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Alle Jahre wieder ... kommt die (Gegen-)Demo

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Nikolaus Bernhardt

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Mar 16, 2012, 10:57:41 AM3/16/12
to
Hallo,

es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, Ende März jährt sich der
Bombenangriff auf Lübeck. Die Einen gedenken der Opfer von Krieg und
Faschismus auf ihre eigene Weise, legen ein Stein auf einen Grab, bringen
Blumen an Gräber oder zu Gedenkstätten.

Andere haben ein -- fast hätte ich "Verständnis" geschrieben, aber das
kommt ja von "verstehen", paßt hier also nicht! -- eine eigene Auffassung
von Geschichte und dem Umgang mit ihr. Sie verdrehen die Wirklichkeit. Sie
lassen außer Acht, wer den Krieg begonnen hat, von wem die Aggression
ausging. Und sie haben eigene Ansichten, wie der eigenen Opfer gedacht
werden sollte. Sie rufen (über Deck-Organisationen) zu Demonstrationen auf
und wollen eine, 'nationale' Sache daraus machen.

Gut, jedes Jahr haben wir Diskussionen, wie wir als Bürger und Gesellschaft
damit umgehen wollen?

Die Verfassung gilt bekanntlich auch für braune Arschlöcher. Mir muß nicht
gefallen, wer für oder gegen etwas demonstrieren möchte. Solange es nach
den bekannten Spielregeln und friedlich abläuft, muß der verfassungstreue
Demokrat damit eben leben können.

Angesichts der Ereignisse des letzten halben Jahres, gewinnt die Frage
einer Demo aus dem (äußersten) rechten Spektrum eine weitere Bedeutung:
Seit dem Bekanntwerden einer rechtsterroristischen Bewegung wird auch ein
Verbot der NPD erneut diskutiert.

Ist ein Verbot einer "Nazi-Demo" (wie die geplante Veranstaltung von
Gegnern und Kritikern genannt wird) sinnvoll oder nicht?

Ich meine, wir sollten eine Demo nicht verbieten, weil uns die politisch
bzw. weltanschauliche Einstellung der Demonstranten nicht gefällt. Noch
wichtiger finde ich zur Zeit das Argument, die Demo ist ein Indikator für
die Stärke der rechtsextremen Szene. Ich habe die Teilnehmerzahlen nicht im
Kopf (Torsten Gronau hat sicherlich viel eher Zugang zu Teilnehmerzahlen
als ich), aber es waren immer so um die 150 Teilnehmer von rechts.

Lassen wir eine solche Demo zu, dann können die zuständigen Behörden
erfassen, wieviele Leute aus der Szene dort aufkreuzen (und vielleicht auch
wer die Teilnehmer sind). Verbieten wir eine solche Demo, dann können wir
über die Stärke einer rechten Szene nur mutmaßen uns auf die Schätzungen
des Verfassungsschutzes verlassen. Doch an den Kenntnissen des VS über die
rechte Szene bestehen zur Zeot erhebliche Zweifel.

Was meint ihr?

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 16, 2012, 11:48:38 AM3/16/12
to
Nachtrag:
Eben lese ich bei HL-Live, daß der Bürgermeister die Demo verboten hat. Nun
bin ich ja mal gespannt, wie das weitergehen wird.
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=75601

Marco Grau

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Mar 16, 2012, 5:30:37 PM3/16/12
to
On Fri, 16 Mar 2012 16:48:38 +0100, Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com> wrote:

>Was meint ihr?

Verbieten bringt nichts, aber man könnte denen eine Marschroute durch
ein Industriegebiet ohne Anwohner vorschreiben, da könne die Brüllen
was Sie wollen, hört eh niemand.

Von solchen Aktionen habe ich schon aus dem Umkreis von Köln gehört.

Auf Facebook wird schon reichlich von der Linksfraktion zur Gegendemo
aufgerufen. Die wollen mit einem Anhänger, bepackt mit einer großen
Soundanlage, mit GOA gegenan Lärmen. Eine Aktion die ich befürworte.

Allerdings bereiten mir die Linksextremen mal wieder Sorgen, die mal
wieder auf Krawall aus sind und kaum besser als das rechte Gesocks
sind. Da werden auch wieder reichlich Leute aus Kiel auftauchen, die
schon öfter nach der Demo in Polizeilichem Gewahrsam gelandet sind.
Sei es durch Steine werfen oder ähnliche Aktionen.

Wenn diese Idioten nicht dabei wären, könnte man das Polizeiaufkommen
unter garantie halbieren, und die Polizisten müßten nicht wieder Kopf
und Kragen riskieren weil ein paar Leute nicht schnallen das Sie so
Links sind, das Sie Rechts wieder rauskommen.

Es grüßt Marco

Martin Lemke

unread,
Mar 16, 2012, 8:43:14 PM3/16/12
to
Nikolaus Bernhardt schrieb:

> Ich meine, wir sollten eine Demo nicht verbieten, weil uns die politisch
> bzw. weltanschauliche Einstellung der Demonstranten nicht gefällt.

Alle Jahre wieder die selbe Diskussion mit den immer selben Argumenten.
Bitte sei mir nicht böse, wenn ich mich diesmal nicht daran beteilige.

Martin

Martin Lemke

unread,
Mar 16, 2012, 8:47:25 PM3/16/12
to
Marco Grau schrieb:

> Verbieten bringt nichts, aber man könnte denen eine Marschroute durch
> ein Industriegebiet ohne Anwohner vorschreiben

Mein Favorit ist der ehemalige Truppenübungsplatz Wüstenei. Allerdings
lässt sich der Randalewütige Schwarze Block durch Einbeziehung der Trave
und der Gleisanlagen der Bahn in Verbindung der Abriegelung der Brücken
besser in Schach halten.

