Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Lübeck braucht ... einen Flughafen

11 views
Skip to first unread message

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 3, 2014, 3:49:37 PM10/3/14
to
Vor wenigen Tagen gab's bei ZDF Zoom einen Bericht �ber die vielen (oftmals
erschreckend) unrentablen Ragional-Flugh�fen.

War nicht wirklich neu, was die Sendung da aufgezeigt hat.

Aber jeder Landrat mu� ja unbedingt seinen "Interneschjionahl Ehrpord"
haben und tr�umt von tausenden von Arbeitspl�tzen, die da pl�tzlich auf der
gr�nen Wiese entstehen sollen.

Da� kaum ein Flugplatz jemals die Passagierzahlen erreichen wird, um
schwarze Zahlen zu schreiben, ist v�llig egal. Erst recht, wenn der n�chste
richtige Flughafen relativ dicht in der N�he ist.

Hauptsache, man kann als B�rgermeister oder Landrat selbst in Vorstand oder
Aufsichtsrat des Flughafens sitzen oder ein paar verdiente Parteifreunde
lohnend unterbringen.

Zahlt ja alles der Steuerzahler :-)

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/kanaluebersicht/1315152/sendung/ZDFzoom

weild...@googlemail.com

unread,
Oct 4, 2014, 3:44:17 AM10/4/14
to
Richtig. Wie (un)rentierlich ist der Lübecker Flughafen denn nun eigentlich? Rolf WDF, HH UND Priwall

Mike Grantz

unread,
Oct 4, 2014, 3:52:17 AM10/4/14
to
On 04.10.2014 09:44, weild...@googlemail.com wrote:
> Wie (un)rentierlich ist der L�becker Flughafen denn nun eigentlich?

Ka, hat wer den Weihnachtsmann dort abheben sehen?

Lukas Schmidt

unread,
Oct 4, 2014, 4:36:55 AM10/4/14
to
Mike Grantz schrieb am 04.10.2014 um 09:52:
> On 04.10.2014 09:44, weild...@googlemail.com wrote:
>> Wie (un)rentierlich ist der Lübecker Flughafen denn nun eigentlich?
>
> Ka, hat wer den Weihnachtsmann dort abheben sehen?

Hatte Ryanair nicht auf den Nasen einiger Flugzeuge überflogene Rentiere
kleben?

--
Lukas

Von meinem echten PC gesendet

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 4, 2014, 4:56:16 AM10/4/14
to
Am Sat, 04 Oct 2014 10:36:55 +0200 schrieb Lukas Schmidt:

> Mike Grantz schrieb am 04.10.2014 um 09:52:
>> On 04.10.2014 09:44, weild...@googlemail.com wrote:
>>> Wie (un)rentierlich ist der L�becker Flughafen denn nun eigentlich?
>>
>> Ka, hat wer den Weihnachtsmann dort abheben sehen?
>
> Hatte Ryanair nicht auf den Nasen einiger Flugzeuge �berflogene Rentiere
> kleben?

Sieht so aus...

http://www.lol.de/job/weihnachtsmann-der-haerteste-job-der-welt-162/diese-airline-war-wohl-am-nordpol-der-arme-weihnachtsmann-klebt-auf-der-flugzeug-nase-m896

Kai Bojens

unread,
Oct 4, 2014, 6:10:21 AM10/4/14
to
Nikolaus Bernhardt <nikolaus....@gmail.com> wrote:

> Zahlt ja alles der Steuerzahler :-)

Der übrigens in Lübeck gesagt hat: Yo, geil – bitte weiter machen.

Lukas Schmidt

unread,
Oct 4, 2014, 11:23:39 AM10/4/14
to
So läuft Basisdemokratie. Kann man mögen oder nicht. In der Schweiz
war's doch "Ausländer kommen nicht rein", oder nicht?

