an Argumenten interessiert.

Argumente? In einer Diskussion? Und dann noch HIER? Also nun wirste aber
ECHT unbescheiden :-)

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 22, 2013, 5:12:41 AM9/22/13
to
Am 15 Sep 2013 02:17:02 GMT schrieb Kai Bojens:

> "Andreas Schwarz" <Andreas...@usenet2.schwarzes.net> wrote:
>
>> Wollen wir hier eine Neid Debatte anzetteln?
>
> Mir geht es hier weniger um den Neid als um die Folgen für den Hafen und
> den Standort Lübeck.

Okay, das wollen wir Dir mal glauben, auch wenn einige Deiner Äußerungen
ein wenig nach Neiddebatte klangen -- in meinen Ohren jedenfalls.

> Die Schiffe der Stena Line sind bereits nach Kiel abgewandert und haben
> entsprechend Umschlag mitgenommen -- andere wollen folgen.

Sehen wir die Sache etwas global-galaktischer:

Sicherlich ist es ärgerlich, wenn hier Arbeitsplätze abgebaut werden und
woanders dann weniger Arbeitsplätze aufgebaut werden. So kommt es nicht nur
zu einer reinen Verlagerung von Arbeitsplätzen von HL -> KI sondern bei
solchen Gelegenheiten wird auch mal durchleuchtet, ob die Dinge in Zukunft
so gehanthabt werden müssen, wie sie bisher gehandhabt wurden. Und wenn man
schon Strukturen verändert, dann kann man sie auch auch gleich optimieren
und braucht weniger Personal.

Von den Gesamtkosten eines Schiffsbetriebes machen die Hafenkosten nur
einen Bruchteil aus, die Personalkosten wiederum nur einen Bruchteil.

Ohne mir jetzt die Mühe gemacht zu haben, die Hafengebühren von Lübeck und
Kiel zu vergleichen, kann ich mir gut vorstellen, daß es noch andere Gründe
für die Stena Line gegeben haben. Die Strecke Kiel-Göteborg ist kürzer als
Lübeck-Göteborg. Dadurch lassen sich Zeit und Treibstoff sparen. Geringere
Hafengebühren sind da dann vielleicht der Tropfen, der das Faß zum
überlaufen brachte.

> Und davon hängt nicht nur direkt der Hafen ab, sondern auch viele
> Firmen, die hiervon abhängig sind.

Was einen Arbeitsplatzverlust in Lübeck noch ärgerlicher machte.

> Die LHG hat hier faktisch ein Monopol und die Gewerkschaft macht mit ihren
> abstrusen Forderungen den Hafen kaputt.

Diese Erklärung ist mir zu monokausal.

> Und, bitte nicht vergessen: der Hafen ist in öffentlicher Hand. Die völlig
> überversorgten Hafenarbeiter müssen sich also nicht einmal dem Wettbewerb
> stellen.

Ebenso wie andere Beschäftigte mit kommunalem Arbeitgeber.

Wollen wir nun eine Diskussion aufmachen, ob Wasserwerke und Stromanbieter
in öffentliche Hand gehören oder ob Private es besser und billiger können?

> Im übrigen halte ich es für aberwitzig, wenn für solche völlig
> unqualifizierten Berufe diese Bedingungen geboten werden.

Also doch die Neiddebatte?

Wenn man sich in der Schule und danach in der (Fach-)Hochschule den Hintern
plattgesessen hat, sich durch viele 'harte Bretter' bohren mußte, sich
(auch in der eigenen Freizeit) weiterbildet, und dann feststellt, daß ein
Hauptschüler mit einer (kurzen) Lehre mehr verdient, dann gibt einam das
schon zu denken.

Allerdings sollte man sich dann auch ehrlicherweise die Frage stellen, ob
man sich irgendwann man im Leben falsch entschieden hat. Wir alle hätten
nach Haupt- oder Realschulabschluß im öffentlichen Dienst oder im Hafen
anfangen können. Haben wir aber nicht. Weil wir es nicht wollten. Wir
wollten andere Dinge. Und machen heute auch andere Dinge.

Ich habe vier Sommer lang im Hafen gearbeitet, in einem Teil des Hafens,
der ehemals der LHG gehörte. Und, ja, die Verdienste waren durchaus sehr
großzügig. Allerdings wurde da zumindest in der Saison auch viel und hart
und oft auch im Dreck gearbeitet.