Also bleibt alles annähernd wie im letzten Jahr.

Martin

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 17, 2012, 6:40:51 AM3/17/12
to
Am 17 Mar 2012 00:43:14 GMT schrieb Martin Lemke:

>> Ich meine, wir sollten eine Demo nicht verbieten, weil uns die politisch
>> bzw. weltanschauliche Einstellung der Demonstranten nicht gefällt.
>
> Alle Jahre wieder die selbe Diskussion mit den immer selben Argumenten.

Nun ja. Jedes Jahr versuchen die Einen, den Anderen verfassungsmäßig
garantierte Rechte zu entziehen und sich dabei als die Guten darzustellen.
Flasches Handeln wird durch Wiederholung nicht besser.

> Bitte sei mir nicht böse, wenn ich mich diesmal nicht daran beteilige.

Das hast Du mit Deinem Posting bereits getan. Und mit dem Posting der der
Message-ID: <4f63df1c$0$6563$9b4e...@newsspool4.arcor-online.net>
ebenfalls.

Niemand zerlegt Deine Argumentation so perfekt wie Du selbst.

Ja, ich weiß, das war etwas frech. Arnulf hätte jetzt wieder einen Grund
von "Gülle spritzen", "Hinrichtung", "An die Wand stellen", "Stiefel ins
Genick" zu sprechen... Ich bin froh, daß Du so gelassen bleibst :-)

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 17, 2012, 6:59:15 AM3/17/12
to
Am Fri, 16 Mar 2012 22:30:37 +0100 schrieb Marco Grau:

> Verbieten bringt nichts, aber man könnte denen eine Marschroute durch
> ein Industriegebiet ohne Anwohner vorschreiben, da könne die Brüllen
> was Sie wollen, hört eh niemand.

Ja. Und bitte soll an dem Tag schlechtes Wetter sein. Sorry, Torsten, daß
Du und Deine Kollegen dann naß werden...

> Von solchen Aktionen habe ich schon aus dem Umkreis von Köln gehört.

Ich frage mich, warum in Lübeck nicht aus den Erfahrungen anderer Städte
mit Umgang solcher Problem-Demonstranten gelernt wird.

> Auf Facebook wird schon reichlich von der Linksfraktion zur Gegendemo
> aufgerufen. Die wollen mit einem Anhänger, bepackt mit einer großen
> Soundanlage, mit GOA gegenan Lärmen. Eine Aktion die ich befürworte.

Ich frage mich, ob das so eine gute Idee ist. Jede(!) Form der
Aufmerksamkeit, die die eigentlichen Demonstranten bekommen, jeder
Gegendemonstrant, jeder Presse-Fotograf, jeder Gegendemonstrant ist aus
meiner Sicht einer zuviel. Und ein Anhänger mit Love-Parade-tauglicher
Soundanlage ist 'ne Menge Aufmerksamkeit. Zudem kostet diese Form des
Protestes eine Menge. Wäre das Geld dafür besser in politischer
Bildungsarbeit angelegt? Als dummer Nazi wird man nicht geboren. Bildung
und Aufklärung können eine Menge bewirken.

> Allerdings bereiten mir die Linksextremen mal wieder Sorgen, die mal
> wieder auf Krawall aus sind und kaum besser als das rechte Gesocks
> sind. Da werden auch wieder reichlich Leute aus Kiel auftauchen, die
> schon öfter nach der Demo in Polizeilichem Gewahrsam gelandet sind.
> Sei es durch Steine werfen oder ähnliche Aktionen.

Für diese Gruppe ist eine Nazi-Demo bzw. eine angekündigte Gegen-Demo
natürlich eine Einladung der besonderen Art. Endlich wieder eine
Gelegenheit für den Einsatz von Pyrotechnik und Molotow-Cocktails. Man
kommt ja sonst zu nix.

Aber keine Angst. Die große Gruppe des Aktionsbündnisses bietet ausreichend
Gelegenheit, sich in der Masse zu verstecken.

> Wenn diese Idioten nicht dabei wären, könnte man das Polizeiaufkommen
> unter garantie halbieren, und die Polizisten müßten nicht wieder Kopf
> und Kragen riskieren weil ein paar Leute nicht schnallen das Sie so
> Links sind, das Sie Rechts wieder rauskommen.

Eine hübsche Zusammenfassung der Erfahrungen der letzten Jahre.

Nik

Mike Grantz

unread,
Mar 20, 2012, 12:05:29 AM3/20/12
to

> Eben lese ich bei HL-Live, da� der B�rgermeister die Demo verboten hat. Nun
> bin ich ja mal gespannt, wie das weitergehen wird.

http://www.drawtheshitler.com/page/

Torsten Gronau

unread,
Mar 20, 2012, 1:27:35 PM3/20/12
to
Am 17.03.2012 11:59, schrieb Nikolaus Bernhardt:

> Ja. Und bitte soll an dem Tag schlechtes Wetter sein. Sorry, Torsten, daß
> Du und Deine Kollegen dann naß werden...

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Nach meinen
Erfahrungen lassen sich Extremisten, die sich monatelang
generalstabsmäßig auf dieses "Event" vorbereiten, nicht durch profane
Dinge wie "schlechtes Wetter" abhalten.

