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finanzamt als kreditor?

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Thomas Reinel

unread,
Dec 15, 2003, 9:06:50 AM12/15/03
to
mal ne dumme frage:

bisher haen wir z.b. den ausgang der lst. (wenn es das finanzamt per
lastschrift abgebucht hat), direkt mit dem zahlungsausgang verbucht, also
"1741 an 1200, xxx euro".

--> kann man das finanzamt eigentlich auch als kreditor anlegen?

wie macht man es *richtig*? wie macht ihr das alle?

thomas

--
Bitte nur in der Newsgroup antworten - bitte keine eMails. Danke!
Please reply only in the newsgroup - no emails please. Thank you!

Holger Dehmer

unread,
Dec 15, 2003, 4:39:42 PM12/15/03
to
Hallo, Thomas!

Dumme Fragen gibt es nicht - höchstens dumme Antworten ;-)
Ich hoffe, dir aber keine dumme Antwort zu geben:

Technisch und grundsätzlich ist es möglich, das Finanzamt als Kreditor
einzurichten.
Sachlich ist es aber falsch, weil die Verbindlichkeiten Kreditoren aus
Lieferungen und Leistungen resultieren (wurde dir schon mal was vom
Finanzamt geliefert, geschweige denn geleistet ;-))) -Liebe FA-Beamte: war
ein Scherz

Nein, ich würde die Konten 1547 (Forderungen aus Steuern) und 1747
(Verbindlichkeiten aus Steuern) im SKR03-Rahmen verwenden. Hier sind die
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Steuerschulden "richtig" aufgehoben.
Bei Zahlung einfach gegenbuchen.

Hoffe, das ich dir helfen konnte - Grüße von der holländischen Grenze
Holger Dehmer

P.S.: Habe auch schon gesehen, das für jede Steuerart im Forderungs- und
Verbindlichkeitenbereich eingerichtet worden sind - könnte helfen, den
Überblick zu erhalten.

Thomas Reinel

unread,
Dec 16, 2003, 7:23:49 AM12/16/03
to
HDe...@T-Online.de (Holger Dehmer) wrote in
news:eKTQzP1...@star.lexware.de:

[..]


> Technisch und grundsätzlich ist es möglich, das Finanzamt als Kreditor
> einzurichten.
> Sachlich ist es aber falsch, weil die Verbindlichkeiten Kreditoren aus
> Lieferungen und Leistungen resultieren (wurde dir schon mal was vom
> Finanzamt geliefert, geschweige denn geleistet ;-))) -Liebe FA-Beamte:
> war ein Scherz

ok, verstanden. ist es dann auch falsch, z.b. einen kreditor
"versicherung xy" anzulegen, wohin die kfz-versicherung gebucht wird?
(liefert ja eine leistung.)

was ist generell - außer dem FA - noch kein "richtiger" kreditor?

>
> Nein, ich würde die Konten 1547 (Forderungen aus Steuern) und 1747
> (Verbindlichkeiten aus Steuern) im SKR03-Rahmen verwenden. Hier sind
> die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Steuerschulden "richtig"
> aufgehoben. Bei Zahlung einfach gegenbuchen.

ok, so mache ich es auch. danke!

thomas

Friedrich Butzmühlen

unread,
Dec 16, 2003, 11:17:41 AM12/16/03
to
Sehr geehrter Herr Reinel,

alles das, was nicht mit Ihrem ureigenen Geschäftsbetrieb zu tun hat, ist
eine sonstige Verbindlichkeit.

Beispiel: Wenn Sie einen Hutladen betreiben, dann ist Ihr Hutlieferant ein
Kreditor. Der Lieferant, der Ihnen den Stoff und das Material für andere
Hüte liefert, ist ebenfalls ein Kreditor. Der Lieferant, der Ihnen den
Leim - werden Hüte geleimt? - liefert, ist ein Kreditor, der Indianer, der
Ihnen die Hutfedern liefert, der ist ein Kreditor.

Alle anderen:

Ihr Vermieter, die Telekom, das Finanzamt, die Heizungsreparatur, der
Eilbote, Ihre Autoreparatur, der Elektriker, der die Neonwerbung wieder
angeschlossen hat, das alles sind sonstige Verbindlichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Friedrich Butzmühlen aus einem nachtschwarz werdenden Düsseldorf mit
Hühnerfeder im Haar

Thomas Reinel

unread,
Dec 16, 2003, 11:34:54 AM12/16/03
to
butzm...@t-online.de (Friedrich Butzmühlen) wrote in
news:kLUchA$wDHA...@star.lexware.de:

[..]