Und wenn ich mir vorstelle, ich müßte im Sommer wie im Winter auch mal
draußen arbeiten, hätte Schichtdienst, würde mich bei der Arbeit auch mal
einsauen, dann bin ich ganz froh, daß ich so arbeite, wie ich arbeite.

> So etwas ist auch nur im geschützten öffentlichen Dienst möglich, den wir
> als Steuerzahler subventionieren.

Hast Du Dir mal angesehen, was ein Sekundärrohstofftransportfacharbeiter --
klingt doch gleich viel vornehmer als "Müllmann" verdient? Und? Möchtest Du
Deinen Bürojob schmeißen, die 'ne orangene Hose anziehen und tagein, tagaus
Mülltonnen leeren?

Ich kann verstehen, daß Du doch lieber im Büro arbeitest.

> Es ist Zeit, dass der Lübecker Hafen vollständig privatisiert wird.

Und der neue Betreiber müßte -- Stichwort Bestandsschutz -- die alten
Hafenarbeiter dann übernehmen. Okay, er wird versuchen, die alten, teuren
Arbeiter rauszuekeln oder sonstwie loszuwerden und dann Menschen zu ...
sagen wir mal ... deutlich schlechteren Bedingungen einzustellen, um den
Begriff Dumpinglöhne mal zu vermeiden.

Dann hätten wir den Alt-Kollegen, der für die gleiche Arbeit wie der
Neu-Kollege viel mehr Geld bekommt. Auch nicht gerade ein Musterbeispiel
für soziale Gerechtigkeit.

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 22, 2013, 5:23:39 AM9/22/13
to
Am Sun, 15 Sep 2013 14:51:37 +0200 schrieb Kai Bojens:

> Die Lohnkosten sind ein Teil des Problems. In neueren Verträgen ist man von
> diesen irrsinnigen Summen auch schon wieder abgerückt. Problematisch sind
> auch die Streiks von ver.di, die mal eben den ganzen Hafen lahm legen. Und
> das kommt eben bei Reedereien nicht wirklich gut an, die dann eben woanders
> hingehen, wenn es zu häufig passiert.

Genau wie es bei Fluggesellschaften nicht gut ankommt, wenn Fluglotsen oder
Abfertigungspersonal streikt.

Ein Streik MUSS immer wehtun. Sonst könnte die Menschen streiben und nichts
bewegte sich.

[ ... ]

> Sprich: Diese bekloppte Gewerkschaft weiß, dass Reeder - wie in der
> Vergangenheit - ihre Linien dauerhaft abziehen und will trotzdem Streiks
> durchsetzen. Wohlgemerkt: Für eine Klientel, die am Hafen eben bereits sehr
> gut verdient (46.000 Euro, 3 Monate Urlaub!) und dass ohne Ausbildung!

So, lieber Kai, warum hast Du jemals 'ne Ausbildung gemacht? Wenn Du auch
ohne Schulabschluß und Berufsausbildung sooo viel mehr Geld als jetzt
hättest verdienen können?

> Das hat mit fairem Wettbewerb nichts zu tun. Da wird am Hafen mit
> Steuergeldern faktisch die Wirtschaft ruiniert.

Das passiert in anderen Branchen auch. Die subventionierte Feuerwehr
ruiniert private Brandbekämpfungsdienstleister, kommunale Stromanbieter
behindern private Stromanbieter und und und...

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 22, 2013, 7:38:31 AM9/22/13
to
Am 15 Sep 2013 02:17:02 GMT schrieb Kai Bojens:

> "Andreas Schwarz" <Andreas...@usenet2.schwarzes.net> wrote:
>
>> Wollen wir hier eine Neid Debatte anzetteln?
>
> Mir geht es hier weniger um den Neid als um die Folgen für den Hafen und
> den Standort Lübeck.

Okay, das wollen wir Dir mal glauben, auch wenn einige Deiner Äußerungen
ein wenig nach Neiddebatte klangen -- in meinen Ohren jedenfalls.

> Die Schiffe der Stena Line sind bereits nach Kiel abgewandert und haben
> entsprechend Umschlag mitgenommen -- andere wollen folgen.