>
>> Von solchen Aktionen habe ich schon aus dem Umkreis von Köln gehört.
>
> Ich frage mich, warum in Lübeck nicht aus den Erfahrungen anderer Städte
> mit Umgang solcher Problem-Demonstranten gelernt wird.

Das ist meines Erachtens ein stark vereinfachter Umgang mit dem Thema.
Der Marsch durch das Musikerviertel ist ja schon eine Mindermaßnahme
gegen ursprüngliche Märsche in/ durch die Innenstadt früherer Jahre.

Eine Verlagerung einer Demonstration an einen Ort, an dem die
öffentliche Meinungskundgebung ins Leere verläuft, widerspricht dem
verfassungsgemäß geschützten Versammlungsrecht. Insofern dürften sich
alle möglichen Menschen über solch einen Vorschlag freuen. Außer
Verwaltungs- oder Verfassungsrichter. Die verstehen da nämlich so
überhaupt keinen Spaß.
Persönlich glaube ich, dass eine Verbotsverfügung bessere Chancen hat,
gerichtlich durchzustehen, als eine Verbannung ins Niemandsland.

Aber, wir werden sehen wie Justitias Mühlen mahlen.

Torsten



Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 20, 2012, 6:01:21 PM3/20/12
to
Am Tue, 20 Mar 2012 18:27:35 +0100 schrieb Torsten Gronau:

>> Ja. Und bitte soll an dem Tag schlechtes Wetter sein. Sorry, Torsten, daß
>> Du und Deine Kollegen dann naß werden...
>
> Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.

Ich hatte Dich mal sinngemäß so verstanden, daß Du kein allzu schlechtest
Wetter haben wolltest, weil Du auch davon betroffen wärest. Dann kann ich
es ja Feuer und Schwefel vom Himmel regnen lassen ... oder doch nur
Handgranatengroße Hagelkörner? Mal sehen, was mir so einfällt.

> Nach meinen Erfahrungen lassen sich Extremisten, die sich monatelang
> generalstabsmäßig auf dieses "Event" vorbereiten, nicht durch profane
> Dinge wie "schlechtes Wetter" abhalten.

Was den harten Kern angeht, magst Du rechthaben. Doch wie sieht es mit den
Mitläufern aus? Eine Demo wird zeigen, welche Kräfte und in welcher Stärke
die Rechten mobilmachen können. Daraus sollten sich gesellschaftlich
relevante Informationen ableiten lassen.

>>> Von solchen Aktionen habe ich schon aus dem Umkreis von Köln gehört.
>>
>> Ich frage mich, warum in Lübeck nicht aus den Erfahrungen anderer Städte
>> mit Umgang solcher Problem-Demonstranten gelernt wird.
>
> Das ist meines Erachtens ein stark vereinfachter Umgang mit dem Thema.

Natürlich. Immerhin beschäftige ich mich nicht den ganzen Tag mit dem
Thema, bin auch Verwaltungsjurist.

> Der Marsch durch das Musikerviertel ist ja schon eine Mindermaßnahme
> gegen ursprüngliche Märsche in/ durch die Innenstadt früherer Jahre.

Ich hoffe, die Anwohner drehen dann ihre Stereoanlagen auf und beschallen
die Straße ... mit Klezmer :-)

> Eine Verlagerung einer Demonstration an einen Ort, an dem die
> öffentliche Meinungskundgebung ins Leere verläuft, widerspricht dem
> verfassungsgemäß geschützten Versammlungsrecht. Insofern dürften sich
> alle möglichen Menschen über solch einen Vorschlag freuen. Außer
> Verwaltungs- oder Verfassungsrichter. Die verstehen da nämlich so
> überhaupt keinen Spaß.

Weniger Spaß als wenn selbsternannte Bündnisse das Versammlungsrecht
stören?

> Persönlich glaube ich, dass eine Verbotsverfügung bessere Chancen hat,
> gerichtlich durchzustehen, als eine Verbannung ins Niemandsland.
>
> Aber, wir werden sehen wie Justitias Mühlen mahlen.

Eben.

Spannend wird's auf jeden Fall.

Nik

Mike Grantz

unread,
Mar 20, 2012, 10:06:08 PM3/20/12
to
On 20.03.2012 23:01, Nikolaus Bernhardt wrote:

> Was den harten Kern angeht, magst Du rechthaben. Doch wie sieht es mit den
> Mitläufern aus? Eine Demo wird zeigen, welche Kräfte und in welcher Stärke
> die Rechten mobilmachen können. Daraus sollten sich gesellschaftlich
> relevante Informationen ableiten lassen.

http://www.verfassungsschutz.de/download/de/publikationen/verfassungsschutzbericht/vsbericht_2010/vsbericht_2010.pdf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 21, 2012, 8:30:44 AM3/21/12
to
Daß es den Verfassungsschutz, genauer ein Bundesamt und 16 Landesämter für
Verfassungsschutz gibt, ist bekannt. Zur Zeit werden gewisse Zweifel an der
Qualität seiner Arbeit vernehmbar, woran die Behörde(n) nicht ohne Schuld
sein dürften.

(Nicht nur) Ich halte einen 'Abgleich' zwischen den Inhalten des
Verfassungsschutzberichtes und der Realität auf einer Demonstration für
aufschlußreich.

Natürlich wäre es mir lieber, säßen irgendwelche Wirrköpfe in ihrem
Vereinsheim und würden uns alle nicht durch ihre seltsamen Parolen nerven.
Aber wenn die Spielregeln festlegen, daß auch diese Menschen ein Recht auf
Demo haben, dann ist das eben so. Muß mir ja nicht gefallen. Tut es auch
nicht. Aber deswegen halten wir trotzdem die Spielregeln ein.

