Am Mon, 14 May 2012 14:11:10 +0200 schrieb Lukas Schmidt:
>> Die NPD, von manchen als brandgefährliche Bedrohung der Demokratie
>> gesehen, kam auf ein derlei schlechtes Wahlergebnis, daß sie nicht mal
>> selbst erwähnt sondern nur unter "Andere" zusammengefaßt wurde.
>
> Dankenswerterweise. Dann müssen die sich wenigstens selbst über das Ergebnis
> informieren und finden eventuell sogar noch etwas Intelligentes im Internet.
>
> Ich finde übrigens auch, dass die Rechten, auch wenn sie es uns nicht
> zeigen, schon eine Gefahr darstellen. Aber es ist ähnlich wie mit Feuer:
> Solange die Flamme nur als Kerze auf dem Tisch brennt, können wir es
> akzeptieren. Brennt der Tisch, sollten wir uns echte Sorgen machen.
Auch bei einer verfältnismäßig harmlosen Kerze gilt, daß man sie nicht
unbeaufsichtigt brennen lassen sollte.
>> Sind NPD-Anhänger nicht willens oder in der Lage, das Kreuz dann an der
>> richtigen Stelle auf der Wahlzettel zu machen? Das klingt vielleicht wie
>> ein schlechter Witz, aber die NPD-Fraktion im Schweriner Landtag hatte
>> sich seinerzeit vor laufenden Kameras beschwert, daß sie den Weg zum Klo
>> nicht fände[1]. Da halte ich diesen Gedanken für möglich.
>
> Vielleicht wählen sie tatsächlich falsch, aber eventuell gehen sie auch
> nicht zur Wahl, weil es "ja eh nichts bringt"? Ich kann glücklicherweise
> nicht beurteilen, wie intensiv die NPD ihre potenziellen Wähler zur
> Landtagswahl aktivieren kann.
Daß es nichts bringt, können die Anhänger rechter Parteien ja auch in M-V
und Sachsen sehen. Dort sitzt die NPD im Parlament, fällt durch viel
Dummfug auf, jedoch nicht durch ernstzunehmende politische Arbeit. Erst
recht nicht nach Maßstäben überzeugter Demokraten.
> Ich glaube, das stimmt leider nicht. Dafür hat sie immerhin rund 1,5% der
> Zweitstimmen und rund 1,8% der Erststimmen bei der Bundestagswahl 2009
> erhalten. Das sind über 600.000 Demifagen - Deppen mit falscher Gesinnung.
Wer mit seiner Erststimme einen Kandidaten einer kleinen Partei wählt, hat
entweder das Prinzip nicht verstanden oder möchte ein Zeichen politischen
Protestes setzen.
Gut, auch bei der FDP hatte man mal eine Kampagne "Zwei Stimmen für die
FDP"[1], was dann dazu führte, daß Erststimmen dem (gewünschten)
Koalitionspartner CDU verlorengingen.
> Solange die Flamme klein bleibt, ja. Andererseits ist die NPD auch eine
> Möglichkeit, den Braunen eine Art Legitimation zu verschaffen, und
> vielleicht auch ein bisschen Köder für nicht-ganz-so-Rechte, die dann in
> einen Abwärtsstrudel geraten.
Man kann eine (im wesentlichen wirklungslose) NPD als Sandbox und Indikator
betrachten.
Sandbox, weil sich dort einige Leute austoben können, ohne die Republik
wirklich verändern zu können.
Indikator, weil man so erkennen kann, ob ein nennenswerter Teil der
Bevölkerung rechts(extrem) denkt. Falls es zu viele Menschen werden, muß
die Politik eben reagieren.
>> Daß es trotzdem politisch oder religiös motivierte Extremisten gibt, ist
>> eine andere Sache und sollte genau beobachtet werden.
>
> War das der Disclaimer? ;-)
Na klar. Sonst kommt wieder ein Schnallnix und versucht mich in eine
recht(sextrem)e Ecke zu stellen ;-)
Ich freu mich jedenfalls, daß es die NPD mit ~40.000 Stimmen auf nur 0,5%
bei der Wahl in NRW gekommen ist. Zur Veranschaulichung: Die
Tierschutzpartei kam mit ~58.000 Stimmen auf 0,7%; die Piraten mit ~609.000
Stimmen auf 7,8%
Nik
1.)
http://lostmoon.de/die-qual-der-wahl-193