Sehen wir die Sache etwas global-galaktischer:

Sicherlich ist es ärgerlich, wenn hier Arbeitsplätze abgebaut werden und
woanders dann weniger Arbeitsplätze aufgebaut werden. So kommt es nicht
nur zu einer reinen Verlagerung von Arbeitsplätzen von HL -> KI sondern
bei solchen Gelegenheiten wird auch mal durchleuchtet, ob die Dinge in
Zukunft so gehandhabt werden müssen, wie sie bisher gehandhabt wurden. Und
wenn man schon Strukturen überprüft und dann (wahrscheinlich auch)
verändert, dann kann man sie auch auch gleich optimieren und braucht
weniger Personal.

Von den Gesamtkosten eines Schiffsbetriebes machen die Hafenkosten nur
einen Bruchteil aus, die Personalkosten im Hafen wiederum nur einen
Bruchteil.

Ohne mir jetzt die Mühe gemacht zu haben, die Hafengebühren von Lübeck und
Kiel zu vergleichen, kann ich mir gut vorstellen, daß es noch andere
Gründe für die Stena Line gegeben haben könnte: Die Strecke Kiel-Göteborg
ist kürzer als Lübeck-Göteborg. Dadurch lassen sich Zeit und Treibstoff
sparen.

Geringere Hafengebühren sind da dann vielleicht der Tropfen, der
das Faß zum überlaufen brachte.

> Und davon hängt nicht nur direkt der Hafen ab, sondern auch viele
> Firmen, die hiervon abhängig sind.

Was einen Arbeitsplatzverlust in Lübeck noch ärgerlicher machte.

> Die LHG hat hier faktisch ein Monopol und die Gewerkschaft macht mit ihren
> abstrusen Forderungen den Hafen kaputt.

Diese Erklärung ist mir zu monokausal.

Denkbar wäre ja auch, daß die Qualität einer Verkehrsanbinung über die
Wettbewerbsfähigkeit eines Hafens entscheidet. Ich kenne die Kieler
Verhältnisse nicht, aber in Lübeck dauert es manchmal doch sehr lange, bis
sich da was tut.
Vielleicht verdiene ich dann weniger und habe keine "drei Monate" im Jahr
Urlaub...

> So etwas ist auch nur im geschützten öffentlichen Dienst möglich, den wir
> als Steuerzahler subventionieren.

Hast Du Dir mal angesehen, was ein Sekundärrohstofftransportfacharbeiter --
klingt doch gleich viel vornehmer als "Müllmann" -- verdient? Und?
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Marco Grau

unread,
Sep 22, 2013, 11:32:57 AM9/22/13
to
On Fri, 13 Sep 2013 23:49:25 +0200, Kai Bojens <k...@kbojens.de> wrote:

>Kleines Schmankerl noch: Als Hafenarbeiter bekommt man bis 46.200 Euro. Pro
>Jahr. Als Hafenarbeiter. Und dann bekommt man noch ein Vierteljahr(!)
>Urlaub. Dazu fällt mir nichts mehr ein.
>
>-> http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/LHG-Tarifstreit-Wie-viel-verdient-ein-Hafenarbeiter
>
>„Nach Angaben der LHG verdient ein Hafenarbeiter der Lohngruppe fünf 46.200
>Euro im Jahr. (…) Ein Hafenarbeiter hat eine 40-Stunden-Woche, 30
>Urlaubstage plus 30 bezahlte freie Tage. Sonnabendarbeit wird durch einen
>freien Tag in der Woche ausgeglichen. Mehrarbeit, Arbeit an Sonn- und
>Feiertagen sind freiwillig, die Entlohnung addiert sich noch auf das
>Jahresgrundgehalt.”

Schön das da nichts von den Leiharbeitern steht, die beim
Ladungslöschen für einen Stundenlohn knapp über 8€, plus 1,45€
Erschwerniss und Gefahrenzulage, mitbuckeln dürfen.

Woher ich das weiss? Ich durfte schon beim Ladungslöschen mit
anpacken, bei praller Sonne, mit fast Absturz in den Laderaum, aber
Leiharbeiter sind ja ersetzbar...

In dem Sinne Marco
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Lukas Schmidt

unread,
Sep 23, 2013, 3:33:22 AM9/23/13
to
Kai Bojens meißelte am 23.09.2013 08:16:
> Mit dem Unterschied, dass die Wolfsburger Steuerzahler nicht VW
> alimentieren und sämtliche Verluste tragen.

Kennst Du die Zahlen nicht? VW gehört zu etwa 20% dem Land
Niedersachsen, die LHG zu 62,5% der Hansestadt Lübeck. Also tragen in
beiden Fällen die Steuerzahler anteilig das Risiko.