Nik

Mike Grantz

unread,
Mar 21, 2012, 12:19:12 PM3/21/12
to
On 21.03.2012 13:30, Nikolaus Bernhardt wrote:

>> http://www.verfassungsschutz.de/download/de/publikationen/verfassungsschutzbericht/vsbericht_2010/vsbericht_2010.pdf
>
> Daß es den Verfassungsschutz, genauer ein Bundesamt und 16 Landesämter für
> Verfassungsschutz gibt, ist bekannt. Zur Zeit werden gewisse Zweifel an der
> Qualität seiner Arbeit vernehmbar, woran die Behörde(n) nicht ohne Schuld
> sein dürften.
>
> (Nicht nur) Ich halte einen 'Abgleich' zwischen den Inhalten des
> Verfassungsschutzberichtes und der Realität auf einer Demonstration für
> aufschlußreich.

Wie vermutest du denn, geht der Verfassungsschutz mit solchen
Demonstrationen um, und welchen Einfluss könnte er auf den Bericht haben?

Oder anders: Wer gleicht es sonst noch ab und wo kann man es nachlesen?

Torsten Gronau

unread,
Mar 21, 2012, 1:29:46 PM3/21/12
to
Am 20.03.2012 23:01, schrieb Nikolaus Bernhardt:

> Ich hatte Dich mal sinngemäß so verstanden, daß Du kein allzu schlechtest
> Wetter haben wolltest, weil Du auch davon betroffen wärest. Dann kann ich
> es ja Feuer und Schwefel vom Himmel regnen lassen ... oder doch nur
> Handgranatengroße Hagelkörner? Mal sehen, was mir so einfällt.

Kann ich mir das jetzt echt aussuchen?

> Was den harten Kern angeht, magst Du rechthaben. Doch wie sieht es mit den
> Mitläufern aus? Eine Demo wird zeigen, welche Kräfte und in welcher Stärke
> die Rechten mobilmachen können. Daraus sollten sich gesellschaftlich
> relevante Informationen ableiten lassen.

Also, ich glaube nicht. Ich glaube, dass über die organisierten
Strukturen ziemlich genaue Erkenntnisse vorliegen. Das schwerer lösbare
Problem scheinen (nicht nur bei den Rechten) nicht stark vernetzte,
militante Kleingruppen und radikale Einzelpersonen zu sein.


> Weniger Spaß als wenn selbsternannte Bündnisse das Versammlungsrecht
> stören?

Definitiv. Denn mit zweiterem dürfen sich allenfalls hinterher die
Strafgerichte beschäftigen.

Torsten

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 21, 2012, 2:27:58 PM3/21/12
to
Am Wed, 21 Mar 2012 17:19:12 +0100 schrieb Mike Grantz:

> Wie vermutest du denn, geht der Verfassungsschutz mit solchen
> Demonstrationen um, und welchen Einfluss könnte er auf den Bericht haben?

Der Verfassungsschutz könnte beobachten:

- wer die Demo anmeldet,
- ob sie stattfinden darf (und falls nicht, aus welchen Gründen und wer
dagegen wie vorgegangen wird),
- welche Personen demonstrieren
- wie sie sich vor/während/nach der Demo verhalten

- ob es eine Gegen-Demo gibt
- wer sie anmeldet
- ob es aus der Gegen-Demo heraus zu Straftaten (Steinewerfen) kommt

> Oder anders: Wer gleicht es sonst noch ab und wo kann man es nachlesen?

Ich könnte mir vorstellen, daß auch die Polizei Unterlagen über solche
Demos sammelt.

Nik

Mike Grantz

unread,
Mar 21, 2012, 7:46:35 PM3/21/12
to
On 21.03.2012 19:27, Nikolaus Bernhardt wrote:

> Der Verfassungsschutz könnte beobachten:
>
> - wer die Demo anmeldet,
> - ob sie stattfinden darf (und falls nicht, aus welchen Gründen und wer
> dagegen wie vorgegangen wird),
> - welche Personen demonstrieren
> - wie sie sich vor/während/nach der Demo verhalten
>
> - ob es eine Gegen-Demo gibt
> - wer sie anmeldet
> - ob es aus der Gegen-Demo heraus zu Straftaten (Steinewerfen) kommt

Und das beisst sich jetzt wie genau mit deinem:

"Eine Demo wird zeigen, welche Kräfte und in welcher Stärke
die Rechten mobilmachen können. Daraus sollten sich gesellschaftlich
relevante Informationen ableiten lassen."

und meinem Link zu eben jenem Bericht, der sich unter anderem mit genau
dieser Frage befasst?

Um nochmal auf dein "mobil machen _können_" zurückzukommen...

In HL gibt es leider verdammt viele Rechte, die aber kleine Grüppchen
bilden und eher recht als schlecht vernetzt sind. Die meisten sind, wenn
überhaupt, durch facebook und Co. verdrahtet, und meiden die
Öffentlichkeit, in der sie dann recht unauffällig in Erscheinung treten.

So sehr ich facebook ablehne, konnte ich es mir nicht nehmen, einen
Fakeaccount zu erstellen, um bekannte Namen zu suchen. Ein Name reicht,
und man erkennt, wie viele sich von dieser Sorte in unserer Stadt und
Umgebung tummeln.

Viele sind sehr freizügig, was ihre Privatsphäre angeht. Ob es Teil
ihres Planes ist oder Dummheit, wer weiss das schon?

Wie bereits erwähnt, die meisten verhalten sich eher unauffällig und
vielen würde man ihre Gesinnung auch nach dem 2ten Blick nicht ansehen.