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 4, 2014, 2:19:44 PM10/4/14
to
Am Sat, 4 Oct 2014 12:10:21 +0200 schrieb Kai Bojens:

>> Zahlt ja alles der Steuerzahler :-)
>
> Der �brigens in L�beck gesagt hat: Yo, geil -- bitte weiter machen.

Wir klar hatten denn Politik, Bef�rworter und Flughafen denn kommuniziert,
welche Verluste der Flughafen bislang pro Jahr macht und wohl auch
zuk�nftig machen werden?

Sicherlich (k)ein Zufall, da� die Gewinn- und (vor allem) Verlustrechnung
des Flughafens erst nach der Abstimmung herauskam.

W�re vielen B�rgern wirklich klar geworden, was die ein Kreuz bei "Ich bin
f�r den Flughafen" pro Steuerzahler pro Jahr kostet, w�re das Ergebnis
vielleicht deutlich anders ausgefallen.

Nik

Helge Borgmann

unread,
Oct 4, 2014, 4:32:21 PM10/4/14
to
Am 04.10.2014 um 20:19 schrieb Nikolaus Bernhardt:
> Am Sat, 4 Oct 2014 12:10:21 +0200 schrieb Kai Bojens:
>
>>> Zahlt ja alles der Steuerzahler :-)
>>
>> Der �brigens in L�beck gesagt hat: Yo, geil -- bitte weiter machen.
>
> W�re vielen B�rgern wirklich klar geworden, was die ein Kreuz bei "Ich bin
> f�r den Flughafen" pro Steuerzahler pro Jahr kostet, w�re das Ergebnis
> vielleicht deutlich anders ausgefallen.

Wenn ich mich recht erinnere, gab es vor der Abstimmung eine Kampagne
der Flughafengegner, in der mit Hilfe eines mehrseitigen, engbedruckten
Faltblattes in den Briefk�sten der m�ndigen L�becker B�rger genauestens
�ber die - auch finanziellen - Konsequenzen eines Pro-Votums informiert
wurde; ich fand die Argumentation schl�ssig und interessant.
Da aber die Lesekenntnisse der meisten solcherart Angesprochenen
offensichtlich gerade dazu reichten, den IKEA-Katalog und die
Last-Minute-Angebote nach Malle zu verstehen (ausreichende Bebilderung
vorausgesetzt), versandeten diese Informationen durch tl;dr.

h
b

Kai Bojens

unread,
Oct 4, 2014, 4:26:17 PM10/4/14
to
Nikolaus Bernhardt <nikolaus....@gmail.com> wrote:

> Wäre vielen Bürgern wirklich klar geworden, was die ein Kreuz bei "Ich bin
> für den Flughafen" pro Steuerzahler pro Jahr kostet, wäre das Ergebnis
> vielleicht deutlich anders ausgefallen.

Du hast völlig Recht. Aber leider sind nicht alle so schlau wie Du.

Kai Bojens

unread,
Oct 4, 2014, 4:56:58 PM10/4/14
to
Helge Borgmann <no-...@limoni.de> wrote:

> Da aber die Lesekenntnisse der meisten solcherart Angesprochenen
> offensichtlich gerade dazu reichten, den IKEA-Katalog und die
> Last-Minute-Angebote nach Malle zu verstehen (ausreichende Bebilderung
> vorausgesetzt), versandeten diese Informationen durch tl;dr.

Aus exakt diesem Grund bin ich übrigens mittlerweile ein erklärter
Gegner von Volksentscheiden. Ich habe nämlich keine Lust, dass Leute
über etwas entscheiden dürfen, für die das Lesen eines Beipackzettels
schon eine Zumutung ist.

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 5, 2014, 7:44:20 AM10/5/14
to
Am Sat, 4 Oct 2014 22:56:58 +0200 schrieb Kai Bojens:

> Helge Borgmann <no-...@limoni.de> wrote:
>
>> Da aber die Lesekenntnisse der meisten solcherart Angesprochenen
>> offensichtlich gerade dazu reichten, den IKEA-Katalog und die
>> Last-Minute-Angebote nach Malle zu verstehen (ausreichende Bebilderung
>> vorausgesetzt), versandeten diese Informationen durch tl;dr.
>
> Aus exakt diesem Grund bin ich �brigens mittlerweile ein erkl�rter
> Gegner von Volksentscheiden. Ich habe n�mlich keine Lust, dass Leute
> �ber etwas entscheiden d�rfen, f�r die das Lesen eines Beipackzettels
> schon eine Zumutung ist.