--
Lukas

Von meinem echten PC gesendet
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Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 23, 2013, 2:52:53 PM9/23/13
to
Am Sun, 22 Sep 2013 14:19:07 +0200 schrieb Kai Bojens:

> Nikolaus Bernhardt wrote:
>
>> Genau wie es bei Fluggesellschaften nicht gut ankommt, wenn Fluglotsen
>> oder Abfertigungspersonal streikt.
>
> Wenn die Fluglotsen streiken, kann ich auf Bahn, Bus oder PKW ausweichen.
> Streikt die Lufthansa, kann ich zu Air Berlin ausweichen. Streikt VW, kann
> ich auf Opel, Ford usw. ausweichen.
>
> All das geht am Hafen nicht. Der Hafen in Travemünde ist im Besitz der LHG
> bzw. der Stadt. Da gibt es ein faktisches Monopol, bei dem nur ein
> Ausweichen an andere Häfen bleibt - eben Rostock oder Kiel.

Wenn die Busfahrer in Lübeck streiken, dann ist es den Nicht-Fahrgästen
zuzumuten, sich ein Auto zu kaufen oder mal mit dem Taxi zu fahren.

Wenn die Fluglotsen streiken, fahre ich eben mit dem Bus nach Übersee oder
weiche auf einen anderen Flughafen aus, was auch nicht mal eben so möglich
ist.

Aber bei einem Streik der Hafenarbeiter ist es nicht möglich, auf andere
Häfen auszuweichen?

Ich glaube, wenn Privatmenschen bei Streiks flexibel reagieren (müssen),
dann können das Reedereien auch.

>> Das passiert in anderen Branchen auch. Die subventionierte Feuerwehr
>> ruiniert private Brandbekämpfungsdienstleister, kommunale Stromanbieter
>> behindern private Stromanbieter und und und...
>
> Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Feuerwehr und Polizei sind elementare
> staatliche Aufgaben und Dinge wie die Versorgung mit Strom und Wasser kann
> man als Teil der sogenannten "öffentlichen Daseinsvorsorge" auffassen:

Die Ansichten, was zur öffentliche Daseinsvorsorge gehören muß, was kann
und was nicht, sind fließend und man kann unterschiedlicher Meinung sein.

Muß eine Müllabfuhr kommunal sein?
Muß ein Wasserwerk kommunal sein?
Muß ein Klärwerk kommunal sein?
Muß der ÖPNV kommunal sein?

Es wäre auch denkbar, daß die Kommune festlegt, in welchen Umfang sie
welche Dienste benötigt, dann ausschreibt und dann erledigen
Vertragspartner den Job.

Zugegebenermaßen ist das umso einfacher, desto weniger feste Infrastruktur
für die Leistung benötigt wird. Einen neuen Anbieter für den Transport von
Menschen oder Müll wird man einfacher finden als jemand, der (mal eben) ein
neues Klärwerk baut.

Aber warum sollte eine Feuerwehr nicht auch privat sein können? Der
Auftraggeber definiert die Leistung, die er benötigt und dann kommt der
Dienstleister und stellt Fahrzeuge und Personal.

Im Rettungsdienst, durchauch aus als öffentlichen Daseinsvorsorge
aufzufassen, läuft das ähnlich, da stellen DRK, ASB, MHD, JUH und in
Norderstedt auch GARD Personal und Fahrzeuge und nicht die kommunale
Feuerwehr (sei es nun als BF oder als FF).

Auch die Aufgabe der Polizei läßt sich teilweise privatisieren, wenn es um
Wachdienste und Objektschutz geht ... und wird auch so gemacht. Schon zu
meiner Armeezeit ließ die Bundeswehr einige ohrer Kasernen durch private
Firmen bewachen / bestreifen. Damals hab ich's belächelt, da Soldaten
durchaus in der Lage sein sollten, ihre eigene 'Hütte' zu bewachen, wenn
sie im Einsatz ernstgenommen werden wollen.

> Der Betrieb eines Hafens ist keine öffentliche Daseinsvorsorge und keine
> Aufgabe, die eine gleiche Priorität wie Feuerwehr und Polzei hat.

Ich sehe den Betrieb eines Hafens als so wichtig wie andere Infrastruktur.
Kann man alles privatisieren, muß aber nicht unbedingt, kommt sehr auf den
Einzelfall an.