Ich komme viel herum im hiesigen Nachtleben und dank Partyfotoseiten,
facebook, etc. kann man schon verdammt viel erfahren, wie wer wo was
miteinander zusammenhängt, ohne grossartig Sherlock spielen zu müssen.

"Schöne" vernetzte Welt.

Mehr als einmal war ich erschrocken, dass die Person, mit der ich mich
gut unterhalten habe, zu dem Gesocks gehört.

Es gibt Abende, da könnt ich die Hälfte der Anwesenden mit Vor- und
Nachnamen ansprechen, obwohl wir uns noch nie direkt begegnet sind.

Und keinem Aussenstehenden ist aufgefallen, was los ist. Die Leute
feiern auf der Walli, gehen ins A1, Hüx, sitzen mit Türken und Schwarzen
an der Bar und trinken einen.

Mobilmachen _könnten_ sie ne Menge, aber sie bevorzugen die Aktion Mimikry.

Lübeck unterscheidet sich so sehr von gewissen Hochburgen im Osten, wo
man noch mit weissen Schnürsenkeln und Bomberjacken durch die Strassen
flitzt.

Marco Grau

unread,
Mar 22, 2012, 1:43:59 AM3/22/12
to
On Thu, 22 Mar 2012 00:46:35 +0100, Mike Grantz
<beat...@stoiseland.de> wrote:

>Lübeck unterscheidet sich so sehr von gewissen Hochburgen im Osten, wo
>man noch mit weissen Schnürsenkeln und Bomberjacken durch die Strassen
>flitzt.

Nun, so kann man die Leute auch nicht mehr erkennen, denn gerade
Lübecker Punks laufen ähnlich gekleidet rum, so wie Leute aus dem
braunen Lager gerne mal den "Linksstyle" tragen.

Das ist mittlerweile ein echtes Problem für Discotheken und
Kneipenbesitzer, die versuchen wollen die Rechtorientierten aus den
Läden zu halten.

Aber ich sage mal so, solange man vernünftig miteinander reden kann,
ist mir die politische Gesinnung ab und an echt Wurscht, man muss eben
ein wenig Toleranz zeigen. Kenne genug Leute, denen zu unrecht
vorgeworfen wurde ins rechte Lager zu gehören.

Selbst ich durfte mir das schon anhören, nur auf Grund meiner
Haarlänge. Nur wo die Natur eben Kahlschlag ansetzt, wächst eben
nichts mehr. Als Halbtürke kann ich jedenfalls köstlich drüber Lachen.

Es grüßt Marco

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 22, 2012, 7:31:53 AM3/22/12
to
Am Thu, 22 Mar 2012 00:46:35 +0100 schrieb Mike Grantz:

>> Der Verfassungsschutz könnte beobachten:
>>
>> - wer die Demo anmeldet,
>> - ob sie stattfinden darf (und falls nicht, aus welchen Gründen und wer
>> dagegen wie vorgegangen wird),
>> - welche Personen demonstrieren
>> - wie sie sich vor/während/nach der Demo verhalten
>>
>> - ob es eine Gegen-Demo gibt
>> - wer sie anmeldet
>> - ob es aus der Gegen-Demo heraus zu Straftaten (Steinewerfen) kommt
>
> Und das beisst sich jetzt wie genau mit deinem:
>
> "Eine Demo wird zeigen, welche Kräfte und in welcher Stärke
> die Rechten mobilmachen können. Daraus sollten sich gesellschaftlich
> relevante Informationen ableiten lassen."

Äh, wieso? Nur wenn eine Demo stattfindet, kann man sie auswerten. Deswegen
halte ich ein Verbot per se für fragwürdig.

"Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge,
um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge." [1]

Oder seh ich grad den Wald vor lauter Bäumen nicht?

> und meinem Link zu eben jenem Bericht, der sich unter anderem mit genau
> dieser Frage befasst?

Dein Link war etwas unspezifisch. Der ganze Verfassungsschutzbericht umfaßt
knapp 500 Seiten, der Abschnitt über Rechtsextremismus immerhin noch 70
Seiten. Ich mir den Bericht war gesichert, aber noch nicht durch intensiv
durchgelesen.

> Um nochmal auf dein "mobil machen _können_" zurückzukommen...
>
> In HL gibt es leider verdammt viele Rechte, die aber kleine Grüppchen
> bilden und eher recht als schlecht vernetzt sind. Die meisten sind, wenn
> überhaupt, durch facebook und Co. verdrahtet, und meiden die
> Öffentlichkeit, in der sie dann recht unauffällig in Erscheinung treten.

Wie weit sind diese Gruppen dann relevant? Und wie weit ließen sich Gruppen
mit rechter Gesinnung der NPD zuordnen? Und was passierte bei einem Verbot
der NPD?

> So sehr ich facebook ablehne, konnte ich es mir nicht nehmen, einen
> Fakeaccount zu erstellen, um bekannte Namen zu suchen. Ein Name reicht,
> und man erkennt, wie viele sich von dieser Sorte in unserer Stadt und
> Umgebung tummeln.
>
> Viele sind sehr freizügig, was ihre Privatsphäre angeht. Ob es Teil
> ihres Planes ist oder Dummheit, wer weiss das schon?

Gute Frage.

