Am Sat, 4 Oct 2014 22:56:58 +0200 schrieb Kai Bojens:
> Helge Borgmann <
no-...@limoni.de> wrote:
>
>> Da aber die Lesekenntnisse der meisten solcherart Angesprochenen
>> offensichtlich gerade dazu reichten, den IKEA-Katalog und die
>> Last-Minute-Angebote nach Malle zu verstehen (ausreichende Bebilderung
>> vorausgesetzt), versandeten diese Informationen durch tl;dr.
>
> Aus exakt diesem Grund bin ich �brigens mittlerweile ein erkl�rter
> Gegner von Volksentscheiden. Ich habe n�mlich keine Lust, dass Leute
> �ber etwas entscheiden d�rfen, f�r die das Lesen eines Beipackzettels
> schon eine Zumutung ist.
Ist das Lesen von Parteiprogrammen weniger Zumutung?
Wer von denen, die ihr Kreuz auf einem Wahlzettel machen, hat sich mit
einzelnen Inhalten des Parteiprogrammes oder Positionen der Kandidaten
wirklich inhaltlich auseinandergesetzt?
Ja, Informationen dieser Art unterliegen einer Holschuld, wissen wir alle.
Kommen die (politischen) Waschzettel wirklich beim W�hler an? Die
Zettelverteiler kommen nicht an jeden Briefkasten, viele Menschen sind
(fast schon) konditioniert, einzelne (Werbe-)Zettel ungelesem dem Altpapier
zu �bergeben. So entgehen dem Wahlb�rger dann oft auch Informationen, die
sein (willk�rliches) Abstimmungsverhalten durch (die Interpretation von)
Fakten h�tten beeinflussen k�nnen.
Die Fernsehsendung hatte auch zum Thema gemacht, wie leicht 'Gutachten',
die demn�chst $Tausende_von_Jobs und $Bl�hende_Landschaften f�r die Kosten
von $Portokasse und danach $Sprudelnde_Gewinne belegen, zu bekommen sind.
Solche Versprechungen kann man einfach mal so glauben. Oder man sieht sich
mal an, wie erfolgreich die vielen anderen regionalen Flughafen sind. Oder
wie unerfolgreich. Und zieht daraus seine Lehren, bevor man sich
entscheidet und ein paar (hundert) Millionen Steuergelder verbrennt.
Und was w�re die Alternative zu einem Volksentscheid?
Die B�rgerschaft Korlebata Citys wird von den beiden gro�en Parteien QKX
und QTL beherrscht. Eine von denen ist immer an der Macht, manchmal auch in
einem B�ndnis mit der einen oder anderen kleineren politischen Partei.
Manchmal gibt es auch eine gro�e Koalition aus QKX und QTL und praktisch
keine Opposition.
Was nun, wenn sich sowohl QKX als auch QTL f�r den (Neu- oder Aus-)Bau
eines Flughafens aussprechen? Da� man das eine oder andere verdiente
Parteimitglied in Vorstand oder Aufsichtsrat unterbringen kann, ist bei
beiden Parteien bekannt. Ebenso bekannt ist, da� der Flughafen sehr
wahrscheinlich ein Millionengrab sein wird.
Welche Chance h�tte der B�rger dann noch? Dann kann der B�rger die
kleineren Parteien w�hlen, die dem Flughafen skeptisch bis ablehnend
gegen�berstehen, aber wenig Chancen haben, sich in Koalitionsverhandlungen
gegen den gro�en Partner durchzusetzen.
Oder der B�rger kann als Zeichen seines Protest (links- oder) rechtsextreme
Parteien w�hlen. Oder er geht �berhaupt nicht mehr w�hlen.
Nik