Wie hattest Du doch gestern abgestimmt, als es um die Rekommunalisierung
des Hamburger Stromnetzes ging?

Nik

Der Hafen soll privatisiert werden, das Stromnetz aber kommunal bleiben?

Nik
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Mike Grantz

unread,
Sep 24, 2013, 1:36:51 PM9/24/13
to
On 24.09.2013 07:36, Kai Bojens wrote:

> Man kann nicht „mal eben” andere Häfen anfahren. Da hängt ein Rattenschwanz
> an Logistik hinter und nicht zuletzt haben die anderen Häfen ja auch schon
> existierende Fahrpläne.

Natürlich geht das und wird auch so praktiziert. Wenn im Hafen kein
Platz ist, wird vor dem Hafen solange geankert. So einfach ist das.

Täglich Brot eines jeden Seemanns.

> Und genau das führt dann eben dazu, dass Linien den Lübecker Hafen
> _dauerhaft_ verlassen, wie zum Beispiel Stena, die nach den vergangene
> Streiks dauerhaft gegangen sind. Und zwar genau deswegen.

Behauptest du. Andere Poster haben viel glaubwürdigere Argumente gebracht.

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 24, 2013, 6:02:47 PM9/24/13
to
Am 24 Sep 2013 05:56:12 GMT schrieb Kai Bojens:

> Frag mal die Wettbewerbsbeh�rden, wie sie es f�nden, wenn das Land
> Niedersachsen pl�tzlich Verluste von VW tragen w�rde. Stichworte:
> Subventionierung und Wettbewerbsverzerrung.

Und wie finden es die Wettbewerbsbeh�rden, wenn der HVV in Hamburg jedes
Jahr Minus macht. Oder die Deutsche Bundesbahn?

>> Nun kann man vom Arbeitnehmer aber aber nicht verlangen, bei den eigenen
>> Forderungen Zurueckhaltung zu ueben, sobald sich herausstellt, dass das
>> eigene Unternehmen sich in kommunalem Besitz befindet.
>
> Die Arbeitnehmer handeln aus ihrer Sicht nachvollziehbar egoistisch. Dass
> das Handeln aber nicht nur den Hafen sch�digt, sondern auch davon
> abh�ngende Unternehmen -- die eben _keine_ Subventionen erhalten, sondern
> dann eben pleite gehen und Arbeitnehmer entlassen m�ssen -- ist ebenso Teil
> der Wahrheit.

Klar. Ist aber immer und �berall so.

Wenn die Arbeiter von Korlebata Motor Works ihr Unternehmen kaputtstreiken,
dann sind auch die Jobs bei Zulieferern betroffen ... Bis hin zum B�cker,
bei dem sich viele Arbeite auf dem Weg zur Arbeit ihre Br�tchen kauften.

Nik
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Lukas Schmidt

unread,
Sep 25, 2013, 3:47:30 AM9/25/13
to
Kai Bojens meißelte am 25.09.2013 01:19:
>> Und wie finden es die Wettbewerbsbehörden, wenn der HVV in Hamburg jedes
>> Jahr Minus macht.
>
> Der HVV steht nicht im Wettbewerb zu anderen Hamburger
> Transportunternehmen, die es dort schlicht nicht gibt — analog zum Lübecker
> Hafen und im Gegensatz zu VW. Ich empfehle eine etwas genauere Betrachtung
> der Fakten bei versuchter Kritik. Trotzdem muss auch im ÖPNV unter
> Umständen breit ausgeschrieben werden, wenn eine Leistung vergeben wird.

Der HVV ist ein Zusammenschluss verschiedener Verkehrsunternehmen.

Lukas Schmidt

unread,
Sep 25, 2013, 3:48:33 AM9/25/13
to
Kai Bojens meißelte am 25.09.2013 01:19:
> Eben. Der Hafen gehört vollständig privatisiert.

Ich finde diese Alles-privatisieren-Mentalität furchtbar.
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Lukas Schmidt

unread,
Sep 25, 2013, 6:37:25 AM9/25/13
to
Am 25.09.2013 10:40, schrieb Kai Bojens:
> Aha. Wie kommst Du von „der Hafen sollte IMHO privatisiert werden” darauf,
> dass ich mich für eine „Alles-privatisieren-Mentalität” ausspreche?