Manche Menschen sind wirklich etwas blöd/leichtfertig/unbedarft, was den
Umgang mit eigenen Daten umgeht. Jemand war krankgeschrieben, was sie nicht
davon abhielt, am Wochenende Party zu machen und mit entsprechenden
Party-Bildern in Facebook zu dokumentieren. Daß die Kollegen, die ihre
Wochenenddienste übernehmen mußten, darüber "not amused" waren, dürfte
einleuchten. Der Chef hatte dann die entsprechenden Ausdrucke auf dem
Tisch. Das Ende vom Lied war die fristlose Kündigung.

Ein befreundeter Personaler freut sich immer, wenn er schon Strand- und
Bikini-Bilder aus Facebook der Bewerberinnen gesehen hat.

Doch zurück zum (durchaus ernsten) Thema: Menschen aus dem rechten Spektrum
versuchen, ihre Ansichten gesellschaftsfähig zu machen. Im europäischen
Ausland (zer)stört es die dortigen Demokratien nicht, daß rechte Parteien
in den Parlamenten sind. Auch hierzulande wird ein NPD-Verbot keine Wunder
bewirken. Was nach so einem Verbot passieren könnte, hatte ich in
Message-ID: <yxkeb7h8o7e2.mig9g9udgvjk$.d...@40tude.net> mal angerissen.
Wobei das nicht auf meinem Mist gewachsen ist, ich hatte Artikel in einigen
Blogs gelesen und ein paar Gedanken zusammengefaßt.

> Wie bereits erwähnt, die meisten verhalten sich eher unauffällig und
> vielen würde man ihre Gesinnung auch nach dem 2ten Blick nicht ansehen.

Man kann Menschen eben nur _bis_ vor die Stirn sehen und nicht dahinter.

> Ich komme viel herum im hiesigen Nachtleben und dank Partyfotoseiten,
> facebook, etc. kann man schon verdammt viel erfahren, wie wer wo was
> miteinander zusammenhängt, ohne grossartig Sherlock spielen zu müssen.
>
> "Schöne" vernetzte Welt.

Macht den Ermittlern und Nachrichtendienstlern die Arbeit einfacher. Sofern
man denn über gewisse Gruppen Erkenntnisse gewinnen möchte.

> Mehr als einmal war ich erschrocken, dass die Person, mit der ich mich
> gut unterhalten habe, zu dem Gesocks gehört.

Ich hab mich neulich mit jemandem unterhalten, der Kontakte zu einer
gewissen Gruppe von 'Motorradfahrern' unterhält. Man lebt einerseits ganz
normal, baut auf der anderen Seite aber seine eigenen Strukturen auf.

> Es gibt Abende, da könnt ich die Hälfte der Anwesenden mit Vor- und
> Nachnamen ansprechen, obwohl wir uns noch nie direkt begegnet sind.

Du gäbest einen guten Nachrichtendienstler ab :-)

Nik

1.) Kurt Marti, schweizer Schriftsteller, zitiert nach
http://de.wikiquote.org/wiki/Kurt_Marti

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 22, 2012, 7:54:16 AM3/22/12
to
Am Thu, 22 Mar 2012 06:43:59 +0100 schrieb Marco Grau:

>>Lübeck unterscheidet sich so sehr von gewissen Hochburgen im Osten, wo
>>man noch mit weissen Schnürsenkeln und Bomberjacken durch die Strassen
>>flitzt.
>
> Nun, so kann man die Leute auch nicht mehr erkennen, denn gerade
> Lübecker Punks laufen ähnlich gekleidet rum, so wie Leute aus dem
> braunen Lager gerne mal den "Linksstyle" tragen.

Warum sollte man seine Einstellung auch unbedingt nach außen zeigen? Ab
einem gewissen Alter oder einer geistigen Reife läßt der Drang, sich über
Aussehen zu definieren, nach.

> Das ist mittlerweile ein echtes Problem für Discotheken und
> Kneipenbesitzer, die versuchen wollen die Rechtorientierten aus den
> Läden zu halten.

Tja, das zeigt eben, daß die Auswahl an der Tür problematisch ist, wenn nur
auf Äußerlichkeiten geachtet wird.

Gut, wer "Meine Ehre heißt Treue" als sichtbare Tätowierung trägt, ist
schnell erkannt und in die entsprechende Schublade gesteckt.

Aber was ist mit weniger eindeutigen Signalen bzw. Erkennungszeichen? Macht
ein "Thor Steinar"-Kleidungsstück aus seinem Träger einen Nazi? Oder ziehen
nur Nazis das an? Die Rune auf dieser Bekleidung ist die Gebo-Rune, die u.
a. Gastfreundschaft symbolisiert. Als "Andreaskreuz" ist sie heute sehr
weit verbreitet und hängt u.a. Bahnübergängen.

Und was ist mit vielen Persiflagen auf einschlägige Zeichen? Zum Beispiel
"Tor Steiner", "Storch Heinar" oder "Meine Ähre heißt Troye" (mal irgendwo
gesehen).

Und was ist mit der Kufiya (auch als "Palästinensertuch" bezeichnet)? Macht
sie einen Träger zu einem Linken? Oder tragen nur Linke sowas?

Eine Thor-Steiner-Jacke mit einem "Pali-Tuch" getragen sagt nun was?

Ich glaube, der Ansatz, Menschen mit bestimmter politischer Einstellung
'abzusondern' ("Ey, Du kummst hier net rein!"), ist wenig hilfreich.

> Aber ich sage mal so, solange man vernünftig miteinander reden kann,
> ist mir die politische Gesinnung ab und an echt Wurscht, man muss eben
> ein wenig Toleranz zeigen.

Sehe ich auch so. Und so manchen Menschen kann man dazu bringen, seine
eigenen Ansichten mal zu überdenken. Aber das geht nur, wenn man mit ihm
reden kann, weil auch er in den Laden kommt.