Ist das Lesen von Parteiprogrammen weniger Zumutung?

Wer von denen, die ihr Kreuz auf einem Wahlzettel machen, hat sich mit
einzelnen Inhalten des Parteiprogrammes oder Positionen der Kandidaten
wirklich inhaltlich auseinandergesetzt?

Ja, Informationen dieser Art unterliegen einer Holschuld, wissen wir alle.
Kommen die (politischen) Waschzettel wirklich beim W�hler an? Die
Zettelverteiler kommen nicht an jeden Briefkasten, viele Menschen sind
(fast schon) konditioniert, einzelne (Werbe-)Zettel ungelesem dem Altpapier
zu �bergeben. So entgehen dem Wahlb�rger dann oft auch Informationen, die
sein (willk�rliches) Abstimmungsverhalten durch (die Interpretation von)
Fakten h�tten beeinflussen k�nnen.

Die Fernsehsendung hatte auch zum Thema gemacht, wie leicht 'Gutachten',
die demn�chst $Tausende_von_Jobs und $Bl�hende_Landschaften f�r die Kosten
von $Portokasse und danach $Sprudelnde_Gewinne belegen, zu bekommen sind.

Solche Versprechungen kann man einfach mal so glauben. Oder man sieht sich
mal an, wie erfolgreich die vielen anderen regionalen Flughafen sind. Oder
wie unerfolgreich. Und zieht daraus seine Lehren, bevor man sich
entscheidet und ein paar (hundert) Millionen Steuergelder verbrennt.

Und was w�re die Alternative zu einem Volksentscheid?

Die B�rgerschaft Korlebata Citys wird von den beiden gro�en Parteien QKX
und QTL beherrscht. Eine von denen ist immer an der Macht, manchmal auch in
einem B�ndnis mit der einen oder anderen kleineren politischen Partei.
Manchmal gibt es auch eine gro�e Koalition aus QKX und QTL und praktisch
keine Opposition.

Was nun, wenn sich sowohl QKX als auch QTL f�r den (Neu- oder Aus-)Bau
eines Flughafens aussprechen? Da� man das eine oder andere verdiente
Parteimitglied in Vorstand oder Aufsichtsrat unterbringen kann, ist bei
beiden Parteien bekannt. Ebenso bekannt ist, da� der Flughafen sehr
wahrscheinlich ein Millionengrab sein wird.

Welche Chance h�tte der B�rger dann noch? Dann kann der B�rger die
kleineren Parteien w�hlen, die dem Flughafen skeptisch bis ablehnend
gegen�berstehen, aber wenig Chancen haben, sich in Koalitionsverhandlungen
gegen den gro�en Partner durchzusetzen.

Oder der B�rger kann als Zeichen seines Protest (links- oder) rechtsextreme
Parteien w�hlen. Oder er geht �berhaupt nicht mehr w�hlen.

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 5, 2014, 7:46:43 AM10/5/14
to
Das stimmt.

Viele dumme und teure Fehlentscheidungen hätten so vermieden werden können.

Kai Bojens

unread,
Oct 5, 2014, 11:49:05 AM10/5/14
to
Nikolaus Bernhardt <nikolaus....@gmail.com> wrote:

> Und was wäre die Alternative zu einem Volksentscheid?

Dass gewählte Vertreter sich hauptberuflich mit diesen Problemen
beschäftigen und nicht Leute wie Du.

> Oder der Bürger kann als Zeichen seines Protest (links- oder) rechtsextreme
> Parteien wählen. Oder er geht überhaupt nicht mehr wählen.