Aus <l1moaj$4t3$1...@news.albasani.net>:

> Äh, ja? Natürlich gehört das diskutiert. Abgesehen von zentralen
Aufgaben
> wie Sicherheit und Ordnung (Polizei, Feuerwehr und Justiz), kann und
muss
> jede Aufgabe diskutiert werden.

Da habe ich das herausinterpretiert.

> Vor allem: hast Du auch Argumente für oder gegen Privatisierung oder nur so
> ein Jucken im Zeh?

Es fühlt sich für mich falsch an, weil ich denke, dass Infrastruktur
eine staatliche Aufgabe sein sollte. Hafenbetrieb gehört für mich dazu.

--
Lukas
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Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 25, 2013, 5:25:25 PM9/25/13
to
Am 24 Sep 2013 05:36:54 GMT schrieb Kai Bojens:

>> Ich glaube, wenn Privatmenschen bei Streiks flexibel reagieren (m�ssen),
>> dann k�nnen das Reedereien auch.
>
> Man kann nicht "mal eben" andere H�fen anfahren. Da h�ngt ein Rattenschwanz
> an Logistik hinter und nicht zuletzt haben die anderen H�fen ja auch schon
> existierende Fahrpl�ne. Da kann man nicht mal eben sagen: R�um mal die
> Finnjet beiseite, heute kommen noch zwei Schiffe.

Genau diese Argumentation gilt aber auch bei Flugreisen. Bei einem Streik
des Hamburger Flughafenpersonals ist ein Ausweichen auf den Frankfurter
Flughafen nicht mal so eben drin, aber der Reisende kann (theoretisch)
ausweichen. Oder es wird von ihm verlangt.

> Und genau das f�hrt dann eben dazu, dass Linien den L�becker Hafen
> _dauerhaft_ verlassen, wie zum Beispiel Stena, die nach den vergangene
> Streiks dauerhaft gegangen sind. Und zwar genau deswegen.

Nat�rlich kann Stena sagen, da� sie den L�becker hafen "nur wegen des
Streiks und hoher Hafengeb�hren" verlassen haben. Aber ich denke, da�
mehrere Gr�nde die Entscheidung herbeigef�hrt haben, da� hohe Hafengeb�hren
nur ein Teil davon waren.

Wenn der L�becker Hafen, wie Du schreibst, eine relativ so viel g�nstigere
Verkehrsanbindung hat, Kiel nicht, warum tun sich dann Reedereien den
Wechsel nach Kiel an? Weil L�beck zu teuer ist? Weil in L�beck dauernd
gestreikt wird?

Oder gibt es noch andere Gr�nde, die man aber nicht so offen kommuniziert
und stattdessen andere Argumente vorschiebt?

>>> Der Betrieb eines Hafens ist keine �ffentliche Daseinsvorsorge und keine
>>> Aufgabe, die eine gleiche Priorit�t wie Feuerwehr und Polzei hat.
>
>> Ich sehe den Betrieb eines Hafens als so wichtig wie andere Infrastruktur.
>
> Und was ist der Vorteil �ffentlichen Besitzes am Hafenbetrieb f�r den
> B�rger? Weshalb soll dies ein Teil der Daseinsvorsorge sein?

Wieso gilt das f�r �PNV, Wasser- oder Energieversorgung? Stra�enreinigung?
Oder die Bestreifung der L�becker Innenstadt?

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 25, 2013, 5:28:41 PM9/25/13
to
Am Tue, 24 Sep 2013 19:36:51 +0200 schrieb Mike Grantz:

>> Man kann nicht "mal eben" andere H�fen anfahren. Da h�ngt ein Rattenschwanz
>> an Logistik hinter und nicht zuletzt haben die anderen H�fen ja auch schon
>> existierende Fahrpl�ne.
>
> Nat�rlich geht das und wird auch so praktiziert. Wenn im Hafen kein
> Platz ist, wird vor dem Hafen solange geankert. So einfach ist das.
>
> T�glich Brot eines jeden Seemanns.

�hm, nein.

Auf Reede zu liegen ist eine SEHR schlechte L�sung, weil es sehr teuer ist.
F�r die Reedereien, deren Schiffe in der Zeit kein Geld verdienen, die
Kosten jedoch weiterlaufen.

F�r die Empf�nger der transportierten G�ter.

Bei vielen G�tern spielt die Transportdauer eine wichtige Rolle und
enscheidet �ber Luft- oder Seefracht. Zus�tzlicher Zeitverlust, weil der
Hafen zu langsam ist, ist nicht w�nschenswert.