> Kenne genug Leute, denen zu unrecht vorgeworfen wurde ins rechte Lager zu
> gehören.

Geht mir auch so. Die von mir getragenen Jacken lösen bei manchen Menschen
ein gewissen Befremden aus. Dabei sind sie nicht schön, aber sehr praktisch
und nehmen es einem nicht übel, wenn man sie (beim Pferd) einsaut und
entsprechend oft durch die Waschmaschine jagen muß.

Nik

Mike Grantz

unread,
Mar 22, 2012, 10:23:16 AM3/22/12
to
On 22.03.2012 12:31, Nikolaus Bernhardt wrote:

>> "Eine Demo wird zeigen, welche Kräfte und in welcher Stärke
>> die Rechten mobilmachen können. Daraus sollten sich gesellschaftlich
>> relevante Informationen ableiten lassen."
>
> Äh, wieso? Nur wenn eine Demo stattfindet, kann man sie auswerten. Deswegen
> halte ich ein Verbot per se für fragwürdig.

Achso, du bezogst dich auf _diese_ spezielle Demo. Ich dachte, du
meintest das allgemeiner.

> Dein Link war etwas unspezifisch. Der ganze Verfassungsschutzbericht umfaßt
> knapp 500 Seiten, der Abschnitt über Rechtsextremismus immerhin noch 70
> Seiten. Ich mir den Bericht war gesichert, aber noch nicht durch intensiv
> durchgelesen.

Seit einiger Zeit kann man ja PDFs durchsuchen. ;)

> Wie weit sind diese Gruppen dann relevant?

Nunja, sie teilen sich ihre Gesinnung.

> Und wie weit ließen sich Gruppen mit rechter Gesinnung der NPD zuordnen?

Die Facebooknazis linken oft NPD-Nachrichten, und liken deren Zeugs.

> Und was passierte bei einem Verbot der NPD?

KA, evtl. lassen sie ihren Frust an einer armen Sau ab?

> Ich hab mich neulich mit jemandem unterhalten, der Kontakte zu einer
> gewissen Gruppe von 'Motorradfahrern' unterhält. Man lebt einerseits ganz
> normal, baut auf der anderen Seite aber seine eigenen Strukturen auf.

Die sind mir definitiv sympathischer. Eins ist klar, in deren
Lokalitäten gibts so gut wie keinen Stress, und das ist in Lübeck selten. ;)

> Du gäbest einen guten Nachrichtendienstler ab :-)

Es ist erschreckend, wieviel ich dadurch über Andere weiss. Name,
Aussehen, Tattoos usw, die man normal nicht sehen kann, Beziehung,
Gesinnung, Kind, Neffe, Wohnort, Fotos, Links, Kommentare!

Viele Dinge, bei denen ich mir sicher bin, die sie mir in einem
persönlichen Gespräch niemals erzählen würden.

Wenn man dann noch die von Anon geleakte NPD-Spenden- und
Nazishopkundenliste zum Abgleich verwendet...

Umso erschreckender der Gedanke, was gewisse Organisationen über einen
selber erfahren, die das professionell angehen.

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 22, 2012, 5:02:07 PM3/22/12
to
Am Thu, 22 Mar 2012 15:23:16 +0100 schrieb Mike Grantz:

>> Äh, wieso? Nur wenn eine Demo stattfindet, kann man sie auswerten. Deswegen
>> halte ich ein Verbot per se für fragwürdig.
>
> Achso, du bezogst dich auf _diese_ spezielle Demo. Ich dachte, du
> meintest das allgemeiner.

In diesem Fall/Thread bezog ich mich auf die geplante Demo in Lübeck. Hier
ist ja luebeck.allgemein und nicht global-galaktisch.weltgeschehen :-)

>> Dein Link war etwas unspezifisch. Der ganze Verfassungsschutzbericht umfaßt
>> knapp 500 Seiten, der Abschnitt über Rechtsextremismus immerhin noch 70
>> Seiten. Ich mir den Bericht war gesichert, aber noch nicht durch intensiv
>> durchgelesen.
>
> Seit einiger Zeit kann man ja PDFs durchsuchen. ;)

Klar kann man. Aber es ist interessanter, den Bericht, zumindest den
besagten Abschnitt, schon mal ganz zu lesen.

>> Ich hab mich neulich mit jemandem unterhalten, der Kontakte zu einer
>> gewissen Gruppe von 'Motorradfahrern' unterhält. Man lebt einerseits ganz
>> normal, baut auf der anderen Seite aber seine eigenen Strukturen auf.
>
> Die sind mir definitiv sympathischer. Eins ist klar, in deren
> Lokalitäten gibts so gut wie keinen Stress, und das ist in Lübeck selten. ;)

Naja, trotzdem möchte ich in keine Auseinandersetzung zwischen Banditen und
Höllenengeln geraten. So chorknabenhaft, wie man sich manchmal gibt, ist
man weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

> Wenn man dann noch die von Anon geleakte NPD-Spenden- und
> Nazishopkundenliste zum Abgleich verwendet...

Gerüchte besagen, daß manche Nazi-Shops nur betrieben wurde, um die Beörden
zu verwirren, Phantom-Kunden bestellten dort Phantom-Waren...

Aber da ich nicht in Nazi-Kreisen verkehre, weiß ich es nicht genau. Müßte
ich den Verfassungsschutz von meinen Aktivitäten ablenken, schaffte ich
auch 'ne Menge Scheinziele, um die Beobachter abzulenken...