Das ist das Problem des Nichtwählers. Tipp: Demokratie ist kein
Zuschauersport – man kann und muss sich auch schon zwischen den Wahlen
entsprechend einbringen. Und, noch ein Tipp: Niemand auf der Welt teilt
Deine Ansichten in allen Punkten. Entweder Du geht den Kompromiss einer
Demokratie ein oder Du lässt es bleiben. Mir geht das Gejammer über
irgendwelche Nichtwähler mittlerweile auf den Senkel.

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 5, 2014, 12:38:25 PM10/5/14
to
Am Sun, 5 Oct 2014 17:49:05 +0200 schrieb Kai Bojens:

> Nikolaus Bernhardt <nikolaus....@gmail.com> wrote:
>
>> Und was w�re die Alternative zu einem Volksentscheid?
>
> Dass gew�hlte Vertreter sich hauptberuflich mit diesen Problemen
> besch�ftigen und nicht Leute wie Du.

Und schon kommen so 'putzige' L�sungen wie Cross-Border-Leasing wichtiger
kommunaler Infrastruktur heraus, weil K�mmerer nicht in der Lage sind, ein
paar tausend Seiten feinstes Juristen-Englisch zu verstehen.

Ich bin auch nicht in der Lage, sowas zu lesen und zu verstehen. Deswegen
lasse ich -- nach Ommas alter Devise, was man nicht versteht, davon soll
man seine Finger lassen -- auch die Finger von solchen L�sungen.

Ein paar hauptberufliche K�mmerer wu�ten es besser.

Sich hauptberuflich mit etwas zu besch�ftigen, bedeutet noch lange nicht,
die Dinge auch gut genug verstanden zu haben, um dumme Fehlentscheidungen
mit teuren Folgen zu vermeiden.

Theo Sarrazin hatte damals auch einen kapitalen Bock geschossen. Kann man
hier[1] nachlesen und sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

>> Oder der B�rger kann als Zeichen seines Protest (links- oder) rechtsextreme
>> Parteien w�hlen. Oder er geht �berhaupt nicht mehr w�hlen.
>
> Das ist das Problem des Nichtw�hlers. Tipp: Demokratie ist kein
> Zuschauersport -- man kann und muss sich auch schon zwischen den Wahlen
> entsprechend einbringen.

Klar. Kann man. Wieviel Jahre hattest Du Dich durch die Niederungen der
L�becker Kommunalpolitik gek�mpft, um dann irgendwann entnervt bei der SPD
abzuhauen?

> Und, noch ein Tipp: Niemand auf der Welt teilt Deine Ansichten in allen
> Punkten.

Noch nicht. Aber wenn ich erst an der Macht bin, werde ich mich sehr genau
an diese Menschen erinnern... :-)

> Entweder Du geht den Kompromiss einer Demokratie ein oder Du
> l�sst es bleiben. Mir geht das Gejammer �ber irgendwelche Nichtw�hler
> mittlerweile auf den Senkel.

Tja. Bei so ziemlich allen Parteien und nach so ziemlich jeder Wahl wird
gejammert.

Scheint systemimmanent zu sein.

Nik

1.)
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/thilo-sarrazin-wegen-bvg-verlustgeschaeft-unter-druck-a-955093.html

Kai Bojens

unread,
Oct 5, 2014, 12:56:21 PM10/5/14
to
Nikolaus Bernhardt <nikolaus....@gmail.com> wrote:

> Klar. Kann man. Wieviel Jahre hattest Du Dich durch die Niederungen der
> Lübecker Kommunalpolitik gekämpft, um dann irgendwann entnervt bei der SPD
> abzuhauen?

Die Gründe dafür habe ich hier aufgeschrieben:

https://blog.kbojens.de/20-jahre-in-der-spd-wozu-noch/

Übrigens: Neben der Mitgliedschaft in der SPD gibt es noch dutzende
andere Möglichkeiten zur Beteiligung. Wenn man es denn will.
0 new messages