> Alle anderen:
>
> Ihr Vermieter, die Telekom, das Finanzamt, die Heizungsreparatur, der
> Eilbote, Ihre Autoreparatur, der Elektriker, der die Neonwerbung
> wieder angeschlossen hat, das alles sind sonstige Verbindlichkeiten.

dumme frage: und wie verbuchtr man die dann, damit man die übersicht
behält? weil bei uns sind das (auto, telefon, strom usw.) auch alles
kreditoren...

großes "?"

thomas

>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Friedrich Butzmühlen aus einem nachtschwarz werdenden Düsseldorf mit
> Hühnerfeder im Haar
>

off-topic: hühnerfeder im haar? ist das eine sekte? voodoo-ritual? und
das wichtigste: wird dadurch das fop2003 schneller??? :)

Udo Netzel [Team Sonderhomepage]

unread,
Dec 16, 2003, 11:35:40 AM12/16/03
to
Hallo Friedrich Butzmühlen,

> alles das, was nicht mit Ihrem ureigenen Geschäftsbetrieb zu
tun hat, ist
> eine sonstige Verbindlichkeit.

> Alle anderen:


>
> Ihr Vermieter, die Telekom, das Finanzamt, die
Heizungsreparatur, der
> Eilbote, Ihre Autoreparatur, der Elektriker, der die
Neonwerbung wieder
> angeschlossen hat, das alles sind sonstige Verbindlichkeiten.

Übersichtlicher ist es ja in den Kreditoren-Konten bucht, aber
gelernt habe ich es auch genau so, wie Sie es beschreiben.
Welches "Verbrechen" begeht man eigentlich, wenn man Telekom,
Büromaterial-Lieferant etc. statt auf "Verbindlichkeiten" auf
"Kreditoren" bucht?


--
Freundliche Grüße aus Berlin

Udo Netzel
Team http://Sonderhomepage.de
- User helfen Usern (UhU) -


Thomas Reinel

unread,
Dec 16, 2003, 12:16:25 PM12/16/03
to
"Udo Netzel [Team Sonderhomepage]" <Fo...@Sonderhomepage.de> wrote in
news:FGbqFN$wDHA...@star.lexware.de:

> Hallo Friedrich Butzmühlen,
>
>> alles das, was nicht mit Ihrem ureigenen Geschäftsbetrieb zu
> tun hat, ist
>> eine sonstige Verbindlichkeit.
>
>> Alle anderen:
>>
>> Ihr Vermieter, die Telekom, das Finanzamt, die
> Heizungsreparatur, der
>> Eilbote, Ihre Autoreparatur, der Elektriker, der die
> Neonwerbung wieder
>> angeschlossen hat, das alles sind sonstige Verbindlichkeiten.
>
> Übersichtlicher ist es ja in den Kreditoren-Konten bucht, aber
> gelernt habe ich es auch genau so, wie Sie es beschreiben.
> Welches "Verbrechen" begeht man eigentlich, wenn man Telekom,
> Büromaterial-Lieferant etc. statt auf "Verbindlichkeiten" auf
> "Kreditoren" bucht?
>
>

ich habe gerade mal in einem "buchführung für dummies" geblättert:

dort steht allgemein, dass ein kreditor jemand ist, dem man geld für eine
gegenleistung schuldet. und ein debitor jemand ist, der einem geld
schuldet.

und so habe ich es bisher auch verstanden. alle kunden sind bei uns
debitoren und alle anderen, an die wir zahlungsausgänge haben, sind bei
uns automatisch als kreditoren angelegt.

--> wie machen es eigentlich andere? auch falsch (aber übersichtlicher)
wie wir? würde mich mal interessieren. :)

Friedrich Butzmühlen

unread,
Dec 16, 2003, 5:22:25 PM12/16/03
to
Einen wunderschönen guten Abend Herr Netzel nach Berlin,

na ja, ein Verbrecher vielleicht nicht direkt, aber es ist gemß § 266 HGB
halt eine andere Position in der Bilanz. Hier kann es für den Bilanzleser
schon interessant sein, wie sich die Verbindlichkeiten wirklich
zusammensetzten.

Denn:

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen könnten mit der
entsprechenden Forderungsposition Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen in einer wirtschaftliche Beziehung gesetzt werden. Der
Regelfall (Idealfall) wird sein, dass meine Forderungen aus L+L um genau
den Wert der Handelspanne höher ist als die entsprechende Verbindlichkeit.
Wenn das nicht so ist, könnte das folgende Ursachen haben:

a) Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind deutlich
höher als die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; Frage: wird
schleppend gezahlt? Ist das Unternehmen in - beginnenden -
Zahlungsschwierigkeiten und finaziert sich ungewollt über Kreditoren?

b) Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind deutlich
geringer als die Forderungen aus L+L; Frage: Läßt der Betrieb den Bereich
Mahnwesen links liegen? Könnten hier Organisationsmägnel - und nicht nur
hier - bestehen? Könnte hier eine falsche Politik im Bereich der Gewährung
von Zahlungszielen dahinter stecken - also verkappte Preisnachlässe, die
nicht gewollt und unerwünscht sind und von denen sogar die
Geschäftsführung nichts wieß? Aber auch: Nutzt der Betrieb bei seinen
Lieferanten die Skontoregel voll aus? - was positiv wäre?

Es lassen sich bei zutreffender Zuordnung wesentliche Rückschlüsse auf
Sachverhalte finden oder auch Ansatzpunkte für weitere Untersuchungen
gewinnen.

Aus diesem Grunde sollte auch in kleineren Firmen die Zuordnung konsequent
erfolgen - denn die Bank, die eventluell einen Kredit geben soll, forscht
nicht weiter und verläßt sich auf diese - hoffentlich richtigen - Werte.