Nik

Marco Grau

unread,
Mar 23, 2012, 1:27:11 AM3/23/12
to
On Thu, 22 Mar 2012 22:02:07 +0100, Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com> wrote:

>Naja, trotzdem möchte ich in keine Auseinandersetzung zwischen Banditen und
>Höllenengeln geraten. So chorknabenhaft, wie man sich manchmal gibt, ist
>man weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

Die gab es in Lübeck noch nicht in so starken Auswüchsen, das es
eskalierte. Zumal in Lübeck schon immer die Hells zugegen waren.

Zum Beispiel hatten die Red Devils, die alte Formation, ihre Hände im
Abaco gehabt.

Es gibt noch zig andere Läden in Lübeck wo die Hells verkehren, aber
meist wirklich ohne Colors erscheinen. Die Jungs in Lübeck gehören
eben nicht zu den 1%.

Mag vielleicht auch daran liegen, das es einen MC in Lübeck gibt, in
dem fast nur Beamte aus dem Staatsdienst tätig sind.

Wenn wir in Lübeck ein 1% Problem hätten, wären wesentlich weniger
Vereinscolors in Lübeck vertreten. Daran merkt man sowas in einer
Stadt zuerst. Sämtliche MCs tragen keine Kutten mehr, da die zwei
"Großen", die 3. Partei, die Mongols die wegen starker
Gewalltbereitschafft unter ständiger Polizeiaufsicht stehen, der
Meinung sind zu entscheiden wann ein MC überhaupt "Würdig" ist eigene
Farben zu tragen.

Es grüßt Marco

Mike Grantz

unread,
Mar 23, 2012, 3:05:55 AM3/23/12
to
On 23.03.2012 06:27, Marco Grau wrote:

> Zum Beispiel hatten die Red Devils, die alte Formation

Wie meinst du das? Die alte Formation der RD aka A......s?

> Wenn wir in Lübeck ein 1% Problem hätten, wären wesentlich weniger
> Vereinscolors in Lübeck vertreten.

Was ist eigentlich aus den 100000000000 Rollerclubs geworden? Es gab
Abende im Riders, da gabs soviele verschiedene Patches, soweit konntest
du nach ein paar Bier garnicht mehr zählen.

Hab die alle schon ewig nicht mehr gesehen. Und der Rosenkrug ist für
mich zu umständlich zu erreichen, um selber mal nachzuschaun.

Und seit Hotte nach München gezogen ist, wars eh schon recht ruhig in
der Szene.

Das viele davon Modepüppchen waren (Papa, kaufst du mir nen Töfftöff?),
war damals schon klar, aber scheint fast so, als hätte ich sie alle
überlebt, obwohl ich nie wirklich dazugehörte.
Message has been deleted

Mike Grantz

unread,
Mar 23, 2012, 10:33:39 PM3/23/12
to
On 23.03.2012 14:01, Kai wrote:

>> Die Jungs in Lübeck gehören eben nicht zu den 1%.
>
> Was meinst Du damit?

1%er sind Outlaws. Kriminell und Gewaltbereit und zeigen es durch einen
1%-Patch auf ihrer Kutte. Bsp:
http://static.iltalehti.fi/uutiset/bandidosjengi_uu.jpg

1947 kam es auf einer Motorradveranstaltung in Kalifornien zu Exzessen
durch Biker. (Hollister Riot)

Man sagt, der amerikanische Motorradverband habe daraufhin verkündet,
dass 99% aller Biker rechtschaffende, normale Bürger seien, und somit
der verbleibende 1%-Rest Outlaws seien. Die AMA dementiert dies zwar,
aber seitdem pappen sich gewisse Leute den Flicken auf die Kutte.

Man kann davon ausgehen, dass die 1%-Träger es durchaus ernst meinen. ;)

Marco Grau

unread,
Mar 24, 2012, 3:36:11 AM3/24/12
to
On Fri, 23 Mar 2012 08:05:55 +0100, Mike Grantz
<beat...@stoiseland.de> wrote:

>On 23.03.2012 06:27, Marco Grau wrote:
>
>> Zum Beispiel hatten die Red Devils, die alte Formation
>
>Wie meinst du das? Die alte Formation der RD aka A......s?

Es gab eine starke Strukturänderung, die RDs die ich ab und an Treffe,
sind meist jünger als ich, und lassen die Zugehörigkeit zu den 81er
nicht so groß raushängen.

Es grüßt Marco

Marco Grau

unread,
Mar 24, 2012, 3:37:47 AM3/24/12
to
On Sat, 24 Mar 2012 03:33:39 +0100, Mike Grantz
<beat...@stoiseland.de> wrote:

>Man kann davon ausgehen, dass die 1%-Träger es durchaus ernst meinen. ;)

Gut das Du den zwinkersmile dahinter gesetzt hast ;-)

Nikolaus Bernhardt

unread,
Mar 27, 2012, 5:36:34 PM3/27/12
to
Am Tue, 20 Mar 2012 18:27:35 +0100 schrieb Torsten Gronau:

> Aber, wir werden sehen wie Justitias Mühlen mahlen.

Wir haben das jetzt gesehen: Das von Bürgermeister Saxe ausgesprochene
Verbot wurde (erwartungsgemäß) gekippt. [1][2]

Irgendwie haben alle gewonnen: Der Bürgermeister kann sagen, daß er alles,
was in seiner Macht stand, versucht hatte. Es gibt Demo und Gegen-Demo.

Nik

1.) www.ln-online.de/nachrichten/3404192/gericht-kippt-nazi-demo-verbot
2.) www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=75867
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