Nik
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Mike Grantz

unread,
Sep 25, 2013, 6:46:58 PM9/25/13
to
On 25.09.2013 12:37, Lukas Schmidt wrote:

> Es fühlt sich für mich falsch an, weil ich denke, dass Infrastruktur
> eine staatliche Aufgabe sein sollte. Hafenbetrieb gehört für mich dazu.

Genauso falsch fühlt es sich für mich an, wenn ausländische Staaten
inländische Infrastruktur, etc aufkaufen.

Häfen von Piräus, Rotterdam, etc. Chinesen, Araber, Russen.

Und was mir aktuell sehr übel aufstösst, der Verkauf von Kabel
Deutschland an ein britisches Spitzelunternehmen.

Mike Grantz

unread,
Sep 25, 2013, 7:06:08 PM9/25/13
to
On 25.09.2013 23:25, Nikolaus Bernhardt wrote:

>> Und genau das f�hrt dann eben dazu, dass Linien den L�becker Hafen
>> _dauerhaft_ verlassen, wie zum Beispiel Stena, die nach den vergangene
>> Streiks dauerhaft gegangen sind. Und zwar genau deswegen.
>
> Nat�rlich kann Stena sagen, da� sie den L�becker hafen "nur wegen des
> Streiks und hoher Hafengeb�hren" verlassen haben. Aber ich denke, da�
> mehrere Gr�nde die Entscheidung herbeigef�hrt haben, da� hohe Hafengeb�hren
> nur ein Teil davon waren.

Stena war fr�her schon in Kiel und kam eher aus strategischen Gr�nden
nach L�beck, damit die Konkurenz nicht so viel vom Kuchen ab bekam.

Viele Reeder und Makler bevorzugen weiterhin den L�becker Hafen.

Vor allem kleine Reeder lassen L�beck ansteuern, weil es f�r sie
taktisch und finanziell g�nstiger ist.

Warum fokusiert sich Bojens so sehr auf Stena und verschweigt all die
finnischen und lettischen Linien, die _nach_ L�beck abgewandert sind,
bzw die L�cke nutzen, die Stena hinterlassen hat?

Im Endeffekt geht es um die umgesetzte Ladung und die bevorzugten Routen.

Das hat Kiel nicht sehr lustig gefunden.

> Wenn der L�becker Hafen, wie Du schreibst, eine relativ so viel g�nstigere
> Verkehrsanbindung hat, Kiel nicht, warum tun sich dann Reedereien den
> Wechsel nach Kiel an? Weil L�beck zu teuer ist? Weil in L�beck dauernd
> gestreikt wird?

Wie oben schon geschrieben, sind diverse Reeder _nach_ L�beck gewechselt.

Btw. was die "dummen" Hafenarbeiter angeht, dort sind viele ehemalige
Kapit�ne, Reeder und Makler zu finden, die nicht mehr zur See fahren
k�nnen, sich aber nicht komplett von der Seefahrt trennen k�nnen/wollen.

Kai Bojens hat also nicht nur den Hafenarbeiter per se beleidigt,
sondern auch alle betroffenen Kapit�ne, Reeder und Makler.

Mike Grantz

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Sep 25, 2013, 7:10:11 PM9/25/13
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On 25.09.2013 23:28, Nikolaus Bernhardt wrote:

>> T�glich Brot eines jeden Seemanns.
>
> �hm, nein.

�hm, doch.

Ich komme aus einer Seefahrerfamile und lag selber schon diverse Male
vor dem Hafen.

> Zus�tzlicher Zeitverlust, weil der Hafen zu langsam ist,
> ist nicht w�nschenswert.

Habe ich geschrieben, dass es w�nschenswert oder gar vorteilhaft w�re?
Nein, ich schrub, dass es dazugeh�rt, um z. B. mit solchen Problemen
fertig zu werden, die du erw�hnt hast.

Mike Grantz

unread,
Sep 25, 2013, 7:12:05 PM9/25/13
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On 25.09.2013 23:59, Kai Bojens wrote:

> Zum mitmeißeln: die Gewerkschaft drückt einen Streik durch und rechnet
> damit, dass dadurch wieder Reeder ihre Schiffe abziehen. Und genau das
> machen Reeder dann.

Shocking Fact! Auch aus Kiel sind und werden Reeder abziehn.

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