Zusammenfassung: Ich würde auf niemanden schießen, der es falsch macht -
aber bei wesentlichen Abweichungen könnte das Testat einzuschränken sein.
Demgegenüber sehe ich eine ganze handvoll Vorteile, wenn es richtig
gemacht wird.

Mit freundlichen Grüßen nach Berlin

Friedrich Butzmühlen aus Düsseldorf, der immer so schrecklich genau ist
und auch noch Spaß daran hat, weil er es anschließend mit sauberen
Lösungen einfacher hat - was für ein Satz um 23.20 Uhr. Gute Nacht nach
Berlin.

Friedrich Butzmühlen

unread,
Dec 16, 2003, 5:27:22 PM12/16/03
to
Hallo Herr Reinel,

diese Sachen bucht man auf Konto 1700 mit der Bezeichnung "Sonstige
Verbindlichkeiten". Ganz Verwegene gehen hin, und buchen die laufenden
Zahlungen in die Kosten - und sind nur am Jahresende brav, buchen dann
allerdings schon wieder auf Konto 1700. Dazu sind aber zwei Hühnerfedern
im Haar nötig.

Mit freundlichen Grüßen

Friedrich Butzmühlen aus Düsseldorf die Hühnerfedern am zählen

Rainer Sommer

unread,
Dec 17, 2003, 10:00:05 AM12/17/03
to
Personenunternehmen sind überhaupt nicht verpflichtet, das Bilanzschema des
§ 266 HGB einzuhalten, sondern gehalten, sich daran zu orientieren (GoB).
Kleine Kapitalgesellschaften brauchen nur die mit Buchstaben und römischen
Ziffern versehenen Positionen des Bilanzschemas nach § 266 HGB auszuweisen.
Eine Aufschlüsselung z. B. der Verbindlichkeiten nach C.1. bis 8. ist nicht
erforderlich. Nach C.8. sind auch nur Verbindlichkeiten aus Steuern und
sozialer Sicherheit aufzuschlüsseln.
MfG
R. Sommer

"Friedrich Butzmühlen" <butzm...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:o7B7UMC...@star.lexware.de...

Ingo Neumann [www.n-gruppe.de]

unread,
Jan 8, 2004, 4:49:33 PM1/8/04
to
Nachdem sich jetzt soviele hier ausgelassen haben und sich auch schon
die Gesetzestexte um die Ohren hauen. Hier vielleicht einige hilfreich Tipps
aus der Praxis:

1.) Im Datev-Kontenrahmen SKR03 finden sich entsprechende Gegenkonten
bei der Buchung von Steuerlasten und Abgaben an das Finanzamt über
Kreditorenkonten.

Wir haben zwei Jahre lang über das Kreditorenkonto gebucht, ist aber auf
Dauer nicht
zu empfehlen, da man beim Jahresabschluss mit dem Steuerberater halt viel
wieder auseinander dröseln
muß. Also besser über die vorgesehenen Sachkonten buchen, wie es auch das
Programm für
verschiedene Funktionen hergibt:

1741 Verbindl. Lohn und Kirchensteuer
1780 Ust-Vorauszahlungen
1790 Ust Vorjahr

Des weiteren können alle Eingangsrechnungen ganz normal über
Kreditoren-Konten gebucht
werden, damit man für die Inventur am Jahresende es einfacher hat.
Es sind nämlich alle Forderungen und Verbindlichkeiten aufzustellen
(OP-Liste) und in der
Bilanz nachzuweisen. Das Sammelkonto sonstige Verbindlichkeiten müsste dann
einzeln aufgestellt
werden, wie sich der Saldo zusammensetzt.

Viele Grüße aus der Weltreiterstadt Verden

Ingo Neumann


"Thomas Reinel" <thomas...@lycos.de> schrieb im Newsbeitrag
news:Xns945299BFBA16Ct...@130.133.1.4...

Peter Lahmann

unread,
Jan 15, 2004, 9:34:13 AM1/15/04
to
Hallo Herr Butzmühlen!

Ich widerspreche Ihnen an dieser Stelle nur ungern, aber der
Sachzusammenhang mit dem originären Geschäftsbetrieb ist nicht das
Abgrenzungskriterium zwischen Verbindlichkeiten LuL und sonstigen
Verbindlichkeiten.

Unter Verbindlichkeiten LuL sind alle Verbindlichkeiten auszuweisen, die
aus einem auf Leisutngsaustausch ausgerichteten Schuldverhältnis stammen,
also bspw. auch Telekom, Rechtsanwaltskosten, Autoreparatur (natürlich
nur, wenn betrieblicher Pkw), etc.

Für den Inhalt der sonstigen Verbindlichkeiten gibt es keine eigene
Definition, sie grenzen sich negativ von den anderen
Vebrindlichkeitenpositionen ab. Übrig bleiben dann insbesondere Finanzamt,
abzuführende Sozialversicherungsbeiträge, aufgenommene Darlehen, die
keiner anderen Position zuzuordnen sind etc.


Viele Grüße
Peter Lahmann

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